{"id":65627,"date":"2015-12-30T17:16:03","date_gmt":"2015-12-30T15:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65627"},"modified":"2015-12-30T17:16:03","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:03","slug":"vi-r-33-13-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-02092015-vi-r-32-13-aussergewoehnliche-belastungen-zumutbare-belastung-krankheitskosten-zuzahlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-33-13-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-02092015-vi-r-32-13-aussergewoehnliche-belastungen-zumutbare-belastung-krankheitskosten-zuzahlungen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;33\/13 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 02.09.2015 VI R 32\/13 &#8211; Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, zumutbare Belastung, Krankheitskosten, Zuzahlungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2015, VI R 33\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 02.09.2015 VI R 32\/13 &#8211; Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, zumutbare Belastung, Krankheitskosten, Zuzahlungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 14. Juni 2012&nbsp;&nbsp;1 K 28\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen f&uuml;r die Praxisgeb&uuml;hr und Zuzahlungen zu Medikamenten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ohne Ber&uuml;cksichtigung einer zumutbaren Belastung anzusetzen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), zur Einkommensteuer des Streitjahres (2010) zusammenveranlagte kinderlose Eheleute, erzielten einen Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 35.708&nbsp;EUR. Die Kl&auml;ger wandten im Streitjahr f&uuml;r Praxisgeb&uuml;hren insgesamt 120&nbsp;EUR sowie f&uuml;r Zuzahlungen zu Medikamenten insgesamt 52&nbsp;EUR auf und machten diese Kosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen im Rahmen ihrer Einkommensteuerveranlagung geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte diese Aufwendungen im Einkommensteuerbescheid des Streitjahres nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, da die Aufwendungen die zumutbare Belastung (5&nbsp;% von 35.708&nbsp;EUR) nicht &uuml;berstiegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen machten die Kl&auml;ger vor dem Finanzgericht (FG) geltend, dass diese Aufwendungen steuerlich in voller H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen seien; die Zuzahlungen geh&ouml;rten zu der Krankenversorgung der Kl&auml;ger, die aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden von der Einkommensteuer freizustellen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage ab. Die geltend gemachten Aufwendungen seien zwar au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), da die Praxisgeb&uuml;hren gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1, 61 Satz&nbsp;2 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;V) sowie die Zuzahlungen zu Arzneimitteln nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect;&nbsp;31 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, 61 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;V zu den Krankheitskosten geh&ouml;rten. Die Aufwendungen wirkten sich aber im Streitfall steuerlich nicht aus, weil die zumutbare Belastung (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 EStG) nicht &uuml;berschritten sei. Gegen den Ansatz einer zumutbaren Belastung best&uuml;nden auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken, weil den Kl&auml;gern ein verf&uuml;gbares Einkommen &uuml;ber dem Existenzminimum verbleibe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem stehe die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Abzugsf&auml;higkeit der Beitr&auml;ge zur Kranken- und Pflegeversicherung (BVerfG-Beschluss vom 13.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/06, BVerfGE 120, 125) nicht entgegen. Insoweit sei der Auffassung des Nieders&auml;chsischen FG zu folgen, dass eine zumutbare Belastung auch bei Krankheitskosten zu ber&uuml;cksichtigen sei (Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;19\/11, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2012, 968).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger r&uuml;gen mit der Revision die Verletzung von Verfassungsrecht. In der Vergangenheit h&auml;tten sowohl der Bundesfinanzhof (BFH) als auch das BVerfG die Ber&uuml;cksichtigung der zumutbaren Belastung zwar als verfassungsgem&auml;&szlig; beurteilt. Neuerdings habe aber das BVerfG mit Beschluss in BVerfGE 120, 125 entschieden, dass Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f&uuml;r seine Krankenversorgung steuerfrei bleiben m&uuml;ssten, soweit sie mit der Versorgung auf Sozialhilfeniveau vergleichbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Grunds&auml;tze dieses Beschlusses seien &uuml;ber den Bereich des Sonderausgabenabzugs hinaus folgerichtig auch im Bereich der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen anzuwenden. Denn Krankheitskosten, die dem sozialhilfegleichen Versorgungsniveau entspr&auml;chen, m&uuml;ssten sich ebenfalls steuermindernd auswirken, weil die Aufwendungen f&uuml;r die Krankheitskosten selbst ebenso wie die Aufwendungen f&uuml;r die Kranken- und Pflegeversicherung zur Krankenversorgung geh&ouml;rten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Empf&auml;nger von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts werde nicht mit Krankheitskosten belastet, soweit die Belastungsgrenze von 87,36&nbsp;EUR &uuml;berschritten werde. Zuzahlungen Steuerpflichtiger, die diesen Betrag &uuml;berstiegen, m&uuml;ssten ohne Ber&uuml;cksichtigung einer zumutbaren Belastung freigestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG Hamburg vom 14.&nbsp;Juli 2012 mit der Ma&szlig;gabe aufzuheben, Krankheitskosten in H&ouml;he von 172&nbsp;EUR, soweit sie dem sozialhilfegleichen Versorgungsniveau entsprechen, als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect;&nbsp;33 EStG ohne Abzug der zumutbaren Belastung zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die von den Kl&auml;gern aufgewendeten Krankheitskosten zwar grunds&auml;tzlich unter den Tatbestand der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen fallen, sich im Streitfall aber steuerlich nicht auswirken, weil die Aufwendungen die zumutbare Belastung (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 EStG) nicht &uuml;berschritten haben. Es ist auch von Verfassungs wegen nicht geboten, hinsichtlich dieser Aufwendungen auf den Ansatz einer zumutbaren Belastung zu verzichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung), so wird nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG auf Antrag die Einkommensteuer dadurch erm&auml;&szlig;igt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (Abs.&nbsp;3) &uuml;bersteigt, vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwangsl&auml;ufig erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen dann, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Ziel des &sect;&nbsp;33 EStG ist es, zwangsl&auml;ufige Mehraufwendungen f&uuml;r den existenznotwendigen Grundbedarf zu ber&uuml;cksichtigen, die sich wegen ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibetr&auml;gen entziehen. Dementsprechend geht der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung davon aus, dass Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; dem Steuerpflichtigen aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Bei den typischen und unmittelbaren Krankheitskosten wird die Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit letztlich unwiderleglich vermutet und die Zwangsl&auml;ufigkeit dieser Aufwendungen weder dem Grunde nach (stets aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig) noch der H&ouml;he nach (Angemessenheit und Notwendigkeit im Einzelfall) gepr&uuml;ft (zuletzt Senatsurteil vom 14.&nbsp;April 2015 VI&nbsp;R&nbsp;89\/13, BFHE 249, 483, BStBl II 2015, 703, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG betr&auml;gt die zumutbare Belastung in Abh&auml;ngigkeit vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte der Steuerpflichtigen und in Abh&auml;ngigkeit davon, ob bei den Steuerpflichtigen der Grundtarif oder das Splittingverfahren zur Anwendung kommt sowie ob mehr oder weniger als drei Kinder zu ber&uuml;cksichtigen sind, zwischen 1&nbsp;% und 7&nbsp;% des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist es zwischen den Beteiligten zu Recht nicht streitig, dass Zuzahlungen Krankheitskosten darstellen und daher grunds&auml;tzlich als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar sind (offen gelassen im BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;R&nbsp;41\/11, BFHE 238, 103, BStBl II 2012, 821). Die Krankheitskosten sind allerdings nur insoweit als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar, als sie den Betrag der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG ermittelten zumutbaren Belastung &uuml;berschreiten. Denn &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG differenziert bei der Ermittlung der zumutbaren Belastung nicht zwischen Krankheitskosten und anderen Aufwendungen, die als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar sind; der Wortlaut ist insoweit eindeutig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die einkommenssteuerrechtliche Literatur zur verfassungsrechtlichen Beurteilung des Ansatzes einer zumutbaren Belastung Stellung nimmt, geht eine Auffassung davon aus, dass ein solcher Ansatz verfassungsrechtlich hinnehmbar sei (Bl&uuml;mich\/Heger, &sect;&nbsp;33 EStG Rz&nbsp;134; Kanzler in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;33 EStG Rz&nbsp;216; St&ouml;cker in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;257; C.P. Steger, Die au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung im Steuerrecht, Baden-Baden 2008, S.&nbsp;190&nbsp;ff.) oder dass dies jedenfalls dann gelte, solange ein verf&uuml;gbares Einkommen &uuml;ber dem Existenzminimum verbleibe (Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;48; Fuhrmann in Korn, &sect;&nbsp;33 EStG Rz&nbsp;57). Soweit die zumutbare Belastung als verfassungswidrig beurteilt wird, wird dies insbesondere damit begr&uuml;ndet, dass die zumutbare Belastung dem Prinzip der Besteuerung nach der subjektiven Leistungsf&auml;higkeit widerspreche (J.&nbsp;Lang, Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, S.&nbsp;618&nbsp;f.; Tipke, Steuerrechtsordnung, 2.&nbsp;Aufl., Bd.&nbsp;II, S.&nbsp;830&nbsp;f.; Hey in Tipke\/Lang, Steuerrecht, 22.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;720; L.&nbsp;Karrenbrock\/Petrak, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 552; H.&nbsp;Haupt, DStR 2010, 960; Arndt, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;A&nbsp;6, B&nbsp;44) oder dass die Berechnung der zumutbaren Belastung zu im Ergebnis verfassungswidrigen Progressionsspr&uuml;ngen f&uuml;hren k&ouml;nne (Kosfeld, FR 2009, 366, FR 2012, 969, FR 2013, 359).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der erkennende Senat ist der Auffassung, dass der Ansatz der zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten, auch soweit es um den Abzug von Zuzahlungen geht, von Verfassungs wegen hinzunehmen ist. Die Bemessung des einkommensteuerrechtlich ma&szlig;geblichen Existenzminimums richtet sich grunds&auml;tzlich nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau. Auch Sozialhilfeempf&auml;nger haben jedoch Zuzahlungen zu leisten. Daher ist eine Differenzierung zwischen Krankheitskosten und anderen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbaren Aufwendungen beim Ansatz der zumutbaren Belastung verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach mittlerweile st&auml;ndiger Rechtsprechung des BVerfG ist Ausgangspunkt der verfassungsrechtlichen Beurteilung, ob eine einkommensteuerrechtliche Regelung Aufwendungen des Steuerpflichtigen aus dem Bereich der privaten Lebensf&uuml;hrung hinreichend ber&uuml;cksichtigt, das Prinzip der Steuerfreiheit des Existenzminimums, das aus Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes abzuleiten ist. Danach hat der Staat das Einkommen des B&uuml;rgers insoweit steuerfrei zu stellen, als dieser es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen eines menschenw&uuml;rdigen Daseins f&uuml;r sich und seine Familie ben&ouml;tigt. Dem Grundgedanken der Subsidiarit&auml;t, wonach Eigenversorgung Vorrang vor staatlicher F&uuml;rsorge hat, entspricht es, dass sich die Bemessung des einkommensteuerrechtlich ma&szlig;geblichen Existenzminimums nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau richtet. Was der Staat dem Einzelnen voraussetzungslos aus allgemeinen Haushaltsmitteln zur Verf&uuml;gung zu stellen hat, das darf er ihm nicht durch Besteuerung seines Einkommens entziehen (BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 120, 125; vom 29.&nbsp;Mai 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;20\/84, 1&nbsp;BvL&nbsp;26\/84, 1&nbsp;BvL&nbsp;4\/86, BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu diesem einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimum geh&ouml;ren grunds&auml;tzlich auch die Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Kranken- und Pflegeversorgung. Denn das Prinzip der Steuerfreiheit des Existenzminimums sch&uuml;tzt nicht nur das sogenannte s&auml;chliche Existenzminimum f&uuml;r Nahrung, Kleidung, Hygiene, Hausrat, Wohnung und Heizung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der erkennende Senat geht dabei davon aus, dass Aufwendungen f&uuml;r eine Kranken- und Pflegeversorgung dem Grunde nach nicht nur die Beitr&auml;ge zur Krankenversicherung, sondern auch den eigentlichen Sachaufwand f&uuml;r eine Krankenversorgung umfassen. Denn auch das BVerfG sieht es als unerheblich an, ob die Kranken- und Pflegeversorgung indirekt &uuml;ber eine Versicherung oder direkt &uuml;ber Versorgungsleistungen sichergestellt werde. Solange der Empf&auml;nger entsprechender Sozialleistungen aus den allgemeinen Haushaltsmitteln finanziert werde, sei der entsprechende Aufwand im Einkommensteuerrecht steuerfrei zu stellen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 125, Rz&nbsp;115).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings ist f&uuml;r die Bemessung des existenznotwendigen Aufwands hinsichtlich der Aufwendungen f&uuml;r eine Kranken- und Pflegeversorgung der H&ouml;he nach auf das sozialhilferechtlich gew&auml;hrleistete Leistungsniveau als eine das Existenzminimum quantifizierende Vergleichsebene abzustellen (so BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 120, 125; vom 25.&nbsp;September 1992&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5,&nbsp;8,&nbsp;14\/91, BVerfGE 87, 153 &lt;171&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die hier im Einzelnen streitigen Aufwendungen sind nicht Teil des sozialhilferechtlichen Versorgungsniveaus. Denn auch Sozialhilfeempf&auml;nger m&uuml;ssen seit 2004 Zuzahlungen leisten und hatten die Praxisgeb&uuml;hr zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;31 Abs.&nbsp;3 SGB&nbsp;V haben Versicherte, die das 18.&nbsp;Lebensjahr vollendet haben, an die abgebende Stelle zu jedem zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordneten Arznei- und Verbandmittel als Zuzahlung den sich nach &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;V ergebenden Betrag zu leisten, jedoch jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels (&quot;Arzneimittelzuzahlung&quot;; Beck in: Schlegel\/Voelzke, jurisPK-SGB&nbsp;V, 2.&nbsp;Aufl. 2012, &sect;&nbsp;31 SGB&nbsp;V). Nach &sect;&nbsp;28 SGB&nbsp;V in der vom 1.&nbsp;April 2007 bis 31.&nbsp;Dezember 2011 geltenden und damit auch hier im Streitjahr anwendbaren Fassung hatten Versicherte, die das 18.&nbsp;Lebensjahr vollendet hatten, je Kalendervierteljahr f&uuml;r jede erste Inanspruchnahme eines an der ambulanten &auml;rztlichen, zahn&auml;rztlichen oder psychotherapeutischen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringers, die nicht auf &Uuml;berweisung aus demselben Kalendervierteljahr erfolgt, als Zuzahlung den sich nach &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;V ergebenden Betrag an den Leistungserbringer zu leisten (&quot;Praxisgeb&uuml;hr&quot;; Fahlbusch in: Schlegel\/ Voelzke, a.a.O., &sect;&nbsp;28 SGB&nbsp;V Rz&nbsp;82&nbsp;ff.). Das sind im Fall der Arzneimittelzuzahlung nach &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;V 10&nbsp;% des Abgabepreises, mindestens jedoch 5&nbsp;EUR und h&ouml;chstens 10&nbsp;EUR, allerdings jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels. Im Fall der Praxisgeb&uuml;hr waren dies 10&nbsp;EUR je Kalendervierteljahr. Zuzahlungsverpflichtungen (insgesamt dazu: Albers in: Schlegel\/ Voelzke, a.a.O., &sect;&nbsp;62 SGB&nbsp;V Rz&nbsp;17) bestehen insbesondere auch f&uuml;r Heilmittel (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;3 SGB&nbsp;V), Hilfsmittel (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;8 i.V.m. &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;V) sowie zur Krankenhausbehandlung (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;V).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Zuzahlungen nach &sect;&nbsp;61 SGB&nbsp;V sind bis zur Belastungsgrenze des &sect;&nbsp;62 SGB&nbsp;V von jedem Versicherten zu erbringen. Die Belastungsgrenze betr&auml;gt 2&nbsp;% der j&auml;hrlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt (&sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;V); f&uuml;r chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, reduziert sie sich auf 1&nbsp;%. Dies gilt nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 SGB&nbsp;V in grunds&auml;tzlich gleicher Weise auch f&uuml;r Versicherte, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung nach dem Zw&ouml;lften Buch Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;XII) erhalten, sowie f&uuml;r Versicherte, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;II) erhalten. Bei Versicherten, die Sozialleistungen nach dem SGB&nbsp;XII oder nach dem SGB&nbsp;II erhalten, sind als Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt f&uuml;r die gesamte Bedarfsgemeinschaft der Regelsatz des Haushaltsvorstands nach der Regelsatzverordnung und die Regelleistung nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;II ma&szlig;geblich (&sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;5, 6 SGB&nbsp;V).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtslage gilt ab Januar 2004. Der Gesetzgeber hat mit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) vom 14.&nbsp;November 2003 (BGBl I 2003, 2190) auch die zuvor durch &sect;&nbsp;62 SGB&nbsp;V in der bis 31.&nbsp;Dezember 2003 geltenden Fassung gegebene M&ouml;glichkeit der Befreiung von der Zuzahlungspflicht entfallen lassen (zur Rechtsentwicklung Albers in: Schlegel\/Voelzke, a.a.O., &sect;&nbsp;62 SGB&nbsp;V Rz&nbsp;2). Die Zuzahlungen sollen nunmehr aus dem Regelsatz erbracht werden, um im Hinblick auf die Zuzahlungen Sozialhilfeempf&auml;nger den Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung gleichzustellen. Im Ergebnis haben damit, so auch das Bundessozialgericht (BSG) in seinem Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2010 B&nbsp;8&nbsp;SO&nbsp;7\/09&nbsp;R (Sozialrecht 4-3500 &sect;&nbsp;28 Nr.&nbsp;6, BSGE 107, 169), seit dem 1.&nbsp;Januar 2004 Sozialhilfeempf&auml;nger wie alle gesetzlich Versicherten Zuzahlungen von bis zu 2&nbsp;% ihres Bruttoeinkommens zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dagegen bestehen keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken. Krankenversicherte Bezieher von Arbeitslosengeld&nbsp;II haben zwar monatliche Zuzahlungen zu leisten und Leistungsk&uuml;rzungen des GMG hinzunehmen; das verfassungsrechtlich gesicherte Existenzminimum ist dadurch aber nicht unterschritten. Der erkennende Senat nimmt insoweit auf die Rechtsprechung des BSG Bezug, die die durch das GMG ge&auml;nderten &sect;&sect;&nbsp;61, 62 SGB&nbsp;V f&uuml;r verfassungsgem&auml;&szlig; h&auml;lt (Urteil vom 22.&nbsp;April 2008 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;10\/07&nbsp;R, BSGE 100, 221; die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil wurde nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Kammerbeschluss vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2220\/08). Das BSG hat sich dabei zur Frage, ob das verfassungsrechtlich gesicherte Existenzminimum unterschritten sei, auf die Rechtsprechung des BVerfG gest&uuml;tzt. Denn danach ist es dem Gesetzgeber prinzipiell erlaubt, den Versicherten &uuml;ber den Beitrag hinaus zur Entlastung der Krankenkassen und zur St&auml;rkung des Kostenbewusstseins in Form von Zuzahlungen zu bestimmten Leistungen zu beteiligen, soweit dies dem Einzelnen finanziell zugemutet werden kann (BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 2005&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;347\/98, BVerfGE 115, 25, unter B.I.2.b; Spickhoff, Medizinrecht, 2.&nbsp;Aufl. 2014, &sect;&nbsp;31 SGB&nbsp;V Rz&nbsp;4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da auch Empf&auml;nger von Sozialleistungen die Zuzahlungen aus den ihnen zur Verf&uuml;gung gestellten Sozialleistungen bis zur Belastungsgrenze selbst zu erbringen haben, geh&ouml;ren Zuzahlungen i.S. des &sect;&nbsp;61 SGB&nbsp;V nicht zum einkommensteuerrechtlichen Existenzminimum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wenn nach sozialhilferechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben die Krankheitsversorgung nicht zuzahlungsfrei, sondern aus den f&uuml;r die Haushaltsf&uuml;hrung zur Verf&uuml;gung stehenden Geldmitteln zu finanzieren ist, ist es nicht zu beanstanden, dass Empf&auml;nger von Leistungen in Form der Hilfe zum Lebensunterhalt oder der Grundsicherung Zuzahlungen zu Krankheitskosten in betragsm&auml;&szlig;ig geringerem Umfang zu leisten haben als Steuerpflichtige mit einem entsprechend h&ouml;heren Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte. Denn auch diese haben bis zu 2&nbsp;% &#8211;bei chronischer Erkrankung 1&nbsp;%&#8211; der ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel f&uuml;r Zuzahlungen zu den Leistungen der Krankenversicherung zu erbringen und werden demnach mit Sozialhilfeempf&auml;ngern gleich behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zuzahlung mag zwar dann nicht mehr zumutbar sein, wenn dadurch in das verfassungsrechtlich gesicherte Existenzminimum eingegriffen werden sollte (BSG-Urteil in BSGE 100, 221, Rz&nbsp;16). Solange allerdings der tats&auml;chliche Umfang der von den Steuerpflichtigen erbrachten Aufwendungen f&uuml;r die Zuzahlungen der H&ouml;he nach nicht geeignet ist, dieses Existenzminimum zu tangieren, h&auml;lt der erkennende Senat keine Einschr&auml;nkung der zumutbaren Belastung von Verfassungs wegen f&uuml;r geboten. Im hier vorliegenden Streitfall der Kl&auml;ger mit streitigen Aufwendungen in H&ouml;he von 172&nbsp;EUR sind angesichts des Gesamtbetrags ihrer Eink&uuml;nfte keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass das einkommensteuerrechtliche Existenzminimum betroffen w&auml;re. Angesichts dessen kann der Senat hier dahinstehen lassen, ob in den F&auml;llen, in denen der Steuerpflichtige Zuzahlungen zu leisten hat und dadurch dessen zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG unterschreitet, eine verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;33 EStG, eine Vorlage an das BVerfG oder eine aus Billigkeitsgr&uuml;nden abweichende Steuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;163 der Abgabenordnung in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das einkommensteuerrechtliche Existenzminimum wird zwar noch nicht allein dadurch in einer verfassungsrechtlich hinreichenden Art und Weise ber&uuml;cksichtigt, dass dem Steuerpflichtigen nach Zahlung der Steuer ein ausreichendes Einkommen zur Verf&uuml;gung bleibt. Denn das einkommensteuerrechtliche Existenzminimum ist f&uuml;r alle Steuerpflichtigen unabh&auml;ngig von ihrem individuellen Grenzsteuersatz in voller H&ouml;he von der Einkommensteuer freizustellen. Das hat das BVerfG schon in seinem Beschluss zum Familienleistungsausgleich vom 10.&nbsp;November 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;42\/93 (BStBl II 1999, 174, BVerfGE 99, 246) und ebenso im Beschluss zur von Verfassungs wegen gebotenen Ber&uuml;cksichtigung der Kinderbetreuungskosten vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;7\/00 (BVerfGE 112, 268) klargestellt. Dies gilt indessen nur f&uuml;r Aufwendungen, die tats&auml;chlich von Verfassungs wegen auch dem einkommensteuerrechtlichen Existenzminimum zuzuordnen sind, weil die Aufwendungen dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau entsprechen. Die sozialhilferechtliche Krankenversorgung ist allerdings, wie ausgef&uuml;hrt, weil nicht zuzahlungsfrei, gerade nicht Teil des sozialhilferechtlichen Versorgungsniveaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2015, VI R 33\/13 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 02.09.2015 VI R 32\/13 &#8211; Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, zumutbare Belastung, Krankheitskosten, Zuzahlungen Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 14. Juni 2012&nbsp;&nbsp;1 K 28\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-33-13-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-02092015-vi-r-32-13-aussergewoehnliche-belastungen-zumutbare-belastung-krankheitskosten-zuzahlungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;33\/13 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 02.09.2015 VI R 32\/13 &#8211; Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, zumutbare Belastung, Krankheitskosten, Zuzahlungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65627","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65627"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65627\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}