{"id":65623,"date":"2015-12-30T17:16:08","date_gmt":"2015-12-30T15:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65623"},"modified":"2015-12-30T17:16:08","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:08","slug":"ix-r-31-14-einkuenfteerzielungabsicht-bei-gewerbeimmobilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-31-14-einkuenfteerzielungabsicht-bei-gewerbeimmobilien\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;31\/14 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungabsicht bei Gewerbeimmobilien"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2015, IX R 31\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfteerzielungabsicht bei Gewerbeimmobilien<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 2. April 2014&nbsp;&nbsp;10 K 586\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I.&nbsp;&nbsp;Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der Kl&auml;ger ist seit 1996 Eigent&uuml;mer bzw. Erbbauberechtigter eines landwirtschaftlichen Anwesens, das er seit dem Erwerb an die Kl&auml;gerin verpachtet hat. Das Anwesen besteht u.a. aus landwirtschaftlichen Fl&auml;chen, einer Reithalle, Stallungen und einer Werkstatt. Die Kl&auml;gerin betreibt auf den gepachteten landwirtschaftlichen Fl&auml;chen und Geb&auml;uden eine Pensionspferdehaltung und eine Pferdezucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2003 und 2005 (Streitjahre) machten die Kl&auml;ger aus der Verpachtung des Anwesens Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse von 10.462&nbsp;EUR (2003) und von 12.186&nbsp;EUR (2005) geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Einkommensteuer f&uuml;r die Streitjahre zun&auml;chst &#8211;unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung&#8211; erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat das FA die Auffassung, dass es an der erforderlichen Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht f&uuml;r die Verpachtung des landwirtschaftlichen Betriebs fehle. Aufgrund des Verh&auml;ltnisses der Pachteinnahmen und der entstehenden Kosten sei es auf Dauer nicht m&ouml;glich, aus der Verpachtung des Anwesens einen positiven Gesamt&uuml;berschuss zu erzielen. Das FA erkannte folglich die erkl&auml;rten Verluste nicht mehr an und setzte die Einkommensteuer f&uuml;r die Streitjahre mit ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden vom 16.&nbsp;Oktober 2009 entsprechend h&ouml;her fest. Mit Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Januar 2010 verminderte das FA wegen hier nicht relevanter Gr&uuml;nde die Einkommensteuer f&uuml;r beide Jahre und wies die Einspr&uuml;che im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) folgte der Auffassung des FA, dass die Verluste aus der Verpachtung des landwirtschaftlichen Anwesens mangels Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Kl&auml;gers steuerlich nicht anzuerkennen seien. Bei der Vermietung und Verpachtung von landwirtschaftlichen Fl&auml;chen und Geb&auml;uden gelte die Regelvermutung f&uuml;r eine &Uuml;berschusserzielungsabsicht nicht. Hier sei ebenso wie bei der Vermietung von Gewerbeobjekten eine Einzelfallpr&uuml;fung anhand einer &Uuml;berschussprognose vorzunehmen. In die Prognoserechnung seien jedoch nur solche Umst&auml;nde einzubeziehen, die bereits bei Beginn der Verpachtung vorgelegen haben. Daher sei insbesondere die f&uuml;r 2015 geplante Errichtung neuer Pferdeboxen zur Unterstellung weiterer Pensionspferde nicht zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen (&sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und materiellen Rechts (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Das angefochtene Urteil weiche in mehreren Punkten von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ab. So habe das FG zun&auml;chst unzutreffend die &Uuml;berschusserzielungsabsicht des Kl&auml;gers nicht typisierend vermutet. Zum anderen habe das FG entgegen der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung bei der Prognoserechnung allein auf die Umst&auml;nde zu Beginn der Verpachtung abgestellt und zuk&uuml;nftig eintretende Faktoren unber&uuml;cksichtigt gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG vom 2.&nbsp;April 2014 aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2003 und 2005 vom 16.&nbsp;Oktober 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Januar 2010 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass die negativen Eink&uuml;nfte aus der Verpachtung des Reiterhofs steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Zwar hat das FG zu Recht die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Kl&auml;gers durch eine Prognose im Einzelfall &uuml;berpr&uuml;ft. Dabei ist es jedoch unzutreffend davon ausgegangen, dass in die Prognoserechnung ausschlie&szlig;lich solche Umst&auml;nde einzubeziehen sind, die bereits bei Beginn der Vermietungst&auml;tigkeit im Jahr 1996 vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erzielt, wer ein Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil gegen Entgelt zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst und beabsichtigt, auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung einen &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten zu erzielen (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2003 IX&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFH\/NV 2003, 1170, und vom 19.&nbsp;Dezember 2007 IX&nbsp;R&nbsp;30\/07, BFH\/NV 2008, 1300). Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht kann erst nachtr&auml;glich einsetzen und auch wieder wegfallen (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 2002 IX&nbsp;R&nbsp;63\/01, BFH\/NV 2003, 454).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ist bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, einen solchen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;April 2009 IX&nbsp;R&nbsp;39\/08, BFHE 224, 538, BStBl II 2009, 776). Dies gilt jedoch nur f&uuml;r die Vermietung von Wohnungen, nicht indes f&uuml;r die Vermietung von Gewerbeimmobilien (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2010 IX&nbsp;R&nbsp;49\/09, BFHE 230, 385, BStBl II 2010, 1038, und dieser Entscheidung folgend BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Oktober 2013 III&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFHE 243, 327, BStBl II 2014, 372, sowie vom 9.&nbsp;Oktober 2013 IX&nbsp;R&nbsp;2\/13, BFHE 244, 247, BStBl II 2014, 527).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abweichend von vorstehendem Grundsatz ist bei Gewerbeimmobilien die &Uuml;berschusserzielungsabsicht stets ohne typisierende Vermutung im Einzelfall festzustellen (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Februar 2013 IX&nbsp;R&nbsp;7\/10, BFHE 240, 258, BStBl II 2013, 436). Dabei sind Gewerbeimmobilien &#8211;in Abgrenzung zu einer Wohnung&#8211; alle diejenigen Immobilien, die nicht Wohnzwecken dienen (BFH-Urteil in BFHE 244, 247, BStBl II 2014, 527; Bl&uuml;mich\/Schallmoser, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;226). Eine Gewerbeimmobilie in diesem Sinne ist auch ein aus landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cksfl&auml;chen und Geb&auml;uden bestehendes Anwesen, das f&uuml;r den Betrieb einer Pferdepensionshaltung und Pferdezucht zu dienen bestimmt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG steuerbare T&auml;tigkeit ist objekt- und nicht grundst&uuml;cksbezogen. Ma&szlig;gebend ist daher sowohl im Hinblick auf den objektiven Tatbestand als auch f&uuml;r die Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht die auf ein bestimmtes Objekt (z.B. Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil) ausgerichtete T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen (BFH-Urteile in BFHE 224, 538, BStBl II 2009, 776, und vom 13.&nbsp;Januar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;46\/13, BFH\/NV 2015, 668). Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ist nur dann auf das gesamte Grundst&uuml;ck zu beziehen, wenn sich auch die Vermietungst&auml;tigkeit auf das gesamte Grundst&uuml;ck richtet (BFH-Urteile in BFHE 224, 538, BStBl II 2009, 776, und in BFHE 244, 247, BStBl II 2014, 527).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Feststellung, ob der Steuerpflichtige die Absicht hatte, langfristig Eink&uuml;nfte aus dem Objekt zu erzielen, hat das FG nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu treffen (BFH-Urteile in BFH\/NV 2003, 1170, und in BFHE 230, 385, BStBl II 2010, 1038). Den Steuerpflichtigen trifft insoweit die Feststellungslast (BFH-Urteil in BFHE 240, 258, BStBl II 2013, 436).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der danach vorzunehmenden Gesamtw&uuml;rdigung ist unter Heranziehung aller objektiv erkennbaren Umst&auml;nde anhand einer Prognose &uuml;ber die voraussichtliche Dauer der Verm&ouml;gensnutzung von grunds&auml;tzlich 30 Jahren, der in dieser Zeitspanne voraussichtlich erzielbaren steuerpflichtigen Ertr&auml;ge und der anfallenden Werbungskosten festzustellen, ob aus der Vermietungst&auml;tigkeit ein Total&uuml;berschuss erzielt werden kann (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;November 2001 IX&nbsp;R&nbsp;97\/00, BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726). Die im Prognosezeitraum voraussichtlich zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben sind zu sch&auml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die zuk&uuml;nftig zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben nur dann anhand des Durchschnitts der in der Vergangenheit angefallenen Einnahmen und Werbungskosten zu sch&auml;tzen sind, wenn keine ausreichenden objektiven Umst&auml;nde f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Entwicklung der Mieteinnahmen und Ausgaben vorliegen (BFH-Urteile in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, und vom 16.&nbsp;April 2013 IX&nbsp;R&nbsp;26\/11, BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In die Prognoserechnung k&ouml;nnen auch sp&auml;ter eintretende Ereignisse oder Tatsachen einzubeziehen sein (BFH-Urteil in BFH\/NV 2003, 1170). So k&ouml;nnen entgegen der Auffassung des FG insbesondere nach Beginn der Vermietungst&auml;tigkeit eintretende Ver&auml;nderungen in der Art und Weise der Vermietungst&auml;tigkeit, die vom Steuerpflichtigen in Reaktion auf hohe Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse vorgenommen werden und die zu einer k&uuml;nftigen Verbesserung der Einnahmensituation f&uuml;hren, zu ber&uuml;cksichtigen sein (vgl. BFH-Urteile in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, und in BFH\/NV 2003, 454; Bl&uuml;mich\/Schallmoser, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;218; Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;97). Waren diese Ver&auml;nderungen im ma&szlig;geblichen Veranlagungszeitraum bereits objektiv erkennbar angelegt, sind sie &#8211;im Rahmen einer einheitlichen Prognoserechnung&#8211; der Ermittlung der zuk&uuml;nftig zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben ab dem Zeitpunkt zugrunde zu legen, in dem sie sich erstmals ausgewirkt haben bzw. auswirken (vgl. BFH-Urteil in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da das FG von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, ist sein Urteil aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass im Streitfall die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Kl&auml;gers festzustellen ist, da diese bei Gewerbeimmobilien nicht typisierend vermutet wird. Das FG hat auch zutreffend im Rahmen der &Uuml;berschussprognose auf das gesamte Grundst&uuml;ck abgestellt. Denn nach den insoweit nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hat der Kl&auml;ger nicht mehrere Objekte in Gestalt einzelner Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteile, sondern das gesamte landwirtschaftliche Anwesen als ein Objekt an die Kl&auml;gerin verpachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat jedoch rechtsfehlerhaft angenommen, dass in die Prognoserechnung ausschlie&szlig;lich solche Umst&auml;nde einzubeziehen sind, die bereits bei Beginn der Verpachtung im Jahr 1996 vorgelegen haben, und hat daher allein aus diesem Grund die von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrte Errichtung neuer Pferdeboxen zur k&uuml;nftigen Verbesserung der Einnahmensituation nicht ber&uuml;cksichtigt. Das FG hat dabei &uuml;bersehen, dass Ver&auml;nderungen in der Art und Weise der Vermietungst&auml;tigkeit, die auf eine zuk&uuml;nftige Verbesserung der Einnahmensituation schlie&szlig;en lassen, in der Prognoserechnung zu ber&uuml;cksichtigen sein k&ouml;nnen. Das FG hat nicht gepr&uuml;ft, ob es f&uuml;r die f&uuml;r 2015 beabsichtigte Errichtung zus&auml;tzlicher Pferdeboxen und f&uuml;r die von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrte Erh&ouml;hung des Pachtzinses ab 2014 bereits in den Streitjahren objektive Anhaltspunkte gegeben hat. Ferner hat es nicht gepr&uuml;ft, ob die vorzeitige Tilgung des Darlehens im Jahr 2009 in die Prognoserechnung einzubeziehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da die Revision bereits aus materiellen Gr&uuml;nden Erfolg hat, bedarf es nicht mehr der Pr&uuml;fung, ob auch die geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen durchgreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Der BFH kann als Revisionsgericht die fehlenden tats&auml;chlichen Feststellungen nicht selbst vornehmen. Daher wird das FG im zweiten Rechtsgang die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht f&uuml;r die Streitjahre insgesamt erneut zu beurteilen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergeben die Feststellungen des FG, dass die f&uuml;r 2015 beabsichtigte Errichtung zus&auml;tzlicher Pferdeboxen zur Unterstellung von weiteren Pensionspferden bereits in den Streitjahren objektiv angelegt war, ist diese Ma&szlig;nahme im Rahmen der Prognoserechnung zu ber&uuml;cksichtigen. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass eine Ma&szlig;nahme zur Einkommensverbesserung bereits im ma&szlig;geblichen Veranlagungszeitraum objektiv angelegt war, k&ouml;nnen beispielsweise erste Planungsma&szlig;nahmen f&uuml;r Umbauarbeiten sein. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben wird das FG ferner zu pr&uuml;fen haben, ob die von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrte Erh&ouml;hung des Pachtzinses ab 2014 bereits in den Streitjahren beabsichtigt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Werbungskosten sind insbesondere die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die Anschaffung des landwirtschaftlichen Anwesens zu leistenden Finanzierungsaufwendungen in die Prognoserechnung einzubeziehen. Insoweit ist grunds&auml;tzlich von den Darlehensbedingungen auszugehen, wie sie der Kl&auml;ger und seine Bank beim Erwerb des Anwesens vereinbart haben. Eine nach Beginn der Vermietungst&auml;tigkeit vorgenommene Darlehenstilgung &#8211;wie sie vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrt wird&#8211; ist jedoch zu ber&uuml;cksichtigen, wenn der Kl&auml;ger in den Streitjahren bereits eine (teilweise) Tilgung des Darlehens beispielsweise durch den Einsatz von Eigenmitteln beabsichtigt hatte (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;Juli 2008 IX&nbsp;B&nbsp;46\/08, BFHE 222, 387, BStBl II 2008, 815).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2015, IX R 31\/14 Eink&uuml;nfteerzielungabsicht bei Gewerbeimmobilien Tenor Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 2. April 2014&nbsp;&nbsp;10 K 586\/11 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand 1&nbsp; I.&nbsp;&nbsp;Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-31-14-einkuenfteerzielungabsicht-bei-gewerbeimmobilien\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;31\/14 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungabsicht bei Gewerbeimmobilien<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65623\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}