{"id":65642,"date":"2015-12-30T17:16:57","date_gmt":"2015-12-30T15:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65642"},"modified":"2015-12-30T17:16:57","modified_gmt":"2015-12-30T15:16:57","slug":"iv-r-17-12-kein-teilbetrieb-bei-vom-rest-des-unternehmens-nicht-hinreichend-selbstaendigem-geschaeftsbereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-17-12-kein-teilbetrieb-bei-vom-rest-des-unternehmens-nicht-hinreichend-selbstaendigem-geschaeftsbereich\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;17\/12 &#8211; Kein Teilbetrieb bei vom Rest des Unternehmens nicht hinreichend selbst&auml;ndigem Gesch&auml;ftsbereich"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2015, IV R 17\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Teilbetrieb bei vom Rest des Unternehmens nicht hinreichend selbst&auml;ndigem Gesch&auml;ftsbereich<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 28. Februar 2012&nbsp;&nbsp;1 K 2523\/09 G wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Jahr 2006 (Streitjahr) einen Gro&szlig;- und Einzelhandel mit Getr&auml;nken. Dabei wurden neben Getr&auml;nkeabholm&auml;rkten, die sowohl in eigener Regie als auch im Wege des Franchise gef&uuml;hrt wurden, auch Gastronomiebetriebe bzw. Veranstaltungen im Bereich der Gastronomie beliefert. Die Verwaltung und das Lager des Unternehmens befanden sich auf dem von der nahezu personenidentischen Besitzgesellschaft A-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG angepachteten Grundst&uuml;ck X-Stra&szlig;e 1 in Y; dort befand sich zun&auml;chst auch die Leergutlagerung und -sortierung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 1.&nbsp;April 2004 erwarb die Kl&auml;gerin das Grundst&uuml;ck X-Stra&szlig;e 10 in Y. Soweit es nicht fremd vermietet wurde, verwendete sie dieses Grundst&uuml;ck fortan f&uuml;r die Leergutlagerung und -sortierung des Gesamtbetriebs. W&auml;hrend diese zun&auml;chst noch per Hand erfolgte, schaffte die Kl&auml;gerin in 2006 eine Kastensortieranlage (Anschaffungsdatum 15.&nbsp;Februar 2006, Anschaffungskosten 81.473&nbsp;EUR) sowie eine Leergutsortieranlage (Anschaffungsdatum 22.&nbsp;M&auml;rz 2006, Anschaffungskosten 71.015&nbsp;EUR) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Bereich &quot;Gastronomie&quot; waren speziell hergerichtete LKW mit Hebeb&uuml;hnen vorhanden. Die Fahrer der LKW waren zwar dem Gastronomiebereich zugeordnet, die Vollgut-Kommissionierung und Beladung der LKW erfolgte aber durch Personen, die sowohl f&uuml;r die Belieferung des Gro&szlig;- und Einzelhandels als auch des Bereichs &quot;Gastronomie&quot; eingesetzt waren. Auch die Leergutsortierung erfolgte ohne Unterschied f&uuml;r den Gesamtbereich. Hinsichtlich der Liefervertr&auml;ge wurden die Vertragsverhandlungen in Bezug auf Fassbieranlieferung und Flaschenbieranlieferung getrennt gef&uuml;hrt; auch bestand teilweise ein unterschiedliches Warensortiment. Die Unternehmensbereiche wurden in der &Ouml;ffentlichkeit auch unterschiedlich beworben. R&auml;umlich war der Bereich der Gastronomie vom Rest des Unternehmens aber nicht getrennt. Es war auch keine jeweils eigenst&auml;ndige Buchf&uuml;hrung f&uuml;r die Unternehmensbereiche eingerichtet, sondern deren warenwirtschaftliche Trennung wurde lediglich teilweise in der Kostenstellenrechnung nachvollzogen. Eine Aufteilung der jeweiligen Erl&ouml;se und Kosten war insoweit zwar herleitbar, wurde aber nicht durchg&auml;ngig vorgenommen. Eine die Eigenst&auml;ndigkeit erm&ouml;glichende interne Organisation und Verwaltung waren nicht klar erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 7.&nbsp;April 2006 verkaufte die Kl&auml;gerin den Bereich &quot;Gastronomie&quot; mit Wirkung zum 22.&nbsp;April 2006 f&uuml;r rund 2.700.000&nbsp;EUR (davon Kundenstamm 1.500.000&nbsp;EUR, Anlageverm&ouml;gen 500.000&nbsp;EUR und Forderungen und Verbindlichkeiten 700.000&nbsp;EUR) an die Z-GmbH. Bis auf die Aushilfsfahrer wurden die dem Bereich &quot;Gastronomie&quot; zugeordneten 15&nbsp;Arbeitnehmer vom Erwerber &uuml;bernommen. Nicht ver&auml;u&szlig;ert wurde allerdings das Grundst&uuml;ck X-Stra&szlig;e 10. Dieses wurde vielmehr weiterhin f&uuml;r die Leergutsortierung und -lagerung im verbleibenden Gesch&auml;ftsbereich der Kl&auml;gerin genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Ver&auml;u&szlig;erung erzielte die Kl&auml;gerin einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.801.940&nbsp;EUR, den sie im Rahmen ihrer Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr als solchen aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebs nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) ansetzte und im Rahmen der Gewerbesteuererkl&auml;rung nicht in den Gewinn aus Gewerbebetrieb einbezog. Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun&auml;chst in seinem unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Gewerbesteuermessbescheid vom 2.&nbsp;Oktober 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Betriebspr&uuml;fung vertrat der Pr&uuml;fer die Auffassung, es sei kein Teilbetrieb i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ver&auml;u&szlig;ert worden, weil das Grundst&uuml;ck X-Stra&szlig;e 10 eine wesentliche Betriebsgrundlage darstelle. Ohne die Leergutlagerung und -sortierung habe man den Bereich &quot;Gastronomie&quot; nicht fortf&uuml;hren k&ouml;nnen, so dass es an der Ver&auml;u&szlig;erung aller wesentlicher Betriebsgrundlagen des Teilbetriebs fehle. Dem folgte das FA durch ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid vom 7.&nbsp;Mai 2008, indem es den laufenden Gewinn um 1.801.940&nbsp;EUR erh&ouml;hte und ihn der Gewerbesteuer unterwarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruchs- und Klageverfahren blieben erfolglos. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1454 ver&ouml;ffentlichten Urteil gelangte das Finanzgericht (FG) im Rahmen einer Gesamtschau zun&auml;chst zu dem Ergebnis, dass der Gesch&auml;ftsbereich der Gastronomie nicht als hinreichend selbst&auml;ndig zur Annahme eines Teilbetriebs anzusehen sei. Die Annahme eines Teilbetriebs scheitere aber zudem an der fehlenden Mitver&auml;u&szlig;erung des Grundbesitzes, der als wesentliche Betriebsgrundlage (auch) des Gesch&auml;ftsbereichs der Gastronomie anzusehen sei, weil ihm funktionale Bedeutung schon angesichts der Funktion als Lagergrundst&uuml;ck, auf dem auch die Leergutsortierung stattfinde, zukomme. Unerheblich sei es, ob ein Grundst&uuml;ck von mehreren Teilbetrieben genutzt werde, weil dies die Qualifikation des Grundst&uuml;cks als (auch) wesentliche Betriebsgrundlage eines dieser Teilbetriebe nicht hindere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt, das Urteil des FG M&uuml;nster vom 28.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;2523\/09&nbsp;G und den ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid vom 7.&nbsp;Mai 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Juni 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der von der Kl&auml;gerin durch die Ver&auml;u&szlig;erung ihres Gesch&auml;ftsbereichs &quot;Gastronomie&quot; erzielte Gewinn Bestandteil des Gewerbeertrags ist, denn die Kl&auml;gerin hat keinen Teilbetrieb i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ver&auml;u&szlig;ert. Dies folgt daraus, dass der ver&auml;u&szlig;erte Gesch&auml;ftsbereich &quot;Gastronomie&quot; nicht mit der f&uuml;r die Annahme eines Teilbetriebs erforderlichen Selbst&auml;ndigkeit ausgestattet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) unterliegt jeder stehende Gewerbebetrieb, der im Inland betrieben wird, der Gewerbesteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gewerbeertrag ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG der u.a. nach den Vorschriften des EStG zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, der bei der Ermittlung des Einkommens f&uuml;r den dem Erhebungszeitraum entsprechenden Veranlagungszeitraum zu ber&uuml;cksichtigten ist, vermehrt und vermindert um die in den &sect;&sect;&nbsp;8 und&nbsp;9 GewStG bezeichneten Betr&auml;ge. Dieser ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) um solche Bestandteile zu bereinigen, die nicht mit dem Wesen der Gewerbesteuer als einer auf den t&auml;tigen Gewerbebetrieb bezogenen Sachsteuer &uuml;bereinstimmen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;R&nbsp;5\/08, BFHE 229, 524, BStBl II 2010, 912; vom 24.&nbsp;August 2000 IV&nbsp;R&nbsp;51\/98, BFHE 192, 534, BStBl II 2005, 173, m.w.N.). Zu diesen &#8211;herauszurechnenden&#8211; Bestandteilen geh&ouml;ren Gewinne, die nicht dem laufenden Betrieb, sondern dessen Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung zuzuordnen sind (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 2014 IV&nbsp;R&nbsp;59\/11, BFH\/NV 2015, 520, m.w.N.; vom 15.&nbsp;Juni 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;7\/01, BFHE 205, 307, BStBl II 2004, 754).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die weitgehende Verselbst&auml;ndigung eines Teilbetriebs im Rahmen des gesamten Gewerbebetriebs ist nach der Rechtsprechung ma&szlig;gebliche Rechtfertigung daf&uuml;r, dass auch Gewinne aus der Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebs nicht der Gewerbesteuer zu unterwerfen und damit den Gewinnen aus der Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung des Gesamtbetriebs gleichzustellen sind (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;August 2008 IV&nbsp;R&nbsp;86\/05, BFHE 223, 245, BStBl II 2012, 145, m.w.N.). Dabei kommt es &#8211;anders als im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;34 EStG&#8211; nicht notwendigerweise darauf an, dass alle stillen Reserven aufgedeckt werden, denn die Nichtbelastung mit Gewerbesteuer dient nicht dazu, die Folgen der zusammengeballten Realisierung stiller Reserven zu mildern. Sie hat ihren Grund vielmehr in dem Objektsteuercharakter der Gewerbesteuer, die grunds&auml;tzlich nur den durch den laufenden Betrieb anfallenden Gewinn erfassen soll (vgl. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Februar 1994 III&nbsp;R&nbsp;23\/89, BFHE 174, 372, BStBl II 1994, 709; vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 228, 381, BStBl II 2010, 977).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Begriff des Teilbetriebs ist in diesem Zusammenhang ebenso zu verstehen wie in &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 1988 X&nbsp;R&nbsp;1\/86, BFHE 155, 521, BStBl II 1989, 376, m.w.N.; vom 25.&nbsp;November 2009 X&nbsp;R&nbsp;23\/09, BFH\/NV 2010, 633), also als organisch geschlossener, mit einer gewissen Selbst&auml;ndigkeit ausgestatteter Teil des Gesamtbetriebs, der f&uuml;r sich allein funktions- bzw. lebensf&auml;hig ist (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Juli 2007 X&nbsp;R&nbsp;49\/06, BFHE 218, 316, BStBl II 2007, 772; in BFHE 223, 245, BStBl II 2012, 145). Anders als die Kl&auml;gerin meint, hat danach der &sect;&nbsp;613a des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zugrundeliegende Betriebsbegriff f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls keine Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob die ver&auml;u&szlig;erten Wirtschaftsg&uuml;ter in ihrer Zusammenfassung einer sich von der &uuml;brigen gewerblichen T&auml;tigkeit des Ver&auml;u&szlig;erers deutlich abhebenden Bet&auml;tigung dienen und als Betriebsteil die f&uuml;r die Annahme eines Teilbetriebs erforderliche Selbst&auml;ndigkeit besitzen, ist nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse zu entscheiden (BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;R&nbsp;35\/00, BFH\/NV 2002, 336; vom 16.&nbsp;November 2005 X&nbsp;R&nbsp;17\/03, BFH\/NV 2006, 532; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 III&nbsp;R&nbsp;53\/06, BFH\/NV 2007, 1661), und zwar nach den Verh&auml;ltnissen beim Ver&auml;u&szlig;erer und nicht beim Empf&auml;nger (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 18.&nbsp;Oktober 1999 GrS&nbsp;2\/98, BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123; BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1661). Bei dieser Gesamtw&uuml;rdigung sind die von der Rechtsprechung herausgearbeiteten Abgrenzungsmerkmale &#8211;z.B. r&auml;umliche Trennung vom Hauptbetrieb, eigener Wirkungskreis, gesonderte Buchf&uuml;hrung, eigenes Personal, eigene Verwaltung, eigenes Anlageverm&ouml;gen, ungleichartige betriebliche T&auml;tigkeit, eigener Kundenstamm und eine die Eigenst&auml;ndigkeit erm&ouml;glichende interne Organisation&#8211; zu beachten (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2002, 336, und in BFH\/NV 2006, 532). Diese Merkmale brauchen zwar nicht s&auml;mtlich vorzuliegen, der Teilbetrieb erfordert allerdings eine gewisse Selbst&auml;ndigkeit gegen&uuml;ber dem Hauptbetrieb (z.B. BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 336). Ob zivilrechtlich unter dem Aspekt des sachenrechtlichen Bestimmtheitsgrundsatzes ein zur Ver&auml;u&szlig;erung vorgesehener Teil des Gesamtbetriebs definiert werden kann, ist f&uuml;r den steuerrechtlichen Begriff des Teilbetriebs entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von den vorstehenden Grunds&auml;tzen hat das FG aufgrund seiner Feststellungen, die nicht mit Revisionsr&uuml;gen angegriffen worden sind und den Senat deshalb binden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), im Rahmen seiner Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Streitfalls zutreffend die Erkenntnis gewonnen, dass es sich bei dem ver&auml;u&szlig;erten Gesch&auml;ftsbereich &quot;Gastronomie&quot; nicht um einen mit der erforderlichen Selbst&auml;ndigkeit ausgestatteten Teilbetrieb gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat zun&auml;chst zutreffend ausgef&uuml;hrt, dass im Streitfall einzelne Umst&auml;nde durchaus f&uuml;r eine Selbst&auml;ndigkeit des Gesch&auml;ftsbereichs &quot;Gastronomie&quot; sprechen: So wurden nach den Feststellungen des FG die LKW f&uuml;r den Gesch&auml;ftsbereich &quot;Gastronomie&quot; verwendet und deren Fahrer diesem Bereich auch personell zugeordnet. Auch wurden die Dienstleistungen der betroffenen Unternehmensbereiche getrennt beworben und die Liefervertr&auml;ge getrennt ausgehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die vorgenannten Umst&auml;nde wiegen aber, wie das FG zutreffend annimmt, bereits deshalb nicht schwer, weil die angesprochene Trennung nicht durchg&auml;ngig erfolgte: Eine personelle Trennung war nach den Feststellungen des FG etwa f&uuml;r die Leergutsortierung sowie die Kommissionierung und Beladung der LKW nicht gegeben. Auch wurden die Unternehmensbereiche bis auf die genannten punktuellen Bereiche organisatorisch einheitlich gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinzu kommt im Rahmen der Gesamtabw&auml;gung, dass der Unternehmensbereich &quot;Gastronomie&quot; nicht r&auml;umlich vom Rest des Unternehmens getrennt und eine eigenst&auml;ndige Verwaltung der Unternehmensbereiche nicht klar erkennbar war. Insbesondere verf&uuml;gten beide Gesch&auml;ftsbereiche nicht &uuml;ber eine jeweils eigenst&auml;ndige Buchf&uuml;hrung, sondern lediglich bezogen auf den Bereich der Warenwirtschaft erfolgte eine Trennung in der Kostenstellenrechnung. Schon der Umstand, dass die von den Unternehmensbereichen erzielten Erl&ouml;se und aufgewendeten Kosten nicht getrennt und permanent erfasst wurden, sondern nach den Feststellungen des FG nur &quot;herleitbar&quot; waren, zeigt, dass es an der erforderlichen Selbst&auml;ndigkeit des Gesch&auml;ftsbereichs &quot;Gastronomie&quot; fehlte. Deshalb ist die W&uuml;rdigung des FG, dass bis zum Verkauf des Bereichs &quot;Gastronomie&quot; ein aus beiden Gesch&auml;ftsbereichen bestehendes Gesamtunternehmen bestanden habe, m&ouml;glich und revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Danach ist das FG im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der von der Kl&auml;gerin im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung des Gesch&auml;ftsbereichs &quot;Gastronomie&quot; unstreitig erzielte Gewinn in H&ouml;he von 1.801.940&nbsp;EUR als laufender Gewinn der Gewerbesteuer zu unterwerfen ist. Auf die Frage, ob das Grundst&uuml;ck X-Stra&szlig;e 10 eine wesentliche Betriebsgrundlage des (vermeintlichen) Teilbetriebs &quot;Gastronomie&quot; darstellte, kommt es sonach nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2015, IV R 17\/12 Kein Teilbetrieb bei vom Rest des Unternehmens nicht hinreichend selbst&auml;ndigem Gesch&auml;ftsbereich Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 28. Februar 2012&nbsp;&nbsp;1 K 2523\/09 G wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-17-12-kein-teilbetrieb-bei-vom-rest-des-unternehmens-nicht-hinreichend-selbstaendigem-geschaeftsbereich\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;17\/12 &#8211; Kein Teilbetrieb bei vom Rest des Unternehmens nicht hinreichend selbst&auml;ndigem Gesch&auml;ftsbereich<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65642","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65642\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}