{"id":65793,"date":"2016-02-03T17:50:16","date_gmt":"2016-02-03T15:50:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65793"},"modified":"2016-02-03T17:50:16","modified_gmt":"2016-02-03T15:50:16","slug":"vi-r-7-15-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-7-15-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;7\/15 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.12.2015, VI R 7\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 16. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;4 K 226\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zum T&auml;tigkeitsort als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte oder nach Dienstreisegrunds&auml;tzen (einschlie&szlig;lich Verpflegungsmehraufwendungen) zu ber&uuml;cksichtigen sind, insbesondere, ob der T&auml;tigkeitsort eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) machte in seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2012) u.a. Fahrtkosten in H&ouml;he von 1.320&nbsp;EUR als &quot;Reisekosten bei Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit&quot; (200&nbsp;Tage x&nbsp;22&nbsp;km x&nbsp;0,30&nbsp;EUR =&nbsp;1.320&nbsp;EUR) sowie Verpflegungsmehraufwendungen f&uuml;r 200&nbsp;Tage mit mindestens acht Stunden Abwesenheit in H&ouml;he von 1.200&nbsp;EUR als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. Er gab an, dass er aufgrund seines befristeten Arbeitsvertrags &uuml;ber keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte verf&uuml;ge und somit die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte nach Reisekostengrunds&auml;tzen anzusetzen seien. Das Gleiche gelte f&uuml;r die Verpflegungsmehraufwendungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hatte zum &#8230;&nbsp;Februar 2012 einen (zun&auml;chst) auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag als Gro&szlig;ger&auml;tefahrer in einem Bergwerk abgeschlossen. Die Besch&auml;ftigung begann mit einer Probezeit von sechs Monaten, innerhalb der das Arbeitsverh&auml;ltnis mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende gek&uuml;ndigt werden konnte. Vereinbarungen hinsichtlich eines Zeitpunkts, zu dem eine eventuelle Verl&auml;ngerung des Arbeitsvertrags auszusprechen sei, wurden nicht getroffen. Mit Schreiben des Arbeitgebers vom &#8230;&nbsp;November 2012 war die Befristung bis zum 31.&nbsp;Januar 2014 verl&auml;ngert worden, mit Schreiben vom &#8230;&nbsp;November 2013 sodann bis zum 31.&nbsp;Juli 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die geltend gemachten Fahrtkosten lediglich mit der Entfernungspauschale und setzte insoweit Werbungskosten in H&ouml;he von 660&nbsp;EUR (200&nbsp;Tage x&nbsp;11&nbsp;km x&nbsp;0,30&nbsp;EUR) an. Verpflegungsmehraufwendungen ber&uuml;cksichtigte das FA nicht. In den Erl&auml;uterungen des Bescheides vertrat es die Ansicht, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte verf&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 805 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das Urteil des FG Sachsen-Anhalt vom 16.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;226\/14 sowie die Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;Januar 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2012 vom 3.&nbsp;Juli 2013 dahingehend abzu&auml;ndern, dass weitere Werbungskosten f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte in H&ouml;he von 660&nbsp;EUR und Verpflegungsmehraufwendungen in H&ouml;he von 372&nbsp;EUR bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zum Abzug gebracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt die Revision einstimmig f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Revision des Kl&auml;gers ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r Fahrten zwischen seiner Wohnung und seinem Arbeitsplatz nur im Rahmen der Entfernungspauschale als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen und Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung nicht eink&uuml;nftemindernd anzusetzen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) grunds&auml;tzlich in H&ouml;he des daf&uuml;r tats&auml;chlich entstandenen Aufwands als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Erwerbsaufwendungen in diesem Sinne sind auch die Kosten des Arbeitnehmers f&uuml;r seine Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte. Allerdings d&uuml;rfen diese Kosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung nur nach Ma&szlig;gabe einer Entfernungspauschale als Werbungskosten in Abzug gebracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG kann nur eine ortsfeste, dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers sein, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) aufsucht. Regelm&auml;&szlig;ig handelt es sich dabei um den Betrieb des Arbeitgebers oder einen Zweigbetrieb, nicht aber um die T&auml;tigkeitsst&auml;tte in einer betrieblichen Einrichtung des Kunden des Arbeitgebers (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 VI&nbsp;R&nbsp;74\/13, BFHE 245, 56, BStBl II 2014, 854, m.w.N.). Es entspricht dar&uuml;ber hinaus st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, dass ein gr&ouml;&szlig;eres, r&auml;umlich geschlossenes Gebiet als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG (und damit beim Verpflegungsmehraufwand als T&auml;tigkeitsmittelpunkt i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG) in Betracht kommt, wenn es sich um ein zusammenh&auml;ngendes Gel&auml;nde des Arbeitgebers handelt, auf dem der Arbeitnehmer auf Dauer und mit einer gewissen Nachhaltigkeit t&auml;tig wird (z.B. Senatsurteile vom 5.&nbsp;August 2004 VI&nbsp;R&nbsp;40\/03, BFHE 207, 225, BStBl II 2004, 1074; vom 10.&nbsp;April 2002 VI&nbsp;R&nbsp;154\/00, BFHE 198, 559, BStBl II 2002, 779). Unter diesen Voraussetzungen kann auch ein Werksgel&auml;nde, ein Waldgebiet oder &#8211;wie vorliegend zu Recht unstreitig&#8211; ein Bergwerk eine gro&szlig;r&auml;umige (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte oder einen T&auml;tigkeitsmittelpunkt darstellen (Senatsurteile vom 18.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;61\/06, BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564, und vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2015 VI&nbsp;R&nbsp;87\/13, BFH\/NV 2015, 1084, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist der Arbeitnehmer nicht an einer solchen dauerhaften betrieblichen Einrichtung t&auml;tig, liegt regelm&auml;&szlig;ig eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit vor, weil der Arbeitnehmer entweder vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem ortsgebundenen Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit entfernt t&auml;tig wird oder weil er schon &uuml;ber keinen dauerhaft angelegten ortsgebundenen Bezugspunkt f&uuml;r seine berufliche T&auml;tigkeit verf&uuml;gt, sondern nur an st&auml;ndig wechselnden T&auml;tigkeitsst&auml;tten oder auf einem Fahrzeug eingesetzt wird (z.B. Senatsurteile vom 26.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;54\/13, BFH\/NV 2014, 1199, und VI&nbsp;R&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2014, 1029, jeweils m.w.N.). Folge einer solchen Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit ist, dass die Kosten f&uuml;r beruflich veranlasste Fahrten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG uneingeschr&auml;nkt zum Abzug zuzulassen sind. Denn ein Arbeitnehmer, der ausw&auml;rts t&auml;tig ist, hat typischerweise nicht die M&ouml;glichkeit, seine Wegekosten gering zu halten (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 10.&nbsp;April 2014 VI&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 245, 218, BStBl II 2014, 804, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht darauf erkannt, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht ausw&auml;rts, sondern in einer dauerhaften betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers und damit in einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG t&auml;tig war. Denn der Kl&auml;ger hat diese Einrichtung w&auml;hrend seines Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) aufgesucht. Der Umstand, dass der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeit dort nur zun&auml;chst auf ein Jahr befristet ausge&uuml;bt hat und zudem die ersten sechs Monate seines Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses mit einer Probezeit belegt waren, steht der Dauerhaftigkeit der Zuordnung zu dem Betriebssitz des Arbeitgebers nicht entgegen. Denn ein in einer dauerhaften, ortsfesten betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers t&auml;tiger Arbeitnehmer ist nicht allein deshalb ausw&auml;rts t&auml;tig, weil er eine Probezeit vereinbart hat, unbedingt versetzungsbereit oder befristet besch&auml;ftigt ist (Senatsurteil vom 6.&nbsp;November 2014 VI&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFHE 247, 427, BStBl II 2015, 338). Der Einwand des Kl&auml;gers, in solchen F&auml;llen fehle es an der f&uuml;r eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte erforderlichen &quot;Planungssicherheit&quot;, trifft zwar in der Sache zu, vermag die T&auml;tigkeit aber nicht aus dem Regeltypus einer &quot;Innendienstt&auml;tigkeit&quot; (Leistungsort im Betrieb oder einer Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers) herauszul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen weist der Senat darauf hin, dass er die Vorhersehbarkeit wechselnder T&auml;tigkeitsst&auml;tten und die &quot;M&ouml;glichkeit&quot;, Wegekosten zu mindern, nicht zu Tatbestandsmerkmalen der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG geregelten Entfernungspauschale erhoben hat. Der Umstand, dass sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise auf die immer gleichen Wege einstellen und so auf eine Minderung der Wegekosten etwa durch die Bildung von Fahrgemeinschaften, die Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und gegebenenfalls sogar durch die entsprechende Wohnsitznahme hinwirken kann, beschreibt lediglich generalisierend und typisierend den Regelfall, nach der sich die Regelung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip erweist. Individuelle Zuf&auml;lligkeiten und Besonderheiten in der tats&auml;chlichen Ausgestaltung eines Arbeitsverh&auml;ltnisses bleiben hierbei unber&uuml;cksichtigt (Senatsurteil in BFHE 247, 427, BStBl II 2015, 338). Sie verm&ouml;gen insbesondere nicht eine typische betriebsbezogene Innendienstt&auml;tigkeit zu einer vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit au&szlig;erhalb einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte (oder der Wohnung) zu wandeln. Demnach sind die streitigen Wegekosten lediglich im Rahmen der Entfernungspauschale und Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aus den Senatsentscheidungen vom 8.&nbsp;August 2013 VI&nbsp;R&nbsp;72\/12 (BFHE 242, 358, BStBl II 2014, 68) und VI&nbsp;R&nbsp;27\/12 (BFH\/NV 2014, 308) sowie vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;51\/12 (BFHE 243, 215, BStBl II 2014, 342) ergibt sich nichts anderes. Zwar hat der Senat dort entschieden, dass ein Arbeitnehmer, der f&uuml;r ein oder zwei Jahre (wiederholt) befristet seiner Berufst&auml;tigkeit an einer anderen betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers nachgeht, und ein Beamter, der von seinem Arbeitgeber f&uuml;r drei Jahre an eine andere als seine bisherige T&auml;tigkeitsst&auml;tte abgeordnet oder versetzt wird, an den neuen T&auml;tigkeitsorten keine regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tten begr&uuml;nden. F&uuml;r den Tatbestand einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte bei einem befristeten oder Probearbeitsverh&auml;ltnis lassen sich hieraus jedoch keine Erkenntnisse gewinnen. Insbesondere rechtfertigen diese Entscheidungen den Schluss des Kl&auml;gers nicht, dass bei (bis zu drei Jahren) befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen oder in der Probezeit stets keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG vorliege. Denn in den Verfahren VI&nbsp;R&nbsp;27, 51 und 72\/12 stand in Streit, ob der Arbeitnehmer lediglich &#8211;unter Beibehaltung seiner bisherigen regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&#8211; &quot;vor&uuml;bergehend&quot; in einer anderen betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers t&auml;tig wurde oder von Anbeginn dauerhaft an den neuen Besch&auml;ftigungsort entsandt worden ist und dort eine (neue) regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte begr&uuml;ndet hat. Ein solcher Sachverhalt liegt jedoch im Streitfall ersichtlich nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.12.2015, VI R 7\/15 Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung Tenor Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 16. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;4 K 226\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob Aufwendungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-7-15-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;7\/15 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-65793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65793"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65793\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}