{"id":65644,"date":"2015-12-30T17:17:00","date_gmt":"2015-12-30T15:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65644"},"modified":"2015-12-30T17:17:00","modified_gmt":"2015-12-30T15:17:00","slug":"x-b-43-15-wechsel-der-gewinnermittlungsart-unterbliebene-beruecksichtigung-eines-im-veranlagungsverfahren-nicht-erklaerten-und-auch-sonst-nicht-erkennbaren-uebergangsverlusts-voraussetzungen-der-beric","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-43-15-wechsel-der-gewinnermittlungsart-unterbliebene-beruecksichtigung-eines-im-veranlagungsverfahren-nicht-erklaerten-und-auch-sonst-nicht-erkennbaren-uebergangsverlusts-voraussetzungen-der-beric\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;43\/15 &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; unterbliebene Ber&uuml;cksichtigung eines im Veranlagungsverfahren nicht erkl&auml;rten und auch sonst nicht erkennbaren &Uuml;bergangsverlusts &#8211; Voraussetzungen der Berichtigung nach &sect; 129 S. 1 AO wegen Vorliegens einer &auml;hnlichen &quot;offenbaren&quot; Unrichtigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.10.2015, X B 43\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; unterbliebene Ber&uuml;cksichtigung eines im Veranlagungsverfahren nicht erkl&auml;rten und auch sonst nicht erkennbaren &Uuml;bergangsverlusts &#8211; Voraussetzungen der Berichtigung nach &sect; 129 S. 1 AO wegen Vorliegens einer &auml;hnlichen &quot;offenbaren&quot; Unrichtigkeit<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 8. Januar 2015&nbsp;&nbsp;2 K 1435\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte als Trockenbauer und Eisenflechter Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb (&sect;&nbsp;15 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Den Gewinn seines Einzelunternehmens ermittelte er bis einschlie&szlig;lich 2009 durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG). Ab dem Jahr 2010 (Streitjahr) ging er zur Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG) &uuml;ber. Hierzu reichte der Kl&auml;ger im August 2010 eine &quot;Er&ouml;ffnungsbilanz&quot; per 1.&nbsp;Januar 2010 bei dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Im M&auml;rz 2012 erkl&auml;rte er in der Einkommensteuererkl&auml;rung 2010 einen &#8211;mit dem Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2010 &uuml;bereinstimmenden&#8211; Verlust in H&ouml;he von insgesamt 33.689,75&nbsp;EUR. In der Gewerbesteuererkl&auml;rung 2010 gab er einen geringeren Verlust in H&ouml;he von 30.794&nbsp;EUR an. Au&szlig;erdem legte er erneut eine &quot;Er&ouml;ffnungsbilanz&quot; per 1.&nbsp;Januar 2010 vor, welche von der zuerst eingereichten Anfangs- bzw. &Uuml;bergangsbilanz in verschiedenen Punkten abwich. Ein im Zuge des Wechsels der Gewinnermittlungsart entstandener &Uuml;bergangsgewinn oder -verlust war weder in den Steuererkl&auml;rungen ausgewiesen noch gingen entsprechende Angaben aus den beigef&uuml;gten Unterlagen oder Bilanzen hervor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin setzte das FA die Einkommensteuer und den Gewerbesteuermessbetrag des Kl&auml;gers f&uuml;r das Jahr 2010 auf jeweils 0&nbsp;EUR fest. Zudem stellte es in denselben Bescheiden &#8211;erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;&#8211; einen verbleibenden Verlustvortrag zur Einkommensteuer (&sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 EStG) bzw. einen vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust (&sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;6 des Gewerbesteuergesetzes) auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 in H&ouml;he von jeweils 33.690&nbsp;EUR gesondert fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Eintritt der Bestandskraft beantragte der Kl&auml;ger erfolglos, die Verlustfeststellungsbescheide wegen &quot;offensichtlicher Unrichtigkeit&quot; zu berichtigen, da ein ihm entstandener &Uuml;bergangsverlust unber&uuml;cksichtigt geblieben sei. Im hiergegen angestrengten, ebenfalls erfolglos gebliebenen Einspruchsverfahren legte er &#8211;nach den insoweit nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen Feststellungen des Finanzgerichts (FG)&#8211; erstmals eine Gewinnermittlung vor, die einen &Uuml;bergangsverlust in H&ouml;he von 27.361,54&nbsp;EUR auswies (im Verlauf des FG-Verfahrens korrigiert auf 21.036,54&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren verfolgte er sein auf &sect;&nbsp;129 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tztes Berichtigungsbegehren weiter. Im Streitfall liege eine &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeit im Sinne dieser Vorschrift vor, da die Wahrscheinlichkeit, dass der &Uuml;bergangsgewinn genau 0&nbsp;EUR betrage &quot;&auml;u&szlig;ert gering&quot; sei und der Veranlagungsbeamte den Sachverhalt daher h&auml;tte &uuml;berpr&uuml;fen m&uuml;ssen. Zudem bestreite er, dass die Ermittlung des &Uuml;bergangsverlustes dem FA nicht von Anfang an vorgelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte das FG nicht; die Revision gegen sein klageabweisendes Urteil lie&szlig; es nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner dagegen gerichteten Nichtzulassungsbeschwerde macht der Kl&auml;ger eine Abweichung der Vorentscheidung von den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 2.&nbsp;August 1974 VI&nbsp;R&nbsp;137\/71 (BFHE 113, 169, BStBl II 1974, 727), vom 18.&nbsp;April 1986 VI&nbsp;R&nbsp;4\/83 (BFHE 146, 350, BStBl II 1986, 541), vom 27.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;R&nbsp;47\/08 (BFHE 226, 8, BStBl II 2009, 946) und vom 1.&nbsp;August 2012 IX&nbsp;R&nbsp;4\/12 (BFH\/NV 2013, 1) geltend (Divergenzr&uuml;ge) bzw. sieht das FG-Urteil als &quot;greifbar gesetzwidrig&quot; an (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zudem beanstandet er eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Ermittlung des &Uuml;bergangsverlustes f&uuml;hrt er im Beschwerdeverfahren erg&auml;nzend aus, dass sich dieser &quot;wie &uuml;blich rechnerisch aus der Er&ouml;ffnungsbilanz ergab, die konkrete Berechnung aber wohl nicht beigef&uuml;gt war&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat die von ihm geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde zum Teil nicht hinreichend i.S. von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt; im &Uuml;brigen sind sie nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die vom Kl&auml;ger ger&uuml;gten Rechtsprechungsdivergenzen liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Revisionszulassung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts (sog. Au&szlig;endivergenz) oder zumindest eines anderen Spruchk&ouml;rpers desselben FG (sog. Binnendivergenz, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;Februar 2015 X&nbsp;B&nbsp;117\/14, BFH\/NV 2015, 659, unter II.2.b&nbsp;aa&nbsp;(1), m.w.N.) abgewichen ist. Dies bedingt zum einen, dass in dem angefochtenen FG-Urteil dieselbe Rechtsfrage wie in der angeblichen Divergenzentscheidung entschieden wurde und die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind. Zum anderen muss die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren kl&auml;rbar und auch f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich gewesen sein. Au&szlig;erdem muss eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich sein (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich keiner der vom Kl&auml;ger genannten Entscheidungen erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist nicht von dem BFH-Urteil in BFHE 113, 169, BStBl II 1974, 727 abgewichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler oder &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit (innerhalb der Festsetzungsverj&auml;hrungsfrist) berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat das Vorliegen einer &auml;hnlichen offenbaren Unrichtigkeit (ein Schreib- oder Rechenfehler kam nicht in Betracht) aufgrund der von ihr getroffenen Sachverhaltsfeststellungen mit der Begr&uuml;ndung verneint, dass der vom Kl&auml;ger beanspruchte &Uuml;bergangsverlust nicht &quot;offenbar&quot; im Sinne des Gesetzes war, weil er vom Sachbearbeiter des FA nicht ohne eigene weitere Ermittlungen h&auml;tte erkannt werden k&ouml;nnen (FG-Urteil, Seite&nbsp;4, 2.&nbsp;Absatz). Zur Frage, ob die Nichtber&uuml;cksichtigung des &Uuml;bergangsverlustes im Streitfall einen einem Schreib- oder Rechenfehler &quot;&auml;hnlichen&quot;, da rein &quot;mechanischen&quot; Fehler darstellte oder ob diese auf einem die Anwendung des &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO ausschlie&szlig;enden Rechtsirrtum beruhte (s. dazu Senatsurteil in BFHE 226, 8, BStBl II 2009, 946, unter II.1., m.w.N.), hat sich das FG in der Folge nicht mehr ge&auml;u&szlig;ert. Dies musste es auch nicht tun. Demnach kommt eine Abweichung von dem BFH-Urteil in BFHE 113, 169, BStBl II 1974, 727 schon im Ausgangspunkt nicht in Betracht. Denn jene &#8211;noch zur inhaltsgleichen Vorschrift des &sect;&nbsp;92 Abs.&nbsp;2 der Reichsabgabenordnung ergangene&#8211; Entscheidung befasst sich mit der Frage, welche tats&auml;chlichen Anforderungen an die M&ouml;glichkeit eines Rechtsirrtums zu stellen sind, und konturiert daher nur das Tatbestandsmerkmal der &quot;&Auml;hnlichkeit&quot; des vermeintlichen Fehlers, nicht aber dasjenige seiner &quot;Offenbarkeit&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem steht die vom Kl&auml;ger aufgegriffene Urteilspassage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Zwar kann dem Kl&auml;ger insoweit gefolgt werden, als dass ein &Uuml;bergangsgewinn in H&ouml;he von EUR&nbsp;0 nicht wahrscheinlich ist. Er ist aber auch nicht unm&ouml;glich.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>nicht entgegen. Damit hat das FG offenkundig nur den entsprechenden kl&auml;gerischen Vortrag als Teil des Sach- und Streitstands aufgegriffen (vgl. &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO), ohne damit zugleich die Feststellung zu verbinden, dass der Sachbearbeiter des FA tats&auml;chlich rechtsirrig einen &Uuml;bergangsgewinn in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR in Ansatz gebracht hat. Die f&uuml;r den Senat in entsprechender Anwendung von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO auch im Verfahren &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde bindenden (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Oktober 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;41\/07, BFH\/NV 2008, 189, unter 2.b) Urteilsfeststellungen belegen vielmehr nur, dass die Ber&uuml;cksichtigung des vom Kl&auml;ger geltend gemachten &Uuml;bergangsverlustes unterblieben ist, weil ein solcher in den dem Sachbearbeiter des FA bei Durchf&uuml;hrung der Veranlagungsarbeiten vorliegenden Steuererkl&auml;rungen nicht ausgewiesen war bzw. aus den beigef&uuml;gten Unterlagen (insbesondere den beiden &quot;Er&ouml;ffnungsbilanzen&quot;) nicht hervorging und, wie der Kl&auml;ger inzwischen zugesteht, eine Verlustermittlung erst im Rechtsbehelfsverfahren betreffend die Ablehnung der Bescheidsberichtigungen nach &sect;&nbsp;129 AO nachgereicht wurde. Ob darin eine &quot;&auml;hnliche&quot; Unrichtigkeit i.S. von &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO zu sehen w&auml;re, braucht der Senat hier nicht zu entscheiden, weil das FG darauf nicht abgestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es ist auch keine Abweichung von dem BFH-Urteil in BFHE 146, 350, BStBl II 1986, 541 zu erkennen. Denn in diesem Fall lag der Finanzbeh&ouml;rde bereits <span style=\"text-decoration:underline\">vor<\/span> Erlass des urspr&uuml;nglichen Einkommensteuerbescheids eine Kontrollmitteilung vor, aus der sich der dort verfahrensgegenst&auml;ndliche Fehler ausdr&uuml;cklich ergab (vgl. BFH, a.a.O., unter&nbsp;a). F&uuml;r den Streitfall hat das FG jedoch festgestellt, dass der &Uuml;bergangsverlust f&uuml;r den Sachbearbeiter des FA nicht ohne eigene weitere Sachaufkl&auml;rung erkennbar war. Diese beiden Situationen k&ouml;nnen nicht miteinander gleichgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus demselben Grund steht das angegriffene Urteil nicht in Widerspruch zum Senatsurteil in BFHE 226, 8, BStBl II 2009, 946. Anders als hier war der nicht ber&uuml;cksichtigte &Uuml;bergangsgewinn in jener Konstellation zwar ebenfalls nicht in der Einkommensteuererkl&auml;rung, aber doch zumindest in der Anfangsbilanz ausgewiesen worden (s.&nbsp;Senat, a.a.O., unter&nbsp;I. und II.2.a). Vorliegend war eine derartige Angabe nicht in den Steuererkl&auml;rungen enthalten <span style=\"text-decoration:underline\">und<\/span> sie ging auch nicht aus den beigef&uuml;gten Unterlagen bzw. den &#8211;zumal noch voneinander abweichenden&#8211; &quot;Er&ouml;ffnungsbilanzen&quot; hervor. Durch die schlichte Behauptung des Gegenteils konnte der Kl&auml;ger weder seiner diesbez&uuml;glichen Beweislast in der Tatsacheninstanz vor dem FG gerecht werden (s. dazu von Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;129 Rz&nbsp;51, m.w.N.) noch vermag er damit gegen&uuml;ber dem Beschwerdegericht eine die Revisionszulassung gestattende Rechtsprechungsdivergenz zu belegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entsprechendes gilt f&uuml;r die vom Kl&auml;ger zuletzt beanstandete Abweichung von dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 1. Auch insofern legt er seinem Beschwerdevortrag zugrunde, dass eine &quot;Ableitung des &Uuml;bergangsgewinnes aus der vorliegenden Er&ouml;ffnungsbilanz&quot; m&ouml;glich gewesen sei. Dies widerspricht jedoch den tatrichterlichen Feststellungen, an die der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO analog gebunden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im &Uuml;brigen ist kein &#8211;vom Kl&auml;ger ohnedies nur formelhaft ger&uuml;gter&#8211; qualifizierter Rechtsanwendungsfehler des FG ersichtlich, der die Zulassung der Revision nach der Rechtsprechung des BFH ausnahmsweise auch bei &quot;greifbarer Gesetzwidrigkeit&quot; des angefochtenen FG-Urteils erm&ouml;glichen w&uuml;rde (s. dazu Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;43, m.w.N.). Es entspricht st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Finanzrechtsprechung, dass eine aus rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden erforderliche, vom Sachbearbeiter des FA &#8211;ggf. unter Verletzung seiner Amtsermittlungspflicht (&sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO)&#8211; unterlassene Sachverhaltsaufkl&auml;rung nicht unter &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO zu fassen ist (vgl. erneut Senatsurteil in BFHE 226, 8, BStBl II 2009, 946, unter II.1., m.w.N.). Dass der &Uuml;bergangsverlust im Streitfall nicht aus den bei der Veranlagung vorliegenden Unterlagen oder Bilanzen hervorging, sondern erst durch weitere, hier augenscheinlich verabs&auml;umte Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen (z.B. Anforderung erg&auml;nzender Erkl&auml;rungen zur H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns) h&auml;tte gesondert ermittelt werden m&uuml;ssen, entspricht den Feststellungen der Vorinstanz, &uuml;ber die das Beschwerdevorbringen nicht hinwegkommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vom Kl&auml;ger erhobene Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge geht ins Leere. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, hat das FG nicht festgestellt, &quot;dass der Sachbearbeiter eine(n) Aufgabegewinn von EUR&nbsp;0 f&uuml;r richtig erachtet (hat), weil er dies f&uuml;r theoretisch m&ouml;glich hielt&quot;, sondern ist mit der damit in Bezug genommenen Urteilspassage lediglich &#8211;nicht tragend&#8211; auf das kl&auml;gerische Vorbringen eingegangen. Da das FG die Klageabweisung bereits auf die (objektiv zu bestimmende, vgl. Klein\/Ratschow, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;129 Rz&nbsp;13) mangelnde Erkennbarkeit des &Uuml;bergangsverlustes gest&uuml;tzt hat, er&uuml;brigte sich die vom Kl&auml;ger vermisste weitere Sachaufkl&auml;rung durch Einvernahme des Sachbearbeiters des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung hat der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.10.2015, X B 43\/15 Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; unterbliebene Ber&uuml;cksichtigung eines im Veranlagungsverfahren nicht erkl&auml;rten und auch sonst nicht erkennbaren &Uuml;bergangsverlusts &#8211; Voraussetzungen der Berichtigung nach &sect; 129 S. 1 AO wegen Vorliegens einer &auml;hnlichen &quot;offenbaren&quot; Unrichtigkeit Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-43-15-wechsel-der-gewinnermittlungsart-unterbliebene-beruecksichtigung-eines-im-veranlagungsverfahren-nicht-erklaerten-und-auch-sonst-nicht-erkennbaren-uebergangsverlusts-voraussetzungen-der-beric\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;43\/15 &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; unterbliebene Ber&uuml;cksichtigung eines im Veranlagungsverfahren nicht erkl&auml;rten und auch sonst nicht erkennbaren &Uuml;bergangsverlusts &#8211; Voraussetzungen der Berichtigung nach &sect; 129 S. 1 AO wegen Vorliegens einer &auml;hnlichen &quot;offenbaren&quot; Unrichtigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65644\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}