{"id":65543,"date":"2015-12-12T13:46:45","date_gmt":"2015-12-12T11:46:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65543"},"modified":"2015-12-12T13:46:45","modified_gmt":"2015-12-12T11:46:45","slug":"ii-r-13-14-keine-hamburger-zweitwohnungsteuer-fuer-eine-aus-beruflichen-gruenden-gehaltene-nebenwohnung-eines-verheirateten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-13-14-keine-hamburger-zweitwohnungsteuer-fuer-eine-aus-beruflichen-gruenden-gehaltene-nebenwohnung-eines-verheirateten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;13\/14 &#8211; Keine Hamburger Zweitwohnungsteuer f&uuml;r eine aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines Verheirateten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.9.2015, II R 13\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Hamburger Zweitwohnungsteuer f&uuml;r eine aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines Verheirateten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartners ist nach &sect; 2 Abs. 5 Buchst. c <noindex>HmbZWStG<\/noindex> unabh&auml;ngig vom zeitlichen Umfang der Nutzung von der Zweitwohnungsteuer befreit.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine wortlauteinschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 2 Abs. 5 Buchst. c <noindex>HmbZWStG<\/noindex> ist nicht aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden geboten. Die Beg&uuml;nstigung einer zeitlich nicht &uuml;berwiegend genutzten Erwerbszweitwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Verheirateten bei der Zweitwohnungsteuer verst&ouml;&szlig;t nicht gegen den Gleichheitssatz gem&auml;&szlig; Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 6. Februar 2014&nbsp;&nbsp;2 K 22\/13 und der Bescheid &uuml;ber Zweitwohnungsteuer f&uuml;r 2011 und 2012 vom 20. September 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27. Dezember 2012 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist seit 2009 verheiratet. Bis Anfang 2011 war er mit Hauptwohnsitz in Hamburg gemeldet, wo er seine T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer mehrerer Firmen &uuml;berwiegend aus&uuml;bte. Sp&auml;ter verlegte er seinen Hauptwohnsitz an den Wohnort seiner Ehefrau, die dort gewerblich t&auml;tig ist. Mit Wirkung ab 25.&nbsp;Mai 2011 meldete er in Hamburg einen Nebenwohnsitz an. Die Nebenwohnung in Hamburg nutzte er an zwei bis drei Tagen in der Woche. Seine w&ouml;chentliche Arbeitszeit in Hamburg betrug etwa 15&nbsp;Stunden. Zum 15.&nbsp;Mai 2012 beendete der Kl&auml;ger das Mietverh&auml;ltnis f&uuml;r die Nebenwohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 20.&nbsp;September 2012 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen den Kl&auml;ger f&uuml;r das Innehaben der Nebenwohnung Zweitwohnungsteuer f&uuml;r 2011 in H&ouml;he von 546&nbsp;EUR und f&uuml;r 2012 in H&ouml;he von 390&nbsp;EUR fest. Das FA ging davon aus, dass der Kl&auml;ger die Wohnung in Hamburg nur sporadisch und damit nicht &uuml;berwiegend beruflich genutzt habe. Der Einspruch hatte insoweit Erfolg, als die Zweitwohnungsteuer f&uuml;r 2012 auf 312&nbsp;EUR herabgesetzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage wurde abgewiesen. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1054 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c des Hamburgischen Zweitwohnungsteuergesetzes (HmbZWStG) und des Rechtsstaatsprinzips.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung und den Bescheid &uuml;ber Zweitwohnungsteuer f&uuml;r 2011 und 2012 vom 20.&nbsp;September 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Dezember 2012 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung der Vorentscheidung und des Bescheids &uuml;ber Zweitwohnungsteuer in Gestalt der Einspruchsentscheidung. Entgegen der Auffassung des FG ist die Festsetzung von Zweitwohnungsteuer f&uuml;r die vom Kl&auml;ger genutzte Nebenwohnung in Hamburg rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 HmbZWStG unterliegt das Innehaben einer Zweitwohnung in der Freien und Hansestadt Hamburg der Zweitwohnungsteuer. Zweitwohnung ist nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HmbZWStG jede Wohnung im Sinne des Absatzes&nbsp;3 der Vorschrift, die dem Eigent&uuml;mer oder Hauptmieter als Nebenwohnung im Sinne des Hamburgischen Meldegesetzes (HmbMG) dient. Eine Wohnung dient als Nebenwohnung im Sinne des HmbMG, wenn sie von einer dort mit Nebenwohnung gemeldeten Person bewohnt wird (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 HmbZWStG). &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 HmbZWStG kn&uuml;pfen damit unmittelbar an die Anmeldung einer Nebenwohnung und an die tats&auml;chliche Nutzung dieser Wohnung durch die gemeldete Person an (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;April 2011 II&nbsp;R&nbsp;67\/08, BFHE 234, 90, BStBl II 2012, 389).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hauptwohnung eines verheirateten Einwohners, der nicht dauernd getrennt von seiner Familie lebt, ist die vorwiegend benutzte Wohnung der Familie (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 HmbMG). Nebenwohnung ist jede weitere Wohnung des Einwohners (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 HmbMG). Bei einem verheirateten Einwohner wird nur f&uuml;r die Bestimmung der Hauptwohnung auf die vorwiegende Nutzung beider Eheleute abgestellt. Eine Nebenwohnung liegt dagegen melderechtlich unabh&auml;ngig davon vor, ob ein dort allein gemeldeter Ehepartner diese Wohnung vorwiegend oder nicht vorwiegend nutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die aus &uuml;berwiegend beruflichen Gr&uuml;nden in Hamburg gehaltene Nebenwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartners ist nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG unabh&auml;ngig vom zeitlichen Umfang der Nutzung von der Zweitwohnungsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG gilt &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 HmbZWStG nicht f&uuml;r Wohnungen, die eine verheiratete oder in Lebenspartnerschaft lebende Person, die nicht dauernd getrennt von ihrem Ehe- oder Lebenspartner lebt, aus &uuml;berwiegend beruflichen Gr&uuml;nden innehat, wenn die gemeinsame Wohnung die Hauptwohnung und au&szlig;erhalb des Gebietes der Freien und Hansestadt Hamburg belegen ist. Erf&uuml;llt eine Wohnung in Hamburg diese Voraussetzungen, gilt sie nicht als Zweitwohnung, mit der Folge, dass Zweitwohnungsteuer nicht anf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG h&auml;ngt die Steuerbeg&uuml;nstigung nicht davon ab, dass die Nebenwohnung in Hamburg von dem dort gemeldeten Ehepartner &uuml;berwiegend genutzt wird (vgl. BFH-Urteil in BFHE 234, 90, BStBl II 2012, 389, Rz&nbsp;16). Die Vorschrift setzt hinsichtlich der Nebenwohnung nur voraus, dass ein Ehepartner diese Wohnung aus &uuml;berwiegend beruflichen Gr&uuml;nden innehat. Ein bestimmter zeitlicher Umfang der Nutzung der Nebenwohnung ist nicht vorgeschrieben. Der Begriff &quot;&uuml;berwiegend&quot; bezieht sich ausschlie&szlig;lich auf die beruflichen Gr&uuml;nde, die f&uuml;r das Innehaben der Nebenwohnung ma&szlig;gebend sein m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG ist nicht entgegen dem Wortlaut einschr&auml;nkend dahin auszulegen, dass die Steuerbeg&uuml;nstigung von einer vorwiegenden Nutzung der Nebenwohnung durch den dort gemeldeten Ehepartner abh&auml;ngig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die Auslegung einer Gesetzesvorschrift ist der in dieser zum Ausdruck kommende objektivierte Wille des Gesetzgebers ma&szlig;gebend, so wie er sich aus dem Wortlaut der Gesetzesbestimmung und dem Sinnzusammenhang ergibt, in den diese hineingestellt ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteile des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 21.&nbsp;Mai 1952&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvH&nbsp;2\/52, BVerfGE 1, 299, unter C.III.4., und vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1520\/01, 2&nbsp;BvR&nbsp;1521\/01, BVerfGE 110, 226, unter IV.C.1.b; BFH-Urteile vom 19.&nbsp;November 2003 IX&nbsp;R&nbsp;67\/00, BFH\/NV 2004, 628, und vom 24.&nbsp;Januar 2008 III&nbsp;R&nbsp;9\/05, BFHE 221, 383, BStBl II 2008, 688; Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 27.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;ZR&nbsp;239\/10, BGHZ 193, 369; Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;5&nbsp;PB&nbsp;17\/14, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Entstehungsgeschichte kommt zwar zur Erfassung des objektiven Willens des Gesetzgebers erhebliches Gewicht zu (vgl. BVerfG-Beschluss vom 11.&nbsp;Juni 1980&nbsp;&nbsp;1&nbsp;PBvU&nbsp;1\/79, BVerfGE 54, 277, unter C.III.1., und BGH-Urteil vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2013 XI&nbsp;ZR&nbsp;227\/12, BGHZ 197, 21, jeweils m.w.N.). Es gen&uuml;gt aber nicht, dass sich Voraussetzungen oder Rechtsfolgen allein der Gesetzesbegr&uuml;ndung entnehmen lassen. Der sogenannte Wille des Gesetzgebers bzw. der am Gesetzgebungsverfahren Beteiligten kann hiernach bei der Interpretation nur insoweit ber&uuml;cksichtigt werden, als er auch im Text Niederschlag gefunden hat (vgl. BVerfG-Urteil vom 16.&nbsp;Februar 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvE&nbsp;1\/83&nbsp;u.a., BVerfGE 62, 1, unter C.II.3.a, und BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juli 2012 I&nbsp;R&nbsp;101\/10, BFHE 238, 362, BStBl II 2013, 165, jeweils m.w.N.). Die Gesetzesmaterialien d&uuml;rfen nicht dazu verleiten, die subjektiven Vorstellungen der gesetzgebenden Instanzen dem objektiven Gesetzesinhalt gleichzusetzen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 62, 1, unter C.II.3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Steuerbeg&uuml;nstigungsvorschriften, zu denen auch &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG z&auml;hlt, sind weder unter dem Gesichtspunkt einer gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen F&ouml;rderung weit noch buchst&auml;blich eng auszulegen. Entscheidend f&uuml;r die Auslegung ist vielmehr, ob aus dem Gesetz heraus belegt werden kann, dass dieses den zur Entscheidung anstehenden Lebenssachverhalt beg&uuml;nstigt. Bei der Auslegung ist der Beg&uuml;nstigungszweck zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2001 IV&nbsp;R&nbsp;49\/99, BFHE 195, 257, BStBl II 2001, 437).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist eine wortlauteinschr&auml;nkende Auslegung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Sinn und Zweck der Vorschrift lassen sich keine Anhaltspunkte daf&uuml;r entnehmen, dass sie nur f&uuml;r vorwiegend genutzte Nebenwohnungen gelten sollte. Der Gesetzgeber hat in eindeutiger Weise geregelt, dass eine Wohnung, die eine verheiratete, nicht dauernd vom Ehepartner getrennt lebende Person aus &uuml;berwiegend beruflichen Gr&uuml;nden innehat, keine Zweitwohnung ist, wenn die gemeinsame Wohnung der Eheleute die Hauptwohnung ist und au&szlig;erhalb des Gebietes von Hamburg belegen ist. Auch die Ankn&uuml;pfung in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HmbZWStG an die Nebenwohnung i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 HmbMG belegt, dass der zeitliche Umfang der Nutzung einer Nebenwohnung f&uuml;r die Zweitwohnungsteuer keine Bedeutung hat. Gesonderte Regelungen, aus denen sich eine Beschr&auml;nkung der Steuerbeg&uuml;nstigung ergeben k&ouml;nnte, enth&auml;lt das HmbZWStG nicht. Aus diesem Grund ist es unerheblich, welche subjektiven Vorstellungen der Hamburger Gesetzgeber mit der Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG verbunden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Im &Uuml;brigen ist selbst aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung nicht hinreichend erkennbar, dass die Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG eine vorwiegende Nutzung der Nebenwohnung voraussetzen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG wurde durch das Zweite Gesetz zur &Auml;nderung des Zweitwohnungsteuergesetzes vom 11.&nbsp;April 2006 (Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt 2006, 168) eingef&uuml;gt. Mit der Gesetzes&auml;nderung sollte das HmbZWStG an die Entscheidung des BVerfG vom 11.&nbsp;Oktober 2005&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1232\/00, 1&nbsp;BvR&nbsp;2627\/03 (BVerfGE 114, 316) angepasst werden (B&uuml;rgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg &#8211;B&uuml;Hmb&#8211;, Drucks 18\/3627, S.&nbsp;2). Nach dieser Entscheidung des BVerfG verst&ouml;&szlig;t die Erhebung der Zweitwohnungsteuer auf das Innehaben einer aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltenen Wohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Verheirateten, dessen eheliche Wohnung sich in einer anderen Gemeinde befindet, gegen Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Gesetzesbegr&uuml;ndung (B&uuml;HmbDrucks 18\/3627, S.&nbsp;2) wird weiter ausgef&uuml;hrt, dass in F&auml;llen, in denen zwingend die au&szlig;erhalb Hamburgs belegene Ehe- bzw. Familienwohnung melderechtlich die Hauptwohnung sei, der Inhaber der Nebenwohnung seiner Berufst&auml;tigkeit von der Hauptwohnung aus aber nicht nachgehen k&ouml;nne und deshalb am Ort der Besch&auml;ftigung eine in Hamburg belegene Nebenwohnung innehabe, die beruflichen Gr&uuml;nde f&uuml;r das Innehaben der Zweitwohnung &uuml;berwiegen w&uuml;rden und dazu f&uuml;hrten, dass eine Zweitwohnungsteuer nicht mehr erhoben werde. Eine aus den genannten Gr&uuml;nden genutzte weitere Wohnung sei durch die &Auml;nderung der Vorschrift keine Zweitwohnung im Sinne des HmbZWStG. Zudem ergebe sich aus der Formulierung, dass die von der Zweitwohnungsteuer auszunehmende Wohnung nicht von beiden Ehegatten gehalten werden d&uuml;rfe. Der durch die Entscheidung des BVerfG angesprochene Personenkreis sei in Hamburg bislang zweitwohnungsteuerpflichtig gewesen (B&uuml;HmbDrucks 18\/3627, S.&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Begr&uuml;ndung ist nicht zu entnehmen, dass die Nebenwohnung in Hamburg nur dann keine Zweitwohnung sein soll, wenn sie von dem dort gemeldeten Ehepartner vorwiegend genutzt wird. Obwohl in der Gesetzesbegr&uuml;ndung angesprochen wird, dass die Nebenwohnung nicht von beiden Ehegatten gehalten werden d&uuml;rfe, wird in keiner Weise zum Umfang der Nutzung dieser Nebenwohnung Stellung genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch durch die Bezugnahme auf den BVerfG-Beschluss in BVerfGE 114, 316 wird nicht hinreichend deutlich, dass eine unter &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG fallende Wohnung eine vorwiegende Nutzung dieser Wohnung voraussetzen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r eine solche Auslegung reicht es nicht aus, dass die Entscheidung des BVerfG F&auml;lle betrifft, in denen es durch melderechtliche Regelungen f&uuml;r Verheiratete ausgeschlossen war, die Wohnung am Besch&auml;ftigungsort trotz deren vorwiegender Nutzung zum Hauptwohnsitz zu bestimmen und damit der Heranziehung zur Zweitwohnungsteuer zu entgehen, weil zwingend die vorwiegend genutzte Wohnung der Familie zum Hauptwohnsitz bestimmt wurde (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 114, 316, unter C.II.2.a). Aus der Bezugnahme der Gesetzesbegr&uuml;ndung auf die Entscheidung des BVerfG kann nicht ohne weiteres der Schluss gezogen werden, der Hamburger Gesetzgeber habe die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG ausschlie&szlig;lich auf die vom BVerfG entschiedenen Sachverhaltsgestaltungen beschr&auml;nken wollen. Denn die Entscheidung des BVerfG enth&auml;lt zugleich grundlegende Ausf&uuml;hrungen zu dem von Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG gesch&uuml;tzten ehelichen Zusammenleben (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 114, 316, unter C.II.2.). Danach erfasst der Schutzbereich des Grundrechts aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG die Entscheidung der Eheleute zusammenzuwohnen. Staatliche Ma&szlig;nahmen, die das r&auml;umliche Zusammenleben der Ehegatten erschweren, greifen in diesen Schutzbereich ein. Zur Ehe als einer auf Dauer angelegten Gemeinschaft geh&ouml;rt, dass diese Entscheidung zur gemeinsamen Wohnung auch bei einer beruflichen Ver&auml;nderung eines Ehegatten, die mit einem Ortswechsel verbunden ist, aufrechterhalten bleibt. Gleiches gilt, wenn die Ehegatten schon bei der Eheschlie&szlig;ung ihrer Berufst&auml;tigkeit nicht von einer Wohnung aus nachgehen k&ouml;nnen. Auch dann ist die Begr&uuml;ndung einer gemeinsamen Wohnung durch die Eheleute und die Nutzung der Zweitwohnung nur f&uuml;r die Berufsaus&uuml;bung eine spezifische Auspr&auml;gung des ehelichen Zusammenlebens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat das BVerfG (Beschluss in BVerfGE 114, 316, unter C.II.) ausdr&uuml;cklich offen gelassen, ob Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG auch in anderen Fallkonstellationen der Zweitwohnungsteuererhebung verletzt sein kann (vgl. BVerfG-Beschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1159\/11, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2014, 845, unter B.I.2.a). Selbst der Tenor der Entscheidung beschr&auml;nkt sich darauf, die ma&szlig;geblichen Satzungsbestimmungen insoweit mit Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG unvereinbar und nichtig zu erkl&auml;ren, als auch das Innehaben einer aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltenen Wohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Verheirateten, dessen eheliche Wohnung sich in einer anderen Gemeinde befindet, besteuert wird. Auf den Umfang der Nutzung der Erwerbszweitwohnung wird nicht abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist deshalb zumindest nicht auszuschlie&szlig;en, dass sich nach der Vorstellung des Hamburger Gesetzgebers die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG auf eine aus &uuml;berwiegend beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Verheirateten unabh&auml;ngig vom zeitlichen Umfang der Nutzung erstrecken sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Eine wortlauteinschr&auml;nkende Auslegung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG ist nicht aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden geboten. Die Beg&uuml;nstigung einer zeitlich nicht &uuml;berwiegend genutzten Erwerbszweitwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Verheirateten bei der Zweitwohnungsteuer verst&ouml;&szlig;t nicht gegen den Gleichheitssatz gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichheitsrechtlicher Ausgangspunkt im Steuerrecht ist der Grundsatz der Lastengleichheit. Die Steuerpflichtigen m&uuml;ssen dem Grundsatz nach durch ein Steuergesetz rechtlich und tats&auml;chlich gleichm&auml;&szlig;ig belastet werden (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;611\/07, 1&nbsp;BvR&nbsp;2464\/07, BVerfGE 126, 400, unter B.I.2.a, und vom 7.&nbsp;April 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1432\/10, HFR 2015, 695). Der Gleichheitssatz bel&auml;sst dem Gesetzgeber einen weitreichenden Entscheidungsspielraum sowohl bei der Auswahl des Steuergegenstands als auch bei der Bestimmung des Steuersatzes (vgl. BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;Januar 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1656\/09, BVerfGE 135, 126, Rz&nbsp;56). Abweichungen von der mit der Wahl des Steuergegenstands einmal getroffenen Belastungsentscheidung m&uuml;ssen sich indessen ihrerseits am Gleichheitssatz messen lassen (Gebot der folgerichtigen Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestands). Demgem&auml;&szlig; bed&uuml;rfen sie eines besonderen sachlichen Grundes, der die Ungleichbehandlung zu rechtfertigen vermag (vgl. BVerfG-Urteile vom 5.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;3\/11, BVerfGE 137, 350, Rz&nbsp;41, und vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;21\/12, BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;123, m.w.N.). Dabei steigen die Anforderungen an den Rechtfertigungsgrund mit Umfang und Ausma&szlig; der Abweichung (vgl. BVerfG-Urteil in BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;123).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beg&uuml;nstigung nicht vorwiegend genutzter Erwerbszweitwohnungen verheirateter Personen durch &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG f&uuml;hrt nicht zu einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber unverheirateten Personen. Die Differenzierung zwischen den beiden Personengruppen ist gerechtfertigt (vgl. Oberverwaltungsgericht f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28.&nbsp;April 2011&nbsp;&nbsp;14&nbsp;A&nbsp;585\/11, Gemeindehaushalt 2011, 166; a.A. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 21.&nbsp;Februar 2013&nbsp;&nbsp;4&nbsp;ZB&nbsp;12.1040, n.v.; Bayerischer Verfassungsgerichtshof, Beschluss vom 12.&nbsp;Januar 2015 Vf. 30-VI-13, Bayerische Verwaltungsbl&auml;tter 2015, 522). Denn nach &sect;&nbsp;1353 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) sind die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet; sie tragen f&uuml;reinander Verantwortung. Dieser Rechtspflicht unterliegt eine unverheiratete Person nicht. Kommen Eheleute der ihnen obliegenden Verpflichtung nach und nutzt ein Ehegatte die aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung nicht vorwiegend, tr&auml;te bei einer wortlauteinschr&auml;nkenden Auslegung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG eine Belastung mit Zweitwohnungsteuer ein. Diese Belastung w&uuml;rde nur dann entfallen, wenn der Ehegatte die Nebenwohnung vorwiegend nutzt und damit seine gesetzlich auferlegte Verpflichtung zur ehelichen Lebensgemeinschaft verletzt, obwohl ihm tats&auml;chlich eine Erf&uuml;llung m&ouml;glich w&auml;re. Sind die Ehegatten in verschiedenen, voneinander weit entfernten Gemeinden berufst&auml;tig und erheben beide Gemeinden Zweitwohnungsteuer f&uuml;r das Innehaben nicht vorwiegend genutzter Nebenwohnungen, k&ouml;nnten die Eheleute die Zweitwohnungsteuer ebenfalls nur vermeiden, wenn ein Ehegatte seine Erwerbszweitwohnung vorwiegend nutzen w&uuml;rde; eine Verlegung des Hauptwohnsitzes f&uuml;hrte nicht zur Vermeidung der Zweitwohnungsteuer. Im Hinblick darauf ist es einem Normgeber nicht verwehrt, bei der Zweitwohnungsteuer die besondere Situation von Ehegatten zu ber&uuml;cksichtigen und das Innehaben einer Erwerbszweitwohnung nicht mit Zweitwohnungsteuer zu belasten, selbst wenn der dort gemeldete Ehegatte diese nicht vorwiegend nutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Aus diesen Gr&uuml;nden kann dahinstehen, ob f&uuml;r eine aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung &uuml;berhaupt Zweitwohnungsteuer erhoben werden kann. Die Zweitwohnungsteuer ist eine &ouml;rtliche Aufwandsteuer gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;105 Abs.&nbsp;2a GG (vgl. BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1275\/79, BVerfGE 65, 325). Eine Aufwandsteuer kann nach der Rechtsprechung des BVerwG nicht f&uuml;r Gegenst&auml;nde oder Dienstleistungen erhoben werden, die nicht der Einkommensverwendung, sondern der Einkommenserzielung dienen (vgl. BVerwG-Urteile vom 11.&nbsp;Juli 2012&nbsp;&nbsp;9&nbsp;CN&nbsp;1.11, BVerwGE 143, 301, und 9&nbsp;CN&nbsp;2.11, Kommunaljurist 2012, 387, m.w.N.). Dem steht nicht entgegen, dass das BVerwG (vgl. Urteil in BVerwGE 143, 301, unter 1.b) in Bezug auf die Zweitwohnungsteuer die Zurechnung der aus Erwerbsgr&uuml;nden angemieteten Zweitwohnung zur Sph&auml;re des privaten Konsums f&uuml;r bestimmte Fallgestaltungen als gerechtfertigt angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall ist f&uuml;r die vom Kl&auml;ger in Hamburg genutzte Nebenwohnung keine Zweitwohnungsteuer zu erheben. Die Nebenwohnung erf&uuml;llt alle Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;c HmbZWStG. Der dort gemeldete Kl&auml;ger, der von seiner Ehefrau nicht dauernd getrennt lebte, hatte die Wohnung ausschlie&szlig;lich wegen seiner beruflichen T&auml;tigkeit in Hamburg inne. Die gemeinsame Wohnung der Eheleute befand sich au&szlig;erhalb des Gebietes von Hamburg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.9.2015, II R 13\/14 Keine Hamburger Zweitwohnungsteuer f&uuml;r eine aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines Verheirateten Leits&auml;tze 1. Die aus beruflichen Gr&uuml;nden gehaltene Nebenwohnung eines nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartners ist nach &sect; 2 Abs. 5 Buchst. c HmbZWStG unabh&auml;ngig vom zeitlichen Umfang der Nutzung von der Zweitwohnungsteuer befreit. 2. 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