{"id":65628,"date":"2015-12-30T17:16:12","date_gmt":"2015-12-30T15:16:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65628"},"modified":"2015-12-30T17:16:12","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:12","slug":"vii-b-66-15-zur-gerichtlichen-geltendmachung-der-kaufpreisforderung-zum-erhalt-eines-energiesteuerrechtlichen-entlastungsanspruchs-ruege-einer-unzureichenden-sachaufklaerung-im-rahmen-der-nichtzulassu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-66-15-zur-gerichtlichen-geltendmachung-der-kaufpreisforderung-zum-erhalt-eines-energiesteuerrechtlichen-entlastungsanspruchs-ruege-einer-unzureichenden-sachaufklaerung-im-rahmen-der-nichtzulassu\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;66\/15 &#8211; Zur gerichtlichen Geltendmachung der Kaufpreisforderung zum Erhalt eines energiesteuerrechtlichen Entlastungsanspruchs &#8211; R&uuml;ge einer unzureichenden Sachaufkl&auml;rung im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.9.2015, VII B 66\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur gerichtlichen Geltendmachung der Kaufpreisforderung zum Erhalt eines energiesteuerrechtlichen Entlastungsanspruchs &#8211; R&uuml;ge einer unzureichenden Sachaufkl&auml;rung im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Hauptzollamts wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 15. April 2015&nbsp;&nbsp;4 K 2624\/14 VE wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat das Hauptzollamt zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) handelte mit Mineral&ouml;l und stand in Gesch&auml;ftsbeziehung zu einer GmbH &#038; Co. KG (KG). Bis M&auml;rz 2012 wurden alle Rechnungen der Kl&auml;gerin innerhalb des einger&auml;umten Zahlungsziels mit Bankeinzug bezahlt. Im M&auml;rz bat die KG f&uuml;r eine Lieferung vom 28.&nbsp;Februar 2012 um Ratenzahlung. Die Raten zahlte sie auch vollst&auml;ndig bis zum 7.&nbsp;September 2012. Bis dahin wurde sie von der Kl&auml;gerin nicht beliefert. Die folgende Lieferung am 6.&nbsp;November 2012 zahlte die KG wieder fristgerecht per Bankeinzug. Am 29.&nbsp;November 2012 lieferte die Kl&auml;gerin 28&nbsp;109&nbsp;l nachweislich versteuerten Dieselkraftstoff unter Eigentumsvorbehalt. Dabei teilte die Kl&auml;gerin der KG in ihrer Rechnung &uuml;ber 38.600,97&nbsp;EUR mit, dass ihre Forderung am 19.&nbsp;Dezember 2012 abgebucht werde. Am 13.&nbsp;Dezember 2012 erfuhr die Kl&auml;gerin fernm&uuml;ndlich von der KG, dass diese am 12.&nbsp;Dezember 2012 die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen beantragt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war der von der Kl&auml;gerin gelieferte Kraftstoff bereits verbraucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 13.&nbsp;Dezember 2012&nbsp;&nbsp;63&nbsp;&#8230; bestellte das Amtsgericht (AG) einen sog. starken vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Insolvenzordnung (InsO). Zudem wurde den Schuldnern der KG untersagt, an diese zu zahlen. Vielmehr wurde der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter erm&auml;chtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der KG einzuziehen und eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner wurden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 InsO). Schlie&szlig;lich wurden Ma&szlig;nahmen der Zwangsvollstreckung einschlie&szlig;lich der Vollziehung eines Arrestes oder einer einstweiligen Verf&uuml;gung gegen die KG untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenst&auml;nde betroffen waren. Bereits begonnene Ma&szlig;nahmen stellte das AG ein. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen der KG wurde am 1.&nbsp;Februar 2013 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet, worauf die Kl&auml;gerin am 5.&nbsp;Februar 2013 ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmeldete. Am 22.&nbsp;Oktober 2013 beantragte die Kl&auml;gerin beim Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) f&uuml;r die Lieferung vom 29.&nbsp;November 2012 eine Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;60 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG). Mit der Begr&uuml;ndung, die Kl&auml;gerin habe ihren Zahlungsanspruch nicht gerichtlich verfolgt, lehnte das HZA den Antrag ab. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, unter den Umst&auml;nden des Streitfalls komme es nicht darauf an, ob die Kl&auml;gerin die gerichtliche Verfolgung ihres Kaufpreisanspruchs betrieben habe. Sie sei nicht verpflichtet gewesen, umgehend einen Mahnbescheid zu beantragen, denn der Erlass eines solchen und ihm folgend der eines Vollstreckungsbescheids w&auml;ren im Streitfall aussichtslos und sinnlos gewesen, weil das AG nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO Ma&szlig;nahmen der Zwangsvollstreckung einschlie&szlig;lich eines Arrestes oder einer einstweiligen Verf&uuml;gung gegen die KG untersagt hatte. Zudem habe es bereits begonnene Ma&szlig;nahmen eingestellt. &Uuml;ber unbewegliches Verm&ouml;gen habe die KG nicht verf&uuml;gt. Schlie&szlig;lich habe die KG den Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens selbst gestellt und damit der Kl&auml;gerin zu verstehen gegeben, dass dessen R&uuml;cknahme nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 InsO nicht beabsichtigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt das HZA sinngem&auml;&szlig; die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative FGO), Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative FGO) und wegen eines Verfahrensmangels (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Das FG habe nicht dargelegt, aufgrund welcher Tatsachen es zu der Erkenntnis gekommen ist, die KG habe tats&auml;chlich nicht &uuml;ber unbewegliches Verm&ouml;gen verf&uuml;gt. Zudem weiche das FG von den Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 7.&nbsp;Januar 2005 VII&nbsp;B&nbsp;144\/04 (BFH\/NV 2005, 1384) und vom 19.&nbsp;November 2007 VII&nbsp;R&nbsp;1\/05 (BFH\/NV 2008, 621) ab. Dort habe der BFH ausgef&uuml;hrt, dass auch bei der Bestellung eines sog. starken Insolvenzverwalters und bei zus&auml;tzlicher Anordnung eines Vollstreckungsverbots auf eine gerichtliche Verfolgung des Kaufpreisanspruchs nicht verzichtet werden kann. In einem Revisionsverfahren w&auml;re die Frage zu kl&auml;ren, ob diese Rechtsprechung dahin auszulegen ist, dass ein Mineral&ouml;lh&auml;ndler die Voraussetzungen f&uuml;r die Geltendmachung eines Entlastungsanspruchs nach &sect;&nbsp;60 EnergieStG auch dann erf&uuml;llt, wenn er zur Durchsetzung seiner Forderung auf die gerichtliche Verfolgung von vornherein verzichtet, wenn (1.) &uuml;ber das Verm&ouml;gen des K&auml;ufers das vorl&auml;ufige Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden ist, (2.) das Insolvenzgericht einen sog. starken vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter bestellt hat und (3.) zugleich Ma&szlig;nahmen der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Verm&ouml;gen des Schuldners untersagt hat, weil der K&auml;ufer nicht &uuml;ber unbewegliches Verm&ouml;gen verf&uuml;gt habe und diese Annahme lediglich auf einer Behauptung des Mineral&ouml;lh&auml;ndlers beruht, ohne dass dieser substantiiert dargelegt hat, wieso es ihm m&ouml;glich war, die Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des K&auml;ufers im Zeitpunkt der Kenntniserlangung &uuml;ber die beantragte Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens zuverl&auml;ssig zu beurteilen und er sicher davon ausgehen konnte, dass der Antrag auch tats&auml;chlich zur Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens f&uuml;hren werde, obwohl es sich hierbei um eine nach der BFH-Rechtsprechung unzul&auml;ssige ex-post Betrachtung handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist der Beschwerde entgegengetreten. Nach ihrer Ansicht ist das FG nicht von der BFH-Rechtsprechung abgewichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum einen gen&uuml;gen die Darlegungen nicht den Erfordernissen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO, zum anderen liegen die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die schl&uuml;ssige Darlegung des Verfahrensmangels einer Verletzung der dem FG von Amts wegen obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) erfordert Angaben, welche Tatsachen das FG mit welchen Beweismitteln noch h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen und weshalb sich dem FG eine Aufkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunktes h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen; schlie&szlig;lich, welches genaue Ergebnis die Beweiserhebung h&auml;tte erwarten lassen und inwiefern dieses zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. Senatsentscheidungen vom 11.&nbsp;April 2013 VII&nbsp;B&nbsp;172\/12, BFH\/NV 2013, 1230, und vom 5.&nbsp;Oktober 1999 VII&nbsp;R&nbsp;152\/97, BFHE 191, 140, BStBl II 2000, 93).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit dem Vorbringen, das FG habe nicht dargelegt, aufgrund welcher Tatsachen es zu der Erkenntnis gekommen ist, die KG verf&uuml;ge &uuml;ber kein unbewegliches Verm&ouml;gen, die R&uuml;ge unzureichender Sachaufkl&auml;rung entnommen werden k&ouml;nnte, gen&uuml;gt dieser Hinweis nicht zur schl&uuml;ssigen Darlegung des behaupteten Verfahrensmangels. Im &Uuml;brigen befindet sich bei den Gerichtsakten ein Schreiben der Kl&auml;gerin, in dem ausgef&uuml;hrt wird, weder die KG noch ihre pers&ouml;nlich haftende Gesellschafterin verf&uuml;gten &uuml;ber Grundbesitz. Ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat das HZA keine Beweisantr&auml;ge hinsichtlich dieser Behauptung gestellt. Da der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung ein Beteiligter ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge verzichten kann (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung), hat die Unterlassung der rechtzeitigen R&uuml;ge den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust &#8211;z.B. auch zur Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde&#8211; zur Folge. Eine vermeintlich unzureichende Sachaufkl&auml;rung kann deshalb im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde nicht mehr mit der Verfahrensr&uuml;ge angegriffen werden, wenn der in der ma&szlig;geblichen Verhandlung selbst anwesende oder fachkundig vertretene Beteiligte, dem die mangelhafte Sachaufkl&auml;rung erkennbar war, den Verfahrensversto&szlig; nicht ger&uuml;gt und damit auf die Wahrnehmung seiner Rechte verzichtet hat (vgl. Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Dezember 1999 VII&nbsp;B&nbsp;183\/99, BFH\/NV 2000, 597).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die behauptete Divergenz liegt nicht vor. Denn das FG hat keinen Rechtssatz aufgestellt, der von den Senatsentscheidungen in BFH\/NV 2005, 1384 und in BFH\/NV 2008, 621 abweicht. Vielmehr hat es den Beschluss in BFH\/NV 2008, 621 ausdr&uuml;cklich in Bezug genommen und zu erkennen gegeben, dass es den dort aufgestellten Grunds&auml;tzen folgt. Das HZA &uuml;bersieht die wesentlichen Unterschiede zwischen den von ihm angef&uuml;hrten Divergenzentscheidungen und dem streitgegenst&auml;ndlichen Sachverhalt. In seinem Beschluss in BFH\/NV 2008, 621 hat der Senat das Erfordernis der gerichtlichen Geltendmachung des Kaufpreisanspruchs trotz Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt in den F&auml;llen bejaht, in denen das Insolvenzgericht von einer Anordnung nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO abgesehen hat und in denen f&uuml;r den Mineral&ouml;lh&auml;ndler die Aussicht bestand, in das unbewegliche Verm&ouml;gen des Schuldners zu vollstrecken. In seiner Entscheidung in BFH\/NV 2005, 1384 hat der Senat zum Ausdruck gebracht, dass eine gerichtliche Verfolgung nicht deshalb entbehrlich ist, weil das Insolvenzgericht ein Vollstreckungsverbot verh&auml;ngt hat, denn &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO beziehe sich nach seinem insoweit eindeutigen Wortlaut nur auf &quot;nicht unbewegliche Gegenst&auml;nde&quot; und lasse die Vollstreckung in Immobilien unber&uuml;hrt. Von dieser Rechtsauffassung ist das FG nicht abgewichen, denn im Streitfall hat das Insolvenzgericht Ma&szlig;nahmen der Zwangsvollstreckung gegen die KG, die nach den Feststellungen des FG kein unbewegliches Verm&ouml;gen besa&szlig;, ausdr&uuml;cklich untersagt und bereits begonnene Ma&szlig;nahmen einstweilen eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO zuzulassen. Denn die vom HZA aufgeworfene und auf die besonderen Umst&auml;nde des Streitfalls zugeschnittene Frage w&auml;re in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Nach den Feststellungen des FG hat die KG nicht &uuml;ber Grundbesitz verf&uuml;gt. Demgegen&uuml;ber w&uuml;rde sich die aufgeworfene Frage nur dann stellen, wenn lediglich von einer diesbez&uuml;glichen Behauptung des Mineral&ouml;lh&auml;ndlers ausgegangen werden k&ouml;nnte und dieser nicht substantiiert dargelegt hat, worauf sich die zuverl&auml;ssige Beurteilung der Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des K&auml;ufers im Zeitpunkt der Kenntniserlangung vom Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber dessen Verm&ouml;gen st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.9.2015, VII B 66\/15 Zur gerichtlichen Geltendmachung der Kaufpreisforderung zum Erhalt eines energiesteuerrechtlichen Entlastungsanspruchs &#8211; R&uuml;ge einer unzureichenden Sachaufkl&auml;rung im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde Tenor Die Beschwerde des Hauptzollamts wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 15. April 2015&nbsp;&nbsp;4 K 2624\/14 VE wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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