{"id":6563,"date":"2012-11-30T16:08:02","date_gmt":"2012-11-30T14:08:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6563"},"modified":"2012-11-30T16:08:02","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:02","slug":"i-b-17-11-vga-klare-und-eindeutige-vereinbarung-bindung-an-vertragsauslegung-durch-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-17-11-vga-klare-und-eindeutige-vereinbarung-bindung-an-vertragsauslegung-durch-fg\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;17\/11 &#8211; vGA &#8211; klare und eindeutige Vereinbarung &#8211; Bindung an Vertragsauslegung durch FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2012, I B 17\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">vGA &#8211; klare und eindeutige Vereinbarung &#8211; Bindung an Vertragsauslegung durch FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anteile an der Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, wurden in den Streitjahren (2000 bis 2003) mehrheitlich von der Stadt &#8230; (im Folgenden: Stadt), im &Uuml;brigen von den Stadtwerken &#8230; (I-GmbH) gehalten. Nach dem zwischen der Kl&auml;gerin und der Stadt geschlossenen Generalkonzessionsvertrag vom &#8230; 1993 wurde der Kl&auml;gerin die &ouml;ffentliche Versorgung mit Elektrizit&auml;t, Gas, Wasser und W&auml;rme &uuml;bertragen. Nach &sect; 5 des Vertrags war die Kl&auml;gerin verpflichtet, an die Stadt Konzessionsabgaben &quot;gem&auml;&szlig; &#8230; der Verordnung &uuml;ber Konzessionsabgaben f&uuml;r Strom und Gas (KAV) vom 9. Januar 1992 sowie der hierzu erlassenen Bestimmungen, &#8230; und zwar in der H&ouml;he der darin festgesetzten H&ouml;chstbetr&auml;ge&quot; zu zahlen. Auf dieser Grundlage leistete die Kl&auml;gerin &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit der Neufassung des &sect; 2 Abs. 6 und 8 KAV&#8211; in den Streitjahren auch f&uuml;r die Durchleitung von Strom Konzessionsabgaben an die Stadt. Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) rechnete diese Konzessionsentgelte dem Einkommen der Kl&auml;gerin als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA) hinzu. Dar&uuml;ber hinaus hat die Stadt der Kl&auml;gerin die Durchf&uuml;hrung der Stra&szlig;enbeleuchtung im Stadtgebiet &uuml;bertragen und das hierf&uuml;r notwendige Anlageverm&ouml;gen in die Kl&auml;gerin eingebracht. Die hierdurch entstandenen Verluste (Abschreibungen und Verm&ouml;gensabg&auml;nge) wurden gleichfalls als vGA qualifiziert. Die Einspr&uuml;che blieben ohne Erfolg. Der daraufhin erhobenen Klage hat das Finanzgericht (FG) stattgegeben. Nach Ansicht der Vorinstanz ist der in den Streitjahren nicht angepasste Generalkonzessionsvertrag dahin auszulegen, dass die Kl&auml;gerin nach &sect; 5 des Vertrags auch f&uuml;r die so genannten Durchleitungsf&auml;lle eine Konzessionsabgabe geschuldet habe; die Annahme einer vGA sei deshalb ausgeschlossen. Gleiches gelte im Ergebnis mit R&uuml;cksicht auf die durch das Jahressteuergesetz 2009 vom 19. Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) getroffene und r&uuml;ckwirkend zu beachtende Neuregelung des &sect; 8 Abs. 7 i.V.m. &sect; 34 Abs. 6 Satz 4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2009) f&uuml;r die Verluste aus dem Bereich &quot;Stra&szlig;enbeleuchtung&quot;. &sect; 8 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. Satz 2 KStG 2009 schlie&szlig;e insoweit die Rechtsfolgen einer vGA wegen der Aus&uuml;bung eines Dauerverlustgesch&auml;fts aus verkehrspolitischen Gr&uuml;nden aus. Die Revision wurde vom FG nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Beschwerde des FA gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Sie ist deshalb zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das gilt zun&auml;chst f&uuml;r den Vortrag, dem Rechtsstreit komme deshalb grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), weil es der Kl&auml;rung bed&uuml;rfe, ob im Sinne der f&uuml;r vGA geltenden Grunds&auml;tze eine im Voraus getroffene, klare und eindeutige Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und ihrem beherrschenden Gesellschafter auch dann vorliege, wenn die Vereinbarung auf eine bestimmte Rechtsverordnung (hier: KAV) verweise, nunmehr aber erstmalig auch andere Zahlungen an den Gesellschafter aufgrund einer neuen Fassung der Verordnung geleistet werden. Der Vortrag l&auml;sst au&szlig;er Acht, dass nach zwischenzeitlich st&auml;ndiger Rechtsprechung eine klare und eindeutige Vereinbarung auch dann anzunehmen ist, wenn sich deren Inhalt mit der gebotenen Bestimmtheit im Wege der Auslegung ermitteln l&auml;sst (Senatsurteil vom 24. M&auml;rz 1999 I R 20\/98, BFHE 189, 45, BStBl II 2001, 612; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4. April 2001 XI R 60\/00, BFHE 195, 9, BStBl II 2001, 726; Streck\/ Schwedhelm, KStG, 7. Aufl., &sect; 8 Rz 333; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8 Rz 324) und &#8211;hiervon ausgehend&#8211; die Vorinstanz im Streitfall anhand des konkreten Wortlauts des zwischen der Kl&auml;gerin und der Stadt geschlossenen Generalkonzessionsvertrags zu dem Ergebnis gekommen ist, dass &sect; 5 des Vertrags auch f&uuml;r sog. Durchleitungsf&auml;lle ein Konzessionsentgelt vorsehe. Demgem&auml;&szlig; w&auml;ren substantiierte Darlegungen der Beschwerde dazu erforderlich gewesen, weshalb diese Vertragsauslegung durch das FG Rechtsfragen von grunds&auml;tzlicher Bedeutung aufwirft. Zudem w&auml;re hierbei zu ber&uuml;cksichtigen gewesen, dass die Vertragsauslegung in einem Revisionsverfahren nur in eingeschr&auml;nktem Umfang &uuml;berpr&uuml;ft werden kann (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8. April 1999 II B 81\/98, BFH\/NV 1999, 1469 [nur Leitsatz]; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 118 Rz 24, m.w.N.) und deshalb die R&uuml;ge der grunds&auml;tzlichen Bedeutung &#8211;will sie eine im Revisionsverfahren entscheidungserhebliche (kl&auml;rungsf&auml;hige) Frage bezeichnen&#8211; regelm&auml;&szlig;ig vom Auslegungsverst&auml;ndnis der Vorinstanz auszugehen hat (vgl. hierzu Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 30, &sect; 116 Rz 35). Ob hiervon &#8211;wie das FA geltend macht&#8211; eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl von F&auml;llen betroffen ist, vermag dem Rechtsstreit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu verleihen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 34, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Demgem&auml;&szlig; ist auch die &#8211;gleichfalls im Zusammenhang mit der Behandlung der Konzessionsabgaben vorgebrachte&#8211; R&uuml;ge des FA unschl&uuml;ssig, es bed&uuml;rfe der Kl&auml;rung, ob durch den Wortlaut des &sect; 2 Abs. 6 KAV i.V.m. &sect; 14 Abs. 3 des Energiewirtschaftsgesetzes 1998 eine Regelung getroffen worden sei, die &#8211;zur Vermeidung von vGA&#8211; eine klare, eindeutige und im Vorhinein getroffene&nbsp;&nbsp;Vereinbarung zwischen dem Gesellschafter und der Gesellschaft entbehrlich mache. Diese Rechtsfrage kann sich nach den vorstehenden Erl&auml;uterungen nicht stellen, da &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; das FG davon ausgegangen ist, dass der von der Kl&auml;gerin abgeschlossene Konzessionsvertrag sie auch zur Entrichtung von Konzessionsentgelten f&uuml;r die Energiedurchleitung verpflichtet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unsubstantiiert ist schlie&szlig;lich der Vortrag des FA, der Rechtssache komme deshalb grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, weil gekl&auml;rt werden m&uuml;sse, ob die Verluste aus dem Bereich Stra&szlig;enbeleuchtung f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2009 gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 7 KStG 2009 nicht als vGA anzusetzen seien und zugleich mit der gewinntr&auml;chtigen wirtschaftlichen T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin verrechnet werden k&ouml;nnten. Gleiches gilt f&uuml;r die weitere R&uuml;ge, es sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ob diese Verrechnungsm&ouml;glichkeit als Beihilfe i.S. der Art. 107 und 108 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;zuvor Art. 87 und Art. 88 des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft&#8211; eingestuft werden m&uuml;sse, &uuml;ber deren Zul&auml;ssigkeit allein die Europ&auml;ische Kommission zu entscheiden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat auch insoweit au&szlig;er Acht gelassen, dass die Revision nur dann wegen der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) zugelassen werden kann, wenn &#8211;woran es vorliegend auch im Hinblick auf den Streitkomplex &quot;Stra&szlig;enbeleuchtung\/Verlustverrechnung&quot; fehlt&#8211; die Kl&auml;rungsf&auml;higkeit der angesprochenen Rechtsfrage i.S. von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt, d.h. dargetan wird, dass der Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren eine entscheidungserhebliche Bedeutung zukommt (Senatsbeschluss vom 23. Januar 2008 I B 101\/07, BFH\/NV 2008, 1290; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 29, 35, 43). Da weder aus dem Tatbestand des vorinstanzlichen Urteils hervorgeht, dass der Kl&auml;gerin in den angefochtenen K&ouml;rperschaftsteuerbescheiden die vom FA beanstandete Verlustverrechnung zugesprochen worden ist noch der Tenor der Vorentscheidung hierauf gerichtet ist, h&auml;tte es &#8211;innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist&#8211; einer nachvollziehbaren Erl&auml;uterung des FA dazu bedurft, weshalb die Frage nach der Verlustverrechnung gleichwohl in einem Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein kann. Dies ist nicht geschehen. Hinzu kommt, dass die Beh&ouml;rde der Einlassung der Kl&auml;gerin, sie habe zu keinem Zeitpunkt vertreten, dass die Verluste aus dem Bereich Stra&szlig;enbeleuchtung mit den Gewinnen aus der Versorgungssparte verrechnet werden k&ouml;nnten, nicht entgegengetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2012, I B 17\/11 vGA &#8211; klare und eindeutige Vereinbarung &#8211; Bindung an Vertragsauslegung durch FG Tatbestand 1&nbsp; Die Anteile an der Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, wurden in den Streitjahren (2000 bis 2003) mehrheitlich von der Stadt &#8230; (im Folgenden: Stadt), im &Uuml;brigen von den Stadtwerken &#8230; (I-GmbH) gehalten. 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