{"id":65629,"date":"2015-12-30T17:16:04","date_gmt":"2015-12-30T15:16:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65629"},"modified":"2015-12-30T17:16:04","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:04","slug":"i-b-57-15-aussetzung-der-vollziehung-sicherheitsleistung-wegen-auslandswohnsitzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-57-15-aussetzung-der-vollziehung-sicherheitsleistung-wegen-auslandswohnsitzes\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;57\/15 &#8211; Aussetzung der Vollziehung &#8211; Sicherheitsleistung wegen Auslandswohnsitzes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.9.2015, I B 57\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Aussetzung der Vollziehung &#8211; Sicherheitsleistung wegen Auslandswohnsitzes<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Verfahren betreffend die Aussetzung der Vollziehung der Umsatzsteuerbescheide 2004 bis 2008 wird abgetrennt und an den XI. Senat des Bundesfinanzhofs abgegeben.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 23. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3 V 3863\/14 A(E,U) wird im Hinblick auf die Aussetzung der Vollziehung der Einkommensteuerbescheide 2004 bis 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens fallen dem Antragsteller zur Last.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) wohnte in den Streitjahren (2004 bis 2008) &#8211;wie auch heute noch&#8211; in Thailand. Er war seinerzeit &uuml;ber seinen Vater V als Treuh&auml;nder mittelbarer Gesellschafter der inl&auml;ndischen K-GmbH und fungierte aufgrund eines Beratervertrags als Berater dieser Gesellschaft &quot;in allen betrieblichen Fragen&quot;. Seit M&auml;rz 2010 ist der Antragsteller Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der K-GmbH. Der Bruder des Antragstellers B war in den Streitjahren als Arbeitnehmer f&uuml;r die Gesellschaft t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Pr&uuml;fung des Finanzamts f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung beim Antragsteller rechnete der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) dem Antragsteller Erl&ouml;se aus dem Verkauf von Tonerkartuschen &uuml;ber die Internetplattform eBay (X) unter dem Benutzernamen &quot;Y&quot; in H&ouml;he von brutto 1.156,81&nbsp;EUR (2004), 23.975,09&nbsp;EUR (2005), 7.993,95&nbsp;EUR (2006), 174.179,67&nbsp;EUR (2007) und 29.845,62&nbsp;EUR (2008) zu. Diese Betr&auml;ge ermittelte die Steuerfahndung mithilfe eines Datensatzes, den X auf ein Auskunftsersuchen der Steuerfahndung hin an diese &uuml;bermittelt hatte. Die steuerliche Zurechnung zum Antragsteller begr&uuml;ndete das FA neben der Inhaberschaft des X-Accounts &quot;Y&quot; damit, der Antragsteller habe die Verk&auml;ufe &uuml;ber B abgewickelt, der die am Betriebssitz der K-GmbH lagernden Waren jeweils weisungsgem&auml;&szlig; an die Erwerber versandt habe. F&uuml;r ein Bankkonto, auf dem laufend &Uuml;berweisungen aus den Verk&auml;ufen &uuml;ber die Plattform X eingegangen seien, sei der Antragsteller bevollm&auml;chtigt. Die zugeflossenen Betr&auml;ge unterliegen nach Auffassung des FA der beschr&auml;nkten Steuerpflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes 2002. Nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich Thailand zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei den Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 10.&nbsp;Juli 1967 (BGBl II 1968, 590, BStBl I 1968, 1047) &#8211;DBA-Thailand&#8211; geb&uuml;hre der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) das Besteuerungsrecht an den Eink&uuml;nften, weil die K-GmbH f&uuml;r den Antragsteller einen Warenbestand unterhalten und davon regelm&auml;&szlig;ig Auslieferungen vorgenommen habe (Betriebsst&auml;tte gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b DBA-Thailand), ohne unabh&auml;ngiger Vertreter i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 DBA-Thailand gewesen zu sein. Die zugeflossenen Erl&ouml;se seien vom Antragsteller ohne Abzug von Betriebsausgaben zu versteuern, weil die K-GmbH sich mit dem FA im Rahmen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung darauf geeinigt habe, dass sie diese Kosten &uuml;bernommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller hat gegen die auf dieser Grundlage f&uuml;r die Streitjahre erlassenen Einkommensteuerbescheide geltend gemacht, die von ihm verkauften Waren seien von Thailand aus und nicht &uuml;ber die K-GmbH ausgeliefert worden; es bestehe deshalb f&uuml;r Deutschland kein Besteuerungsrecht. Etwaige von der K-GmbH get&auml;tigte Gesch&auml;fte seien ihm nicht zuzurechnen. Au&szlig;erdem w&auml;ren im Falle einer Zurechnung die Betriebsausgaben in Abzug zu bringen. Die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zwischen der K-GmbH und dem FA entfalte ihm gegen&uuml;ber keine Bindungswirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die deswegen vom Antragsteller gegen die Einkommensteuerbescheide und gegen die vom FA im &Uuml;brigen noch erlassenen Umsatzsteuerbescheide erhobene Klage hat das Finanzgericht D&uuml;sseldorf (FG) noch nicht entschieden. Der Antragsteller hatte beim FA zun&auml;chst vergeblich die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der angefochtenen Bescheide beantragt. Nachdem der Antragsteller sp&auml;ter beim FG AdV beantragt hat, hat das FA die Vollziehung der Bescheide &uuml;ber die Einkommensteuer nebst Solidarit&auml;tszuschl&auml;gen und Zinsen sowie der Umsatzsteuerbescheide und Zinsen f&uuml;r die Streitjahre wegen ernstlicher Zweifel an deren Rechtm&auml;&szlig;igkeit ausgesetzt, die Aussetzung jedoch von Sicherheitsleistungen in H&ouml;he von 73.000&nbsp;EUR (Einkommensteuer) und 45.000&nbsp;EUR (Umsatzsteuer) abh&auml;ngig gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die danach weiterhin beantragte AdV ohne Sicherheitsleistungen hat das FG abgelehnt, weil die Steuerforderungen aufgrund des Auslandswohnsitzes des Antragstellers gef&auml;hrdet seien. Der FG-Beschluss vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3&nbsp;V&nbsp;3863\/14&nbsp;A(E,U) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 1218 abgedruckt. Gegen den Beschluss richtet sich die &#8211;vom FG zugelassene&#8211; Beschwerde des Antragstellers. Er ist der Auffassung, eine Sicherheitsleistung k&ouml;nne nur angeordnet werden, wenn die AdV miturs&auml;chlich f&uuml;r die Gef&auml;hrdung der Steuerforderungen sei. Daran fehle es hier, weil der ausschlie&szlig;liche Auslandswohnsitz schon vor der Anordnung der AdV bestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt, die Vollziehung der angefochtenen Bescheide ohne Sicherheitsleistung auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA stellt keinen formellen Antrag, h&auml;lt die Beschwerde aber f&uuml;r unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das Verfahren betreffend die AdV der Umsatzsteuerbescheide ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abzutrennen und an den hierf&uuml;r nach Teil&nbsp;A. Sachliche Zust&auml;ndigkeit der Senate, XI.&nbsp;Senat, dort unter Nr.&nbsp;1 des Gesch&auml;ftsverteilungsplans des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;r das Jahr 2015 zust&auml;ndigen XI.&nbsp;Senat abzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der AdV der Einkommensteuerbescheide ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat es insoweit zu Recht abgelehnt, die AdV ohne Sicherheitsleistung anzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 (hier i.V.m. Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2) FGO kann die AdV von einer Sicherheitsleistung abh&auml;ngig gemacht werden. Dies ist angezeigt, wenn die sp&auml;tere Vollstreckung der Steuerforderung infolge der AdV gef&auml;hrdet oder erschwert erscheint. Denn die Sicherheitsleistung dient der Vermeidung von Steuerausf&auml;llen bei einem f&uuml;r den Steuerpflichtigen ung&uuml;nstigen Verfahrensausgang (Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Mai 2005 I&nbsp;B&nbsp;108\/04, BFH\/NV 2005, 1778, m.w.N.; BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Juni 2009 IX&nbsp;B&nbsp;194\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Gef&auml;hrdung der Steuerforderung ist u.a. dann gegeben, wenn die sp&auml;tere Vollstreckung nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen m&ouml;glich w&auml;re, wie es z.B. der Fall ist, wenn der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz im Ausland hat (Senatsbeschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Juli 1987 I&nbsp;B&nbsp;148\/86, n.v., und vom 14.&nbsp;September 1994 I&nbsp;B&nbsp;40\/94, BFH\/NV 1995, 376; BFH-Urteil vom 27.&nbsp;August 1970 V&nbsp;R&nbsp;102\/67, BFHE 100, 291, BStBl II 1971, 1; BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Dezember 2000 VI&nbsp;S&nbsp;15\/98, BFH\/NV 2001, 637) oder der Steuerbescheid aus anderen Gr&uuml;nden im Ausland vollstreckt werden m&uuml;sste, ohne dass v&ouml;lkervertraglich gew&auml;hrleistet ist, dass in dem betreffenden Land wie im Inland vollstreckt werden k&ouml;nnte (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2002 VII&nbsp;S&nbsp;28\/01, BFH\/NV 2003, 12; Gosch in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;69 Rz 207; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;69 FGO Rz&nbsp;110; Birkenfeld in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;69 FGO Rz&nbsp;387).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;gaben ist im Streitfall von einer Gef&auml;hrdung der Steuerforderungen auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Antragsteller wird im Zeitpunkt einer etwaigen sp&auml;teren Vollstreckung seinen einzigen Wohnsitz aller Voraussicht nach in Thailand haben. Im Inland gelegenes Verm&ouml;gen hat er nach eigenem Bekunden nicht. Und mit Thailand besteht kein zwischenstaatliches Abkommen, welches dem FA mit der Inlandssituation vergleichbare Vollstreckungsm&ouml;glichkeiten verschaffen k&ouml;nnte. Der Antragsteller selbst bezeichnet eine Vollstreckung gegen ihn in der Beschwerdebegr&uuml;ndung als &quot;aussichtslos&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung der Beschwerde hindert es die Anordnung der Sicherheitsleistung nicht, dass der Antragsteller schon gegenw&auml;rtig in Thailand wohnt und die Steuerforderung deshalb schon zum jetzigen Zeitpunkt gef&auml;hrdet ist. Denn die Gef&auml;hrdung der Steuerforderung kann ihren Grund auch in einem zur Zeit der Entscheidung bereits gegebenen Umstand haben (vgl. Birkenfeld in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;69 FGO Rz&nbsp;385). Zwar muss die Gefahr eines Steuerausfalls gerade durch die Gew&auml;hrung der Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung eintreten (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 12; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;69 FGO Rz&nbsp;110; Loschelder, Der AO-Steuer-Berater &#8211;AO-StB&#8211; 2002, 284). Insoweit ist indes nicht ausschlie&szlig;lich auf die formalen Vollstreckungsm&ouml;glichkeiten des FA abzustellen, sondern sind auch andere Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen, die dazu f&uuml;hren k&ouml;nnen, dass die Steuerforderung ohne die AdV fr&uuml;her realisiert werden k&ouml;nnte als bei Gew&auml;hrung einstweiligen Rechtsschutzes. So ist es in der Situation des Antragstellers, der zwar schon seit langem in Thailand wohnt, aber offenkundig noch gesch&auml;ftliche und famili&auml;re Beziehungen in das Inland unterh&auml;lt (er wurde 2010 zum Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der K-GmbH bestellt), gut denkbar, dass er einem vollziehbaren Steuerbescheid &quot;freiwillig&quot; &#8211;das hei&szlig;t auch ohne durchschlagende Vollstreckungschancen des FA&#8211; durch Zahlung Folge leisten w&uuml;rde, um z.B. pers&ouml;nliche Nachteile zu vermeiden (z.B. eine Gewerbeuntersagung nach &sect;&nbsp;35 der Gewerbeordnung &#8211;Unzuverl&auml;ssigkeit wegen Steuerr&uuml;ckst&auml;nden&#8211;, die nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung zum Verlust auch der F&auml;higkeit f&uuml;hren kann, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH zu sein, oder eine Eintragung in das Schuldnerverzeichnis nach &sect;&nbsp;882b der Zivilprozessordnung). Insoweit verschlechtert (verz&ouml;gert) mithin im vorliegenden Fall die AdV die Realisierungschancen der Steuerforderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus der geschilderten Sachlage folgt im &Uuml;brigen, dass der von der Beschwerde angestellte Vergleich der hier gegebenen Konstellation eines Auslandswohnsitzes mit jener eines verm&ouml;gens- und einkommenslosen Antragstellers, bei dem aus diesem Grund schon zum Zeitpunkt der Gew&auml;hrung der AdV keinerlei Realisierungschancen f&uuml;r die Steuerforderung bestehen (vgl. zum Absehen von Sicherheitsleistungen in solchen Situationen z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;August 2000 I&nbsp;S&nbsp;5\/00, BFH\/NV 2001, 314, und in BFH\/NV 2005, 1778; BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Februar 1992 VIII&nbsp;B&nbsp;101\/91, BFH\/NV 1993, 488, und vom 26.&nbsp;Juni 2003 X&nbsp;S&nbsp;4\/03, BFH\/NV 2003, 1217) nicht passend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Antragsteller gegen&uuml;ber dem FG geltend gemacht hat, er k&ouml;nne die Sicherheitsleistung mangels entsprechender Eink&uuml;nfte nicht aufbringen, hat das FG diese nicht weiter belegte Behauptung zu Recht nicht als hinreichend substantiiert angesehen, um darauf schlie&szlig;en zu k&ouml;nnen, dass er die geforderte Sicherheit trotz zumutbarer Anstrengungen nicht leisten kann (zur Darlegungslast des Antragstellers vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;November 2001 II&nbsp;B&nbsp;85\/01, BFH\/NV 2002, 508; Loschelder, AO-StB 2002, 284).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sicherheitsleistung entf&auml;llt nicht aufgrund einer hohen Wahrscheinlichkeit des Obsiegens des Antragstellers im Klageverfahren gegen die Einkommensteuerbescheide. Allerdings &uuml;berwiegt das Rechtsschutzinteresse des Steuerpflichtigen dann, wenn mit Gewissheit oder gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit ein f&uuml;r ihn g&uuml;nstiger Prozessausgang zu erwarten ist; das &ouml;ffentliche Interesse an der Vermeidung von Steuerausf&auml;llen tritt hier zur&uuml;ck. Dieser Gesichtspunkt greift z.B. ein, wenn sich der Steuerpflichtige hinsichtlich der streitigen rechtlichen Erw&auml;gungen auf eine gefestigte h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung berufen kann (vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Dezember 1999 III&nbsp;B&nbsp;15\/99, BFH\/NV 2000, 827) oder wenn sich in einem rechtlich schwierigen Fall der Sachverhalt in den Akten des Finanzamts so ungeordnet, verworren oder widerspr&uuml;chlich darstellt, dass die rechtliche Subsumtion Schwierigkeiten bereitet (Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;Juli 1997 I&nbsp;B&nbsp;141-142\/96, BFH\/NV 1998, 84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im vorliegenden Fall h&auml;ngen die Erfolgschancen des Antragstellers im Hauptsacheverfahren gegen die Einkommensteuerbescheide vor allem davon ab, inwiefern es dem FA gelingen wird, die von ihm vorausgesetzten Sachverhalte (Zuordnung der Einnahmen, nicht aber der Betriebsausgaben zum Antragsteller, im Inland gelegene Betriebsst&auml;tte des Antragstellers i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b DBA-Thailand) auf tats&auml;chlicher Ebene darzulegen und nachzuweisen. Da es somit in erster Linie um die Feststellung von Tatsachen geht, sieht sich der Senat im gegenw&auml;rtigen Verfahrensstadium nicht im Stande, eine verl&auml;ssliche Prognose mit dem Ergebnis einer hohen Wahrscheinlichkeit des Obsiegens des Antragstellers zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.9.2015, I B 57\/15 Aussetzung der Vollziehung &#8211; Sicherheitsleistung wegen Auslandswohnsitzes Tenor 1. Das Verfahren betreffend die Aussetzung der Vollziehung der Umsatzsteuerbescheide 2004 bis 2008 wird abgetrennt und an den XI. Senat des Bundesfinanzhofs abgegeben. 2. Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 23. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3 V 3863\/14 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-57-15-aussetzung-der-vollziehung-sicherheitsleistung-wegen-auslandswohnsitzes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;57\/15 &#8211; Aussetzung der Vollziehung &#8211; Sicherheitsleistung wegen Auslandswohnsitzes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65629","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65629"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65629\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}