{"id":6555,"date":"2012-11-30T21:51:37","date_gmt":"2012-11-30T19:51:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6555"},"modified":"2012-11-30T21:51:37","modified_gmt":"2012-11-30T19:51:37","slug":"vii-r-24-10-keine-ausfuhrerstattung-fuer-rindfleisch-wenn-sich-die-ordnungsgemaesse-durchfuehrung-des-bse-schnelltests-nicht-nachweisen-laesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-10-keine-ausfuhrerstattung-fuer-rindfleisch-wenn-sich-die-ordnungsgemaesse-durchfuehrung-des-bse-schnelltests-nicht-nachweisen-laesst\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;24\/10 &#8211; Keine Ausfuhrerstattung f&uuml;r Rindfleisch, wenn sich die ordnungsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung des BSE-Schnelltests nicht nachweisen l&auml;sst"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.1.2012, VII R 24\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ausfuhrerstattung f&uuml;r Rindfleisch, wenn sich die ordnungsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung des BSE-Schnelltests nicht nachweisen l&auml;sst<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) meldete am 2. Juli 2001 eine Sendung gefrorenen Rindfleischs zur Ausfuhr nach Russland an, f&uuml;r welche sie die Zahlung von Ausfuhrerstattung beantragte. Nach dem vorgelegten Veterin&auml;rzertifikat vom 28. Juni 2001 stammte das Fleisch (u.a.) aus einem Schlachtbetrieb mit der Zulassungsnummer ES X. Nachdem in der Folgezeit das Bundesministerium der Finanzen (BMF) durch ein Schreiben des Bundesministeriums f&uuml;r Verbraucherschutz, Ern&auml;hrung und Landwirtschaft (BMVEL) vom 25. April 2002 dar&uuml;ber unterrichtet worden war, dass (u.a.) dieser Schlachtbetrieb im Zeitraum 27. M&auml;rz bis 28. September 2001 von fehlerhaft durchgef&uuml;hrten BSE-Schnelltests in einem bestimmten zugelassenen Labor betroffen war, setzte das BMF die Zahlung von Ausfuhrerstattungen zun&auml;chst aus. Im Oktober 2003 bat der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Kl&auml;gerin um Mitteilung der Zeitpunkte der Schlachtungen in dem betroffenen Schlachtbetrieb. Darauf teilte diese im M&auml;rz 2004 mit, ihr l&auml;gen hier&uuml;ber keine Unterlagen vor. In der Folge lehnte das HZA die Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattung mit der Begr&uuml;ndung ab, die ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse entspr&auml;chen nicht den Bedingungen des Art. 21 Abs. 1 Unterabs. 1 und 2 der Verordnung (EG) Nr. 800\/1999 (VO Nr. 800\/1999) der Kommission vom 15. April 1999 &uuml;ber gemeinsame Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 102\/11). Der Einspruch der Kl&auml;gerin blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die hiergegen erhobene Klage verpflichtete das Finanzgericht (FG) das HZA, die beantragte Erstattung zu gew&auml;hren. Der Ausf&uuml;hrer habe die Erstattungsvoraussetzung der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t der Ausfuhrerzeugnisse nachzuweisen, falls insoweit Zweifel best&uuml;nden. Entsprechende Zweifel habe das HZA ge&auml;u&szlig;ert, weil die Kl&auml;gerin den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechende BSE-Schnelltests in einem hierf&uuml;r zugelassenen Labor nicht habe nachweisen k&ouml;nnen. Zwar sei davon auszugehen, dass mit dem Ergebnis des Schnelltests der Nachweis der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t des Fleischs nur erbracht werden k&ouml;nne, wenn der Test ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrt worden sei. Die Kl&auml;gerin habe aber durch Vorlage des Veterin&auml;rzertifikats den Beweis daf&uuml;r erbracht, dass das Fleisch von Tieren aus BSE-freien Best&auml;nden stamme und nach der Schlachtung keine Anzeichen einer BSE-Erkrankung festgestellt worden seien. Die sich aus &quot;dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen den Zweifeln (&#8230;) an der ordnungsgem&auml;&szlig;en Durchf&uuml;hrung des BSE-Schnelltests einerseits und der von der Kl&auml;gerin vorgelegten Beweisurkunde (Veterin&auml;rzertifikat)&quot; andererseits ergebenden beweisrechtlichen Probleme gingen zu Lasten des HZA. Keine der an dem Ausfuhrverfahren beteiligten Personen, deren Verhalten dem Ausf&uuml;hrer zugerechnet werden k&ouml;nne, habe Einfluss darauf, wo und wie der Test durchgef&uuml;hrt werde. Im Nachhinein k&ouml;nne der Ausf&uuml;hrer die gesunde und handels&uuml;bliche Qualit&auml;t der Erzeugnisse nicht mehr nachweisen. Er sei darauf angewiesen, dass die Proben ordnungsgem&auml;&szlig; genommen und in dem zugelassenen Institut nach den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften untersucht w&uuml;rden. G&auml;be es insoweit Unregelm&auml;&szlig;igkeiten, werde dem Ausf&uuml;hrer die Beweisf&uuml;hrung durch ein Verhalten einer staatlichen Stelle, n&auml;mlich des Amtsveterin&auml;rs, das in der Sph&auml;re des HZA anzusiedeln sei, unm&ouml;glich gemacht. Deshalb bestehe im Streitfall keine Verpflichtung der Kl&auml;gerin, weitere Nachweise f&uuml;r die gesunde und handels&uuml;bliche Qualit&auml;t der Erzeugnisse zu erbringen, zumal nichts f&uuml;r einen BSE-Befall spreche und in dem betreffenden Labor keine falschen Bescheinigungen zur Verschleierung der Herkunft des untersuchten Fleischs ausgestellt, sondern lediglich technische Fehler bei der Durchf&uuml;hrung der Tests gemacht worden seien. Es best&uuml;nden auch keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass das aus dem Schlachtbetrieb ES X stammende Fleisch tats&auml;chlich in dem Zeitraum 27. M&auml;rz bis 28. September 2001 in dem betreffenden Labor getestet worden und die konkreten Tests fehlerhaft gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das HZA geltend, es l&auml;gen gewichtige Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme vor, das aus dem Zulieferbetrieb der Kl&auml;gerin, dem Schlachthof ES X, stammende Rindfleisch sei in einem bestimmten zugelassenen Labor nicht ordnungsgem&auml;&szlig; auf BSE getestet worden, und zwar w&auml;hrend eines Zeitraums, in dem die streitige Sendung der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrt worden sei. Hinsichtlich der nicht zu kl&auml;renden Frage, ob und inwieweit diese Ausfuhrsendung von den fehlerhaften Tests betroffen gewesen sei, trage die Kl&auml;gerin die Feststellungslast. Sie habe jedoch aufgrund mangelhafter Dokumentation der Warenbewegungen nicht einmal darlegen k&ouml;nnen, in welchem Umfang sich Fleisch aus dem Schlachthof ES X in ihrer Ausfuhrsendung befunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schlie&szlig;t sich der Auffassung des FG an und meint, es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme, das Fleisch ihrer Ausfuhrsendung sei nicht ordnungsgem&auml;&szlig; auf BSE getestet worden. Das HZA sei au&szlig;erdem an das im Streitfall erteilte Veterin&auml;rzertifikat gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect; 118 Abs. 1 Satz 1 FGO). Der angefochtene die Ausfuhrerstattung versagende Bescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect; 101 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Art. 21 Abs. 1 Unterabs. 1 und 2 der im Streitfall anzuwendenden VO Nr. 800\/1999 wird Ausfuhrerstattung nicht gew&auml;hrt, wenn die Erzeugnisse am Tag der Annahme der Ausfuhranmeldung nicht von gesunder und handels&uuml;blicher Qualit&auml;t sind. Dieser Anforderung entsprechen die Erzeugnisse nur, wenn sie im Gebiet der Union unter normalen Bedingungen und der im Erstattungsantrag aufgef&uuml;hrten Bezeichnung vermarktet werden k&ouml;nnen und, falls diese Erzeugnisse zur menschlichen Ern&auml;hrung bestimmt sind, ihre Verwendung zu diesem Zweck aufgrund ihrer Eigenschaften oder ihres Zustands nicht ausgeschlossen oder wesentlich eingeschr&auml;nkt ist. Es handelt sich hierbei um eine materielle Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattungen (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;EuGH&#8211; vom 1. Dezember 2005 C-309\/04 &#8211;Fleisch-Winter&#8211;, Slg. 2005, I-10349). Das im Streitfall ausgef&uuml;hrte Rindfleisch erf&uuml;llte diese materielle Voraussetzung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wie der erkennende Senat bereits mit Urteil vom 24. August 2010 VII R 47\/09 (BFHE 231, 437, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2010, 334) entschieden hat, waren Rinder im Alter von &uuml;ber 24 Monaten gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 der Verordnung zur fleischhygienerechtlichen Untersuchung von geschlachteten Rindern auf BSE vom 1. Dezember 2000 (BGBl I 2000, 1659) in der Fassung der ersten &Auml;nderungsverordnung vom 25. Januar 2001 (BGBl I 2001, 164) im Rahmen der Fleischuntersuchung mit einem unionsrechtlich anerkannten Test (Schnelltest) in einem daf&uuml;r zugelassenen Labor zu untersuchen. Die Anwendung dieser nationalen und unionsrechtlichen Vorschriften ist im vorliegenden Fall nicht im Streit, so dass insoweit wegen der Einzelheiten auf die Ausf&uuml;hrungen in vorgenanntem Urteil verwiesen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgeschriebenen Schnelltests sind &quot;sonstige Untersuchungen&quot; i.S. des &sect; 5 Abs. 3 Nr. 4 der Fleischhygiene-Verordnung (FlHV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. Juni 2001 (BGBl I 2001, 1366), deren Durchf&uuml;hrung &#8211;mit negativem Ergebnis&#8211; Voraussetzung f&uuml;r die Beurteilung des Fleischs als tauglich zum Genuss f&uuml;r Menschen ist (&sect; 10 des Fleischhygienegesetzes &#8211;FlHG&#8211; i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 FlHV), ohne die es nicht in Verkehr gebracht werden darf. Ein nicht durchgef&uuml;hrter oder nicht den Vorschriften entsprechender Schnelltest steht daher der Verkehrsf&auml;higkeit des Fleischs entgegen. In einem solchen Fall ist die materielle Erstattungsvoraussetzung der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t der Ausfuhrerzeugnisse nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Anders als das FG offenbar meint, geht es im Streitfall nicht um von der Kl&auml;gerin zu erbringende Nachweise, dass es sich nicht um Fleisch aus einem mit einem entsprechenden Ausfuhrverbot belegten Mitgliedstaat handelt, es aus BSE-freien Best&auml;nden stammt und nach der Schlachtung keine Anzeichen einer BSE-Erkrankung festgestellt worden sind, sondern um den Nachweis eines den ma&szlig;gebenden Vorschriften entsprechenden Schnelltests, dem das ausgef&uuml;hrte Rindfleisch unterzogen wurde. Diesen ihr obliegenden Nachweis hat die Kl&auml;gerin nicht erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. a) Der Nachweis der Erstattungsvoraussetzung der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t der Ausfuhrerzeugnisse ist zu verlangen, falls die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde insoweit Zweifel &auml;u&szlig;ert (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10349, Rz 35). Zu der Frage, wann solche Zweifel berechtigt sind und die Nachweispflicht ausl&ouml;sen, hat sich der EuGH in jenem Verfahren, in dem es um Rindfleisch ging, das m&ouml;glicherweise trotz des bestehenden Ausfuhrverbots aus dem Vereinigten K&ouml;nigreich verbracht worden war, nicht erkl&auml;rt, sondern hat &quot;gewisse Anhaltspunkte&quot;, das ausgef&uuml;hrte Rindfleisch &quot;k&ouml;nnte&quot; dem Ausfuhrverbot unterliegen, ausreichen lassen, um dem nationalen Gericht die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen zu &uuml;berlassen (Rz 36 des Urteils).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat in einem Parallelverfahren aus jenem EuGH-Urteil die Auffassung hergeleitet, Anhaltspunkte, die das Verlangen eines Nachweises der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t rechtfertigten, k&ouml;nnten sich nicht nur aufgrund der Beschaffenheit und anderer objektiver Merkmale der Ausfuhrware, sondern auch aus sonstigen, diese Ware mittelbar betreffenden Erkenntnissen ergeben, und hat in Anbetracht der Verdachtsmomente gegen den Lieferanten des Ausf&uuml;hrers die Schlussfolgerung der Vorinstanz, es bestehe ein erheblicher Verdacht, dass die ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse dem Ausfuhrverbot unterlegen h&auml;tten, als m&ouml;glich und rechtlich nicht zu beanstanden angesehen (Senatsbeschluss vom 8. Februar 2008 VII R 21\/03, BFH\/NV 2008, 1219, Rz 20; vgl. auch Senatsbeschluss vom 30. Juli 2010 VII B 187\/09, BFH\/NV 2011, 86, sowie das vorangegangene Urteil des FG Hamburg vom 25. Juni 2009&nbsp;&nbsp;4 K 85\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall ergibt sich aus den Feststellungen des FG und den in Bezug genommenen Unterlagen, insbesondere dem Schreiben des BMVEL an das BMF vom 25. April 2002 nebst Anlagen, dass der Schlachthof ES X in dem Zeitraum, in welchen die streitige Ausfuhr der Kl&auml;gerin f&auml;llt, mit einem Labor zusammengearbeitet hat, das w&auml;hrend dieser Zeit durch fehlerhaft durchgef&uuml;hrte BSE-Schnelltests aufgefallen war und gegen das daraufhin auch strafrechtliche Ermittlungen wegen Versto&szlig;es gegen das FlHG gef&uuml;hrt wurden. Weder einer der Beteiligten noch das FG hat die Richtigkeit dieser Erkenntnisse und die Begr&uuml;ndetheit der entsprechenden Vorw&uuml;rfe gegen das betreffende Labor angezweifelt. Da Teile der streitigen Ausfuhrsendung der Kl&auml;gerin von vorgenanntem Schlachthof bezogen worden waren, liegen somit die Ausfuhrerzeugnisse mittelbar betreffende Erkenntnisse vor, wonach diese nicht dem fleischhygienerechtlich vorgeschriebenen BSE-Schnelltest unterzogen worden sein k&ouml;nnten. Hierbei handelt es sich &#8211;anders als die Kl&auml;gerin offenbar meint&#8211; um eine konkret in Betracht zu ziehende M&ouml;glichkeit und nicht lediglich um einen vagen Verdacht oder eine ins Blaue hinein ge&auml;u&szlig;erte Vermutung des HZA, weshalb es gerechtfertigt erscheint, den Nachweis zu verlangen, dass die streitige Ausfuhrsendung Fleisch enthielt, welches einen ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrten BSE-Schnelltest durchlaufen hatte. Die Schwelle f&uuml;r das Erfordernis eines solchen Nachweises hoch anzusetzen, verbietet sich insbesondere angesichts der vom EuGH hervorgehobenen gesteigerten Pr&uuml;fungspflicht bei unionsrechtlichen Anforderungen zum Schutz der &ouml;ffentlichen Gesundheit vor schweren Krankheiten und Epidemien (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10349, Rz 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass dieser Nachweis eines ordnungsgem&auml;&szlig;en BSE-Schnelltests und damit der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t der ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse nicht erbracht worden ist, wirkt sich zum Nachteil der Kl&auml;gerin aus, da sie insoweit die Feststellungslast zu tragen hat (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10349, Rz 35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit das FG im rechtlichen Ergebnis seines Urteils von einer Beweislastumkehr ausgegangen ist, ist dem nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG und die Kl&auml;gerin meinen, kommt dabei dem im Erstattungsverfahren vorgelegten Veterin&auml;rzertifikat keine Bedeutung zu, da dieses keine Feststellungen zu der Frage enth&auml;lt, ob die Ausfuhrerzeugnisse einem BSE-Schnelltest in der vorgeschriebenen Weise unterzogen worden sind, und es somit die bestehenden konkreten Anhaltspunkte, die Erzeugnisse k&ouml;nnten von nicht ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrten Tests betroffen sein, nicht ausr&auml;umen kann (vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2008, 1219, Rz 21). Es ist deshalb entgegen der vom FG vertretenen Ansicht nicht gerechtfertigt anzunehmen, &uuml;ber die Vorlage des Veterin&auml;rzertifikats hinaus habe die Kl&auml;gerin keine weiteren Nachweise der gesunden und handels&uuml;blichen Qualit&auml;t der Erzeugnisse zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kommt auch nicht auf die &Uuml;berlegungen des FG an, in welchem Ma&szlig; ein BSE-Befall des ausgef&uuml;hrten Rindfleischs oder einer der im betreffenden Labor fehlerhaft untersuchten Proben wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist. Da &#8211;wie mit Senatsurteil in BFHE 231, 437, ZfZ 2010, 334 ausgef&uuml;hrt&#8211; dem Ausf&uuml;hrer nicht ein in beliebiger Weise zu erbringender Nachweis obliegt, dass das ausgef&uuml;hrte Rindfleisch aus BSE-freien Best&auml;nden stammt, sondern die gesunde und handels&uuml;bliche Qualit&auml;t auszuf&uuml;hrenden Rindfleischs einen unionsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Schnelltest (mit negativem Ergebnis) erfordert, stellt sich vielmehr die entscheidende Frage, inwieweit es wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, dass die Ausfuhrerzeugnisse der Kl&auml;gerin in dem betreffenden Labor fehlerhaft getestet wurden. Dass diese M&ouml;glichkeit aber in einer zu vernachl&auml;ssigenden Weise unwahrscheinlich ist und somit nichts gegen die gesunde und handels&uuml;bliche Qualit&auml;t der Erzeugnisse spricht, kann nicht angenommen werden. Sollte den Ausf&uuml;hrungen des FG die gegenteilige Auffassung zu entnehmen sein, k&ouml;nnte ihr<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;weil nicht fundiert&#8211; nicht gefolgt werden. Eine vom FG angenommene gewisse Wahrscheinlichkeit f&uuml;r die Herkunft des Fleischs von BSE-freien Rindern, kann nach alledem einen fehlenden ordnungsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrten Schnelltest nicht ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zweifellos befindet sich der Ausf&uuml;hrer in einer schwierigen Beweislage, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ein mit der fleischhygienerechtlichen Probenuntersuchung befasstes Labor, mit dem er keinen unmittelbaren Gesch&auml;ftskontakt hat, nicht sorgf&auml;ltig oder fehlerhaft gearbeitet hat. Dies rechtfertigt aber weder eine Beweislastumkehr, da die Beweislage des HZA nicht etwa besser und das Fehlverhalten des Labors auch nicht &#8211;wie das FG meint&#8211; seiner Sph&auml;re zuzuordnen ist, noch kommt es in Betracht, das Vorliegen einer fehlenden erstattungsrechtlichen Voraussetzung zu fingieren, weil der Ausf&uuml;hrer ihr Fehlen nicht zu vertreten hat (vgl. Senatsurteil in BFHE 231, 437, ZfZ 2010, 334).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich im Streitfall nicht einmal sicher feststellen l&auml;sst, in welchem Umfang sich aus dem Schlachthof ES X bezogenes Rindfleisch in der streitigen Ausfuhrsendung befand, kann im &Uuml;brigen nicht von einer seitens der Kl&auml;gerin nicht verschuldeten Beweisnot gesprochen werden, denn es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Kl&auml;gerin keine Unterlagen besitzt, aus denen sich der Schlachthof, welcher das von ihr ausgef&uuml;hrte Fleisch jeweils geliefert hat, ermitteln l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.1.2012, VII R 24\/10 Keine Ausfuhrerstattung f&uuml;r Rindfleisch, wenn sich die ordnungsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung des BSE-Schnelltests nicht nachweisen l&auml;sst Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) meldete am 2. Juli 2001 eine Sendung gefrorenen Rindfleischs zur Ausfuhr nach Russland an, f&uuml;r welche sie die Zahlung von Ausfuhrerstattung beantragte. Nach dem vorgelegten Veterin&auml;rzertifikat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-10-keine-ausfuhrerstattung-fuer-rindfleisch-wenn-sich-die-ordnungsgemaesse-durchfuehrung-des-bse-schnelltests-nicht-nachweisen-laesst\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;24\/10 &#8211; Keine Ausfuhrerstattung f&uuml;r Rindfleisch, wenn sich die ordnungsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung des BSE-Schnelltests nicht nachweisen l&auml;sst<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6555","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6555\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}