{"id":65482,"date":"2015-12-07T10:33:59","date_gmt":"2015-12-07T08:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65482"},"modified":"2015-12-07T10:33:59","modified_gmt":"2015-12-07T08:33:59","slug":"ii-r-23-14-grundstueckserwerb-zur-abgeltung-eines-auf-geld-gerichteten-abfindungsergaenzungsanspruchs-is-des-par-13-hoefeo-nicht-grunderwerbsteuerbefreit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-23-14-grundstueckserwerb-zur-abgeltung-eines-auf-geld-gerichteten-abfindungsergaenzungsanspruchs-is-des-par-13-hoefeo-nicht-grunderwerbsteuerbefreit\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;23\/14 &#8211; Grundst&uuml;ckserwerb zur Abgeltung eines auf Geld gerichteten Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 H&ouml;feO nicht grunderwerbsteuerbefreit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.9.2015, II R 23\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Grundst&uuml;ckserwerb zur Abgeltung eines auf Geld gerichteten Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 H&ouml;feO nicht grunderwerbsteuerbefreit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&Uuml;bertr&auml;gt der Hoferbe das Eigentum an einem Hofgrundst&uuml;ck zur Abgeltung des Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 Abs. 1 Satz 2 H&ouml;feO auf einen anderen Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, ist der Grundst&uuml;ckserwerb weder nach &sect; 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG noch nach &sect; 3 Nr. 3 Satz 1 GrEStG von der Grunderwerbsteuer befreit.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 20. Februar 2014&nbsp;&nbsp;8 K 1727\/11 GrE wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Eltern der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &uuml;bertrugen mit notariell beurkundetem Vertrag vom 28.&nbsp;Dezember 1998 im Wege der vorweggenommenen Erbfolge ihren landwirtschaftlichen Hof i.S. des &sect;&nbsp;1 der H&ouml;feordnung (H&ouml;feO) auf den Bruder (B) der Kl&auml;gerin. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte sich gegen Zahlung von 16.000&nbsp;DM nach &sect;&nbsp;12 H&ouml;feO f&uuml;r abgefunden. Dar&uuml;ber hinaus verzichtete sie auch auf Anspr&uuml;che auf Erg&auml;nzung der Abfindung nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO f&uuml;r den Fall, dass B beim Verkauf landwirtschaftlicher Grundst&uuml;cke mit dem Erl&ouml;s landwirtschaftliche Ersatzfl&auml;chen erwerben sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notarieller Urkunde vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 vereinbarten die Kl&auml;gerin und B die abschlie&szlig;ende Regelung eines etwaigen Nachabfindungsanspruchs nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO. Der Kl&auml;gerin wurde ein Anspruch auf &Uuml;bertragung eines Baugrundst&uuml;cks mit einer Fl&auml;che von 1&nbsp;000&nbsp;qm nach eigener Wahl einger&auml;umt, falls bestimmte zum Hof geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke oder Teile davon Baulandqualit&auml;t erhalten sollten. Sie erkl&auml;rte, dass sie mit Erhalt des Baugrundst&uuml;cks auf s&auml;mtliche weiteren Anspr&uuml;che gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO gegen&uuml;ber B verzichte. Dieser nahm den Verzicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B &uuml;bertrug mit notariell beurkundetem Vertrag vom 29.&nbsp;Juni 2006 eine noch zu vermessende Teilfl&auml;che von 1&nbsp;000&nbsp;qm aus einem zum Hof geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck, das im Gebiet eines beabsichtigten Bebauungsplans lag, auf die Kl&auml;gerin. Die Vertragsbeteiligten waren sich dar&uuml;ber einig, dass der Kl&auml;gerin ein Anspruch auf &Uuml;bertragung von 1&nbsp;000&nbsp;qm zusammenh&auml;ngendem Bauland zusteht. Der Wert der Teilfl&auml;che wurde f&uuml;r die Kosten mit 40.900&nbsp;EUR angegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte f&uuml;r den Erwerb der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che aufgrund des Vertrags vom 29.&nbsp;Juni 2006 ausgehend von einer Bemessungsgrundlage von 40.900&nbsp;EUR mit Bescheid vom 4.&nbsp;August 2006 gegen die Kl&auml;gerin Grunderwerbsteuer von 1.431&nbsp;EUR unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest. Am 20.&nbsp;Mai 2010 erging ein ge&auml;nderter Steuerbescheid, in dem die Grunderwerbsteuer auf 4.375&nbsp;EUR erh&ouml;ht wurde. Bemessungsgrundlage war der Abfindungsanspruch der Kl&auml;gerin, der mit dem gesch&auml;tzten Verkehrswert der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che von 125.000&nbsp;EUR angesetzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Einspruch machte die Kl&auml;gerin geltend, dass sie mit der &Uuml;bertragung der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che auf ihren Pflichtteil verzichtet habe und der Erwerb daher nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r 2006 ma&szlig;gebenden Fassung (ErbStG) von der Grunderwerbsteuer befreit sei. Der Einspruch blieb ohne Erfolg. Das FA ging davon aus, dass der Abfindungsanspruch nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO ein Geldanspruch und die zur Erf&uuml;llung dieses Anspruchs erfolgte &Uuml;bertragung der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che ein nicht steuerbefreiter Vorgang sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte ebenfalls keinen Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 949 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG und &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und den Steuerbescheid vom 20.&nbsp;Mai 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;Mai 2011 dahin zu &auml;ndern, dass die Grunderwerbsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend erkannt, dass der Erwerb der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che durch die Kl&auml;gerin nicht von der Grunderwerbsteuer befreit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die &Uuml;bertragung der Teilfl&auml;che des Grundst&uuml;cks aufgrund des Vertrags vom 29.&nbsp;Juni 2006 erf&uuml;llt den Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GrEStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Grunderwerbsteuer unterliegt nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GrEStG die Auflassung, wenn kein Rechtsgesch&auml;ft vorausgegangen ist, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndet. Ein der Grunderwerbsteuer nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegender Anspruch auf &Uuml;bereignung eines b&uuml;rgerlich-rechtlich noch zu bildenden Grundst&uuml;cks setzt voraus, dass die Fl&auml;che (Grenze) des k&uuml;nftigen Grundst&uuml;cks hinreichend bestimmt ist (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Oktober 1990 II&nbsp;R&nbsp;42\/88, BFHE 162, 478, BStBl II 1991, 144). Die hinreichende Bestimmtheit des k&uuml;nftigen Grundst&uuml;cks muss sich aus dem die Steuer m&ouml;glicherweise ausl&ouml;senden Rechtsvorgang selbst ergeben; eine Konkretisierung erst in Zukunft durch Vereinbarung der Vertragsbeteiligten, durch den Schuldner oder durch einen Dritten ist nicht ausreichend (vgl. BFH-Urteil in BFHE 162, 478, BStBl II 1991, 144).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die noch zu vermessende Teilfl&auml;che von 1&nbsp;000&nbsp;qm wurde der Kl&auml;gerin mit Vertrag vom 29.&nbsp;Juni 2006 &uuml;bertragen. Durch den vorhergehenden Vertrag vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 wurde noch kein der Grunderwerbsteuer nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegender Vorgang verwirklicht. In diesem Vertrag wurde zwar zivilrechtlich ein Anspruch der Kl&auml;gerin auf &Uuml;bereignung eines Baugrundst&uuml;cks von 1&nbsp;000&nbsp;qm nach eigener Wahl begr&uuml;ndet. Die Begr&uuml;ndung eines Anspruchs auf &Uuml;bereignung eines noch nicht hinreichend konkretisierten Grundst&uuml;cks erf&uuml;llt aber nicht die Voraussetzungen eines der Grunderwerbsteuer unterliegenden Rechtsvorgangs. In dem Vertrag vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 war weder ein bestimmtes Grundst&uuml;ck noch eine konkrete Teilfl&auml;che aus einem bestimmten Grundst&uuml;ck festgelegt. Die Kl&auml;gerin hat vielmehr das ihr mit Vertrag vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 einger&auml;umte Wahlrecht erst mit dem Vertrag vom 29.&nbsp;Juni 2006 ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Erwerb der Kl&auml;gerin ist nicht nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG von der Grunderwerbsteuer befreit. Nach dieser Vorschrift sind der Grundst&uuml;ckserwerb von Todes wegen und Grundst&uuml;cksschenkungen unter Lebenden im Sinne des ErbStG von der Besteuerung ausgenommen. Ein nach dieser Vorschrift befreiter Erwerb der Kl&auml;gerin liegt im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat die Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che nicht i.S. von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG von Todes wegen erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Als Erwerb von Todes wegen gilt nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG u.a. der Erwerb durch Erbanfall. Dazu z&auml;hlt beim Ableben eines Hofeigent&uuml;mers auch der gegen den Hoferben gerichtete Anspruch eines Miterben auf Erg&auml;nzung der Abfindung nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO, der den Charakter eines gesetzlichen Verm&auml;chtnisses hat (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Juli 1976 II&nbsp;R&nbsp;145\/71, BFHE 120, 401, BStBl II 1977, 79, und vom 29.&nbsp;Juli 1981 II&nbsp;R&nbsp;113\/79, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer &Uuml;bergabe des Hofes zu Lebzeiten des Eigent&uuml;mers unterliegt der Abfindungserg&auml;nzungsanspruch nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO ebenfalls als Erwerb durch Erbanfall nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG der Erbschaftsteuer. &Uuml;bergibt der Eigent&uuml;mer den Hof im Wege der vorweggenommenen Hoferbfolge an einen hoferbenberechtigten Abk&ouml;mmling, so gilt zugunsten der anderen Abk&ouml;mmlinge der Erbfall hinsichtlich des Hofes mit dem Zeitpunkt der &Uuml;bertragung als eingetreten (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 H&ouml;feO). Dadurch wird hinsichtlich des Hofes und der dazu geh&ouml;renden Grundst&uuml;cke (vgl. &sect;&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a H&ouml;feO) ein Erbfall fingiert. Der Hof&uuml;bernehmer ist als Erbe anzusehen; er wird auch in &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 H&ouml;feO als Hoferbe bezeichnet. Die anderen Abk&ouml;mmlinge des &Uuml;bergebers sind weichenden Miterben vergleichbar. Vorbehaltlich anderweitiger Regelungen im &Uuml;bergabevertrag erhalten die anderen Abk&ouml;mmlinge, die nicht Hoferben sind, statt des Erbteils schuldrechtliche Abfindungsanspr&uuml;che nach &sect;&sect;&nbsp;12, 13 H&ouml;feO (vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs Senat f&uuml;r Landwirtschaftssachen &#8211;BGH&#8211; vom 24.&nbsp;April 1986 BLw&nbsp;9\/85, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 1986, 1014; Beschluss des Oberlandesgerichts Celle Senat f&uuml;r Landwirtschaftssachen vom 18.&nbsp;November 2013&nbsp;&nbsp;7&nbsp;W&nbsp;64\/13&nbsp;(L), Recht der Landwirtschaft 2014, 194, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Anspruch auf Erg&auml;nzung der Abfindung setzt nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 H&ouml;feO voraus, dass zum Hof geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke einzeln oder nacheinander ver&auml;u&szlig;ert werden und die dadurch erzielten Erl&ouml;se insgesamt ein Zehntel des Hofeswertes &uuml;bersteigen, es sei denn, dass die Ver&auml;u&szlig;erung zur Erhaltung des Hofes erforderlich war. Der Anspruch gegen den Hoferben ist aufschiebend bedingt und entsteht mit einer Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung; er ist auf Zahlung eines Geldbetrages gerichtet (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. Satz&nbsp;1 H&ouml;feO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) &Uuml;bertr&auml;gt der Hoferbe nach einer Hof&uuml;bergabe im Wege der vorweggenommenen Erbfolge das Eigentum an einem Hofgrundst&uuml;ck zur Abgeltung des Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 H&ouml;feO auf einen anderen Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, ist der Grundst&uuml;ckserwerb nicht nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG von der Grunderwerbsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat bereits entschieden, dass ein Grundst&uuml;ckserwerb zur Erf&uuml;llung eines auf Geld gerichteten Pflichtteilsanspruchs oder Pflichtteilserg&auml;nzungsanspruchs &quot;an Erf&uuml;llung statt&quot; nicht unter die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG f&auml;llt (vgl. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Juli 2002 II&nbsp;R&nbsp;11\/01, BFHE 199, 28, BStBl II 2002, 775). Dies gilt entsprechend auch f&uuml;r einen Grundst&uuml;ckserwerb, durch den ein Abfindungserg&auml;nzungsanspruch nach einer Hof&uuml;bergabe aufgrund vorweggenommener Erbfolge abgegolten wird. Aufgrund der Hof&uuml;bergabe erwirbt der Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, der den Hof nicht erhalten hat, nicht ein Grundst&uuml;ck, sondern nur einen Geldanspruch gegen den Hoferben. Die nachfolgende Erf&uuml;llungsabrede (&Uuml;bertragung eines Hofgrundst&uuml;cks) zwischen dem Hoferben und dem anderen Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers bringt das urspr&uuml;ngliche Schuldverh&auml;ltnis zwar zum Erl&ouml;schen, ver&auml;ndert aber nicht den f&uuml;r die Erbschaftsteuer ma&szlig;geblichen Inhalt (Erwerb eines Geldanspruchs).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Insoweit liegt auch keine doppelte Belastung eines Lebensvorgangs mit Grunderwerbsteuer und Erbschaftsteuer vor, die nach dem Gesetzeszweck des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG vermieden werden soll (vgl. Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; Rheinland vom 5.&nbsp;Juli 2011 S&nbsp;4505-1001-St&nbsp;235, Grunderwerbsteuer-Kartei &#8211;GrESt-Kartei&#8211; NW, &sect;&nbsp;3 GrEStG, Karte&nbsp;6). Der Erwerb des Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO, der der Erbschaftsteuer unterliegt, und der Erwerb des Hofgrundst&uuml;cks, der der Grunderwerbsteuer unterliegt, sind vielmehr verschiedene Lebensvorg&auml;nge. Der Erwerb des Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs beruht auf der Hof&uuml;bergabe an den Hoferben. Das Grundst&uuml;ck wird dagegen aufgrund des &Uuml;berlassungsvertrags vom Hoferben erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Erwerb der Kl&auml;gerin wird nicht von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 ErbStG erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 ErbStG gilt als vom Erblasser zugewendet, was als Abfindung f&uuml;r einen Verzicht auf den entstandenen Pflichtteilsanspruch oder f&uuml;r die Ausschlagung einer Erbschaft, eines Erbersatzanspruchs oder eines Verm&auml;chtnisses gew&auml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die &uuml;bertragene Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che ist keine Abfindung f&uuml;r den Verzicht der Kl&auml;gerin auf einen entstandenen Pflichtteilsanspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Anspruch auf den Pflichtteil entsteht mit dem Erbfall, wenn ein Abk&ouml;mmling des Erblassers durch Verf&uuml;gung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen wurde (&sect;&nbsp;2303 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;2317 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;). Die &Uuml;bergabe des Hofes an den Hoferben im Wege der vorweggenommenen Erbfolge f&uuml;hrt nicht zu einer Enterbung der anderen Abk&ouml;mmlinge des &Uuml;bergebers, wenn ihnen die gesetzlichen Abfindungsanspr&uuml;che zustehen (vgl. M&uuml;nchKommBGB\/Lange, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;2303 Rz&nbsp;18). Die anderen Abk&ouml;mmlinge haben nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 und 2 H&ouml;feO an Stelle des Anteils am Hof einen Anspruch gegen den Hoferben auf Zahlung einer Abfindung in Geld, die sich nach dem Hofeswert im Zeitpunkt des Erbfalls bemisst. Der Hofeswert geb&uuml;hrt nach Abzug bestimmter Verbindlichkeiten den Erben des Erblassers einschlie&szlig;lich des Hoferben, falls er zu ihnen geh&ouml;rt, zu dem Teil, der ihrem Anteil am Nachlass nach dem allgemeinen Recht entspricht (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 H&ouml;feO). Daneben besteht der Abfindungserg&auml;nzungsanspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO. Erhalten die nicht als Hoferben berufenen Abk&ouml;mmlinge des &Uuml;bergebers statt des Anteils am Hof einen entsprechenden Anspruch auf Wertausgleich, steht ihnen ein Pflichtteilsanspruch nicht zu (vgl. BGH-Beschluss in NJW-RR 1986, 1014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Hof&uuml;bergabe an B haben die Hof&uuml;bergeber die Abfindungsanspr&uuml;che der Kl&auml;gerin nicht ausgeschlossen. Die Kl&auml;gerin hat vielmehr anl&auml;sslich der Hof&uuml;bergabe an B eine Abfindung erhalten. Auch der Erwerb der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che beruhte nach den vertraglichen Vereinbarungen ausdr&uuml;cklich auf dem Abfindungserg&auml;nzungsanspruch nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO. Den Vereinbarungen vom 28.&nbsp;Dezember 1998 und vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2004 ist nicht zu entnehmen, dass die Kl&auml;gerin daneben einen Pflichtteilsanspruch hatte und auf diesen verzichtet hat. Die in diesen Vertr&auml;gen von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rten Verzichte betreffen jeweils nur den Abfindungserg&auml;nzungsanspruch nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Grundst&uuml;ckserwerb der Kl&auml;gerin ist auch nicht als Abfindung f&uuml;r die Ausschlagung einer Erbschaft nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 ErbStG steuerbefreit. Insoweit fehlt es an einem Verzicht auf die Abfindungsanspr&uuml;che nach &sect;&sect;&nbsp;12, 13 H&ouml;feO, der einer Ausschlagung einer Erbschaft gleichzusetzen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 ErbStG erfasst nur Sachverhalte, in denen eine Erbschaft vollst&auml;ndig ausgeschlagen wurde. Die Ausschlagung einer Erbschaft kann nicht auf einen Teil der Erbschaft beschr&auml;nkt werden; die Ausschlagung eines Teils ist unwirksam (&sect;&nbsp;1950 BGB). Eine Anwendung des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 ErbStG kommt deshalb auch bei einem fiktiven Erbfall i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 H&ouml;feO nicht in Betracht, wenn ein Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, der den Hof nicht erh&auml;lt, nur zum Teil auf die ihm infolge der Hof&uuml;bergabe zustehenden Abfindungsanspr&uuml;che verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat auf die Abfindungsanspr&uuml;che, die ihr wegen der Hof&uuml;bergabe an B zustanden, nicht g&auml;nzlich, sondern nur zum Teil verzichtet. Sowohl ihr Abfindungsanspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 H&ouml;feO als auch ihr Abfindungserg&auml;nzungsanspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 H&ouml;feO, der auf der Ausweisung bestimmter Hofgrundst&uuml;cke als Bauland und dem von B beabsichtigten Verkauf von Baugrundst&uuml;cken beruhte, wurden durch die Entrichtung eines Betrags von 16.000&nbsp;DM bzw. die &Uuml;bereignung der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die &Uuml;bertragung der Grundst&uuml;cksteilfl&auml;che durch den Hoferben B auf die Kl&auml;gerin ist keine Grundst&uuml;cksschenkung und damit nicht nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG steuerbefreit. B hat das Grundst&uuml;ck der Kl&auml;gerin nicht freigebig zugewendet, sondern zur Abgeltung des ihr nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 H&ouml;feO zustehenden Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs und im Hinblick auf den von ihr erkl&auml;rten Verzicht auf weitere Erg&auml;nzungsanspr&uuml;che &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine Grundst&uuml;cksschenkung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 ErbStG liegt ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift gilt als Schenkung unter Lebenden, was als Abfindung f&uuml;r einen Erbverzicht (&sect;&sect;&nbsp;2346 und 2352 BGB) gew&auml;hrt wird. Der Erbverzicht setzt jeweils einen Vertrag mit dem Erblasser voraus (&sect;&nbsp;2346 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und &sect;&nbsp;2352 Satz&nbsp;1 BGB). Verzichtet ein Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers im Nachgang zur Hof&uuml;bergabe gegen&uuml;ber dem Hoferben ganz oder teilweise auf Abfindungserg&auml;nzungsanspr&uuml;che nach &sect;&nbsp;13 H&ouml;feO, liegt ein von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 ErbStG erfasster Erbverzicht nicht vor. Es fehlt insoweit schon an einem Vertrag mit dem Erblasser (Hof&uuml;bergeber).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r den Grundst&uuml;ckserwerb steht der Kl&auml;gerin keine Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG ist der Erwerb eines zum Nachlass geh&ouml;renden Grundst&uuml;cks durch Miterben zur Teilung des Nachlasses steuerfrei. Ein Grundst&uuml;ck geh&ouml;rt, wenn der Erblasser mehrere Erben hinterl&auml;sst, nur solange zum Nachlass, als es den Erben in dieser Eigenschaft in gesamth&auml;nderischer Verbundenheit (vgl. &sect;&nbsp;2032 Abs.&nbsp;1 BGB) zusteht (vgl. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Februar 2001 II&nbsp;R&nbsp;5\/99, BFH\/NV 2001, 938). Wird die gesamth&auml;nderische Bindung gel&ouml;st, so verliert der Gegenstand seine Eigenschaft als Teil des Nachlasses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &Uuml;bertr&auml;gt der Hof&uuml;bergeber den Hof und die dazu geh&ouml;renden Grundst&uuml;cke im Wege der vorweggenommenen Erbfolge auf einen hoferbenberechtigten Abk&ouml;mmling, entsteht von vornherein keine gesamth&auml;nderische Bindung in Bezug auf die &uuml;bergebenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde, selbst wenn mehrere Abk&ouml;mmlinge vorhanden sind. Der Hof&uuml;bernehmer wird vielmehr aufgrund rechtsgesch&auml;ftlicher &Uuml;bertragung Alleineigent&uuml;mer. Eine Auseinandersetzung &uuml;ber einzelne Grundst&uuml;cke ist nicht erforderlich. &Uuml;bertr&auml;gt der Hof&uuml;bernehmer &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach dem Erwerb des Hofes im Wege der vorweggenommenen Erbfolge ein ihm allein geh&ouml;rendes Hofgrundst&uuml;ck zur Abgeltung von Abfindungsanspr&uuml;chen an einen anderen Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, ist die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht anzuwenden (vgl. BFH-Urteile vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1953 II&nbsp;242\/52&nbsp;S, BFHE 57, 275, BStBl III 1953, 108, und vom 26.&nbsp;Januar 1971 II&nbsp;86\/65, BFHE 102, 123, BStBl II 1971, 462; OFD Rheinland in GrESt-Kartei NW &sect;&nbsp;3 GrEStG, Karte&nbsp;6, Tz.&nbsp;3.1.; a.A. OFD Hannover vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2008 S&nbsp;4505-24-StO&nbsp;261, GrESt-Kartei ND 1983 &sect;&nbsp;3 GrEStG Karte&nbsp;8, jeweils zu Grundst&uuml;ckserwerben nach einem Hof&uuml;bergang von Todes wegen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die H&ouml;he der nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 GrEStG im Wege der Sch&auml;tzung angesetzten Bemessungsgrundlage ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Kl&auml;gerin hat insoweit auch keine Einwendungen vorgebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO, die Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.9.2015, II R 23\/14 Grundst&uuml;ckserwerb zur Abgeltung eines auf Geld gerichteten Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 H&ouml;feO nicht grunderwerbsteuerbefreit Leits&auml;tze &Uuml;bertr&auml;gt der Hoferbe das Eigentum an einem Hofgrundst&uuml;ck zur Abgeltung des Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 Abs. 1 Satz 2 H&ouml;feO auf einen anderen Abk&ouml;mmling des Hof&uuml;bergebers, ist der Grundst&uuml;ckserwerb weder nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-23-14-grundstueckserwerb-zur-abgeltung-eines-auf-geld-gerichteten-abfindungsergaenzungsanspruchs-is-des-par-13-hoefeo-nicht-grunderwerbsteuerbefreit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;23\/14 &#8211; Grundst&uuml;ckserwerb zur Abgeltung eines auf Geld gerichteten Abfindungserg&auml;nzungsanspruchs i.S. des &sect; 13 H&ouml;feO nicht grunderwerbsteuerbefreit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65482\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}