{"id":65473,"date":"2015-12-07T10:34:01","date_gmt":"2015-12-07T08:34:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65473"},"modified":"2015-12-07T10:34:01","modified_gmt":"2015-12-07T08:34:01","slug":"i-r-4-14-negative-hinzurechnung-der-verlustuebernahme-eines-stillen-gesellschafters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-4-14-negative-hinzurechnung-der-verlustuebernahme-eines-stillen-gesellschafters\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;4\/14 &#8211; Negative Hinzurechnung der Verlust&uuml;bernahme eines stillen Gesellschafters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2015, I R 4\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Negative Hinzurechnung der Verlust&uuml;bernahme eines stillen Gesellschafters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Bei der Ermittlung der Summe der nach &sect; 8 Nr. 1 GewStG 2002 (i.d.F. des UntStRefG 2008) hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile ist auch ein Verlustanteil des stillen Gesellschafters zu ber&uuml;cksichtigen, soweit dieser Verlustanteil den Verlust aus Gewerbebetrieb gemindert hat (Best&auml;tigung von R 8.1 Abs. 3 Satz 2 GewStR 2009).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird durch die Ber&uuml;cksichtigung des Verlustanteils die Summe der hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile negativ, dann ist diese Summe grunds&auml;tzlich negativ hinzuzurechnen (entgegen R 8.1 Abs. 3 Satz 3 GewStR 2009).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 5. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;13 K 2110\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes 2002 i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes (UntStRefG) 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) &#8211;GewStG 2002 n.F.&#8211; bei der Ermittlung des Gewerbeertrages bzw. des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auch negative Betr&auml;ge dem Gewinn aus Gewerbebetrieb wieder hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), die aus diversen Umstrukturierungsvorg&auml;ngen und damit verbundenen Umfirmierungen hervorging, ist eine GmbH, die sich mit der Veranstaltung von Reisen befasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Januar 2008, dem Streitjahr, wurden zun&auml;chst zwei Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung gegr&uuml;ndet, von denen eine &#8211;als Muttergesellschaft&#8211; sodann die Anteile an der anderen &#8211;als Tochtergesellschaft&#8211; hielt. Rechtsnachfolgerin dieser Tochtergesellschaft ist die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im April 2008 erwarben HE und BZ s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der Muttergesellschaft von einem Dritten. Sie wurden am 3.&nbsp;April 2008 sodann zu Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern sowohl der Mutter- wie der Tochtergesellschaft berufen. Bereits zwei Tage zuvor hatten sie mit der Tochtergesellschaft einen Vertrag &uuml;ber eine Beteiligung als stille Gesellschafter abgeschlossen. Ausweislich des Vertrages handelten HE und BZ im eigenen und zugleich im Namen der Tochtergesellschaft. Die stillen Gesellschafter sollten am Gewinn und Verlust beteiligt sein; sie hatten jeweils eine Einlage in H&ouml;he von 195.000&nbsp;EUR zu leisten. Im April 2008 kamen sie ihrer Einzahlungsverpflichtung nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Jahresabschluss der Tochtergesellschaft f&uuml;r das Streitjahr 2008 wies einen Fehlbetrag von 253.377,33&nbsp;EUR aus. Dabei ist der wesentlich h&ouml;here Verlust aus der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit unter anderem durch Ertr&auml;ge aus Verlust&uuml;bernahmen der stillen Gesellschafter in H&ouml;he von 390.000&nbsp;EUR gemindert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im streitgegenst&auml;ndlichen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2008 ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in einer Zwischenrechnung Hinzurechnungsbetr&auml;ge f&uuml;r Schulden, Miet- und Pachtzinsen sowie &#8211;mit einem negativen Vorzeichen versehen&#8211; Gewinnanteile stiller Gesellschafter. Von dem so errechneten Saldo in H&ouml;he von .\/.&nbsp;375.923&nbsp;EUR setzte er zwar ein Viertel an, wies den Betrag der Hinzurechnungen im Ergebnis jedoch mit 0&nbsp;EUR aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Begehren, den Ansatz eines negativen Hinzurechnungsbetrages zu erreichen, blieb die Kl&auml;gerin im Einspruchsverfahren erfolglos. Vor dem daraufhin angerufenen Finanzgericht (FG) K&ouml;ln obsiegte sie (Urteil vom 5.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2110\/11, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 468).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 n.F. Es macht insbesondere geltend, dass ein negativer Hinzurechnungsbetrag unterhalb der Betragsgrenze von &#8211;positiv&#8211; 100.000&nbsp;EUR bleibt und deswegen keine Rechtsfolgen ausl&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision des FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die H&ouml;he des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes zutreffend bestimmt. Im Fall der Verlusttragung durch einen stillen Gesellschafter sind grunds&auml;tzlich auch negative Hinzurechnungsbetr&auml;ge bei der Ermittlung des Gewerbeertrags sowie des Gewerbeverlustes anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind, werden dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (&sect;&nbsp;7 GewStG 2002 n.F.) unter anderem die Gewinnanteile des stillen Gesellschafters hinzugerechnet (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c GewStG 2002 n.F.). Sind daneben weitere gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, b und d bis f GewStG 2002 n.F. hinzuzurechnende Betr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen, dann ist aus den Einzelbetr&auml;gen eine Summe zu bilden und ein Viertel dieser Summe wird dem Gewinn aus Gewerbebetrieb wieder hinzugerechnet, soweit die Summe den Betrag von 100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Erzielt der Inhaber des Handelsgewerbes einen Verlust und hat sich der stille Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag &#8211;entsprechend der dispositiven gesetzlichen Regelung in &sect;&nbsp;231 des Handelsgesetzbuchs (HGB)&#8211; zur anteiligen Verlusttragung verpflichtet, dann ist der nach einkommensteuer- oder k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Vorschriften zu ermittelnde Gewinn aus Gewerbebetrieb zu erh&ouml;hen (vgl. Bl&uuml;mich\/Hofmeister, &sect;&nbsp;8 GewStG Rz&nbsp;192 mit einem Beispiel f&uuml;r eine solche Konstellation). Denn solange die Einlage des Stillen nicht aufgezehrt ist (vgl. &sect;&nbsp;232 Abs.&nbsp;2 HGB), f&uuml;hrt die vereinbarte Verlustbeteiligung auf Seiten des Inhabers des Handelsgewerbes zu einem Erstattungsanspruch, also zu einem Ertrag im einkommensteuerrechtlichen Sinne (Deloitte\/Clemens, GewStG, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1c Rz&nbsp;41). In der Konsequenz ist der derart wirksam gewordene Verlustanteil bei der Ermittlung des Gewerbeertrages dem Gewinn als negativer Betrag hinzuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass der Verlustanteil des stillen Gesellschafters grunds&auml;tzlich als negative Hinzurechnung die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer zu beeinflussen vermag, entsprach bereits unter der Geltung der Vorg&auml;ngerfassung des Gesetzes (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 GewStG 2002 vor Inkrafttreten des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008) allgemeiner Auffassung. Daran hat sich nach Inkrafttreten des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008, das dem &sect;&nbsp;8 GewStG 2002 seine heutige Gestalt gab, nichts ge&auml;ndert (vgl. G&uuml;roff in Glanegger\/G&uuml;roff, GewStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1c Rz&nbsp;19; Schuster in Lenski\/Steinberg, Gewerbesteuergesetz, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;3 Rz&nbsp;35; K&ouml;ster, ebenda, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;9; Schnitter in Frotscher\/Maas, &sect;&nbsp;8 GewStG Rz&nbsp;170 und 172; Deloitte\/Clemens, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1c Rz&nbsp;41; Ettinger\/Sailer Khuepach in Bergemann\/Wingler, GewStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;195 und 202; im Grundsatz gl.A. auch Bl&uuml;mich\/Hofmeister, &sect;&nbsp;8 GewStG Rz&nbsp;191). Auch das FA im Besonderen und die Finanzverwaltung im Allgemeinen teilen diese Auffassung prinzipiell (Abschn.&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 GewStR 1998; R&nbsp;8.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 GewStR 2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wortlaut und Zweck der ma&szlig;geblichen Vorschriften gebieten die Ber&uuml;cksichtigung negativer Hinzurechnungen. Wie der Senat zur vergleichbaren Problematik der K&uuml;rzung entschieden hat, f&uuml;hren K&uuml;rzungsbetr&auml;ge nicht zwangsl&auml;ufig zu einer Verminderung des Gewinns, sie k&ouml;nnen vielmehr &#8211;mit negativen Vorzeichen versehen&#8211; den Gewinn auch erh&ouml;hen (Senatsurteile vom 21.&nbsp;April 1971 I&nbsp;R&nbsp;200\/67, BFHE 102, 524, BStBl II 1971, 743; vom 10.&nbsp;Juli 1974 I&nbsp;R&nbsp;248\/71, BFHE 113, 242, BStBl II 1974, 752). Dies gr&uuml;ndet darin, dass die &sect;&sect;&nbsp;7 bis 9 GewStG 2002 n.F. vom Rechtsanwender neben Subsumtionen und Rechtsfolgenbestimmungen auch die Durchf&uuml;hrung zahlreicher mathematischer Rechenoperationen verlangen, weshalb im Rahmen der Wortlautinterpretation nur ein mathematisches Begriffsverst&auml;ndnis zu zutreffenden Erkenntnissen f&uuml;hren kann (vgl. Senatsurteil in BFHE 102, 524, BStBl II 1971, 743). Nach den Gesetzen der Mathematik sind aber negative Zahlen (sog. nicht nat&uuml;rliche Zahlen) ohne Weiteres addier- und subtrahierbar, k&ouml;nnen also hinzugerechnet oder gek&uuml;rzt werden und der Gewinn bzw. der gleichfalls von &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG 2002 n.F. erfasste Verlust aus Gewerbebetrieb kann in diesem Sinne auch durch negative Hinzurechnungs- oder K&uuml;rzungsbetr&auml;ge vermehrt oder vermindert werden (vgl. den Wortlaut des &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG 2002 n.F.). Die Begriffe &quot;Betrag&quot; und &quot;Summe&quot; sind ohnehin neutral und erfassen Zahlen aus dem gesamten Zahlenraum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zweck der Hinzurechnungstatbest&auml;nde, den objektivierten Ertrag des Gewerbebetriebs unabh&auml;ngig von der Art und Weise des f&uuml;r die Kapitalausstattung zu entrichtenden Entgelts zu ermitteln (vgl. BTDrucks 16\/4841, 78; vgl. auch Senatsurteil vom 4.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;70\/12, BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289; Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 13.&nbsp;Mai 1969&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;25\/65, BVerfGE 26, 1), gebietet es ebenfalls, die Verlustanteile des Stillen zu ber&uuml;cksichtigen (z.B. Schuster, a.a.O.; Schnitter, a.a.O.; Bl&uuml;mich\/Hofmeister, a.a.O.; Abschn.&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 GewStR 1998).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird die in &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 n.F. in einer Zwischenrechnung auszuwerfende Summe der Einzelhinzurechnungsbetr&auml;ge &#8211;insbesondere wegen eines hohen Verlustanteils des stillen Gesellschafters&#8211; insgesamt negativ, dann ist grunds&auml;tzlich eine negative Hinzurechnung geboten (a.A. R&nbsp;8.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GewStR 2009; Bl&uuml;mich\/Hofmeister, &sect;&nbsp;8 GewStG Rz&nbsp;192). Das ergibt sich aus folgenden &Uuml;berlegungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist nicht ersichtlich, warum die negative Hinzurechnung des Verlustanteils des stillen Gesellschafters nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c GewStG 2002 n.F. nur dann steuerliche Folgen ausl&ouml;sen sollte, wenn sich nach Verrechnung mit ausreichend hohen positiven Hinzurechnungsbetr&auml;gen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, b, d, e und f GewStG 2002 n.F. noch ein positiver Saldo ergibt (so R&nbsp;8.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GewStR 2009). Die vom Gesetzeszweck zwingend gebotene negative Hinzurechnung des Verlustanteils h&auml;ngt nicht von der Existenz positiver Hinzurechnungsbetr&auml;ge ab, sondern muss auch dann Platz greifen, wenn &#8211;in einem eher theoretischen Fall&#8211; ausschlie&szlig;lich eine Hinzurechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c GewStG 2002 n.F. zu beurteilen ist. Der Wortlaut des Gesetzes verlangt die Existenz weiterer positiver Hinzurechnungsbetr&auml;ge ebenfalls nicht. Bei einem mathematischen Begriffsverst&auml;ndnis kann eine &quot;Summe&quot; auch auf einen Betrag kleiner als Null lauten. Diese negative Summe ist auch ohne Weiteres mit der Bruchzahl 1\/4 multiplizierbar (vgl. Einleitungssatz zur Nr.&nbsp;1 des &sect;&nbsp;8 GewStG 2002 n.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch die gesetzliche Formulierung &quot;den Betrag von 100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigt&quot; ist nicht zwingend dahin zu verstehen, dass damit ausschlie&szlig;lich ein mit einem positiven Vorzeichen versehener Betrag gemeint w&auml;re. Zwar k&ouml;nnte das ausdr&uuml;ckliche Abstellen (nur) auf einen positiven Wert f&uuml;r die Aufgriffsgrenze von 100.000&nbsp;EUR indizieren, dass der Gesetzgeber tats&auml;chlich beabsichtigte, negative Betr&auml;ge von vornherein unber&uuml;cksichtigt zu belassen. Doch ergibt die Zusammenschau mit den anderen Begriffen, die die gesetzlich gebotene Rechenoperation beschreiben, dass wahlweise negative oder positive Vorzeichen nach Ma&szlig;gabe der mathematischen Gesetze vor die entsprechenden Zahlen und Summen zu setzen sind. Im mathematischen Sprachgebrauch kann ein Betrag aber auch die Zahl .\/.&nbsp;100.000&nbsp;EUR unterschreiten oder &uuml;bersteigen. Von daher ist es n&auml;herliegend anzunehmen, dass der Gesetzgeber an den eher seltenen Fall der negativen Hinzurechnung nicht gedacht und er seine Formulierungen mit Blick auf den typischen Fall einer belastenden Anwendung des &sect;&nbsp;8 GewStG gew&auml;hlt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Betragsgrenze von 100.000&nbsp;EUR im Falle einer negativen Summe der &#8211;positiven und negativen&#8211; Einzelhinzurechnungsbetr&auml;ge spiegelbildlich mit der Folge anzuwenden ist, dass bei einer Summe der Einzelhinzurechnungsbetr&auml;ge in der Spanne von .\/.&nbsp;1&nbsp;EUR und .\/.&nbsp;100.000&nbsp;EUR eine Hinzurechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 n.F. ganz unterbleibt und bei h&ouml;heren negativen Summen nur 1\/4 des .\/.&nbsp;100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigenden Betrags negativ hinzuzurechnen ist, muss im Streitfall nicht entschieden werden. Denn eine solche spiegelbildliche Anwendung der 100.000&nbsp;EUR-Grenze geht zu Lasten des Steuerpflichtigen und die Kl&auml;gerin hat bei ihrem Klageantrag diese f&uuml;r sie ung&uuml;nstige Konsequenz bereits rechnerisch ber&uuml;cksichtigt, wie nachfolgend unter 3. zu zeigen sein wird. Deshalb und weil die Kl&auml;gerin das vorinstanzliche Urteil nicht mit einer Revision angefochten hat, k&ouml;nnte ihr selbst im Falle der Unanwendbarkeit der 100.000&nbsp;EUR-Grenze ohne Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO kein zus&auml;tzlicher negativer Hinzurechnungsbetrag zugesprochen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auf der Basis der vorstehend niedergelegten Rechtsgrunds&auml;tze ist das Urteil des FG zu best&auml;tigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat in dem angegriffenen Feststellungsbescheid den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust mit 252.375&nbsp;EUR festgestellt. Die Kl&auml;gerin hat beantragt, den Verlust &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung einer negativen Hinzurechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 n.F.&#8211; mit 321.356&nbsp;EUR festzustellen. Diesem Klageantrag hat das FG in voller H&ouml;he stattgegeben. Dies geschah zu Recht, wie nachstehende Rechenoperation zeigt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Summe der Einzelhinzurechnungsbetr&auml;ge betr&auml;gt im Streitfall unstreitig .\/.&nbsp;375.923&nbsp;EUR. Hierbei wurde der Verlustanteil der stillen Gesellschafter in voller H&ouml;he als negativer Betrag nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c GewStG 2002 n.F. ber&uuml;cksichtigt und mit den positiven Hinzurechnungsbetr&auml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, b, d, e und f GewStG 2002 n.F. verrechnet. Dass der erste Rechenschritt im Streitfall somit eine negative Zahl ergibt, l&auml;sst deren Hinzurechnungsrelevanz nach den oben dargestellten Rechtsgrunds&auml;tzen entgegen der Auffassung des FA nicht entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die spiegelbildliche Anwendbarkeit der 100.000&nbsp;EUR-Grenze f&uuml;r den zweiten Rechenschritt unterstellt, dann kann nur der .\/.&nbsp;100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigende Teil von .\/.&nbsp;375.923&nbsp;EUR, also .\/.&nbsp;275.923&nbsp;EUR angesetzt werden. Ein Viertel hiervon, also .\/.&nbsp;68.980&nbsp;EUR w&auml;re somit als Hinzurechnungsbetrag nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 n.F. anzusetzen. Dieser Betrag wiederum w&uuml;rde den festzustellenden Gewerbeverlust &uuml;ber die im angegriffenen Bescheid angesetzten 252.375&nbsp;EUR hinaus auf 321.356&nbsp;EUR erh&ouml;hen. Dies entspricht dem Klageantrag und dem Tenor des FG-Urteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2015, I R 4\/14 Negative Hinzurechnung der Verlust&uuml;bernahme eines stillen Gesellschafters Leits&auml;tze 1. Bei der Ermittlung der Summe der nach &sect; 8 Nr. 1 GewStG 2002 (i.d.F. des UntStRefG 2008) hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile ist auch ein Verlustanteil des stillen Gesellschafters zu ber&uuml;cksichtigen, soweit dieser Verlustanteil den Verlust aus Gewerbebetrieb gemindert hat (Best&auml;tigung von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-4-14-negative-hinzurechnung-der-verlustuebernahme-eines-stillen-gesellschafters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;4\/14 &#8211; Negative Hinzurechnung der Verlust&uuml;bernahme eines stillen Gesellschafters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65473","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65473\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}