{"id":6553,"date":"2012-11-30T16:08:06","date_gmt":"2012-11-30T14:08:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6553"},"modified":"2012-11-30T16:08:06","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:06","slug":"i-b-34-11-hinzurechnung-von-gewinnausschuettungen-zur-ermittlung-des-gewerbeertrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-34-11-hinzurechnung-von-gewinnausschuettungen-zur-ermittlung-des-gewerbeertrags\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;34\/11 &#8211; Hinzurechnung von Gewinnaussch&uuml;ttungen zur Ermittlung des Gewerbeertrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 34\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Hinzurechnung von Gewinnaussch&uuml;ttungen zur Ermittlung des Gewerbeertrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Gewinnaussch&uuml;ttungen bei der Ermittlung des Gewerbeertrags gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 5 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 2002) hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, war im Streitjahr 2004 (u.a.) zu jeweils 100 % an der X-GmbH und der Y-GmbH beteiligt. Beide Tochtergesellschaften betrieben Altenheime und waren nach &sect; 3 Nr. 20 Buchst. c GewStG 2002 von der Gewerbesteuer befreit. Im Streitjahr kam es zu Gewinnaussch&uuml;ttungen dieser Gesellschaften (505.000 EUR), die die Kl&auml;gerin in ihrem Jahresabschluss als Ertrag erfasste. Bei der Ermittlung des k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Einkommens lie&szlig; sie 95 % dieser Gewinnaussch&uuml;ttungen nach &sect; 8b Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) au&szlig;er Ansatz. Das auf diese Weise ermittelte Einkommen (21.033 EUR) setzte sie in ihrer Gewerbesteuererkl&auml;rung zugleich als Gewinn aus Gewerbebetrieb bzw. als Gewerbeertrag an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) rechnete dem Gewinn die Gewinnaussch&uuml;ttungen davon abweichend in H&ouml;he von 95 % gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 5 GewStG 2002 hinzu; eine K&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2002 komme nicht in Betracht. Die dagegen erhobene Klage, in der die Kl&auml;gerin die Meinung vertrat, dass sachliche Steuerbefreiungen dem sog. Schachtelprivileg des &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2002 nicht entgegenst&uuml;nden, blieb erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; K&ouml;ln, Urteil vom 13. Januar 2011 13 K 4376\/08).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt unter Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die Revision zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Ein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin dargelegten Rechtsfragen &#8211;als Grundvoraussetzung f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 bzw. Nr. 2 Alternative 1 FGO&#8211; besteht nicht. Die Fragen, ob eine Hinzurechnung bei der Ermittlung des Gewerbeertrags unterbleibt, wenn die Steuerbefreiung nicht an die aussch&uuml;ttende Kapitalgesellschaft selbst, sondern an die T&auml;tigkeit dieser Gesellschaft ankn&uuml;pft, und ob die Gewerbesteuerbefreiung des &sect; 3 Nr. 20 Buchst. c GewStG 2002 bei einer Aussch&uuml;ttung an eine Muttergesellschaft, die selber ebenfalls dem Betrieb von Altenheimen dient, f&uuml;r die ausgesch&uuml;tteten Gewinne erhalten bleibt, sind so zu beantworten, wie es das FG im angefochtenen Urteil getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Besteuerungsgrundlage f&uuml;r die Gewerbesteuer ist nach &sect; 6 GewStG 2002 der Gewerbeertrag. Gewerbeertrag ist nach &sect; 7 Satz 1 GewStG 2002 der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes oder des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus Gewerbebetrieb, der bei der Ermittlung des Einkommens f&uuml;r den dem Erhebungszeitraum entsprechenden Veranlagungszeitraum zu ber&uuml;cksichtigen ist, vermehrt und vermindert um die in den &sect;&sect; 8 und 9 GewStG 2002 bezeichneten Betr&auml;ge. Gem&auml;&szlig; &sect; 8 Nr. 5 GewStG 2002 werden dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (u.a.) die nach &sect; 8b Abs. 1 KStG 2002 au&szlig;er Ansatz bleibenden Gewinnanteile (Dividenden) und die diesen gleichgestellten Bez&uuml;ge und erhaltenen Leistungen aus Anteilen an einer K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse im Sinne des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes, soweit sie nicht die Voraussetzungen des &sect; 9 Nr. 2a oder Nr. 7 GewStG 2002 erf&uuml;llen, nach Abzug der mit diesen Einnahmen, Bez&uuml;gen und erhaltenen Leistungen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben, soweit sie nach &sect; 8b Abs. 5 KStG 2002 unber&uuml;cksichtigt bleiben, wieder hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &sect; 9 Nr. 2a GewStG 2002 sieht eine K&uuml;rzung bei der Ermittlung des Gewerbeertrages nur vor f&uuml;r Gewinne aus Anteilen an einer nicht (gewerbe-)steuerbefreiten inl&auml;ndischen Kapitalgesellschaft. Normzweck ist es, eine doppelte Besteuerung ausgesch&uuml;tteter Gewinne mit Gewerbesteuer sowohl beim Anteilseigner als auch bei der Kapitalgesellschaft zu verhindern, nicht hingegen, die einmalige Erhebung von Gewerbesteuer auf Beteiligungseink&uuml;nfte zu vermeiden. Gewinnaussch&uuml;ttungen aus Verm&ouml;gen, dessen Erwirtschaftung nicht zu einer Belastung mit Gewerbesteuer (bei der aussch&uuml;ttenden Kapitalgesellschaft) gef&uuml;hrt hat, sind diesem Normzweck &#8211;soweit das Gesetz nicht wiederum ausdr&uuml;cklich eine R&uuml;ckausnahme vorsieht (so f&uuml;r Unternehmensbeteiligungsgesellschaften i.S. des &sect; 3 Nr. 23 GewStG 2002)&#8211; nicht zuzuordnen (s. z.B. auch Sarrazin in Lenski\/Steinberg, GewStG, &sect; 9 Nr. 2a Rz 18). In Einklang damit und dem eindeutigen Regelungswortlaut werden sowohl die Gewinne aus Anteilen an unbeschr&auml;nkt pers&ouml;nlich von der Gewerbesteuer befreiten Kapitalgesellschaften als auch solchen Kapitalgesellschaften von der K&uuml;rzung ausgenommenen, die auf der Grundlage einer bestimmten T&auml;tigkeit (&quot;insoweit&quot;) einer lediglich beschr&auml;nkt pers&ouml;nlichen bzw. sachlichen Steuerbefreiung unterliegen (zur Terminologie z.B. Senatsbeschluss vom 10. M&auml;rz 2010 I R 41\/09, BFHE 229, 358, BStBl II 2011, 181; Senatsurteil vom 22. Juni 2011 I R 59\/10, BFH\/NV 2012, 61; s. zu &sect; 3 Nr. 20 Buchst. c GewStG 2002 ausdr&uuml;cklich Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. M&auml;rz 2006 X R 59\/00, BFHE 213, 50, BStBl II 2006, 661, zu II.3.e cc der Gr&uuml;nde). Dass die Kl&auml;gerin auf dieser Grundlage mit Ertr&auml;gen aus einer sog. Schachtelbeteiligung in gleicher Weise steuerpflichtig ist, wie mit Ertr&auml;gen aus sog. Streubesitz, widerspricht dem nicht; faktisch ist eine Doppelbelastung der Ertr&auml;ge mit Gewerbesteuer hier wie dort ausgeschlossen. Aus dem Senatsbeschluss in BFHE 229, 358, BStBl II 2011, 181, der von dem Gedanken getragen ist, bei der k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft eine Einmalbesteuerung zu gew&auml;hrleisten, ergibt sich nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die beschr&auml;nkt pers&ouml;nliche bzw. sachliche Steuerbefreiung des &sect; 3 Nr. 20 Buchst. c GewStG 2002, die den konkreten Betreiber einer dort genannten Einrichtung beg&uuml;nstigt (z.B. Senatsbeschluss in BFHE 229, 358, BStBl II 2011, 181; s.a. Senatsbeschluss vom 8. September 2011 I R 78\/10, BFH\/NV 2012, 44), entwickelt auf dieser Grundlage auch keine &quot;Fernwirkung&quot;, wonach sie einem nicht entsprechend beg&uuml;nstigten Aussch&uuml;ttungsempf&auml;nger zugutek&auml;me. Die gesellschaftsrechtliche Verbindung der Gesellschaften, die nicht der sachlichen und personellen Verkn&uuml;pfung nach der Art einer Betriebsaufspaltung gleichsteht (s. insoweit BFH-Urteil in BFHE 213, 50, BStBl II 2006, 661), reicht f&uuml;r eine solche Annahme nicht aus. Der Aussch&uuml;ttungsempf&auml;nger selbst &quot;betreibt&quot; keine im vorgenannten Sinne beg&uuml;nstigte Einrichtung, auch dann nicht, wenn er die Aussch&uuml;ttungen voraussichtlich in weitere Beteiligungen investiert (vgl. insoweit zur nicht ausreichenden sog. T&auml;tigkeitserg&auml;nzung Senatsurteil vom 4. Juni 2003 I R 100\/01, BFHE 203, 171, BStBl II 2004, 244; s.a. FG M&uuml;nster, Urteil vom 18. November 2010&nbsp;&nbsp;3 K 1272\/08 G,F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 722; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25. Mai 2011&nbsp;&nbsp;2 K 2720\/08, juris). Zwar k&ouml;nnte der Zweck des &sect; 3 Nr. 20 GewStG 2002, die bestehenden Versorgungsstrukturen bei der Behandlung kranker und pflegebed&uuml;rftiger Personen zu verbessern und die Sozialversicherungstr&auml;ger von Aufwendungen zu entlasten (Senatsurteile vom 22. Oktober 2003 I R 65\/02, BFHE 204, 278, BStBl II 2004, 300; vom 22. Juni 2011 I R 43\/10, BFHE 233, 551, BStBl II 2011, 892) es rechtfertigen, die Befreiungswirkung auf solche Aussch&uuml;ttungsempf&auml;nger auszuweiten, die &#8211;wie nach ihrem Vortrag die Kl&auml;gerin&#8211; Aussch&uuml;ttungsertr&auml;ge zur Finanzierung weiterer beg&uuml;nstigter Betriebe ansammeln. F&uuml;r eine derartige Ausweitung bietet jedoch der insoweit eindeutige Gesetzeswortlaut keinen Anhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 34\/11 Hinzurechnung von Gewinnaussch&uuml;ttungen zur Ermittlung des Gewerbeertrags Tatbestand 1&nbsp; I. 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