{"id":6549,"date":"2012-11-30T16:09:41","date_gmt":"2012-11-30T14:09:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6549"},"modified":"2012-11-30T16:09:41","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:41","slug":"i-r-30-10-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-i-r-25-10-vom-11012012-kapitalertragsteuer-bei-beschraenkt-steuerpflichtiger-kapitalgesellschaft-in-der-rechtsform-der-franzoesischen-societe-par","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-30-10-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-i-r-25-10-vom-11012012-kapitalertragsteuer-bei-beschraenkt-steuerpflichtiger-kapitalgesellschaft-in-der-rechtsform-der-franzoesischen-societe-par\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;30\/10 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil I R 25\/10 vom 11.01.2012 &#8211; Kapitalertragsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtiger Kapitalgesellschaft in der Rechtsform der franz&ouml;sischen &quot;societe par actions simplifiee&quot; (S.A.S.) &#8211; Unionsrechtsm&auml;&szlig;igkeit und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Erstattungsverfahren &#8211; Zust&auml;ndigkeit &#8211; Verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen im nationalen Steuerrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.1.2012, I R 30\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil I R 25\/10 vom 11.01.2012 &#8211; Kapitalertragsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtiger Kapitalgesellschaft in der Rechtsform der franz&ouml;sischen &quot;societe par actions simplifiee&quot; (S.A.S.) &#8211; Unionsrechtsm&auml;&szlig;igkeit und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Erstattungsverfahren &#8211; Zust&auml;ndigkeit &#8211; Verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen im nationalen Steuerrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Es geht im Streitfall um die Konsequenzen im Anschluss an die Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften, jetzt des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union, &#8211;EuGH&#8211; vom 1. Oktober 2009 C-247\/08, &quot;Gaz de France&quot; (Slg. 2009, I-9225) sowie vom 20. Oktober 2011 C-284\/09 &quot;Kommission .\/. Deutschland&quot; (Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 2038).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in Frankreich ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer &quot;soci&eacute;t&eacute; par actions simplifi&eacute;e&quot; (S.A.S.). Sie ist alleinige Anteilseignerin einer inl&auml;ndischen GmbH, der X-GmbH, die im Juli 2001, dem streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum, Gewinne an die Kl&auml;gerin ausgesch&uuml;ttet hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Bescheid vom 8. M&auml;rz 2001 war der Kl&auml;gerin vom Beklagten und Revisionsbeklagten, dem seinerzeitigen Bundesamt f&uuml;r Finanzen (BfF) und heutigen Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (BZSt), nach Ma&szlig;gabe von &sect; 50d Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung des Steuersenkungsgesetzes vom 23. Oktober 2000, BGBl I 2000, 1433) &#8211;EStG 1997 n.F.&#8211; antragsgem&auml;&szlig; bescheinigt worden, dass die X-GmbH als Schuldnerin der Kapitalertr&auml;ge berechtigt sei, den Steuerabzug f&uuml;r die Kapitalertr&auml;ge der Kl&auml;gerin i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG 1997 n.F. nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21. Juli 1959 (BGBl II 1961, 398) in der Fassung des Zusatzabkommens vom 20. Dezember 2001 (BGBl II 2002, 2370) &#8211;DBA-Frankreich&#8211; in erm&auml;&szlig;igter H&ouml;he von 5 v.H. des Bruttoertrags vorzunehmen. Die X-GmbH hatte daraufhin Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 5 v.H. der an die Kl&auml;gerin geleisteten Dividendenzahlungen angemeldet und an das zust&auml;ndige Finanzamt abgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 24. Juli 2002 beantragte die Kl&auml;gerin beim BfF die Erstattung auch dieser Kapitalertragsteuer. Das BfF lehnte den Antrag ab. Die Kl&auml;gerin sei keine Muttergesellschaft i.S. von &sect; 43b Abs. 2 EStG 1997 n.F. i.V.m. Art. 2 der Richtlinie des Rates vom 23. Juli 1990 &uuml;ber das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten (90\/435\/EWG, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gesellschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr. L 225, 6) &#8211;Richtlinie 90\/435\/EWG&#8211;; die Rechtsform der S.A.S. sei in der Liste der Gesellschaften, welche unter Art. 2 Buchst. a jener Richtlinie fallen, und damit auch in der Anlage 2 zu &sect; 43b EStG 1997 n.F. nicht aufgef&uuml;hrt; die Liste sei abschlie&szlig;end. Eine Vollerstattung der Kapitalertragsteuer komme deswegen nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage blieb erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; K&ouml;ln, Urteil vom 28. Januar 2010&nbsp;&nbsp;2 K 4328\/03, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 809), nachdem der EuGH durch Urteil in Slg. 2009, I-9225 auf Vorabentscheidungsersuchen ebenfalls des FG K&ouml;ln (Beschluss vom 23. Mai 2008&nbsp;&nbsp;2 K 3527\/02, EFG 2008, 1391) in einem &#8211;zwischenzeitlich durch Klageabweisung rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen (FG K&ouml;ln, Urteil vom 28. Januar 2010&nbsp;&nbsp;2 K 3527\/02, EFG 2010, 971)&#8211; Parallelverfahren wie folgt entschieden hatte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Art. 2 Buchst. a der Richtlinie 90\/435 &uuml;ber das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten ist in Verbindung mit Buchst. f ihres Anhangs dahin auszulegen, dass eine franz&ouml;sische Gesellschaft in der Rechtsform einer &#8217;soci&eacute;t&eacute; par actions simplifi&eacute;e&#8216; nicht als &#8218;Gesellschaft eines Mitgliedstaats&#8216; im Sinne der Richtlinie angesehen werden kann, bevor diese durch die Richtlinie 2003\/123 ge&auml;ndert wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art. 2 Buchst. a der Richtlinie 90\/435 ist &#8218;Gesellschaft eines Mitgliedstaats&#8216; jede Gesellschaft, die eine der im Anhang der Richtlinie aufgef&uuml;hrten Formen aufweist. Die Technik, die im Anhang in den meisten F&auml;llen und insbesondere in Buchst. f dieses Anhangs f&uuml;r die Gesellschaften franz&ouml;sischen Rechts verwendet wird und die darin besteht, die Bezeichnungen der von der Richtlinie erfassten Rechtsformen aufzuz&auml;hlen, ohne dass es eine Klausel gibt, die es erm&ouml;glicht, die Richtlinie auf andere nach dem Recht der jeweiligen Mitgliedstaaten gegr&uuml;ndete Gesellschaften anzuwenden, wobei in Bezug auf das franz&ouml;sische Recht eine Ausnahme f&uuml;r staatliche Betriebe und Unternehmen besteht, bedeutet, dass die fraglichen Bezeichnungen abschlie&szlig;end aufgez&auml;hlt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem zielt die Richtlinie 90\/435 nicht darauf ab, ein gemeinsames Steuersystem f&uuml;r alle Gesellschaften der Mitgliedstaaten oder f&uuml;r alle Arten von Beteiligungen einzuf&uuml;hren. Bei nicht unter diese Richtlinie fallenden Beteiligungen ist es Sache der Mitgliedstaaten, festzulegen, ob und in welchem Umfang die wirtschaftliche Doppelbesteuerung der ausgesch&uuml;tteten Gewinne vermieden werden soll, und dazu einseitig oder durch Abkommen mit anderen Mitgliedstaaten Mechanismen zur Vermeidung oder Abschw&auml;chung dieser wirtschaftlichen Doppelbesteuerung einzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es gibt nichts, was die G&uuml;ltigkeit von Art. 2 Buchst. a der Richtlinie 90\/435 &uuml;ber das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten in Verbindung mit Buchst. f ihres Anhangs und mit Art. 5 Abs. 1 dieser Richtlinie im Hinblick auf die Grunds&auml;tze der Niederlassungsfreiheit und des freien Kapitalverkehrs beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar obliegt die in Art. 5 Abs. 1 dieser Richtlinie vorgesehene Verpflichtung zur Befreiung von jedem Steuerabzug an der Quelle den Mitgliedstaaten nur in Bezug auf die Gewinnaussch&uuml;ttungen an Gesellschaften, die als Gesellschaften im Sinne dieser Richtlinie angesehen werden k&ouml;nnen, doch gestattet diese Richtlinie einem Mitgliedstaat nicht, an Gesellschaften aus anderen Mitgliedstaaten, die nicht in ihren Anwendungsbereich fallen, ausgesch&uuml;ttete Gewinne ung&uuml;nstiger zu behandeln als die an vergleichbare inl&auml;ndische Gesellschaften ausgesch&uuml;tteten Gewinne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Folglich ist eine Begrenzung des Anwendungsbereichs der Richtlinie 90\/435 &#8211;wie sie sich aus ihrem Art. 2 Buchst. a und aus Buchst. f ihres Anhangs ergibt&#8211;, mit der andere Gesellschaften, die nach nationalem Recht gegr&uuml;ndet werden k&ouml;nnen, von vornherein ausgeschlossen werden, nicht geeignet, die Niederlassungsfreiheit oder den freien Kapitalverkehr einzuschr&auml;nken.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision verfolgt die Kl&auml;gerin ihr Begehren weiter. Sie r&uuml;gt Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und das BZSt unter Aufhebung des Ablehnungsbescheids vom 27. Januar 2003 zu verpflichten, einbehaltene und abgef&uuml;hrte Kapitalertragsteuer f&uuml;r Juli 2001 in H&ouml;he von &#8230; EUR nebst Prozesszinsen i.S. von &sect; 236 der Abgabenordnung (AO) ab dem 12. August 2003 zu erstatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die von der X-GmbH im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum an die Kl&auml;gerin ausgesch&uuml;tteten Gewinne unterlagen als inl&auml;ndische Kapitalertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect; 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F., &sect; 31 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;gebenden Fassung des Steuersenkungsgesetzes (KStG 1999 n.F.) der Kapitalertragsteuer. Als Schuldnerin der Kapitalertr&auml;ge hatte die X-GmbH gem&auml;&szlig; &sect; 44 Abs. 1 Satz 3 EStG 1997 n.F. den Steuerabzug f&uuml;r Rechnung der beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Kl&auml;gerin (&sect; 2 Nr. 1, &sect; 8 Abs. 1 KStG 1999 n.F. i.V.m. &sect; 49 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a EStG 1997 n.F.) &#8211;und zugleich der Schuldnerin der Kapitalertragsteuer (&sect; 44 Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F.)&#8211; vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Aussch&uuml;ttungen an die Kl&auml;gerin als franz&ouml;sische Muttergesellschaft gelten die Sonderregeln des &sect; 43b EStG 1997 n.F., mit dem Art. 5 der Richtlinie 90\/435\/EWG in nationales Recht umgesetzt worden ist. Danach wird die Kapitalertragsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 43b Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F. auf Antrag f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG 1997 n.F., die einer Muttergesellschaft, die weder ihren Sitz noch ihre Gesch&auml;ftsleitung im Inland hat, aus Aussch&uuml;ttungen einer unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaft i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG 1999 n.F. zuflie&szlig;en, nicht erhoben. F&uuml;r die hiernach m&ouml;gliche Nichterhebung von Kapitalertragsteuer sieht &sect; 50d Abs. 3 Satz 1 EStG 1997 n.F. (i.V.m. &sect; 5 Abs. 1 Nr. 2 des Finanzverwaltungsgesetzes) ein Freistellungsverfahren &#8211;urspr&uuml;nglich&#8211; beim BfF und &#8211;nunmehr&#8211; beim BZSt vor, welches die Berechtigung zum Unterlassen des Steuerabzugs auf Antrag zu bescheinigen hat. Fehlt es an einer derartigen Freistellungsbescheinigung &#8211;sei es f&uuml;r den Gesamtbetrag der ausgesch&uuml;tteten Kapitalertr&auml;ge, sei es, wie im Streitfall, auch f&uuml;r einen Teilbetrag&#8211; und wurde der Steuerabzug deswegen in Einklang mit der Regelungslage (vgl. &sect; 50d Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F.) ungeachtet des &sect; 43b EStG 1997 n.F. in entsprechendem Umfang vorgenommen, bleibt der Anspruch des Gl&auml;ubigers der Kapitalertr&auml;ge auf Erstattung der einbehaltenen und abgef&uuml;hrten Steuer unber&uuml;hrt; er ist gem&auml;&szlig; &sect; 50d Abs. 1 Satz 2 EStG 1997 n.F. durch Antrag geltend zu machen. Zust&auml;ndig f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber diesen Antrag war ebenfalls das BfF bzw. ist ebenfalls das BZSt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Vor diesem Regelungshintergrund war das BfF &#8211;und ist jetzt das BZSt&#8211; nicht verpflichtet, der Kl&auml;gerin &#8211;als Grundlage f&uuml;r die begehrte weitergehende Erstattung&#8211; einen Freistellungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 1 Satz 3 AO zu erteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Erstattung der Kapitalertragsteuer unmittelbar nach &sect; 50d Abs. 1 Satz 2 EStG 1997 n.F. scheidet aus. Denn das setzt nach Satz 1 der Vorschrift (u.a.) voraus, dass die betreffenden Eink&uuml;nfte, die dem Steuerabzug vom Kapitalertrag unterliegen, nach &sect; 43b EStG 1997 n.F. oder nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nicht oder nur nach einem niedrigeren Steuersatz besteuert werden k&ouml;nnen. Beides ist vorliegend &#8211;&uuml;ber die aus Abkommensgr&uuml;nden bereits im Vorwege gew&auml;hrte Kapitalertragsteuererm&auml;&szlig;igung hinaus&#8211; jedoch nicht der Fall. &sect; 43b EStG 1997 n.F. ist insoweit nicht einschl&auml;gig, weil eine Kapitalgesellschaft franz&ouml;sischen Rechts in der Rechtsform der S.A.S. im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum nicht unter den entsprechenden Katalog beg&uuml;nstigter Kapitalgesellschaften fiel und weil &#8211;wie sich abschlie&szlig;end aus dem EuGH-Urteil in Slg. 2009, I-9225 ergibt&#8211; in diesem Umstand kein Versto&szlig; gegen Unionsrecht zu sehen ist. Aus eben diesem Grunde verbietet sich mangels Regelungsl&uuml;cke zugleich, &sect; 43b EStG 1997 n.F. und den dazu ergangenen, abschlie&szlig;enden Katalog beg&uuml;nstigter Kapitalgesellschaften analog auf die hier in Rede stehende Gesellschaftsform anzuwenden. Und gleicherma&szlig;en scheidet eine verfassungskonforme Auslegung dieser Vorschrift dahingehend aus, die S.A.S. mit anderen &#8211;beg&uuml;nstigten&#8211; Rechtsformen gleichzubehandeln. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass es umgekehrt gleichheitsgerecht ist, sie mit anderen nichtbeg&uuml;nstigten Gesellschaften gleichzubehandeln und ihr nicht eine Beg&uuml;nstigung zu gew&auml;hren, die ihr aufgrund richtlinienkonformer Anwendung nicht zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin beruft sich denn letztlich auch nicht mehr auf die Unionsrechtswidrigkeit von &sect; 43b EStG 1997 n.F. Sie wendet sich vielmehr dagegen, dass Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in anderen Mitgliedstaaten ausgesch&uuml;ttet werden, in Deutschland anders als Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in Deutschland ausgesch&uuml;ttet werden, wirtschaftlich einer h&ouml;heren Besteuerung unterworfen werden, weil die einbehaltene Kapitalertragsteuer bei ihr weder angerechnet (vgl. &sect; 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG 1997 n.F.) noch verg&uuml;tet (vgl. &sect; 36 Abs. 4 Satz 2 EStG 1997 n.F.) wird, sondern nach &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 n.F. abgeltenden Charakter hat und sonach bei ihr in Deutschland definitiv wird. Der Senat verweist dazu im Einzelnen und zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom 22. April 2009 I R 53\/07 (BFHE 224, 556, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dieser Vorwurf ist nach Lage der Dinge begr&uuml;ndet; der EuGH hat in seinem Urteil in DStR 2011, 2038 auf einen entsprechenden Unionsrechtsversto&szlig; durch Verletzung der Kapitalverkehrsfreiheit gem&auml;&szlig; Art. 56 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrages von Nizza &#8211;ABlEG 2002 C 325, 1&#8211; (jetzt Art. 63 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2007 C 306\/01) erkannt. Deutschland darf danach Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in anderen Mitgliedstaaten ausgesch&uuml;ttet werden, wirtschaftlich keiner h&ouml;heren Belastung unterwerfen als Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in Deutschland ausgesch&uuml;ttet werden. In Deutschland wurden vergleichbare Dividenden im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum aber &#8211;unbeschadet des auch hier praktizierten Abzugs von Kapitalertragsteuer&#8211; nach &sect; 8b Abs. 1 KStG 1999 n.F. und infolge der beschriebenen Anrechnung bzw. Verg&uuml;tung der Kapitalertragsteuer vollen Umfangs von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Steuerfreistellung ist nunmehr auch ausl&auml;ndischen Kapitalgesellschaften als Dividendenempf&auml;ngern einzur&auml;umen. Dass das (bislang) unterblieben ist, ist Deutschland als Quellenstaat anzulasten. Der Unionsrechtsversto&szlig; kann zwar prinzipiell gerechtfertigt werden, indem Deutschland sich mit dem Ans&auml;ssigkeitsstaat des Dividendenempf&auml;ngers bilateral darauf verst&auml;ndigt, dass jener Staat die deutsche Quellensteuer in voller H&ouml;he anrechnet oder erstattet (vgl. EuGH-Urteil in DStR 2011, 2038; s. auch Senatsurteil in BFHE 224, 556, m.w.N). Das aber ist im Hinblick auf Frankreich nicht geschehen; Art. 20 Abs. 2 Buchst. a Doppelbuchst. bb DBA-Frankreich sieht insofern lediglich eine Steueranrechnung begrenzt auf den Betrag der auf die Dividenden entfallenden franz&ouml;sischen Steuer vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Verfahrenskonstellation des Streitfalls hilft dieser materiell-rechtliche Befund der Kl&auml;gerin indessen nicht weiter. Denn deren Begehren st&uuml;tzt sich nicht auf &sect; 43b Abs. 1 EStG 1997 n.F. und somit auch nicht auf das tatbestandlich vorgegebene Verfahren nach &sect; 50d Abs. 1 Satz 2 EStG 1997 n.F. im engeren Sinne. Es st&uuml;tzt sich vielmehr &#8211;davon losgel&ouml;st&#8211; darauf, dass der Steuerabzug als solcher abweichend von einer vergleichbaren Inlandskonstellation bei der ausl&auml;ndischen Muttergesellschaft definitiv wird und deswegen gegen die Kapitalverkehrsfreiheit verst&ouml;&szlig;t. Es ist deswegen auf anderer Rechtsgrundlage au&szlig;erhalb dieses Verfahrens &#8211;in entsprechender Anwendung von &sect; 50d Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 n.F. und gerichtet auf Erlass eines Freistellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 1 Satz 3 AO&#8211; durchzusetzen. Die Entscheidungszust&auml;ndigkeit dar&uuml;ber obliegt dem &ouml;rtlich und sachlich zust&auml;ndigen Finanzamt (vgl. &sect; 20 Abs. 3 und 4 AO), nicht aber dem BZSt, dessen Sachzust&auml;ndigkeit im Finanzverwaltungsgesetz abschlie&szlig;end &#8211;und auf der Basis der finanzverfassungsrechtlichen Verwaltungszuordnung (vgl. Art. 108 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;)&#8211; bestimmt wird. Letzteres entspricht st&auml;ndiger Spruchpraxis des Senats (vgl. z.B. &#8211;ebenfalls bezogen auf das Erstattungsverfahren analog &sect; 50d Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 und zu einer mit dem Streitfall vergleichbaren Ausgangslage&#8211; Urteil in BFHE 224, 556, m.w.N.; s. zur Abgrenzung demgegen&uuml;ber Senatsurteil vom 20. Dezember 2006 I R 13\/06, BFHE 216, 259, BStBl II 2007, 616, dort unter II.4.b bb, speziell unter bbb der Entscheidungsgr&uuml;nde) und tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass sich die Zust&auml;ndigkeit des BZSt im Sinne einer funktionalen Aufgabenteilung auf die positiv-rechtlich angeordneten Anwendungsf&auml;lle beschr&auml;nkt. Freistellungen und Erstattungen von Kapitalertragsteuer, welche dar&uuml;ber hinausgehen und welche sich auf eine andere Rechtsgrundlage st&uuml;tzen, sind institutionell hingegen allein vom zust&auml;ndigen Finanzamt zu verantworten. Sie lassen sich weder kraft einer Art &quot;Annexkompetenz&quot; noch einer zust&auml;ndigkeitsbegr&uuml;ndenden Analogie auf das BZSt &uuml;bertragen. Das gebietet der insbesondere bei Zust&auml;ndigkeitsregelungen ma&szlig;gebliche allgemeine Vorbehalt des Gesetzes nach Art. 20 Abs. 3 GG (vgl. z.B. Kluth in Wolff\/Bachof\/Stober, Verwaltungsrecht Band 3, 5. Aufl., &sect; 84 Rz 11 ff.), und das gilt auch dann, wenn eine anderweitige Zust&auml;ndigkeitsregelung im Einzelfall, namentlich bei Fonds- und Streubesitzbeteiligungen &#8211;und damit nicht im Streitfall&#8211;, durchaus sachdienlich sein mag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ihrerseits unionsrechtliche Einw&auml;nde gegen diese Verfahrenszust&auml;ndigkeit w&auml;ren unbegr&uuml;ndet; die verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen an das nationale Steuerrecht obliegt mangels einer einschl&auml;gigen Unionsregelung autonom den einzelnen Mitgliedstaaten (vgl. zuletzt EuGH, Urteil vom 30. Juni 2011 C-262\/09, Meilicke u.a., BFH\/NV 2011, 1467, dort Rz 55, m.w.N.). Es darf dem Steuerpflichtigen nur nicht unm&ouml;glich gemacht werden, seinen unionsrechtlich begr&uuml;ndeten Anspruch durchzusetzen. Das aber ist jedenfalls infolge der voneinander abweichenden Zust&auml;ndigkeitsregelungen nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.1.2012, I R 30\/10 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil I R 25\/10 vom 11.01.2012 &#8211; Kapitalertragsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtiger Kapitalgesellschaft in der Rechtsform der franz&ouml;sischen &quot;societe par actions simplifiee&quot; (S.A.S.) &#8211; Unionsrechtsm&auml;&szlig;igkeit und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Erstattungsverfahren &#8211; Zust&auml;ndigkeit &#8211; Verfahrensrechtliche Umsetzung unionsrechtlicher Anforderungen im nationalen Steuerrecht Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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