{"id":65796,"date":"2016-02-03T17:49:06","date_gmt":"2016-02-03T15:49:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65796"},"modified":"2016-02-03T17:49:06","modified_gmt":"2016-02-03T15:49:06","slug":"v-r-15-14-organschaft-und-eingliederungsvoraussetzungen-kein-ermaessigter-steuersatz-fuer-speisenversorgung-in-einem-pflegeheim-billigkeitserlass-vertrauensschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-15-14-organschaft-und-eingliederungsvoraussetzungen-kein-ermaessigter-steuersatz-fuer-speisenversorgung-in-einem-pflegeheim-billigkeitserlass-vertrauensschutz\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;15\/14 &#8211; Organschaft und Eingliederungsvoraussetzungen &#8211; kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Speisenversorgung in einem Pflegeheim &#8211; Billigkeitserlass &#8211; Vertrauensschutz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 15\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Organschaft und Eingliederungsvoraussetzungen &#8211; kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Speisenversorgung in einem Pflegeheim &#8211; Billigkeitserlass &#8211; Vertrauensschutz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine juristische Person ist i.S. von &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG finanziell eingegliedert, wenn der Organtr&auml;ger &uuml;ber eine eigene Mehrheitsbeteiligung verf&uuml;gt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. F&uuml;r die organisatorische Eingliederung muss der Organtr&auml;ger im Regelfall mit der juristischen Person &uuml;ber deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung personell verflochten sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 12. Februar 2013&nbsp;&nbsp;15 K 4005\/11 <noindex>U,AO<\/noindex> wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, als Organgesellschaft nichtsteuerbare Leistungen an die A-GmbH &#038; Co. KG (A-KG) als Organtr&auml;ger erbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesellschafter der Kl&auml;gerin waren in den Streitjahren D und ihre Tochter B mit einer Beteiligung von jeweils 50&nbsp;%. D und B hatten eine Stimmbindungsvereinbarung geschlossen, in der sich beide verpflichteten, ihr Stimmrecht als Gesellschafter nur einheitlich auszu&uuml;ben, wobei B ihr Stimmverhalten an der Stimmabgabe durch D auszurichten hatte. Alleinige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Kl&auml;gerin war B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>D war dar&uuml;ber hinaus alleinige Kommanditistin der A-KG und Alleingesellschafterin der V-GmbH, die Komplement&auml;rin der A-KG war. D war zudem bis zum 23.&nbsp;Oktober 2007 einzige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der V-GmbH. Seitdem ist B weitere einzelvertretungsbefugte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der V-GmbH. Die A-KG betrieb ein sog. Seniorenzentrum als Wohn- und Pflegeheim. Sie sah die von ihr erbrachten Pflegeleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) als steuerfrei an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erbrachte in den Streitjahren 2003 bis 2008 auf der Grundlage eines im Juni 1998 abgeschlossenen Vertrags entgeltliche Leistungen im Bereich der Speisenversorgung an die A-KG, die die KG in der von ihr betriebenen Altenhilfeeinrichtung verwendete. Nach dem Vertrag hatte die Kl&auml;gerin &quot;die komplette Verpflegung von zur Zeit 334 Bewohnern mit Speisen und Getr&auml;nken nach Anweisung und in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Auftraggebers&quot; zu &uuml;bernehmen. Die KG teilte der Kl&auml;gerin &quot;die Anzahl der t&auml;glich zu liefernden Portionen und ggf. die vom behandelnden Arzt vorgegebenen Ern&auml;hrungskriterien der einzelnen Bewohner mit&quot;. Die Verpflegung war in einem &quot;Tablettsystem&quot; zusammenzustellen und auf Transportwagen zu laden, die vom Hol- und Bringdienst der A-KG auf die Wohnbereiche des Seniorenzentrums gebracht und sp&auml;ter wieder abgeholt wurden. Weitere Leistungen erbrachte die Kl&auml;gerin aufgrund eines gleichfalls im Juni 1998 abgeschlossenen &quot;W&auml;scherei-Full-Servicevertrags&quot; und eines &quot;Hausreinigungs-Full-Servicevertrags&quot;. Dar&uuml;ber hinaus war die Kl&auml;gerin bei der Bewirtschaftung eines Kiosks, einer Cafeteria und in der Personalkantine f&uuml;r die A-KG gegen Entgelt t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging in ihren Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rungen 2003 bis 2007 und in den Umsatzsteuervoranmeldungen 2008 davon aus, dass sie steuerpflichtige Leistungen erbracht habe, die dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung und an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung war der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen&uuml;ber der Auffassung, dass der Regelsteuersatz anzuwenden sei und erlie&szlig; am 6.&nbsp;Juli 2009 nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderte Umsatzsteuerjahresbescheide 2003 bis 2007 sowie einen erstmaligen Umsatzsteuerjahresbescheid 2008. Einem Antrag auf abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden gab das FA nicht statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage zum Finanzgericht (FG) hatten keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1344 ver&ouml;ffentlichten Urteil des FG liegt eine Organschaft nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG, die die Kl&auml;gerin erstmals nach der Sonderpr&uuml;fung im Einspruchsverfahren geltend gemacht hatte, nicht vor. Auf die daher steuerpflichtigen Leistungen sei der Regelsteuersatz anzuwenden. Die Kl&auml;gerin habe auch keinen Anspruch auf eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, mit der sie die Verletzung materiellen Rechts geltend macht. Im Hinblick auf die zwischen den Beteiligten streitige Frage der Organschaft und die hierf&uuml;r zu ber&uuml;cksichtigende Bedeutung des Unionsrechts (Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211; und ab dem Streitjahr 2007 Art.&nbsp;11 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 &#8211;MwStSystRL&#8211;) hat der Senat mit Beschluss vom 30.&nbsp;Juli 2014 das Ruhen des Verfahrens bis zu einer Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) in der verbundenen Rechtssache Larentia + Minerva C-108\/14 und Marenave Schifffahrt C-109\/14 &#8211;EU:C:2015:496&#8211; (Vorlagebeschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;17\/11, BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417, und vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;38\/12, BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428) angeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Mit Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt vom 16.&nbsp;Juli 2015 (EU:C:2015:496) hat der EuGH in dieser verbundenen Rechtssache zur Auslegung der unionsrechtlichen Grundlagen der Organschaft wie folgt entschieden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;2.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388 in der durch die Richtlinie 2006\/69 ge&auml;nderten Fassung ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, die die in dieser Bestimmung vorgesehene M&ouml;glichkeit, eine Gruppe von Personen zu bilden, die als ein Mehrwertsteuerpflichtiger behandelt werden k&ouml;nnen, allein den Einheiten vorbeh&auml;lt, die juristische Personen sind und mit dem Organtr&auml;ger dieser Gruppe durch ein Unterordnungsverh&auml;ltnis verbunden sind, es sei denn, dass diese beiden Anforderungen Ma&szlig;nahmen darstellen, die f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderlich und geeignet sind, was das vorlegende Gericht zu pr&uuml;fen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">3.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Bei Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 der Sechsten Richtlinie 77\/388 in der durch die Richtlinie 2006\/69 ge&auml;nderten Fassung kann nicht davon ausgegangen werden, dass er unmittelbare Wirkung hat, so dass Steuerpflichtige dessen Inanspruchnahme gegen&uuml;ber ihrem Mitgliedstaat geltend machen k&ouml;nnten, falls dessen Rechtsvorschriften nicht mit dieser Bestimmung vereinbar w&auml;ren und nicht in mit ihr zu vereinbarender Weise ausgelegt werden k&ouml;nnten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht hierzu geltend, dass unionsrechtliche Erfordernisse bei der Auslegung des nationalen Rechts trotz der fehlenden Berufbarkeit zu ber&uuml;cksichtigen seien. Die Gefahr eines Rechtsmissbrauchs oder die M&ouml;glichkeit einer Steuerhinterziehung spr&auml;chen nicht gegen eine R&uuml;ckkehr zur fr&uuml;heren Rechtsprechung, nach der eine mittelbare finanzielle Eingliederung &uuml;ber gemeinsame Gesellschafter m&ouml;glich war. Rechtsmissbrauch und Steuerhinterziehung seien zudem f&uuml;r die bisherige BFH-Rechtsprechung zur Organschaft ohne Bedeutung gewesen. Die finanzielle Eingliederung sei erst aufgrund einer ge&auml;nderten Beurteilung durch die Rechtsprechung des BFH entfallen. Eine Beherrschung der Kl&auml;gerin durch die A-KG ergebe sich aus der beiden Gesellschaften &uuml;bergeordneten Struktur. Die A-KG habe der Kl&auml;gerin Anweisungen f&uuml;r die t&auml;gliche Arbeit erteilt. Die Kl&auml;gerin sei in den R&auml;umlichkeiten der A-KG t&auml;tig geworden. Bei der Kl&auml;gerin habe es sich um die Ausgliederung eines zuvor von der A-KG selbst wahrgenommenen Arbeitsbereichs gehandelt. Gleichwohl habe die A-KG bei der Kl&auml;gerin durchregieren k&ouml;nnen. Die nach dem Unionsrecht enge Verbindung liege vor. Zu ihren Gunsten sei zumindest eine &Uuml;bergangsregelung der Finanzverwaltung anzuwenden. Auch in Bezug auf die Frage des anwendbaren Steuersatzes sei ihr Vertrauensschutz zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2003 bis 2008 vom 6.&nbsp;Juli 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Oktober 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer nach Ma&szlig;gabe der im Einspruchsverfahren eingereichten ge&auml;nderten Umsatzsteuererkl&auml;rungen festgesetzt wird,<br \/>hilfsweise, das FA unter Aufhebung des Ablehnungsbescheids vom 31.&nbsp;August 2012 und der Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Oktober 2012 zu verpflichten, die Umsatzsteuerbescheide vom 6.&nbsp;Juli 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Oktober 2011 aus Billigkeitsgr&uuml;nden entsprechend der im Einspruchsverfahren eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rungen festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem sich aus dem nationalen Recht ergebenden Erfordernis der Eingliederung handele es sich um eine geeignete und erforderliche Ma&szlig;nahme zur Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und zur Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung. Das Erfordernis der &Uuml;berordnung diene auch der Rechtssicherheit. Das nationale Recht versto&szlig;e daher nicht gegen das Unionsrecht. Zudem kn&uuml;pfe das nationale Recht zur Organschaft nicht an den Unternehmerbegriff des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG, sondern an das Merkmal der Selbst&auml;ndigkeit an. Damit habe der nationale Gesetzgeber eine andere Regelungstechnik gew&auml;hlt als der Richtliniengeber, der am Begriff des Steuerpflichtigen ansetze. Aufgrund des Verlustes der Selbst&auml;ndigkeit gingen die steuerlichen Verpflichtungen wie etwa die Abgabe von Steuererkl&auml;rungen auf den Organtr&auml;ger &uuml;ber. Im Hinblick auf diesen &Uuml;bergang komme dem Gebot der Rechtssicherheit gro&szlig;e Bedeutung zu. Ohne &Uuml;ber- und Unterordnung entst&uuml;nden Abgrenzungsschwierigkeiten, die zu einer Verschleierung der f&uuml;r den Organkreis verantwortlichen Person f&uuml;hren k&ouml;nnten. Es drohe die Gefahr der Steuerhinterziehung und -umgehung. Zudem fehle es auch an einer organisatorischen Eingliederung. Alleinige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Kl&auml;gerin sei B gewesen, w&auml;hrend D bis zum Oktober 2007 alleinige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin bei der Komplement&auml;r-GmbH der A-KG gewesen sei. Es seien keine Standardspeisen abgegeben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten und macht geltend, dass hinsichtlich der Beschr&auml;nkung auf juristische Personen keine M&ouml;glichkeit bestehe, das nationale Recht unionsrechtskonform auszulegen. Am Erfordernis des Unterordnungsverh&auml;ltnisses sei festzuhalten. Das Erfordernis der Mehrheitsbeteiligung entspreche den unionsrechtlichen Vorgaben. Das Gebot der Rechtssicherheit sei zu beachten. Zu ber&uuml;cksichtigen sei auch die Entstehungsgeschichte von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Auch unter Ber&uuml;cksichtigung der zum Unionsrecht ergangenen EuGH-Rechtsprechung geh&ouml;rt die Kl&auml;gerin mangels finanzieller und organisatorischer Eingliederung weder nach nationalem Recht noch nach Unionsrecht einer mit der A-KG bestehenden Organschaft an, so dass das FG zu Recht entschieden hat, dass die Kl&auml;gerin Leistungen erbracht hat, die dem Regelsteuersatz unterliegen. Es ist auch kein Billigkeitserlass zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin ist nicht finanziell in das Unternehmen der A-KG eingegliedert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die finanzielle Eingliederung setzt nach nationalem Recht eine eigene Mehrheitsbeteiligung des Organtr&auml;gers an einer juristischen Person voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit wird nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft). Die Organschaft dient der&nbsp;&nbsp;&nbsp;Verwaltungsvereinfachung&nbsp;&nbsp;&nbsp;(vgl. BTDrucks V\/48, &sect;&nbsp;2, BTDrucks IV\/1590, S.&nbsp;36, zum gesetzlichen Festhalten an der vorkonstitutionellen Organschaft des UStG 1934, RStBl 1934, 1549&nbsp;ff.; zum Vereinfachungszweck vgl. Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;784, und zum Unionsrecht EuGH-Urteil Larentia + Minerva, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;41) und f&uuml;hrt zu einer Zusammenfassung zu einem Unternehmen beim Organtr&auml;ger. Der Organtr&auml;ger ist entsprechend dem Vereinfachungszweck Steuerschuldner auch f&uuml;r die aufgrund der Organschaft unselbst&auml;ndig t&auml;tige Person. Die Rechtsfolgen der Organschaft treten von Gesetzes wegen ein. Hinsichtlich der Voraussetzungen der Organschaft ist nicht danach zu differenzieren, ob ein Steuerschuldner &#8211;hier die Kl&auml;gerin&#8211; oder der Steuergl&auml;ubiger Rechtsfolgen aus der Organschaft zu seinen Gunsten ableitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da sich die mit der Organschaft verbundene Verlagerung der Steuerschuld auf den Organtr&auml;ger finanziell belastend auswirken kann, m&uuml;ssen die Voraussetzungen der Organschaft rechtssicher bestimmbar sein (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, unter II.3.b&nbsp;bb(1), m.w.N. zur Rechtsprechung von EuGH und BFH). Dementsprechend erfordert die finanzielle Eingliederung eine Mehrheitsbeteiligung des Organtr&auml;gers an der juristischen Person (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;November 2001 V&nbsp;R&nbsp;50\/00, BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.a; vom 19.&nbsp;Mai 2005 V&nbsp;R&nbsp;31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a&nbsp;dd; vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;3\/08, BFHE 226, 144, BFHE II 2013, 873, unter II.2.b&nbsp;aa; vom 22.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, unter II.2.; vom 1.&nbsp;Dezember 2010 XI&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 232, 550, BStBl II 2011, 600, unter II.2., und vom 7.&nbsp;Juli 2011 V&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 234, 548, BStBl II 2013, 218, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Organtr&auml;ger muss zudem &uuml;ber eine eigene Mehrheitsbeteiligung an der juristischen Person verf&uuml;gen. Diese kann sich entweder aus einer unmittelbaren Beteiligung oder mittelbar aus einer &uuml;ber eine Tochtergesellschaft gehaltenen Beteiligung ergeben. Demgegen&uuml;ber ist bei einer Beteiligung mehrerer Gesellschafter an zwei Schwestergesellschaften nicht rechtssicher bestimmbar, unter welchen Voraussetzungen der Beteiligungsbesitz der Gesellschafter zusammengerechnet werden kann, um eine finanzielle Eingliederung der einen in die andere Schwestergesellschaft zu begr&uuml;nden (BFH-Urteil in BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, unter II.3.b&nbsp;bb&nbsp;(2)). Dar&uuml;ber hinaus ist die finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine Personengesellschaft nach dem BFH-Urteil des XI.&nbsp;Senats in BFHE 232, 550, BStBl II 2011, 600, Leitsatz&nbsp;1 auch dann zu verneinen, wenn nur ein Gesellschafter &uuml;ber die Stimmenmehrheit an den beiden Schwestergesellschaften verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der erkennende Senat h&auml;lt an dieser Rechtsprechung zur rechtssicheren wie auch einfachen Bestimmung der Voraussetzungen der Organschaft fest:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das nationale Recht sieht weder einen Antrag noch ein besonderes Verfahren zur Feststellung der Voraussetzungen der Organschaft vor. Da es dementsprechend an einem Grundlagenbescheid fehlt, ist es entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht m&ouml;glich, f&uuml;r die Organschaft anstelle einer eigenen Mehrheitsbeteiligung auf das unbestimmte wie auch unpr&auml;zise Merkmal einer lediglich engen finanziellen Verbindung zwischen mehreren Personen abzustellen. Eine derartige Verbindung erm&ouml;glicht es nicht, die Person rechtssicher zu bestimmen, die die steuerrechtlichen Verpflichtungen f&uuml;r den Organkreis als Organtr&auml;ger und damit als einzige Steuerschuldnerin zu erf&uuml;llen hat. So k&ouml;nnte z.B. ohne Erfordernis einer eigenen Mehrheitsbeteiligung auch eine mittelbare finanzielle Eingliederung zwischen zwei Schwesterkapitalgesellschaften bestehen, bei der dann mangels eines besonderen Feststellungsverfahrens die Person des Organtr&auml;gers und die der Organgesellschaft nicht bestimmt werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso ist es im Grundsatz im Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihrer Schwesterpersonengesellschaft. Insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der erkennende Senat &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG aus Gr&uuml;nden der Rechtsformneutralit&auml;t erweiternd auch auf einzelne eingegliederte Personengesellschaften anwendet. Zu den Voraussetzungen hierf&uuml;r verweist der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom 2.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;25\/13 (zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Bei der Auslegung der Eingliederungsvoraussetzungen ist auch der mit der Organschaft verfolgte&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vereinfachungszweck&nbsp;&nbsp;&nbsp;zu ber&uuml;cksichtigen. Dieser erfordert, dass die Organschaft auch f&uuml;r den Organtr&auml;ger als Steuerschuldner f&uuml;r die organschaftlich zusammengefassten Unternehmen einfach anzuwenden ist. Ohne Antrags- und ohne Feststellungsverfahren muss es dem Organtr&auml;ger daher aufgrund der Eingliederung m&ouml;glich sein, die &#8211;nach &sect;&nbsp;370 AO strafbew&auml;hrte&#8211; Verantwortung f&uuml;r die Umsatzt&auml;tigkeit der mit ihm verbundenen juristischen Person zu &uuml;bernehmen. Dies setzt in Form der Eingliederung i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG&nbsp;&nbsp;&nbsp;Durchgriffsm&ouml;glichkeiten&nbsp;&nbsp;&nbsp;voraus, aufgrund derer der Organtr&auml;ger &#8211;&auml;hnlich wie bei unselbst&auml;ndigen Betriebsabteilungen im Unternehmen <em>einer<\/em> Person&#8211; die f&uuml;r die Abgabe von Steueranmeldungen und Steuererkl&auml;rungen notwendigen Informationsanspr&uuml;che wie auch die zur Erf&uuml;llung von Steueranspr&uuml;chen notwendigen Ausgleichsanspr&uuml;che (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;18\/13, BFHE 242, 433, unter II.3.a) gegen die Organgesellschaft durchsetzen kann (vgl. auch Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;2 Anm.&nbsp;913).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall ist die Kl&auml;gerin nach nationalem Recht nicht Organgesellschaft der A-KG. Die finanzielle Eingliederung der Kl&auml;gerin in die A-KG scheitert bereits daran, dass die A-KG keine eigene Mehrheitsbeteiligung an der Kl&auml;gerin in ihrem Gesamthandsverm&ouml;gen hielt, sondern nur &uuml;ber ihre Gesellschafterin D mit der Kl&auml;gerin verbunden war. Ohne eigene Mehrheitsbeteiligung ist die Person des Organtr&auml;gers im Verh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin, einer GmbH, und ihrer Schwester-KG nicht eindeutig bestimmbar. Es bestehen keine rechtsverbindlichen Regelungen zur Zusammenrechnung eines mehreren Gesellschaftern zustehenden Anteilsbesitzes. Dies gilt auch f&uuml;r den Fall einer famili&auml;ren Verbundenheit mehrerer Gesellschafter. Der von D mit ihrer Tochter getroffenen Stimmbindungsvereinbarung kommt keine Bedeutung zu, da diese nicht in der Satzung der Kl&auml;gerin vereinbart war. Der Senat verweist auch insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil vom 2.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;25\/13, unter II.1.c&nbsp;cc&nbsp;(1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels eigener Mehrheitsbeteiligung standen der A-KG somit keine eigenen Durchgriffsrechte zu. Ihr, wie auch der f&uuml;r sie organschaftlich handelnden Komplement&auml;r-GmbH, war es nicht m&ouml;glich, die Verantwortung daf&uuml;r zu &uuml;bernehmen, dass die A-KG Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber Dritten ordnungsgem&auml;&szlig; versteuert, oder daf&uuml;r verantwortlich zu sein, dass derartige Ums&auml;tze nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Unionsrecht f&uuml;hrt nicht zu einer gegen&uuml;ber der bisherigen BFH-Rechtsprechung ge&auml;nderten Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. Diese Regelung dient der &quot;Verwaltungsvereinfachung&quot; und der &quot;Verhinderung bestimmter Missbr&auml;uche (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schifffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Steuerpflichtige kann sich gegen&uuml;ber dem nationalen Recht nicht auf Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG erf&uuml;llt &quot;nicht die Voraussetzungen, um unmittelbare Wirkung zu entfalten&quot;, sondern hat nur &quot;bedingten Charakter&quot;. Dies beruht darauf, dass die in dieser Bestimmung vorgesehene enge Verbindung in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht einer &quot;Pr&auml;zisierung auf nationaler Ebene&quot; bedarf und die &quot;Anwendung nationaler Rechtsvorschriften voraussetzt, die den konkreten Umfang dieser Verbindungen bestimmen&quot; (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;50&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Entscheiden sich Mitgliedstaaten auf der Grundlage von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG daf&uuml;r, Regelungen zur Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen zu schaffen, haben sie bei der Aus&uuml;bung der ihnen zustehenden Pr&auml;zisierungsbefugnis die hierf&uuml;r unionsrechtlich bestehenden Anforderungen zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Die Mitgliedstaaten haben zu beachten, dass sie die nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG m&ouml;gliche Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen nicht von weiteren als den in dieser Bestimmung genannten Bedingungen abh&auml;ngig machen d&uuml;rfen (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;38) und dass das Unionsrecht die Regelung zur Mehrwertsteuergruppe nicht allein den Einheiten vorbeh&auml;lt, die sich in einem Verh&auml;ltnis der Unterordnung zum Organtr&auml;ger befinden (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;44). Auf eine Unterordnung darf nur ausnahmsweise abgestellt werden, etwa wenn diese Bedingung &quot;in einem bestimmten nationalen Kontext&quot; zur &quot;Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen&quot; erforderlich und geeignet ist (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;45). Hier&uuml;ber hat das nationale Gericht zu entscheiden (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die auf der Grundlage von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG getroffenen Regelungen haben &#8211;wie stets&#8211; den Grundsatz der Rechtssicherheit zu beachten. Danach m&uuml;ssen &quot;die Vorschriften des Unionsrechts eindeutig sein&quot; und ihre Anwendung muss f&uuml;r die Betroffenen vorhersehbar sein, &quot;wobei dieses Gebot der Rechtssicherheit in besonderem Ma&szlig; gilt, wenn es sich um Vorschriften handelt, die finanzielle Konsequenzen haben k&ouml;nnen, denn die Betroffenen m&uuml;ssen in der Lage sein, den Umfang der ihnen durch diese Vorschriften auferlegten Verpflichtungen genau zu erkennen&quot;. Zudem &quot;m&uuml;ssen die Rechtsnormen der Mitgliedstaaten auf den vom Unionsrecht erfassten Gebieten eindeutig formuliert sein, so dass den betroffenen Personen die klare und genaue Kenntnis ihrer Rechte und Pflichten erm&ouml;glicht wird, und die innerstaatlichen Gerichte in die Lage versetzt werden, deren Einhaltung sicherzustellen&quot; (EuGH-Urteil Tomoiaga vom 9.&nbsp;Juli 2015 C-144\/14, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;35, m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung). Bei der Organschaft als Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen beim Organtr&auml;ger handelt es sich aufgrund der damit verbundenen Verlagerung der Steuerschuld von der Organgesellschaft auf den Organtr&auml;ger &quot;um Vorschriften &#8230;, die finanzielle Konsequenzen haben k&ouml;nnen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r das sich aus dem nationalen Recht ergebende Erfordernis einer Eingliederung mit Durchgriffsrechten i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG besteht eine hinreichende Grundlage im Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Obwohl sich die Voraussetzung eines Antrags nicht aus Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG ergibt, der die Bedingungen f&uuml;r die Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen abschlie&szlig;end aufz&auml;hlt (s. oben II.1.c&nbsp;bb(2)(a)), haben einzelne Mitgliedstaaten diese Zusammenfassung antragsabh&auml;ngig ausgestaltet (vgl. z.B. zu dem in der Republik Irland f&uuml;r die Gruppenbesteuerung bestehenden Antragserfordernis EuGH-Urteil Kommission\/Irland vom 9.&nbsp;April 2013 C-85\/11, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;8), ohne dass der EuGH dies beanstandet (vgl. EuGH-Urteil Kommission\/Irland, EU:C:2013:217; vgl. auch Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;2, Anm.&nbsp;816).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat versteht dies dahingehend, dass das Erfordernis einer rechtssicheren Pr&auml;zisierung von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG Sonderbedingungen wie ein von der Richtlinie nicht vorgesehenes Antragserfordernis rechtfertigt, bei dem es sich um ein blo&szlig;es Verfahrenserfordernis oder auch um ein materiell-rechtliches Wahlrecht handeln kann. Im&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kontext des nationalen Rechts,&nbsp;&nbsp;&nbsp;in dem es an einem besonderen Verfahren und einem Grundlagenbescheid zur Feststellung der Organschaft und damit an einer f&uuml;r alle am Organkreis Beteiligten verbindlichen Festlegung, ob eine Organschaft besteht und wer Steuerschuldner f&uuml;r diese ist, fehlt, kann&nbsp;&nbsp;&nbsp;nur&nbsp;&nbsp;&nbsp;anhand des Merkmals der Eingliederung die Person bestimmt werden, die die Verantwortung daf&uuml;r zu tragen hat, dass die Ums&auml;tze des im Organkreis zusammengefassten Unternehmens ordnungsgem&auml;&szlig; versteuert werden (s. oben II.1.a&nbsp;bb). Daher k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten das Erfordernis der Rechtssicherheit auch bei der ihnen obliegenden Pr&auml;zisierung (s. oben II.1.c&nbsp;bb(1)) des &quot;konkreten Umfangs&quot; der erforderlichen Verbindungen ber&uuml;cksichtigen. Dies rechtfertigt ein Abstellen auf eine Eingliederung mit Durchgriffsrechten, da sich hieraus die Organschaft als Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen beim Organtr&auml;ger rechtssicher ergibt (s. oben II.1.a&nbsp;dd). Damit wird dem Vereinfachungszweck der Zusammenfassung Rechnung getragen, da Beurteilungsschwierigkeiten, die sich auf der Grundlage einer blo&szlig;en engen Verbindung, aus der sich aufgrund ihrer Pr&auml;zisierungsbed&uuml;rftigkeit keine verbindlichen Voraussetzungen ergeben, entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat ber&uuml;cksichtigt dabei auch, dass die Finanzverwaltung berechtigt ist, das Bestehen einer z.B. zun&auml;chst rechtsfehlerhaft unerkannt gebliebenen Organschaft mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit geltend zu machen. Unterschiedliche Anforderungen an die Organschaft, die sich danach richten, ob der Steuerpflichtige &#8211;zur Vermeidung nicht abziehbarer Vorsteuerbetr&auml;ge wie im Streitfall&#8211; oder die Finanzverwaltung aus Insolvenz- oder Vollstreckungsgr&uuml;nden ein Interesse am Bestehen der Organschaft hat, sind weder mit dem nationalen Recht noch mit dem Unionsrecht zu vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dient die Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen trotz rechtlicher Selbst&auml;ndigkeit dazu, &quot;Missbr&auml;uche zu verhindern wie z.B. die Aufspaltung eines Unternehmens zwischen mehreren Steuerpflichtigen, um in den Genuss einer Sonderregelung zu gelangen&quot; (EuGH-Urteile Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;40, und Kommission\/Irland, EU:C:2013:217, Rz&nbsp;47), k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten bei Aus&uuml;bung der ihnen unionsrechtlich zur Missbrauchsbek&auml;mpfung zustehenden Regelungsbefugnis (s. oben II.1.c&nbsp;bb(2)(a)) ber&uuml;cksichtigen, dass die Zusammenfassung zu nichtsteuerbaren Leistungen zwischen den zusammengefassten Personen f&uuml;hrt. Durch diese Nichtsteuerbarkeit von Innenleistungen k&ouml;nnte es bei einem fehlenden Recht zum Vorsteuerabzug des Leistungsempf&auml;ngers nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 UStG (Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 und 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG) zu einer Umgehung des insoweit bestehenden Abzugsverbots kommen (zu den sich aus einer Organschaft insoweit ergebenden &quot;Gestaltungswirkungen&quot; vgl. z.B. Grune\/M&ouml;nckedieck, Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 541; Heintzen, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1999, 1799; Leonard, DStR 2010, 721). Die Gestaltungswirkung, die auch von der Kl&auml;gerin mit der Organschaft erstrebt wird, besteht darin, den &#8211;ohne Organschaft&#8211; eintretenden Nachteil einer Steuerentstehung ohne Recht auf Vorsteuerabzug zu vermeiden. Diese Folge ist mit dem Vereinfachungszweck der Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen nicht zu vereinbaren und rechtfertigt eine Beschr&auml;nkung der Organschaft auf die F&auml;lle, in denen die organschaftlichen Unternehmensteile aufgrund einer Eingliederung ebenso eng wie Betriebsabteilungen eines Einheitsunternehmens miteinander verbunden sind. Die Eingliederung bewirkt somit, dass derartige Vorteile nur den Organschaften zugutekommen, deren Unternehmen &auml;hnlich eng&nbsp;&nbsp;&nbsp;wie bei einem rechtlichen Einheitsunternehmen&nbsp;&nbsp;&nbsp;miteinander verbunden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Durch den &Uuml;bergang von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu dem ab 2007 geltenden Art.&nbsp;11 MwStSystRL ist es nicht zu inhaltlichen &Auml;nderungen des Unionsrechts gekommen (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;36 und 42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Die hiergegen gerichteten Einwendungen der Kl&auml;gerin greifen nicht durch. Der erkennende Senat hat bereits in der Vergangenheit ma&szlig;geblich auf das Erfordernis der Rechtssicherheit abgestellt (BFH-Urteil in BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597). Hiermit nicht vereinbar ist es, f&uuml;r die Organschaft auf die Entstehungsgeschichte der miteinander verbundenen Unternehmen abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bis zum Oktober 2007 fehlte es zudem an der erforderlichen organisatorischen Eingliederung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des BFH setzt die organisatorische Eingliederung voraus, dass der Organtr&auml;ger die mit der finanziellen Eingliederung verbundene M&ouml;glichkeit der Beherrschung der Tochtergesellschaft in der laufenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung wahrnimmt, wobei er die Organgesellschaft durch die Art und Weise der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung beherrschen muss. Hiervon ist z.B. dann auszugehen, wenn bei zwei GmbHs eine Personenidentit&auml;t in den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsorganen besteht. Sind f&uuml;r die Organ-GmbH z.B. mehrere einzelvertretungsberechtigte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt, reicht es aus, dass zumindest einer von ihnen auch Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Organtr&auml;ger-GmbH ist, der Organtr&auml;ger &uuml;ber ein umfassendes Weisungsrecht gegen&uuml;ber der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Organ-GmbH verf&uuml;gt und zur Bestellung und Abberufung aller Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Organ-GmbH berechtigt ist. Nicht ausreichend ist demgegen&uuml;ber, dass eine vom Organtr&auml;ger abweichende Willensbildung in der Organgesellschaft ausgeschlossen ist (BFH-Urteil in BFHE 242, 433, unter II.2.b und 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Senat hierf&uuml;r in einem Einzelfall auf eine &quot;institutionell abgesicherte unmittelbare Eingriffsm&ouml;glichkeit in den Kernbereich der laufenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung&quot; (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;76\/05, BFHE 221, 443, BStBl II 2008, 905, unter II.4.) abgestellt hat, folgt hieraus nichts anderes, als dass im Regelfall eine personelle Verflechtung &uuml;ber die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der juristischen Person als Organgesellschaft bestehen muss. Nicht ausreichend sind Weisungsrechte, Berichtspflichten (BFH-Urteil in BFHE 221, 443, BStBl II 2008, 905, unter II.4.) oder ein Zustimmungsvorbehalt zugunsten der Gesellschafterversammlung oder zugunsten des Mehrheitsgesellschafters (BFH-Urteil in BFHE 234, 548, BStBl II 2013, 218, unter II.3.a&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegen diese Anforderungen bestehen auch unter Ber&uuml;cksichtigung des EuGH-Urteils Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt (EU:C:2015, 496) keine Bedenken in unionsrechtlicher Hinsicht. Auch das Erfordernis einer in organisatorischer Hinsicht bestehenden Durchgriffsm&ouml;glichkeit dient insbesondere der rechtssicheren Bestimmung der Eingliederungsvoraussetzungen, der Verwaltungsvereinfachung und der Missbrauchsverhinderung (vgl. oben II.1.c&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Damit fehlt es bis zum Oktober 2007 auch an einer organisatorischen Eingliederung der Kl&auml;gerin in die A-KG. Denn bis dahin bestand eine organisatorische Trennung zwischen der Kl&auml;gerin, deren einzige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin B war, und der A-KG, die organschaftlich durch ihre Komplement&auml;r-GmbH vertreten wurde, bei der D einzige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin war. Zu der im Sinne des BFH-Urteils in BFHE 242, 433, unter II.2.b und 3. erforderlichen organisatorischen Verflechtung &uuml;ber das Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungs- und Vertretungsorgan der Kl&auml;gerin kam es erst dadurch, dass die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Kl&auml;gerin auch zur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin bei der Komplement&auml;r-GmbH der A-AG bestellt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die mangels Organschaft steuerbaren Leistungen der Kl&auml;gerin unterliegen nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat insoweit zutreffend entschieden, dass es f&uuml;r die Anwendung der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG an der dort vorausgesetzten Lieferung von in der Anlage bezeichneten Gegenst&auml;nden fehlt und sich hierf&uuml;r zu Recht auf die BFH-Rechtsprechung bezogen, nach der die in einer Gro&szlig;k&uuml;che eines Altenwohnheims und Pflegeheims zur Verpflegung der Bewohner zubereiteten Speisen keine &quot;Standardspeisen&quot; als Ergebnis einfacher und standardisierter Zubereitungsvorg&auml;nge nach Art eines Imbissstandes sind, so dass deren Abgabe zu festen Zeitpunkten in Warmhaltebeh&auml;ltern keine Lieferung, sondern eine dem Regelsteuersatz unterliegende sonstige Leistung ist (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Oktober 2011 V&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 235, 525, BStBl II 2013, 250). Ebenso wie in diesem Fall hat auch die Kl&auml;gerin entgeltliche Leistungen zur Versorgung der in einem Heim vollstation&auml;r untergebrachten Personen mit Speisen und Getr&auml;nken erbracht, wobei Speiseplanvorgaben einzuhalten waren. Es ist auch im Streitfall davon auszugehen, dass sich die T&auml;tigkeit bei der Speisenversorgung nicht auf die Abgabe von Standardspeisen als Ergebnis einfacher und standardisierter Zubereitungen nach Art eines z.B. Imbissstandes beschr&auml;nkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem Erlass der &Auml;nderungsbescheide steht auch nicht &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift darf bei der Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids nicht zuungunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden, dass sich die Rechtsprechung eines obersten Gerichtshofs des Bundes ge&auml;ndert hat, die bei der bisherigen Steuerfestsetzung von der Finanzbeh&ouml;rde angewandt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Anwendung dieser Vorschrift scheitert bereits daran, dass die Kl&auml;gerin das Bestehen einer Organschaft erstmals im Einspruchsverfahren und damit nach Erlass der hier streitigen Steuerbescheide geltend gemacht hat. Damit lag den Steuerbescheiden vor Erlass der angefochtenen &Auml;nderungsbescheide keine BFH-Rechtsprechung zur Organschaft zugrunde, so dass die Rechtsauffassung vor der Rechtsprechungs&auml;nderung durch das BFH-Urteil in BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597 ohne Bedeutung war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Bezug auf die Frage der Abgrenzung von Lieferungen und sonstigen Leistungen bei der Abgabe von Speisen ergibt sich f&uuml;r die Kl&auml;gerin ein Anspruch auf Vertrauensschutz auch nicht daraus, dass der erkennende Senat mit seinem Urteil in BFHE 235, 525, BStBl II 2013, 250 die Rechtsprechung &quot;fortentwickelt&quot; hat. Denn unabh&auml;ngig hiervon hatte sich der BFH vor diesem Urteil zur Frage der Speisenversorgung in Altenwohnheimen und Pflegeheimen nicht unmittelbar ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG hat den von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Erlass aus Billigkeitsgr&uuml;nden zutreffend abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne die Steuer erh&ouml;hende Besteuerungsgrundlagen unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach Lage des einzelnen Falls aus sachlichen oder aus pers&ouml;nlichen Gr&uuml;nden unbillig w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach &sect;&nbsp;163 AO zu treffende Billigkeitsentscheidung ist eine Ermessensentscheidung der Finanzbeh&ouml;rde i.S. des &sect;&nbsp;5 AO, die grunds&auml;tzlich nur eingeschr&auml;nkter gerichtlicher Nachpr&uuml;fung unterliegt (&sect;&nbsp;102, &sect;&nbsp;121 FGO). Sie kann im finanzgerichtlichen Verfahren nur dahin gepr&uuml;ft werden, ob der Verwaltungsakt oder die Ablehnung des Verwaltungsakts rechtswidrig ist, weil die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht wurde (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB&nbsp;3\/70, BStBl II 1972, 603; BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Oktober 1994 X&nbsp;R&nbsp;104\/92, BFHE 176, 3, BStBl II 1995, 297; vom 10.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;R&nbsp;52\/00, BFHE 196, 572, BStBl II 2002, 201; vom 7.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFH\/NV 2011, 865; vom 6.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFH\/NV 2012, 269).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Festsetzung einer Steuer ist aus sachlichen Gr&uuml;nden unbillig, wenn sie zwar dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, aber den Wertungen des Gesetzes zuwiderl&auml;uft (vgl. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Juli 1996 V&nbsp;R&nbsp;18\/95, BFHE 180, 524, BStBl II 1997, 259; vom 18.&nbsp;Dezember 2007 VI&nbsp;R&nbsp;13\/05, BFH\/NV 2008, 794; in BFH\/NV 2011, 865). Das setzt voraus, dass der Gesetzgeber die Grundlagen f&uuml;r die Steuerfestsetzung anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt h&auml;tte, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte (vgl. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;September 2007 X&nbsp;B&nbsp;18\/03, BFH\/NV 2008, 102, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Rechtsfehlerfrei hat das FG erkannt, dass das FA die Voraussetzungen einer sachlichen oder pers&ouml;nlichen Unbilligkeit zutreffend verneint hat. Insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r einen &uuml;ber &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO hinausgehenden Vertrauensschutz im Fall einer &Auml;nderung der Rechtsprechung im Allgemeinen keine Notwendigkeit besteht, wenn sich der Steuerpflichtige die vom BFH aufgegebene Rechtsprechung erst in einem Einspruchsverfahren zu eigen macht. Zudem hat das FG zutreffend ber&uuml;cksichtigt, dass Verwaltungsanweisungen, zu denen auch dort getroffene &Uuml;bergangsregelungen geh&ouml;ren, nicht wie Gesetze auslegungsf&auml;hig sind, sondern im Allgemeinen entsprechend dem Verst&auml;ndnis der Finanzverwaltung anzuwenden sind (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;43\/09, BFHE 233, 58, BStBl II 2011, 610, zur &quot;Vertretbarkeit&quot; der von einer Finanzbeh&ouml;rde vorgenommenen Auslegung einer von der Finanzverwaltung getroffenen &Uuml;bergangsregelung). Im Hinblick auf die Verm&ouml;genssituation der Kl&auml;gerin konnte das FG auch pers&ouml;nliche Billigkeitsgr&uuml;nde verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 15\/14 Organschaft und Eingliederungsvoraussetzungen &#8211; kein erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Speisenversorgung in einem Pflegeheim &#8211; Billigkeitserlass &#8211; Vertrauensschutz Leits&auml;tze 1. Eine juristische Person ist i.S. von &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG finanziell eingegliedert, wenn der Organtr&auml;ger &uuml;ber eine eigene Mehrheitsbeteiligung verf&uuml;gt. 2. 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