{"id":6558,"date":"2012-11-30T16:09:38","date_gmt":"2012-11-30T14:09:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6558"},"modified":"2012-11-30T16:09:38","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:38","slug":"viii-r-48-10-geltendmachung-eines-investitionsabzugsbetrags-nach-abschluss-der-beguenstigten-investition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-48-10-geltendmachung-eines-investitionsabzugsbetrags-nach-abschluss-der-beguenstigten-investition\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;48\/10 &#8211; Geltendmachung eines Investitionsabzugsbetrags nach Abschluss der beg&uuml;nstigten Investition"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2012, VIII R 48\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Geltendmachung eines Investitionsabzugsbetrags nach Abschluss der beg&uuml;nstigten Investition<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ob eine &quot;k&uuml;nftige&quot; Anschaffung i.S. des &sect; 7g EStG gegeben ist, ist aus der Sicht am Ende des Gewinnermittlungszeitraums zu beurteilen, f&uuml;r den der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird.<\/p>\n<p>2. Das Wahlrecht gem&auml;&szlig; &sect; 7g EStG kann noch nach Einlegung des Einspruchs ausge&uuml;bt werden.<\/p>\n<p>3. Schafft der Steuerpflichtige ein Wirtschaftsgut an, bevor er daf&uuml;r mit seiner Steuererkl&auml;rung oder mit einem nachfolgenden Einspruch einen Investitionsabzugsbetrag geltend macht, ist es nicht erforderlich, dass er im Zeitpunkt der Anschaffung die Absicht hatte, den Investitionsabzugsbetrag in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielt als Sachverst&auml;ndiger Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger und aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Seine selbst&auml;ndig erzielten Eink&uuml;nfte ermittelt er nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner am 11. Dezember 2008 abgegebenen Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) machte er die Gew&auml;hrung von Investitionsabzugsbetr&auml;gen nach &sect; 7g EStG geltend f&uuml;r einen PC, einen Laptop und einen Bildschirm. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte den Kl&auml;ger erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Mit seinem gegen den Steuerbescheid vom 29. Januar 2009 gerichteten Einspruch vom 23. Februar 2009 begehrte der Kl&auml;ger nunmehr einen weiteren Investitionsabzugsbetrag von 15.500 EUR f&uuml;r ein am 10. Dezember 2008 zum Preis von 38.753,79 EUR angeschafftes Kraftfahrzeug (PKW).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 2076 ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, der Abzugsbetrag sei jedenfalls dann zu versagen, wenn der Steuerpflichtige die Investition vor Einreichung der Steuererkl&auml;rung bereits get&auml;tigt habe, ohne sie jedoch in der Erkl&auml;rung geltend zu machen. Der erforderliche Finanzierungszusammenhang zwischen dem Investitionsabzugsbetrag und der Investition setze voraus, dass die Absicht der Inanspruchnahme des Abzugsbetrags sp&auml;testens im Zeitpunkt der Anschaffung des Wirtschaftsguts vorliege. Das schlie&szlig;e es nicht aus, den Abzugsbetrag mit einer erst nach Anschaffung oder Herstellung des betreffenden Wirtschaftsguts eingereichten Steuererkl&auml;rung geltend zu machen. Bei nachtr&auml;glicher Geltendmachung im Einspruchs- oder Klageverfahren sei hingegen im Zweifel davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige zum Zeitpunkt der Investition noch nicht entschlossen gewesen sei, den Abzugsbetrag als Finanzierungshilfe zu nutzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung des &sect; 7g EStG. Er beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">unter Aufhebung des angefochtenen Urteils und &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids vom 29. Januar 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. August 2009 die Einkommensteuer f&uuml;r 2007 unter Ber&uuml;cksichtigung eines weiteren Investitionsabzugsbetrags von 15.500 EUR auf 16.745 EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und zur Klagestattgabe (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags nach &sect; 7g EStG geh&ouml;rt zu den zeitlich unbefristeten Wahlrechten, die formell bis zum Eintritt der Bestandskraft derjenigen Steuerfestsetzung ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen, auf welche sie sich auswirken sollen (vgl. zu &sect; 7g EStG a.F. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. September 2005 X R 32\/03, BFHE 211, 221, BStBl II 2006, 66; vom 17. Juni 2010 III R 43\/06, BFHE 230, 517, BFH\/NV 2011, 104, m.w.N.). Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass insoweit die formellen Voraussetzungen f&uuml;r die Inanspruchnahme des streitbefangenen Abzugsbetrags erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch die materiell-rechtlichen Voraussetzungen des Investitionsabzugsbetrags liegen im Streitjahr vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Investitionsabzugsbetrag wird gew&auml;hrt f&uuml;r die k&uuml;nftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlageverm&ouml;gens (&sect; 7g Abs. 1 Satz 1 EStG). Ma&szlig;geblich ist dabei die Sicht am Ende des Wirtschaftsjahres, f&uuml;r das der Steuerpflichtige den Abzugsbetrag geltend macht (BFH-Urteil in BFHE 211, 221, BStBl II 2006, 66; Schmidt\/ Kulosa, EStG, 30. Aufl., &sect; 7g Rz 18). Die aus dieser Sicht &quot;k&uuml;nftige&quot; Anschaffung kann bei Abgabe der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Abzugsjahr zwischenzeitlich &#8211;wie im Streitfall&#8211; bereits erfolgt sein. Es ist mithin f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Abzugsbetrags grunds&auml;tzlich nicht von Bedeutung, ob die Investition im Zeitpunkt der Abgabe der Steuererkl&auml;rung tats&auml;chlich schon vorgenommen war (BFH-Urteil vom 8. Juni 2011 I R 90\/10, BFH\/NV 2011, 1594, BFHE 234, 130; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect; 7g Rz 18; Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2012, &sect; 7g Rz 30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Unrecht versagt das angefochtene Urteil den Investitionsabzugsbetrag mit der Begr&uuml;ndung, es fehle an dem notwendigen Finanzierungszusammenhang zwischen der Investition (Anschaffung des PKW) und der aus dem geltend gemachten Abzugsbetrag resultierenden Steuererleichterung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es kann dahinstehen, ob die von der Rechtsprechung zu &sect; 7g EStG a.F. aus dem Gesetzeszweck hergeleitete Voraussetzung des Finanzierungszusammenhangs (Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect; 7g Rz 16) bei Anwendung und Auslegung der Vorschrift in der auch f&uuml;r das Streitjahr geltenden umgestalteten Fassung, die sie durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BGBl I 2007, 1912) erfahren hat, noch erforderlich ist (so aber offenbar Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 8. Mai 2009, BStBl I 2009, 633, 635, Rz 19; vgl. auch Darstellung bei Bl&uuml;mich\/Brandis, EStG, &sect; 7g Rz 50). Funktion dieses Merkmals war es, solche F&auml;lle auszusondern, in denen die Ansparr&uuml;cklage zur Steuergestaltung genutzt wurde, ohne tats&auml;chlich dem Zweck der Investitionserleichterung zu dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Neufassung des Gesetzes ist nach &sect; 7g Abs. 3 EStG bei unterbliebener Investition der urspr&uuml;ngliche Betriebsausgabenabzug im Rahmen der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Abzugsjahr r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Damit ist regelm&auml;&szlig;ig der Anreiz entfallen, den Investitionsabzugsbetrag auch dann in Anspruch zu nehmen, wenn tats&auml;chlich keine Investitionsabsicht besteht (vgl. Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect; 7g Rz 27). Die Pr&uuml;fung eines Finanzierungszusammenhangs zur Verhinderung einer zweckwidrigen Inanspruchnahme der Steuerverg&uuml;nstigung erscheint daher entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Entscheidung des FG kann aber auch dann keinen Bestand haben, wenn man weiterhin am Erfordernis eines Finanzierungszusammenhangs festh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Auffassung des FG, dass bereits im Zeitpunkt der Investition die Absicht zur Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags bestanden haben muss, um den erforderlichen Finanzierungszusammenhang herzustellen, ist nicht zu folgen. Eine im Vorfeld der Investition schon zu fassende Absicht sp&auml;terer Wahlrechtsaus&uuml;bung nach &sect; 7g EStG wird vom Gesetz nicht gefordert. Als subjektive Tatbestandsvoraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Abzugsbetrags werden dort nur die &#8211;erstmals ab 2007 ausdr&uuml;cklich in das Gesetz aufgenommene&#8211; Investitionsabsicht gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst. a EStG und die in Buchst. b derselben Norm n&auml;her bestimmte Nutzungsabsicht aufgef&uuml;hrt; au&szlig;erdem muss &#8211;als voluntative Voraussetzung&#8211; das Wahlrecht ausge&uuml;bt werden. Weitere subjektive Voraussetzungen stellt das Gesetz nicht auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein im Gesetz nicht geregeltes zus&auml;tzliches subjektives Kriterium in Form einer Absicht zur Inanspruchnahme des Abzugsbetrags w&uuml;rde im &Uuml;brigen dem Gesetzeszweck zuwiderlaufen, durch die Vorverlagerung von Abschreibungspotenzial die wirtschaftsgutbezogene Investitionst&auml;tigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zu f&ouml;rdern (vgl. Lambrecht in Kirchhof, EStG, 10. Aufl., &sect; 7g Rz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Finanzierungszusammenhang ist auch nicht deshalb zu verneinen, weil der Kl&auml;ger den strittigen Investitionsabzugsbetrag erst im Einspruchsverfahren beantragt hat. Das Wahlrecht nach &sect; 7g EStG kann grunds&auml;tzlich bis zur Bestandskraft der Steuerfestsetzung ausge&uuml;bt werden (s. oben II.1. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies entspricht auch der Verwaltungsauffassung (BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 633, 635, Rz 19): Danach ist der Finanzierungszusammenhang auch dann anzunehmen, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach der erstmaligen Steuerfestsetzung innerhalb der Einspruchsfrist ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen (oder ge&auml;ndert) wird. Wegen fehlender Entscheidungserheblichkeit kann dahinstehen, ob der Senat sich einer zeitlichen Begrenzung der Geltendmachung des Abzugsbetrags auf die Einspruchsfrist anschlie&szlig;en k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Auch im &Uuml;brigen ist im Streitfall f&uuml;r den strittigen Investitionsabzugsbetrag der Finanzierungszusammenhang mit der beg&uuml;nstigten Investition gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Finanzierungszusammenhang ist keine an einem Zahlungsfluss orientierte Gr&ouml;&szlig;e im Sinne eines konkreten Ansparens oder einer bestimmten anderen Weise der Finanzierung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 230, 517, BFH\/NV 2011, 104, m.w.N.). &sect; 7g EStG verfolgt &#8211;wie schon die fr&uuml;her in der f&uuml;r Jahre vor 2007 geltenden Gesetzesfassung geregelte Ansparr&uuml;cklage&#8211; den Zweck, die Wettbewerbssituation kleiner und mittlerer Betriebe dadurch zu verbessern, dass deren Liquidit&auml;t und Eigenkapitalbildung unterst&uuml;tzt und ihre Investitions- und Innovationskraft gest&auml;rkt werden (vgl. dazu BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 62\/06, BFHE 221, 211, BStBl II 2008, 747; vom 27. Oktober 2004 VIII R 35\/04, BFHE 207, 318, BStBl II 2008, 737; vom 14. August 2001 XI R 18\/01, BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; vgl. auch BTDrucks 10\/336, S. 13, 25 f.; BTDrucks 11\/257, S. 8 f.; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect; 7g Rz 1; BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 633, 635, Rz 19: &quot;Funktion der Finanzierungserleichterung&quot;). Mit Hilfe des die Steuer des Abzugsjahres mindernden Abzugsbetrags k&ouml;nnen die dadurch freigewordenen liquiden Mittel produktiv verwendet oder zur Tilgung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das kann auch der Fall sein, wenn der Abzugsbetrag sich erst geraume Zeit sp&auml;ter unmittelbar auf die Liquidit&auml;t des Betriebs auswirkt, etwa weil das Steuerfestsetzungsverfahren l&auml;ngere Zeit in Anspruch nimmt. Einen rechnerischen Nachvollzug der Investitionserleichterung hat der BFH bisher weder vorgenommen noch gefordert, sondern er hat mit Hilfe des Finanzierungszusammenhangs Fallgruppen ausgesondert, die, gemessen am Zweck des &sect; 7g EStG, nicht f&ouml;rderungsw&uuml;rdig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach wird der Finanzierungszusammenhang verneint, wenn im Zeitpunkt der Geltendmachung des Abzugs eine Investition nicht mehr durchf&uuml;hrbar ist, weil der Betrieb bereits aufgegeben oder ver&auml;u&szlig;ert worden war (BFH-Urteil vom 13. Mai 2004 IV R 11\/02, BFH\/NV 2004, 1400) oder der Entschluss zur Betriebsver&auml;u&szlig;erung oder -aufgabe gefasst war (BFH-Urteile vom 20. Dezember 2006 X R 31\/03, BFHE 216, 288, BStBl II 2007, 862; vom 17. November 2004 X R 41\/03, BFH\/NV 2005, 848). Am Finanzierungszusammenhang fehlt es auch, wenn der Abzugsbetrag erst nach Ablauf des (nunmehr dreij&auml;hrigen) Investitionszeitraums geltend gemacht wird, ohne dass tats&auml;chliche Investitionen durchgef&uuml;hrt wurden (Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect; 7g Rz 17; vgl. zu &sect; 7g EStG a.F. BFH-Urteile vom 6. M&auml;rz 2003 IV R 23\/01, BFHE 202, 250, BStBl II 2004, 187; in BFHE 211, 221, BStBl II 2006, 66, unter II.2.; vom 2. August 2006 XI R 44\/05, BFHE 214, 486, BStBl II 2006, 903, unter II.3.). Das Gleiche gilt, wenn der Abzug so kurze Zeit vor Ablauf des Investitionszeitraums geltend gemacht wird, dass auch der Steuerpflichtige nicht damit rechnen kann, die Investition noch rechtzeitig durchzuf&uuml;hren (zu &sect; 7g EStG a.F. s. BFH-Urteile vom 29. November 2007 IV R 82\/05, BFHE 220, 98, BStBl II 2008, 471, BFH\/NV 2008, 1130, unter II.1.b bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist im Streitfall der Finanzierungszusammenhang zwischen Abzugsbetrag und Investition (Anschaffung des PKW) zu bejahen, weil die beg&uuml;nstigte Investition tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt und damit der Subventionszweck des &sect; 7g EStG erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Vorentscheidung auf einer abweichenden Rechtsauffassung beruht, ist sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Investitionsabsicht des Kl&auml;gers ergibt sich aus der tats&auml;chlichen Anschaffung des PKW. Die nahezu ausschlie&szlig;lich betriebliche Nutzung des PKW hat der Kl&auml;ger bereits im Einspruchsschreiben in Aussicht gestellt. Die Steuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr ist unter Ber&uuml;cksichtigung eines zus&auml;tzlichen Abzugsbetrags in H&ouml;he von 15.500 EUR zu &auml;ndern. Die Berechnung der Steuer wird gem&auml;&szlig; &sect; 100 Abs. 2 Satz 2 FGO dem FA &uuml;bertragen. Ob Gr&uuml;nde daf&uuml;r vorliegen k&ouml;nnten, die diesem Urteil entsprechende Steuerfestsetzung nach Ma&szlig;gabe des &sect; 7g Abs. 4 EStG gegebenenfalls nochmals zu &auml;ndern, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2012, VIII R 48\/10 Geltendmachung eines Investitionsabzugsbetrags nach Abschluss der beg&uuml;nstigten Investition Leits&auml;tze 1. Ob eine &quot;k&uuml;nftige&quot; Anschaffung i.S. des &sect; 7g EStG gegeben ist, ist aus der Sicht am Ende des Gewinnermittlungszeitraums zu beurteilen, f&uuml;r den der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird. 2. Das Wahlrecht gem&auml;&szlig; &sect; 7g EStG kann noch nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-48-10-geltendmachung-eines-investitionsabzugsbetrags-nach-abschluss-der-beguenstigten-investition\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;48\/10 &#8211; Geltendmachung eines Investitionsabzugsbetrags nach Abschluss der beg&uuml;nstigten Investition<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6558","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6558\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}