{"id":6554,"date":"2012-11-30T16:08:05","date_gmt":"2012-11-30T14:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6554"},"modified":"2012-11-30T16:08:05","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:05","slug":"i-b-136-11-sog-erweiterte-kuerzung-zur-ermittlung-des-gewerbeertrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-136-11-sog-erweiterte-kuerzung-zur-ermittlung-des-gewerbeertrags\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;136\/11 &#8211; Sog. erweiterte K&uuml;rzung zur Ermittlung des Gewerbeertrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 136\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sog. erweiterte K&uuml;rzung zur Ermittlung des Gewerbeertrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob bei der Ermittlung des Gewerbeertrages die sog. erweiterte K&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 2002) zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist eine sog. Holdinggesellschaft, die neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalverm&ouml;gen verwaltet. Sie ist alleinige Gesellschafterin der X GmbH und der Y GmbH. In allen Gesellschaften ist A, der zugleich beherrschender Gesellschafter der Kl&auml;gerin ist, als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer t&auml;tig. Im Streitjahr 2008 vermietete die Kl&auml;gerin einen Teil ihres Grundbesitzes an diese (&quot;operativ t&auml;tigen&quot;) Tochtergesellschaften. Bei der Ermittlung des Gewerbeertrages ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die sog. erweiterte K&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 nicht, setzte vielmehr nur die sog. einfache K&uuml;rzung gem&auml;&szlig; &sect; 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG 2002 an. Die dagegen erhobene Klage blieb erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; N&uuml;rnberg, Urteil vom 31. Mai 2011&nbsp;&nbsp;1 K 136\/2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt unter Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die Revision gegen das angefochtene Urteil zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet; die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 FGO liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die von der Kl&auml;gerin formulierte Rechtsfrage, ob die Anwendung der erweiterten K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 ausscheidet, wenn die vermietende Kapitalgesellschaft ma&szlig;geblich an der mietenden Kapitalgesellschaft beteiligt ist bzw. wenn eine sog. kapitalistische Betriebsaufspaltung vorliegt, besteht kein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis in einem Revisionsverfahren. Die Rechtsfrage ist vielmehr so zu entscheiden, wie es das FG im angefochtenen Urteil getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 k&ouml;nnen Unternehmen, die ausschlie&szlig;lich eigenen Grundbesitz verwalten, auf Antrag den Gewerbeertrag statt um einen bestimmten Prozentsatz des Einheitswerts des Grundbesitzes um den Teil des Gewerbeertrages k&uuml;rzen, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entf&auml;llt. Zweck dieser erweiterten K&uuml;rzung ist es, die von einem kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen erzielten Ertr&auml;ge aus der blo&szlig;en Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes von der Gewerbesteuer aus Gr&uuml;nden der Gleichbehandlung mit Steuerpflichtigen freizustellen, die (gewerbesteuerfrei) nur Grundst&uuml;cksverwaltung betreiben (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. April 2000 VIII R 68\/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359; vom 18. Mai 2011 X R 4\/10, BFHE 233, 539, BStBl II 2011, 887; s.a. Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 24. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 2130\/09, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2010, 756). Danach ist &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 grunds&auml;tzlich nicht anzuwenden, wenn die Verwaltung oder Nutzung des eigenen Grundbesitzes die Grenzen der Gewerblichkeit &uuml;berschreitet. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Grundst&uuml;cksunternehmen infolge einer Betriebsaufspaltung als Besitzunternehmen gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt. Die &Uuml;berlassung eines Grundst&uuml;cks im Rahmen einer Betriebsaufspaltung wird dann als gewerbliche T&auml;tigkeit angesehen und schlie&szlig;t eine erweiterte K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 aus (z.B. Senatsurteil vom 29. M&auml;rz 1973 I R 174\/72, BFHE 109, 456, BStBl II 1973, 686; BFH-Urteile vom 22. Februar 2005 VIII R 53\/02, BFH\/NV 2005, 1624; vom 22. Januar 2009 IV R 80\/06, BFH\/NV 2009, 1279).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Zweck der Beg&uuml;nstigungsregelung des &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 spricht daf&uuml;r, die erweiterte K&uuml;rzung (ebenfalls) in der Situation der kapitalistischen Betriebsaufspaltung zu versagen: Denn die Kapitalgesellschaft wird als Besitzunternehmen unabh&auml;ngig von &sect; 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG 2002 &uuml;ber das &uuml;bliche Ma&szlig; der Verm&ouml;gensverwaltung durch das Halten von Beteiligungen an (anderen) Kapitalgesellschaften hinaus t&auml;tig, wenn es durch pers&ouml;nliche und sachliche Verflechtung mit der Betriebsgesellschaft an der origin&auml;r gewerblichen T&auml;tigkeit jener Gesellschaft teilnimmt. Die Kapitalgesellschaft erf&uuml;llt insoweit den Tatbestand origin&auml;r gewerblicher T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG 2002. Da &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 eine Benachteiligung f&uuml;r eine verm&ouml;gensverwaltende (nicht gewerbesteuerpflichtige) T&auml;tigkeit vermeiden soll, wenn die T&auml;tigkeit durch einen Gewerbebetrieb kraft Rechtsform ausge&uuml;bt wird, muss die im Einzelfall ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit &#8211;w&uuml;rde sie von einer nat&uuml;rlichen Person bzw. einem Personenunternehmen ausge&uuml;bt werden&#8211; die Voraussetzungen der verm&ouml;gensverwaltenden (nicht gewerblichen) T&auml;tigkeit erf&uuml;llen. Dies ist bei einer Betriebsaufspaltung gerade nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese auch dem angefochtenen Urteil zugrunde liegende Antwort auf die von der Kl&auml;gerin formulierte Rechtsfrage l&auml;sst sich in ausreichender Deutlichkeit schon dem Senatsurteil vom 1. August 1979 I R 111\/78 (BFHE 129, 57, BStBl II 1980, 77) entnehmen. Dort ist ausgef&uuml;hrt, dass &quot;der Besitz-GmbH &#8230; weder &#8230; die von ihren Gesellschaftern gehaltenen Anteile an der Betriebs-GmbH noch die mit diesem Anteilsbesitz verbundene Beherrschungsfunktion zugerechnet werden, da es sich um verschiedene Rechtstr&auml;ger handelt. Eine solche Zurechnung w&uuml;rde einen unzul&auml;ssigen steuerrechtlichen Durchgriff auf die hinter der Besitzkapitalgesellschaft stehenden Personen bedeuten&quot;. Daraus ist abzuleiten, dass die Beherrschung der Betriebskapitalgesellschaft durch die Besitzkapitalgesellschaft (kraft eigenen Anteilsbesitzes) abweichend zu w&uuml;rdigen ist (s. z.B. Gosch in Bl&uuml;mich, EStG\/KStG\/GewStG, &sect; 9 GewStG Rz 62); insbesondere liegt darin keine Situation eines &quot;Durchgriffs&quot; auf die hinter der (Besitz-)Kapitalgesellschaft stehenden Personen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Bei dieser Sachlage begr&uuml;ndet der Umstand allein, dass sich die Rechtsprechung bisher noch nicht ausdr&uuml;cklich zur sog. kapitalistischen Betriebsaufspaltung ge&auml;u&szlig;ert hat, kein f&uuml;r die Zulassung einer Revision auf der Grundlage des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 1 FGO notwendiges Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 136\/11 Sog. erweiterte K&uuml;rzung zur Ermittlung des Gewerbeertrags Tatbestand 1&nbsp; I. 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