{"id":65613,"date":"2015-12-30T17:13:46","date_gmt":"2015-12-30T15:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65613"},"modified":"2015-12-30T17:13:46","modified_gmt":"2015-12-30T15:13:46","slug":"xi-r-16-14-geschaeftsveraeusserung-im-ganzen-bei-uebertragung-eines-vermieteten-buerogebaeudekomplexes-durch-einen-bautraeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-14-geschaeftsveraeusserung-im-ganzen-bei-uebertragung-eines-vermieteten-buerogebaeudekomplexes-durch-einen-bautraeger\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;16\/14 &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen bei &Uuml;bertragung eines vermieteten B&uuml;rogeb&auml;udekomplexes durch einen Bautr&auml;ger"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, XI R 16\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen bei &Uuml;bertragung eines vermieteten B&uuml;rogeb&auml;udekomplexes durch einen Bautr&auml;ger<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die &Uuml;bertragung eines vermieteten Grundst&uuml;cks f&uuml;hrt zu einer nicht umsatzsteuerbaren Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen, wenn der Erwerber durch den mit dem Grundst&uuml;ckserwerb verbundenen Eintritt in bestehende Mietvertr&auml;ge vom Ver&auml;u&szlig;erer ein Vermietungsunternehmen &uuml;bernimmt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das ist auch dann der Fall, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer ein Bautr&auml;ger ist, der ein Geb&auml;ude erworben, saniert, weitgehend vermietet und sodann ver&auml;u&szlig;ert hat, falls im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung infolge einer nachhaltigen Vermietungst&auml;tigkeit beim Ver&auml;u&szlig;erer ein Vermietungsunternehmen vorliegt, das vom Erwerber fortgef&uuml;hrt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 5. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1265\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine in Luxemburg ans&auml;ssige GmbH nach luxemburgischem Recht, deren Unternehmensgegenstand das langfristige Halten von Immobilien ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie erwarb mit notariellem Vertrag vom 16.&nbsp;Januar 2006 (Grundst&uuml;ckskaufvertrag) im Inland einen B&uuml;rogeb&auml;udekomplex. Voreigent&uuml;merin und Ver&auml;u&szlig;erin des Objekts war die &quot;Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts X&quot; (Ver&auml;u&szlig;erin), deren Gesellschafter die &quot;A-GmbH&quot; (Beigeladene zu 1.), sowie die &quot;B-AG&quot; (Beigeladene zu 2.) waren. Die Ver&auml;u&szlig;erin war eine sog. Objektgesellschaft; ihr Zweck war der Erwerb, die Sanierung, die langfristige Vermietung und der Verkauf des Objekts &#8211; ihr einziger in ihrer Bilanz als Vorratsverm&ouml;gen ausgewiesener Verm&ouml;gensgegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ver&auml;u&szlig;erin hatte das Objekt 2001 erworben sowie in den Jahren 2001 und 2002 erweitert und saniert. Die Bauma&szlig;nahmen waren mit Ausnahme der Innenausbauten im Februar 2002 fertiggestellt. Die Vermietung erfolgte ab Februar 2003. Ende 2003 waren 52&nbsp;% der Gesamtnutzfl&auml;che vermietet. Im Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme mit der Kl&auml;gerin im Oktober 2005 hatte die Ver&auml;u&szlig;erin bereits 80&nbsp;% der Gesamtfl&auml;chen vermietet; beim Verkauf des Objekts im Januar 2006 waren es 90&nbsp;%. Die bestehenden Mietverh&auml;ltnisse wurden von der Kl&auml;gerin fortgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Grundst&uuml;ckskaufvertrag enth&auml;lt u.a. die folgende Regelung: &quot;Die Parteien gehen davon aus, dass die Ver&auml;u&szlig;erung des Kaufgegenstandes keine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a [des Umsatzsteuergesetzes] UStG darstellt. Der Verk&auml;ufer optiert gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 S.&nbsp;2 UStG zur Umsatzsteuer und verpflichtet sich, diese Option nicht zu widerrufen. &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ver&auml;u&szlig;erin stellte der Kl&auml;gerin eine Rechnung unter Hinweis auf deren Steuerschuldnerschaft und ohne Umsatzsteuerausweis aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin meldete den betreffenden Grundst&uuml;cksumsatz sowohl in ihrer Umsatzsteuervoranmeldung f&uuml;r M&auml;rz 2006 als auch in ihrer Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r 2006 (Streitjahr) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte den Angaben der Kl&auml;gerin. Es setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst mit Bescheid vom 18.&nbsp;Dezember 2008, der auf den Einspruch der Kl&auml;gerin hin mit Bescheid vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2009 ge&auml;ndert wurde, unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.&nbsp;April 2009 reichte die Kl&auml;gerin beim FA eine berichtigte Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr ein. Sie behandelte nunmehr den Grundst&uuml;cksumsatz nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG als nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen und beantragte, die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr entsprechend herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag mit Bescheid vom 17.&nbsp;November 2009 ab. Der Einspruch blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Juli 2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des anschlie&szlig;enden Klageverfahrens hat das Finanzgericht (FG) mit Beschluss vom 8.&nbsp;August 2013 die ehemaligen Gesellschafter der inzwischen aufgel&ouml;sten Ver&auml;u&szlig;erin beigeladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das FG hielt die Voraussetzungen von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG f&uuml;r erf&uuml;llt. Es sei ein Vermietungsunternehmen von der Ver&auml;u&szlig;erin auf die Kl&auml;gerin &uuml;bergegangen, die dieses, wie von ihr beabsichtigt, fortgef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar habe die Ver&auml;u&szlig;erin zun&auml;chst die Absicht gehabt, das Geb&auml;ude zu ver&auml;u&szlig;ern und vorher zu vermieten, um einen h&ouml;heren Kaufpreis erzielen zu k&ouml;nnen. Anders als in jenen F&auml;llen, bei denen sich die T&auml;tigkeiten des Ver&auml;u&szlig;erers (Sanierung und Ver&auml;u&szlig;erung) und die des Erwerbers (Vermietung) nicht &auml;hnelten, habe bei der Ver&auml;u&szlig;erin gemessen an der Dauer und der Intensit&auml;t des T&auml;tigwerdens eine nachhaltige Vermietungst&auml;tigkeit vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1240 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG. Eine nicht steuerbare Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen setze voraus, dass der Erwerber die wirtschaftliche T&auml;tigkeit des Ver&auml;u&szlig;erers fortf&uuml;hren k&ouml;nne und dies auch tats&auml;chlich tue. Hierzu m&uuml;sse das &uuml;bertragene Unternehmensverm&ouml;gen die Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit erm&ouml;glichen und &uuml;berdies m&uuml;ssten die vor und nach der &Uuml;bertragung ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten &uuml;bereinstimmen bzw. sich hinreichend &auml;hneln. Hieran fehle es im Streitfall, da entgegen der Auffassung des FG die Ver&auml;u&szlig;erin trotz mehrj&auml;hriger Vermietung des in Rede stehenden Objekts weiterhin als Bautr&auml;gerunternehmen zu qualifizieren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bundesfinanzhof (BFH) habe zu &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG bereits entschieden, dass die T&auml;tigkeit eines Bautr&auml;gers mit der eines Vermieters nicht &uuml;bereinstimme (Urteile vom 24.&nbsp;Februar 2005 V&nbsp;R&nbsp;45\/02, BFHE 210, 146, BStBl II 2007, 61; vom 18.&nbsp;September 2008 V&nbsp;R&nbsp;21\/07, BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254; vom 28.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;22\/09, BFH\/NV 2011, 854).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tritt der Revision entgegen und bringt im Kern vor, der Kauf des Objekts stelle sich, wie von der Vorinstanz zutreffend gew&uuml;rdigt, als Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ums&auml;tze im Rahmen einer Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung an einen anderen Unternehmer f&uuml;r dessen Unternehmen unterliegen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG nicht der Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG setzt voraus, dass ein Unternehmen oder ein in der Gliederung eines Unternehmens gesondert gef&uuml;hrter Betrieb im Ganzen entgeltlich oder unentgeltlich &uuml;bereignet oder in eine Gesellschaft eingebracht wird (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;2 UStG). Der erwerbende Unternehmer tritt an die Stelle des Ver&auml;u&szlig;erers (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;3 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Vorschriften beruhen unionsrechtlich auf Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;8 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211; (nunmehr Art.&nbsp;19 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die &Uuml;bertragung des Gesamtverm&ouml;gens oder eines Teilverm&ouml;gens, die entgeltlich oder unentgeltlich oder durch Einbringung in eine Gesellschaft erfolgt, so behandeln, als ob keine Lieferung von Gegenst&auml;nden vorliegt, und den Beg&uuml;nstigten der &Uuml;bertragung als Rechtsnachfolger des &Uuml;bertragenden ansehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;8 der Richtlinie 77\/388\/EWG bezweckt, die &Uuml;bertragung von Unternehmen oder Unternehmensteilen zu erleichtern und zu vereinfachen, und erfasst dementsprechend die &Uuml;bertragung von Gesch&auml;ftsbetrieben und von selbst&auml;ndigen Unternehmensteilen, die als Zusammenfassung materieller und immaterieller Bestandteile ein Unternehmen oder einen Unternehmensteil bilden, mit dem eine selbst&auml;ndige wirtschaftliche T&auml;tigkeit fortgef&uuml;hrt werden kann. Der Erwerber muss dabei beabsichtigen, den &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsbetrieb oder Unternehmensteil zu betreiben; nicht beg&uuml;nstigt ist die sofortige Abwicklung der &uuml;bernommenen Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit (vgl. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 27.&nbsp;November 2003 Zita Modes C-497\/01, EU:C:2003:644, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2004, 19, Rz&nbsp;44; vom 10.&nbsp;November 2011 Schriever C-444\/10, EU:C:2011:724, BStBl II 2012, 848, Rz&nbsp;37; BFH-Urteile vom 30.&nbsp;Januar 2014 V&nbsp;R&nbsp;33\/13, BFH\/NV 2014, 1238, Rz&nbsp;15, m.w.N.; vom 4.&nbsp;Februar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;42\/13, BFHE 248, 472, BStBl II 2015, 616, Rz&nbsp;17&nbsp;f., m.w.N.). Dagegen fordert Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;8 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht, dass der Beg&uuml;nstigte vor der &Uuml;bertragung eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit derselben Art ausge&uuml;bt haben m&uuml;sste wie der &Uuml;bertragende (vgl. EuGH-Urteil Zita Modes, EU:C:2003:644, UR 2004, 19, Rz&nbsp;45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Feststellung, ob ein Gesch&auml;ft unter den Begriff der &Uuml;bertragung eines Gesamtverm&ouml;gens i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;8 der Richtlinie 77\/388\/EWG f&auml;llt, muss eine Gesamtw&uuml;rdigung der f&uuml;r das betreffende Gesch&auml;ft kennzeichnenden tats&auml;chlichen Umst&auml;nde vorgenommen werden. Dabei ist der Art der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit, deren Fortf&uuml;hrung geplant ist, besondere Bedeutung zuzumessen (vgl. EuGH-Urteil Schriever, EU:C:2011:724, BStBl II 2012, 848, Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die &Uuml;bertragung eines vermieteten Grundst&uuml;cks f&uuml;hrt dann zur Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG, wenn durch den mit dem Grundst&uuml;ckserwerb verbundenen Eintritt in den Mietvertrag ein Vermietungsunternehmen &uuml;bernommen wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Oktober 2007 V&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFHE 219, 284, BStBl II 2008, 447, unter&nbsp;II.2.; vom 6.&nbsp;Mai 2010 V&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFH\/NV 2010, 1873, Rz&nbsp;16; vom 5.&nbsp;Juni 2014 V&nbsp;R&nbsp;10\/13, BFH\/NV 2014, 1600, Rz&nbsp;11; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liegt aber keine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen in diesem Sinne vor, wenn &#8211;was Bautr&auml;ger betrifft&#8211; die unternehmerische T&auml;tigkeit des Ver&auml;u&szlig;erers im Wesentlichen darin besteht, ein Geb&auml;ude zu errichten und Mieter\/P&auml;chter f&uuml;r die einzelnen Einheiten zu finden, um es im Anschluss an die Fertigstellung aufgrund bereits erfolgter Vermietung ertragssteigernd ver&auml;u&szlig;ern zu k&ouml;nnen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;April 2004 V&nbsp;B&nbsp;112\/03, BFHE 205, 511, BStBl II 2004, 802; BFH-Urteile in BFHE 210, 146, BStBl II 2007, 61, unter II.1.a; vom 7.&nbsp;Juli 2005 V&nbsp;R&nbsp;78\/03, BFHE 211, 63, BStBl II 2005, 849, unter II.1.a&nbsp;bb; in BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254, unter II.1.c; in BFH\/NV 2011, 854, Rz&nbsp;22; jeweils m.w.N.; vgl. auch Friedrich-Vache, Mehrwertsteuerrecht 2014, 624).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von diesen Grunds&auml;tzen ausgegangen und hat zu Recht entschieden, dass im Streitfall die Voraussetzungen einer Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a UStG erf&uuml;llt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gegenstand der &Uuml;bertragung war nach den unwidersprochenen Feststellungen des FG ein im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung im Januar 2006 bereits seit zwei bis drei Jahren langfristig vermieteter B&uuml;rogeb&auml;udekomplex. Das FG hat hierzu ferner bindend i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO festgestellt, dass die Kl&auml;gerin alle bestehenden Mietverh&auml;ltnisse, wie von ihr beabsichtigt, fortgef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Grundst&uuml;ck war zwar im Zeitpunkt des Verkaufs im Januar 2006 nicht vollst&auml;ndig vermietet. Dies steht aber der Beurteilung des FG nicht entgegen, seinerzeit habe (auch) die Ver&auml;u&szlig;erin bereits ein Vermietungsunternehmen betrieben. Denn im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks waren bereits 90&nbsp;% der Fl&auml;chen vermietet. Der Leerstand (10&nbsp;%) war unwesentlich und f&uuml;r die Annahme eines Vermietungsunternehmens somit unsch&auml;dlich (vgl. auch BFH-Urteil vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;4\/07, BFHE 226, 138, BStBl II 2009, 863, unter II.3., Rz&nbsp;30, zu einer unsch&auml;dlichen Vermietungsquote von 37&nbsp;%).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die &#8211;von ihm unter Ber&uuml;cksichtigung der konkreten Umst&auml;nde des Streitfalls im Einzelnen begr&uuml;ndete&#8211; W&uuml;rdigung des FG, die Ver&auml;u&szlig;erin habe im Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt ein Vermietungsunternehmen betrieben (FG-Urteil S.&nbsp;23 bis&nbsp;25, Rz&nbsp;49 bis&nbsp;53), ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist verfahrensfehlerfrei zustande gekommen, weder widerspr&uuml;chlich, l&uuml;ckenhaft oder mehrdeutig und verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze. Sie bindet damit den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;R&nbsp;16\/11, BFHE 248, 436, BStBl II 2015, 427, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Einwendungen des FA greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit das FA vorbringt, bei einem Projekt der hier vorliegenden Gr&ouml;&szlig;enordnung ben&ouml;tige der geplante Verkauf eine gewisse Vorlaufzeit, die die Ver&auml;u&szlig;erin durch Vermietung des Objekts gewinnbringend genutzt und zudem beabsichtigt habe, durch langfristige Mietvertr&auml;ge den zu erwartenden Verkaufserl&ouml;s zu steigern, weshalb die Vermietung nicht zur Hauptt&auml;tigkeit der Ver&auml;u&szlig;erin herangereift sein k&ouml;nne, setzt es lediglich seine eigene Wertung des Sachverhalts an die Stelle der m&ouml;glichen W&uuml;rdigung des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Einwand kann der Revision deshalb ebenso wenig zum Erfolg verhelfen wie der Hinweis auf die Einsch&auml;tzung des f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erin zust&auml;ndigen FA, das deren Unternehmen als ein Bautr&auml;gerunternehmen angesehen hat, das mit dem Erwerb, der Sanierung, der Mieterfindung und dem Verkauf seinen Abschluss gefunden habe, weshalb es nicht fortgef&uuml;hrt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ohne Erfolg bleibt auch das Revisionsvorbringen, die Ver&auml;u&szlig;erin habe schon im Zeitpunkt des Erwerbs des Objekts dessen Wiederverkauf beabsichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn eine anf&auml;ngliche, weiter bestehende und ihrem Unternehmenszweck entsprechende Absicht der Ver&auml;u&szlig;erin, das Objekt wieder zu verkaufen, steht einer nachhaltigen Vermietungst&auml;tigkeit i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG nicht zwingend entgegen. Ein Bautr&auml;ger, der &#8211;wie hier die Ver&auml;u&szlig;erin&#8211; als Objektgesellschaft eine erworbene Immobilie nach ihrer Sanierung zun&auml;chst &uuml;ber mehrere Jahre h&auml;lt, sukzessive weitgehend vermietet und dann gewinnbringend und wie von Anfang an beabsichtigt zum &quot;richtigen&quot; Zeitpunkt ver&auml;u&szlig;ert, kann mit zunehmender Dauer selbst einen auf Vermietung gerichteten unternehmerischen Nutzungszusammenhang geschaffen haben, den er im Zuge der Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts auf den Erwerber &uuml;bertragen kann (vgl. Behrens\/Schmitt, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht &#8211;UVR&#8211; 2008, 220 [223]; ferner Herbert, UR 2004, 506 [511]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus der vom FA angef&uuml;hrten Rechtsprechung des V.&nbsp;Senats des BFH in BFHE 210, 146, BStBl II 2007, 61 und in BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254 sowie in BFH\/NV 2011, 854 ergibt sich nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesen F&auml;llen war &#8211;anders als im Streitfall&#8211; eine nachhaltige Vermietungst&auml;tigkeit des Ver&auml;u&szlig;erers nicht gegeben, weil z.B. die Vermietungsdauer nur einen Monat betragen hatte (BFH-Urteil in BFHE 210, 146, BStBl II 2007, 61, unter II.1.a, Rz&nbsp;20), ein Makler unmittelbar nach Abschluss eines Mietvorvertrags zum Verkauf des (erst noch) zu bebauenden Grundst&uuml;cks beauftragt worden war (BFH-Urteil in BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254, unter II.2., Rz&nbsp;24) oder der Ver&auml;u&szlig;erer im M&auml;rz das noch nicht fertig gestellte Objekt schon bei aufgenommenen Vertragsverhandlungen &uuml;ber den Verkauf verpachtet und im Oktober desselben Jahres ver&auml;u&szlig;ert hatte (BFH-Urteil in BFH\/NV 2011, 854, unter II.1.c, Rz&nbsp;24). Ein vergleichbarer Sachverhalt liegt hier nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit das FG Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 12.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;7283\/12 (EFG 2015, 334), gegen das Revision eingelegt wurde (Az. des BFH V&nbsp;R&nbsp;66\/14), entschieden hat, dass bei einer nur 17 Monate w&auml;hrenden Vermietungsdauer und &quot;einer von Anfang an mindestens gleichwertigen Verkaufsabsicht&quot; die Ver&auml;u&szlig;erung eines Mietgrundst&uuml;cks keine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen darstelle, kann der Senat offen lassen, ob er dieser Auffassung nach den genannten Grunds&auml;tzen folgen k&ouml;nnte; jedenfalls ist insoweit ein nicht vergleichbarer Sachverhalt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn hier hat das FG die Umst&auml;nde des Streitfalls dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die bei einem Bautr&auml;gerunternehmen stets vorliegende &quot;finale Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht&quot; das Unternehmen der Ver&auml;u&szlig;erin nicht (mehr) ma&szlig;geblich gepr&auml;gt habe. Eine andere T&auml;tigkeit &#8211;die Vermietung&#8211; habe sich derart stark herausgebildet, dass sie am Ende dominiert habe (FG-Urteil, S.&nbsp;24, Rz&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. a) Das FG hat ferner zu Recht entschieden, dass eine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen nicht deshalb ausgeschlossen ist, weil vorliegend die Vertragsparteien im Grundst&uuml;ckskaufvertrag unzutreffend davon ausgegangen sind, diese liege nicht vor, und auf die grunds&auml;tzliche Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;9 Buchst.&nbsp;a UStG verzichtet haben (vgl. BFH-Urteil in BFHE 226, 138, BStBl II 2009, 863, unter II.3., Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch ist, wie die Vorentscheidung zutreffend erkannt hat, f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Behandlung nicht entscheidend, ob das Objekt bilanzsteuerrechtlich dem Umlauf- oder Anlageverm&ouml;gen zuzuordnen ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;September 2009 V&nbsp;R&nbsp;6\/08, BFHE 227, 506, BStBl II 2010, 315, Leitsatz; ferner Behrens\/Schmitt, UVR 2008, 220 [223]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, XI R 16\/14 Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen bei &Uuml;bertragung eines vermieteten B&uuml;rogeb&auml;udekomplexes durch einen Bautr&auml;ger Leits&auml;tze 1. Die &Uuml;bertragung eines vermieteten Grundst&uuml;cks f&uuml;hrt zu einer nicht umsatzsteuerbaren Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen, wenn der Erwerber durch den mit dem Grundst&uuml;ckserwerb verbundenen Eintritt in bestehende Mietvertr&auml;ge vom Ver&auml;u&szlig;erer ein Vermietungsunternehmen &uuml;bernimmt. 2. Das ist auch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-14-geschaeftsveraeusserung-im-ganzen-bei-uebertragung-eines-vermieteten-buerogebaeudekomplexes-durch-einen-bautraeger\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;16\/14 &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen bei &Uuml;bertragung eines vermieteten B&uuml;rogeb&auml;udekomplexes durch einen Bautr&auml;ger<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65613","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65613"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65613\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}