{"id":65657,"date":"2015-12-30T17:17:13","date_gmt":"2015-12-30T15:17:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65657"},"modified":"2015-12-30T17:17:13","modified_gmt":"2015-12-30T15:17:13","slug":"vi-r-36-13-steuerliche-behandlung-von-krankheitskosten-feststellung-des-zusammenhangs-zwischen-erkrankung-und-beruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-36-13-steuerliche-behandlung-von-krankheitskosten-feststellung-des-zusammenhangs-zwischen-erkrankung-und-beruf\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;36\/13 &#8211; Steuerliche Behandlung von Krankheitskosten &#8211; Feststellung des Zusammenhangs zwischen Erkrankung und Beruf"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.11.2015, VI R 36\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Behandlung von Krankheitskosten &#8211; Feststellung des Zusammenhangs zwischen Erkrankung und Beruf<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26. April 2013&nbsp;&nbsp;8 K 3159\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Abziehbarkeit von Aufwendungen f&uuml;r den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik als Werbungskosten oder au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r das Streitjahr (2007) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte er Aufwendungen in H&ouml;he von 8.403,21&nbsp;EUR f&uuml;r eine mehrw&ouml;chige station&auml;re Behandlung in der psychosomatischen Abteilung der A Klinik in B geltend. Es waren Aufwendungen in H&ouml;he von 10.018,65&nbsp;EUR entstanden. Die Krankenkasse erstattete lediglich 1.615,44 EUR mit der Begr&uuml;ndung, dass ein station&auml;rer Aufenthalt nicht erforderlich gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der beruflichen Veranlassung der Aufwendungen f&uuml;hrte der Kl&auml;ger aus, er sei aufgrund der Fusion seines Arbeitgebers nicht wie erwartet zum Prokuristen ernannt, sondern bei der Bef&ouml;rderung &uuml;bergangen worden. Man habe ihm mit einer Vertragsanpassung gedroht, die aus seiner Sicht einer Degradierung gleichgekommen w&auml;re. Daraufhin sei es zu akuten gesundheitlichen Beschwerden gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen im Einkommensteuerbescheid 2007 weder als Werbungskosten noch als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Auch der Einspruch hatte hinsichtlich dieses Punktes keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1387 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG M&uuml;nchen vom 26.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;3159\/10 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2007 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;September 2010 dahingehend abzu&auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 8.403,21&nbsp;EUR abgezogen werden; hilfsweise wird die Ber&uuml;cksichtigung dieses Betrags als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten, n&auml;mlich Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG liegen bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 EStG) vor, wenn sie durch den Beruf veranlasst sind. Sie sind beruflich veranlasst, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur F&ouml;rderung des Berufs get&auml;tigt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2014, 500).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Davon abzugrenzen sind die Kosten der allgemeinen Lebensf&uuml;hrung eines Arbeitnehmers. Die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung, wie Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung usw., stehen zwar auch insofern in Beziehung zum Beruf, als der Steuerpflichtige ohne solche Aufwendungen seinen Beruf nicht aus&uuml;ben kann. Das Gesetz will aber die typischen Kosten der Lebenshaltung, wie auch &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG zu entnehmen ist, nicht wie Betriebsausgaben (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG) oder Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 EStG) bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte abgesetzt wissen, sondern betrachtet sie als Ausgaben zur Verwendung des erzielten Einkommens, die allenfalls als Sonderausgaben nach &sect;&nbsp;10 EStG oder als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG die H&ouml;he der Einkommensteuer beeinflussen (Senatsurteile vom 9.&nbsp;Februar 1962 VI&nbsp;10\/61&nbsp;U, BFHE 74, 632, BStBl III 1962, 235, und vom 17.&nbsp;Juli 1992 VI&nbsp;R&nbsp;96\/88, BFH\/NV 1993, 19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob Aufwendungen der beruflichen Sph&auml;re oder der Lebensf&uuml;hrung i.S. von &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG zuzurechnen sind, entscheidet sich unter W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls, ohne dass dabei allerdings schon ein abstrakter Kausalzusammenhang im Sinne einer conditio sine qua non die einkommensteuerrechtliche Zuordnung der Aufwendungen zur Erwerbssph&auml;re rechtfertigt. Aufwendungen sind vielmehr nur dann als durch eine Einkunftsart veranlasst anzusehen, wenn sie hierzu in einem steuerrechtlich anzuerkennenden wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Ma&szlig;gebend daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die wertende Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen ausl&ouml;senden Moments und zum anderen die Zuweisung dieses ma&szlig;gebenden Besteuerungsgrundes zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re (Senatsurteil vom 6.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 229, 297, BStBl II 2010, 851). Ein Werbungskostenabzug kommt grunds&auml;tzlich auch dann in Betracht, wenn die Aufwendungen zwar den Beruf f&ouml;rdern, daneben aber auch der Lebensf&uuml;hrung dienen, sofern der den Beruf f&ouml;rdernde Teil der Aufwendungen sich nach objektiven Ma&szlig;st&auml;ben zutreffend und in leicht nachpr&uuml;fbarer Weise abgrenzen l&auml;sst und nicht nur von untergeordneter Bedeutung ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06, BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>2. Auch Aufwendungen, die ein berufst&auml;tiger Steuerpflichtiger f&uuml;r seine Gesundheit macht, k&ouml;nnen gleichzeitig den privaten und beruflichen Lebensbereich des Steuerpflichtigen betreffen. Sie k&ouml;nnen deshalb nur dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, sofern sie &#8211;ganz oder teilweise&#8211; klar und eindeutig durch die berufliche T&auml;tigkeit veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Ein solcher Zusammenhang wird f&uuml;r Kosten zur Abwendung von Krankheiten oder zur Wiederherstellung der Gesundheit angenommen, wenn wie bei sog. typischen Berufskrankheiten nach den gesicherten Erfahrungen der Medizin die Entstehung der Krankheit wesentlich durch den Beruf mit bedingt ist. Die Rechtsprechung des BFH erkennt dar&uuml;ber hinaus Krankheitskosten als Betriebsausgaben oder Werbungskosten an, wenn im einzelnen Fall der Zusammenhang zwischen dem Beruf und der Entstehung der Erkrankung offenkundig ist (vgl. Senatsentscheidungen in BFHE 74, 632, BStBl III 1962, 235; in BFH\/NV 1993, 19; vom 23.&nbsp;Oktober 1992 VI&nbsp;R&nbsp;31\/92, BFHE 169, 350, BStBl II 1993, 193; vom 11.&nbsp;Juli 2013 VI&nbsp;R&nbsp;37\/12, BFHE 242, 56, BStBl II 2013, 815).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall hat das FG der Vorentscheidung diese Rechtsgrunds&auml;tze zugrunde gelegt und das Vorliegen eines den Abzug von Werbungskosten rechtfertigenden Zusammenhangs zwischen den Beschwerden des Kl&auml;gers und seiner beruflichen T&auml;tigkeit in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Art und Weise verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es ist zu der W&uuml;rdigung gelangt, dass den Beschwerden des Kl&auml;gers keine typische Berufskrankheit zugrunde liege. Das FG hat im Wesentlichen ausgef&uuml;hrt, bei den vom Kl&auml;ger geltend gemachten psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen handele es sich nicht um Berufskrankheiten. Dies h&auml;lt revisionsrechtlicher Nachpr&uuml;fung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch sind die Feststellungen des FG, wonach im Streitfall kein offenkundiger Zusammenhang der Erkrankung des Kl&auml;gers mit seiner Berufst&auml;tigkeit zu erkennen sei, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Insbesondere begegnet die finanzgerichtliche W&uuml;rdigung des vorgelegten &auml;rztlichen Attests vom 23.&nbsp;Juni 2008 keinen Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Inhalt des Attests ergibt sich insbesondere nicht, dass der Kl&auml;ger berufsbedingt an einem sog. &quot;Burnout&quot; litt, so dass im Streitfall auch dahinstehen kann, ob bei einem sog. &quot;Burnout&quot; ein offenkundiger Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Beruf angenommen werden kann. Beschrieben wird lediglich ein diffuses Bild k&ouml;rperlicher und psychischer Beschwerden, die bereits vor der erw&auml;hnten Umstrukturierung bestanden und sich danach verst&auml;rkt h&auml;tten. Weder werden die Beschwerden nach Art eines klinischen Befunds n&auml;her (z.B. Intensit&auml;t, H&auml;ufigkeit) beschrieben noch wird nachvollziehbar erl&auml;utert, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers besteht. Allein der zeitliche Ablauf ist angesichts des beschriebenen Charakters gerade durch psychische Faktoren mitbestimmter Gesundheitsbeeintr&auml;chtigungen nicht geeignet, eine offenkundige Kausalit&auml;t zum Beruf zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die W&uuml;rdigung des Sachverhalts durch das FG danach weder den Denkgesetzen noch Erfahrungss&auml;tzen widerspricht, sieht sich der Senat hieran gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG f&uuml;r die Revisionsinstanz kann sich der Senat auch nicht damit auseinandersetzen, ob die angefallenen Aufwendungen &#8211;wie die Kl&auml;ger geltend machten&#8211; aufgrund &quot;Mobbings&quot; beruflich veranlasst sind. Denn das hat die Vorentscheidung nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>4. Die Aufwendungen waren auch nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;33 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung) erwachsen. Zwangsl&auml;ufig erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen dann, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Aufwendungen zur Heilung oder Linderung einer Krankheit werden typisierend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG an sich gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit dem Grunde und der H&ouml;he nach bedarf (BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Februar 2001 III&nbsp;R&nbsp;22\/00, BFHE 195, 144, BStBl II 2001, 543, und vom 3.&nbsp;Dezember 1998 III&nbsp;R&nbsp;5\/98, BFHE 187, 503, BStBl II 1999, 227). Indes ist die Zwangsl&auml;ufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen f&uuml;r Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (&sect;&sect;&nbsp;2, 23, 31 bis 33 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB&nbsp;V&#8211;) durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers nachzuweisen (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;EStDV&#8211; i.d.F. des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 &#8211;StVereinfG 2011&#8211;). In den abschlie&szlig;end geregelten Katalogf&auml;llen des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 (vgl. Senatsurteile vom 6.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;61\/12, BFHE 244, 395, BStBl II 2014, 458; vom 26.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;27\/13, BFHE 245, 18, BStBl II 2014, 824) ist der Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit durch ein vor Beginn der Heilma&szlig;nahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ausgestelltes amts&auml;rztliches Gutachten oder eine vorherige &auml;rztliche Bescheinigung eines medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V) zu f&uuml;hren (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Ein solcher qualifizierter Nachweis ist &#8211;aufgrund der in &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 angeordneten verfassungsrechtlich unbedenklichen r&uuml;ckwirkenden Geltung des &sect;&nbsp;64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 (Senatsurteil vom 19.&nbsp;April 2012 VI&nbsp;R&nbsp;74\/10, BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577)&#8211; auch im Streitjahr bei psychotherapeutischen Behandlungen (&sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011) erforderlich. Hieran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>5. Soweit die Kl&auml;ger mit Schriftsatz vom 3.&nbsp;November 2013 r&uuml;gen, dass das FG Beweisangeboten nicht nachgegangen sei, kann eine Verfahrensr&uuml;ge bereits deshalb nicht zum Erfolg der Revision f&uuml;hren, weil dies erst nach Ablauf der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist vorgetragen wurde (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 und 3 FGO; vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Mai 2013 I&nbsp;R&nbsp;39\/11, BFHE 241, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.11.2015, VI R 36\/13 Steuerliche Behandlung von Krankheitskosten &#8211; Feststellung des Zusammenhangs zwischen Erkrankung und Beruf Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26. April 2013&nbsp;&nbsp;8 K 3159\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-36-13-steuerliche-behandlung-von-krankheitskosten-feststellung-des-zusammenhangs-zwischen-erkrankung-und-beruf\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;36\/13 &#8211; Steuerliche Behandlung von Krankheitskosten &#8211; Feststellung des Zusammenhangs zwischen Erkrankung und Beruf<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65657\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}