{"id":6569,"date":"2012-11-30T21:49:22","date_gmt":"2012-11-30T19:49:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6569"},"modified":"2012-11-30T21:49:22","modified_gmt":"2012-11-30T19:49:22","slug":"vii-b-190-11-keine-rueckforderung-insolvenzrechtlich-angefochtener-steuerzahlungen-durch-bescheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-190-11-keine-rueckforderung-insolvenzrechtlich-angefochtener-steuerzahlungen-durch-bescheid\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;190\/11 &#8211; Keine R&uuml;ckforderung insolvenzrechtlich angefochtener Steuerzahlungen durch Bescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.9.2012, VII B 190\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine R&uuml;ckforderung insolvenzrechtlich angefochtener Steuerzahlungen durch Bescheid<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr in anfechtbarer Weise geleisteter Steuern nach &sect; 143 Abs. 1 InsO ist kein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis i.S. des &sect; 37 Abs. 1 AO, sondern ein b&uuml;rgerlich-rechtlicher Anspruch. Es ist daher ernstlich zweifelhaft, ob das auf einen solchen Anspruch Geleistete mithilfe eines hoheitlich ergehenden Bescheides zur&uuml;ckgefordert werden kann.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) ist zum Verwalter in dem am 15.&nbsp;Juni 2010 er&ouml;ffneten Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der X-GmbH (GmbH) bestellt worden. Nach Er&ouml;ffnung des Verfahrens hat der Antragsteller die von der GmbH geleisteten Zahlungen auf Lohnsteuer Februar und M&auml;rz 2010 nach &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Insolvenzordnung (InsO) angefochten. Die Lohnsteuern (einschlie&szlig;lich Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag) in H&ouml;he von insgesamt rd. 9.600&nbsp;EUR waren am 10.&nbsp;M&auml;rz bzw. 12.&nbsp;April 2010 im Lastschriftverfahren von dem Konto der GmbH eingezogen worden. Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat sie jedoch aufgrund der Insolvenzanfechtung dem Antragsteller zun&auml;chst erstattet. Er fordert sie jedoch jetzt, gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO), zur&uuml;ck und hat einen entsprechenden Bescheid unter dem 4.&nbsp;Juli 2011 erlassen. Die Anfechtungsvoraussetzungen h&auml;tten nicht vorgelegen. Es liege eine konkludente Genehmigung der Lastschriften vor, die n&auml;mlich nach drei Bankarbeitstagen als genehmigt g&ouml;lten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller hat gegen den Bescheid des FA Einspruch erhoben und beantragt Aussetzung der Vollziehung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat den Antrag abgelehnt. Es ist der Auffassung, die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheides sei nicht ernstlich zweifelhaft, weil die Voraussetzungen f&uuml;r eine Insolvenzanfechtung nach &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 InsO nicht vorl&auml;gen, die strittigen Steuern deshalb ohne rechtlichen Grund zur&uuml;ckgezahlt worden seien und nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO vom FA zur&uuml;ckgefordert werden k&ouml;nnten. Jedenfalls f&uuml;r die Abbuchung der Lohnsteuer Februar 2010 am 10.&nbsp;M&auml;rz 2010 habe am 16.&nbsp;April 2010, als der Insolvenzer&ouml;ffnungsantrag gestellt worden sei, eine konkludente Genehmigung vorgelegen. Ob das Gleiche f&uuml;r die Abbuchung der Lohnsteuer M&auml;rz 2010 gelte, sei zwar zweifelhaft, weil noch keine gesicherte Rechtsprechung dazu vorliege, nach welcher Frist bei laufenden Abbuchungen im Lastschriftverfahren von einer konkludenten Genehmigung auszugehen sei. Auf diese Frage komme es aber im Ergebnis auch nicht an, weil kein substantiierter Vortrag dazu vorliege, dass das FA im Zeitpunkt der Erteilung der konkludenten Genehmigung die Zahlungsunf&auml;higkeit der GmbH gekannt habe. Auch von dem Er&ouml;ffnungsantrag habe es erst durch das Schreiben des Amtsgerichts vom 28.&nbsp;April 2010 erfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Beschluss richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde des Antragstellers. Er tr&auml;gt u.a. vor, der Abrechnungsbescheid sei nichtig, weil die in ihm getroffene Regelung im Zivilrechtsweg h&auml;tte geltend gemacht werden m&uuml;ssen. R&uuml;ckzahlungsanspr&uuml;che, die auf zivilrechtlichen Verpflichtungsgr&uuml;nden basierten, k&ouml;nnten nicht nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO geltend gemacht werden. Im Streitfall sei die R&uuml;ckzahlung der Lohnsteuern nicht aufgrund einer vermeintlichen &ouml;ffentlich-rechtlichen Erstattungspflicht, sondern allein aufgrund Insolvenzanfechtung erfolgt. Das dem zugrunde liegende R&uuml;ckgew&auml;hrschuldverh&auml;ltnis nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO sei ein zivilrechtliches. Der vermeintliche R&uuml;ckforderungsanspruch des FA m&uuml;sse daher im Zivilrechtsweg als ungerechtfertigte Bereicherung i.S. des &sect;&nbsp;812 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs geltend gemacht werden. Das FA k&ouml;nne nicht durch Erlass eines R&uuml;ckforderungsbescheides die rein zivilrechtliche Frage der Berechtigung einer Insolvenzanfechtung vor die Finanzgerichtsbarkeit bringen und dadurch den Antragsteller dem gesetzlichen Richter entziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beruft sich auf das Urteil des Senats vom 23.&nbsp;September 2009 VII&nbsp;R&nbsp;43\/08 (BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215), wonach aufgrund einer ungerechtfertigten Insolvenzanfechtung ausgekehrte Steuerbetr&auml;ge mit einem Bescheid nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO zur&uuml;ckgefordert werden k&ouml;nnten. Ferner beruft es sich auf den Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 27.&nbsp;September 2010 GmS-OGB&nbsp;1\/09 (BGHZ 187, 105) und das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;13\/11 (BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298), wonach nicht die vermeintlich b&uuml;rgerlich-rechtliche Natur des insolvenzrechtlichen R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs ma&szlig;geblich sei, sondern die Rechtsnatur des urspr&uuml;nglichen Leistungsverh&auml;ltnisses. Der entgegenstehenden Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) k&ouml;nne auch aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht gefolgt werden. Denn hiernach h&auml;tte der Bund mit Erlass der Insolvenzordnung das Verwaltungsverfahren der L&auml;nder geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde (&sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist begr&uuml;ndet. Die Vollziehung des angegriffenen Abrechnungsbescheides ist auszusetzen, weil seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit ernstlich zweifelhaft ist (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat sein Verlangen, der Antragsteller m&ouml;ge die an ihn auf seinen (angeblichen) R&uuml;ckgew&auml;hranspruch nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO zur&uuml;ckgezahlten Steuern an das FA zur&uuml;ckgew&auml;hren, auf &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzt. Nach dieser Vorschrift h&auml;tte das FA einen Anspruch auf Erstattung des an den Antragsteller zur&uuml;ckgezahlten Betrages, wenn an ihn eine Steuer ohne rechtlichen Grund zur&uuml;ckgezahlt worden w&auml;re. Den (vom FA jetzt nach erneuter Pr&uuml;fung verneinten) rechtlichen Grund f&uuml;r die R&uuml;ckzahlung der von der GmbH bezahlten Steuern hat das FA zun&auml;chst in dem R&uuml;ckgew&auml;hranspruch des Antragstellers aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO gesehen, der dadurch entstanden sein soll, dass die Zahlungen der GmbH eine gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 InsO anfechtbare Rechtshandlung darstellten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r diese Betrachtungsweise kann sich das FA auf das Urteil des erkennenden Senats in BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215 berufen, in dem der Senat sinngem&auml;&szlig; den Anspruch auf R&uuml;ckzahlung aufgrund eines R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO zur&uuml;ckgezahlter Steuern als einen Anspruch i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Richtigkeit dieser Betrachtungsweise ist indes nicht zweifelsfrei. Denn zwischen den Beteiligten ist nicht streitig, ob die steuerlichen Rechtsgr&uuml;nde daf&uuml;r vorliegen, dass das FA die betreffenden Lohnsteuern beanspruchen kann. Der steuerliche Rechtsgrund f&uuml;r die Lohnsteuerzahlungen lag vielmehr vor und ist auch nicht nachtr&auml;glich weggefallen. Streitig ist nur, ob ein insolvenzrechtlicher Rechtsgrund daf&uuml;r besteht, dass der Antragsteller ungeachtet des Anspruchs des FA auf die Abf&uuml;hrung der von der GmbH einbehaltenen Lohnsteuern von diesem die R&uuml;ckzahlung der betreffenden Betr&auml;ge verlangen kann, weil ihm n&auml;mlich &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO einen diesbez&uuml;glichen Anspruch verleiht. Diesen Anspruch, der unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;129&nbsp;ff. InsO gegen jedermann besteht und von einer Finanzbeh&ouml;rde unter den gleichen Voraussetzungen wie von jedermann zu erf&uuml;llen ist, hat der BGH in seinem Beschluss vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2011 IX&nbsp;ZB&nbsp;36\/09 (Neue Juristische Wochenschrift 2011, 1365) ungeachtet dessen, ob die zur&uuml;ck zu gew&auml;hrende Zahlung einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Anspruch (dort: sozialversicherungsrechtlicher Art) befriedigen sollte oder einen b&uuml;rgerlich-rechtlichen, als einen b&uuml;rgerlich-rechtlichen Anspruch angesehen, der folglich vor den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu verfolgen sei. Die R&uuml;ckgew&auml;hrpflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO habe auch bei nach dem Sozialversicherungsrecht geschuldeten Leistungen nicht ihre Grundlage im Sozialversicherungsrecht, sondern allein im Insolvenzrecht. Dieses schaffe ungeachtet der &#8211;durch dasselbe nicht ber&uuml;hrten&#8211; &ouml;ffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen zwischen den Beteiligten in Gestalt des R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs des Insolvenzverwalters eine Rechtsbeziehung, die b&uuml;rgerlich-rechtlicher Natur sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des BGH, die auf steuerrechtliche Rechtsbeziehungen mangels insoweit ma&szlig;geblicher sozialversicherungsrechtlicher Eigent&uuml;mlichkeiten &uuml;bertragen werden muss und von der der beschlie&szlig;ende Senat nicht ohne vorherige Anrufung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes abweichen k&ouml;nnte, hat also f&uuml;r die Bestimmung der Rechtsnatur des R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO nicht die Leistungsbeziehung f&uuml;r ma&szlig;geblich erachtet, auf deren R&uuml;ckabwicklung jener Anspruch gerichtet ist (zu diesem Gesichtspunkt vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes in BGHZ 187, 105, Rz&nbsp;12), sondern die Rechtsnatur des jedermann zustehenden und deshalb auch von einer Finanzbeh&ouml;rde nicht aufgrund ihrer hoheitlichen Befugnisse geltend zu machenden R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs, welcher jene Leistungsbeziehung &uuml;berlagert und das steuerrechtlich gebotene Ergebnis (hier: Anspruch des FA auf Lohnsteuern) gleichsam korrigiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der beschlie&szlig;ende Senat hat sich unbeschadet der im Schrifttum und in der Rechtsprechung mitunter aus vorgenannter Entscheidung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes abgeleiteten abweichenden rechtlichen Folgerungen (vgl. dazu Krumm, Erstattungsanspr&uuml;che &ouml;ffentlich-rechtlicher Gl&auml;ubiger &#8230;, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht 2012, 959) bereits in seinem Beschluss vom 5.&nbsp;September 2012 VII&nbsp;B&nbsp;95\/12 (zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt) der vorgenannten Entscheidung des BGH unter Aufgabe seiner im Urteil in BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215, ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung angeschlossen. Ist aber demnach der Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr in anfechtbarer Weise geleisteter Steuern nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO kein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 AO, sondern ein b&uuml;rgerlich-rechtlicher Anspruch, so ist zumindest i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO ernstlich zweifelhaft, ob das auf einen solchen Anspruch Geleistete nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO mithilfe eines entsprechenden hoheitlich ergehenden Bescheides zur&uuml;ckgefordert werden kann oder nicht vielmehr ggf. von der Finanzbeh&ouml;rde ebenso vor den ordentlichen Gerichten eingeklagt werden muss, wie ein Insolvenzverwalter dort seinen R&uuml;ckgew&auml;hranspruch nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO geltend machen m&uuml;sste. Der vom FA im Streitfall erhobene Anspruch richtet sich zwar auf R&uuml;ckzahlung einer (zur&uuml;ckgezahlten) Steuer, so dass &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO wortw&ouml;rtlich genommen einschl&auml;gig zu sein scheint; indes kann nicht unber&uuml;cksichtigt bleiben, dass der in &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO geregelte Anspruch gleichsam auf der Umkehrung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 AO beruht (vgl. Klein\/Ratschow, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;37 Rz&nbsp;14) und ein Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr einer Leistung grunds&auml;tzlich die Rechtsnatur des Anspruchs teilt, auf den jene Leistung erbracht worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem ist ernstlich zweifelhaft, ob der angegriffene R&uuml;ckforderungsbescheid Bestand haben kann, ohne das es auf die sonstigen von dem Antragsteller gegen ihn erhobenen Einwendungen ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.9.2012, VII B 190\/11 Keine R&uuml;ckforderung insolvenzrechtlich angefochtener Steuerzahlungen durch Bescheid Leits&auml;tze Der Anspruch auf R&uuml;ckgew&auml;hr in anfechtbarer Weise geleisteter Steuern nach &sect; 143 Abs. 1 InsO ist kein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis i.S. des &sect; 37 Abs. 1 AO, sondern ein b&uuml;rgerlich-rechtlicher Anspruch. 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