{"id":65550,"date":"2015-12-12T13:41:57","date_gmt":"2015-12-12T11:41:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65550"},"modified":"2015-12-12T13:42:37","modified_gmt":"2015-12-12T11:42:37","slug":"iv-r-38-09-bindungswirkung-eines-verlustfeststellungsbescheids-unternehmens-und-unternehmeridentitaet-bei-verschmelzung-der-an-einer-gmbh-atypisch-still-beteiligten-gmbh-auf-die-still-beteiligte-pe-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-38-09-bindungswirkung-eines-verlustfeststellungsbescheids-unternehmens-und-unternehmeridentitaet-bei-verschmelzung-der-an-einer-gmbh-atypisch-still-beteiligten-gmbh-auf-die-still-beteiligte-pe-13\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;38\/09 &#8211; Bindungswirkung eines Verlustfeststellungsbescheids; Unternehmens- und Unternehmeridentit&auml;t bei Verschmelzung der an einer GmbH &#038; atypisch still beteiligten GmbH auf die still beteiligte Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2012, IV R 38\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung eines Verlustfeststellungsbescheids; Unternehmens- und Unternehmeridentit&auml;t bei Verschmelzung der an einer GmbH &#038; atypisch still beteiligten GmbH auf die still beteiligte Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Regelungswirkung eines Bescheids, der einen vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust zum 31. Dezember eines Jahres feststellt, kann sich nicht auf Umst&auml;nde beziehen, die sich erst im Folgejahr ereignen; insoweit trifft der Bescheid auch keine Feststellungen, die f&uuml;r Folgebescheide Bindung entfalten k&ouml;nnten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird die an einer GmbH &#038; atypisch still beteiligte GmbH auf die still beteiligte Personengesellschaft verschmolzen und ist f&uuml;r die atypische stille Gesellschaft ein Verlustvortrag festgestellt, um den die aufnehmende Personengesellschaft ihren Gewerbeertrag k&uuml;rzen will, muss die f&uuml;r die K&uuml;rzung nach &sect; 10a GewStG erforderliche Unternehmensidentit&auml;t zwischen dem Gewerbebetrieb bestehen, den die GmbH vor ihrer Verschmelzung auf die Personengesellschaft gef&uuml;hrt hat, und dem Gewerbebetrieb, den die Personengesellschaft nach der Verschmelzung (fort-)f&uuml;hrt. Der f&uuml;r die GmbH &#038; atypisch still festgestellte Gewerbeverlust geht mangels Unternehmeridentit&auml;t in dem Umfang unter, in dem er nach der gesellschaftsinternen Verteilung auf die verschmolzene GmbH entfiel. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG ein gewerbliches Unternehmen, dessen Gegenstand die Herstellung von Mappen und B&uuml;chern aller Art, die buchbinderisch-industrielle Fertigung von B&uuml;ro- und Industriebedarfsartikeln verschiedener Art sowie der Vertrieb dieser Erzeugnisse und der Handel mit branchenverwandten Waren ist. Die Kl&auml;gerin war zudem Alleingesellschafterin der X-GmbH. Deren Unternehmensgegenstand war der Handel mit hochwertigen B&uuml;chern. Die X-GmbH unterhielt f&uuml;r ihren Gesch&auml;ftsbetrieb eine Betriebsst&auml;tte in angemieteten R&auml;umlichkeiten in A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Oktober 1992 hatte die X-GmbH mit Herrn D einen Vertrag &uuml;ber eine stille Gesellschaft geschlossen. D hatte sich ausweislich dieses Vertrags bereits seit September 1987 als atypischer stiller Gesellschafter an der X-GmbH beteiligt. Nach dem Vertrag erhielt der stille Gesellschafter von dem Gewinn oder Verlust der GmbH 80&nbsp;% und war mit einem entsprechenden Anteil auch an den stillen Reserven beteiligt. Im November 1992 hatte D seine stille Beteiligung an der X-GmbH an die Kl&auml;gerin verkauft und ihr &uuml;bertragen. Mit notariellem Vertrag vom 3.&nbsp;Juni 1998 &uuml;bertrug die X-GmbH ihr Verm&ouml;gen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Ausschluss der Abwicklung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;4&nbsp;ff., 46&nbsp;ff. des Umwandlungsgesetzes (UmwG) auf die Kl&auml;gerin. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 des Vertrags erfolgte die &Uuml;bernahme des Verm&ouml;gens der X-GmbH im Innenverh&auml;ltnis mit Wirkung vom Beginn des 1.&nbsp;Januar 1998. Die Verschmelzung wurde am 15.&nbsp;Oktober 1998 in das Handelsregister eingetragen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 erlie&szlig; das Finanzamt (FA) A unter der Steuernummer der atypischen stillen Gesellschaft einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 1997. Der Bescheid war gerichtet an &quot;Herrn Steuerberater &#8230; f&uuml;r Fa. (Kl&auml;gerin) &#8230; als Gesamtrechtsnachfolger nach Firma (X-GmbH)&quot;. Der vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust nach &sect;&nbsp;10a des Gewerbesteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr 1998 geltenden Fassung (GewStG) wurde festgestellt auf &#8230;&nbsp;DM. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 26.&nbsp;Juli 1999 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r das Streitjahr 1998 auf &#8230;&nbsp;DM fest. Der Bescheid erging nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Folge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Jahre 1997 bis 2001, in deren Rahmen die Kl&auml;gerin auch erstmals geltend machte, dass der festgestellte vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust der X-GmbH &#038; atypisch still bei der Festsetzung ihres Gewerbesteuermessbetrags zu ber&uuml;cksichtigen sei, erlie&szlig; das FA unter dem 11.&nbsp;Februar 2004 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO u.a. f&uuml;r das Streitjahr 1998 einen ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag. Der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung wurde aufgehoben. Der Gewerbesteuermessbetrag 1998 wurde auf &#8230;&nbsp;EUR (=&nbsp;&#8230;&nbsp;DM) festgesetzt. Der f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still festgestellte vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust wurde nicht ber&uuml;cksichtigt, da es an der f&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung erforderlichen Unternehmensidentit&auml;t fehle. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage der Kl&auml;gerin hatten keinen Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1796 abgedruckt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, dass das FG die &sect;&sect;&nbsp;2, 10a GewStG unzutreffend ausgelegt und deren Anwendungsbereich gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Umwandlungssteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (UmwStG) und die verfahrensrechtliche Bindungswirkung der Verlustfeststellung auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 als Grundlagenbescheid f&uuml;r den Gewerbesteuermessbescheid 1998 als Folgebescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 AO verkannt habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angegriffene Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;November 2006, soweit sie das Streitjahr 1998 betrifft, aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 1998 &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag vom 11.&nbsp;Februar 2004 dahin zu &auml;ndern, dass bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags der Gewerbeertrag um den mit Bescheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust gemindert wird.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage mit der Begr&uuml;ndung abgewiesen, dass es an der f&uuml;r eine Verlustber&uuml;cksichtigung nach &sect;&nbsp;10a GewStG erforderlichen Unternehmensidentit&auml;t fehle; abzustellen sei insoweit auf den &quot;betrieblichen Organismus&quot; der X-GmbH &#038; atypisch still. Dieser zeichne sich durch die kapitalm&auml;&szlig;ige Beteiligung an einem Handelsgesch&auml;ft gegen Beteiligung an Gewinn und Verlust und an den stillen Reserven aus und sei nach Verschmelzung der X-GmbH auf die Kl&auml;gerin von dieser nicht fortgef&uuml;hrt worden. Stellte man hinsichtlich der erforderlichen Unternehmensidentit&auml;t auf eine etwaige Fortf&uuml;hrung des Betriebs der X-GmbH durch die Kl&auml;gerin ab, so stehe einer Verlustber&uuml;cksichtigung jedenfalls die Regelung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UmwStG entgegen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Begr&uuml;ndung vermag die Entscheidung des FG nicht zu tragen. Die vollumf&auml;ngliche Klageabweisung stellt sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden als zutreffend dar. Da die bisherigen Feststellungen des FG keine abschlie&szlig;ende Entscheidung dar&uuml;ber erm&ouml;glichen, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine K&uuml;rzung des Gewerbeertrags der Kl&auml;gerin f&uuml;r 1998 um den f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust gegeben sind, war das Urteil des FG aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht geht das FG davon aus, dass der Kl&auml;gerin der begehrte Verlustabzug nicht bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zu gew&auml;hren ist. Insbesondere kommt dem Verlustfeststellungsbescheid des FA&nbsp;A vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 nicht die von der Kl&auml;gerin begehrte Bindungswirkung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO sind Feststellungsbescheide u.a. f&uuml;r Steuermessbescheide bindend, soweit die in den Feststellungsbescheiden getroffenen Feststellungen f&uuml;r diese Folgebescheide von Bedeutung sind. Nach &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (heute: Satz&nbsp;6) ist die &quot;H&ouml;he der vortragsf&auml;higen Fehlbetr&auml;ge&quot; auf den Schluss des Erhebungszeitraums gesondert festzustellen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Juni 2011 IV&nbsp;R&nbsp;11\/08, BFHE 234, 353, BStBl II 2011, 903, unter II.3.b). Die Regelungswirkung des Verlustfeststellungsbescheids kann sich demgem&auml;&szlig; nicht auf Umst&auml;nde beziehen, die sich erst im Folgejahr ereignen und die Abzugsf&auml;higkeit des festgestellten Fehlbetrags ggf. im Folgejahr entfallen lassen; insoweit trifft der Verlustfeststellungsbescheid dementsprechend keine Feststellungen, die f&uuml;r Folgebescheide Bindung entfalten k&ouml;nnten. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abweichendes ergibt sich nicht aus dem BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2003 I&nbsp;R&nbsp;18\/02 (BFHE 204, 273, BStBl II 2004, 468). Dort ging es um die Frage, ob Gegenstand der Verlustfeststellung neben der H&ouml;he des verbleibenden Verlustabzugs auch die Verlustabzugsf&auml;higkeit nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1991 ist. Der BFH bejahte diese Frage und kam daher zu dem Ergebnis, dass der auf den 31.&nbsp;Dezember 1995 bestandskr&auml;ftig festgestellte Verlustabzug der dortigen Kl&auml;gerin im Folgejahr 1996 unabh&auml;ngig davon zu gew&auml;hren sei, dass die Kl&auml;gerin ihre wirtschaftliche Identit&auml;t bereits im Jahr 1995 verloren hatte und die Feststellung des vortragsf&auml;higen Verlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 1995 insoweit materiell fehlerhaft war. Es ging also nicht um die Frage, ob im Rahmen einer Verlustfeststellung auch Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen sind, die sich erst im Folgejahr ereignen und die Abzugsf&auml;higkeit eines bereits bestandskr&auml;ftig festgestellten Fehlbetrags ggf. im Folgejahr entfallen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ergibt sich die Abzugsf&auml;higkeit des f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes vom Gewerbeertrag der Kl&auml;gerin im Streitjahr 1998 nicht bereits aus dem Verlustfeststellungsbescheid des FA&nbsp;A vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall geht es darum, ob und ggf. in welchem Umfang der in diesem Bescheid f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 festgestellte vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust durch die Verschmelzung der X-GmbH auf die Kl&auml;gerin untergegangen ist. Die Verschmelzung als der f&uuml;r den etwaigen Wegfall des Verlustvortrags entscheidende Umstand erfolgte aber erst mit Wirkung vom Beginn des 1.&nbsp;Januar 1998. Ein etwaiger Wegfall des Verlustabzugs infolge der Verschmelzung war danach erst im Jahr 1998 und nicht bereits bei der Verlustfeststellung auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 zu ber&uuml;cksichtigen. Dementsprechend erstreckt sich die Bindungswirkung des Bescheids des FA&nbsp;A vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 auch nicht auf die Frage, ob dieser Verlust im Streitjahr 1998 bei der Kl&auml;gerin zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Abweichendes ergibt sich auch nicht daraus, dass der Verlustfeststellungsbescheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 an die Kl&auml;gerin als Gesamtrechtsnachfolgerin der X-GmbH adressiert ist.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Umfang der Bindungswirkung eines (auch rechtswidrigen) Feststellungsbescheids bestimmt sich zwar grunds&auml;tzlich nach dessen Verf&uuml;gungssatz und damit danach, in welchem Umfang und mit welchem Inhalt die Beh&ouml;rde Besteuerungsgrundlagen in den Tenor dieses Verwaltungsakts aufgenommen hat. Dieser ist wie der Inhalt eines jeden Bescheids in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs danach zu bestimmen, wie der Empf&auml;nger nach den ihm bekannten Umst&auml;nden den materiellen Gehalt der Erkl&auml;rung des Finanzamts unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen musste. Die Gr&uuml;nde des Feststellungsbescheids sind zur Bestimmung seines Tenors nur dann heranzuziehen, wenn der Verf&uuml;gungssatz selbst Raum zu Zweifeln &uuml;ber seinen Inhalt l&auml;sst (z.B. BFH-Urteil in BFHE 234, 353, BStBl II 2011, 903, unter II.3.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze l&auml;sst sich dem Verlustfeststellungsbescheid des FA&nbsp;A vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 die von der Kl&auml;gerin begehrte Bindungswirkung aber nicht entnehmen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem Bescheid wird unter der Steuernummer der X-GmbH &#038; atypisch still der vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 nach &sect;&nbsp;10a GewStG auf &#8230;&nbsp;DM festgestellt. Der Bescheid bezeichnet als Inhaltsadressaten zwar die Kl&auml;gerin als Gesamtrechtsnachfolgerin der X-GmbH. Auch daraus konnte die Kl&auml;gerin jedoch nicht den Schluss ziehen, dass damit bereits bindend festgestellt worden sei, dass ihr dieser Fehlbetrag im Streitjahr 1998 im festgestellten Umfang zur Verf&uuml;gung stehen w&uuml;rde. Denn der Bescheid stellte eindeutig einen vortragsf&auml;higen Verlust nur auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 fest. Daraus ergab sich auch f&uuml;r die Kl&auml;gerin, dass er etwaige Folgen der erst zum Beginn des 1.&nbsp;Januar 1998 erfolgten Verschmelzung der X-GmbH auf die Kl&auml;gerin nicht erfassen konnte und an sie nur deshalb adressiert war, weil der eigentliche Inhaltsadressat, die X-GmbH als Inhaberin des Handelsgesch&auml;fts (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 31.&nbsp;August 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/98, BFH\/NV 2000, 420), infolge der Verschmelzung erloschen war (vgl. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UmwG) und deshalb die X-GmbH betreffende Bescheide nunmehr an die Kl&auml;gerin als deren Gesamtrechtsnachfolgerin zu richten waren (vgl. dazu z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21.&nbsp;Oktober 1985 GrS&nbsp;4\/84, BFHE 145, 110, BStBl II 1986, 230). So hat die Kl&auml;gerin den Bescheid ersichtlich auch verstanden, denn sie hat sich erstmals im Klageverfahren auf die vermeintliche Bindungswirkung berufen, nachdem sie die Ber&uuml;cksichtigung des streitigen Fehlbetrags zun&auml;chst &uuml;berhaupt nicht &#8211;weder in ihrer Gewerbesteuererkl&auml;rung 1998 noch im Wege eines Einspruchs gegen den urspr&uuml;nglichen Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1998&#8211; geltend gemacht hatte und auch sp&auml;ter seine Ber&uuml;cksichtigung zun&auml;chst ausschlie&szlig;lich damit begr&uuml;ndet hatte, dass die f&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung erforderliche Unternehmens- und Unternehmeridentit&auml;t gegeben sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Rechtsfehlerhaft hat das FG jedoch der kapitalm&auml;&szlig;igen Beteiligung des atypisch still an einer Gesellschaft Beteiligten entscheidende Bedeutung beigemessen f&uuml;r die Frage, ob die nach &sect;&nbsp;10a GewStG erforderliche Unternehmensidentit&auml;t zwischen dem Betrieb der X-GmbH &#038; atypisch still und dem Betrieb der Kl&auml;gerin gegeben ist. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;1 GewStG wird der ma&szlig;gebende Gewerbeertrag um die Fehlbetr&auml;ge gek&uuml;rzt, die sich bei der Ermittlung des ma&szlig;gebenden Gewerbeertrags f&uuml;r die vorangegangenen Erhebungszeitr&auml;ume nach den Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;7 bis 10 GewStG ergeben haben, soweit die Fehlbetr&auml;ge nicht bei der Ermittlung des Gewerbeertrags f&uuml;r die vorangegangenen Erhebungszeitr&auml;ume ber&uuml;cksichtigt worden sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die K&uuml;rzung des Gewerbeertrags setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sowohl Unternehmeridentit&auml;t als auch Unternehmensidentit&auml;t voraus (z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 3.&nbsp;Mai 1993 GrS&nbsp;3\/92, BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616; BFH-Urteil vom 6.&nbsp;September 2000 IV&nbsp;R&nbsp;69\/99, BFHE 193, 151, BStBl II 2001, 731). Unternehmeridentit&auml;t bedeutet, dass der Steuerpflichtige, der den Gewerbeverlust in Anspruch nimmt, diesen zuvor in eigener Person erlitten haben muss. Unternehmensidentit&auml;t bedeutet, dass der Gewerbeverlust bei demselben Gewerbebetrieb entstanden sein muss, dessen Gewerbeertrag in dem ma&szlig;geblichen Erhebungszeitraum gek&uuml;rzt werden soll (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2006 I&nbsp;R&nbsp;1\/04, BFHE 213, 38, BStBl II 2006, 549, m.w.N.). Dabei ist unter Gewerbebetrieb die tats&auml;chlich ausge&uuml;bte gewerbliche Bet&auml;tigung zu verstehen (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Ob diese die gleiche geblieben ist, muss nach dem Gesamtbild der T&auml;tigkeit unter Ber&uuml;cksichtigung ihrer wesentlichen Merkmale beurteilt werden, wie insbesondere der Art der Bet&auml;tigung, des Kunden- und Lieferantenkreises, der Arbeitnehmerschaft, der Gesch&auml;ftsleitung, der Betriebsst&auml;tten sowie der Zusammensetzung des Aktivverm&ouml;gens (z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Januar 1978 IV&nbsp;R&nbsp;26\/73, BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; vom 14.&nbsp;September 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;84\/90, BFHE 174, 233, BStBl II 1994, 764, und vom 27.&nbsp;November 2008 IV&nbsp;R&nbsp;72\/06, BFH\/NV 2009, 791). Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Merkmale muss ein wirtschaftlicher, organisatorischer und finanzieller Zusammenhang zwischen den Bet&auml;tigungen bestehen (z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;April 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;16\/01, BFH\/NV 2003, 81).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall erlosch die X-GmbH infolge ihrer Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin, und ihr Verm&ouml;gen einschlie&szlig;lich der Verbindlichkeiten ging im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Kl&auml;gerin &uuml;ber (vgl. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 und 2 UmwG). Mit dem Erl&ouml;schen der X-GmbH schied zugleich der vorletzte Gesellschafter aus der X-GmbH &#038; atypisch still aus, so dass auch diese Gesellschaft beendet wurde. Die Kl&auml;gerin begehrt nunmehr die K&uuml;rzung ihres Gewerbeertrags 1998 um den f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Anders als eine Personenhandelsgesellschaft betreibt die atypische stille Gesellschaft als solche kein gewerbliches Unternehmen; es gibt also keine T&auml;tigkeit der atypischen stillen Gesellschaft. T&auml;tig ist nur der Inhaber des Handelsgesch&auml;fts; nur er betreibt ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;15 EStG, auch wenn das Ergebnis dieser Bet&auml;tigung wegen der schuldrechtlichen Beteiligung des stillen Gesellschafters einkommensteuerrechtlich zum Teil diesem zugerechnet wird (z.B. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;November 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;364\/83, BFHE 145, 408, BStBl II 1986, 311, unter I.1.a&nbsp;aa der Gr&uuml;nde). Ist der Zweck der atypischen stillen Gesellschaft &#8211;wie im Streitfall&#8211; darauf gerichtet, die gesamte unter der Firma des Inhabers des Handelsgesch&auml;fts ausge&uuml;bte gewerbliche T&auml;tigkeit gemeinsam (als Mitunternehmer) zusammen mit dem Inhaber des Handelsgesch&auml;fts auszu&uuml;ben, liegt daher nur ein einziger Gewerbebetrieb vor, und zwar der des Inhabers des Handelsgesch&auml;fts (vgl. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Dezember 1995 I&nbsp;R&nbsp;109\/94, BFHE 179, 427, BStBl II 1998, 685, und vom 23.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;R&nbsp;73\/06, BFHE 225, 343, BStBl II 2010, 40, unter II.3.a&nbsp;bb der Gr&uuml;nde). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dementsprechend muss die von &sect;&nbsp;10a GewStG geforderte Unternehmensidentit&auml;t im Streitfall zwischen dem Gewerbebetrieb bestehen, den die X-GmbH als Inhaberin des Handelsgesch&auml;fts bis zu ihrer Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin gef&uuml;hrt hat, und dem Gewerbebetrieb, den die Kl&auml;gerin nach der Verschmelzung (fort-)gef&uuml;hrt hat, auch wenn es um die Ber&uuml;cksichtigung des f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes geht. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Da sich seine Entscheidung auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden als zutreffend erweist (dazu unten II.4.), war sie aufzuheben. Der Senat kann mangels Spruchreife nicht in der Sache selbst entscheiden. Denn das FG hat &#8211;aus seiner Sicht zutreffend&#8211; bislang keine ausreichenden Feststellungen dazu getroffen, ob die erforderliche Unternehmensidentit&auml;t zwischen dem Gewerbebetrieb besteht, den die X-GmbH als Inhaberin des Handelsgesch&auml;fts bis zu ihrer Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin gef&uuml;hrt hat, und dem Gewerbebetrieb, den die Kl&auml;gerin nach dieser Verschmelzung (fort-)gef&uuml;hrt hat. Ihm wird Gelegenheit gegeben, die erforderlichen Feststellungen nun nachzuholen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Entscheidung des FG, die Klage in vollem Umfang abzuweisen, erweist sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden als zutreffend. Denn der f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still festgestellte vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust ist &#8211;Unternehmensidentit&auml;t unterstellt&#8211; nur in dem Umfang, in dem er nach der gesellschaftsinternen Verteilung auf die X-GmbH entfiel, durch deren Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin untergegangen. In dem Umfang, in dem er auf die Kl&auml;gerin entfiel, steht er ihr hingegen zur K&uuml;rzung ihres Gewerbeertrags zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie bereits ausgef&uuml;hrt (siehe oben unter II.2.b), setzt die K&uuml;rzung des Gewerbeertrags um Fehlbetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;10a GewStG neben Unternehmensidentit&auml;t auch Unternehmeridentit&auml;t voraus. Der Steuerpflichtige, der den Gewerbeverlust in Anspruch nimmt, muss diesen zuvor in eigener Person erlitten haben (z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616; BFH-Urteil in BFHE 193, 151, BStBl II 2001, 731).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei einer Personengesellschaft sind die Gesellschafter, die unternehmerisches Risiko tragen und unternehmerische Initiative aus&uuml;ben k&ouml;nnen, die (Mit-)Unternehmer des Betriebs (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG). Als Mitunternehmer einer gewerblichen Personengesellschaft erzielen sie auf der Grundlage ihrer gesellschaftsrechtlichen Verbindung nicht nur &#8211;strukturell gleich einem Einzelunternehmer&#8211; in eigener Person gewerbliche Eink&uuml;nfte; vielmehr sind sie auch gewerbesteuerrechtlich Tr&auml;ger des Verlustabzugs und deshalb sachlich gewerbesteuerpflichtig (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616, zu C.III.6.a und b und C.III.9.; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2009 IV&nbsp;R&nbsp;90\/05, BFHE 224, 364). Dementsprechend geht beim Ausscheiden von Gesellschaftern aus einer Personengesellschaft der Verlustabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a GewStG verloren, soweit der Fehlbetrag anteilig auf die ausgeschiedenen Gesellschafter entf&auml;llt (z.B. BFH-Urteil in BFHE 224, 364, und vom 3.&nbsp;Februar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;59\/07, BFH\/NV 2010, 1492). Diese Grunds&auml;tze gelten auch f&uuml;r die atypische stille Gesellschaft (vgl. BFH-Urteil in BFHE 224, 364).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall begehrt die Kl&auml;gerin die K&uuml;rzung ihres Gewerbeertrags um den f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust. Nach den vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tzen sind gewerbesteuerrechtlich Tr&auml;ger dieses Verlustabzugs die X-GmbH und die Kl&auml;gerin. Die X-GmbH ist jedoch infolge Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin erloschen. In dem Umfang, in dem der f&uuml;r die X-GmbH &#038; atypisch still festgestellte Verlustvortrag daher auf die X-GmbH entfiel, ist er durch das verschmelzungsbedingte Erl&ouml;schen dieser Gesellschaft untergegangen. Denn in diesem Umfang hat die Kl&auml;gerin als diejenige, die den Gewerbeverlust in Anspruch nimmt, diesen zuvor nicht in eigener Person erlitten, so dass es insoweit an der von &sect;&nbsp;10a GewStG geforderten Unternehmeridentit&auml;t fehlt. Nur in dem Umfang, in dem der Verlust auf die Kl&auml;gerin selbst entfiel, steht er ihr nach der Verschmelzung noch zur K&uuml;rzung ihres Gewerbeertrags zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine weiter gehende Abzugsbeschr&auml;nkung ergibt sich &#8211;anders als das FG offenbar meint&#8211; nicht aus &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UmwStG. Nach dieser Vorschrift kann der ma&szlig;gebende Gewerbeertrag der &uuml;bernehmenden Personengesellschaft nicht um vortragsf&auml;hige Fehlbetr&auml;ge der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft i.S. des &sect;&nbsp;10a GewStG gek&uuml;rzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Kl&auml;gerin verschmolzen wurde zwar die X-GmbH. Gleichwohl handelt es sich bei dem festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust, um den die Kl&auml;gerin als &uuml;bernehmende Personengesellschaft ihren Gewerbeertrag zu k&uuml;rzen begehrt, nicht um einen vortragsf&auml;higen Fehlbetrag einer K&ouml;rperschaft (der X-GmbH), sondern um einen solchen einer Mitunternehmerschaft (der X-GmbH &#038; atypisch still). Als &quot;vortragsf&auml;higer Fehlbetrag der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft&quot; i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UmwStG kann danach allenfalls der Anteil des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes der X-GmbH &#038; atypisch still angesehen werden, der nach der gesellschaftsinternen Verteilung auf die X-GmbH entfiel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2012, IV R 38\/09 Bindungswirkung eines Verlustfeststellungsbescheids; Unternehmens- und Unternehmeridentit&auml;t bei Verschmelzung der an einer GmbH &#038; atypisch still beteiligten GmbH auf die still beteiligte Personengesellschaft Leits&auml;tze 1. Die Regelungswirkung eines Bescheids, der einen vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust zum 31. 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