{"id":65547,"date":"2015-12-12T13:46:43","date_gmt":"2015-12-12T11:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65547"},"modified":"2015-12-12T13:46:43","modified_gmt":"2015-12-12T11:46:43","slug":"vii-b-55-15-ausfuhrerstattung-sanktion-fuer-in-unzutreffender-hoehe-beantragte-ausfuhrerstattung-trotz-zutreffender-tatsaechlicher-angaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-55-15-ausfuhrerstattung-sanktion-fuer-in-unzutreffender-hoehe-beantragte-ausfuhrerstattung-trotz-zutreffender-tatsaechlicher-angaben\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;55\/15 &#8211; Ausfuhrerstattung: Sanktion f&uuml;r in unzutreffender H&ouml;he beantragte Ausfuhrerstattung trotz zutreffender tats&auml;chlicher Angaben"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.9.2015, VII B 55\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausfuhrerstattung: Sanktion f&uuml;r in unzutreffender H&ouml;he beantragte Ausfuhrerstattung trotz zutreffender tats&auml;chlicher Angaben<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 24. Februar 2015&nbsp;&nbsp;4 K 113\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Verfahren befindet sich im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Inanspruchnahme von Ausfuhrerstattung f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) zwischen 1997 und 1998 Rindfleisch in Drittl&auml;nder aus, das aus sog. Isolierschlachtbetrieben stammte. Nachdem das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Erlass vom 16.&nbsp;September 1997 die Auffassung vertreten hatte, Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben sei nicht erstattungsf&auml;hig (was sp&auml;ter mit Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; SEPA vom 26.&nbsp;Mai 2005 C-409\/03, EU:C:2005:319, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2005, 336-337 best&auml;tigt wurde), forderte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die gew&auml;hrten Erstattungen zur&uuml;ck. Die R&uuml;ckforderungsbescheide sind bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem verh&auml;ngte das HZA mit Bescheid vom 23.&nbsp;November 1999 gegen die Kl&auml;gerin eine (mit sp&auml;terem &Auml;nderungsbescheid reduzierte) Sanktion mit der Begr&uuml;ndung, die Kl&auml;gerin habe eine h&ouml;here als die ihr zustehende Erstattung beantragt und somit die Voraussetzungen des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;3665\/87 (VO Nr.&nbsp;3665\/87) der Kommission vom 27.&nbsp;November 1987 &uuml;ber gemeinsame Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;351\/1 i.d.F. der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;2945\/94 &#8211;VO&nbsp;Nr.&nbsp;2945\/94&#8211; der Kommission vom 2.&nbsp;Dezember 1994 zur &Auml;nderung der Verordnung (EWG) VO Nr.&nbsp;3665\/87 &uuml;ber gemeinsame Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen hinsichtlich Sanktionen und der R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlter Betr&auml;ge, ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;310\/57) erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die hiergegen erhobene Klage im ersten Rechtsgang abgewiesen. Im anschlie&szlig;enden Revisionsverfahren hat der beschlie&szlig;ende Senat das Verfahren mit Beschluss vom 7.&nbsp;September 2011 VII&nbsp;R&nbsp;45\/10 (BFHE 235, 65, ZfZ 2011, 328) ausgesetzt und den EuGH um Vorabentscheidung ersucht, ob eine Sanktion gegen einen Ausf&uuml;hrer zu verh&auml;ngen ist, der unter zutreffender Darstellung des f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattung ma&szlig;geblichen Sachverhalts einen Erstattungsantrag stellt, obwohl f&uuml;r die betreffende Ausfuhr ein Erstattungsanspruch tats&auml;chlich nicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat auf dieses Vorabentscheidungsersuchen mit Urteil SEPA vom 6.&nbsp;Dezember 2012 C-562\/11 (EU:C:2012:779, ZfZ 2013, 52) entschieden, Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;3665\/87 in der hier anzuwendenden Fassung sei dahin auszulegen, dass vorbehaltlich der in dessen Unterabs.&nbsp;3 vorgesehenen Befreiungen die Sanktion gem&auml;&szlig; Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a zu verh&auml;ngen sei, wenn sich erweise, dass die Ware, f&uuml;r deren Ausfuhr eine Erstattung beantragt worden sei, nicht von gesunder und handels&uuml;blicher Qualit&auml;t gewesen sei. Dies gelte auch dann, wenn der Ausf&uuml;hrer in gutem Glauben gewesen sei und Art und Herkunft der Ware zutreffend beschrieben habe. Allerdings habe die Kl&auml;gerin vorgetragen, dass sich die zust&auml;ndigen deutschen Beh&ouml;rden, bevor der Erlass ergangen sei, dem zufolge Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben keine handels&uuml;bliche Qualit&auml;t habe, auf die gegenteilige Annahme gest&uuml;tzt h&auml;tten, dass der genannte Erlass nicht ver&ouml;ffentlicht worden sei und dass sie (die Kl&auml;gerin), sobald sie von ihm Kenntnis erlangt habe, keine weiteren Antr&auml;ge auf Ausfuhrerstattungen f&uuml;r diese Waren mehr gestellt habe. Es sei vom nationalen Gericht zu pr&uuml;fen, ob diese Angaben zutr&auml;fen und ob nicht andere Gesichtspunkte ihrer Erheblichkeit entgegenst&uuml;nden. Vorbehaltlich dieser Pr&uuml;fung k&ouml;nne eine Gesamtheit solcher besonderen Umst&auml;nde einem Ausnahmefall i.S. des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;3665\/87 gleichgestellt werden (Rz 35, 36 des vorgenannten Urteils).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der beschlie&szlig;ende Senat hat daraufhin mit Urteil vom 14.&nbsp;Mai 2013 VII&nbsp;R&nbsp;45\/10 (BFHE 242, 466, ZfZ 2013, 278) die Vorentscheidung aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen. Es bed&uuml;rfe tatrichterlicher Kl&auml;rung, ob die Voraussetzungen f&uuml;r ein ausnahmsweises Entfallen der Sanktion gem&auml;&szlig; der eingeholten Vorabentscheidung des EuGH im Streitfall vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang hat das FG den angefochtenen Sanktionsbescheid aufgehoben, soweit die festgesetzte Sanktion einen Betrag von 53.004,18&nbsp;EUR &uuml;bersteigt, die Klage im &Uuml;brigen jedoch abgewiesen. Das FG hat die Voraussetzungen eines Ausnahmefalls i.S. des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 &uuml;berwiegend als erf&uuml;llt angesehen, da die Kl&auml;gerin nach damaliger Verwaltungspraxis habe annehmen d&uuml;rfen, die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden gingen davon aus, Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben sei erstattungsf&auml;hig. Daran habe der BMF-Erlass vom 16.&nbsp;September 1997 zun&auml;chst nichts ge&auml;ndert, da dieser nicht ver&ouml;ffentlicht worden sei und das HZA auch nach diesem Zeitpunkt weiterhin die beantragten Erstattungen gew&auml;hrt habe. Erst Mitte Januar 1998 habe die Kl&auml;gerin durch ein Telefonat mit dem zust&auml;ndigen Sachbearbeiter des HZA erfahren, dass Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben nach Auffassung des BMF nicht erstattungsf&auml;hig sei. Trotz dieser Kenntnis habe die Kl&auml;gerin in der Folgezeit in 19 Erstattungsverfahren, in denen ihr Ausfuhrerstattung als Vorschuss gezahlt worden sei, die Freigabe der Sicherheiten beantragt. Insoweit seien die Voraussetzungen f&uuml;r ein Entfallen der Sanktion nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, die sie auf den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) in Gestalt eines &quot;gravierenden Rechtsanwendungsfehlers&quot; st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil der geltend gemachte Zulassungsgrund schon nicht schl&uuml;ssig dargelegt ist, wie es &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit sich die Beschwerde gegen die Feststellung des FG wendet, die Kl&auml;gerin habe ab Mitte Januar 1998 Kenntnis von der ge&auml;nderten Rechtsauffassung des HZA &uuml;ber die Erstattungsf&auml;higkeit von Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben gehabt, und meint, sie habe aufgrund des Telefonats allenfalls von entsprechenden Zweifeln des HZA an der Erstattungsf&auml;higkeit ausgehen k&ouml;nnen, w&uuml;rdigt sie die Tatsachen anders, als es das FG getan hat, legt aber keinen Rechtsanwendungsfehler dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Anders als die Beschwerde meint, liegt auch im &Uuml;brigen kein Rechtsanwendungsfehler des FG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG zu Recht entschieden hat, sind in den hier streitigen Erstattungsf&auml;llen die Voraussetzungen des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a VO Nr.&nbsp;3665\/87 gegeben, weil die Kl&auml;gerin eine h&ouml;here als die ihr zustehende Ausfuhrerstattung beantragt hat, und die Voraussetzungen der Ausnahmeregelung des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;3665\/87 nach ihrem Wortlaut und in Anbetracht des EuGH-Urteils SEPA (EU:C:2012:779, ZfZ 2013, 52) &#8211;wie das FG zutreffend formuliert hat&#8211; &quot;im strengen Sinne nicht erf&uuml;llt sind&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts der besonderen Umst&auml;nde des Streitfalls hat der EuGH in vorgenanntem Urteil lediglich die M&ouml;glichkeit angedeutet, die Gesamtheit solcher besonderen Umst&auml;nde einem Ausnahmefall i.S. des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 gleichzustellen. Zwar hat sich der EuGH zu diesem Hinweis veranlasst gesehen, weil die Kl&auml;gerin geltend gemacht hatte, die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden h&auml;tten damals Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben f&uuml;r erstattungsf&auml;hig gehalten, h&auml;tten die sp&auml;tere &Auml;nderung dieser Auffassung zun&auml;chst nicht ver&ouml;ffentlicht und sie (die Kl&auml;gerin) habe nach Kenntniserlangung von der ge&auml;nderten Verwaltungsauffassung keine weiteren Antr&auml;ge auf Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattungen mehr gestellt. Der EuGH hat indes keine konkreten Voraussetzungen genannt, die f&uuml;r eine Gleichstellung mit dem in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;3665\/87 geregelten Ausnahmefall erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, sondern hat die Gesamtw&uuml;rdigung ggf. vorliegender besonderer Umst&auml;nde dem nationalen Gericht &uuml;berlassen. Der beschlie&szlig;ende Senat hat insoweit mit Urteil in BFHE 242, 466, ZfZ 2013, 278 &quot;eine umfassende und die einzelnen Umst&auml;nde in ihrem Gewicht abw&auml;gende Betrachtung und Bewertung der Situation&quot; f&uuml;r erforderlich gehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist dem im zweiten Rechtsgang nachgekommen und hat, soweit es die Klage hinsichtlich der Sanktionen f&uuml;r die hier noch streitigen Erstattungsverfahren abgewiesen hat, zutreffend entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die (von der Beschwerde als in dieser Form nicht richtig bem&auml;ngelte) Feststellung des FG, die Kl&auml;gerin habe Mitte Januar 1998 gewusst, dass Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben nach Auffassung des BMF nicht erstattungsf&auml;hig sei, w&auml;re f&uuml;r den Senat im angestrebten Revisionsverfahren bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn aber die Kl&auml;gerin in Kenntnis der jedenfalls zweifelhaften Erstattungsf&auml;higkeit der ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse gleichwohl f&uuml;r laufende Verfahren Antr&auml;ge auf Freigabe der Sicherheiten und damit der endg&uuml;ltigen Gew&auml;hrung der Ausfuhrerstattung stellte, liegen mit diesen Erstattungsverfahren keine F&auml;lle vor, die dem in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 geregelten Ausnahmefall gleichgestellt werden k&ouml;nnen. Aus dem EuGH-Urteil SEPA (EU:C:2012:779, ZfZ 2013, 52) und dem Senatsurteil in BFHE 242, 466, ZfZ 2013, 278 ergibt sich nichts anderes. Wenn auch in diesen Entscheidungen von Antr&auml;gen auf Ausfuhrerstattungen bzw. der Abgabe der Ausfuhranmeldungen die Rede ist, so hatten doch ersichtlich weder der EuGH noch der beschlie&szlig;ende Senat Antr&auml;ge auf vorschussweise Gew&auml;hrung der Ausfuhrerstattung und die diesbez&uuml;gliche Besonderheit vor Augen, dass in diesen F&auml;llen Ausfuhrerstattung ohne Pr&uuml;fung der rechtlichen Voraussetzungen vorl&auml;ufig gegen Sicherheit gezahlt und erst durch die Freigabe der Sicherheit endg&uuml;ltig gew&auml;hrt wird, wenn der Ausf&uuml;hrer die erforderlichen Nachweise beigebracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Frage, ob bei in nicht zutreffender H&ouml;he beantragter vorschussweiser Ausfuhrerstattung besondere Umst&auml;nde einem Ausnahmefall i.S. des Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 gleichgestellt werden k&ouml;nnen, ist &#8211;anders als die Beschwerde meint&#8211; die Ausfuhranmeldung nicht das entscheidende Dokument. Die in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 vorgesehenen Sanktionen sollen die Ausf&uuml;hrer zu sorgf&auml;ltigem, vorschriftsm&auml;&szlig;igem Handeln anhalten und damit unrechtm&auml;&szlig;ige Zahlungen zu Lasten des Unionshaushalts vermeiden helfen (Erw&auml;gungsgr&uuml;nde der VO Nr.&nbsp;2945\/94). Erg&auml;nzend hierzu enth&auml;lt Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO&nbsp;Nr.&nbsp;3665\/87 ersichtlich den Tatbestand einer sanktionsbefreienden Selbstanzeige und verlangt vom Ausf&uuml;hrer, von sich aus die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde auf drohende unrechtm&auml;&szlig;ige Zahlungen hinzuweisen. Derjenige Ausf&uuml;hrer, der Ausfuhrerstattung als Vorschuss erhalten hat und trotz erkennbarer Zweifel an der Erstattungsf&auml;higkeit der ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse die endg&uuml;ltige Gew&auml;hrung der Ausfuhrerstattung durch Freigabe der Sicherheit beantragt, erf&uuml;llt diese Voraussetzungen nicht, auch wenn ihm im (fr&uuml;heren) Zeitpunkt der Annahme der Ausfuhranmeldung derartige Zweifel noch nicht bekannt waren. Durch den Antrag auf endg&uuml;ltige Gew&auml;hrung der Ausfuhrerstattung trotz zweifelhafter Erstattungsf&auml;higkeit wendet er das Risiko einer unrechtm&auml;&szlig;igen Zahlung der Ausfuhrerstattung zu Lasten des Unionshaushalts nicht ab, sondern erh&ouml;ht dieses Risiko. Deshalb kommt eine Gleichstellung mit dem in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;3665\/87 geregelten Ausnahmefall nicht in Betracht. Dies hat das FG zutreffend erkannt, ohne dass eine weitere Kl&auml;rung dieser Frage in einem Revisionsverfahren erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich ist der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung in Gestalt eines &quot;gravierenden Rechtsanwendungsfehlers&quot; weder schl&uuml;ssig dargelegt noch liegt er vor, soweit die Beschwerde die fehlende Auseinandersetzung des FG mit der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;450\/2000 der Kommission vom 28.&nbsp;Februar 2000 zur &Auml;nderung der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;2698\/1999 zur Festsetzung der Ausfuhrerstattungen im Rindfleischsektor (ABlEG Nr.&nbsp;L 55\/24) bem&auml;ngelt. Diese Verordnung &auml;ndert nichts daran, dass Fleisch aus Isolierschlachtbetrieben auch schon im hier streitigen Zeitraum nicht von handels&uuml;blicher Qualit&auml;t und deshalb nicht erstattungsf&auml;hig war und die Kl&auml;gerin somit &#8211;wie auch im Streitfall rechtsbest&auml;ndig festgestellt&#8211; eine h&ouml;here als die ihr zustehende Ausfuhrerstattung beantragt hat (vgl. auch: Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;Juli 2010 VII&nbsp;B&nbsp;217\/08, BFH\/NV 2011, 577).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.9.2015, VII B 55\/15 Ausfuhrerstattung: Sanktion f&uuml;r in unzutreffender H&ouml;he beantragte Ausfuhrerstattung trotz zutreffender tats&auml;chlicher Angaben Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 24. Februar 2015&nbsp;&nbsp;4 K 113\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. 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