{"id":6578,"date":"2012-11-30T21:48:01","date_gmt":"2012-11-30T19:48:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6578"},"modified":"2012-11-30T21:48:08","modified_gmt":"2012-11-30T19:48:08","slug":"vii-b-173-11-haftung-fuer-hinterzogene-milchabgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-173-11-haftung-fuer-hinterzogene-milchabgabe\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;173\/11 &#8211; Haftung f&uuml;r hinterzogene Milchabgabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2012, VII B 173\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftung f&uuml;r hinterzogene Milchabgabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Mitarbeiter einer Molkerei in Hessen, die sowohl von hessischen als auch von th&uuml;ringischen Milcherzeugern beliefert wurde. Da th&uuml;ringische Milcherzeuger die ihnen zugeteilten Referenzmengen seinerzeit zum Teil nicht ausnutzten, w&auml;hrend hessische Betriebe mehr Milch erzeugten, als sie nach ihren verf&uuml;gbaren Referenzmengen liefern durften, eine sog. Ost-West-Saldierung jedoch nicht zul&auml;ssig war, schufen der Kl&auml;ger und ein anderer Mitarbeiter der Molkerei etwa ab 1995 die M&ouml;glichkeit, die in hessischen Betrieben erzeugte Milch auf th&uuml;ringische Erzeugernummern zu buchen. Nachdem diese Manipulationen aufgedeckt worden waren, wurden die hinterzogenen Milchabgaben der Zw&ouml;lfmonatszeitr&auml;ume 1995\/1996 bis 1998\/1999 gegen die betreffenden Milcherzeuger festgesetzt und gegen den Kl&auml;ger sowie den anderen Mitarbeiter der Molkerei Haftungsbescheide erlassen. Au&szlig;erdem wurden beide wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich verurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sp&auml;ter stellte sich heraus, dass die f&uuml;r den Zw&ouml;lfmonatszeitraum 1997\/1998 erfassten Lieferungen eines hessischen Betriebs nicht dem zun&auml;chst in Anspruch genommenen vermeintlichen Inhaber, sondern dessen Vater (L) als Milcherzeuger zuzurechnen waren. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) hob daraufhin den an den Sohn gerichteten Abgabenbescheid auf und nahm mit entsprechend ge&auml;ndertem Haftungsbescheid mit verbundener Zahlungsaufforderung den Kl&auml;ger auf Zahlung der Milchabgabe in Anspruch, w&auml;hrend gegen L wegen des inzwischen &uuml;ber sein Verm&ouml;gen er&ouml;ffneten Insolvenzverfahrens ein Abgabenbescheid nicht mehr ergehen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren gegen den Haftungsbescheid erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache, der Fortbildung des Rechts sowie der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Frage, ob andere Personen als der jeweilige Milcherzeuger, die an der Hinterziehung von Milchabgaben mitgewirkt haben, als Haftungsschuldner f&uuml;r die hinterzogenen Abgaben herangezogen werden k&ouml;nnen, ist nicht grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, weil sie nach den ma&szlig;gebenden Vorschriften eindeutig zu beantworten und zu bejahen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wer eine Steuerhinterziehung begeht, haftet nach &sect;&nbsp;71 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;r die verk&uuml;rzten Steuern. Dass es sich bei der Verschleierung der die verf&uuml;gbare Referenzmenge &uuml;berschreitenden Milchlieferungen des L durch Verrechnung dieser Lieferungen mit Referenzmengen anderer Erzeuger um eine Steuerhinterziehung gehandelt hat und der Kl&auml;ger und der andere Mitarbeiter der Molkerei diese Steuerhinterziehung begangen haben, indem sie Milchlieferungen an die Molkerei unter fremden Erzeugernummern erm&ouml;glichten, steht au&szlig;er Zweifel und wird auch von Seiten der Beschwerde nicht in Abrede gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es besteht auch kein Zweifel, dass neben dem die Abgabe schuldenden Milcherzeuger die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;71 AO vorgeschriebene Haftung anderer an einer Abgabenhinterziehung mitwirkender Personen f&uuml;r die hinterzogenen Milchabgaben mit den unionsrechtlichen Vorschriften &uuml;ber die Erhebung der Milchabgabe vereinbar ist. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 der im Streitfall noch anzuwendenden Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;3950\/92 (VO Nr.&nbsp;3950\/92) des Rates vom 28.&nbsp;Dezember 1992 &uuml;ber die Erhebung einer Zusatzabgabe im Milchsektor (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L 405\/1), dem zufolge die zu erhebende Abgabe auf die Erzeuger zu verteilen ist, die zur &Uuml;berschreitung der Gesamtreferenzmenge beigetragen haben, regelt, wer Schuldner der Milchabgabe ist, steht aber nicht nationalen Vorschriften entgegen, welche die Heranziehung anderer Personen als Haftende f&uuml;r diese Schuld vorsehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 14.&nbsp;Juli 1994 C-352\/92 &#8211;Milchwerke K&ouml;ln\/Wuppertal&#8211; (Slg. 1994, I-3385), auf das die Beschwerde sich beruft, folgt nichts anderes. Dort hei&szlig;t es lediglich, die unionsrechtlichen Milchabgabevorschriften s&auml;hen nicht vor, dass der K&auml;ufer als Abgabenpflichtiger an die Stelle des Erzeugers trete. Hingegen ist nach dieser Entscheidung im Fall der Abgabenhinterziehung die Inanspruchnahme anderer Personen als Haftende aufgrund nationaler Vorschriften nicht nur zul&auml;ssig, sondern unionsrechtlich sogar geboten, denn die Mitgliedstaaten sind &#8211;wie der EuGH ausf&uuml;hrt&#8211; verpflichtet, betr&uuml;gerische Verhaltensweisen wirksam zu bek&auml;mpfen und Anspr&uuml;che auf Einziehung oder Nacherhebung hinterzogener Steuern oder Abgaben oder auf Schadenersatz auf jede rechtliche Weise geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist auch die weitere seitens der Beschwerde bezeichnete Frage, ob die Inanspruchnahme als Haftungsschuldner auch im Fall einer Haftung f&uuml;r eine sog. &Uuml;berschussabgabe i.S. des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 VO Nr.&nbsp;3950\/92, die mit keiner Zahlungspflicht des betreffenden Mitgliedstaats gegen&uuml;ber der Union verbunden ist, mit Unionsrecht vereinbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der beschlie&szlig;ende Senat hat bereits entschieden, dass zwischen den von den Mitgliedstaaten erhobenen Milchabgaben und den von ihnen an die Union abzuf&uuml;hrenden Betr&auml;gen keine strenge Akzessoriet&auml;t besteht, dass es f&uuml;r die Abgabenpflicht des Milcherzeugers in erster Linie auf die &Uuml;berschreitung seiner verf&uuml;gbaren Referenzmenge ankommt und zudem ein Milcherzeuger, der seine die verf&uuml;gbare Referenzmenge &uuml;berschreitenden Lieferungen gegen&uuml;ber der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde verschleiern konnte, nicht davon profitieren darf, dass die von ihm vorgenommenen Manipulationen erst sp&auml;ter nach Haushaltsabschluss aufgedeckt werden (Senatsbeschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;September 2003 VII&nbsp;B&nbsp;309\/02, BFHE 203, 243, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2004, 17; vom 31.&nbsp;Mai 2006 VII&nbsp;B&nbsp;48\/05, BFHE 213, 459, ZfZ 2006, 373; und vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2010 VII&nbsp;B&nbsp;170\/09, BFH\/NV 2010, 1669).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entspricht es somit den unionsrechtlichen Milchabgabevorschriften, eine hinterzogene Milchabgabe auch dann gegen den Milcherzeuger festzusetzen, wenn die nachtr&auml;glich festgestellten Mehrlieferungen keinen Einfluss auf die von dem betreffenden Mitgliedstaat an die Union abzuf&uuml;hrende Abgabe haben, so ist nicht erkennbar, weshalb dies hinsichtlich der insoweit akzessorischen Haftungsschuld desjenigen, der an der Hinterziehung der Milchabgabe mitgewirkt hat, anders sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Frage, ob der Hinterzieher der Milchabgabe gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;71 AO f&uuml;r diese auch dann haftet, wenn feststeht, dass bei steuerehrlichem Verhalten des Milcherzeugers keine Abgabenschuld entstanden w&auml;re, ist nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Sie k&ouml;nnte in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht beantwortet werden, weil ihr ein anderer Fall, nicht jedoch der Streitfall zugrunde liegt. H&auml;tte sich n&auml;mlich L den Vorschriften gem&auml;&szlig; verhalten und nicht die in seinem Betrieb erzeugte Milch unter einer fremden Erzeugernummer an die Molkerei geliefert, so w&auml;re zweifellos eine Abgabenschuld entstanden und w&auml;re Milchabgabe gegen ihn festgesetzt worden, da er &#8211;wie das FG festgestellt hat&#8211; in dem betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraum &uuml;ber keine Referenzmenge verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht der weiteren Beschwerdebegr&uuml;ndung soll Hintergrund der seitens der Beschwerde formulierten Frage m&ouml;glicherweise sein, dass bei steuerehrlichem Verhalten des L dieser nicht in der Lage gewesen w&auml;re, die Abgabenschuld zu begleichen, das HZA also ebenfalls leer ausgegangen w&auml;re. Allerdings ist nicht erkennbar, weshalb in diesem Fall die Inanspruchnahme des Kl&auml;gers im Wege der Haftung unzul&auml;ssig sein sollte. Es ist gerade der Sinn der Haftungsvorschriften der AO, neben dem &#8211;ggf. zahlungsunf&auml;higen&#8211; Abgabenschuldner andere Personen, die den Schaden des Fiskus mit verursacht haben, zur Zahlung heranziehen zu k&ouml;nnen. Zahlungsunf&auml;higkeit des Schuldners schlie&szlig;t die Inanspruchnahme eines Haftenden nur dann aus, wenn dessen Verhalten f&uuml;r den Abgabeausfall nicht kausal werden konnte. Das FG hat im &Uuml;brigen nicht festgestellt, dass L bereits am Ende des Zw&ouml;lfmonatszeitraums 1997\/1998 zahlungsunf&auml;hig war und somit eine gegen ihn f&uuml;r diesen Zw&ouml;lfmonatszeitraum festgesetzte Milchabgabe nicht h&auml;tte entrichten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn die Beschwerde ihre formulierte Rechtsfrage au&szlig;erdem dahin erl&auml;utert, die Molkerei h&auml;tte keine Lieferungen von L angenommen, dieser h&auml;tte also gar keine Milch vermarkten k&ouml;nnen, falls er wahrheitsgem&auml;&szlig; angegeben h&auml;tte, ihr Erzeuger zu sein, so hei&szlig;t das mit anderen Worten, L h&auml;tte bei ehrlichem Verhalten keine M&ouml;glichkeit gehabt, Milch zu liefern und auf diese Weise die Milchabgabe zu hinterziehen. Es ist indes nicht nachvollziehbar, woraus sich ergeben soll, dass eine Haftungsinanspruchnahme ausscheidet, wenn ohne den Tatbeitrag des Haftungsschuldners die betreffende Abgabe nicht h&auml;tte hinterzogen werden k&ouml;nnen und folglich ein Abgabeausfall nicht eingetreten w&auml;re, oder warum es bei Marktordnungsabgaben an einem &quot;Verm&ouml;gensnachteil&quot; des Fiskus fehlen soll, wenn ohne die Hinterziehungstaten eine Abgabe nicht h&auml;tte erhoben werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mangels kl&auml;rungsbed&uuml;rftiger bzw. kl&auml;rungsf&auml;higer Rechtsfragen ist auch der Zulassungsgrund der Fortbildung des Rechts nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der geltend gemachte Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist nicht schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2012, VII B 173\/11 Haftung f&uuml;r hinterzogene Milchabgabe Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Mitarbeiter einer Molkerei in Hessen, die sowohl von hessischen als auch von th&uuml;ringischen Milcherzeugern beliefert wurde. 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