{"id":6551,"date":"2012-11-30T16:09:39","date_gmt":"2012-11-30T14:09:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6551"},"modified":"2012-11-30T16:09:39","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:39","slug":"iv-r-4-09-ruecklage-fuer-ersatzbeschaffung-reinvestitionsfrist-und-anforderungen-an-investitionsabsicht-voraussetzungen-fuer-die-aktivierung-einer-forderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-4-09-ruecklage-fuer-ersatzbeschaffung-reinvestitionsfrist-und-anforderungen-an-investitionsabsicht-voraussetzungen-fuer-die-aktivierung-einer-forderung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;4\/09 &#8211; R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung: Reinvestitionsfrist und Anforderungen an Investitionsabsicht &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Aktivierung einer Forderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2012, IV R 4\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung: Reinvestitionsfrist und Anforderungen an Investitionsabsicht &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Aktivierung einer Forderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nach Bildung einer R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung ist die Reinvestition innerhalb von vier Wirtschaftsjahren nach der Bildung der R&uuml;cklage auszuf&uuml;hren. Bei der beabsichtigten Herstellung eines neuen funktionsgleichen Geb&auml;udes betr&auml;gt die Frist sechs Wirtschaftsjahre. Soweit das Ersatzwirtschaftsgut bis zum Ablauf der Frist nicht angeschafft oder hergestellt worden ist, ist die R&uuml;cklage bei Fristablauf gewinnerh&ouml;hend aufzul&ouml;sen (Abweichung von R 35 EStR a.F.).<\/p>\n<p>2. Es wird widerleglich vermutet, dass die bei Bildung der R&uuml;cklage nachgewiesene Investitionsabsicht bis zum Fristablauf fortbesteht. Wird festgestellt, dass die Investitionsabsicht vor Ablauf der Reinvestitionsfrist aufgegeben worden ist, ist die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung im Zeitpunkt der Aufgabe der Absicht aufzul&ouml;sen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) &uuml;bernahm mit Hof&uuml;bergabevertrag vom 15. Juli 1998 zum 1. Juli 1998 den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters (V). Er f&uuml;hrte die Buchwerte aus der Bilanz des V fort und bilanzierte nach dem Normalwirtschaftsjahr f&uuml;r die Landwirtschaft (&sect; 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) vom 1. Juli eines Jahres bis zum 30. Juni des Folgejahres.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits im August 1996 war eine zum Betriebsverm&ouml;gen des V geh&ouml;rende Scheune durch einen Brand fast vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt worden. Da f&uuml;r die Scheune eine Geb&auml;udeversicherung bei der X-Versicherung bestand, bilanzierte V zun&auml;chst eine Forderung gegen&uuml;ber der X-Versicherung in H&ouml;he von 253.736,48 DM und bildete in gleicher H&ouml;he eine R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung nach R 35 der Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) in ihrer damaligen Fassung (EStR a.F.). V begann sodann mit der Instandsetzung des vorderen Teils der besch&auml;digten Scheune. Zum 30. Juni 1998 bestand aufgrund inzwischen geleisteter Teilzahlungen der X-Versicherung noch eine Forderung in H&ouml;he von 135.159,21 DM, die der Kl&auml;ger in seine Bilanz auf den 1. Juli 1998 &uuml;bernahm. Zugleich minderte sich die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung auf denselben Betrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Forderung gegen&uuml;ber der X-Versicherung und die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung wies der Kl&auml;ger zum 30. Juni 2001 unver&auml;ndert mit 135.159,21 DM aus. Nachdem er f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2001 und 2002 (Streitjahre) keine Einkommensteuererkl&auml;rungen abgegeben hatte, sch&auml;tzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun&auml;chst die Besteuerungsgrundlagen mit unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung nach &sect; 164 Abs. 1 der Abgabenordnung stehenden Bescheiden vom 17. November 2003 und 28. Oktober 2004. Mit Bescheiden vom 24. November 2005 &auml;nderte das FA die Einkommensteuerbescheide 2001 und 2002 unter Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung und erh&ouml;hte f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/02 den mit 145.000 DM nach Richts&auml;tzen gesch&auml;tzten Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft um den Betrag von 135.000 DM (69.105,81 EUR), resultierend aus der Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung auf den Betrag von 280.000 DM (143.161 EUR). Hiervon entfiel jeweils die H&auml;lfte auf jedes Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die &Auml;nderungsbescheide vom 24. November 2005 legte der Kl&auml;ger unter Beif&uuml;gung von Steuererkl&auml;rungen jeweils Einspruch ein, denen das FA &#8211;nach Zustimmung durch den Kl&auml;ger&#8211; durch Bescheide vom 9. Februar 2006 teilweise abhalf. Die Gewinnerh&ouml;hungen durch Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung behielt das FA allerdings bei, weshalb der Kl&auml;ger gegen die Abhilfebescheide erneut Einspruch einlegte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verwarf die Einspr&uuml;che mit Einspruchsentscheidung vom 17. Januar 2007 mit der Begr&uuml;ndung als unzul&auml;ssig, es fehle am Rechtsschutzbed&uuml;rfnis des Kl&auml;gers, weil sich das Einspruchsverfahren durch Abhilfe erledigt habe. Auch materiell-rechtlich k&ouml;nne der Einspruch nicht zum Erfolg f&uuml;hren, da der Kl&auml;ger die von V begonnene Instandsetzung der abgebrannten Scheune nach Hof&uuml;bernahme nicht fortgesetzt habe. Vielmehr habe er der X-Versicherung im Februar 2000 mitgeteilt, er wolle die Scheune entgegen der urspr&uuml;nglichen Planung nicht mehr reparieren, sondern um eine freitragende Konstruktion in Form einer Stahlhalle erweitern. Weil nach der Einstellung der Instandsetzungsarbeiten im Sp&auml;tsommer 1998 bis zum Einholen eines ersten Angebots f&uuml;r die Errichtung einer Stahlhalle am 18. April 2002 mehr als 42 Monate verstrichen seien, sei eine ernsthafte Absicht der Ersatzbeschaffung am Bilanzstichtag 30. Juni 2002 nicht mehr erkennbar gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) durch in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2009, 1419 ver&ouml;ffentlichtes Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Zwar habe V zu Recht eine Forderung auf Schadensersatz gegen die X-Versicherung in seine Bilanz eingestellt, die der Kl&auml;ger im Wege der &Uuml;bernahme und Fortf&uuml;hrung des Betriebsverm&ouml;gens zum 1. Juli 1998 &uuml;bernommen habe. V habe zugleich eine R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung bilden k&ouml;nnen, weil damals eine durch den Beginn der Wiedererrichtung der Halle dokumentierte Absicht zur Ersatzbeschaffung bestanden habe. Zutreffend habe das FA allerdings die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung zum Bilanzstichtag 30. Juni 2002 aufgel&ouml;st, weil der Kl&auml;ger das Fortbestehen der Absicht der Ersatzbeschaffung nicht substantiiert dargelegt habe. So habe er lediglich auf die M&ouml;glichkeiten einer Ersatzbeschaffung nach den Versicherungsbedingungen der X-Versicherung verwiesen, aber keinerlei Gr&uuml;nde vorgetragen, warum die Wiedererrichtung der im August 1996 abgebrannten Scheune so lange hinausgez&ouml;gert worden sei, bevor er dann am 21. M&auml;rz 2005 einen Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung gestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger eine Verletzung materiellen Rechts geltend. Das FG habe die Voraussetzungen f&uuml;r die Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung verkannt. Er, der Kl&auml;ger, habe &#8211;wie sich aus objektiven tats&auml;chlichen Umst&auml;nden ergebe&#8211; die Absicht der Ersatzbeschaffung nicht aufgegeben. So habe er bei der X-Versicherung keine Geldentsch&auml;digung beantragt, sondern ein erster Bauabschnitt sei bereits zum 30. Juni 1998 tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt worden. Auch habe er entsprechend den urspr&uuml;nglichen Versicherungsbedingungen tats&auml;chlich das Ersatzwirtschaftsgut in gleicher Lage und funktionsgleich hergestellt. Jedenfalls nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise sei ein urs&auml;chlicher Zusammenhang zwischen der Erstellung des Ersatzwirtschaftsguts und dem durch Brand untergegangenen Geb&auml;ude gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung lasse sich mit Blick auf die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung keine starre Ausschlussfrist entnehmen. Eine solche Frist werde auch dem Sinn und Zweck der R&uuml;cklage nicht gerecht, mit der verhindert werden solle, dass &#8211;insbesondere bei Einwirkung h&ouml;herer Gewalt&#8211; die im untergegangenen Wirtschaftsgut ruhenden stillen Reserven aufgedeckt werden m&uuml;ssten. Deshalb sei es ausreichend, dass die Wiederbeschaffung in angemessener Frist ernstlich geplant worden und zu erwarten gewesen sei. Dazu sei zu beachten, dass er, der Kl&auml;ger, sich mit Blick auf die Ersatzbeschaffung an die Vorgaben der X-Versicherung gehalten und damit seinen Willen zur Wiederherstellung des untergegangenen Wirtschaftsguts nachgewiesen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG vom 16. Dezember 2008 und die Einspruchsentscheidung vom 17. Januar 2007 aufzuheben und die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide 2001 und 2002 vom 9. Februar 2006 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass die Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt das FA aus, eine Gewinnrealisierung k&ouml;nne unterbleiben, wenn ein Wirtschaftsgut infolge h&ouml;herer Gewalt gegen Entsch&auml;digung aus dem Betriebsverm&ouml;gen ausscheide und alsbald ein Ersatzwirtschaftsgut angeschafft werde. Die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung setze in subjektiver Hinsicht die Absicht voraus, innerhalb eines engen zeitlichen Rahmens ein funktionsgleiches Ersatzwirtschaftsgut anzuschaffen oder herzustellen. Zwar k&ouml;nne die f&uuml;r die Ersatzbeschaffung zur Verf&uuml;gung stehende relativ kurze Frist im Einzelfall verl&auml;ngert werden. Dazu m&uuml;sse der Steuerpflichtige aber glaubhaft machen, dass die Ersatzbeschaffung noch ernstlich geplant und zu erwarten sei und nur aus besonderen Gr&uuml;nden noch nicht habe durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Der Steuerpflichtige m&uuml;sse insbesondere die Ernsthaftigkeit seines nach wie vor geplanten Investitionsvorhabens substantiieren. Daran fehle es im Streitfall, weil der Kl&auml;ger keinerlei Unterlagen vorgelegt habe, aus denen sich die fortbestehende Investitionsabsicht ergebe. Vielmehr habe er bis zum 30. Juni 2002 nicht mit der Herstellung begonnen und einen Bauantrag erst 2005 gestellt, ohne konkrete Planungsunterlagen beizuf&uuml;gen. Jedenfalls nach Ablauf der regul&auml;ren Reinvestitionsfrist reiche die blo&szlig;e Behauptung der weiter vorhandenen Wiederbeschaffungsabsicht nicht mehr aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zwar im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger zun&auml;chst zul&auml;ssigerweise fortgef&uuml;hrte R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung aufzul&ouml;sen war. Die Feststellungen des FG reichen allerdings nicht aus, um dar&uuml;ber entscheiden zu k&ouml;nnen, zu welchem Stichtag diese Aufl&ouml;sung vorzunehmen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den von der Rechtsprechung entwickelten und von der Finanzverwaltung in R 35 EStR a.F. (jetzt R 6.6 EStR 2008) &uuml;bernommenen Grunds&auml;tzen zur sog. R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung kann eine Gewinnrealisierung durch Aufdeckung stiller Reserven vermieden werden, wenn ein Wirtschaftsgut aufgrund h&ouml;herer Gewalt oder infolge oder zur Vermeidung eines beh&ouml;rdlichen Eingriffs gegen eine Entsch&auml;digung aus dem Betriebsverm&ouml;gen ausscheidet und alsbald ein funktionsgleiches Ersatzwirtschaftsgut angeschafft wird (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12. M&auml;rz 1969 I 97\/65, BFHE 95, 178, BStBl II 1969, 381; vom 18. September 1987 III R 254\/84, BFHE 151, 70, BStBl II 1988, 330; vom 17. Oktober 1991 IV R 97\/89, BFHE 166, 149, BStBl II 1992, 392; vom 29. April 1999 IV R 7\/98, BFHE 188, 390, BStBl II 1999, 488). Bei der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung handelt es sich um ein inzwischen gewohnheitsrechtlich anerkanntes Rechtsinstitut (vgl. BFH-Urteil vom 17. M&auml;rz 2004 II R 64\/01, BFHE 205, 489, BStBl II 2004, 766), dem der Gedanke zugrunde liegt, dass die f&uuml;r die ausgeschiedenen Wirtschaftsg&uuml;ter erlangten Betr&auml;ge ungeschm&auml;lert einer Ersatzbeschaffung zur Verf&uuml;gung stehen sollen, was nicht m&ouml;glich w&auml;re, wenn sie zum Teil besteuert w&uuml;rden (BFH-Urteile vom 24. Mai 1973 IV R 23-24\/68, BFHE 109, 230, BStBl II 1973, 582; vom 29. April 1982 IV R 10\/79, BFHE 135, 538, BStBl II 1982, 568). Zweck der Anerkennung einer R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung und deren &Uuml;bertragung auf ein Ersatzwirtschaftsgut ist danach nicht allein, die als unbillig empfundene Besteuerung eines Gewinns, der durch die zwangsweise Aufdeckung stiller Reserven entsteht, zu vermeiden; vielmehr soll es dem Steuerpflichtigen erm&ouml;glicht werden, die erlangte Entsch&auml;digung ungeschm&auml;lert zur Wiederbeschaffung des Ersatzwirtschaftsguts zu verwenden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. etwa BFH-Urteile vom 9. Dezember 1982 IV R 54\/80, BFHE 137, 453, BStBl II 1983, 371; vom 11. Dezember 1984 IX R 27\/82, BFHE 143, 46, BStBl II 1985, 250; vom 14. Oktober 1999 IV R 15\/99, BFHE 190, 356, BStBl II 2001, 130).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Bildung der R&uuml;cklage bewirkt, dass der durch die Ersatzforderung bzw. Ersatzleistung realisierte Gewinn neutralisiert wird. Ihre Bildung setzt aber voraus, dass die Absicht zur Ersatzbeschaffung besteht; andernfalls bleibt es bei der Gewinnerh&ouml;hung (BFH-Urteile vom 19. Dezember 1972 VIII R 29\/70, BFHE 108, 326, BStBl II 1973, 297; in BFHE 166, 149, BStBl II 1992, 392; vom 22. Januar 2004 IV R 65\/02, BFHE 205, 168, BStBl II 2004, 421). Der Steuerpflichtige hat das Bestehen der Ersatzbeschaffungsabsicht darzulegen und nachzuweisen. Ein bilanzierender Steuerpflichtiger dokumentiert diese Absicht bereits durch die ordnungsgem&auml;&szlig;e Bildung der R&uuml;cklage in seiner Bilanz (vgl. BFH-Urteil in BFHE 188, 390, BStBl II 1999, 488). Ein dar&uuml;ber hinausgehender Nachweis oder eine Glaubhaftmachung der Reinvestitionsabsicht wird f&uuml;r die erstmalige Bildung der R&uuml;cklage nicht verlangt, solange dem Steuerpflichtigen die Vornahme der Investition objektiv m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 X R 1\/06, BFHE 219, 151, BStBl II 2008, 119).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung muss gewinnerh&ouml;hend aufgel&ouml;st werden, wenn die Absicht der Ersatzbeschaffung aufgegeben wird (vgl. BFH-Urteile in BFHE 108, 326, BStBl II 1973, 297; in BFHE 166, 149, BStBl II 1992, 392; in BFHE 188, 390, BStBl II 1999, 488). Sie ist au&szlig;erdem aufzul&ouml;sen, wenn die Reinvestition nicht innerhalb einer bestimmten Frist durchgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Auffassung der Finanzverwaltung betr&auml;gt die angemessene Reinvestitionsfrist bei Ausscheiden eines Grundst&uuml;cks oder Geb&auml;udes aus dem Betriebsverm&ouml;gen zwei Jahre; die Frist soll im Einzelfall angemessen verl&auml;ngert werden k&ouml;nnen, wenn der Steuerpflichtige glaubhaft macht, dass die Ersatzbeschaffung noch ernstlich geplant und zu erwarten sei, aber aus besonderen Gr&uuml;nden noch nicht habe durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen (R 35 Abs. 4 S&auml;tze 4 und 5 EStR a.F.). Dieser Auffassung schlie&szlig;t sich der Senat nicht an. Er h&auml;lt es aus Vereinfachungsgr&uuml;nden und zur Verwirklichung eines gleichm&auml;&szlig;igen und vorhersehbaren Gesetzesvollzugs f&uuml;r angebracht, die Frage nach einer angemessenen Reinvestitionsfrist unter Ber&uuml;cksichtigung des in &sect; 6b Abs. 3 S&auml;tze 2 und 3 EStG allgemein zum Ausdruck kommenden Rechtsgedankens zu beantworten. Zu einer solchen Konkretisierung des von ihr entwickelten Rechtsinstituts der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung ist die Rechtsprechung befugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect; 6b Abs. 1 EStG er&ouml;ffnet die M&ouml;glichkeit, die bei der Ver&auml;u&szlig;erung bestimmter Anlageg&uuml;ter aufgedeckten stillen Reserven auf ein im Wirtschaftsjahr der Ver&auml;u&szlig;erung angeschafftes oder hergestelltes Ersatzwirtschaftsgut zu &uuml;bertragen. Nach &sect; 6b Abs. 3 EStG kann der Steuerpflichtige die stillen Reserven auch auf ein sp&auml;ter angeschafftes oder hergestelltes Wirtschaftsgut &uuml;bertragen, indem er im Wirtschaftsjahr der Ver&auml;u&szlig;erung eine gewinnmindernde R&uuml;cklage bildet und diese im Reinvestitionsjahr gegen Minderung der Anschaffungs- und Herstellungskosten aufl&ouml;st. Hierf&uuml;r sieht &sect; 6b Abs. 3 Satz 2 EStG eine Frist von vier Wirtschaftsjahren vor. Diese Frist verl&auml;ngert sich nach &sect; 6b Abs. 3 Satz 3 EStG bei neu hergestellten Geb&auml;uden auf sechs Jahre, wenn mit deren Herstellung vor dem Schluss des vierten auf die Bildung der R&uuml;cklage folgenden Wirtschaftsjahres begonnen worden ist. Eine dar&uuml;ber hinausgehende Verl&auml;ngerungsm&ouml;glichkeit sieht &sect; 6b EStG nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) &sect; 6b EStG dient einem der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung vergleichbaren Zweck. Die Vorschrift soll steuerliche Hindernisse f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens abbauen, die im Unternehmen nicht mehr ben&ouml;tigt werden und deren Ver&auml;u&szlig;erung betriebswirtschaftlich geboten und volkswirtschaftlich w&uuml;nschenswert w&auml;re. Insoweit soll sie die Ver&auml;u&szlig;erung dieser Wirtschaftsg&uuml;ter beg&uuml;nstigen und damit eine sinnvolle Anpassung der Unternehmen an strukturelle Ver&auml;nderungen erm&ouml;glichen (vgl. Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs eines Steuer&auml;nderungsgesetzes 1964 in BTDrucks IV\/2400, S. 62; BFH-Urteil vom 14. November 1990 X R 85\/87, BFHE 163, 58, BStBl II 1991, 222). Indem die anl&auml;sslich solcher Ver&auml;u&szlig;erungen frei werdenden stillen Reserven auf Reinvestitionsg&uuml;ter &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen, kommt es zur vorl&auml;ufigen Freistellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns von der Einkommensbesteuerung, was dem Betrieb Mittel f&uuml;r dringend erforderliche Investitionsvorhaben verschafft (vgl. dazu die Stellungnahme des Finanzausschusses in BTDrucks IV\/2617, S. 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund wird die Zweckbindung von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn einerseits und Reinvestitionsma&szlig;nahme andererseits bei Bildung der R&uuml;cklage nach &sect; 6b Abs. 3 EStG dadurch hergestellt, dass sie nach Ablauf der Reinvestitionsfrist von vier Jahren aufzul&ouml;sen ist, wenn bis zu diesem Zeitpunkt ein Reinvestitionsgut nicht angeschafft oder hergestellt oder bei Geb&auml;uden mit der Herstellung noch nicht begonnen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch bei Beschaffung von Ersatz f&uuml;r ein aufgrund h&ouml;herer Gewalt oder infolge oder zur Vermeidung eines beh&ouml;rdlichen Eingriffs aus dem Betriebsverm&ouml;gen ausgeschiedenes Wirtschaftsgut geht es darum, dass die dadurch erlangte Gegenleistung (hier in Form einer Brandentsch&auml;digung) ungeschm&auml;lert zur Ersatzbeschaffung zur Verf&uuml;gung steht (BFH-Urteil in BFHE 109, 230, BStBl II 1973, 582). Unter diesem Aspekt sind R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung und R&uuml;cklage nach &sect; 6b Abs. 3 EStG vergleichbar (vgl. BFH-Urteil vom 29. Juni 1995 VIII R 2\/94, BFHE 179, 13, BStBl II 1996, 60). Der Senat h&auml;lt es deshalb f&uuml;r angebracht, f&uuml;r die Bemessung einer angemessenen Reinvestitionsfrist an den in &sect; 6b Abs. 3 EStG zum Ausdruck gebrachten Rechtsgedanken anzukn&uuml;pfen. Es ist kein Grund daf&uuml;r ersichtlich, in F&auml;llen der Ersatzbeschaffung nach R 35 EStR a.F. eine k&uuml;rzere Investitionsfrist vorzusehen, als sie von &sect; 6b Abs. 3 EStG geregelt wird. Hierbei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass von &sect; 6b EStG privilegierte geplante Reinvestitionsma&szlig;nahmen regelm&auml;&szlig;ig l&auml;ngerfristig vorbereitet werden, w&auml;hrend die Ersatzbeschaffung eines Wirtschaftsguts wegen seines Untergangs aufgrund h&ouml;herer Gewalt den Steuerpflichtigen unvorbereitet trifft und eine Reinvestition deshalb mindestens denselben Zeitbedarf ausl&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vor diesem Hintergrund bemisst der Senat die Reinvestitionsfrist entsprechend dem Rechtsgedanken des &sect; 6b Abs. 3 S&auml;tze 2 und 3 EStG auf einen Zeitraum von vier Wirtschaftsjahren nach der Bildung der R&uuml;cklage. F&uuml;r die Herstellung eines neuen &#8211;im Bereich der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung funktionsgleichen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 108, 326, BStBl II 1973, 297; in BFHE 143, 46, BStBl II 1985, 250)&#8211; Geb&auml;udes betr&auml;gt die Reinvestitionsfrist sechs Jahre. Auf einen bestimmten Herstellungsbeginn kommt es dabei im Unterschied zur Regelung in &sect; 6b Abs. 3 Satz 3 EStG nicht an, weil die Bildung der R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung bereits &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; den Nachweis der Investitionsabsicht erfordert und die Umsetzung dieser Absicht regelm&auml;&szlig;ig zu einem fr&uuml;hzeitigen Herstellungsbeginn f&uuml;hren wird. Eine &uuml;ber diese Fristen hinausgehende M&ouml;glichkeit zur Fristverl&auml;ngerung im Einzelfall besteht nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) W&auml;hrend des Laufs der Reinvestitionsfrist bedarf es keiner st&auml;ndigen &Uuml;berpr&uuml;fung, ob die urspr&uuml;nglich festgestellte Investitionsabsicht noch fortbesteht. Der Fortbestand der Absicht wird widerleglich vermutet. Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte f&uuml;r eine Aufgabe der Investitionsabsicht, hat das FA diese darzulegen und ggf. nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Unter Anwendung der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze ist zwar davon auszugehen, dass V die streitbefangene R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung zu Recht im Wirtschaftsjahr 1996\/97 gebildet und der Kl&auml;ger sie auch zu Recht fortgef&uuml;hrt hat. Der Senat kann allerdings mangels entsprechender Feststellungen des FG nicht dar&uuml;ber entscheiden, zu welchem Zeitpunkt die R&uuml;cklage aufzul&ouml;sen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend geht das FG zun&auml;chst davon aus, dass V zum 30. Juni 1997 berechtigt war, eine R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung zu bilden, um mit Blick auf die zugleich aktivierte Forderung gegen die X-Versicherung eine Aufdeckung stiller Reserven zu vermeiden. Die Absicht der Ersatzbeschaffung hat V bereits durch die R&uuml;cklagenbildung und durch die zeitnahe Aufnahme der Instandsetzungsarbeiten am vorderen Teil der besch&auml;digten Scheune dokumentiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Reinvestition auf die Herstellung eines Geb&auml;udes gerichtet war, betrug die Frist f&uuml;r deren Ausf&uuml;hrung sechs Wirtschaftsjahre seit Bildung der R&uuml;cklage. Die R&uuml;cklage war danach sp&auml;testens am 30. Juni 2003 aufzul&ouml;sen. Bis dahin war von einer Investitionsabsicht auszugehen. Aus dem Umstand, dass der Kl&auml;ger nach &Uuml;bernahme des Hofes die Errichtung einer Stahlhalle anstelle der zun&auml;chst teilweise instandgesetzten Holzscheune plante, ist nicht auf eine Aufgabe der Investitionsabsicht zu schlie&szlig;en, weil die Stahlhalle funktional an die Stelle der Scheune treten sollte und damit ein geeignetes Ersatzwirtschaftsgut war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Allerdings hat das FG angenommen, der Kl&auml;ger habe die Absicht der Ersatzbeschaffung schon zum 30. Juni 2002 aufgegeben. Diese Annahme ist indessen nicht durch entsprechende Feststellungen gedeckt. Vielmehr st&uuml;tzt sich das FG alleine darauf, dass der Kl&auml;ger bezogen auf diesen Stichtag weder einen Nachweis zum Fortbestehen seiner Ersatzbeschaffungsabsicht erbracht noch Gr&uuml;nde vorgetragen habe, warum er die Wiedererrichtung der bereits im August 1996 abgebrannten Scheune bis zur Einreichung des Bauantrages am 21. M&auml;rz 2005 hinausgez&ouml;gert habe. Nach den vorstehenden Grunds&auml;tzen bedarf es konkreter Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Investitionsabsicht aufgegeben worden ist. Derartige Umst&auml;nde kann der Senat anhand der bisher getroffenen Feststellungen nicht erkennen. Der Hinweis des Kl&auml;gers auf die nach den Versicherungsbedingungen noch laufende Frist f&uuml;r Ersatzleistungen d&uuml;rfte insoweit nicht f&uuml;r, sondern eher gegen eine Aufgabe der Ersatzbeschaffungsabsicht sprechen. Gleiches gilt f&uuml;r vom Kl&auml;ger in der Zeit vor dem 30. Juni 2003 eingeholte Angebote oder die am 28. Dezember 1999 an die X-Versicherung gestellte und von dieser am 21. Februar 2000 beantwortete Anfrage, ob statt der Wiedererrichtung einer Scheune der Bau einer Stahlhalle m&ouml;glich sei. Das FG erh&auml;lt durch die Zur&uuml;ckverweisung Gelegenheit, erg&auml;nzende Feststellungen zur Aufgabe der Reinvestitionsabsicht zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Sollte das FG im zweiten Rechtsgang zu der Annahme gelangen, der Kl&auml;ger habe seine Ersatzbeschaffungsabsicht vor dem 30. Juni 2003 aufgegeben, weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bilanzierungsfehler sind grunds&auml;tzlich und vorrangig in der Bilanz des Wirtschaftsjahres zu berichtigen, in der es zu der fehlerhaften Bilanzierung gekommen ist (vgl. BFH-Urteil vom 19. Juli 2011 IV R 53\/09, BFHE 234, 221, BStBl II 2011, 1017). Liegt f&uuml;r das Jahr, in dem es zu der fehlerhaften Bilanzierung gekommen ist, bereits ein Steuerbescheid vor, der aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden nicht mehr ge&auml;ndert werden kann, so ist nach dem Grundsatz des formellen Bilanzenzusammenhangs (vgl. BFH-Urteil vom 16. Mai 1990 X R 72\/87, BFHE 161, 451, BStBl II 1990, 1044) der unrichtige Bilanzansatz grunds&auml;tzlich in der ersten Schlussbilanz richtigzustellen, in der dies unter Beachtung der f&uuml;r den Eintritt der Bestandskraft und der Verj&auml;hrung ma&szlig;geblichen Vorschriften m&ouml;glich ist (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1992 IV R 118\/90, BFHE 170, 336, BStBl II 1994, 381). Bei Land- und Forstwirten, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; ihren Gewinn gem&auml;&szlig; &sect; 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG abweichend vom Kalenderjahr ermitteln, ist nach der hier ma&szlig;geblichen Rechtslage vor &Auml;nderung des &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG durch das Jahressteuergesetz 2007 vom 13. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) ein fehlerhafter Bilanzansatz selbst dann in der ersten noch offenen Bilanz richtigzustellen, wenn dadurch die auf den vorausgegangenen, aber bestandskr&auml;ftig abgeschlossenen Veranlagungszeitraum entfallende Gewinnerh&ouml;hung nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden kann (BFH-Urteil in BFHE 234, 221, BStBl II 2011, 1017).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es wird zu pr&uuml;fen sein, ob die etwaige Aufgabe der Ersatzbeschaffungsabsicht nach den Versicherungsbedingungen der X-Versicherung Auswirkungen auf den zu aktivierenden Entsch&auml;digungsanspruch des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber der X-Versicherung haben kann. Aus den allgemeinen Regeln zur Gewinnrealisierung folgt insoweit, dass eine Forderung nur zu aktivieren ist, wenn sie wirtschaftlich in der Vergangenheit verursacht und am Bilanzstichtag (noch) hinreichend sicher ist (vgl. BFH-Urteil vom 18. Dezember 2002 I R 11\/02, BFHE 201, 228, BStBl II 2003, 400; Bl&uuml;mich\/Buciek, &sect; 5 EStG Rz 480).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.1.2012, IV R 4\/09 R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung: Reinvestitionsfrist und Anforderungen an Investitionsabsicht &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Aktivierung einer Forderung Leits&auml;tze 1. Nach Bildung einer R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung ist die Reinvestition innerhalb von vier Wirtschaftsjahren nach der Bildung der R&uuml;cklage auszuf&uuml;hren. Bei der beabsichtigten Herstellung eines neuen funktionsgleichen Geb&auml;udes betr&auml;gt die Frist sechs &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-4-09-ruecklage-fuer-ersatzbeschaffung-reinvestitionsfrist-und-anforderungen-an-investitionsabsicht-voraussetzungen-fuer-die-aktivierung-einer-forderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;4\/09 &#8211; R&uuml;cklage f&uuml;r Ersatzbeschaffung: Reinvestitionsfrist und Anforderungen an Investitionsabsicht &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r die Aktivierung einer Forderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6551\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}