{"id":65645,"date":"2015-12-30T17:17:15","date_gmt":"2015-12-30T15:17:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65645"},"modified":"2015-12-30T17:17:15","modified_gmt":"2015-12-30T15:17:15","slug":"ix-r-20-14-verfall-von-knock-out-produkten-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-20-14-verfall-von-knock-out-produkten-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;20\/14 &#8211; Verfall von Knock-out-Produkten &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2015, IX R 20\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfall von Knock-out-Produkten &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verf&auml;llt eine Option automatisch mit dem &Uuml;berschreiten einer bestimmten Kursschwelle durch den zugrunde liegenden Basiswert, ist der Tatbestand des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG nicht erf&uuml;llt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 20. Mai 2014&nbsp;&nbsp;12 K 421\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) begehrt die Ber&uuml;cksichtigung von Verlusten aus Optionsgesch&auml;ften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger t&auml;tigte im Streitjahr 2006 u.a. Optionsgesch&auml;fte mit sog. Knock-out-Produkten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass bei Eintritt einer Bedingung die Option auch ohne Entscheidung des K&auml;ufers verf&auml;llt. Die streitbefangenen Produkte verfielen vorzeitig und wurden wertlos, weil der Kurs des Basiswerts eine bestimmte Knock-out-Schwelle ber&uuml;hrt oder unterschritten hatte. Es erfolgte kein R&uuml;ckkauf durch den Verk&auml;ufer und kein Ausgleich durch Aktien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insgesamt erwirtschaftete der Kl&auml;ger im Streitjahr Gewinne aus Gesch&auml;ften mit Wertpapieren und Knock-out-Produkten von 231.988&nbsp;EUR, die er als Spekulationsgewinne aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften (&sect;&nbsp;23 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr 2006 geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;) in seiner Steuererkl&auml;rung angab und die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Besteuerung unterwarf. Er erwarb zudem Optionsscheine als Knock-out-Produkte f&uuml;r insgesamt 956.429&nbsp;EUR. Dabei handelte es sich um Optionsscheine, die an Indices bzw. einen bestimmten Kurs der Aktie&nbsp;X gekoppelt waren. Sie f&uuml;hrten wegen Verfalls bei Erreichen der Knock-out-Schwelle nicht zu einem Differenzausgleich. Der Kl&auml;-ger begehrte die steuermindernde Ber&uuml;cksichtigung der Anschaffungskosten als fehlgeschlagene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften (&sect;&nbsp;23 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006 vertrat das FA die Auffassung, die Verluste aus verfallenen Optionsscheinen k&ouml;nnten wegen des fehlenden Tatbestandsmerkmals der Ver&auml;u&szlig;erung nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Unter demselben Datum wurde die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 2037 ver&ouml;ffentlichten Urteil, das FA habe zu Recht die Anschaffungskosten f&uuml;r die streitigen Knock-out-Produkte nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG steuermindernd anerkannt. Insofern sei auch zu Recht ein verbleibender Verlustvortrag nicht festgestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers, mit der dieser die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gt. Der Wortlaut des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG sei auch bei einem Verfall einer Option erf&uuml;llt. Denn mit Vorteil werde ein Werturteil im Vergleich zweier Zust&auml;nde im Hinblick auf ein k&uuml;nftiges Begehren oder Sein benannt. Erlangt sei etwas mit seiner tats&auml;chlichen Realisierung, mit einer gesicherten Position. Erwerb sei ein Zugang, ein Entstehen, ein Willensmoment sei nicht unbedingt notwendig, werde aber regelm&auml;&szlig;ig verlangt. Beendigung bezeichne einen Abgang, einen Schluss. Ein Willensmoment sei nicht unbedingt erforderlich und werde vom Gesetz nicht verlangt. Es gen&uuml;ge also, wenn der Steuerpflichtige einen Vorteil als Chance erlange. Nur die Chance m&uuml;sse definitiv sein. Ob sich diese Chance dann tats&auml;chlich realisiere, sei f&uuml;r die Verwirklichung des Steuertatbestandes unerheblich. M&uuml;sse der Vorteil, die Chance, innerhalb der ma&szlig;geblichen Frist erworben und wieder beendet werden, so sei dies der Fall, wenn ein Knock-out-Ereignis dazu f&uuml;hre, dass der Vorteil nicht mehr wahrgenommen werden k&ouml;nne, sondern verfalle. Ein Willenselement werde vom Gesetzeswortlaut f&uuml;r die Beendigung nicht gefordert. Doch selbst wenn man f&uuml;r die Beendigung ein Willenselement verlange, so liege dies bereits mit dem Einverst&auml;ndnis zu den Vertragsbedingungen, die dem Knock-out-Optionsrecht zugrunde liegen, als vorverlagertes Willenselement vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesetzeshistorisch (vgl. Gesetzentwurf vom 9.&nbsp;November 1998, BTDrucks 14\/23, S.&nbsp;12, 180; Dritte Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, BTDrucks&nbsp;14\/442, S.&nbsp;16; Dritter Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks&nbsp;14\/443, S.&nbsp;28) sei eine generelle Einbeziehung von Termingesch&auml;ften in die Besteuerung intendiert. Dass dabei wirtschaftlich mit diesen Gesch&auml;ften in Verbindung stehende Aufwendungen nicht oder unter bestimmten Bedingungen nicht ber&uuml;cksichtigt werden sollten, lasse sich den Gesetzgebungsmaterialien nicht entnehmen. Er&ouml;rtert werde lediglich, welche Gesch&auml;fte vom neuen Steuertatbestand umfasst werden sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesetzessystematisch w&uuml;rden im gesamten Einkommensteuerrecht unter Eink&uuml;nften sowohl positive als auch negative verstanden. Dass dies auch im Bereich der Termingesch&auml;fte so sei, ergebe sich explizit aus &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG, wenn dort neben einem Gewinn auch von einem Verlust gesprochen werde. Ein Verlust ergebe sich bei Differenzgesch&auml;ften jedoch typischerweise nur dann, wenn es gerade nicht zu einem Differenzausgleich komme, wenn also ein Verfall des Differenzgesch&auml;fts zu verzeichnen sei. Schlie&szlig;e man gerade in dem Fall, dass kein Differenzausgleich im Sinne eines Einnahmezuflusses stattfinde, die Steuerbarkeit aus, so werde die Steuerbarkeit de facto typischerweise auf reine Gewinngesch&auml;fte reduziert. Damit w&uuml;rde sich ein eklatanter Unterschied zu den &uuml;brigen Eink&uuml;nften im Einkommensteuerrecht ergeben. Denn in allen &uuml;brigen F&auml;llen der Eink&uuml;nfteermittlung werde die Steuerbarkeit unabh&auml;ngig vom Ergebnis der konkreten T&auml;tigkeit bestimmt. Es finde weder offen noch verdeckt eine Reduzierung auf positive Eink&uuml;nfte statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das Realisationsprinzip auch im Rahmen von &sect;&nbsp;23 EStG und auch f&uuml;r Optionen gelte und eine Option auch durch Verfall realisiert werde, m&uuml;sse auch der Verfall von Optionen steuerbar sein. Daf&uuml;r finde sich im Wortlaut in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG im Wort &quot;Beendigung&quot; ein Ansatzpunkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber habe sich mit dem Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402) entschlossen, einen bestimmten Lebensbereich als Teil der steuerlichen Leistungsf&auml;higkeit in die Einkommensbesteuerung einzubeziehen, n&auml;mlich den der Termingesch&auml;fte einschlie&szlig;lich von Optionen. Dieser Bereich sei dadurch gepr&auml;gt, dass zun&auml;chst &uuml;berhaupt eine Option erworben werden m&uuml;sse, um &uuml;berhaupt Einnahmen erzielen zu k&ouml;nnen. Werde die Option (bei ung&uuml;nstigem Kursverlauf) nicht ausge&uuml;bt, so komme es zu keinen Einnahmen. Die Ausgaben blieben aber bestehen, so dass sich wirtschaftlich ein Verlust ergebe. Aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden m&uuml;sse der Verlust steuerbar sein. Andernfalls w&auml;re ein Steuerpflichtiger, der neben Gewinnen auch Verluste aus Optionsgesch&auml;ften erziele, im Vergleich zu einem Steuerpflichtigen, der nur Gewinne erziele, benachteiligt. Zu diesem Versto&szlig; gegen die horizontale Steuergerechtigkeit und das Gebot der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit komme ein Versto&szlig; gegen das Gebot der Folgerichtigkeit. Denn die Belastungsentscheidung f&uuml;r die Besteuerung betreffe einen bestimmten Lebensbereich, nicht hingegen den Gewinn als solchen. Darauf laufe es aber de facto hinaus, wenn nur Gewinngesch&auml;fte besteuert w&uuml;rden, ein Verfallenlassen und ein damit einhergehender Verlust jedoch stets ausgeblendet w&uuml;rde. Dies sehe auch der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner neueren Rechtsprechung so (Urteil vom 26.&nbsp;September 2012 IX&nbsp;R&nbsp;50\/09, BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231), wenn er das blo&szlig;e Verfallenlassen gen&uuml;gen lasse, um die Steuerbarkeit und daher das Ergebnis (hier: Verlust) steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unerheblich sei, dass im Streitfall ein definitiver Verfall zugrunde gelegen habe, der unabh&auml;ngig von jeglicher Willensaus&uuml;bung im Moment des Verfalls eingetreten sei. Zum einen k&ouml;nne die Willensaus&uuml;bung bereits als vorgelagerte bejaht werden. Denn beim willentlichen Abschluss des Gesch&auml;fts seien genau diejenigen Bedingungen vereinbart worden, die auch das Ereignis umfassten, das den Verfall ausl&ouml;ste (Knock-out-Ereignis). Zum anderen sei ein Abstellen auf ein Willenselement jedoch nicht tragf&auml;hig, da es rein theoretischer Natur sei. Es sei nicht ein einziger Fall denkbar, in dem ein Optionsrecht ausge&uuml;bt wurde, nur um wirtschaftlich zu einem Verlust zu f&uuml;hren. Wenn aber in allen F&auml;llen nur eine rein theoretische M&ouml;glichkeit verbleibe, das Optionsrecht trotz Verlustes auszu&uuml;ben, so bleibe nichts an Substanz, um die Willensbest&auml;tigung noch zum Ma&szlig;e der steuerlichen Beurteilung werden zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben, sowie den Einkommensteuerbescheid 2006 und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Steuer sowie der verbleibende Verlustvortrag unter Ber&uuml;cksichtigung eines Werbungskosten&uuml;berschusses aus verfallenen Optionsgesch&auml;ften (Knock-out-Produkte) in H&ouml;he von 956.429&nbsp;EUR festgesetzt bzw. festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die strittigen Knock-out-Produkte seien vom Wortlaut des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG nicht erfasst, soweit ein vorzeitiger Verfall durch Eintritt des Knock-out-Ereignisses gegeben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger vermittele zu Unrecht den Eindruck, dass die Entscheidung des FG zur Folge h&auml;tte, dass eine Ber&uuml;cksichtigung von Verlusten im Rahmen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG nicht mehr m&ouml;glich w&auml;re und im Widerspruch zur allgemeinen steuerlichen Systematik nur Gewinngesch&auml;fte steuerbar w&auml;ren. Tats&auml;chlich habe das FG herausgestellt, dass auch Verluste im Rahmen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG anzuerkennen seien, wenn der Steuerpflichtige tats&auml;chlich die M&ouml;glichkeit bzw. ein Recht zu einem negativen Differenzausgleich erlangt und eine Wahl im Sinne eines f&uuml;r ihn sinnvollen wirtschaftlichen Verhaltens getroffen habe, ob er sein Recht aus&uuml;be.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiter verkenne der Kl&auml;ger, dass in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG die Beendigung des Rechts als Realisierungsmoment mit dem Tatbestandsmerkmal der Erlangung des Differenzausgleichs verkn&uuml;pft sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG die Anschaffungskosten f&uuml;r Knock-out-Produkte nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG ber&uuml;cksichtigt und so den streitbefangenen Verlust des Kl&auml;gers aus den verfallenen Optionen nicht anerkannt und einen entsprechenden verbleibenden Verlustvortrag nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG sind private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte i.S. von &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG auch Termingesch&auml;fte, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt, sofern der Zeitraum zwischen Erwerb und Beendigung des Rechts auf einen Differenzausgleich, Geldbetrag oder Vorteil nicht mehr als ein Jahr betr&auml;gt. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;1 und 5 EStG sind bei der Ermittlung des Gewinns oder des Verlustes aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften Werbungskosten abzuziehen. Das setzt voraus, dass ein Ergebnis einer nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 EStG steuerbaren T&auml;tigkeit zu ermitteln ist. Die Abziehbarkeit von Werbungskosten kommt nur in Betracht, wenn es zu einer Aus&uuml;bung der Option (bei der Aus&uuml;bung der Option sind die Anschaffungskosten des Optionsrechts abziehbar) oder zu einer Ver&auml;u&szlig;erung (in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG) oder zu einem anderen steuerrechtlich bedeutsamen Beendigungstatbestand (in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG) kommt (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Termingesch&auml;ften i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG z&auml;hlt auch das Optionsgesch&auml;ft (als bedingtes Termingesch&auml;ft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Recht wird beendigt, wenn es zu einem Differenzausgleich f&uuml;hrt. Den Tatbestand des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG erf&uuml;llt nur, wer durch die Beendigung des erworbenen Rechts tats&auml;chlich einen Differenzausgleich erlangt; die Vorschrift erfasst grunds&auml;tzlich nur Vorteile, die auf dem Basisgesch&auml;ft beruhen. Dies kann geschehen, indem das Basisgesch&auml;ft durchgef&uuml;hrt wird und der aus dem Termingesch&auml;ft Verpflichtete die entsprechenden Basiswerte liefert. Kommt es aber &#8211;wie bei Derivatgesch&auml;ften &uuml;blicherweise&#8211; nicht zu einem Basisgesch&auml;ft, wird das Termingesch&auml;ft (z.B.) durch einen Barausgleich beendet. Dieser Barausgleich ist der Differenzausgleich i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG. Das Gesetz erfasst indes &#8211;mit dem Barausgleich&#8211; nicht nur eine positive Differenz, sondern folgerichtig auch eine negative Differenz als Verlust. Vorteil ist danach auch der Nachteil, soweit er auf dem Basisgesch&auml;ft beruht (BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231, Rz&nbsp;16, m.w.N.). So verh&auml;lt es sich, wenn eine Option wertlos wird, weil der Wert eines Bezugsobjekts oder einer sonstigen Referenzgr&ouml;&szlig;e zum F&auml;lligkeitszeitpunkt vom festgelegten Betrag (dem Basiswert) negativ abweicht. Dieser Nachteil (negativer Differenzausgleich) beruht ebenso wie der entsprechende Vorteil (positiver Differenzausgleich) allein auf den Wertverh&auml;ltnissen des Basisgesch&auml;fts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG steuerbar ist zun&auml;chst der (positive) Differenzausgleich oder der durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmte Geldbetrag oder Vorteil als Gewinn. Steuerbar ist folgerichtig aber auch eine negative Differenz oder ein Nachteil, so wie das Gesetz mit &quot;Einnahmen&quot; auch negative Einnahmen oder mit &quot;Gewinn&quot; den Verlust umfasst und, wovon auch &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG ausgeht, wenn er den Verlust aus einem Termingesch&auml;ft im Kontext mit einem Differenzausgleich ausdr&uuml;cklich hervorhebt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei wird das Recht auf einen Differenzausgleich, Geldbetrag oder Vorteil auch dann i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG beendet, wenn ein durch das Basisgesch&auml;ft indizierter negativer Differenzausgleich durch Nichtaus&uuml;ben der Forderung aus dem Termingesch&auml;ft vermieden wird (BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231, Rz&nbsp;18&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die Aufwendungen f&uuml;r die wertlos gewordenen Optionen, um die es im Streitfall geht, nicht als Werbungskosten bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Termingesch&auml;ften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG). Der Verlust, um den es hier geht, ist nicht nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat kann uner&ouml;rtert lassen, ob er Knock-out-Zertifikate, wie sie im Streitfall als Vollrisikozertifikate vorliegen, unter &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG subsumiert (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;B&nbsp;154\/10, BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Tatbestand des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG ist im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Denn die dem Kl&auml;ger einger&auml;umte Option verfiel mit dem &Uuml;berschreiten einer bestimmten Kursschwelle durch den zugrunde liegenden Basiswert, ohne dass der Kl&auml;ger hierzu einen Entscheidungsspielraum hatte. Es fehlt an einem Beendigungstatbestand i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 EStG handelt es sich um einen sog. gestreckten Steuertatbestand, dessen Verwirklichen mit der Anschaffung des Wirtschaftsguts beginnt (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Dezember 2003 IX&nbsp;R&nbsp;46\/02, BFHE 204, 228, BStBl II 2004, 284, unter B.III.1.b, m.w.N.), so dass Aufwendungen, die w&auml;hrend des ma&szlig;gebenden Zeitraums angefallen sind, grunds&auml;tzlich Werbungskosten sein k&ouml;nnen (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Juni 2004 X&nbsp;R&nbsp;22\/00, BFHE 206, 406, BStBl II 2005, 91). Daraus folgt aber nicht, dass die streitbefangenen Anschaffungskosten als Werbungskosten abziehbar w&auml;ren, wenn es nicht zu einem &#8211;die Steuerbarkeit konstituierenden&#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft kommt, der Steuertatbestand mithin nicht (vollst&auml;ndig) verwirklicht wird. Der wirtschaftliche Zusammenhang wird nicht durch die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hergestellt (vgl. zu deren Bedeutung bei vorab entstandenen Werbungskosten BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Januar 2005 IX&nbsp;R&nbsp;15\/03, BFHE 209, 77, BStBl II 2005, 477). Das alle Einkunftsarten kennzeichnende Merkmal der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht wird f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften &#8211;bezogen auf das jeweilige einzelne Termingesch&auml;ft&#8211; durch die verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurzen ma&szlig;gebenden Zeitr&auml;ume in typisierender Weise objektiviert (vgl. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Juni 2004 IX&nbsp;R&nbsp;35\/01, BFHE 206, 273, BStBl II 2005, 26, unter II.2.c&nbsp;bb&nbsp;(1), und vom 17.&nbsp;April 2007 IX&nbsp;R&nbsp;23\/06, BFHE 217, 562, BStBl II 2007, 606, unter II.3.; vgl. auch Wernsmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;190&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Macht also der Anleger von seinem Recht auf Differenzausgleich innerhalb der Frist Gebrauch, ist das Ergebnis steuerbar; subjektive Merkmale sind nicht zu pr&uuml;fen. Andernfalls f&auml;llt die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen insgesamt in die nicht steuerbare Verm&ouml;genssph&auml;re. Mithin sind der Erwerb eines Zertifikats und die damit verbundenen Aufwendungen steuerrechtlich ohne Bedeutung, wenn der Erwerber sein Recht nicht innerhalb eines Jahres aus&uuml;bt oder ver&auml;u&szlig;ert, es vielmehr verf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Recht auf einen Differenzausgleich, Geldbetrag oder Vorteil wird zwar auch dann i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG beendet, wenn ein durch das Basisgesch&auml;ft indizierter negativer Differenzausgleich durch Nichtaus&uuml;ben der (wertlosen) Forderung aus dem Termingesch&auml;ft vermieden wird (BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231, Rz&nbsp;26&nbsp;f. in Erg&auml;nzung zu den BFH-Urteilen vom 17.&nbsp;April 2007 IX&nbsp;R&nbsp;40\/06, BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608, und vom 13.&nbsp;Februar 2008 IX&nbsp;R&nbsp;68\/07, BFHE 220, 436, BStBl II 2008, 522). Grund hierf&uuml;r ist, dass dem Steuerpflichtigen kein wirtschaftlich sinnloses Verhalten in Gestalt der zu einer negativen Differenz f&uuml;hrenden Aus&uuml;bung seiner Option abverlangt wird, um die Optionspr&auml;mie als Werbungskosten geltend machen zu k&ouml;nnen. Wird die Option nicht ausge&uuml;bt und &#8211;weil wertlos&#8211; ausgebucht, bleibt das Termingesch&auml;ft zwar ohne Differenzausgleich im Basisgesch&auml;ft. Da aber auch eine negative Differenz steuerbar w&auml;re, muss es das Weniger &#8211;das Nichtaus&uuml;ben der wirtschaftlich wertlosen Option&#8211; im Hinblick auf Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) ebenso sein mit der Folge der Abziehbarkeit der Optionspr&auml;mien als Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG (BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Besonderheit der streitbefangenen Optionen besteht aber darin, dass der Verfall der Option bereits ex ante bei Vertragsschluss an einen bestimmten Kurswert gekoppelt ist, bei dem die Option zugleich wertlos wird. Mit Erreichen der Knock-out-Schwelle tritt ein vorzeitiger Verlust des Rechts ein, einen positiven oder negativen Differenzausgleich zu erlangen; die M&ouml;glichkeit der Verwirklichung des Tatbestands von &sect;&nbsp;23 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG entf&auml;llt. Der Kl&auml;ger hatte nicht mehr die Wahl des Verfallenlassens der Option zur Vermeidung eines noch gr&ouml;&szlig;eren Schadens (so der Sachverhalt im BFH-Urteil in BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231). Die willentliche Entscheidung zur Nichtaus&uuml;bung einer wertlosen Option als einzig wirtschaftlich sinnvolle war mit Erreichen der Knock-out-Schwelle nicht mehr m&ouml;glich. Diese Entscheidung wurde auch nicht quasi vorverlagert bei Zeichnung des Papiers ausge&uuml;bt. Vorweg vereinbart war lediglich die Eigenschaft der Option, bei Eintritt des Knock-out-Ereignisses zu verfallen. Unerheblich ist, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r den Fall des Nicht&uuml;berschreitens der Knock-out-Schwelle die Option aus&uuml;ben wollte. Denn ein derartiger rein subjektiver Tatbestand ist nicht steuerbar. Der sachliche Grund daf&uuml;r, den Verfall bei Eintritt des Knock-out-Ereignisses anders zu behandeln als die Entscheidung f&uuml;r das Verfallenlassen einer Option, deren Aus&uuml;bung zu einem negativen Differenzausgleich f&uuml;hrte, besteht mithin darin, dass in erstgenanntem Fall eine Optionsaus&uuml;bung und damit eine Beendigung des Rechts i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG nicht (mehr) m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Besteuerung von Knock-out-Produkten widerspricht nicht dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Vielmehr ist sie die folgerichtige Auspr&auml;gung der Systematik des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Damit h&auml;lt der Senat an seiner Rechtsprechung fest, wie dies auch in seinem Beschluss in BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454 zum Ausdruck kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Senat entwickelten Ma&szlig;st&auml;be gelten f&uuml;r die Auslegung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG, nicht aber f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912; vgl. dazu aus dem Schrifttum, z.B. Jachmann, Ermittlung von Verm&ouml;gensausk&uuml;nften &#8211; Abgeltungssteuer, in Hey (Hrsg.), Eink&uuml;nfteermittlung, Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft&nbsp;34 (2011), S.&nbsp;251&nbsp;ff., 269&nbsp;ff., m.w.N.; von&nbsp;Beckerath in Kirchhof, EStG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;129&nbsp;ff.; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 30.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;131; s. dazu auch Haisch\/Helios, Rechtshandbuch Finanzinstrumente, 2011, S.&nbsp;311&nbsp;ff.; Strohm, Abgeltungssteuer, 2010, S.&nbsp;61&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2015, IX R 20\/14 Verfall von Knock-out-Produkten &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG Leits&auml;tze Verf&auml;llt eine Option automatisch mit dem &Uuml;berschreiten einer bestimmten Kursschwelle durch den zugrunde liegenden Basiswert, ist der Tatbestand des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-20-14-verfall-von-knock-out-produkten-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;20\/14 &#8211; Verfall von Knock-out-Produkten &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65645\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}