{"id":6559,"date":"2012-11-30T16:08:04","date_gmt":"2012-11-30T14:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6559"},"modified":"2012-11-30T16:08:04","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:04","slug":"i-b-101-11-verfassungsmaessigkeit-des-anspruchs-auf-auszahlung-des-koerperschaftsteuerguthabens-verzicht-auf-muendliche-verhandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-101-11-verfassungsmaessigkeit-des-anspruchs-auf-auszahlung-des-koerperschaftsteuerguthabens-verzicht-auf-muendliche-verhandlung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;101\/11 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens; Verzicht auf m&uuml;ndliche Verhandlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 101\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens; Verzicht auf m&uuml;ndliche Verhandlung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) macht geltend, das Finanzgericht (FG) habe den Rechtsstreit ohne m&uuml;ndliche Verhandlung entschieden, obwohl es im Zeitpunkt seiner Entscheidung nicht mehr von einem Verzicht der Kl&auml;gerin auf m&uuml;ndliche Verhandlung h&auml;tte ausgehen d&uuml;rfen. Sie habe zwar vorbehaltlos auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet. Nachdem das FG einen Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung anberaumt und sp&auml;ter wieder aufgehoben habe, sei die Verzichtserkl&auml;rung gegenstandslos geworden (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. M&auml;rz 2011 VI B 147\/10, BFHE 232, 322, BStBl II 2011, 556). Das FG habe dadurch ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahingestellt bleiben, ob der Senat den Ausf&uuml;hrungen im BFH-Beschluss in BFHE 232, 322, BStBl II 2011, 556 folgen k&ouml;nnte (vgl. die gegenteiligen Ausf&uuml;hrungen im BFH-Beschluss vom 24. August 1998 XI B 126\/97, BFH\/NV 1999, 332, und im Senatsbeschluss vom 22. Oktober 2003 I B 39\/03, BFH\/NV 2004, 350; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 90 Rz 15). Denn unter den Gegebenheiten des Streitfalls hat das FG den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect; 119 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;, Art. 103 Abs. 1 GG) nicht verletzt, indem es ohne m&uuml;ndliche Verhandlung entschieden hat. Beide Beteiligten hatten mit Schrifts&auml;tzen vom 15. Juni 2010 bzw. 28. Mai 2010 vorbehaltslos auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet (&sect; 90 Abs. 2 FGO). Das FG hatte zwar auf den 22. Februar 2011 zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen und diesen Termin sp&auml;ter wieder abgesetzt. Die Kl&auml;gerin hat jedoch am 11. April 2011 erneut auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet. Diese Erkl&auml;rung wurde zwar im Verfahren 1 K 326\/11 abgegeben, bevor dieses mit dem vorliegenden Verfahren 1 K 443\/10 verbunden wurde. Da in beiden Verfahren aber um die gleiche Frage gestritten wurde, n&auml;mlich darum, ob die Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 5 Satz 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20. Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; in zehn gleichen Jahresbetr&auml;gen verfassungsgem&auml;&szlig; ist, konnte und musste das FG davon ausgehen, dass der Verzicht f&uuml;r das verbundene Verfahren fortgelten sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Rechtssache kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Frage, ob der in &sect; 37 Abs. 5 KStG 2002 n.F. geregelte Anspruch auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens in zehn gleichen Jahresbetr&auml;gen gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Art. 14 Abs. 1 GG verst&ouml;&szlig;t, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Es unterliegt keinem Zweifel, dass beide Grundrechtsverletzungen nicht vorliegen. Wie der Senat mit Urteil vom 8. November 2006 I R 69, 70\/05 (BFHE 215, 491, BStBl II 2007, 662) entschieden hat, ist &sect; 37 Abs. 2a KStG 2002 i.d.F. des Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetzes mit dem Grundgesetz vereinbar und verst&ouml;&szlig;t insbesondere nicht gegen Art. 14 GG. Da &sect; 37 Abs. 5 KStG 2002 n.F., der diese Vorschrift abgel&ouml;st hat, gegen&uuml;ber &sect; 37 Abs. 2a KStG i.d.F. des Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetzes eher vorteilhaft ist, kann er ebenfalls aus den im Senatsurteil in BFHE 215, 491, BStBl II 2007, 662 genannten Gr&uuml;nden nicht gegen Art. 14 GG versto&szlig;en. Die Kl&auml;gerin hat keine Gesichtspunkte dargetan, die der Senat in seiner damaligen Entscheidung nicht bedacht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenso wenig ist kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob &sect; 37 Abs. 5 Satz 6 KStG i.d.F. durch das Steuerb&uuml;rokratieabbaugesetz vom 20. Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2850) insoweit gegen Art. 3 Abs. 1 GG verst&ouml;&szlig;t, als ein K&ouml;rperschaftsteuerguthaben bis 1.000 EUR in einem Betrag, w&auml;hrend in allen &uuml;brigen F&auml;llen der Anspruch in zehn gleichen Jahresbetr&auml;gen ausbezahlt wird. Diese Differenzierung ist &#8211;wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat&#8211; aus Gr&uuml;nden der Verwaltungsvereinfachung gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso wenig ist die Frage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ob ein Bescheid &uuml;ber die Festsetzung des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 5 KStG 2002 n.F. anfechtbar ist, wenn hierdurch eine sofortige Auszahlung des im Bescheid festgesetzten Anspruchs auf Auszahlung begehrt wird bzw. ob &uuml;berhaupt ein Verwaltungsakt vorliegt. Da das Gesetz bestimmt, dass das Guthaben in zehn gleichen Jahresbetr&auml;gen auszuzahlen ist und die Festsetzung des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens unstreitig ein Verwaltungsakt ist, sind Rechtsstreitigkeiten, die allein die einzelnen Ratenzahlungen betreffen, &uuml;ber verfassungsrechtliche Bedenken hinaus kaum denkbar. Da es sich &uuml;berdies um eine &Uuml;bergangsvorschrift zum Anrechnungsverfahren handelt, ist ein Allgemeininteresse an der Kl&auml;rung dieser Frage nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, I B 101\/11 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens; Verzicht auf m&uuml;ndliche Verhandlung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. a) Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) macht geltend, das Finanzgericht (FG) habe den Rechtsstreit ohne m&uuml;ndliche Verhandlung entschieden, obwohl es im Zeitpunkt seiner Entscheidung nicht mehr von einem Verzicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-101-11-verfassungsmaessigkeit-des-anspruchs-auf-auszahlung-des-koerperschaftsteuerguthabens-verzicht-auf-muendliche-verhandlung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;101\/11 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Anspruchs auf Auszahlung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens; Verzicht auf m&uuml;ndliche Verhandlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6559","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6559\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}