{"id":65761,"date":"2016-02-03T17:47:22","date_gmt":"2016-02-03T15:47:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65761"},"modified":"2016-02-03T17:47:22","modified_gmt":"2016-02-03T15:47:22","slug":"i-b-61-15-ausschlussfrist-zur-bezeichnung-des-klagebegehrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-61-15-ausschlussfrist-zur-bezeichnung-des-klagebegehrens\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;61\/15 &#8211; Ausschlussfrist zur Bezeichnung des Klagebegehrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.9.2015, I B 61\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausschlussfrist zur Bezeichnung des Klagebegehrens<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 24. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1340\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, gab keine Steuererkl&auml;rungen ab, weshalb der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) die Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzte und entsprechende Bescheide erlie&szlig;. Die dagegen eingelegten Einspr&uuml;che wurden nicht begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die fristgerecht erhobene Klage begr&uuml;ndete die Kl&auml;gerin damit, dass die Bescheide im Sch&auml;tzungswege ergangen seien; sie seien &uuml;berh&ouml;ht und unzutreffend und entspr&auml;chen in keiner Weise den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen. Eine Aufforderung des Finanzgerichts (FG) des Saarlandes, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;65 der Finanzgerichtsordnung (FGO) den Gegenstand des Klagebegehrens binnen einer Ausschlussfrist zu bezeichnen, beantwortete die Kl&auml;gerin im Wesentlichen dahingehend, dass den Bescheiden eine &uuml;berh&ouml;hte Sch&auml;tzung des Gewinns bzw. eine unzutreffende Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen zugrunde l&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Gerichtsbescheid des FG, mit dem dieses die Klage als unzul&auml;ssig abgewiesen hatte, stellte die Kl&auml;gerin Antrag auf m&uuml;ndliche Verhandlung. Die Kl&auml;gerin erschien in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht; das FG wies mit dem angegriffenen Urteil die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, dass der Gegenstand des Klagebegehrens innerhalb der gesetzten Ausschlussfrist nicht hinreichend bezeichnet worden sei. Die Revision wurde nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde. Sie macht diverse Verfahrensm&auml;ngel geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Es kann dahinstehen, ob die geltend gemachten Verfahrensfehler ordnungsgem&auml;&szlig; i.S. des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt wurden und auch tats&auml;chlich vorliegen. Das Prozessurteil des FG ist jedenfalls in der Sache richtig, weshalb der Beschwerde in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;98, m.w.N.) der Erfolg zu versagen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO muss die Klage u.a. den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen. Eine ausreichende Bezeichnung erfordert zumindest die substantiierte und schl&uuml;ssige Darlegung, was der Kl&auml;ger begehrt und worin er eine Rechtsverletzung sieht; dadurch soll das Gericht in die Lage versetzt werden, die Grenzen seiner Entscheidungsbefugnis zu bestimmen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Entspricht die Klage diesen Anforderungen nicht, hat der Vorsitzende oder ein von ihm bestimmter Richter (Berichterstatter) den Kl&auml;ger zu der erforderlichen Erg&auml;nzung innerhalb einer bestimmten Frist aufzufordern (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO). Dem Kl&auml;ger kann f&uuml;r die Erg&auml;nzung eine Frist mit ausschlie&szlig;ender Wirkung gesetzt werden, wenn es an einem der in &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO genannten Erfordernisse fehlt (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie weit ein Klagebegehren zu substantiieren ist, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab, insbesondere von dem Inhalt des angefochtenen Verwaltungsakts, der Steuerart und der Klageart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Klagt ein Steuerpflichtiger gegen Steuerbescheide mit gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen, so muss er zwecks Bezeichnung des Klagebegehrens zumindest substantiiert darlegen, weshalb die gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen zu hoch angesetzt wurden. Soweit wegen fehlender Unterlagen genaue Angaben nicht m&ouml;glich sind, muss er anhand der ihm zug&auml;nglichen Erkenntnisquellen zumindest eine substantiierte Sch&auml;tzung vornehmen (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31.&nbsp;Juli 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;41\/05, BFH\/NV 2007, 2304; vom 14.&nbsp;August 2013 III&nbsp;B&nbsp;13\/13, BFH\/NV 2013, 1795; Senatsbeschl&uuml;sse vom 30.&nbsp;September 2014 I&nbsp;B&nbsp;164\/13, BFH\/NV 2015, 216; vom 15.&nbsp;Januar 2015 I&nbsp;B&nbsp;45\/14, BFH\/NV 2015, 696).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Anforderungen haben die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin in der Klageschrift vom 9.&nbsp;September 2014 und in dem innerhalb der gesetzten Ausschlussfrist eingereichten Schriftsatz vom 12.&nbsp;Oktober 2014 nicht entsprochen. &Uuml;ber die pauschale R&uuml;ge, die Sch&auml;tzung sei zu hoch und entspr&auml;che nicht den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen, geht das Vorbringen nicht hinaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das Klagebegehren im Streitfall nicht innerhalb der gesetzten Ausschlussfrist bezeichnet wurde, im Hinblick auf die wirksam gesetzte und sodann vers&auml;umte Frist keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt wurde (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FGO) und f&uuml;r das Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand auch sonst nichts spricht, war die Klage mit Fristablauf endg&uuml;ltig und unheilbar unzul&auml;ssig geworden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;September 1998 IV&nbsp;B&nbsp;130\/97, BFH\/NV 1999, 486; vom 9.&nbsp;Februar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;47\/05, BFH\/NV 2006, 1119). In Anbetracht dessen war im Streitfall zwingend durch Prozessurteil zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.9.2015, I B 61\/15 Ausschlussfrist zur Bezeichnung des Klagebegehrens Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 24. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1340\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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