{"id":6571,"date":"2012-11-30T21:49:26","date_gmt":"2012-11-30T19:49:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6571"},"modified":"2012-11-30T21:49:26","modified_gmt":"2012-11-30T19:49:26","slug":"vi-r-55-11-zuschuesse-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erholungsbeihilfen-mindestmass-an-vergewisserung-ueber-den-verwendungszweck-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19092012-vi-r-54-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-55-11-zuschuesse-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erholungsbeihilfen-mindestmass-an-vergewisserung-ueber-den-verwendungszweck-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19092012-vi-r-54-11\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;55\/11 &#8211; Zusch&uuml;sse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn &#8211; Erholungsbeihilfen &#8211; Mindestma&szlig; an Vergewisserung &uuml;ber den Verwendungszweck &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.09.2012 VI R 54\/11"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.9.2012, VI R 55\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zusch&uuml;sse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn &#8211; Erholungsbeihilfen &#8211; Mindestma&szlig; an Vergewisserung &uuml;ber den Verwendungszweck &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.09.2012 VI R 54\/11<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der &quot;ohnehin geschuldete Arbeitslohn&quot; ist der arbeitsrechtlich geschuldete. &quot;Zus&auml;tzlich&quot; zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn i.S. des &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 EStG werden nur freiwillig geleistete Fahrtkostenzusch&uuml;sse erbracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Sicherstellung der Verwendung von Erholungsbeihilfen des Arbeitgebers durch die Arbeitnehmer zu deren Erholungszwecken nach &sect; 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG setzt jedenfalls voraus, dass der Arbeitgeber &uuml;ber die Verwendung der Mittel Kenntnis hat.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob auf Grund ge&auml;nderter Arbeitsvertr&auml;ge vereinbarte Zusatzleistungen des Arbeitgebers &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; erbracht wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt ein Ingenieurb&uuml;ro und besch&auml;ftigt rund 40 Arbeitnehmer. Sie vereinbarte im April 2006 mit einigen ihrer Arbeitnehmer neue Arbeitsvertr&auml;ge. Danach waren ab Mai 2006 als Arbeitslohn neben der Zahlung eines Bruttogehalts monatliche Zusatzleistungen in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 der jeweils neuen Arbeitsvertr&auml;ge vereinbart; weiter bestimmte deren &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2, dass bei Wegfall der pers&ouml;nlichen oder gesetzlichen Voraussetzungen der nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 gew&auml;hrten Zusatzleistungen der Arbeitgeber eine entsprechende Zusatzleistung zu zahlen hatte, bei der die pers&ouml;nlichen und gesetzlichen Voraussetzungen der Arbeitnehmer erf&uuml;llt sind. Sollte auch dies nicht m&ouml;glich sein, war nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;3 die im April 2006 gew&auml;hrte Verg&uuml;tung zu zahlen. Letzteres galt nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;4 auch dann, wenn die Arbeitnehmer die gew&auml;hrten Zusatzleistungen des Abs.&nbsp;1 nicht mehr w&uuml;nschten. Zusatzleistungen waren eine Internetpauschale von 50&nbsp;EUR\/Monat sowie Erholungsbeihilfen von 156&nbsp;EUR\/Jahr f&uuml;r den Arbeitnehmer, 104&nbsp;EUR\/Jahr f&uuml;r dessen Ehegatten sowie 52&nbsp;EUR\/Jahr pro Kind des Arbeitnehmers. Bei einigen Arbeitnehmern waren auch Zusch&uuml;sse zu deren Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sowie Kindergartenzusch&uuml;sse vereinbart. Schlie&szlig;lich hatte die Kl&auml;gerin auch Sachbez&uuml;ge in Form von Gutscheins-, Waren- und Dienstleistungen in H&ouml;he von 44&nbsp;EUR\/Monat zugesagt; hierzu hatten die Arbeitnehmer vor Beginn eines jeden Bezugsjahrs zu bestimmen, welche Art von Sachleistungen sie w&uuml;nschten, etwa den Bezug von Waren und Dienstleistungen einer bestimmten Tankstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin versteuerte die als Zusatzleistung gew&auml;hrte Internetpauschale nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sowie die Erholungsbeihilfen nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG jeweils mit einem Pauschsteuersatz von 25&nbsp;%; die Fahrtkostenzusch&uuml;sse unterwarf sie dem Pauschsteuersatz von 15&nbsp;% nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG. Die Kindergartenzusch&uuml;sse behandelte die Kl&auml;gerin als nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG steuerfreien Arbeitslohn und den vereinbarten &quot;Sachbezug&quot; von 44&nbsp;EUR\/Monat als nicht lohnsteuerpflichtig, weil die Freigrenze des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;9 EStG nicht &uuml;berschritten war. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat im Anschluss an eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung dagegen die Auffassung, dass die Voraussetzungen einer Pauschalversteuerung und einer Steuerbefreiung nicht vorl&auml;gen und nahm nach &sect;&nbsp;42d EStG die Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin in Haftung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage war aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 213 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden nur teilweise erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) hob den streitigen Haftungsbescheid auf Grundlage der Rechtsprechung des erkennenden Senats vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;26\/08 (BFH\/NV 2011, 589) und VI&nbsp;R&nbsp;27\/09 (BFHE 232, 56, BStBl II 2011, 386) insoweit auf, als die Zusatzleistungen f&uuml;r die Verwendung von Tankkarten besteuert worden waren. Im &Uuml;brigen wies es die Klage im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung ab, dass die &uuml;brigen Zusatzleistungen nicht, wie von den gesetzlichen Vorschriften im Einzelnen vorausgesetzt, zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht w&uuml;rden, weil auch auf diese Zusatzleistungen jeweils ein arbeitsvertraglicher Anspruch bestanden habe. Die Erholungsbeihilfen habe die Kl&auml;gerin voraussetzungslos monatlich ausbezahlt, so dass entgegen der gesetzlichen Voraussetzungen die Verwendung dieser Geldmittel zu Erholungszwecken nicht sichergestellt gewesen sei. Die am Jahresende von den Arbeitnehmern der Kl&auml;gerin vordruckm&auml;&szlig;ig jeweils abgegebene Erkl&auml;rung, die erhaltenen Beihilfen f&uuml;r Erholungszwecke verwendet zu haben, entspreche nicht der durch das Gesetz geforderten Sicherstellung der Verwendung; insbesondere h&auml;tten die Arbeitnehmer nicht belegt, zu welchem Zweck die Betr&auml;ge jeweils verwendet worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 16.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;81\/10 dahingehend abzu&auml;ndern, dass der im Haftungsbescheid &uuml;ber Lohnsteuer und sonstige Lohnabzugsbetr&auml;ge vom 6.&nbsp;Mai 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Februar 2010 ausgewiesene Haftungsbetrag auf 2.046&nbsp;EUR (zuz&uuml;glich Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag) herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Haftungstatbestand des &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG hinsichtlich der den Arbeitnehmern der Kl&auml;gerin gew&auml;hrten und im Revisionsverfahren noch streitigen Zusch&uuml;sse erf&uuml;llt ist. Denn danach haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten und nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG abzuf&uuml;hren hat. Dieser Verpflichtung kam die Kl&auml;gerin bei den hier noch streitigen Zusatzleistungen nicht nach. Denn die Voraussetzungen einer pauschalierten Besteuerung der Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers zu Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r den Internetzugang und die Internetnutzung (Internetpauschale) nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG, f&uuml;r Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte (Fahrtkostenzusch&uuml;sse) nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG und f&uuml;r Erholungsbeihilfen nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG sowie die einer Steuerbefreiung der Kindergartenzusch&uuml;sse nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG liegen nicht vor. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25&nbsp;% u.a. f&uuml;r zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt &uuml;bereignete Personalcomputer sowie Zubeh&ouml;r und Internetzugang erheben. Entsprechendes gilt f&uuml;r Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers, die zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r die Internetnutzung gezahlt werden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Zusatzleistungen sind nur solche, die der Arbeitgeber erbringt, ohne dass darauf der Arbeitnehmer einen Anspruch hat; zur weiteren Begr&uuml;ndung wird insoweit auf das Senatsurteil vom 19.&nbsp;September 2012 VI&nbsp;R&nbsp;54\/11 (zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt) Bezug genommen. Dort hatte der Senat zu den Tatbest&auml;nden des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG (Internetpauschale) und &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG (Kindergartenzusch&uuml;sse) entschieden. Entsprechendes gilt f&uuml;r die zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleisteten Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz 2 EStG. Auch f&uuml;r diese Zusch&uuml;sse kommt eine Pauschalbesteuerung nur in Betracht, soweit die Zusch&uuml;sse freiwillig geleistet werden und nicht schon Teil des ohnehin geschuldeten Arbeitslohns sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat nach Ma&szlig;gabe dieser Rechtsgrunds&auml;tze zutreffend entschieden, dass die Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin s&auml;mtliche hier streitigen Zusatzleistungen nach &sect;&nbsp;5 des Arbeitsvertrags in der ab 1.&nbsp;Mai 2006 geltenden Fassung beanspruchen konnten, die Zusatzleistungen also Teil des geschuldeten Arbeitslohns waren und mithin nicht zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin kann sich auch nicht mit Erfolg auf die in den Streitjahren anwendbaren Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) berufen, nach denen es unerheblich war, ob die zus&auml;tzliche Leistung ihrerseits vom Arbeitgeber geschuldet oder freiwillig gew&auml;hrt wurde (R&nbsp;21c Satz&nbsp;7 LStR&nbsp;2005). Denn auch danach lag keine zus&auml;tzliche Leistung vor, wenn eine zweckbestimmte Leistung unter Anrechnung auf den vereinbarten Arbeitslohn oder durch Umwandlung des vereinbarten Arbeitslohns gew&auml;hrt wurde (R&nbsp;21c Satz&nbsp;4 LStR&nbsp;2005). Davon war im Streitfall auszugehen, nachdem die bisherigen Bruttoarbeitsl&ouml;hne in den Arbeitsvertr&auml;gen jeweils herabgesetzt und daf&uuml;r um monatliche Zusatzleistungen erg&auml;nzt worden waren. Auf die Frage, ob der Haftungsbescheid ermessensfehlerhaft w&auml;re, wenn er entgegen einer in den Lohnsteuer-Richtlinien ge&auml;u&szlig;erten Rechtsansicht ergangen w&auml;re, kommt es daher nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz 1 Nr.&nbsp;3 EStG kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25&nbsp;% erheben, soweit er Erholungsbeihilfen gew&auml;hrt, wenn diese bestimmte Jahresbetr&auml;ge nicht &uuml;bersteigen und der Arbeitgeber sicherstellt, dass die Beihilfen zu Erholungszwecken verwendet werden. &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG fordert damit nicht nur einen ganz bestimmten Verwendungszweck der insoweit gew&auml;hrten Leistungen, n&auml;mlich die Mittelverwendung f&uuml;r Zwecke der Erholung, sondern auch eine &Uuml;berpr&uuml;fung durch den Arbeitgeber, dass seine Arbeitnehmer diese als Erholungsbeihilfen gew&auml;hrten Leistungen tats&auml;chlich zu diesem Zweck verwenden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gemessen daran hat das FG aus revisionsrechtlicher Sicht rechtsfehlerfrei entschieden, dass die Voraussetzungen der Pauschalierung nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG nicht vorliegen, weil die Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin nicht sichergestellt hatte, dass die Beihilfen tats&auml;chlich zu Erholungszwecken verwendet wurden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG bestimmt nicht ausdr&uuml;cklich, unter welchen Voraussetzungen der Verwendungszweck der Zuwendungen durch den Arbeitgeber hinreichend sichergestellt ist (so bereits FG K&ouml;ln, Urteil vom 4.&nbsp;Juni 1996&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;4967\/93, EFG 1997, 110, das die Norm insgesamt als anachronistische Subventionsvorschrift bezeichnete). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn allerdings das Gesetz fordert, dass die Arbeitgeberleistungen nicht nur bestimmten Zwecken dienen sollen, sondern der Arbeitgeber auch sicherzustellen hat, dass sie zu Erholungszwecken verwendet werden, dann gen&uuml;gen jedenfalls Vermutungen &uuml;ber die Mittelverwendung nicht. Das tatbestandlich vorausgesetzte &quot;sicherstellen&quot; ist schon nach seinem Wortsinn deutlich enger und stellt strengere Anforderungen als eine blo&szlig;e Vermutung oder gar ein allein vom Arbeitgeber bestimmter, aber nicht weiter objektivierter Verwendungszweck. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf Grundlage der hier vom FG getroffenen Feststellungen, nach denen die Leistungen f&uuml;r die Erholungsbeihilfen von der Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin durchlaufend monatlich als pauschale Zahlung erbracht worden waren, kann jedenfalls von einer Sicherstellung des Verwendungszwecks durch den Arbeitgeber nicht ausgegangen werden. Unzureichend ist, wenn die Arbeitnehmer, wie im Streitfall, den jeweiligen Zweck, zu dem sie die erhaltenen Betr&auml;ge verwendet haben, nicht angeben. Denn damit ist ein Mindestma&szlig; an Vergewisserung &uuml;ber den Verwendungszweck nicht in der Weise gew&auml;hrleistet, dass der Arbeitgeber selbst auf Grund der Erkl&auml;rungen der Arbeitnehmer entscheiden kann, ob die Mittel tats&auml;chlich zu Erholungszwecken verwendet worden waren. Deshalb gen&uuml;gt auch entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin jedenfalls keine &#8211;wenn auch plausible&#8211; Vermutung, wonach die zugewendeten Geldbetr&auml;ge typischerweise die f&uuml;r Freizeitveranstaltungen und Urlaube j&auml;hrlich get&auml;tigten Ausgaben nicht &uuml;berschreiten. Denn sichergestellt ist die Mittelverwendung damit nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Angesichts dessen kann der Senat im hier vorliegenden Streitfall auch dahinstehen lassen, inwieweit die von der Finanzverwaltung zu Grunde gelegten Vereinfachungsregelungen, die etwa von einer hinreichenden Sicherstellung von Beihilfezahlungen f&uuml;r Erholungszwecke ausgehen, wenn die Zahlungen in zeitlicher N&auml;he zur Urlaubszeit erfolgen, den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.9.2012, VI R 55\/11 Zusch&uuml;sse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn &#8211; Erholungsbeihilfen &#8211; Mindestma&szlig; an Vergewisserung &uuml;ber den Verwendungszweck &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.09.2012 VI R 54\/11 Leits&auml;tze 1. Der &quot;ohnehin geschuldete Arbeitslohn&quot; ist der arbeitsrechtlich geschuldete. &quot;Zus&auml;tzlich&quot; zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn i.S. des &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 EStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-55-11-zuschuesse-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erholungsbeihilfen-mindestmass-an-vergewisserung-ueber-den-verwendungszweck-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19092012-vi-r-54-11\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;55\/11 &#8211; Zusch&uuml;sse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn &#8211; Erholungsbeihilfen &#8211; Mindestma&szlig; an Vergewisserung &uuml;ber den Verwendungszweck &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.09.2012 VI R 54\/11<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6571","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6571\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}