{"id":65640,"date":"2015-12-30T17:16:51","date_gmt":"2015-12-30T15:16:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65640"},"modified":"2015-12-30T17:16:51","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:51","slug":"vi-r-35-14-bindungswirkung-ablehnungsbescheid-kindergeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-35-14-bindungswirkung-ablehnungsbescheid-kindergeld\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;35\/14 &#8211; Bindungswirkung &#8211; Ablehnungsbescheid Kindergeld"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2015, VI R 35\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung &#8211; Ablehnungsbescheid Kindergeld<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 6. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;16 K 3732\/13 Kg aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) bezog Kindergeld f&uuml;r ihre Tochter &#8230; (M). M beendete im Juli 2012 die Schulausbildung und suchte einen Studien- oder Ausbildungsplatz. Mit Bescheid vom 29. Januar 2013 hob die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) die Kindergeldfestsetzung ab Dezember 2012 auf, weil M&#8217;s Ausbildungswilligkeit nach Mitteilung der Berufsberatung nur bis November 2012 nachgewiesen sei. Der Kl&auml;gerin wurde allerdings anheimgestellt, den beigef&uuml;gten Vordruck mit weiteren Nachweisen (Bewerbungen, Ablehnungsschreiben, Eigenbem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz) bei der Familienkasse einzureichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte Anfang Juli 2013 erneut Kindergeld f&uuml;r M und legte dazu die Studienbescheinigung einer Hochschule vor, nach der M ab dem Wintersemester 2013\/14 ein Studium absolvieren werde. Die Familienkasse setzte darauf mit Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2013 Kindergeld ab Juni 2013 fest. Zugleich bat sie um Vorlage von Unterlagen zu Eigenbem&uuml;hungen f&uuml;r den Zeitraum Dezember 2012 bis Mai 2013. Darauf verwies die Kl&auml;gerin auf M&#8217;s Kontaktaufnahme zur Hochschule im Januar 2013, auf die &Uuml;bersendung einer Bewerbungsmappe Anfang Februar 2013 mit Eingangsbest&auml;tigung am 7.&nbsp;Februar 2013, auf einen Termin f&uuml;r den Aufnahmetest und auf die Mitte Mai 2013 gegebene Zusage, die Immatrikulationsbescheinigung zuzusenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse setzte mit Bescheid vom 29. August 2013 Kindergeld f&uuml;r M&auml;rz 2013 bis Mai 2013 fest. Die Kl&auml;gerin sei erst nach Ablauf der Einspruchsfrist gegen den Aufhebungsbescheid vom 29.&nbsp;Januar 2013 ihren Mitwirkungspflichten nachgekommen. Eine &Auml;nderung f&uuml;r die Vergangenheit k&ouml;nne nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) nicht mehr erfolgen. Kindergeld k&ouml;nne fr&uuml;hestens ab dem Monat erneut festgesetzt werden, der dem Monat der Bekanntgabe des Ablehnungsbescheids folge. Dieser Ablehnungsbescheid vom 29.&nbsp;Januar 2013 gelte am 3.&nbsp;Tag nach Postaufgabe als bekanntgegeben, also am 1.&nbsp;Februar 2013. Die Bindungswirkung des bestandskr&auml;ftigen Ablehnungsbescheids reiche daher bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe, hier also bis Ende Februar 2013.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage machte die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r den Monat Februar 2013 geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entsprach der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1325 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 6. M&auml;rz 2014 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Denn die Familienkasse hat es zu Recht abgelehnt, Kindergeld f&uuml;r den Monat Februar 2013 zu gew&auml;hren, weil der streitigen Kindergeldfestsetzung der am 1. Februar 2013 bekannt gegebene bestandskr&auml;ftige Bescheid vom 29.&nbsp;Januar 2013 entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es entspricht der mittlerweile st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhof (BFH), dass sich die Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen, die Gew&auml;hrung von Kindergeld ablehnenden Bescheids auf die Zeit bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe erstreckt. Dementsprechend kann auf einen danach gestellten weiteren Antrag Kindergeld r&uuml;ckwirkend nur ab dem auf die Bekanntgabe des Ablehnungsbescheids folgenden Monat bewilligt werden (Senatsurteile vom 25.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;164\/98, BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; VI&nbsp;R&nbsp;78\/98, BFHE 196, 253, BStBl II 2002, 88; BFH-Urteile vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 203, BStBl II 2013, 380; vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2015 III&nbsp;R&nbsp;14\/14, BFHE 249, 292, BStBl II 2015, 850; jeweils m.w.N.). Die Auffassung, dass sich die Bindungswirkung eines Kindergeld ablehnenden oder aufhebenden Bescheids bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe erstreckt, entspricht der ganz &uuml;berwiegenden Kommentarliteratur (Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;70 EStG Rz&nbsp;11; Wendl in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;70 EStG Rz&nbsp;6; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;70 Rz&nbsp;4; Felix in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;70 Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat hat diese Auffassung in seinen Urteilen in BFHE 196, 253, BStBl II 2002, 88 und in BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89 insbesondere auf den Regelungsgehalt des Ablehnungsbescheids gest&uuml;tzt. Der Verwaltungsakt trifft eine Regelung auf Grundlage der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Entscheidung &uuml;ber die Bescheiderteilung. Daraus schloss der Senat und nachfolgend die seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, dass sich der Verwaltungsakt in der Regelung des Anspruchs auf Kindergeld f&uuml;r den bis dahin abgelaufenen Zeitraum ersch&ouml;pft und dementsprechend die Bindungswirkung des Bescheids sich auf die Zeit bis zum Ende des Monats, in dem er bekannt gegeben wurde, beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Beschr&auml;nkung auf die Zeit bis zum Ende des Monats, in dem ein Ablehnungsbescheid bekannt gegeben wird, bedeutet zugleich, dass die Bindungswirkung des Bescheids auch bis zum Ende des Monats reicht. Denn die Festsetzung von Kindergeld ist ein teilbarer Verwaltungsakt. Dies ergibt sich aus dem nach &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geltenden Monatsprinzip, nach dem Kindergeld f&uuml;r jeden Monat gezahlt wird, in dem die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Die Festsetzung umfasst somit einen Anspruch f&uuml;r jeden Monat; daher kann sie f&uuml;r einzelne Monate aufgehoben oder ge&auml;ndert werden und f&uuml;r andere Monate unver&auml;ndert bestehen bleiben; das entspricht ebenfalls der st&auml;ndigen Rechtsprechung (so Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;163\/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Monatsprinzip ist Teil der Regelung des Ablehnungsbescheids (Regelungsgehalt), das aus der materiell-rechtlichen Grundlage des Kindergeldanspruchs folgt. Denn Kindergeld wird nicht tageweise, nicht wochenweise, sondern monatsweise gezahlt, n&auml;mlich nach &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 EStG monatlich vom Beginn des Monats an, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind, und bis zu dem Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen. Zahlungszeitraum und Anspruchszeitraum stimmen &uuml;berein, der Leistungszeitraum ist der Monat (HHR\/ Wendl, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;16, &sect;&nbsp;70 EStG Rz&nbsp;6; Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;19). Auf Grundlage dieses durch das materielle Recht vorgegebenen Monatsprinzips entscheidet deshalb der ablehnende Bescheid &uuml;ber das Kindergeld dahingehend, dass bis einschlie&szlig;lich dem Monat, in dem der Ablehnungsbescheid bekannt gegeben wird, kein Kindergeldanspruch besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) An dieser Rechtsauffassung h&auml;lt der erkennende Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Auffassung des FG spricht dagegen nicht, dass &#8211;wie etwa im Streitfall&#8211; im weiteren Verlauf des Monats, gegebenenfalls sogar am letzten Tag, ein Kindergeldtatbestand neu h&auml;tte verwirklicht und damit ein erneuter Kindergeldanspruch h&auml;tte begr&uuml;ndet werden k&ouml;nnen. Denn es ist gerade die Rechtsfolge des Monatsprinzips, dass jedenfalls bezogen auf den Monat, auf den sich der bestandskr&auml;ftige Ablehnungsbescheid noch erstreckt, die Verwirklichung eines neuen Kindergeldanspruchs unerheblich ist. Entgegen der Auffassung des FG entspricht dies auch dem Regelungsgehalt eines Ablehnungsbescheids. Denn der Bescheid verneint einen Kindergeldanspruch nicht nur bis zum Tage der Zeichnung des Bescheids, sondern &#8211;entsprechend dem Monatsprinzip&#8211; f&uuml;r den ganzen Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Einwand des FG, dass unter Umst&auml;nden das Kind am letzten Tag einer m&ouml;glichen Einspruchsfrist einen Kindergeldtatbestand verwirklichen k&ouml;nnte und dann der Kindergeldberechtigte im Ergebnis kaum noch Zeit habe, diesen Umstand zu erfahren und durch Einspruch gegen&uuml;ber der Familienkasse geltend zu machen, ist nach Auffassung des Senats nicht geeignet, das gegenteilige Ergebnis zu begr&uuml;nden. Die Familienkasse wendet insoweit zutreffend ein, dass solche einen Kindergeldanspruch begr&uuml;ndenden Umst&auml;nde regelm&auml;&szlig;ig vorhersehbar sind, weil sie typischerweise von den Willensentscheidungen der Beteiligten abh&auml;ngen. Das best&auml;tigen gerade die tats&auml;chlichen Geschehnisse im hier gegebenen Streitfall. Denn der Kindergeldanspruch f&uuml;r Februar 2013 scheiterte daran, dass die Kl&auml;gerin nach Erhalt des Ablehnungsbescheids vom 29. Januar 2013 entgegen der Anregung der Familienkasse innerhalb der Einspruchsfrist gerade keine aussagekr&auml;ftigen Unterlagen dazu vorlegte, dass ihre Tochter um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht sei. Schlie&szlig;lich verkennt die tagesbezogene Betrachtungsweise, die eine Bindungswirkung eines bestandskr&auml;ftigen Ablehnungsbescheids grunds&auml;tzlich nur bis zum Tag seiner Bekanntgabe annimmt, die ambivalente Wirkung des Monatsprinzips. Denn nach &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 EStG wird Kindergeld von Beginn des Monats an gezahlt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind. Dies bedeutet, dass das Kindergeld sowohl im ersten Monat als auch im letzten Monat seines Bezugs mit dem vollen Monatsbetrag gezahlt wird, selbst wenn jeweils an nur einem einzigen Tag die Anspruchsvoraussetzungen f&uuml;r das Kindergeld vorliegen. Folge der tagesgenauen Betrachtungsweise w&auml;re dann gegebenenfalls, dass auch in solchen F&auml;llen das Kindergeld nur anteilig, n&auml;mlich taggenau, gezahlt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich l&auml;sst sich auch nicht mit dem Hinweis, dass der Wortlaut des &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 EStG es gestatte, einen neuen kindergeldrechtlich erheblichen Sachverhalt zu ber&uuml;cksichtigen, die Kindergeldgew&auml;hrung f&uuml;r den Monat Februar 2013 rechtfertigen. Denn &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 EStG gilt nicht f&uuml;r Bescheide, mit denen &#8211;wie im hier gegebenen Streitfall&#8211; eine Kindergeldfestsetzung abgelehnt oder aufgehoben wird. Dies entnimmt die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH in &Uuml;bereinstimmung mit der Kommentarliteratur dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;70 EStG, der ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung verhindern soll, die Familienkasse an eine fehlerhaft erkannte Kindergeldfestsetzung zu binden (vgl. Senatsurteil in BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Januar 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;15\/02, BFH\/NV 2004, 910; vom 28.&nbsp;Juni 2006 III&nbsp;R&nbsp;13\/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach Ma&szlig;gabe der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze entfaltet der im Streitfall nach den bindenden Feststellungen des FG am 1.&nbsp;Februar 2013 bekannt gegebene Aufhebungsbescheid eine Bindungswirkung, die der von der Kl&auml;gerin begehrten Neufestsetzung des Kindergelds f&uuml;r den Monat Februar 2013 entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Weiteren ist es zwischen den Beteiligten auch nicht streitig, dass der Bescheid nicht nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO hatte ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen, weil die Kl&auml;gerin am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden neuer Tatsachen und Beweismittel ein grobes Verschulden trifft. Denn sie hat die f&uuml;r eine Ausbildungswilligkeit ihrer Tochter sprechenden Umst&auml;nde nicht rechtzeitig vorgebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2015, VI R 35\/14 Bindungswirkung &#8211; Ablehnungsbescheid Kindergeld Tenor Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 6. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;16 K 3732\/13 Kg aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. 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