{"id":65754,"date":"2016-02-03T17:46:29","date_gmt":"2016-02-03T15:46:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65754"},"modified":"2016-02-03T17:46:29","modified_gmt":"2016-02-03T15:46:29","slug":"vi-r-18-14-haushaltsnahe-dienstleistungen-nach-par-35a-abs-2-satz-1-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-18-14-haushaltsnahe-dienstleistungen-nach-par-35a-abs-2-satz-1-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;18\/14 &#8211; Haushaltsnahe Dienstleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2015, VI R 18\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Haushaltsnahe Dienstleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r ein mit der Betreuungspauschale abgegoltenes Notrufsystem, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des &quot;Betreuten Wohnens&quot; Hilfeleistung rund um die Uhr sicherstellt, kann die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG in Anspruch genommen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 13. Februar 2014&nbsp;&nbsp;6 K 1026\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob f&uuml;r ein mit einer Betreuungspauschale abgegoltenes Notrufsystem, durch das im Rahmen des &quot;Betreuten Wohnens&quot; in einer Seniorenresidenz Hilfeleistung rund um die Uhr sichergestellt wird, die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) in Anspruch genommen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Jahre 1920 geborene Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bewohnt seit 1999 eine Drei-Zimmer-Wohnung in einer Seniorenresidenz im Rahmen des &quot;Betreuten Wohnens&quot;. Die Residenz ist in zwei Betriebe aufgeteilt, n&auml;mlich in das &quot;Betreute Wohnen&quot; (Sozialstation) einerseits, und die Pflegestation andererseits. Die Residenz ist auf zwei Geb&auml;ude verteilt, die durch eine Stra&szlig;e getrennt in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. In Haus A ist im Erdgeschoss die Verwaltung der Residenz untergebracht, getrennt in die Verwaltung f&uuml;r das Betreute Wohnen und f&uuml;r die Pflegestation. Im ersten Stock befinden sich betreute Wohnungen und im zweiten Stock die Pflegestation. In Haus B befinden sich ausschlie&szlig;lich betreute Wohnungen, u.a. auch diejenige des Kl&auml;gers. Beide Betriebe haben eigenes Personal und eine eigene Notrufzentrale, die jeweils im Haus untergebracht ist. Die Pfleger, die in den H&auml;usern ihre Arbeit verrichten, haben jeweils einen Piepser bei sich, der den Notruf sofort an sie weiterleitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger schloss mit dem Eigent&uuml;mer der Wohnung einen Mietvertrag ab. Zudem schloss er mit dem Betreiber der Residenz einen Seniorenbetreuungsvertrag. Darin verpflichtete sich der Betreiber zu nachfolgenden Leistungen, f&uuml;r die der Kl&auml;ger eine monatliche Betreuungspauschale zu entrichten hatte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">24 Stunden pro Tag zur Verf&uuml;gung stehendes Notrufsystem<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Beratungsangebot (Hilfe bei Beh&ouml;rdenangelegenheiten und Schriftverkehr, Kopierdienst, Beratung in gesundheitlichen, hauswirtschaftlichen und pers&ouml;nlichen Angelegenheiten, handwerkliche Hilfen und Kleinreparaturen in der Wohnung, soweit sie vom Hausmeister erledigt werden k&ouml;nnen, Beratung und Unterst&uuml;tzung beim Nachr&uuml;sten der Wohnung im Sinne der Behindertensicherheit)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Organisation von kulturellen Veranstaltungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einr&auml;umung eines absoluten Vorrangs bei der Belegung der Pflegeabteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus waren nach einer von der Residenz herausgegebenen Aufgliederung der Betreuungspauschale aus dem Jahr 2004 folgende Leistungen enthalten:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Bereitstellung des Mindestpersonals einschlie&szlig;lich Nachtwache<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Soforthilfe im Notfall durch staatlich examiniertes Pflegepersonal<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">hauswirtschaftliche Versorgung im Krankheitsfall bis zu einer Woche (d.h. Mittagessen und ggf. andere Mahlzeiten in der Wohnung)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Grund- und Behandlungspflege bei kurzzeitiger Erkrankung bis zu einer Woche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Betreuungspauschale war auch dann zu entrichten, wenn keine konkreten Leistungen in Anspruch genommen wurden. Die Pauschale diente vor allem dazu, das entsprechende Fachpersonal rund um die Uhr f&uuml;r Notf&auml;lle bereitzuhalten und die Organisation zu tragen. Der Betreuungsvertrag konnte nur in Verbindung mit der Wohnung gek&uuml;ndigt werden. Weitere Dienstleistungen, wie z.B. die Verpflegung im Seniorenrestaurant, konnten gegen zus&auml;tzliches Entgelt in Anspruch genommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2011 bezahlte der Kl&auml;ger eine Betreuungspauschale in H&ouml;he von insgesamt 1.785&nbsp;EUR (monatlich 148,75&nbsp;EUR). Die Pauschale diente zu 80&nbsp;% der Besetzung des Notrufsystems &uuml;ber 24&nbsp;Stunden t&auml;glich und zu 20&nbsp;% beratenden und kulturellen Leistungen. In seiner Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger 1.357&nbsp;EUR (76&nbsp;%) als Aufwendungen f&uuml;r haushaltsnahe Dienstleistungen nach &sect;&nbsp;35a EStG geltend. Zus&auml;tzlich begehrte er die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a EStG f&uuml;r anteilige Kosten f&uuml;r Hausmeister und Hausreinigung in H&ouml;he von 474&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen f&uuml;r Hausmeister und Reinigung im Steuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr antragsgem&auml;&szlig;. F&uuml;r die anteilige Betreuungspauschale gew&auml;hrte das FA die Steuererm&auml;&szlig;igung hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den hiergegen erhobenen Einspruch wies es als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Klage hatte aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1312 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des Finanzgerichts (FG) N&uuml;rnberg vom 13.&nbsp;Februar 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1026\/13 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet; sie ist daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass f&uuml;r die geltend gemachten Aufwendungen die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 EStG zu gew&auml;hren ist. Es handelt sich bei den streitigen Aufwendungen um solche f&uuml;r eine haushaltsnahe Dienstleistung i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG, die in einem inl&auml;ndischen Haushalt erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Einkommensteuer f&uuml;r haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse oder f&uuml;r die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen auf Antrag um 20&nbsp;%, h&ouml;chstens 4.000&nbsp;EUR, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen. Dies gilt auch f&uuml;r die Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen sowie f&uuml;r Aufwendungen, die einem Steuerpflichtigen wegen der Unterbringung in einem Heim oder zur dauernden Pflege erwachsen, soweit darin Kosten f&uuml;r Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind (&sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz 2 EStG). Die Steuererm&auml;&szlig;igung kann nur in Anspruch genommen werden, wenn die Dienstleistung in einem in der Europ&auml;ischen Union oder dem Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen oder &#8211;bei Pflege- und Betreuungsleistungen&#8211; der gepflegten oder betreuten Person ausge&uuml;bt oder erbracht wird (&sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Senatsrechtsprechung (Urteile vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;77\/05, BFHE 216, 526, BStBl II 2007, 760; VI&nbsp;R&nbsp;74\/05, BFH\/NV 2007, 900; vom 29.&nbsp;Januar 2009 VI&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFHE 224, 255, BStBl II 2010, 166) ist unter dem Begriff des Haushalts die Wirtschaftsf&uuml;hrung mehrerer (in einer Familie) zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person zu verstehen. Das Wirtschaften im Haushalt umfasst T&auml;tigkeiten, die f&uuml;r die Haushaltung oder die Haushaltsmitglieder erbracht werden. Dazu geh&ouml;ren Einkaufen von Verbrauchsg&uuml;tern, Zubereitung von Mahlzeiten, W&auml;schepflege, Reinigung und Pflege der R&auml;ume, des Gartens und auch Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, alten und kranken Haushaltsangeh&ouml;rigen (vgl. auch BTDrucks 15\/91, 19; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;7). Ein solcher Haushalt kann grunds&auml;tzlich auch von dem Bewohner eines Wohnstifts gef&uuml;hrt werden (Senatsurteil in BFHE 224, 255, BStBl II 2010, 166).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &quot;Haushaltsnahe&quot; Leistungen sind solche, die eine hinreichende N&auml;he zur Haushaltsf&uuml;hrung haben bzw. damit im Zusammenhang stehen. Dazu geh&ouml;ren T&auml;tigkeiten, die gew&ouml;hnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Besch&auml;ftigte erledigt werden und in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden anfallen (Senatsurteile in BFHE 216, 526, BStBl II 2007, 760; in BFH\/NV 2007, 900; in BFHE 224, 255, BStBl II 2010, 166).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen handelt es sich bei dem mit der Betreuungspauschale abgegoltenen Notrufsystem um eine haushaltsnahe Dienstleistung. Denn durch die Rufbereitschaft wird sichergestellt, dass ein Bewohner, der sich im r&auml;umlichen Bereich seines im Rahmen des &quot;Betreuten Wohnens&quot; gef&uuml;hrten Haushalts aufh&auml;lt, im Bedarfsfall Hilfe rufen kann. Eine solche Rufbereitschaft leisten typischerweise in einer Haushaltsgemeinschaft zusammenlebende Familien- oder sonstige Haushaltsangeh&ouml;rige und stellen damit im r&auml;umlichen Bereich des Haushalts sicher, dass kranke und alte Haushaltsangeh&ouml;rige im Bedarfsfall Hilfe erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Leistung wird auch &quot;in einem &#8230; Haushalt des Steuerpflichtigen &#8230; erbracht&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;In&quot; einem Haushalt wird die haushaltsnahe Dienstleistung erbracht, wenn sie im r&auml;umlichen Bereich des vorhandenen Haushalts geleistet wird. Der Begriff des Haushalts ist insoweit r&auml;umlich-funktional auszulegen (Senatsurteile vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 VI&nbsp;R&nbsp;55\/12, BFHE 245, 45, BStBl II 2014, 880; VI&nbsp;R&nbsp;56\/12, BFHE 245, 49, BStBl II 2014, 882).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall stellt das Notrufsystem die Rufbereitschaft f&uuml;r den Fall sicher, dass der Bewohner sich in seiner Wohnung aufh&auml;lt, um dort im Not- und sonstigen Bedarfsfall eine Hilfeleistung zu gew&auml;hrleisten. Der Leistungserfolg tritt damit in der Wohnung des Steuerpflichtigen ein. Die Leistung wird mithin im r&auml;umlichen Bereich des Haushalts erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die Steuererm&auml;&szlig;igung zu Recht in der vom Kl&auml;ger begehrten H&ouml;he gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte in seiner Drei-Zimmer-Wohnung einen Haushalt im Sinne dieser Vorschrift. Diejenigen Entgeltsanteile, die auf das Notrufsystem und das Bereithalten von Personal f&uuml;r den Einsatz im Bedarfsfall anfallen, sind nach den angef&uuml;hrten Grunds&auml;tzen haushaltsnahe Dienstleistungen i.S. des &sect;&nbsp;35a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob es sich bei allen Leistungen, zu denen sich das Wohnstift im Betreuungsvertrag verpflichtet hat, um solche i.S. des &sect;&nbsp;35a EStG handelt, kann vorliegend offenbleiben. Denn der Kl&auml;ger hat nur f&uuml;r 76&nbsp;% der angefallenen Aufwendungen die Steuererm&auml;&szlig;igung begehrt. Auf die Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r diesen Anteil der Aufwendungen hat er bereits deshalb Anspruch, weil 80&nbsp;% der Aufwendungen auf das Notrufsystem entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2015, VI R 18\/14 Haushaltsnahe Dienstleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG Leits&auml;tze F&uuml;r ein mit der Betreuungspauschale abgegoltenes Notrufsystem, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des &quot;Betreuten Wohnens&quot; Hilfeleistung rund um die Uhr sicherstellt, kann die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG in Anspruch genommen werden. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-18-14-haushaltsnahe-dienstleistungen-nach-par-35a-abs-2-satz-1-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;18\/14 &#8211; Haushaltsnahe Dienstleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 1 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65754","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65754\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}