{"id":65737,"date":"2016-02-03T17:46:22","date_gmt":"2016-02-03T15:46:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65737"},"modified":"2016-02-03T17:46:22","modified_gmt":"2016-02-03T15:46:22","slug":"iv-r-12-12-auslegung-des-klagebegehrens-durch-den-bfh-bestimmung-des-gegenstands-einer-anfechtungsklage-gegen-einen-gewinnfeststellungsbescheid-anfechtbarkeit-der-feststellung-eines-sonderbetriebsgewi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-12-12-auslegung-des-klagebegehrens-durch-den-bfh-bestimmung-des-gegenstands-einer-anfechtungsklage-gegen-einen-gewinnfeststellungsbescheid-anfechtbarkeit-der-feststellung-eines-sonderbetriebsgewi\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;12\/12 &#8211; Auslegung des Klagebegehrens durch den BFH &#8211; Bestimmung des Gegenstands einer Anfechtungsklage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid &#8211; Anfechtbarkeit der Feststellung eines Sonderbetriebsgewinns &#8211; Bindung des BFH an die Feststellungen des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2015, IV R 12\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Auslegung des Klagebegehrens durch den BFH &#8211; Bestimmung des Gegenstands einer Anfechtungsklage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid &#8211; Anfechtbarkeit der Feststellung eines Sonderbetriebsgewinns &#8211; Bindung des BFH an die Feststellungen des FG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 10. Januar 2012&nbsp;&nbsp;8 K 1089\/09 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 27. Juli 2012 wird dahin ge&auml;ndert, dass der Gewinn aus Gesamthandsbilanz in H&ouml;he von &#8230; EUR festgestellt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben der Beklagte zu 84,4 % und die Kl&auml;ger zu 15,6 % zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Tatbestand ist aus Gr&uuml;nden des Steuergeheimnisses nicht zur Ver&ouml;ffentlichung geeignet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II.Auf die Revision des FA wird die Vorentscheidung aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angegriffene Urteil ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, da der w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangene, nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid 2006 vom 27.&nbsp;Juli 2012 an die Stelle des angegriffenen Bescheids getreten und nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Revisionsverfahrens geworden ist (vgl. zu den Besonderheiten bei einem verschiedene Feststellungen umfassenden Gewinnfeststellungsbescheid: Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764). Damit liegt dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid mit der Folge zugrunde, dass das FG-Urteil keinen Bestand haben kann (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;29\/07, BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, und vom 19.&nbsp;Juli 2011 IV&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFHE 234, 226, BStBl II 2011, 878).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat entscheidet aufgrund seiner Befugnis aus den &sect;&sect;&nbsp;121 und 100 FGO in der Sache selbst (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Da sich hinsichtlich der streitigen Punkte keine &Auml;nderungen ergeben haben und die Kl&auml;ger auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt haben, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO (vgl. BFH-Urteile in BFHE 230, 215, BStBl II 2011, 511, und in BFHE 234, 226, BStBl II 2011, 878).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Klage gegen den Gewinnfeststellungsbescheid 2006 vom 27.&nbsp;Juli 2012 ist &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt insoweit zur Ab&auml;nderung des Gewinnfeststellungsbescheids. Im &Uuml;brigen ist sie unbegr&uuml;ndet und wird insoweit abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat legt die Klage dahin aus, dass diese von vornherein nur auf die Anfechtung der Feststellung des Gewinns aus der Gesamthandsbilanz der Kl&auml;gerin gerichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH kann die Klageschrift ohne Bindung an die Feststellungen des FG selbst auslegen (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2012, 1479). Als prozessuale Willenserkl&auml;rung ist die Klageschrift in gleicher Weise wie Willenserkl&auml;rungen im Sinne des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) analog &sect;&nbsp;133 BGB auszulegen. Dabei sind zur Bestimmung des Gegenstands des Klagebegehrens (vgl. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) alle bekannten und vern&uuml;nftigerweise erkennbaren Umst&auml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1479). An die Fassung der Antr&auml;ge ist das Gericht dabei nicht gebunden (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei der Auslegung des Klagebegehrens ist die prozessuale Selbst&auml;ndigkeit der in einem Gewinnfeststellungsbescheid enthaltenen einzelnen Feststellungen zu beachten. Die Klage gegen einen Feststellungsbescheid kann verschiedene Ziele verfolgen. Ein Feststellungsbescheid fasst einzelne Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen zusammen, die &#8211;soweit sie eine rechtlich selbst&auml;ndige W&uuml;rdigung enthalten und eines rechtlich selbst&auml;ndigen Schicksals f&auml;hig sind&#8211; selbst&auml;ndiger Gegenstand des Klagebegehrens sein k&ouml;nnen. Solche selbst&auml;ndige Feststellungen sind insbesondere die Qualifikation der Eink&uuml;nfte, das Bestehen einer Mitunternehmerschaft, die H&ouml;he des Gesamtgewinns, des laufenden Gewinns, eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns oder eines Sondergewinns bzw. einer Sonderverg&uuml;tung (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;34\/07, BFH\/NV 2010, 2246, und vom 16.&nbsp;April 2015 IV&nbsp;R&nbsp;44\/12, BFH\/NV 2015, 1085).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der von den Kl&auml;gern angefochtene Gewinnfeststellungsbescheid enth&auml;lt hinsichtlich der im Streitfall allein streitigen Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb nur die rechtlich selbst&auml;ndige Feststellung eines Gewinns aus der Gesamthandsbilanz in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. In die Berechnung des festgestellten Gesamthandsgewinns ist das Entgelt des Kl&auml;gers f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung an den Anteilen der X&nbsp;AG in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR eingeflossen. Dies l&auml;sst sich der dem urspr&uuml;nglichen Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 beigef&uuml;gten Anlage entnehmen. Davon sind ersichtlich auch die Beteiligten und das FG ausgegangen, weshalb der Senat insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen absieht. Eine ausdr&uuml;ckliche (selbst&auml;ndige) Feststellung der Sonderbetriebseinnahmen bzw. eines Sondergewinns enthalten weder der hier nunmehr streitgegenst&auml;ndliche Gewinnfeststellungsbescheid vom 27.&nbsp;Juli 2012 noch der Gewinnfeststellungsbescheid vom 8.&nbsp;Mai 2008, der Gegenstand des Klageverfahrens war. Eine entsprechende Feststellung war ebenso wenig in dem urspr&uuml;nglichen Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Gewinnfeststellungsbescheid kann auch nicht durch Auslegung dahin umgedeutet werden, dass dieser konkludent die selbst&auml;ndige Feststellung eines dem Kl&auml;ger zuzurechnenden Sondergewinns auch ohne einen entsprechenden ausdr&uuml;cklichen Regelungsausspruch enth&auml;lt. Zwar wird in der dem urspr&uuml;nglichen Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 beigef&uuml;gten Anlage ausgef&uuml;hrt, dass der Abl&ouml;sebetrag f&uuml;r den Nie&szlig;brauch (gemeint ist die Nutznie&szlig;ung) in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR als Sonderbetriebseinnahme des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigt werde. Weiter wird erl&auml;utert, dass die von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rten Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR sich um eine Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (5&nbsp;% von &#8230;&nbsp;EUR x 375&nbsp;%, davon 5\/6) auf &#8230;&nbsp;EUR verminderten, die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb daher insgesamt &#8230;&nbsp;EUR betr&uuml;gen. Zwar enth&auml;lt der urspr&uuml;ngliche Gewinnfeststellungsbescheid in den &quot;Erl&auml;uterungen&quot; einen Hinweis auf die Anlage, deren Inhalt hat in dem Gewinnfeststellungsbescheid aber keinen Niederschlag gefunden. Die Ausf&uuml;hrungen in der Anlage k&ouml;nnen den Regelungsausspruch im Gewinnfeststellungsbescheid weder erweitern noch erg&auml;nzen. Sie dienen lediglich dazu, einen bestimmten Regelungsausspruch (hier die Feststellung des Gesamthandsgewinns) n&auml;her zu erl&auml;utern. Die Erl&auml;uterungen in der dem Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 beigef&uuml;gten Anlage w&auml;ren &uuml;berdies f&uuml;r die Auslegung des hier streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnfeststellungsbescheids vom 27.&nbsp;Juli 2012 nicht heranzuziehen, da der Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 durch den sp&auml;teren Erlass der &Auml;nderungsbescheide in seinen Wirkungen vollst&auml;ndig suspendiert worden ist. In dem hier streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnfeststellungsbescheid vom 27.&nbsp;Juli 2012 ist eine entsprechende Erl&auml;uterung weder enthalten noch wird auf die Ausf&uuml;hrungen in der Anlage zum fr&uuml;heren Bescheid Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Davon ausgehend ist der von den Kl&auml;gern bereits mit dem Klagebegr&uuml;ndungsschriftsatz vom 9.&nbsp;April 2009 angek&uuml;ndigte und in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 10.&nbsp;Januar 2012 gestellte Antrag, die festgestellten Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb des Kl&auml;gers bei der Kl&auml;gerin um die Einnahmen aus der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; des &quot;Ertragsnie&szlig;brauchsrechts&quot; in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zu reduzieren und die &quot;Einnahmen&quot; der Kl&auml;gerin auf &#8230; EUR festzustellen, rechtsschutzgew&auml;hrend dahin auszulegen, dass damit die &Auml;nderung des Gewinnfeststellungsbescheids dahingehend begehrt worden ist, dass der Gewinn aus der Gesamthandsbilanz unter Au&szlig;erachtlassung des Entgelts f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung um &#8230;&nbsp;EUR niedriger festzustellen ist. Das Klagebegehren kann demgegen&uuml;ber, anders als das FG meint, nicht als isolierte Anfechtung der Sonderbetriebseinnahmen des Kl&auml;gers ausgelegt werden. Eine solche Auslegung scheitert, wie dargelegt, schon daran, dass weder in dem der Vorentscheidung zu Grunde liegenden Gewinnfeststellungsbescheid vom 8.&nbsp;Mai 2008 noch in dem hier streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnfeststellungsbescheid die Feststellung eines Sondergewinns f&uuml;r den Kl&auml;ger enthalten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesem Streitgegenstand ist die Klage &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet. Die Feststellung des Gewinns aus der Gesamthandsbilanz ist insoweit fehlerhaft, als das Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung an den Anteilen der X&nbsp;AG in die Berechnung des Gesamthandsgewinns mit eingeflossen ist (dazu unter&nbsp;aa). Dies f&uuml;hrt indes nicht zu einer vollst&auml;ndigen Stattgabe der Klage, weil bedingt durch die Herabsetzung des Gesamthandsgewinns die von dem FA ber&uuml;cksichtigte Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ebenfalls r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist (dazu unter cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung an den Anteilen an der X&nbsp;AG ist bei der Feststellung des Gesamthandsgewinns der Kl&auml;gerin nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Die Nutznie&szlig;ung stand alleine dem Kl&auml;ger zu und war daher nicht in der Gesamthandsbilanz der Kl&auml;gerin, sondern allenfalls in einer f&uuml;r den Kl&auml;ger zu erstellenden Sonderbilanz zu erfassen. Entsprechend kann das Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung allenfalls als Sonderbetriebseinnahme des Kl&auml;gers den Gesamtgewinn (nicht zu verwechseln mit dem Gesamthandsgewinn) der Kl&auml;gerin erh&ouml;hen. Davon gehen im Ergebnis auch die Beteiligten aus, weshalb der Senat insoweit auf weitere Ausf&uuml;hrungen verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hier allein streitgegenst&auml;ndliche Feststellung des Gesamthandsgewinns ist daher um das darin enthaltene Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung an den Anteilen an der X&nbsp;AG in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zu k&uuml;rzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da die Feststellung von Sonderbetriebseinnahmen des Kl&auml;gers nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, hat der Senat nicht im Wege einer Saldierung dar&uuml;ber zu befinden, ob das FA dem Grunde nach zu Recht das Nutznie&szlig;ungsrecht des Kl&auml;gers dessen Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der Kl&auml;gerin zugeordnet hat. Gleichwohl weist der Senat darauf hin, dass erhebliche Zweifel daran bestehen, dass das FA mit seinen rechtlichen Einwendungen in dem Revisionsverfahren h&auml;tte durchdringen k&ouml;nnen. Insoweit nimmt der Senat zun&auml;chst Bezug auf seine j&uuml;ngere Rechtsprechung zu vergleichbaren Sachverhalten (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;13\/08, BFH\/NV 2012, 1112, und vom 17.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;R&nbsp;51\/08, BFH\/NV 2012, 723, jeweils mit umfangreichen Nachweisen). Hinzu kommt, dass die W&uuml;rdigung der Beziehungen zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft ebenso wie die W&uuml;rdigung, inwieweit die Mitunternehmer ihre Einflussm&ouml;glichkeit auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kapitalgesellschaft im wirtschaftlichen Interesse der Personengesellschaft aus&uuml;ben, und die weitere W&uuml;rdigung, ob die Kapitalgesellschaft &uuml;ber einen eigenen selbst&auml;ndigen Gesch&auml;ftsbetrieb verf&uuml;gt, als Tatfrage vom FG zu kl&auml;ren und der BFH an dessen tats&auml;chliche Feststellungen nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden ist, soweit nicht dagegen zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsr&uuml;gen vorgebracht sind. Entsprechende R&uuml;gen hat das FA nicht erhoben. Auch l&auml;sst die sehr ausf&uuml;hrliche Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG keinen Versto&szlig; gegen die Denkgesetze erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die von dem FA bei der Feststellung des Gewinns aus der Gesamthandsbilanz in Abzug gebrachte Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ist r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Ausweislich der Anlage zum Gewinnfeststellungsbescheid vom 7.&nbsp;April 2008 hat das FA den Gesamthandsgewinn der Kl&auml;gerin nicht im Umfang des Entgelts von &#8230;&nbsp;EUR erh&ouml;ht. Vielmehr hat das FA insoweit gewinnmindernd eine Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt. Diese ist, da das Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Nutznie&szlig;ung in vollem Umfang nicht bei der Feststellung des Gesamthandsgewinns zu ber&uuml;cksichtigen ist, ebenfalls r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Davon ausgehend ist der Gewinnfeststellungsbescheid vom 27.&nbsp;Juli 2012 hinsichtlich der Feststellung des Gesamthandsgewinns wie folgt zu &auml;ndern:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Gewinn aus Gesamthandsbilanz bisher:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230; EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">abz&uuml;glich Entgelt f&uuml;r Verzicht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230; EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">zuz&uuml;glich Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><span style=\"text-decoration:underline\">&nbsp;&#8230; EUR<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><strong>Gewinn aus Gesamthandsbilanz <\/strong><strong>neu:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230; EUR<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 FGO. Die Kosten des gesamten Verfahrens tragen das FA zu 84,4&nbsp;% und die Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO nach Kopfteilen zu 15,6&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2015, IV R 12\/12 Auslegung des Klagebegehrens durch den BFH &#8211; Bestimmung des Gegenstands einer Anfechtungsklage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid &#8211; Anfechtbarkeit der Feststellung eines Sonderbetriebsgewinns &#8211; Bindung des BFH an die Feststellungen des FG Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 10. Januar 2012&nbsp;&nbsp;8 K 1089\/09 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-12-12-auslegung-des-klagebegehrens-durch-den-bfh-bestimmung-des-gegenstands-einer-anfechtungsklage-gegen-einen-gewinnfeststellungsbescheid-anfechtbarkeit-der-feststellung-eines-sonderbetriebsgewi\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;12\/12 &#8211; Auslegung des Klagebegehrens durch den BFH &#8211; Bestimmung des Gegenstands einer Anfechtungsklage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid &#8211; Anfechtbarkeit der Feststellung eines Sonderbetriebsgewinns &#8211; Bindung des BFH an die Feststellungen des FG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65737","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65737\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}