{"id":65764,"date":"2016-02-03T17:47:26","date_gmt":"2016-02-03T15:47:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65764"},"modified":"2016-02-03T17:47:26","modified_gmt":"2016-02-03T15:47:26","slug":"vii-r-32-14-anspruch-auf-verzinsung-des-erstattungsbetrags-ab-zahlung-einer-unionsrechtswidrig-erhobenen-abgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-32-14-anspruch-auf-verzinsung-des-erstattungsbetrags-ab-zahlung-einer-unionsrechtswidrig-erhobenen-abgabe\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;32\/14 &#8211; Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.9.2015, VII R 32\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Abgaben, die auf der Grundlage einer f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rten Unionsverordnung erhoben wurden, sind ab dem Zeitpunkt der Zahlung der unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe zu verzinsen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Soweit die Beteiligten den Rechtsstreit &uuml;ber die Abgabenfestsetzung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 &uuml;bereinstimmend in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt haben, wird das Verfahren eingestellt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 9. Januar 2013&nbsp;&nbsp;4 K 189\/10 VZr dahin ge&auml;ndert, dass die Klage gegen den Abgabenbescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 in Gestalt des &Auml;nderungsbescheids vom 24. M&auml;rz 2014 abgewiesen wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Revision des Hauptzollamts als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des finanzgerichtlichen Verfahrens tragen die Kl&auml;gerin und das Hauptzollamt je zur H&auml;lfte, die Kosten des Revisionsverfahrens tragen die Kl&auml;gerin zu 30 % und das Hauptzollamt zu 70 %.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist ein Zucker erzeugendes Unternehmen und war als solches gem&auml;&szlig; der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1260\/2001 (VO Nr.&nbsp;1260\/2001) des Rates vom 19.&nbsp;Juni 2001 &uuml;ber die gemeinsame Marktorganisation f&uuml;r Zucker (sog. Grundverordnung, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;178\/1) f&uuml;r die streitgegenst&auml;ndlichen Wirtschaftsjahre 2002\/2003 und 2004\/2005 verpflichtet, Produktionsabgaben zu zahlen; diese wurden als Eigenmittel an die Europ&auml;ische Kommission abgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden vom 29.&nbsp;Dezember 2009 setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) auf der Grundlage der sich zuletzt aus der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1193\/2009 (VO Nr.&nbsp;1193\/2009) der Kommission vom 3.&nbsp;November 2009 zur Berichtigung der Verordnungen (EG) Nr.&nbsp;1762\/2003, (EG) Nr.&nbsp;1775\/2004, (EG) Nr.&nbsp;1686\/2005 und (EG) Nr.&nbsp;164\/2007 sowie zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2002\/2003, 2003\/2004, 2004\/2005 und 2005\/2006 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;321\/1) ergebenden Abgabens&auml;tze gegen die Kl&auml;gerin eine B-Abgabe in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 und eine Erg&auml;nzungsabgabe in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das gegen die Bescheide nach erfolglosen Einspr&uuml;chen gerichtete Klageverfahren wurde zun&auml;chst mit Beschluss vom 22.&nbsp;Februar 2010 ausgesetzt und der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) um eine Vorabentscheidung zu der Frage ersucht, ob die VO Nr.&nbsp;1193\/2009 g&uuml;ltig ist (Vorabentscheidungsersuchen in der Rechtssache C-113\/10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil J&uuml;lich II vom 27.&nbsp;September 2012 in den verbundenen Rechtssachen C-113\/10, C-147\/10 und C-234\/10 (EU:C:2012:591, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2012, 1210) erkl&auml;rte der EuGH die VO Nr.&nbsp;1193\/2009 in ihrer Gesamtheit f&uuml;r nichtig. Der Gerichtshof urteilte, die Europ&auml;ische Kommission habe die gem&auml;&szlig; der VO Nr.&nbsp;1260\/2001 zu entrichtenden Abgaben in den betreffenden Jahren falsch berechnet und die Methode, nach der die Abgaben festgesetzt worden waren, habe zu einer &uuml;berh&ouml;hten Belastung der Zuckererzeuger gef&uuml;hrt. Dar&uuml;ber hinaus entschied der EuGH, dass Rechtssuchende wegen der Ung&uuml;ltigkeit der VO Nr.&nbsp;1193\/2009 einerseits Anspruch auf Erstattung der zu Unrecht erhobenen Produktionsabgaben und andererseits Anspruch auf Zahlung der auf diese Betr&auml;ge anfallenden Zinsen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob daraufhin den Bescheid des HZA f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 insoweit auf, als die festgesetzte B-Abgabe mehr als &#8230;&nbsp;EUR betrug; den Bescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 hob das FG insoweit auf, als die Erg&auml;nzungsabgabe auf mehr als &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt worden war. Dar&uuml;ber hinaus sprach das FG der Kl&auml;gerin Zinsen auf den zu erstattenden Betrag in H&ouml;he von 0,5&nbsp;% pro Monat ab dem Zeitpunkt der &Uuml;berzahlung der geschuldeten Abgaben bis zum Eintritt der Rechtsh&auml;ngigkeit zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG entschied, die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f&uuml;r eine Aussetzung des Verfahrens bis zum Inkrafttreten einer unionsweit einheitlichen Regelung der Produktionsabgaben durch die Europ&auml;ische Kommission seien nicht gegeben. Der EuGH habe der Europ&auml;ischen Kommission in seinem Urteil nicht aufgegeben, die anzuwendenden Zuckerabgabens&auml;tze neu zu regeln und aus der Verpflichtung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;266 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union ergebe sich ebenfalls keine Pflicht des erkennenden Gerichts, eine entsprechende Entscheidung der Europ&auml;ischen Kommission abzuwarten. Die Gefahr von Anlastungen f&uuml;r den Bundeshaushalt k&ouml;nne &#8211;auch angesichts der Unsicherheiten &uuml;ber das Ob und gegebenenfalls das Wann der Entscheidung der Europ&auml;ischen Kommission&#8211; nicht zu einer Verz&ouml;gerung der Festsetzung des Erstattungsanspruchs der Kl&auml;gerin f&uuml;hren; nach Abw&auml;gung der beiderseitigen Interessen sei der Kl&auml;gerin ein weiteres Abwarten nicht zuzumuten. Den in den angefochtenen Bescheiden festgesetzten Abgaben fehle die Rechtsgrundlage; einer Herabsetzung der Abgabenbetr&auml;ge unter Zugrundelegung des Berechnungsvorschlags der Schwedischen Ratspr&auml;sidentschaft aus dem Jahr 2009 stehe daher nichts entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zinsanspruch der Kl&auml;gerin ergebe sich nach dem EuGH-Urteil J&uuml;lich II (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210) unmittelbar aus Unionsrecht; die H&ouml;he des Zinssatzes betrage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gesetzes zur Durchf&uuml;hrung der gemeinsamen Marktorganisationen und Direktzahlungen (MOG) i.V.m. &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) 0,5&nbsp;% f&uuml;r jeden vollen Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit &Auml;nderungsbescheid (&sect;&nbsp;68&nbsp;FGO) vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014 setzte das HZA die B-Abgabe f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 gem&auml;&szlig; der zwischenzeitlich erlassenen Verordnung (EU) Nr.&nbsp;1360\/2013 (VO&nbsp;Nr.&nbsp;1360\/2013) des Rates vom 2.&nbsp;Dezember 2013 zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2001\/2002, 2002\/2003, 2003\/2004, 2004\/2005 und 2005\/2006, des Koeffizienten f&uuml;r die Berechnung der Erg&auml;nzungsabgabe f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2001\/2002 und 2004\/2005 und der Betr&auml;ge, die die Zuckerhersteller den Zuckerr&uuml;benverk&auml;ufern f&uuml;r die Differenz zwischen dem H&ouml;chstbetrag der Abgaben und dem Betrag dieser f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2002\/2003, 2003\/2004 und 2005\/2006 zu erhebenden Abgaben zu zahlen haben (ABlEU Nr.&nbsp;L 343\/2) auf x&nbsp;EUR fest. Hinsichtlich der f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004\/2005 zu zahlenden Erg&auml;nzungsabgabe wurde das Verfahren durch &uuml;bereinstimmende Erledigungserkl&auml;rungen der Beteiligten beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision betreffend den verbliebenen Teil der Klage macht das HZA geltend, mit der am 19.&nbsp;Dezember 2013 (richtig: 20.&nbsp;Dezember 2013) in Kraft getretenen VO Nr.&nbsp;1360\/2013 sei der Berechnung der allein streitig verbleibenden H&ouml;he der B-Abgabe f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eine neue Rechtslage zugrunde zu legen, die von der Berechnungsgrundlage des FG-Urteils abweiche und zu dem festgesetzten Betrag f&uuml;hre. Au&szlig;erdem h&auml;tte das FG das Verfahren analog &sect;&nbsp;74&nbsp;FGO bis zum Erlass der VO Nr.&nbsp;1360\/2013 aussetzen m&uuml;ssen und sei nicht berechtigt gewesen, eine eigene, vorgreifende Entscheidung zu treffen. Schlie&szlig;lich habe das FG gegen &sect;&nbsp;233 AO versto&szlig;en, indem es der Kl&auml;gerin einen erg&auml;nzenden Anspruch auf Zinsen ab &Uuml;berzahlung der Abgaben zugesprochen habe. &sect;&nbsp;236&nbsp;AO, wonach zu erstattende Betr&auml;ge lediglich vom Tag der Rechtsh&auml;ngigkeit an zu verzinsen seien, gen&uuml;ge den Vorgaben des Unionsrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor:<\/p>\n<p>Der streitig verbliebene Abgabenbescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 regele eine Abgabenlast, die mit Erlass der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1360\/2013 nun teilweise dem Wirtschaftsjahr 2001\/2002 zugerechnet werde, obwohl f&uuml;r diesen Zeitraum bereits ein bestandskr&auml;ftiger Bescheid ergangen sei. Die im Wirtschaftsjahr 2002\/2003 im Wege des Verlustvortrags &uuml;berh&ouml;ht festgesetzten Abgaben f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 k&ouml;nnten jedoch nicht r&uuml;ckwirkend von der gebotenen Korrektur ausgeschlossen werden, da dies in jenen F&auml;llen zu einer Rechtsschutzl&uuml;cke f&uuml;hrte, in denen der Bescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 nicht mehr &auml;nderbar ist und der Betroffene deshalb keine M&ouml;glichkeit der Erstattung der &uuml;berzahlten Betr&auml;ge mehr habe. Bez&uuml;glich eines Anspruchs auf Zinszahlung ab &Uuml;berzahlung der Abgaben macht die Kl&auml;gerin geltend, der EuGH habe mit seinem Urteil Irimie vom 18.&nbsp;April 2013 C-565\/11 (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659) die Vorgaben des Effektivit&auml;tsprinzips dahin konkretisiert, dass die Verzinsung eines Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe zwingend sei. Diese Rechtsprechung sei nicht auf von den Mitgliedstaaten unionsrechtswidrig erhobene Abgaben begrenzt. Neben dem unmittelbar aus Unionsrecht erwachsenden Erstattungsanspruch greife also ein Zinsanspruch aus &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 MOG i.V.m. einer europarechtskonformen Anwendung des &sect;&nbsp;233a bzw. &sect;&nbsp;236 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Soweit der Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt worden ist, ist das Verfahren einzustellen. Das FG-Urteil ist insoweit gegenstandslos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des HZA betreffend den verbliebenen Teil der Klage ist zum Teil begr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1&nbsp;FGO). Das FG-Urteil ist dahin zu &auml;ndern, dass die Klage gegen den Abgabenbescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 in Gestalt des &Auml;nderungsbescheids vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014 abzuweisen ist (1.). Im &Uuml;brigen ist die Revision des HZA unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat insoweit zu Recht Zinsen f&uuml;r den Erstattungsbetrag ab dem Zeitpunkt der &Uuml;berzahlung der Abgaben gew&auml;hrt (2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der &Auml;nderungsbescheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014 ist rechtm&auml;&szlig;ig. Die B-Abgabe f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 betr&auml;gt x&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit &Auml;nderungsbescheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014 hat das HZA die B-Abgabe f&uuml;r das streitige Wirtschaftsjahr 2002\/2003 auf der Grundlage der aktuell g&uuml;ltigen VO Nr.&nbsp;1360\/2013 neu festgesetzt. Dabei hat es gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Anhangs zu VO Nr.&nbsp;1360\/2013 den Abgabensatz je Tonne Wei&szlig;zucker in H&ouml;he von 103,447&nbsp;EUR (=&nbsp;10,3447&nbsp;EUR\/dt) zugrunde gelegt. Die ma&szlig;gebliche auch den Berechnungen der Kl&auml;gerin zugrunde liegende Zuckermenge f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 betr&auml;gt &#8230;&nbsp;dt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sollte &#8211;wie von der Kl&auml;gerin geltend gemacht&#8211; im urspr&uuml;nglich (zuletzt mit Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2009) festgesetzten Abgabenbetrag f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eine &quot;im Wege des Verlustvortrags&quot; nacherhobene Abgabe f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 enthalten sein, so ist der &uuml;berschie&szlig;ende Betrag als in der zu erstattenden Differenz zwischen dem absoluten urspr&uuml;nglich im Wirtschaftsjahr 2002\/2003 <strong>erhobenen<\/strong> B-Abgabenbetrag und dem f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 nach der VO Nr.&nbsp;1360\/2013 neu <strong>festgesetzten<\/strong> B-Abgabenbetrag enthalten anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie die Kl&auml;gerin selbst &#8211;zumindest zun&auml;chst&#8211; feststellt, gr&uuml;ndete die erste ihr gegen&uuml;ber erfolgte Abgabenfestsetzung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 auf der korrekten Berechnungsmethode f&uuml;r die Produktionsabgabe und blieb deshalb unangetastet bestehen. Die sp&auml;tere &quot;periodenfremde&quot; Korrektur, die die Kommission im Wege der nachtr&auml;glich f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rten Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1762\/2003 der Kommission vom 7.&nbsp;Oktober 2003 zur Festsetzung der Produktionsabgaben im Zuckersektor f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 (ABlEU Nr.&nbsp;L 254\/4) f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 vorgenommen hat, wirkte sich demnach ausschlie&szlig;lich durch eine zus&auml;tzliche Abgabenlast im Rahmen des Abgabenbescheids f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 aus. Die von der Kommission zur Neuberechnung der Produktionsabgabe erlassene VO Nr.&nbsp;1193\/2009 &auml;nderte an dieser Ber&uuml;cksichtigung der zus&auml;tzlichen Abgabenlast f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 im Rahmen des Abgabenbescheids f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 nichts. Wird nunmehr die Abgabenlast f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 gem&auml;&szlig; der aktuellen VO Nr.&nbsp;1360\/2013 korrekt festgesetzt und der &uuml;ber den dadurch ermittelten Abgabenbetrag f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 geleistete absolute Mehrbetrag der Kl&auml;gerin erstattet, so muss in dieser Erstattung auch eine etwaige &quot;periodenfremd&quot; in diesem Wirtschaftsjahr erhobene zus&auml;tzliche Abgabenlast enthalten sein, die die Kommission durch einen &quot;Verlustvortrag&quot; vom Wirtschaftsjahr 2001\/2002 in das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 eingerechnet hat. Die Mehrbelastung der Kl&auml;gerin durch die jeweils ung&uuml;ltige Ber&uuml;cksichtigung einer Abgabennacherhebung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 wird also in demselben Wirtschaftsjahr r&uuml;ckabgewickelt, in dem sie auferlegt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Selbst wenn aber die zuviel erhobenen Abgaben, die vorher allein auf das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 entfielen, nach der VO Nr.&nbsp;1360\/2013 nun buchungsm&auml;&szlig;ig auf zwei Jahre aufgeteilt und nach &Auml;nderung der Abgabenbescheide sowohl f&uuml;r das &#8211;auch dem urspr&uuml;nglichen Vorbringen der Kl&auml;gerin&#8211; korrekt berechnete Wirtschaftsjahr 2001\/2002 als auch das Wirtschaftsjahr 2002\/2003 getrennt f&uuml;r die beiden Wirtschaftsjahre erstattet werden, ist Gegenstand des Verfahrens weiterhin ausschlie&szlig;lich der Abgabenbescheid f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2002\/2003. Der darin urspr&uuml;nglich festgesetzte B-Abgabenbetrag ist mit &Auml;nderungsbescheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014 auf der Grundlage der g&uuml;ltigen VO Nr.&nbsp;1360\/2013 auf die korrekte H&ouml;he ge&auml;ndert worden. Diesen Betrag zweifelt auch die Kl&auml;gerin nicht an. Die Abgabenfestsetzung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2001\/2002 steht dagegen nicht in Streit. Ob f&uuml;r dieses Wirtschaftsjahr der Abgabenbescheid noch ge&auml;ndert werden kann, ist im vorliegenden Fall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zinsen f&uuml;r die zu erstattenden Betr&auml;ge sind entsprechend dem FG-Urteil ab dem Zeitpunkt der &Uuml;berzahlung der Abgaben zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In seinem Urteil J&uuml;lich II (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz&nbsp;66) hat der EuGH unter Verweis auf seine insoweit st&auml;ndige Rechtsprechung (vgl. Urteil Metallgesellschaft vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2001 C-397\/98 und C-410\/98, EU:C:2001:134, HFR 2001, 628, Rz&nbsp;84&nbsp;ff., und Urteil Littlewoods Retail u.a. vom 19.&nbsp;Juli 2012 C-591\/10, EU:C:2012:478, HFR 2012, 1018, Rz&nbsp;24&nbsp;ff.) bekr&auml;ftigt, dass sich im Fall von Steuerbetr&auml;gen, die unter Versto&szlig; gegen Vorschriften des Unionsrechts erhoben worden sind, ein Anspruch auf Erstattung der erhobenen Betr&auml;ge zuz&uuml;glich Zinsen unmittelbar aus dem Unionsrecht ergibt. Diesem Grundsatz folgend haben Rechtssuchende, die einen Anspruch auf die Erstattung von Betr&auml;gen haben, die aufgrund einer ung&uuml;ltigen Verordnung zu Unrecht gezahlt wurden, auch Anspruch auf Zahlung der entsprechenden Zinsen (Urteil J&uuml;lich II, EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz&nbsp;67, 69).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die Konkretisierung des Begriffs &quot;entsprechende&quot; Zinsen stellt der EuGH in diesem Urteil (EU:C:2012:591, HFR 2012, 1210, Rz&nbsp;60, 61) lediglich fest, dass es Sache der nationalen Stellen und insbesondere der nationalen Gerichte ist, in F&auml;llen der Erstattung von Abgaben, die auf der Grundlage f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rter Unionsverordnungen zu Unrecht erhoben wurden, alle mit dieser Erstattung zusammenh&auml;ngenden Nebenfragen, wie etwa die der Zahlung von Zinsen, gem&auml;&szlig; ihren innerstaatlichen Vorschriften &uuml;ber den Zinssatz und den Zeitpunkt, von dem an die Zinsen zu berechnen sind, zu regeln. Die Bedingungen f&uuml;r die Zahlung solcher Zinsen m&uuml;ssten dabei den Grunds&auml;tzen der &Auml;quivalenz und der Effektivit&auml;t entsprechen, d.h. sie d&uuml;rften insbesondere nicht so ausgestaltet sein, dass sie die Aus&uuml;bung der Rechte, die die Unionsrechtsordnung einr&auml;umt, praktisch unm&ouml;glich machen. Dies entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des EuGH im Hinblick auf die Erstattung zu Unrecht erhobener Steuerbetr&auml;ge und diesbez&uuml;glicher Zinsen (vgl. EuGH-Urteil Roquette fr&egrave;res\/Kommission vom 21.&nbsp;Mai 1976 Rs.&nbsp;26\/74, EU:C:1976:69, Rz&nbsp;9&nbsp;ff.; EuGH-Urteil Express Dairy Foods vom 12.&nbsp;Juni 1980 Rs.&nbsp;130\/79, EU:C:1980:155, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 1981, 45, Rz&nbsp;11&nbsp;ff., und EuGH-Urteil Littlewoods Retail u.a., EU:C:2012:478, HFR 1012, 1018, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Abgabenordnung sieht im Zusammenhang mit Erstattungsanspr&uuml;chen zwar lediglich einen Anspruch auf Prozesszinsen ab Rechtsh&auml;ngigkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;236 AO vor; Ausnahmen hiervon sind in &sect;&nbsp;233a AO abschlie&szlig;end normiert und greifen im Streitfall nicht ein. Mit Blick auf den Grundsatz der Effektivit&auml;t hat der Bundesfinanzhof (BFH) zun&auml;chst entschieden, die Frage, in welcher Weise der jeweilige Mitgliedstaat eine Erstattung oder eine Entsch&auml;digung f&uuml;r die finanzielle Einbu&szlig;e regelt, die der Steuerpflichtige infolge eines Unionsrechtsversto&szlig;es erlitten hat, sei mangels einer Unionsrechtsregelung Sache des innerstaatlichen Rechts. Unter Umst&auml;nden k&ouml;nne der Steuerpflichtige zus&auml;tzlich einen Schadensersatzanspruch geltend machen. Der Gesetzgeber sei aber nicht zu einer l&uuml;ckenlosen Verzinsung jeglicher Erstattungsanspr&uuml;che verpflichtet (BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;September 2007 I&nbsp;R&nbsp;15\/05, BFHE 219, 1, 3, BStBl II 2008, 332); eine Verletzung des Grundsatzes der Effektivit&auml;t durch das innerstaatliche Regelungsgef&uuml;ge sei dabei nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Jedoch erkl&auml;rt der EuGH in seinem Urteil Irimie (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz&nbsp;29) eine nationale Regelung f&uuml;r unionsrechtswidrig, die die bei der Erstattung einer unionsrechtswidrig erhobenen Steuer zu zahlenden Zinsen auf jene Zinsen beschr&auml;nkt, die ab dem auf das Datum des Antrags auf Erstattung der Steuer folgenden Tag angefallen sind. Eine derartige nationale Regelung d&uuml;rfe im Hinblick auf die Erfordernisse des Grundsatzes der Effektivit&auml;t nicht dazu f&uuml;hren, dass dem Steuerpflichtigen eine angemessene Entsch&auml;digung f&uuml;r die Einbu&szlig;en, die er durch die zu Unrecht gezahlte Steuer erlitten habe, vorenthalten werde (EuGH-Urteil Irimie, EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz&nbsp;26, 27). Die Einbu&szlig;en hingen u.a. davon ab, wie lange der unter Versto&szlig; gegen das Unionsrecht zu Unrecht gezahlte Betrag nicht zur Verf&uuml;gung gestanden habe und entst&uuml;nden somit grunds&auml;tzlich im Zeitraum vom Tag der zu Unrecht geleisteten Zahlung der fraglichen Steuer bis zum Tag ihrer Erstattung (EuGH-Urteil Irimie, EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, 660, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Irimie-Urteil (EU:C:2013:250, HFR 2013, 659), in dem er erstmals &uuml;ber die Unionsrechtskonformit&auml;t einer nationalen Regelung zur Verzinsung von Erstattungsanspr&uuml;chen zu befinden hatte, hat der EuGH eindeutig entschieden, Zinsen auf unionsrechtswidrig erhobene Steuern f&uuml;r den Zeitraum, in dem die Mittel nicht zur Verf&uuml;gung stehen, zuzusprechen und er hat diese Rechtsprechung zum Zinsbeginn in einem sp&auml;teren Urteil best&auml;tigt (EuGH-Urteil Rafin&#259;ria Steaua Rom&acirc;n&#259; vom 24.&nbsp;Oktober 2013 C-431\/12, EU:C:2013:686, HFR 2013, 1163). Der Anspruch auf Zahlung von Zinsen ab dem Tag der zu Unrecht geleisteten Abgabenzahlung ergibt sich unmittelbar aus dem Unionsrecht. Den anderslautenden BFH-Beschluss in BFHE 219, 1, BStBl II 2008, 332 sieht der erkennende Senat als durch die aktuelle EuGH-Rechtsprechung &uuml;berholt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Frage nach der damals gebotenen Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74&nbsp;FGO bis zum Erlass einer neuen Verordnung zur Berechnung der Produktionsabgaben bedarf keiner weiteren Kl&auml;rung. Selbst wenn dem FG diesbez&uuml;glich ein Verfahrensfehler anzulasten sein sollte, h&auml;tte sich die Aussetzung des Verfahrens durch den Erlass der VO Nr.&nbsp;1360\/2013 erledigt. Die Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG k&ouml;nnte daher nicht zur Heilung einer fehlerhaft unterlassenen Aussetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74&nbsp;FGO f&uuml;hren. Vielmehr kann der Senat die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des &Auml;nderungsbescheids, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68&nbsp;FGO zum Gegenstand des Verfahrens geworden ist, anhand der VO Nr.&nbsp;1360\/2013 pr&uuml;fen und das FG-Urteil &auml;ndern, ohne dass eine Zur&uuml;ckverweisung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs. 1 und 2, &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.9.2015, VII R 32\/14 Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe Leits&auml;tze Abgaben, die auf der Grundlage einer f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rten Unionsverordnung erhoben wurden, sind ab dem Zeitpunkt der Zahlung der unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe zu verzinsen. Tenor Soweit die Beteiligten den Rechtsstreit &uuml;ber die Abgabenfestsetzung f&uuml;r das Wirtschaftsjahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-32-14-anspruch-auf-verzinsung-des-erstattungsbetrags-ab-zahlung-einer-unionsrechtswidrig-erhobenen-abgabe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;32\/14 &#8211; Anspruch auf Verzinsung des Erstattungsbetrags ab Zahlung einer unionsrechtswidrig erhobenen Abgabe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65764","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65764"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65764\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}