{"id":65752,"date":"2016-02-03T17:47:06","date_gmt":"2016-02-03T15:47:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65752"},"modified":"2016-02-03T17:47:06","modified_gmt":"2016-02-03T15:47:06","slug":"xi-r-47-13-zur-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis-is-des-par-14c-abs-2-ustg-teilaufnahme-eines-wegen-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens-unterbrochenen-re","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-47-13-zur-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis-is-des-par-14c-abs-2-ustg-teilaufnahme-eines-wegen-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens-unterbrochenen-re\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;47\/13 &#8211; Zur Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis i.S. des &sect; 14c Abs. 2 UStG &#8211; Teilaufnahme eines wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens unterbrochenen Revisionsverfahrens durch Insolvenzschuldner"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2015, XI R 47\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis i.S. des &sect; 14c Abs. 2 UStG &#8211; Teilaufnahme eines wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens unterbrochenen Revisionsverfahrens durch Insolvenzschuldner<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 12. September 2013&nbsp;&nbsp;10 K 692\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betrieb ab August 2010 einen &quot;Gro&szlig;- und Einzelhandel mit Klebeb&auml;ndern und Verpackungen sowie deren Bedruckung und Eventplanung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Besteuerungszeitraum 2011 (Streitjahr) war die Kl&auml;gerin als &quot;zwischengeschaltete&quot; Unternehmerin in von ihr so bezeichnete &quot;Streckengesch&auml;fte&quot; (bei denen die Warenbewegung unmittelbar vom jeweiligen Lieferanten der Kl&auml;gerin an deren Abnehmer erfolgte) &uuml;ber die angebliche Lieferung von Aluminium- und Stretchfolien (nachfolgend: Folienlieferungen) eingebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Zeit von M&auml;rz 2011 bis September 2011 erhielt die Kl&auml;gerin Rechnungen &uuml;ber angebliche Folienlieferungen von der E-GmbH, F-GmbH i.L., G-GmbH, H-GmbH und K (nachfolgend gemeinsam: Lieferanten). Die in den eingegangenen Rechnungen gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer in H&ouml;he von 133.788,51&nbsp;EUR zog die Kl&auml;gerin als Vorsteuer ab. Zum Zeitpunkt der streitgegenst&auml;ndlichen Folienlieferungen unterhielt nur die H-GmbH ein wirtschaftlich aktives Unternehmen, hatte tats&auml;chlich jedoch keine Gesch&auml;ftsbeziehungen zur Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die angebliche Weiterlieferung der Folien stellte die Kl&auml;gerin im gleichen Zeitraum an die B-GmbH gerichtete Rechnungen aus, in denen sie Umsatzsteuer in H&ouml;he von 147.069,63&nbsp;EUR gesondert auswies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sowohl den Kontakt zur B-GmbH als auch den Kontakt zu den Lieferanten vermittelte G.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Obwohl die angeblich gelieferten Folien sich zu keiner Zeit am Standort des Unternehmens der Kl&auml;gerin befunden hatten, brachte sie auf den eingehenden Lieferscheinen sowie auf den Ausgangsrechnungen und den dazugeh&ouml;rigen Lieferscheinen verschiedene Vermerke &uuml;ber Art und Weise der Lieferung an, wie z.B.&quot;Palettentausch&quot; bzw. &quot;alle Paletten getauscht&quot; oder &quot;Abholung per Spedition&quot; bzw. &quot;die Lieferung erfolgt per Selbstabholung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angeblichen Lieferungen bezahlte die Kl&auml;gerin per Verrechnungsscheck. Sie &uuml;bergab die Verrechnungsschecks jedoch nicht direkt den Lieferanten, sondern an eine Bekannte, die die Schecks zun&auml;chst an G weitergeben sollte, damit dieser sie an den jeweiligen Lieferanten weiterreichen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer im Juli 2012 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingegangenen Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2011 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin u.a. steuerpflichtige Lieferungen an die B-GmbH in H&ouml;he von 716.987,76&nbsp;EUR und errechnete eine Umsatzsteuer von 17.498,75&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Steuerfahndungspr&uuml;fung stellte die Steuerfahndungsstelle des Finanzamts X fest, dass sowohl den Wareneink&auml;ufen bei den Lieferanten als auch den erkl&auml;rten Ums&auml;tzen an die B-GmbH tats&auml;chlich keine Warenlieferungen zugrunde lagen und es sich bei den Rechnungen um sogenannte Scheinrechnungen handele, die ausschlie&szlig;lich dazu h&auml;tten dienen sollen, der Kl&auml;gerin (aus den Rechnungen der Lieferanten) und der B-GmbH (aus den Rechnungen der Kl&auml;gerin) den Vorsteuerabzug zu erm&ouml;glichen. Der Kl&auml;gerin stehe ein Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der Lieferanten nicht zu; sie schulde die von ihr ausgewiesene Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 30.&nbsp;August 2012 an die B-GmbH unter deren neuer Firma &quot;&#8230; GmbH&quot; forderte die Kl&auml;gerin die an die B-GmbH gestellten Rechnungen zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte der Auffassung der Steuerfahndung und erlie&szlig; am 9.&nbsp;Oktober 2012 einen ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem die Umsatzsteuer auf 162.129,16&nbsp;EUR festgesetzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 77 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG entschied, das FA habe zu Recht die Umsatzsteuer in H&ouml;he von 147.069,63&nbsp;EUR gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG festgesetzt, da den von der Kl&auml;gerin ausgestellten und an die B-GmbH ausgegebenen Rechnungen unstreitig keine Leistungen zugrunde gelegen h&auml;tten. Die Auffassung der Kl&auml;gerin, die vom Rechnungsaussteller gesetzte Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bestehe nicht mehr fort, wenn der Fiskus die Zweifelhaftigkeit der Lieferung kenne bzw. kennen m&uuml;sse, finde keine St&uuml;tze im Gesetz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Vorsteuerabzug aus den zugeh&ouml;rigen Rechnungen habe das FA ebenfalls zu Recht versagt. Das Tatbestandsmerkmal &quot;Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen&quot; erfordere, dass die Leistung tats&auml;chlich ausgef&uuml;hrt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes seien im Festsetzungsverfahren nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Sie sei auch nicht gutgl&auml;ubig gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin sowohl Verfahrensfehler als auch die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG-Urteil sei nicht i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung (FGO) mit Gr&uuml;nden versehen. Das FG habe zum einen ohne weitere Auseinandersetzung und ohne eigene Tatsachenermittlung festgestellt, dass im Streitfall &quot;unstreitig&quot; keine tats&auml;chlichen Leistungen erbracht worden seien. Diese Feststellung sei jedoch entgegen der Auffassung des FG gerade nicht unstreitig. Zum anderen habe das FG nicht ausgef&uuml;hrt, aufgrund welcher Tatsachenw&uuml;rdigung es davon ausgegangen sei, dass die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens nicht beseitigt worden sei. Es habe sich insoweit nicht einfach auf die Mitteilung des f&uuml;r die Besteuerung der B-GmbH unzust&auml;ndigen FA verlassen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In materiell-rechtlicher Hinsicht habe das FG &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 UStG falsch angewendet. Die Steuerfahndung sei aufgrund ihrer Ermittlungen bereits im September 2011 davon ausgegangen, dass die B-GmbH von ihr (der Kl&auml;gerin) Scheinrechnungen erhalten habe, und h&auml;tte daher die f&uuml;r die Umsatzbesteuerung der B-GmbH zust&auml;ndige Stelle des Finanzamts Y informieren m&uuml;ssen. Eine Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens w&auml;re damit jedenfalls f&uuml;r die von ihr im September ausgestellten Rechnungen ausgeschlossen gewesen, da der Vorsteuerabzug hieraus fr&uuml;hestens im Oktober 2011 geltend gemacht werden konnte und vom Finanzamt Y h&auml;tte versagt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens er&ouml;ffnete das Amtsgericht &#8230; mit Beschluss vom &#8230;.&nbsp;M&auml;rz 2014 (Az. &#8230;) das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin. Die Zahllast aus der Umsatzsteuerfestsetzung 2011 vom 9.&nbsp;Oktober 2012 (144.630,41&nbsp;EUR) wurde vom FA nach Abzug bereits getilgter Betr&auml;ge (6.094,46&nbsp;EUR) in H&ouml;he von 138.535,95&nbsp;EUR zur Tabelle angemeldet und vom Insolvenzverwalter im Pr&uuml;fungstermin vom 23.&nbsp;Mai 2014 in dieser H&ouml;he festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Insolvenzverwalter erkl&auml;rte mit Schreiben vom 14.&nbsp;April 2014 die Freigabe &quot;des Revisionsverfahrens vor dem Bundesfinanzhof wegen Umsatzsteuer 2011, Az.: XI&nbsp;R&nbsp;47\/13&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte hat mit Schriftsatz vom 28.&nbsp;November 2014 unter Vorlage einer erneuten Vollmacht im Namen der Kl&auml;gerin die Aufnahme des Verfahrens erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und das Verfahren zur erneuten Verhandlung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gten Verfahrensfehler l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &quot;&Uuml;berlagerung&quot; der &#8211;hier vorliegenden&#8211; abstrakten Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens durch ein Mitverschulden der Finanzbeh&ouml;rden scheide aus, da ein solches Mitverschulden gem&auml;&szlig; der Konzeption von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 UStG nur relevant sein k&ouml;nnte, wenn es sich &#8211;was hier nicht der Fall sei&#8211; auf die Ausstellung der Rechnung bez&ouml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO), soweit das Verfahren fortgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin konnte das Revisionsverfahren nur insoweit aufnehmen, als die streitgegenst&auml;ndlichen Umsatzsteuerschulden gezahlt worden sind (s. dazu unter 1.). Die von ihr erhobenen Verfahrensr&uuml;gen haben keinen Erfolg (s. dazu unter 2.). Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass die Kl&auml;gerin die in den von ihr ausgestellten Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG schuldet und sie aus den an sie gerichteten Rechnungen keinen Vorsteuerabzug geltend machen kann (s. dazu unter 3. und 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das durch Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin zun&auml;chst gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;240 der Zivilprozessordnung unterbrochene Revisionsverfahren wird aufgrund der Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin nur in H&ouml;he von 6.094,46&nbsp;EUR fortgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Insolvenzverwalter hat den Rechtsstreit nicht aufgenommen. Die Freigabe eines streitbefangenen Massegegenstandes bedeutet regelm&auml;&szlig;ig, dass der Insolvenzverwalter die Aufnahme des Verfahrens ablehnt (M&uuml;nchKommInsO\/Schumacher, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;85 Rz&nbsp;23, m.w.N.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;ZR&nbsp;333\/00, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht 2003, 943, unter I.2.a, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dies ist vorliegend nur in H&ouml;he von 6.094,46&nbsp;EUR der Fall. Von den f&auml;lligen Steuerschulden der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 144.630,41&nbsp;EUR sind insgesamt 6.094,46&nbsp;EUR getilgt worden (verrechnete Erstattung bez&uuml;glich Einkommensteuer 2012 und Solidarit&auml;tszuschlag 2012: 2.459&nbsp;EUR und 133,61&nbsp;EUR, Zahlung der Kl&auml;gerin: 195,35&nbsp;EUR, Zahlungen Dritter: 3.306,50&nbsp;EUR). In dieser H&ouml;he waren die Umsatzsteuerschulden entrichtet, was bedeutet, dass es sich insoweit um einen Aktivprozess i.S. von &sect;&nbsp;85 der Insolvenzordnung (InsO) handelt, weil das Verfahren dazu f&uuml;hren soll, dass die zur Verteilung anstehende Masse vergr&ouml;&szlig;ert wird (vgl. dazu z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 VII&nbsp;R&nbsp;11\/05, BFHE 212, 11, BStBl II 2006, 573, unter II.1.b, Rz&nbsp;9; vom 27.&nbsp;Oktober 2011 III&nbsp;R&nbsp;60\/09, BFH\/NV 2012, 576, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die nicht getilgten Umsatzsteuerschulden in H&ouml;he von 138.535,95&nbsp;EUR zur Insolvenztabelle festgestellt worden sind, war die Kl&auml;gerin nicht zur Aufnahme des insoweit vorliegenden Passivprozesses berechtigt. Liegt f&uuml;r eine Insolvenzforderung &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein vollstreckbarer Schuldtitel vor, so obliegt es dem Insolvenzschuldner, einen von ihm erhobenen Widerspruch binnen einer Frist von einem Monat, beginnend mit dem Pr&uuml;fungstermin, durch Aufnahme des anh&auml;ngigen Rechtsstreits zu verfolgen (&sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 und&nbsp;2 InsO; vgl. dazu: M&uuml;nchKommInsO\/Schumacher, a.a.O., &sect;&nbsp;184 Rz&nbsp;8d; Leipold, Deutsche Steuerzeitung 2012, 103, 114). Dies ist nicht erfolgt. Die Kl&auml;gerin hat das Verfahren erst am 28.&nbsp;November 2014 und damit mehr als einen Monat nach dem Pr&uuml;fungstermin am 23.&nbsp;Mai 2014 aufgenommen. Ihre Aufnahmeerkl&auml;rung ist daher insoweit unwirksam (vgl. BFH-Urteil in BFHE 212, 11, BStBl II 2006, 573, unter II.4., Rz&nbsp;15; BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 X&nbsp;B&nbsp;224\/08, BFH\/NV 2009, 1149, unter II.2., Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin war nur insoweit befugt, den Rechtsstreit aufzunehmen, als ein Aktivprozess vorliegt (&sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 InsO; vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Februar 2014 XI&nbsp;R&nbsp;1\/12, BFH\/NV 2014, 1398, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gten Verfahrensm&auml;ngel sind teilweise nicht ausreichend dargelegt und liegen im &Uuml;brigen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ist das Urteil des FG i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 und &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 FGO mit Gr&uuml;nden versehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO liegt nur dann vor, wenn die Urteilsgr&uuml;nde ganz oder zum Teil fehlen und sie den Prozessbeteiligten keine Kenntnis dar&uuml;ber vermitteln, auf welchen Feststellungen, Erkenntnissen und rechtlichen &Uuml;berlegungen das Urteil beruht, d.h. wenn den Beteiligten die M&ouml;glichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. dazu z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;September 2012 III&nbsp;B&nbsp;222\/10, BFH\/NV 2013, 71, Rz&nbsp;39; vom 9.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;B&nbsp;103\/12, BFH\/NV 2013, 1923, Rz&nbsp;22). Eine aus Sicht des Beteiligten l&uuml;ckenhafte oder fehlerhafte Begr&uuml;ndung des Urteils stellt aber grunds&auml;tzlich keinen Mangel i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO dar (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;120\/13, BFH\/NV 2014, 686, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;gaben ist die Vorentscheidung mit Gr&uuml;nden versehen. Die Entscheidungsgr&uuml;nde des FG lassen hinreichend erkennen, auf Grund welcher Erw&auml;gungen das FG zu dem von ihm gefundenen Ergebnis gelangt ist. Insbesondere ergibt sich &#8211;wie die Kl&auml;gerin selbst in der Revisionsbegr&uuml;ndung ausf&uuml;hrt&#8211; aus der Wiedergabe der Pr&uuml;fungsfeststellungen im Tatbestand sowie aus den Ausf&uuml;hrungen unter 1.d und 2.a&nbsp;cc, b&nbsp;hh der Entscheidungsgr&uuml;nde, dass das FG davon ausging, dass tats&auml;chlich keine Folienlieferungen stattgefunden haben. Auch hat das FG unter 1.d der Entscheidungsgr&uuml;nde ausdr&uuml;cklich die Auffassung der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckgewiesen, eine Gef&auml;hrdung bestehe jedenfalls dann nicht, wenn der Fiskus die Zweifelhaftigkeit der Lieferung kenne oder kennen m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;gerin mit ihren Ausf&uuml;hrungen in der Revisionsbegr&uuml;ndung die Verletzung der sich aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO ergebenden Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG r&uuml;gen will, hat sie diesen Verfahrensfehler nicht schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine schl&uuml;ssige Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge erfordert die genaue Bezeichnung der ermittlungsbed&uuml;rftigen Tatsachen (pr&auml;zise Angabe der Beweisthemen) sowie die substantiierte Darlegung, inwiefern das Urteil des FG &#8211;ausgehend von dessen materiell-rechtlicher Auffassung&#8211; auf der unterlassenen Beweisaufnahme beruhen k&ouml;nne und was das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme gewesen w&auml;re (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Mai 2011 II&nbsp;R&nbsp;55\/09, BFH\/NV 2011, 1702, Rz&nbsp;9; vom 10.&nbsp;April 2013 I&nbsp;R&nbsp;45\/11, BFHE 241, 332, BStBl II 2013, 771, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diesen Anforderungen gen&uuml;gen die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin in der Revisionsbegr&uuml;ndung nicht. Soweit die Revisionsbegr&uuml;ndung &uuml;berhaupt Ausf&uuml;hrungen dazu enth&auml;lt, welche Tatsachen das FG nach Ansicht der Kl&auml;gerin h&auml;tte ermitteln m&uuml;ssen, fehlt jedenfalls jegliches Vorbringen dazu, welches voraussichtliche Ergebnis die Beweisaufnahme erbracht h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin die in den von ihr an die B-GmbH ausgegebenen Rechnungen gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer in H&ouml;he von 147.069,63&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG schuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wer in einer Rechnung einen Steuerbetrag gesondert ausweist, obwohl er zum gesonderten Ausweis der Steuer nicht berechtigt ist (unberechtigter Steuerausweis), schuldet gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG den ausgewiesenen Betrag. Das Gleiche gilt, wenn jemand wie ein leistender Unternehmer abrechnet und einen Steuerbetrag gesondert ausweist, obwohl er nicht Unternehmer ist oder eine Lieferung oder sonstige Leistung nicht ausf&uuml;hrt (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;14c UStG beruhte im Streitjahr unionsrechtlich auf Art.&nbsp;203 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL), wonach die Mehrwertsteuer von jeder Person geschuldet wird, die diese Steuer in einer Rechnung ausweist. Zweck beider Bestimmungen ist es, als Gef&auml;hrdungstatbestand den Missbrauch durch Ausstellung von Rechnungen zu verhindern und einem Ungleichgewicht von Steuer und Vorsteuerabzug zu begegnen sowie die unberechtigte Ausgabe von Abrechnungen mit gesondert ausgewiesener Steuer zu verhindern, die eine Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens dadurch herbeif&uuml;hrt, dass der Empf&auml;nger der Abrechnung in den Stand versetzt wird, unberechtigt einen Vorsteuerabzug vorzunehmen (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;R&nbsp;41\/12, BFHE 243, 69, BStBl II 2014, 135, Rz&nbsp;12 und 13, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH und des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211;). Derjenige, der mit einer Rechnung (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 UStG) oder einer anderen Urkunde das Umsatzsteueraufkommen gef&auml;hrdet oder sch&auml;digt, muss hierf&uuml;r einstehen (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;April 2011 V&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFHE 234, 430, BStBl II 2011, 954, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen schuldet die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG die mit Ausgabe der von ihr ausgestellten Rechnungen entstandene Steuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat festgestellt, dass keine tats&auml;chlichen Lieferungen von und an die Kl&auml;gerin stattgefunden haben, da die angeblich an die Kl&auml;gerin liefernden Gesellschaften entweder nicht existent bzw. wirtschaftlich inaktiv waren oder &#8211;im Fall der H-GmbH&#8211; tats&auml;chlich keine Gesch&auml;ftsbeziehungen zur Kl&auml;gerin unterhielten. Diese Feststellungen versto&szlig;en weder gegen Denkgesetze noch allgemeine Erfahrungss&auml;tze und wurden von der Kl&auml;gerin &#8211;wie oben unter 2. dargelegt&#8211; nicht mit durchgreifenden Verfahrensr&uuml;gen angegriffen. Der Senat ist damit an diese Feststellungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Mai 2010 XI&nbsp;R&nbsp;78\/07, BFH\/NV 2010, 2132, Rz&nbsp;33; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Rz&nbsp;29 und 30; vom 13.&nbsp;November 2013 XI&nbsp;R&nbsp;24\/11, BFHE 243, 471, BFH\/NV 2014, 471, Rz&nbsp;43 und 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin kommt es nicht darauf an, ob sie Kenntnis von einer ggf. unberechtigten Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs bei der B-GmbH hatte. Ma&szlig;geblich ist allein die durch die Kl&auml;gerin erfolgte Ausstellung einer Rechnung &uuml;ber eine tats&auml;chlich nicht ausgef&uuml;hrte Leistung. Der gesetzliche Tatbestand in &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG verlangt weder, dass der Aussteller der Rechnung (bzw. der Urkunde) deren missbr&auml;uchliche Verwendung durch den Rechnungsempf&auml;nger kennt, noch ist eine dahin gehende Absicht erforderlich (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2006 V&nbsp;R&nbsp;46\/03, BFH\/NV 2006, 1365, unter II.1.a, Rz&nbsp;14; in BFHE 234, 430, BStBl II 2011, 954, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall war &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; die mit Ausgabe der Rechnung eingetretene Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens auch nicht wieder dadurch beseitigt, dass die Steuerfahndung das f&uuml;r die Besteuerung der Rechnungsempf&auml;nger zust&auml;ndige FA h&auml;tte informieren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r den Fall, dass eine mit Ausgabe der Rechnung eingetretene Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens nachtr&auml;glich wieder entf&auml;llt, sieht &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG vor, dass der nach den S&auml;tzen&nbsp;1 und 2 geschuldete Steuerbetrag berichtigt werden kann, soweit die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens beseitigt worden ist. Die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens ist nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG (nur) dann beseitigt, wenn ein Vorsteuerabzug beim Empf&auml;nger der Rechnung nicht durchgef&uuml;hrt oder die geltend gemachte Vorsteuer an die Finanzbeh&ouml;rde zur&uuml;ckgezahlt worden ist. Die Berichtigung des geschuldeten Steuerbetrags ist beim FA gesondert schriftlich zu beantragen und nach dessen Zustimmung in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;r den Besteuerungszeitraum vorzunehmen, in dem die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG eingetreten sind (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 UStG). Die aufgrund des unrichtigen Steuerausweises entstandene Umsatzsteuer besteht bis zur &#8211;ohne R&uuml;ckwirkung eintretenden&#8211; Berichtigung des Steuerbetrags (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 UStG; vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;48\/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, unter II.3.b&nbsp;bb, Rz&nbsp;39; ebenso BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Mai 2015 V&nbsp;B&nbsp;133\/14, BFH\/NV 2015, 1116, Rz&nbsp;6, m.w.N.). Eine r&uuml;ckwirkende Berichtigung eines unberechtigt ausgewiesenen Steuerbetrags widerspr&auml;che dem Regelungszweck von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 UStG (vgl. zu &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 UStG in der bis 2003 geltenden Fassung: BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;April 2005 V&nbsp;B&nbsp;60\/04, BFH\/NV 2005, 1976, unter II.b, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor. Eine Berichtigung der streitgegenst&auml;ndlichen Umsatzsteuer 2011 kommt bereits nach dem eigenen Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht in Betracht. Sie hat selbst ausgef&uuml;hrt, dass sie die Rechnungen erst im August 2012 berichtigt hat. Unter diesen Umst&auml;nden ist eine Berichtigung noch im streitgegenst&auml;ndlichen Besteuerungszeitraum 2011 ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine &uuml;ber &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG hinausgehende M&ouml;glichkeit, wie eine eingetretene Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens beseitigt werden kann, sieht das nationale Recht nicht vor. Soweit die Kl&auml;gerin im Ergebnis meint, die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens k&ouml;nne auch aufgrund anderer Umst&auml;nde &quot;entfallen&quot; bzw. i.S. des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG beseitigt werden, stellt sich diese Frage im Streitfall nicht; denn es ist weder vom FG festgestellt noch von der Kl&auml;gerin vorgetragen worden, dass das f&uuml;r die Besteuerung der B-GmbH zust&auml;ndige Finanzamt Y &uuml;berhaupt Informationen &uuml;ber die Ermittlungsergebnisse der Steuerfahndung des Finanzamts X &#8211;deren Bericht vom 6.&nbsp;August 2012 datiert&#8211; hatte. Die von der Kl&auml;gerin vertretene Auffassung liefe im &Uuml;brigen darauf hinaus, dass die Steuerfahndung stets alle beteiligten Finanz&auml;mter &uuml;ber noch nicht abgeschlossene Ermittlungen unterrichten m&uuml;sste. Dies ist abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Rechtsprechung des EuGH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH wird der Grundsatz der Neutralit&auml;t der Mehrwertsteuer durch die von den Mitgliedstaaten vorzusehende M&ouml;glichkeit gewahrt, jede zu Unrecht in Rechnung gestellte Steuer zu berichtigen, wenn der Rechnungsaussteller seinen guten Glauben nachweist oder wenn er die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens rechtzeitig und vollst&auml;ndig beseitigt hat (vgl. z.B. EuGH-Urteile LVK &#8211; 56 vom 31.&nbsp;Januar 2013 C-643\/11, EU:C:2013:55, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 346, Rz&nbsp;48; FIRIN vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-107\/13, EU:C:2014:151, UR 2014, 705, Rz&nbsp;55; ebenso die von der Kl&auml;gerin zitierten EuGH-Urteile Schmeink &#038; Cofreth und Strobel vom 19.&nbsp;September 2000 C-454\/98, EU:C:2000:469, UR 2000, 470, Rz&nbsp;56 bis 58, und Stadeco vom 18.&nbsp;Juni 2009 C-566\/07, EU:C:2009:380, UR 2009, 647, Rz&nbsp;35 und&nbsp;36). Dies ist vorliegend durch die Kl&auml;gerin im Streitjahr nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat den Vorsteuerabzug aus den Eingangsrechnungen zu Recht versagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Die Aus&uuml;bung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den &sect;&sect;&nbsp;14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG). Diese Vorschriften beruhen im Streitjahr 2011 auf Art.&nbsp;168 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Voraussetzung f&uuml;r den Vorsteuerabzug ist, dass tats&auml;chlich eine Leistung ausgef&uuml;hrt worden ist. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung von EuGH und BFH erstreckt sich das Recht auf Vorsteuerabzug nicht auf eine Steuer, die ausschlie&szlig;lich deshalb geschuldet wird, weil sie in einer Rechnung ausgewiesen ist; vielmehr muss die ausgewiesene Steuer aufgrund der tats&auml;chlich erbrachten Lieferung oder sonstigen Leistung geschuldet werden (vgl. z.B. EuGH-Urteile Genius Holding vom 13.&nbsp;Dezember 1989 C-342\/87, EU:C:1989:635, Neue Juristische Wochenschrift 1991, 632; Bonik vom 6.&nbsp;Dezember 2012 C-285\/11, EU:C:2012:774, UR 2013, 195, Rz&nbsp;31; Stroy trans vom 31.&nbsp;Januar 2013 C-642\/11, EU:C:2013:54, UR 2013, 275, Rz&nbsp;42; LVK &#8211; 56, EU:C:2013:55, UR 2013, 346, Rz&nbsp;47; FIRIN, EU:C:2014:151, UR 2014, 705, Rz&nbsp;54; ebenso BFH-Urteile vom 2.&nbsp;April 1998 V&nbsp;R&nbsp;34\/97, BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695; vom 24.&nbsp;Februar 1994 V&nbsp;R&nbsp;43\/92, BFH\/NV 1995, 358, unter II.2.b, Rz&nbsp;14; vom 10.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFH\/NV 2009, 1156, unter II.1., Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;gerin kein Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der einzelnen Lieferanten zusteht, da die gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin von den einzelnen Lieferanten abgerechneten Lieferungen tats&auml;chlich nicht erfolgt sind (zur Bindung des Senats an diese Feststellungen, s.o. unter 3.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ob Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes, wie sie die Kl&auml;gerin in der Klagebegr&uuml;ndung geltend gemacht hat, nicht im Rahmen des Umsatzsteuer-Festsetzungsverfahrens ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen, bedarf im Streitfall keiner Entscheidung. Nach den f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG war die Kl&auml;gerin nicht gutgl&auml;ubig. So hat sie die tats&auml;chliche Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der ihr unbekannten Lieferanten nicht gepr&uuml;ft, obwohl der Kontakt zu diesen &#8211;ebenso wie zu ihrem Abnehmer B-GmbH&#8211; von G vermittelt worden ist, der ihre zus&auml;tzliche Zwischenschaltung nicht nachvollziehbar erkl&auml;ren konnte und zudem die zur Zahlung der Lieferanten ausgestellten Schecks selbst entgegengenommen hat. Dar&uuml;ber hinaus wirkte sie zumindest insoweit aktiv mit, als sie Vermerke zur Art und Weise der Lieferung auf Unterlagen angebracht hat, ohne die zu Grunde liegenden Warenlieferungen tats&auml;chlich zu sehen. Unter diesen Umst&auml;nden hat das FG die Gutgl&auml;ubigkeit der Kl&auml;gerin zu Recht abgelehnt. Sie h&auml;tte jedenfalls erkennen k&ouml;nnen, dass ihre Ums&auml;tze in einen Mehrwertsteuerbetrug einbezogen waren. Die fahrl&auml;ssige Unkenntnis von der Einbeziehung in einen Betrug schlie&szlig;t einen Gutglaubensschutz aus (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;B&nbsp;19\/14, BFH\/NV 2015, 243, Rz&nbsp;6; s. auch z.B. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;12\/14, BFH\/NV 2015, 534).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2015, XI R 47\/13 Zur Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis i.S. des &sect; 14c Abs. 2 UStG &#8211; Teilaufnahme eines wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens unterbrochenen Revisionsverfahrens durch Insolvenzschuldner Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 12. September 2013&nbsp;&nbsp;10 K 692\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-47-13-zur-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis-is-des-par-14c-abs-2-ustg-teilaufnahme-eines-wegen-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens-unterbrochenen-re\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;47\/13 &#8211; Zur Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis i.S. des &sect; 14c Abs. 2 UStG &#8211; Teilaufnahme eines wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens unterbrochenen Revisionsverfahrens durch Insolvenzschuldner<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65752","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65752\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}