{"id":6570,"date":"2012-11-30T21:47:57","date_gmt":"2012-11-30T19:47:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6570"},"modified":"2012-11-30T21:48:04","modified_gmt":"2012-11-30T19:48:04","slug":"vi-r-64-11-arbeitslohn-von-dritter-seite-verbilligter-bezug-von-waren-von-einem-lieferanten-des-arbeitgebers-durch-mitarbeiter-im-rahmen-eines-sog-mitarbeiter-vorteilsprogramms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-64-11-arbeitslohn-von-dritter-seite-verbilligter-bezug-von-waren-von-einem-lieferanten-des-arbeitgebers-durch-mitarbeiter-im-rahmen-eines-sog-mitarbeiter-vorteilsprogramms\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;64\/11 &#8211; Arbeitslohn von dritter Seite &#8211; Verbilligter Bezug von Waren von einem Lieferanten des Arbeitgebers durch Mitarbeiter im Rahmen eines sog. &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.10.2012, VI R 64\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Arbeitslohn von dritter Seite &#8211; Verbilligter Bezug von Waren von einem Lieferanten des Arbeitgebers durch Mitarbeiter im Rahmen eines sog. &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch Preisvorteile und Rabatte, die Arbeitnehmer von Dritten erhalten, sind nur dann Lohn, wenn sie sich f&uuml;r den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f&uuml;r den Arbeitgeber darstellen und im Zusammenhang mit dem Dienstverh&auml;ltnis stehen. Davon kann ausgegangen werden, wenn der Dritte damit anstelle des Arbeitgebers die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers entgilt, indem der Arbeitgeber etwa einen ihm zustehenden Vorteil im abgek&uuml;rzten Weg an seine Mitarbeiter weitergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Arbeitslohn liegt in solchen F&auml;llen nicht allein deshalb vor, weil der Arbeitgeber an der Verschaffung der Rabatte mitgewirkt hat; dies gilt erst recht, wenn er von der Rabattgew&auml;hrung nur Kenntnis hatte oder h&auml;tte haben m&uuml;ssen (Abgrenzung gegen&uuml;ber BMF-Schreiben vom 27. September 1993 IV B 6-S 2334-152\/93, BStBl I 1993, 814, auf das sich das BMF-Schreiben vom 27. Januar 2004 IV C 5-S 2000-2\/04, BStBl I 2004, 173 zu der ab dem 1. Januar 2004 g&uuml;ltigen Rechtslage bezieht). <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), deren Mitarbeiter verbilligt Waren von einem Lieferanten der Kl&auml;gerin bezogen haben, insoweit zum Lohnsteuerabzug verpflichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war in den Jahren 2004 bis 2006 Tr&auml;gerin eines Krankenhauses und besch&auml;ftigte dort 750 Mitarbeiter. Sie bezog in diesem Zeitraum aufgrund eines seit dem Jahr 1998 bestehenden Versorgungsvertrags Apothekenartikel aller Art von der Firma X. X lieferte dar&uuml;ber hinaus im Rahmen eines sog. &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot; an die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin ebenfalls Apothekenartikel aller Art, wobei die Mitarbeiter einen Nachlass auf den &uuml;blichen Apothekenendpreis erhielten. Das Mitarbeiter-Vorteilsprogramm war von X initiiert und den Mitarbeitern bekannt gemacht worden. Die Kl&auml;gerin hatte diese Bekanntmachung in ihrem Betrieb geduldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Artikel bestellten die Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz aus direkt bei X, wobei sie die Station, Name und Krankenhaus, ggf. die Kundennummer angaben. X lieferte dann die bestellten Artikel den Mitarbeitern direkt an deren Arbeitsplatz im Betrieb der Kl&auml;gerin, was die Kl&auml;gerin ebenfalls duldete. Die Mitarbeiter bezahlten die von ihnen bestellten Artikel mittels Einzugserm&auml;chtigung direkt an X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin gab regelm&auml;&szlig;ig Lohnsteuer-Voranmeldungen ab. Die Belieferung ihrer Mitarbeiter durch X sah sie dabei als lohnsteuerlich unerheblichen Vorgang an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;), dem Pr&uuml;fer folgend, zu der Auffassung, die von X den Mitarbeitern einger&auml;umten Rabatte seien als Arbeitslohn von dritter Seite anzusehen und entsprechend lohnzuversteuern. Das FA ermittelte anhand einer Vergleichstabelle f&uuml;r 12 Apothekenartikel eine durchschnittliche Ersparnis von rund 40&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels Unterlagen ermittelte das FA die als Arbeitslohn anzusetzenden Betr&auml;ge im Sch&auml;tzungswege. Dabei ging es davon aus, dass in 12&nbsp;% der F&auml;lle Arbeitnehmer die Freigrenze des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &uuml;berschritten h&auml;tten und der durchschnittliche Rabatt bei jeder dieser Lieferungen bei 60&nbsp;EUR gelegen habe, so dass der nachzuversteuernde geldwerte Vorteil pro Jahr 64.800&nbsp;EUR betragen habe, n&auml;mlich 750 Mitarbeiter x 12 Monate x 60&nbsp;EUR\/Fall x 12&nbsp;% = 64.800&nbsp;EUR. Das FA wandte dann auf den geldwerten Vorteil einen Bruttosteuersatz von 30&nbsp;% an, so dass sich ein j&auml;hrlicher Haftungsbetrag von 19.440&nbsp;EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin einen entsprechenden Haftungsbescheid. Zur Begr&uuml;ndung gab es an, die Kl&auml;gerin hafte als Arbeitgeberin nach &sect;&nbsp;42d EStG, weil sie Lohnsteuer und andere Lohnabzugsbetr&auml;ge in unzutreffender H&ouml;he einbehalten, angemeldet und abgef&uuml;hrt habe. Die Kl&auml;gerin werde an Stelle der jeweiligen Arbeitnehmer in Haftung genommen, weil ein Haftungsausschluss nicht vorliege und sie sich mit ihrer Inanspruchnahme einverstanden erkl&auml;rt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage war aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 364 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden erfolgreich. Die im Rahmen des &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot; verbilligt &uuml;berlassenen Apothekenartikel stellten keinen dem Lohnsteuerabzug unterliegenden Arbeitslohn von dritter Seite dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts (FG) vom 17.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;128\/10 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin wegen der Vorteile ihrer Arbeitnehmer aus dem verbilligten Bezug von Apothekenartikeln der X nicht zum Lohnsteuerabzug verpflichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn &#8211;auch soweit er durch einen Dritten gew&auml;hrt wird&#8211; f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG abzuf&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 EStG &#8211;neben Geh&auml;ltern und L&ouml;hnen&#8211; auch andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Dabei ist gleichg&uuml;ltig, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG) oder unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie gew&auml;hrt werden (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz 2 der Lohnsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung in der im Streitjahr geltenden Fassung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;Mai 2001 VI&nbsp;R&nbsp;159\/99, BFHE 195, 364, BStBl II 2001, 815; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 1985 VI&nbsp;R&nbsp;170\/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; vom 11.&nbsp;Dezember 2008 VI&nbsp;R&nbsp;9\/05, BFHE 224, 70, BStBl II 2009, 385; vom 30.&nbsp;Juli 2009 VI&nbsp;R&nbsp;54\/08, BFH\/NV 2010, 30, und vom 20.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;41\/09, BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022) werden Bez&uuml;ge oder Vorteile f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst worden sind. Erforderlich ist nicht, dass sie eine Gegenleistung f&uuml;r eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers sind. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf&auml;nger mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis zuflie&szlig;en und sich als Ertrag der nichtselbst&auml;ndigen Arbeit darstellen, d.h. wenn sich die Leistung des Arbeitgebers im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (vgl. Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Arbeitslohn kann (ausnahmsweise) auch bei der Zuwendung eines Dritten anzunehmen sein, wenn diese ein Entgelt &quot;f&uuml;r&quot; eine Leistung bildet, die der Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverh&auml;ltnisses f&uuml;r seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll. Voraussetzung ist, dass sie sich f&uuml;r den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f&uuml;r den Arbeitgeber darstellt und im Zusammenhang mit dem Dienstverh&auml;ltnis steht (z.B. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Februar 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;109\/76, BFHE 133, 375, BStBl II 1981, 707; vom 5.&nbsp;Juli 1996 VI&nbsp;R&nbsp;10\/96, BFHE 180, 441, BStBl II 1996, 545; vom 19.&nbsp;August 2004 VI&nbsp;R&nbsp;33\/97, BFHE 207, 230, BStBl II 2004, 1076; vom 10.&nbsp;Mai 2006 IX&nbsp;R&nbsp;82\/98, BFHE 213, 487, BStBl II 2006, 669; best&auml;tigt u.a. durch BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;4\/05, BFHE 222, 353, BStBl II 2008, 826, und vom 20.&nbsp;November 2008 VI&nbsp;R&nbsp;25\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382; vom 18.&nbsp;Dezember 2008 VI&nbsp;R&nbsp;8\/06, BFH\/NV 2009, 382, und VI&nbsp;R&nbsp;49\/06, BFHE 224, 103, BStBl II 2009, 820; in BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022; Pfl&uuml;ger in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;19 EStG Rz&nbsp;170 f.). Arbeitslohn liegt jedoch dann nicht vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsbeziehungen oder wegen sonstiger nicht auf dem Dienstverh&auml;ltnis beruhender Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew&auml;hrt wird (BFH-Urteile in BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; vom 24.&nbsp;Januar 2001 I&nbsp;R&nbsp;100\/98, BFHE 195, 102, BStBl II 2001, 509; vom 17.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;69\/06, BFHE 226, 47, BStBl II 2010, 69, m.w.N., und in BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;29, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Beantwortung der Frage, ob eine Zuwendung (eines Dritten) durch das Dienstverh&auml;ltnis veranlasst ist, obliegt in erster Linie der tatrichterlichen W&uuml;rdigung durch das FG. Denn ob ein Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nicht einkommensteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, kann, auch wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch Dritte gew&auml;hrte Vorteile in Rede stehen, nur aufgrund einer W&uuml;rdigung aller wesentlichen Umst&auml;nde des Einzelfalles entschieden werden (BFH-Urteil in BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG eine Gesamtw&uuml;rdigung vorgenommen. Es ist dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass es sich bei der Rabattgew&auml;hrung durch X nicht um &#8211;durch einen Dritten vermittelten&#8211; Arbeitslohn handelt. Dies ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Denn die W&uuml;rdigung des FG, nach der hinter dem Mitarbeiter-Vorteilsprogramm vor allem das Interesse von X, Kunden zu gewinnen, an sich zu binden (nicht zuletzt auch die Kl&auml;gerin) und trotz der rabattierten Preise durch Synergieeffekte einen zus&auml;tzlichen Gewinn zu erwirtschaften, steht, verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch Erfahrungss&auml;tze. Sie ist vielmehr im Streitfall naheliegend. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn allein der Umstand, dass X den Preisnachlass lediglich den Mitarbeitern der Kl&auml;gerin und nicht auch Arbeitnehmern anderer, nicht von ihr belieferter Krankenh&auml;user gew&auml;hrt hat, vermag den erforderlichen Veranlassungszusammenhang zwischen Vorteilsgew&auml;hrung und Arbeitsleistung entgegen der Auffassung des FA nicht zu begr&uuml;nden. Das FA kann sich insoweit insbesondere nicht auf das Senatsurteil in BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022 berufen. Denn der BFH hat dort zwar entschieden, der Umstand, dass eine Bausparkasse sowohl bei Arbeitnehmern ihrer &quot;Partnerbanken&quot; als auch bei ihren freien Handelsvertretern und deren Arbeitnehmern sowie den Besch&auml;ftigten anderer genossenschaftlich organisierter Unternehmen und Kooperationspartner auf die Erhebung von Abschlussgeb&uuml;hren verzichte, begr&uuml;nde Zweifel daran, ob dieser Geb&uuml;hrenvorteil Arbeitslohn sei. Diese Erkenntnis erlaubt jedoch nicht den vom FA gezogenen Umkehrschluss, dass immer dann Arbeitslohn vorliegt, wenn ausschlie&szlig;lich Arbeitnehmer eines Unternehmens durch Zuwendungen oder Preisnachl&auml;sse eines Dritten, sei es ein Gesch&auml;ftspartner des Arbeitgebers oder ein Unternehmen, das keine entsprechenden Gesch&auml;ftsbeziehungen pflegt, beg&uuml;nstigt sind. Einen entsprechenden &quot;Automatismus&quot; vermag der Umstand, dass lediglich Arbeitnehmer eines Unternehmens &#8211;hier der Kl&auml;gerin&#8211; die streitgegenst&auml;ndlichen Rabatte in Anspruch nehmen k&ouml;nnen, nicht zu begr&uuml;nden. Denn dadurch stellt sich ein Preisnachlass (noch nicht) als Frucht der Arbeitsleistung f&uuml;r den Arbeitgeber dar. Davon kann erst ausgegangen werden, wenn sich die Zuwendung als durch den Dritten vermittelter Arbeitslohn des Arbeitgebers darstellt, der Arbeitgeber beispielsweise einen ihm zustehenden Vorteil etwa im abgek&uuml;rzten Zahlungswege als Arbeitsentgelt an seine Mitarbeiter weitergibt. Dies beurteilt sich jedoch nicht ausschlie&szlig;lich nach dem Empf&auml;ngerkreis der Drittzuwendung, sondern nach deren Rechtsgrund und damit nicht zuletzt danach, ob der Dritte den Vorteil aus eigenwirtschaftlichem Interesse oder im Interesse des Arbeitgebers gew&auml;hrt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die vermeintliche Mitwirkung der Kl&auml;gerin an der Verschaffung der von X gew&auml;hrten Preisvorteile erlaubt es im Streitfall nicht, die streitigen Rabatte als Arbeitslohn Dritter einzuordnen. Soweit das FA in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vorgetragen hat, dass die Kl&auml;gerin in die Einf&uuml;hrung des Mitarbeiter-Vorteilsprogramms eingewilligt, die Belegschaft &uuml;ber die Preisvorteile durch einen Aushang am &quot;schwarzen Brett&quot; informiert und St&ouml;rungen im Betriebsablauf durch die &quot;Auslieferung&quot; der Apothekenartikel geduldet hat, vermag der Senat hierin schon kein aktives Mitwirken an der Gew&auml;hrung der Rabatte durch X zu erkennen. Im &Uuml;brigen geh&ouml;ren Preisvorteile, die ein Dritter Arbeitnehmern einr&auml;umt, &#8211;entgegen dem Vorbringen der Revision&#8211; nicht allein deshalb zum Arbeitslohn, weil der Arbeitgeber an der Verschaffung der Rabatte mitgewirkt hat. Zwar kann die Mitwirkung des Arbeitgebers an Preisvorteilen (Rabatten), die Arbeitnehmern von dritter Seite einger&auml;umt werden, daf&uuml;r sprechen, dass die Drittzuwendung wirtschaftlich betrachtet Arbeitslohn ist. Zwingend ist dies jedoch nicht. Die insoweit gegenteilige Auffassung der Finanzbeh&ouml;rden (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 27.&nbsp;September 1993 IV&nbsp;B&nbsp;6-S&nbsp;2334-152\/93, BStBl I 1993, 814, auf das sich das BMF-Schreiben vom 27.&nbsp;Januar 2004 IV&nbsp;C&nbsp;5-S 2000-2\/04, BStBl I 2004, 173 zu der ab dem 1.&nbsp;Januar 2004 g&uuml;ltigen Rechtslage bezieht) teilt der Senat nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob die Zuwendung des Dritten Pr&auml;mie oder Belohnung f&uuml;r eine Leistung ist, die der Arbeitnehmer im Rahmen seines Arbeitsverh&auml;ltnisses f&uuml;r den Arbeitgeber erbringt (z.B. BFH-Urteil in BFHE 133, 375, BStBl II 1981, 707, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.10.2012, VI R 64\/11 Arbeitslohn von dritter Seite &#8211; Verbilligter Bezug von Waren von einem Lieferanten des Arbeitgebers durch Mitarbeiter im Rahmen eines sog. &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot; Leits&auml;tze 1. Auch Preisvorteile und Rabatte, die Arbeitnehmer von Dritten erhalten, sind nur dann Lohn, wenn sie sich f&uuml;r den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f&uuml;r den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-64-11-arbeitslohn-von-dritter-seite-verbilligter-bezug-von-waren-von-einem-lieferanten-des-arbeitgebers-durch-mitarbeiter-im-rahmen-eines-sog-mitarbeiter-vorteilsprogramms\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;64\/11 &#8211; Arbeitslohn von dritter Seite &#8211; Verbilligter Bezug von Waren von einem Lieferanten des Arbeitgebers durch Mitarbeiter im Rahmen eines sog. &quot;Mitarbeiter-Vorteilsprogramms&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6570\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}