{"id":65471,"date":"2015-12-07T10:33:44","date_gmt":"2015-12-07T08:33:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65471"},"modified":"2015-12-07T10:33:44","modified_gmt":"2015-12-07T08:33:44","slug":"v-r-47-14-anforderungen-an-einen-konkludenten-antrag-auf-ist-besteuerung-par-20-ustg-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-47-14-anforderungen-an-einen-konkludenten-antrag-auf-ist-besteuerung-par-20-ustg-3\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;47\/14 &#8211; Anforderungen an einen konkludenten Antrag auf Ist-Besteuerung (&sect; 20 UStG)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.8.2015, V R 47\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an einen konkludenten Antrag auf Ist-Besteuerung (&sect; 20 UStG)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Antrag auf Ist-Besteuerung (&sect; 20 UStG) kann auch konkludent gestellt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Steuererkl&auml;rung muss deutlich erkennbar zu entnehmen sein, dass die Ums&auml;tze auf Grundlage vereinnahmter Entgelte erkl&auml;rt worden sind. Das kann sich aus einer eingereichten Einnahme-\/&Uuml;berschussrechnung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG ergeben.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Hat ein Steuerpflichtiger einen hinreichend deutlichen Antrag auf Genehmigung der Ist-Besteuerung beim FA gestellt, dann hat die antragsgem&auml;&szlig;e Festsetzung der Umsatzsteuer den Erkl&auml;rungsinhalt, dass der Antrag genehmigt worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 28. April 2014&nbsp;&nbsp;16 K 128\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob dem Rechtsvorg&auml;nger des Kl&auml;gers und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) die Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten durch den Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gestattet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist ein Verein, der im Jahr 2010 durch Verschmelzung u.a. des X e.V. (X) hervorgegangen ist. Im Jahre 2003 ermittelte X seinen Gewinn wie auch in den Folgejahren durch &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) und erkl&auml;rte in seinen Umsatzsteuererkl&auml;rungen die Ums&auml;tze nach vereinnahmten Entgelten. Die Umsatzsteuer wurde entsprechend den eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rungen festgesetzt. Im Anschluss an eine im Jahr 2011 f&uuml;r die Jahre 2006 bis 2010 durchgef&uuml;hrte Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung ging das FA davon aus, dass dem X die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten nicht gestattet gewesen sei und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre (2006 bis 2008) ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide, in denen die Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten berechnet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Zur Begr&uuml;ndung seines Urteils f&uuml;hrte das FG aus, es habe ein konkludenter Antrag auf Gestattung der Ist-Besteuerung und eine entsprechende Genehmigung des FA vorgelegen, weil sp&auml;testens f&uuml;r 2003 ein Antrag des Rechtsvorg&auml;ngers des Kl&auml;gers deutlich erkennbar gewesen sei. Die in der Steuererkl&auml;rung 2003 angegebenen Ums&auml;tze entspr&auml;chen den Einnahmen in der Einnahme- und &Uuml;berschussrechnung, was dem FA bekannt gewesen sei, da ein Sachbearbeiter bei den Ums&auml;tzen einen Haken gesetzt habe. Da eine Berechnung der Steuern nach vereinnahmten Entgelten f&uuml;r 2003 zu erkennen gewesen sei, habe das FA diese durch die beantragte Besteuerung f&uuml;r 2003 konkludent genehmigt. Mangels Widerrufs habe die Versteuerung auch in den Folgejahren nach vereinnahmten Entgelten erfolgen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Revision des FA. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt es im Wesentlichen vor, es liege weder mit der Abgabe der Umsatzsteuererkl&auml;rung 2003 noch mit der Einreichung der Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre ein konkludenter Antrag auf Ist-Besteuerung vor. Eine Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten sei weder ausdr&uuml;cklich noch konkludent gestattet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer, der im Jahr 2001 die (Vor-)Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1995 bis 2001 durchgef&uuml;hrt habe, habe die Ums&auml;tze aus den ihm vorliegenden Kontoausz&uuml;gen entnommen. Die damalige Betriebspr&uuml;fung habe die Besteuerung folglich nach vereinnahmten Entgelten vorgenommen. Entsprechend sei in den Folgejahren verfahren worden, was die Finanzverwaltung auch akzeptiert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ergebe sich auch aus dem Schreiben vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2000, mit dem die irrt&uuml;mliche Versteuerung der Ums&auml;tze f&uuml;r den Voranmeldungszeitraum Dezember 1999 berichtigt und auf die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten hingewiesen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Entscheidung des FG, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Besteuerung der Ums&auml;tze des Rechtsvorg&auml;ngers des Kl&auml;gers (des X) nach vereinnahmten Entgelten vorlagen, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Steuer f&uuml;r die vom Rechtsvorg&auml;nger des Kl&auml;gers erbrachten Leistungen ist nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Umsatzsteuergesetzes (UStG) mit dem Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Entgelte vereinnahmt worden sind, entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzlich entsteht die Steuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten (sog. Sollbesteuerung) mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgef&uuml;hrt worden sind. Die Vorschrift beruht unionsrechtlich auf Art.&nbsp;63 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211; (bis 31.&nbsp;Dezember 2006 Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;). Danach treten Steuertatbestand und Steueranspruch zu dem Zeitpunkt ein, zu dem die Lieferung von Gegenst&auml;nden bewirkt oder die Dienstleistung erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 UStG kann das FA unter bestimmten &#8211;hier nicht streitigen&#8211; Umst&auml;nden auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer die Steuer nicht nach vereinbarten Entgelten, sondern nach vereinnahmten Entgelten berechnet. Mit der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b UStG &#8211;sog. Ist-Besteuerung&#8211;) hat der Gesetzgeber die ihm nach Unionsrecht einger&auml;umte Erm&auml;chtigung ausge&uuml;bt, f&uuml;r die Entstehung des Steueranspruchs nach Art.&nbsp;66 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL (Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Spiegelstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG) auf die Vereinnahmung des Preises abzustellen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFHE 243, 451, BStBl II 2015, 674, unter II.2.c). Die Steuer entsteht in diesem Fall mit Ablauf des Voranmeldungszeitraumes, in dem die Entgelte vereinnahmt worden sind (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 UStG ist f&uuml;r die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten anstelle der Regelbesteuerung nach vereinbarten Entgelten ein Antrag notwendig, auf Grund dessen das FA nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten durch formlosen Verwaltungsakt (&sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) gestattet haben muss (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Mai 2011 V&nbsp;B&nbsp;93\/10, BFH\/NV 2011, 1406). Der Antrag kann auch konkludent gestellt werden. Aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit kann aber eine Steuererkl&auml;rung, bei der die Besteuerungsgrundlagen nach tats&auml;chlichen Einnahmen erkl&auml;rt worden sind, nur dann als konkludenter Antrag auf Gestattung der Ist-Besteuerung angesehen werden, wenn ihr deutlich erkennbar zu entnehmen ist, dass die Ums&auml;tze auf Grundlage vereinnahmter Entgelte erkl&auml;rt worden sind (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2011, 1406; vgl. auch Michel in Offerhaus\/S&ouml;hn\/ Lange, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;136).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W&uuml;rdigung des FG, dass diese Voraussetzung im vorliegenden Fall erf&uuml;llt ist, ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO revisionsrechtlich bindend, weil sie verfahrensfehlerfrei zustande gekommen ist, nicht gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze verst&ouml;&szlig;t und, wenn auch nicht zwingend, so doch m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;August 2014 V&nbsp;R&nbsp;22\/14, BFH\/NV 2015, 17, Rz&nbsp;18; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;44\/11, BFH\/NV 2013, 1409). Aus den Akten ergibt sich ferner, dass das FA die Verkn&uuml;pfung zwischen den Umsatzsteuererkl&auml;rungen und der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG durchaus erkannt hat, denn es findet sich z.B. in der Umsatzsteuerverprobung f&uuml;r das Streitjahr 2006 ein Hinweis des Bearbeiters auf die Gewinn- und Verlustrechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG konnte auch davon ausgehen, dass das FA dem Antrag des Kl&auml;gers auf Gestattung der Ist-Besteuerung zugestimmt hat. Bei der Gestattung nach &sect;&nbsp;20 UStG durch das FA handelt es sich um den Erlass eines beg&uuml;nstigenden Ermessens-Verwaltungsaktes i.S. der &sect;&sect;&nbsp;130, 131 AO (vgl. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Februar 2013 V&nbsp;B&nbsp;72\/12, BFH\/NV 2013, 984). Dieser Verwaltungsakt muss nicht ausdr&uuml;cklich, sondern kann auch stillschweigend bekanntgegeben werden (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2011, 1406; vom 28.&nbsp;August 2002 V&nbsp;B&nbsp;65\/02, BFH\/NV 2003, 210; vom 20.&nbsp;Januar 2000 V&nbsp;B&nbsp;163\/99, BFH\/NV 2000, 897). Da die Gestattung einer Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (&sect;&nbsp;20 UStG) und die hierauf beruhende Umsatzsteuerfestsetzung (&sect;&nbsp;155 AO) zwei verschiedene Verfahren betreffen, kann die Umsatzsteuerfestsetzung nur dann als konkludente Gestattung der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten ausgelegt werden, wenn mit ihr nach au&szlig;en erkennbar auch eine Entscheidung &uuml;ber den entsprechenden Antrag getroffen wurde (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2013, 984; in BFH\/NV 2011, 1406; in BFH\/NV 2003, 210). Hieran d&uuml;rfen aber keine &uuml;bersteigerten Anforderungen gestellt werden. Vielmehr ist der Empf&auml;ngerhorizont der Beteiligten entscheidend. Hat ein Steuerpflichtiger &#8211;wie vorliegend der X&#8211; einen konkludenten Antrag auf Genehmigung der Ist-Besteuerung beim FA gestellt, dann hat die antragsgem&auml;&szlig;e Festsetzung der Umsatzsteuer den Erkl&auml;rungsinhalt, dass der Antrag genehmigt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.8.2015, V R 47\/14 Anforderungen an einen konkludenten Antrag auf Ist-Besteuerung (&sect; 20 UStG) Leits&auml;tze 1. Ein Antrag auf Ist-Besteuerung (&sect; 20 UStG) kann auch konkludent gestellt werden. 2. Der Steuererkl&auml;rung muss deutlich erkennbar zu entnehmen sein, dass die Ums&auml;tze auf Grundlage vereinnahmter Entgelte erkl&auml;rt worden sind. 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