{"id":65769,"date":"2016-02-03T17:47:48","date_gmt":"2016-02-03T15:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65769"},"modified":"2016-02-03T17:47:48","modified_gmt":"2016-02-03T15:47:48","slug":"ix-r-35-14-risikolebensversicherungsbeitraege-keine-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-14-risikolebensversicherungsbeitraege-keine-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;35\/14 &#8211; Risikolebensversicherungsbeitr&auml;ge keine Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.10.2015, IX R 35\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Risikolebensversicherungsbeitr&auml;ge keine Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Beitr&auml;ge f&uuml;r Risikolebensversicherungen, welche der Absicherung von Darlehen dienen, die zur Finanzierung der Anschaffungskosten eines der Eink&uuml;nfteerzielung dienenden Immobilienobjekts aufgenommen werden, sind auch dann nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen, wenn der Versicherungsvertragsabschluss durch das finanzierende Kreditinstitut vorgegeben war.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine Aufteilung von Beitr&auml;gen f&uuml;r Risikolebensversicherungen nach den im Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21. September 2009 GrS 1\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672) niedergelegten Ma&szlig;st&auml;ben kommt nicht in Betracht, wenn sich die durch die Eink&uuml;nfteerzielung veranlassten Beitragsanteile nicht feststellen lassen und dem Darlehenssicherungszweck gegen&uuml;ber der Absicherung des Todesfallrisikos eine untergeordnete Bedeutung zukommt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 7. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;6 K 6147\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) Pr&auml;mien f&uuml;r verschiedene Risikolebensversicherungen als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erwarb im Jahr 1995 zusammen mit seiner Ehefrau ein mit einem Einfamilienhaus bebautes Grundst&uuml;ck in B, welches seitdem der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) dient. Im Jahr 1999 verstarb &uuml;berraschend die Ehefrau des Kl&auml;gers; sie wurde von dem Kl&auml;ger und der gemeinsamen Tochter beerbt. Im Jahr 2001 erwarb der Kl&auml;ger im Zuge der Erbauseinandersetzung den Miteigentumsanteil seiner Tochter an dem genannten Grundst&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Eintritt des Todesfalls k&uuml;ndigte das den Immobilienerwerb finanzierende Kreditinstitut die vom Kl&auml;ger und seiner Ehefrau aufgenommenen Hypothekendarlehen und stellte die gesamte Darlehenssumme einschlie&szlig;lich einer Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digung zur R&uuml;ckzahlung f&auml;llig. Der Kl&auml;ger war hierdurch gezwungen, im Jahr 2000 eine Umfinanzierung vorzunehmen, die das finanzierende Kreditinstitut nur unter der Bedingung bewilligte, dass seitens des Kl&auml;gers &#8211;neben einer grundbuchrechtlichen Absicherung&#8211; zus&auml;tzlich ein Risikolebensversicherungsvertrag abgeschlossen werde. In den Folgejahren war der Kl&auml;ger &uuml;berdies gezwungen, Erhaltungsaufwendungen am Objekt vorzunehmen, die er &uuml;ber Bausparkredite finanzierte. Auch insoweit musste der Kl&auml;ger auf Verlangen der Bausparkassen Risikolebensversicherungsvertr&auml;ge abschlie&szlig;en. Anspr&uuml;che auf die Versicherungsleistungen musste der Kl&auml;ger auf Gehei&szlig; der finanzierenden Kreditinstitute an diese im Voraus abtreten; ein bei Abschluss der Versicherungsvertr&auml;ge verf&uuml;gtes Bezugsrecht seiner Tochter f&uuml;r die im Todesfall auszubezahlende Versicherungssumme galt dadurch als widerrufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2008) machte der Kl&auml;ger im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung Aufwendungen f&uuml;r Risikolebensversicherungen in H&ouml;he von 2.467,24&nbsp;EUR als sonstige Werbungskosten (Geldbeschaffungskosten) geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die vom Kl&auml;ger getragenen Beitr&auml;ge f&uuml;r Risikolebensversicherungen nicht als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung. Der hiergegen gerichtete Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) vertrat in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 277 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Auffassung, die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Risikolebensversicherungen k&ouml;nnten nicht als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in Ansatz gebracht werden. Es handele sich um &quot;klassische&quot; Risikolebensversicherungen, die ein der privaten Lebenssph&auml;re zuzuordnendes Lebensrisiko absicherten; ein durch die Vermietung bedingtes Risiko sei nicht ersichtlich. Unerheblich sei, dass die Versicherungen der Absicherung von Darlehen dienten, die der Kl&auml;ger zur Finanzierung bzw. Refinanzierung des vermieteten Objekts in B bzw. zu weiteren Sanierungs- und Erhaltungsma&szlig;nahmen abgeschlossen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers. Er vertritt die Ansicht, dass die fr&uuml;here Rechtsprechung, welche einen Abzug von Pr&auml;mien f&uuml;r Risikolebensversicherungen mit Blick auf das Aufteilungs- und Abzugsverbot abgelehnt habe, im Streitfall keine Anwendung finden k&ouml;nne. Zum einen habe der Gro&szlig;e Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) das Aufteilungs- und Abzugsverbot aufgegeben; zum anderen sei es bei Abschluss der Risikolebensversicherungen nicht darum gegangen, eine Einkunftsquelle zu erwerben oder herzustellen, sondern darum, eine bereits existierende Einkunftsquelle zu erhalten. Der Abschluss der Versicherungsvertr&auml;ge sei ihm &#8211;zum Teil in rechtswidriger Weise&#8211; aufgezwungen worden. Im &Uuml;brigen sei die Zuordnung des versicherten Lebensrisikos zur Privatsph&auml;re mit dem Veranlassungs- und Nettoprinzip nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 7.&nbsp;Oktober 2014 6&nbsp;K&nbsp;6147\/12 sowie den Bescheid &uuml;ber Einkommensteuer f&uuml;r 2008 vom 13.&nbsp;Dezember 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2012, zuletzt ge&auml;ndert durch Bescheid vom 17.&nbsp;August 2012, dahin zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 2.467,24&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es verweist auf die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, wonach Beitr&auml;ge zu Risikolebensversicherungen nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung Ber&uuml;cksichtigung finden k&ouml;nnten. Daran habe sich auch durch die Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672) nichts ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger aufgewendeten Beitr&auml;ge f&uuml;r Risikolebensversicherungen nicht als Werbungskosten bei dessen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r Beitr&auml;ge zu &quot;Risikoversicherungen, die nur f&uuml;r den Todesfall eine Leistung vorsehen&quot;, gew&auml;hrt &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3a EStG einen Abzug als Sonderausgaben bis zu den H&ouml;chstgrenzen des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3&nbsp;ff. EStG; dies gilt nach dem einleitenden Satz in Abs.&nbsp;1 der Vorschrift jedoch nur, wenn sie &quot;weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind oder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden&quot;. Im Streitfall erf&uuml;llen die Aufwendungen des Kl&auml;gers den Werbungskostenbegriff indes nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Zu den Werbungskosten z&auml;hlen nach Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 der Vorschrift auch Versicherungsbeitr&auml;ge, soweit sie sich auf Geb&auml;ude beziehen, die dem Steuerpflichtigen zur Einnahmeerzielung dienen. Sie sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie durch sie veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine derartige Veranlassung liegt vor, wenn (objektiv) ein wirtschaftlicher Zusammenhang mit der auf Vermietung und Verpachtung gerichteten T&auml;tigkeit besteht und (subjektiv) die Aufwendungen zur F&ouml;rderung der Nutzungs&uuml;berlassung gemacht werden. Ma&szlig;geblich ist, ob bei wertender Beurteilung das ausl&ouml;sende Moment f&uuml;r das Entstehen der get&auml;tigten Aufwendungen der einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re zuzuordnen ist (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die vom Kl&auml;ger aufgewendeten Versicherungsbeitr&auml;ge insgesamt dem Privatbereich zuzuordnen, in dem solche Aufwendungen nur &uuml;ber die spezielle gesetzliche Regelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3a EStG ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar liegt im Streitfall der Finanzierung des Immobilienobjekts in B ein einheitliches Gesamtkonzept zugrunde, welches die Finanzierung und Tilgung der Anschaffungskosten &uuml;ber ein Annuit&auml;tendarlehen, das sowohl grundbuchrechtlich als auch &uuml;ber eine Risikolebensversicherung abgesichert ist, vorsieht. Dieses Finanzierungskonzept entspricht markt&uuml;blichen Gestaltungen, wenngleich die Entscheidung hier&uuml;ber im Streitfall in gewisser Weise durch das finanzierende Kreditinstitut vorgegeben war, welches den Kl&auml;ger durch eine vorzeitige K&uuml;ndigung der Erstfinanzierung bewusst in eine Lage gebracht hatte, in der eine zus&auml;tzliche Sicherung durch Abschluss einer Risikolebensversicherung erforderlich wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund hat sich der Kl&auml;ger nicht freiwillig f&uuml;r den Abschluss der ma&szlig;geblichen Risikolebensversicherungen entschlossen; er musste die Aufwendungen hierf&uuml;r tragen, um die Darlehensumfinanzierung &uuml;berhaupt abschlie&szlig;en zu k&ouml;nnen und den Fortbestand der Einnahmen aus dem Objekt zu sichern. Danach besteht auch ein wirtschaftlicher Zusammenhang des Aufwands (in Form der geleisteten Versicherungsbeitr&auml;ge) mit der auf Vermietung und Verpachtung gerichteten T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser wirtschaftliche Zusammenhang wird indes &uuml;berlagert von einem gleichzeitig bestehenden Veranlassungszusammenhang durch die private Lebensf&uuml;hrung. Jener liegt, wovon das FG zutreffend ausgegangen ist, in dem &#8211;privaten&#8211; Umstand, dass der Kl&auml;ger mit dem Abschluss der ma&szlig;geblichen Lebensversicherungen dem Risiko eines vorzeitigen Ablebens noch w&auml;hrend des Laufs der Darlehensvertr&auml;ge entgegenwirken und eine Tilgung der Darlehensschuld im Falle des Eintritts des versicherten Ereignisses gew&auml;hrleisten konnte. F&uuml;r den Kl&auml;ger bedeutet dies: Er tr&auml;gt den &#8211;neben Darlehenszins und Tilgung zus&auml;tzlichen&#8211; Aufwand f&uuml;r die Ausschaltung des Todesfallrisikos im Streitfall auch deshalb, um im Fall des Risikoeintritts einen schuldenfreien &Uuml;bergang des ma&szlig;geblichen Immobilienobjekts auf den Rechtsnachfolger zu gew&auml;hrleisten. Bei der erforderlichen wertenden Beurteilung (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672 Rz&nbsp;93) kommt diesem privaten Umstand &#8211;die Darlehenstilgung ist dem Verm&ouml;gensbereich des Steuerpflichtigen zuzurechnen (vgl. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;August 1990 IX&nbsp;R&nbsp;139\/86, BFH\/NV 1991, 94)&#8211; das entscheidende Gewicht zu; er ist das &quot;ausl&ouml;sende Moment&quot; f&uuml;r das Entstehen der get&auml;tigten Aufwendungen, welche damit insgesamt der Privatsph&auml;re und nicht der einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re zuzuordnen sind. Der den Aufwendungen weiterhin zugrunde liegende Darlehenssicherungszweck, der f&uuml;r die finanzierende Bank das Ausfallrisiko minimiert, tritt demgegen&uuml;ber zur&uuml;ck (vgl. Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;300 &quot;Risikolebensversicherung&quot;; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;62 &quot;Bausparvertrag&quot;; Drenseck, Finanz-Rundschau 1986, 187; diff. HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;420 zu &quot;Todesfallrisikoversicherungen bei Bausparvertr&auml;gen bzw. Hypothekendarlehen&quot;; krit. Bl&uuml;mich\/ Schallmoser, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;400 &quot;Versicherungsbeitr&auml;ge&quot;; a.A. Prinz, Betriebs-Berater 1986, 712; Paus, Deutsche Steuer-Zeitung 1990, 242). Dies gilt auch dann, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Versicherungsvertragsabschluss durch das finanzierende Kreditinstitut vorgegeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall kommt auch eine Aufteilung der Aufwendungen nicht in Betracht. Zwar steht &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG nach den im Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672 niedergelegten Ma&szlig;st&auml;ben einer Aufteilung von gemischt veranlassten, aber anhand ihrer steuerlich erheblichen und privaten Anteile trennbaren Aufwendungen nicht mehr grunds&auml;tzlich entgegen. Die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die Risikolebensversicherungen getragenen Aufwendungen sind indes nicht trennbar; denn zum einen lassen sich eventuell durch die Eink&uuml;nfteerzielung veranlasste Beitragsanteile nicht feststellen und zum anderen misst der Senat dem eink&uuml;nftebezogenen Darlehenssicherungszweck gegen&uuml;ber der dem Privatbereich zuzurechnenden Absicherung des Todesfallrisikos eine untergeordnete Bedeutung zu. Aus diesem Grund kommt auch eine pauschale Aufteilung nicht in Betracht (a.A. HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;420 zu &quot;Todesfallrisikoversicherungen bei Bausparvertr&auml;gen bzw. Hypothekendarlehen&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.10.2015, IX R 35\/14 Risikolebensversicherungsbeitr&auml;ge keine Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung Leits&auml;tze 1. Beitr&auml;ge f&uuml;r Risikolebensversicherungen, welche der Absicherung von Darlehen dienen, die zur Finanzierung der Anschaffungskosten eines der Eink&uuml;nfteerzielung dienenden Immobilienobjekts aufgenommen werden, sind auch dann nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-14-risikolebensversicherungsbeitraege-keine-werbungskosten-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;35\/14 &#8211; Risikolebensversicherungsbeitr&auml;ge keine Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65769","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65769"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65769\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}