{"id":65615,"date":"2015-12-30T17:13:53","date_gmt":"2015-12-30T15:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65615"},"modified":"2015-12-30T17:13:53","modified_gmt":"2015-12-30T15:13:53","slug":"i-r-18-14-fiktive-unbeschraenkte-einkommensteuerpflicht-einbeziehung-von-der-abgeltungsteuer-unterliegenden-kapitaleinkuenften-bei-der-berechnung-der-einkunftsgrenzen-nach-par-1-abs-3-satz-2-estg-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-18-14-fiktive-unbeschraenkte-einkommensteuerpflicht-einbeziehung-von-der-abgeltungsteuer-unterliegenden-kapitaleinkuenften-bei-der-berechnung-der-einkunftsgrenzen-nach-par-1-abs-3-satz-2-estg-2009\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;18\/14 &#8211; Fiktive unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht: Einbeziehung von der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nften bei der Berechnung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, I R 18\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Fiktive unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht: Einbeziehung von der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nften bei der Berechnung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>In die Pr&uuml;fung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009 sind auch die der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte einzubeziehen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revisionen des Kl&auml;gers sowie des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 22. Januar 2014&nbsp;&nbsp;4 K 2001\/13 werden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Beteiligten je zur H&auml;lfte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Der verheirate Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wohnte im Streitjahr (2009) mit seiner Ehefrau (EF) in Belgien. Beide waren im Inland als Arbeitnehmer besch&auml;ftigt. Das f&uuml;r die inl&auml;ndischen Arbeitgeber zust&auml;ndige Betriebsst&auml;ttenfinanzamt erteilte den Eheleuten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;39c Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) 2002 jeweils eine Bescheinigung, derzufolge sie nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG 2002 unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig sind und die Lohnsteuer f&uuml;r den Kl&auml;ger nach Steuerklasse III sowie f&uuml;r seine EF nach Steuerklasse V einzubehalten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 22.&nbsp;August 2011 wurde der Kl&auml;ger als beschr&auml;nkt Steuerpflichtiger zur Einkommensteuer veranlagt. Dabei setzte der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (das Betriebsst&auml;tten-\/Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 140.604&nbsp;EUR sowie Eink&uuml;nfte aus der Vermietung eines im Inland belegenen Hauses in H&ouml;he von &#8211;&nbsp;7.294&nbsp;EUR an. Bereits zuvor hatte das FA gegen&uuml;ber EF mit Bescheid vom 28.&nbsp;Februar 2011 &#8211;ebenfalls unter der Annahme einer beschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht&#8211; die Einkommensteuer f&uuml;r die von ihr im Inland erzielten Lohneink&uuml;nfte (15.472&nbsp;EUR) auf 899&nbsp;EUR festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers gegen den Bescheid vom 22.&nbsp;August 2011 war zun&auml;chst nur auf die Ber&uuml;cksichtigung der ungek&uuml;rzten Vorsorgepauschale gerichtet. W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erkl&auml;rte der Kl&auml;ger, im Streitjahr inl&auml;ndische Gewinnaussch&uuml;ttungen in H&ouml;he von 142.000&nbsp;EUR sowie Zinsen in H&ouml;he von 1.087,97&nbsp;EUR erhalten zu haben. Zum Nachweis reichte er dem FA Kopien der Seiten 3 bis 5 des belgischen Einkommensteuerbescheids (Steuerschuld: 18.163,06&nbsp;EUR) sowie den Bescheid des Bundeszentralamts f&uuml;r Steuern &uuml;ber die Erstattung von 10&nbsp;% der (inl&auml;ndischen) Dividenden (10&nbsp;% aus 142.000&nbsp;EUR = 14.200&nbsp;EUR) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;1 EStG 2009 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich Belgien zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und zur Regelung verschiedener anderer Fragen auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen einschlie&szlig;lich der Gewerbesteuer und der Grundsteuern vom 11.&nbsp;April 1967 &#8211;DBA-Belgien&#8211; (BGBl II 1969, 18, BStBl I 1969, 39) ein. Das FA hat daraufhin mit ge&auml;ndertem Bescheid vom 19.&nbsp;Oktober 2011 zum einen die Vorsorgepauschale in der beantragten H&ouml;he gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;2 EStG 2009 gew&auml;hrt, zum anderen jedoch &#8211;entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers&#8211; die steuerpflichtigen Inlandseink&uuml;nfte (Arbeitslohn abz&uuml;glich Verlust aus Vermietung und Verpachtung) mit R&uuml;cksicht auf die nach dem DBA-Belgien im Wohnsitzstaat steuerpflichtigen Kapitaleink&uuml;nfte dem Progressionsvorbehalt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32b EStG 2009 unterworfen. Zugleich hat es den bis dahin bestehenden Nachpr&uuml;fungsvorbehalt nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung aufgehoben und auf die Fortsetzung des Einspruchsverfahrens hingewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor dessen Abschluss hat der Kl&auml;ger unter Vorlage einer auch von EF unterzeichneten Einverst&auml;ndniserkl&auml;rung die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer beantragt und hierbei die Ansicht vertreten, dass die der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 nicht bei der Pr&uuml;fung der Wesentlichkeitsgrenzen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009 zu ber&uuml;cksichtigen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch hatte nur insoweit Erfolg, als das FA mit Bescheid vom 4.&nbsp;Juni 2013 lediglich 60&nbsp;% der Kapitaleink&uuml;nfte des Kl&auml;gers im Rahmen des Progressionsvorbehalts ber&uuml;cksichtigte. Eine Zusammenveranlagung der Eheleute lehnte es ab, weil nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG 2009 von den Welteink&uuml;nften des Kl&auml;gers auszugehen sei und hierzu auch die in Belgien steuerpflichtigen Kapitalertr&auml;ge geh&ouml;rten, da sie dort nicht der Abgeltungsteuer unterl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage hat der Kl&auml;ger die Verpflichtung des FA begehrt, ihn mit EF zusammen zur Einkommensteuer zu veranlagen, hilfsweise, bei der Veranlagung als beschr&auml;nkt Steuerpflichtiger die von ihm erzielten Kapitaleink&uuml;nfte nicht im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu ber&uuml;cksichtigen. Das Finanzgericht (FG) hat nur Letzterem entsprochen und ist hierbei davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger keinen Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer nach &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b i.V.m. &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 EStG 2009 gestellt hat (FG K&ouml;ln, Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2014&nbsp; 4&nbsp;K&nbsp;2001\/13, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 766).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG haben sowohl der Kl&auml;ger als auch das FA Revision eingelegt. W&auml;hrend der Kl&auml;ger an seiner bisherigen Rechtsauffassung festh&auml;lt, vertritt das FA nunmehr die Ansicht, dass angesichts des fehlenden Veranlagungsantrags der Einkommensteuerbescheid vom 4.&nbsp;Juni 2013 aufzuheben, ein Lohnsteuer-Nachforderungsbescheid nach &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;39a Abs.&nbsp;5 EStG 2009 zu erlassen und die Veranlagung des beschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtigen Kl&auml;gers auf die Verluste aus Vermietung und Verpachtung zu beschr&auml;nken sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das vorinstanzliche Urteil sowie die angefochtenen Einkommensteuerbescheide aufzuheben, das FA zu verpflichten, f&uuml;r das Streitjahr eine Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer durchzuf&uuml;hren und die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das vorinstanzliche Urteil mit den Feststellungen zur Durchf&uuml;hrung der Lohnsteuernachforderungen aufzuheben, die Klage abzuweisen und die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revisionen sind nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger nicht mit EF zusammen zur Einkommensteuer zu veranlagen und im Rahmen der Veranlagung zur beschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht ein Progressionsvorbehalt nicht zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Revision des Kl&auml;gers<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>1. &Uuml;ber den Antrag, den Kl&auml;ger und EF zusammen zur Einkommensteuer zu veranlagen, ist ohne Beteiligung der EF am finanzgerichtlichen Verfahren zu entscheiden. Der Senat verweist insoweit auf die Ausf&uuml;hrungen in seinem Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2014 I&nbsp;R&nbsp;18\/13 (BFHE 247, 388, BStBl II 2015, 474). Dem &#8211;im Verlauf des Einspruchs gegen den an den Kl&auml;ger gerichteten Einkommensteuerbescheid gestellten&#8211; Antrag steht auch nicht entgegen, dass &#8211;wozu die Vorinstanz allerdings keine Feststellungen getroffen hat&#8211; der gegen&uuml;ber EF ergangene Einkommensteuerbescheid in Bestandskraft erwachsen ist; vielmehr kann die Wahl der Veranlagungsart nach der f&uuml;r das Streitjahr zu beachtenden Rechtsprechung auch in einem solchen Fall ge&auml;ndert werden (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2005 III&nbsp;R&nbsp;22\/02, BFHE 209, 454, BStBl II 2005, 690; Schmidt\/Seeger, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;26 Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Antrag hat in der Sache keinen Erfolg, weil die Zusammenveranlagung an die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht gebunden ist und der Kl&auml;ger sowie EF im Streitjahr weder Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland hatten (&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG 2009) noch die Voraussetzungen der fingierten unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009 erf&uuml;llten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG 2009 werden auf Antrag auch nat&uuml;rliche Personen als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben, soweit sie inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG 2009 erzielen. Voraussetzung hierf&uuml;r ist gem&auml;&szlig; Satz&nbsp;2 der Vorschrift, dass entweder die Eink&uuml;nfte im Kalenderjahr zu mindestens 90&nbsp;% der deutschen Einkommensteuer unterliegen (relative Wesentlichkeitsgrenze) oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte den Grundfreibetrag nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG 2009 nicht &uuml;bersteigen (absolute Wesentlichkeitsgrenze). Bei der Pr&uuml;fung beider Wesentlichkeitsgrenzen gelten Eink&uuml;nfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nur der H&ouml;he nach beschr&auml;nkt besteuert werden d&uuml;rfen, als nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegend (Satz&nbsp;4). Weitere Voraussetzung f&uuml;r die fiktive unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht ist nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG 2009, dass die H&ouml;he der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen ausl&auml;ndischen Steuerbeh&ouml;rde nachgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgenannten Regelungen werden in &sect;&nbsp;1a EStG 2009 in der Weise erg&auml;nzt, dass f&uuml;r Staatsangeh&ouml;rige eines Mitgliedstaates der Europ&auml;ischen Union (EU), die nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG 2009 unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig oder die nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG 2009 als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig zu behandeln sind, bei der Pr&uuml;fung der Voraussetzungen f&uuml;r eine Zusammenveranlagung (&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG 2009) der nicht dauernd getrennt lebende Ehegatte, dessen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlicher Aufenthalt sich zwar nicht im Inland, aber in einem anderen Mitgliedstaat der EU befindet, auf Antrag als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird (&sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009) und bei Anwendung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG 2009 (relative und absolute Wesentlichkeitsgrenze) auf die Eink&uuml;nfte beider Ehegatten abzustellen sowie der Grundfreibetrag nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 (EStG 2009) zu verdoppeln ist. Letzteres ist, wie der Senat zuletzt mit Urteil vom 6.&nbsp;Mai 2015 I&nbsp;R&nbsp;16\/14 (BFH\/NV 2015, 1628) entschieden hat, dahin zu verstehen, dass die Wesentlichkeitsgrenzen im Rahmen von &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009 nur einer einstufigen Pr&uuml;fung unterliegen und deshalb nach Ma&szlig;gabe des zweifachen Grundfreibetrags nur auf die Eink&uuml;nfte beider Ehegatten abzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger und EF haben die vorgenannten Wesentlichkeitsgrenzen nicht gewahrt. Dies ist zwischen den Beteiligten dann unstreitig, wenn in die Pr&uuml;fung dieser Grenzen die vom Kl&auml;ger im Streitjahr erzielten Kapitalertr&auml;ge &#8211;insbesondere also seine inl&auml;ndischen Dividendenertr&auml;ge in H&ouml;he von 142.000&nbsp;EUR&#8211; einbezogen werden. Da die Dividenden in Belgien als Ans&auml;ssigkeitsstaat des Kl&auml;gers besteuert werden k&ouml;nnen (Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 DBA-Belgien) und in Deutschland als Ans&auml;ssigkeitsstaat der zahlenden Kapitalgesellschaften nur einem auf 15&nbsp;% ihres Bruttobetrags beschr&auml;nkten Quellenbesteuerungsrecht unterworfen sind (&sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a EStG 2009 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 DBA-Belgien; im Streitfall aufgrund der Teilerstattung nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. Satz&nbsp;1 EStG 2009), gelten die Dividenden im Rahmen der Pr&uuml;fung der Einkunftsgrenzen (Wesentlichkeitsgrenzen) nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 EStG 2009 als nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegend (Senatsurteile vom 13.&nbsp;November 2002 I&nbsp;R&nbsp;67\/01, BFHE 201, 54, BStBl II 2003, 587 zu DBA-Belgien; s. auch Senatsurteil vom 20.&nbsp;August 2003 I&nbsp;R&nbsp;72\/02, BFH\/NV 2004, 321). Folge hiervon ist nicht nur, dass die von dem Kl&auml;ger und EF insgesamt bezogenen (Welt-)Eink&uuml;nfte nicht im Sinne der relativen Wesentlichkeitsgrenze zu mindestens 90&nbsp;% der deutschen Einkommensteuer unterliegen; zudem &uuml;berschreiten die der belgischen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte im Sinne der absoluten Wesentlichkeitsgrenze den doppelten Grundfreibetrag (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG 2009: 2&nbsp;x&nbsp;7.834&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl&auml;ger hiergegen geltend macht, die Wesentlichkeitsgrenzen w&uuml;rden deshalb gewahrt, weil aufgrund der Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 die Kapitaleink&uuml;nfte nicht zu den Eink&uuml;nften i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG 2009 geh&ouml;rten, kann sich der Senat dieser Beurteilung nicht anschlie&szlig;en. Zwar ordnet die im Zusammenhang mit der Einf&uuml;hrung der sog. Abgeltungsteuer f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in das Einkommensteuergesetz aufgenommene Vorschrift des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 an, dass Kapitalertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG 2009 (Steuersatz von 25&nbsp;%) und &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 EStG 2009 (abgeltender Einbehalt der Kapitalertragsteuer) nicht in die in den vorstehenden Abs&auml;tzen (n&auml;mlich &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis&nbsp;5 EStG 2009) definierten Begriffe (Eink&uuml;nfte, Summe der Eink&uuml;nfte, Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte, Einkommen, zu versteuerndes Einkommen) einzubeziehen sind, soweit Rechtsnormen dieses Gesetzes an diese Begriffe ankn&uuml;pfen. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers wirkt diese Vorschrift jedoch nicht auf die Pr&uuml;fung der Einkunftsgrenzen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009 ein; sie ist demgem&auml;&szlig; &#8211;wie vom FG im Ergebnis zu Recht entschieden&#8211; auch im Streitfall nicht geeignet, eine fiktive unbeschr&auml;nkte (deutsche) Einkommensteuerpflicht des Kl&auml;gers und EF zu begr&uuml;nden (Gosch in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;20 Fn&nbsp;4; ebenso &#8211;implizit&#8211; Michel in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;132; Frotscher in Frotscher, EStG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;32; Stapperfend in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;1 EStG Rz&nbsp;278 unter &quot;Beispiel&quot;; Schmidt\/Heinicke, a.a.O., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;55; a.A. Schmidt\/ Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Letzteres ergibt sich bereits daraus, dass nach dem unmissverst&auml;ndlichen Wortlaut des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz 1 EStG 2009 die Fiktion der unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht sich auf die &quot;inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte&quot; i.S. von &sect;&nbsp;49 EStG 2009 erstreckt und hierzu die in &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG 2009 genannten Kapitalertr&auml;ge, insbesondere also die in Buchst.&nbsp;a dieser Bestimmung (i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 2009) angesprochenen Gewinnaussch&uuml;ttungen der inl&auml;ndischen Kapitalgesellschaften, geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG 2009 kn&uuml;pft insoweit also (&auml;hnlich wie in anderen Zusammenh&auml;ngen beispielsweise &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 oder &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2009) nicht an den in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis 5 EStG 2009 vorgegebenen allgemeinen, sondern an einen davon abzuhebenden, durch spezifische Merkmale qualifizierten Begriff der Eink&uuml;nfte an. Davon aber spart &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 die der Abgeltung unterfallenden Kapitalertr&auml;ge erkl&auml;rterma&szlig;en nicht aus. Und auch unter systematischen Gesichtspunkten besteht hiernach kein Anlass, die betreffenden Kapitaleink&uuml;nfte aus der Pr&uuml;fung der Wesentlichkeitsgrenze des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG 2009 auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zudem entspricht nur diese Beurteilung dem Zweck des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 (hier: i.V.m. &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2) EStG 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Eink&uuml;nfteermittlung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG 2009 erfolgt in zwei Stufen. Zun&auml;chst ist in einem ersten Schritt die Summe der Welteink&uuml;nfte, d.h. die Summe s&auml;mtlicher Eink&uuml;nfte unabh&auml;ngig davon zu ermitteln, ob sie im In- oder Ausland erzielt wurden; die Pr&uuml;fung beruht auf der Annahme einer unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht. Die so bestimmten Eink&uuml;nfte (Welteink&uuml;nfte) sind sodann in einem zweiten Schritt in die Eink&uuml;nfte, die der deutschen Einkommensteuer unterliegen, und die Eink&uuml;nfte, die diese Voraussetzungen nicht erf&uuml;llen, aufzuteilen. Hintergrund dieser Regelungen ist die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (fr&uuml;her Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaft), nach der es grunds&auml;tzlich Sache des Wohnsitzstaates ist, den Steuerpflichtigen nach Ma&szlig;gabe seiner gesamten Leistungsf&auml;higkeit zu besteuern und eine unionsrechtliche Verpflichtung des Quellenstaates, dem Gebietsfremden (beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen) die Steuerverg&uuml;nstigungen einzur&auml;umen, die auch einem Gebietsans&auml;ssigen (unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen) zustehen, nur dann besteht, wenn der Gebietsfremde seine Eink&uuml;nfte im Wesentlichen in seinem Besch&auml;ftigungsstaat erzielt und deshalb der Wohnsitzstaat nicht in der Lage ist, die pers&ouml;nlichen und familienbezogenen Umst&auml;nde des Steuerpflichtigen zu ber&uuml;cksichtigen (grundlegend Urteil Schumacker vom 14.&nbsp;Februar 1995 C-279\/93, EU:C:1995:31, Slg. 1995, I-225; zuletzt Senatsurteil in BFHE 247, 388, BStBl II 2015, 474, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Es liegt auf der Hand, dass es diesem Gesetzeszweck und dem seiner Verwirklichung zugrunde liegenden Gedanken der territorialen Einkunftszuordnung widerstreiten w&uuml;rde, wollte man aus der hiernach gebotenen Ermittlung des Welteinkommens und dessen Aufteilung auf die der inl&auml;ndischen sowie der ausl&auml;ndischen Besteuerung unterliegenden Eink&uuml;nfte die im Inland erzielten Kapitaleink&uuml;nfte allein deshalb ausgrenzen, weil sie nach den Rechtsvorschriften des deutschen Einkommensteuerrechts mit einem Abgeltungsteuersatz besteuert werden. Zu ber&uuml;cksichtigen ist insoweit nicht nur, dass die Abgeltungsteuer des deutschen Einkommensteuerrechts es unbeeinflusst bel&auml;sst, ob und in welcher Weise die Kapitalertr&auml;ge Eingang in die Veranlagung im Wohnsitzstaat (hier: Belgien) nehmen. Es w&auml;re gleicherma&szlig;en mit dem dargelegten Gesetzeszweck unvereinbar, wollte man nur die inl&auml;ndischen und dem Kapitalertragsteuereinbehalt belasteten Kapitaleink&uuml;nfte aus der Einkunftsberechnung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG 2009 ausnehmen, hingegen die von dem im EU-Ausland wohnenden Steuerpflichtigen dort oder in einem Drittstaat erzielten Kapitalertr&auml;ge im Rahmen der Entscheidung &uuml;ber die inl&auml;ndische unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht ber&uuml;cksichtigen. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers kann auch der mit der Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 intendierte Vereinfachungszweck (vgl. dazu BTDrucks 16\/5377, S.&nbsp;10 und S.&nbsp;25) eine solche Differenzierung nicht rechtfertigen. Hinzu kommt, dass die fiktive unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 i.V.m. Satz&nbsp;3 EStG 2009 an den formalisierten Nachweis der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte gebunden und demgem&auml;&szlig; auch f&uuml;r den Streitfall nicht ersichtlich ist, in welcher Weise die Nichtber&uuml;cksichtigung der &#8211;durch die Vorlage der ausl&auml;ndischen Bescheinigung zu belegenden&#8211; Kapitaleink&uuml;nfte im Streitfall dem Vereinfachungszweck des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 dienen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Revision des FA<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat legt die Revision des FA &#8211;rechtsschutzgew&auml;hrend&#8211; dahin aus, dass die Beh&ouml;rde lediglich die Abweisung der Klage (i.V.m. einer Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils), nicht hingegen einen gerichtlichen Anspruch dar&uuml;ber beantragt, dass gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger ein Verfahren zur Lohnsteuernacherhebung durchzuf&uuml;hren ist. Da letzteres Begehren mit einer &Auml;nderung des Streitgegenstands (bisher: Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Einkommensteuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger) verbunden w&auml;re und eine Klage&auml;nderung, die insbesondere in einem Wechsel des Streitgegenstands zu sehen ist (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Mai 2006 VI&nbsp;R&nbsp;17\/03, BFHE 213, 383, BStBl II 2006, 830; Gr&auml;ber\/ Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;123 Rz&nbsp;2; hier: Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Lohnsteuernachforderung nach Aufhebung eines zuvor erlassenen Veranlagungsbescheids), im Revisionsverfahren nach &sect;&nbsp;123 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ausgeschlossen ist, w&auml;re ein hierauf gerichteter Antrag zu verwerfen. Der Senat geht deshalb davon aus, dass das FA eine &Uuml;berpr&uuml;fung des vorinstanzlichen Urteils nur in dem durch das Revisionsrecht er&ouml;ffneten Rahmen erstrebt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision bleibt jedoch in der Sache ohne Erfolg. Hierzu bedarf es keiner Entscheidung, ob &#8211;wie im Schrifttum ganz &uuml;berwiegend vertreten&#8211; die von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 erfassten Kapitalertr&auml;ge grunds&auml;tzlich nicht in den Progressionsvorbehalt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32b EStG 2009 (hier: Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5) eingehen (so z.B. Schmidt\/Heinicke, a.a.O., &sect;&nbsp;32b Rz&nbsp;43; Kuhn\/ K&uuml;hner in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;32b EStG Rz&nbsp;30, 119, 149). Ebenso bedarf es im Rahmen der Revision des FA keiner Stellungnahme dazu, ob &#8211;wie vom FG angenommen&#8211; die Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5b EStG 2009 deshalb im Streitfall nicht zum Tragen kommen kann, weil dem Kl&auml;ger die einbehaltene Kapitalertragsteuer nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG 2009 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 DBA-Belgien teilweise erstattet worden ist. Beides kann vorliegend deshalb offenbleiben, da eine Steuersatzerh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz 1, erster und zweiter Satzteil EStG 2009 (in der f&uuml;r das Streitjahr anzuwendenden Fassung des Jahressteuergesetzes 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008, BGBl I 2008, 2794, BStBl I 2009, 74) tatbestandlich erfordert, dass der Steuerpflichtige entweder unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig ist oder unter Anwendung des &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG 2009 &#8211;d.h. aufgrund eines Eintrags nach &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;2 EStG 2009 (Buchst.&nbsp;a) oder aufgrund eines vom Steuerpflichtigen gestellten Antrags (Buchst.&nbsp;b)&#8211; als beschr&auml;nkt Steuerpflichtiger zur Einkommensteuer veranlagt wird. Keine dieser Voraussetzungen ist vorliegend jedoch gegeben. Zum einen ist der Kl&auml;ger &#8211;wie zu B.I.2. der Gr&uuml;nde dieses Urteils erl&auml;utert&#8211; nicht unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig und damit auch nicht von Amts wegen nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a EStG 2009 zur Einkommensteuer zu veranlagen. Zum anderen fehlt es nicht nur an dem Eintrag eines Lohnsteuerabzugsmerkmals gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;2 EStG 2009, sondern &#8211;wie vom FG f&uuml;r den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend festgestellt (vgl. dazu Gr&auml;ber\/ Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;48 i.V.m. 24)&#8211; auch an einem Veranlagungsantrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b EStG 2009. Eine Steuersatzerh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;32b EStG 2009 muss deshalb ungeachtet dessen ausscheiden, ob in den F&auml;llen, in denen der Abzug vom Arbeitslohn keine die Einkommensteuer abgeltende Wirkung hat, weil nachtr&auml;glich festgestellt wird, dass die Voraussetzungen der unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht nicht vorliegen, neben das Recht zur Nachforderung von Lohnsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;5a EStG 2009 auch &#8211;alternativ und ohne Vorliegen eines Pflichtveranlagungstatbestands und eines Antrags nach &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b EStG 2009&#8211; die Einkommensteuer durch einen Veranlagungsbescheid festgesetzt werden kann (so z.B. Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;50 Rz&nbsp;20, m.w.N.; a.A. Herkenroth\/Striegel in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;50 EStG Rz&nbsp;260). Da ein solcher &#8211;im Streitfall ergangener&#8211; Bescheid jedenfalls nicht nichtig ist (s. dazu Gr&auml;ber\/Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;96 Rz&nbsp;49, m.w.N.), ist das Gericht nicht befugt, &uuml;ber den Klageantrag (hier: Hilfsantrag des Kl&auml;gers auf Steuerfestsetzung ohne Ansatz des Progressionsvorbehalts) hinauszugehen und den Bescheid aufzuheben. Auch die Revision des FA ist demnach zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO analog (s. dazu Brandis in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;135 FGO Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, I R 18\/14 Fiktive unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht: Einbeziehung von der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nften bei der Berechnung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009 Leits&auml;tze In die Pr&uuml;fung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009 sind auch die der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte einzubeziehen. Tenor Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-18-14-fiktive-unbeschraenkte-einkommensteuerpflicht-einbeziehung-von-der-abgeltungsteuer-unterliegenden-kapitaleinkuenften-bei-der-berechnung-der-einkunftsgrenzen-nach-par-1-abs-3-satz-2-estg-2009\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;18\/14 &#8211; Fiktive unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht: Einbeziehung von der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nften bei der Berechnung der Einkunftsgrenzen nach &sect; 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2009<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}