{"id":65795,"date":"2016-02-03T17:49:04","date_gmt":"2016-02-03T15:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65795"},"modified":"2016-02-03T17:49:04","modified_gmt":"2016-02-03T15:49:04","slug":"v-r-67-14-keine-organschaft-mit-nichtunternehmer-zahlungen-zur-deckung-der-betriebskosten-als-entgelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-67-14-keine-organschaft-mit-nichtunternehmer-zahlungen-zur-deckung-der-betriebskosten-als-entgelt\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;67\/14 &#8211; Keine Organschaft mit Nichtunternehmer &#8211; Zahlungen zur Deckung der Betriebskosten als Entgelt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 67\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Organschaft mit Nichtunternehmer &#8211; Zahlungen zur Deckung der Betriebskosten als Entgelt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Organschaft setzt nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG die Eingliederung in das Unternehmen des Organtr&auml;gers voraus.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1480\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, steuerpflichtige Leistungen gegen Entgelt an die Beigeladene, die Alleingesellschafterin der Kl&auml;gerin, erbracht hat. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin war der stellvertretende Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Beigeladenen. Die Beigeladene ist eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;75 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;V) die vertrags&auml;rztliche Versorgung sicherzustellen hat. Dies umfasst die Zurverf&uuml;gungstellung von Notdiensten in Bereitschaftsdienstpraxen (BDP). Die &auml;rztliche T&auml;tigkeit wird dabei durch &Auml;rzte erbracht, die ihre Leistungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung erbringen und abrechnen. Die Beigeladene ist demgegen&uuml;ber hoheitlich t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung des Notdienstes aus arbeitsrechtlichen und tarifvertraglichen Gr&uuml;nden gr&uuml;ndete die Beigeladene die Kl&auml;gerin. Unternehmensgegenstand der Kl&auml;gerin ist die Erf&uuml;llung von Aufgaben, die der Beigeladenen nach dem SGB V obliegen. Die Kl&auml;gerin war auf privatrechtlicher Grundlage f&uuml;r die Beigeladene t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin beschr&auml;nkte sich dabei darauf, das nicht-&auml;rztliche Personal wie medizinische Fachangestellte und Arzthelfer einzustellen und der Beigeladenen zum Einsatz in den BDP zu &uuml;berlassen. Die Arbeiten des &uuml;berlassenen Personals betrafen die Abwicklung organisatorischer Aufgaben in den BDP wie auch untergeordnete Heilbehandlungsma&szlig;nahmen. Die Kl&auml;gerin berechnete die Aufwendungen f&uuml;r L&ouml;hne und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge des &uuml;berlassenen Personals an die Beigeladene weiter, die diese Kosten &uuml;ber ein Umlageverfahren finanzierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wegen fehlender Steuererkl&auml;rungen erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r die Streitjahre 2008 und 2009 Sch&auml;tzungsbescheide. Einspruch und Klage zum Finanzgericht (FG) hatten keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 683 ver&ouml;ffentlichten Urteil erbrachte die Kl&auml;gerin an die Beigeladene Leistungen gegen Entgelt, die mangels Organschaft nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) auch steuerbar waren. Die Begr&uuml;ndung einer umsatzsteuerlichen Organschaft mit einem Nichtunternehmer als Organtr&auml;ger sei nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG nicht m&ouml;glich. Dies versto&szlig;e auch nicht gegen Art.&nbsp;11 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 (MwStSystRL). Die Leistungen der Kl&auml;gerin seien auch nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision. Sie sei keine Unternehmerin. Sie sei eine kostenumlegende wirtschaftliche Interessenvereinigung, die nur zum Leistungsbezug der Kassen&auml;rztlichen Vereinigung gegr&uuml;ndet worden sei und lediglich deren Ressourcen verwalte. Sie erbringe nur untergeordnete Hilfst&auml;tigkeiten. Es handele sich um sog. &quot;in house&quot;-Leistungen im Sinne der Richtlinie 2004\/18\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 &uuml;ber die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe &ouml;ffentlicher Bauauftr&auml;ge, Lieferauftr&auml;ge und Dienstleistungsauftr&auml;ge (Richtlinie 2004\/18\/EG &#8211; Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 2004, L&nbsp;134, S.&nbsp;114). Sie handele nur gegen Kostenerstattung. Es fehle an der Eignung, &Uuml;bersch&uuml;sse zu erzielen. Sie sei einzig zum Bezug von Personalleistungen gegr&uuml;ndet worden. Sie nehme nicht an Wertsch&ouml;pfungen teil und generiere keinen Mehrwert. Sie erbringe keine marktg&auml;ngige Leistung. Sie werde nur gegen&uuml;ber ihrer Alleingesellschafterin t&auml;tig. Hilfsweise sei sie als Organgesellschaft anzusehen. Soweit der Bundesfinanzhof (BFH) f&uuml;r die Organschaft eine Unternehmereigenschaft von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft verlange, sei dies mit dem Unionsrecht nicht vereinbar. Ein Unternehmen des Organtr&auml;gers m&uuml;sse lediglich als Rechtsfolge der Organschaft vorliegen. Die Regelung zur Organschaft diene nicht der Missbrauchsbek&auml;mpfung. Die Nichtsteuerbarkeit aufgrund der Organschaft sei systemimmanent. Die Neutralit&auml;t sei nicht gew&auml;hrleistet, wenn die eigene Personalbeschaffung durch die Beigeladenen f&uuml;r diese steuerlich g&uuml;nstiger sei. Eine richtlinienkonforme Auslegung des nationalen Rechts entsprechend den Vorgaben des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union (EuGH) sei m&ouml;glich. Zumindest seien ihre Leistungen nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL steuerfrei. Insoweit bestehe kein Erfordernis, dass sich eine Personenmehrheit zusammenzuschlie&szlig;en habe. Erfasst w&uuml;rden auch &quot;Ein-Personenzusammenschl&uuml;sse&quot;. W&uuml;rden Kapitalgesellschaften mit lediglich einem Gesellschafter nicht erfasst, widerspr&auml;che dies dem Grundsatz der Neutralit&auml;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG und die Umsatzsteuerbescheide 2008 und 2009 vom 14.&nbsp;September 2010 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;November 2012 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sei Unternehmer. Auf eine &Uuml;berschusserzielung komme es nicht an. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Organschaft l&auml;gen nicht vor, da die Beigeladene nicht Unternehmer sei. Die Leistungen seien auch nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat steuerbare Leistungen gegen Entgelt erbracht. Auch unter Ber&uuml;cksichtigung der zum Unionsrecht ergangenen EuGH-Rechtsprechung bildeten die Kl&auml;gerin und die Beigeladene weder nach nationalem Recht noch nach Unionsrecht eine Organschaft. Das FG hat daher zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin an die Beigeladene steuerbare Leistungen ausgef&uuml;hrt hat. Die Leistungen sind auch nicht steuerfrei, sondern steuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat steuerbare Leistungen gegen Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG als Unternehmer erbracht. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sind steuerbar auch die Leistungen, die gegen Gew&auml;hrung von Aufwendungsersatz erfolgen (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;60\/05, BFHE 219, 455, BStBl II 2009, 486, unter II.1.a). Wie der EuGH im Urteil Sauda&ccedil;or vom 29.&nbsp;Oktober 2015 C-174\/14 (EU:C:2015:733, Rz&nbsp;36&nbsp;ff. und 45&nbsp;ff.) zudem entschieden hat, sind auch &quot;Zahlungen zur Deckung der Betriebskosten&quot; Entgelt, steht eine Leistungserbringung im &ouml;ffentlichen Interesse der Steuerbarkeit nicht entgegen und kommt den Bestimmungen der Richtlinie 2004\/18\/EG f&uuml;r die Mehrwertsteuer keine Bedeutung zu. Hierin liegt kein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, wie die Kl&auml;gerin meint. Denn bei einer Anstellung des Personals direkt bei der Beigeladenen fehlt es an einem Umsatztatbestand nach &sect;&nbsp;1 UStG. Insoweit liegen nicht miteinander vergleichbare Sachverhalte vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin erbrachte ihre Leistungen auch als Unternehmerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und 3 UStG gewerblich, nachhaltig und auch zur Einnahmeerzielung t&auml;tig. Auf eine Gewinnerzielungsabsicht kommt es nicht an. Unerheblich ist auch, dass die Kl&auml;gerin nur f&uuml;r die Beigeladene und damit nur f&uuml;r ihre Gesellschafterin t&auml;tig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Als GmbH ist die Kl&auml;gerin keine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG. Sie kann auch nicht geltend machen, dass f&uuml;r sie gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 MwStSystRL als Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts das zugunsten der &ouml;ffentlichen Hand bestehende Privileg der Nichtbesteuerung anzuwenden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 und 2 MwStSystRL gelten Staaten, L&auml;nder, Gemeinden und sonstige Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts nicht als Steuerpflichtige, soweit sie die T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder Ums&auml;tze bewirken, die ihnen im Rahmen der &ouml;ffentlichen Gewalt obliegen, auch wenn sie im Zusammenhang mit diesen T&auml;tigkeiten oder Ums&auml;tzen Z&ouml;lle, Geb&uuml;hren, Beitr&auml;ge oder sonstige Abgaben erheben. Falls sie solche T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder Ums&auml;tze bewirken, gelten sie f&uuml;r diese T&auml;tigkeiten oder Ums&auml;tze jedoch als Steuerpflichtige, sofern eine Behandlung als Nichtsteuerpflichtige zu gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerbsverzerrungen f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der EuGH hat es im Urteil Sauda&ccedil;or (EU:C:2015:733) f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, dass eine Aktiengesellschaft als Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts angesehen werden kann, f&uuml;r die Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL gilt. Dies erfordert aber auch nach der Auffassung des EuGH, dass die Aktiengesellschaft &quot;im Rahmen der &ouml;ffentlichen Gewalt handelt&quot; (EuGH-Urteil Sauda&ccedil;or, EU:2015:733, Rz&nbsp;69). Hierf&uuml;r m&uuml;ssen T&auml;tigkeiten vorliegen, die von den Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts &quot;im Rahmen der ihnen eigenen rechtlichen Regelung ausge&uuml;bt werden. Nicht dazu geh&ouml;ren T&auml;tigkeiten, die sie unter den gleichen rechtlichen Bedingungen aus&uuml;ben wie private Wirtschaftsteilnehmer. Der EuGH hat auch klargestellt, dass der Gegenstand oder der Zweck der T&auml;tigkeit insoweit unerheblich sind und dass die Tatsache, dass die Aus&uuml;bung der in Rede stehenden T&auml;tigkeit das Gebrauchmachen von hoheitlichen Befugnissen umfasst, die Feststellung erlaubt, dass diese T&auml;tigkeit einer &ouml;ffentlich-rechtlichen Regelung unterliegt&quot; (EuGH-Urteil Sauda&ccedil;or, EU:2015:733, Rz&nbsp;70). Diese Voraussetzung ist nicht erf&uuml;llt, wenn die hoheitlichen Befugnisse, &uuml;ber die eine Aktiengesellschaft ggf. verf&uuml;gt, kein Instrument sind, um die wirtschaftliche T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben (EuGH-Urteil Sauda&ccedil;or, EU:2015:733, Rz&nbsp;72).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Streitfall kann der erkennende Senat offenlassen, ob und ggf. unter welchen Voraussetzungen eine Aktiengesellschaft als Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts anzusehen sein k&ouml;nnte. Denn selbst wenn die GmbH als derartige Einrichtung t&auml;tig geworden w&auml;re, &uuml;bte sie ihre T&auml;tigkeit auf privatrechtlicher, nicht aber auf &ouml;ffentlich-rechtlicher Grundlage aus. Letzteres macht auch die Kl&auml;gerin nicht geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat eine zwischen der Kl&auml;gerin und der Beigeladenen bestehende Organschaft sowohl nach nationalem Recht als auch nach dem Unionsrecht zutreffend verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In Bezug auf das Erfordernis einer Eingliederung in das Unternehmen des Organtr&auml;gers hat der BFH bereits entschieden, dass eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts Organtr&auml;ger sein kann, wenn und soweit sie unternehmerisch t&auml;tig ist (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Oktober 2002 V&nbsp;R&nbsp;64\/99, BFHE 200, 119, BStBl II 2003, 375). Die Unternehmereigenschaft des Organtr&auml;gers geh&ouml;rt danach entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin zu den Voraussetzungen, nicht aber zu den Rechtsfolgen der Organschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Rechtsprechung entspricht der Unternehmerbegriff des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG dem des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG und dem Begriff der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit in Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL. Ebenso wie bei &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG handelt es sich um den T&auml;tigkeitsbereich, in dem der Unternehmer nachhaltig Leistungen gegen Entgelt erbringt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 V&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 236, 258, BStBl II 2012, 844, unter II.1.b zu &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG). Hieran fehlt es z.B. bei einer hoheitlichen T&auml;tigkeit, bei der entweder keine entgeltlichen Leistungen erbracht werden oder es aber zumindest an einem wettbewerbsrelevanten Verhalten fehlt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;R&nbsp;5\/13, BFHE 245, 92, unter II.1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Unternehmensbegriff des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG unter Ber&uuml;cksichtigung des EuGH-Urteils VNLTO vom 12.&nbsp;Februar 2009 C-515\/07 (EU:C:2009:88) ggf. abweichend auszulegen sein k&ouml;nnte (vgl. BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Juni 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/13, BFHE 250, 276, BStBl II 2015, 865) ist f&uuml;r die Auslegung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG sowie von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf der Grundlage der bisherigen BFH-Rechtsprechung, an der der erkennende Senat festh&auml;lt, besteht im Streitfall keine Organschaft zwischen der Kl&auml;gerin und der Beigeladenen, da die Beigeladene nach den im Revisionsverfahren nicht angegriffenen und f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ist, die keine unternehmerische T&auml;tigkeit i.S. von &sect;&nbsp;2 UStG (Art.&nbsp;9 und 13 MwStSystRL) aus&uuml;bte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine weitergehende Organschaft als nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG ergibt sich auch nicht aus dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art.&nbsp;11 MwStSystRL kann jeder Mitgliedstaat in seinem Gebiet ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen behandeln. Zudem k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Ma&szlig;nahmen treffen, um Steuerhinterziehungen oder -umgehungen durch die Anwendung dieser Bestimmung vorzubeugen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Steuerpflichtige kann sich gegen&uuml;ber dem nationalen Recht zwar nicht auf Art.&nbsp;11 MwStSystRL berufen. Diese Bestimmung ist aber gleichwohl bei der Auslegung des nationalen Rechts zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wie der EuGH zu Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG bereits ausdr&uuml;cklich entschieden hat, erf&uuml;llt diese Bestimmung &quot;nicht die Voraussetzungen, um unmittelbare Wirkung zu entfalten&quot;, sondern hat nur &quot;bedingten Charakter&quot;. Dies beruht darauf, dass die in dieser Bestimmung vorgesehene enge Verbindung in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht einer &quot;Pr&auml;zisierung auf nationaler Ebene&quot; bedarf und die &quot;Anwendung nationaler Rechtsvorschriften voraussetzt, die den konkreten Umfang dieser Verbindungen bestimmen&quot; (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt vom 16.&nbsp;Juli 2015 C-108\/14, C-109\/14, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;50&nbsp;f.). Dies gilt auch f&uuml;r Art.&nbsp;11 MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Bei der Auslegung des nationalen Rechts ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Mitgliedstaaten, die die Erm&auml;chtigung nach Art.&nbsp;11 MwStSystRL aus&uuml;ben, die danach vorgesehene Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen grunds&auml;tzlich nicht von weiteren als den dort genannten Voraussetzungen abh&auml;ngig machen d&uuml;rfen, so dass Wirtschaftsteilnehmern keine weiteren Bedingungen f&uuml;r die Bildung einer Mehrwertsteuergruppe aufgeb&uuml;rdet werden d&uuml;rfen (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;36 und 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Im Hinblick auf das Erfordernis einer Unternehmereigenschaft der an der Zusammenfassung beteiligten Personen hat der EuGH in einem gegen Irland gerichteten Vertragsverletzungsverfahren entschieden, dass &quot;die Kommission nicht dargetan [hat], dass die Ziele von Art.&nbsp;11 der Mehrwertsteuerrichtlinie f&uuml;r eine Auslegung sprechen, wonach nichtsteuerpflichtige Personen nicht in eine Mehrwertsteuergruppe einbezogen werden k&ouml;nnen&quot; (EuGH-Urteil Kommission\/Irland vom 9.&nbsp;April 2013 C-85\/11, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;50). Der EuGH begr&uuml;ndet dies damit, dass diese Regelung bezweckt, &quot;die Eigenschaft des Steuerpflichtigen nicht systematisch an das Merkmal der rein rechtlichen Selbst&auml;ndigkeit zu kn&uuml;pfen, und zwar aus Gr&uuml;nden der Verwaltungsvereinfachung oder um bestimmte Missbr&auml;uche zu verhindern wie z.B. die Aufspaltung eines Unternehmens zwischen mehreren Steuerpflichtigen, um in den Genuss einer Sonderregelung zu gelangen&quot; (EuGH-Urteil Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;47). Dabei geht der EuGH davon aus, dass die &quot;M&ouml;glichkeit f&uuml;r die Mitgliedstaaten, eine Gruppe von Personen, die eine oder mehrere Personen umfasst, die unter Umst&auml;nden einzeln nicht die Eigenschaft des Steuerpflichtigen haben, als einen Steuerpflichtigen zu behandeln, diesen Zielen jedoch offenkundig nicht zuwider[l&auml;uft].&quot; Es k&ouml;nne nicht ausgeschlossen werden, dass &quot;die Anwesenheit von solchen Personen in einer Mehrwertsteuergruppe zu einer Verwaltungsvereinfachung sowohl f&uuml;r diese Gruppe als auch f&uuml;r die Steuerverwaltung beitr&auml;gt und die Verhinderung bestimmter Missbr&auml;uche erm&ouml;glicht, wobei die Anwesenheit sogar unabdingbar f&uuml;r diese Zwecke sein kann, wenn sie allein die engen Beziehungen herstellt, die auf finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Ebene zwischen den diese Gruppe bildenden Personen bestehen m&uuml;ssen, damit sie zusammen als ein Steuerpflichtiger behandelt werden&quot; (EuGH-Urteil Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte die Einbeziehung von Nichtsteuerpflichtigen &quot;zu Missbr&auml;uchen f&uuml;hren k&ouml;nnen&quot;, seien die Mitgliedstaaten aber zur Schaffung von Sonderma&szlig;nahmen berechtigt (EuGH-Urteil Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;49). Insoweit hat das nationale Gericht zu pr&uuml;fen, ob sich Voraussetzungen des nationalen Rechts, die sich nicht aus Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL ergeben, deshalb mit dem Unionsrecht vereinbar sind, weil es sich um eine f&uuml;r die Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderliche und geeignete Ma&szlig;nahme handelt (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r das sich aus dem nationalen Recht ergebende Erfordernis einer eigenen Unternehmereigenschaft des Organtr&auml;gers besteht danach eine hinreichende Grundlage im Unionsrecht. Zwar geht diese Bedingung &uuml;ber die in Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL ausdr&uuml;cklich genannten Voraussetzungen hinaus. Das Erfordernis der Unternehmereigenschaft des Organtr&auml;gers ist aber im nationalen Kontext zur Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen erforderlich wie auch geeignet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Feststellung einer missbr&auml;uchlichen Praxis erfordert zum einen, dass die fraglichen Ums&auml;tze trotz formaler Anwendung der Bedingungen der einschl&auml;gigen Bestimmungen der Richtlinie und des zu ihrer Umsetzung erlassenen nationalen Rechts einen Steuervorteil ergeben, der dem mit diesen Bestimmungen verfolgten Ziel zuwiderlaufen w&uuml;rde. Zum anderen muss auch aus einer Reihe objektiver Anhaltspunkte ersichtlich sein, dass mit den fraglichen Ums&auml;tzen im Wesentlichen ein Steuervorteil bezweckt wird (vgl. EuGH-Urteil Halifax vom 21.&nbsp;Februar 2006 C-255\/02, EU:C:2006:121, Leitsatz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Art.&nbsp;11 MwStSystRL fasst mehrere Personen zu einem Steuerpflichtigen zusammen, um &quot;die Eigenschaft des Steuerpflichtigen nicht systematisch an das Merkmal der rein rechtlichen Selbst&auml;ndigkeit zu kn&uuml;pfen&quot; (EuGH-Urteile Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;40, und Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das dient dazu, &quot;bestimmte Missbr&auml;uche zu verhindern wie z.B. die Aufspaltung eines Unternehmens zwischen mehreren Steuerpflichtigen, um in den Genuss einer Sonderregelung zu gelangen&quot; (EuGH-Urteile Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;40, und Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;47). Ebenso wie die blo&szlig;e Aufspaltung kann aber auch die Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen f&uuml;r sich genommen als missbr&auml;uchlich anzusehen sein, wenn die Zusammenfassung nicht blo&szlig;en Vereinfachungscharakter hat, sondern dazu dient, &quot;in den Genuss einer Sonderregelung zu gelangen&quot;, die darin besteht, dass &#8211;wie bei den Leistungen zwischen unterschiedlichen Betriebsabteilungen eines Einheitsunternehmens&#8211; Innenleistungen zwischen den organschaftlich zusammengefassten Unternehmen nicht steuerbar sind (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 und 3 UStG), so dass Innenleistungen f&uuml;r nichtunternehmerische Zwecke nichtsteuerbar erbracht werden k&ouml;nnen und das Entstehen einer nach &sect;&nbsp;15 UStG nicht abziehbaren Vorsteuer vermieden wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Unternehmereigenschaft des Organtr&auml;gers verhindert das Entstehen derartiger Vorteile. Aus diesem Grund verlangt das nationale Recht auch eine Unternehmerstellung der Organgesellschaft, wie sich daraus ergibt, dass &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG eine Regelung zur Selbst&auml;ndigkeit gewerblicher oder beruflicher T&auml;tigkeiten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschr&auml;nkung der Organschaft auf Unternehmer bewirkt somit, dass die Organschaft nicht entgegen ihrem Vereinfachungszweck als reines steuerrechtliches Gestaltungsinstrument zur Vermeidung nichtabziehbarer Vorsteuerbetr&auml;ge in Anspruch genommen werden kann (vgl. hierzu z.B. Grune\/M&ouml;nckedieck, Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 541; Heintzen, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1999, 1799; Leonard, DStR 2010, 721).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Zu ber&uuml;cksichtigen ist schlie&szlig;lich auch, dass keinerlei Umst&auml;nde ersichtlich sind, die es entsprechend dem Vereinfachungszweck von Art.&nbsp;11 MwStSystRL rechtfertigen k&ouml;nnten, einen Unternehmer und einen Nichtunternehmer f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer zu einer Person zusammenzufassen. Soweit der EuGH meint, dass Nichtunternehmer zur Schaffung der Verbindungsvoraussetzungen in die Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen einzubeziehen seien, versteht dies der erkennende Senat dahingehend, dass z.B. die finanzielle Eingliederung einer Enkel- in eine Muttergesellschaft auch &uuml;ber eine nichtunternehmerisch t&auml;tige Tochtergesellschaft erfolgen kann. Dabei ist die Tochtergesellschaft allerdings nicht in den Organkreis einzubeziehen. Der Senat kann daher offenlassen, wie eine wirtschaftliche Verbindung oder Eingliederung zwischen einem Unternehmer und einem Nichtunternehmer begr&uuml;ndet werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Leistungen sind auch nicht nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL steuerfrei. Diese Bestimmung setzt bereits nach ihrem Wortlaut einen Zusammenschluss mehrerer Personen voraus und ist einer erweiternden Auslegung nicht zug&auml;nglich. Demgegen&uuml;ber erbringt die Kl&auml;gerin ihre Leistungen nur an die Beigeladene als ihren Alleingesellschafter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenteiliges ergibt sich entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auch nicht aus dem EuGH-Urteil Stichting vom 15.&nbsp;Juni 1989 Rs.&nbsp;348\/87 (EU:C:1989:246). Denn der EuGH hat in diesem Urteil die Steuerfreiheit als &quot;Zusammenschluss&quot; unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf den Wortlaut des Befreiungstatbestandes abgelehnt. Dass der EuGH sich dabei darauf bezog, dass eine Stiftung Leistungen f&uuml;r eine andere Stiftung erbrachte, ohne dass die eine Stiftung Mitglied der anderen war (EuGH-Urteil Stichting in EU:C:1989:246, Rz&nbsp;14), reicht f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Steuerfreiheit nicht aus. Denn eine derartige Mitgliedschaft ist nur eine von mehreren Bedingungen der Steuerfreiheit. Im Streitfall fehlt es dabei am Erfordernis eines Zusammenschlusses und damit an einer anderen Voraussetzung der Steuerfreiheit als im EuGH-Urteil Stichting in EU:C:1989:246.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich die Kl&auml;gerin schlie&szlig;lich auch hier auf den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t beruft, ber&uuml;cksichtigt sie nicht hinreichend, dass dieser Grundsatz keine Regel des Prim&auml;rrechts der Union, sondern ein blo&szlig;er Auslegungsgrundsatz ist, der es nicht erlaubt, den Anwendungsbereich einer eindeutigen Bestimmung der Richtlinie auszuweiten (EuGH-Urteil Malburg vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-204\/13, EU:C:2014:147, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 67\/14 Keine Organschaft mit Nichtunternehmer &#8211; Zahlungen zur Deckung der Betriebskosten als Entgelt Leits&auml;tze Die Organschaft setzt nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG die Eingliederung in das Unternehmen des Organtr&auml;gers voraus. Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;1 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-67-14-keine-organschaft-mit-nichtunternehmer-zahlungen-zur-deckung-der-betriebskosten-als-entgelt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;67\/14 &#8211; Keine Organschaft mit Nichtunternehmer &#8211; Zahlungen zur Deckung der Betriebskosten als Entgelt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65795","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65795\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}