{"id":65798,"date":"2016-02-03T17:50:09","date_gmt":"2016-02-03T15:50:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65798"},"modified":"2016-02-03T17:50:09","modified_gmt":"2016-02-03T15:50:09","slug":"v-r-25-13-organschaft-mit-tochterpersonengesellschaft-teleologische-extension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-25-13-organschaft-mit-tochterpersonengesellschaft-teleologische-extension\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;25\/13 &#8211; Organschaft mit Tochterpersonengesellschaft &#8211; teleologische Extension"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 25\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Organschaft mit Tochterpersonengesellschaft &#8211; teleologische Extension<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Neben einer juristischen Person kann auch eine Personengesellschaft in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert sein, wenn Gesellschafter der Personengesellschaft neben dem Organtr&auml;ger nur Personen sind, die nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG in das Unternehmen des Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert sind (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 13. M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;3 K 235\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine Aktiengesellschaft, als Organtr&auml;ger &#8211;ebenso wie eine andere Tochtergesellschaft&#8211; nichtsteuerbare Leistungen an zwei Tochter-Kommanditgesellschaften (KGs) als Organgesellschaften erbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war im Streitjahr 2001 Alleingesellschafterin der O-GmbH und der VuB-GmbH, die ab 1.&nbsp;Februar 2001 als B-GmbH firmierte. Die O-GmbH erbrachte als Servicegesellschaft Catering- und Reinigungsleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der O-GmbH war Herr K. K war zudem vertretungsbefugter Generalbevollm&auml;chtigter der Kl&auml;gerin. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der B-GmbH war Herr S. S war bei der Kl&auml;gerin angestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war dar&uuml;ber hinaus Kommanditistin mit einem Kapitalanteil von 100&nbsp;% bei der Kb-KG und der Gf-KG. Komplement&auml;r ohne Gesch&auml;ftsanteil war jeweils die B-GmbH. Die Kb-KG war im Vorjahr aus einer formwechselnden Umwandlung der Kb-GmbH entstanden. Ebenso war es bei der Gf-KG, die Rechtsnachfolgerin der Gf-GmbH war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide KGs betrieben Altenheime und erbrachten dabei Leistungen, die sie als umsatzsteuerfrei ansahen. Die Kl&auml;gerin und ihre Tochtergesellschaft O-GmbH erbrachten Leistungen gegen Entgelt an beide KGs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Gesellschafterbeschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Februar 2001 brachte die Kl&auml;gerin ihre Anteile an beiden KGs in die B-GmbH ein, wodurch es zu einer sog. Anwachsung des Gesellschaftsverm&ouml;gens beider KGs bei der B-GmbH kam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Kl&auml;gerin und die mit ihr organschaftlich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) verbundene O-GmbH umsatzsteuerpflichtige Leistungen an die beiden KGs erbracht haben. Aufgrund der im Vorjahr erfolgten formwechselnden Umwandlungen seien die KGs &#8211;anders als die jeweilige GmbH vor der Umwandlung&#8211; nicht mehr als Organgesellschaften anzusehen. Daher l&auml;gen umsatzsteuerpflichtige Leistungen der Kl&auml;gerin und ihrer Organgesellschaft, der O-GmbH, an die beiden KGs vor. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1434 ver&ouml;ffentlichten Urteil der Klage statt. In Bezug auf die beiden KGs l&auml;gen die Eingliederungsvoraussetzungen in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht vor. Dass die Organgesellschaft nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG juristische Person sein m&uuml;sse, sei unbeachtlich, da diese Vorschrift unionsrechtskonform dahingehend zu erweitern sei, dass es sich bei der Organgesellschaft auch um eine Personengesellschaft in der hier vorliegenden Rechtsform der GmbH &#038;&nbsp;Co. KG handeln k&ouml;nne. Es sei mit dem Grundsatz der Rechtsformneutralit&auml;t in seiner Auspr&auml;gung durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nicht vereinbar, die Wirkung der Organschaft auf juristische Personen als Organgesellschaft zu beschr&auml;nken. Eine derartige Differenzierung sei auch nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, die es auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Nach nationalem Recht seien die Voraussetzungen einer Organschaft nicht erf&uuml;llt. Die Einschr&auml;nkung des Kreises der Organgesellschaften auf juristische Personen sei auch nicht unionsrechtswidrig. Der nationale Gesetzgeber d&uuml;rfe Typisierungen vornehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat mit Beschluss vom 23.&nbsp;April 2014 das Ruhen des Verfahrens bis zu einer Entscheidung des EuGH in der verbundenen Rechtssache C-108\/14 Larentia + Minerva und C-109\/14 Marenave Schiffahrt (Vorlagebeschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;17\/11, BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417, und vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;38\/12, BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428) angeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 16.&nbsp;Juli 2015 (EU:C:2015:496) hat der EuGH in dieser verbundenen Rechtssache wie folgt entschieden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;2.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388 in der durch die Richtlinie 2006\/69 ge&auml;nderten Fassung ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, die die in dieser Bestimmung vorgesehene M&ouml;glichkeit, eine Gruppe von Personen zu bilden, die als ein Mehrwertsteuerpflichtiger behandelt werden k&ouml;nnen, allein den Einheiten vorbeh&auml;lt, die juristische Personen sind und mit dem Organtr&auml;ger dieser Gruppe durch ein Unterordnungsverh&auml;ltnis verbunden sind, es sei denn, dass diese beiden Anforderungen Ma&szlig;nahmen darstellen, die f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderlich und geeignet sind, was das vorlegende Gericht zu pr&uuml;fen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;3.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Bei Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 der Sechsten Richtlinie 77\/388 in der durch die Richtlinie 2006\/69 ge&auml;nderten Fassung kann nicht davon ausgegangen werden, dass er unmittelbare Wirkung hat, so dass Steuerpflichtige dessen Inanspruchnahme gegen&uuml;ber ihrem Mitgliedstaat geltend machen k&ouml;nnten, falls dessen Rechtsvorschriften nicht mit dieser Bestimmung vereinbar w&auml;ren und nicht in mit ihr zu vereinbarender Weise ausgelegt werden k&ouml;nnten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA macht geltend, der Begriff der juristischen Person sei nicht auslegungsf&auml;hig. Das FG habe sich nicht mit der Frage befasst, ob eine Gleichstellung mit einer juristischen Person m&ouml;glich sei, sondern sich damit begn&uuml;gt, dass eine KG eingliederungsf&auml;hig sei. Die Beschr&auml;nkung auf juristische Personen diene der Vermeidung der Steuerhinterziehung und der Steuerumgehung. Erforderlich seien Durchgriffsm&ouml;glichkeiten. Die steuerlich f&uuml;r die Organschaft verantwortliche Person m&uuml;sse in der Lage sein, die Gesch&auml;fte der Gruppe zu steuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einbeziehung der Tochterpersonenhandelsgesellschaft sei insbesondere aus Gr&uuml;nden des Unionsrechts und unter Ber&uuml;cksichtigung des Neutralit&auml;tsgrundsatzes geboten. Das nationale Recht sei richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass eine Differenzierung zwischen juristischer Person und sonstigen Einheiten nicht m&ouml;glich sei. Ma&szlig;geblich seien die kapitalistische Struktur der GmbH &#038;&nbsp;Co. KG und deren N&auml;he zur juristischen Person. Der Wortlaut setze der richtlinienkonformen Auslegung keine Grenzen. Dabei sei auch der Begriff des Zusammenschlusses in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG zu ber&uuml;cksichtigen. Diese Vorschrift sei auf Personengesellschaften anwendbar. Auf eine richtlinienkonforme Extension oder eine Gesetzesanalogie komme es insoweit nicht an. Die GmbH &#038; Co. KG sei im Rahmen von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG einer juristischen Person gleichzusetzen. Der Gesetzgeber habe das Ziel der Gleichbehandlung nicht aus dem Blick verloren. Gleiches ergebe sich unter den Gesichtspunkten einer Rechtsfortbildung oder einer Analogie. Vorzugsw&uuml;rdig sei eine Gesamtanalogie zu beiden Alternativen des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG. Die hierf&uuml;r erforderliche planwidrige Regelungsl&uuml;cke ergebe sich aus der unzureichenden Umsetzung des Unionsrechts. Dem stehe das Rechtsstaatsprinzip nicht entgegen, da es sich um eine den Steuerpflichtigen beg&uuml;nstigende Regelung handele. Eine teleologische Extension spreche f&uuml;r ihre Rechtsauffassung. Auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erweitere denn Begriff der juristischen Person. Die Beschr&auml;nkung auf juristische Personen verhindere weder missbr&auml;uchliche Praktiken noch Steuerhinterziehung oder Steuerumgehung. Dass eine Unterordnung diesen Zielen diene, sei nicht ersichtlich. Eine enge Verbundenheit reiche aus. Diese Verbundenheit liege vor. Sie sei einzige Gesellschafterin bei allen Gesellschaften gewesen und habe sich bei diesen in den Gesellschafterversammlungen jederzeit durchsetzen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG beschr&auml;nkt die Organschaft auf die Eingliederung juristischer Personen. Dies ist wegen des bei Personengesellschaften grunds&auml;tzlich bestehenden Einstimmigkeitsprinzips auch sachlich gerechtfertigt. Eine aus Gr&uuml;nden der Rechtsformneutralit&auml;t erforderliche Erweiterung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG ist mit Blick auf die mit dieser Vorschrift getroffene gesetzgeberische Grundentscheidung nur in engem Umfang und deshalb lediglich bei den Personengesellschaften m&ouml;glich, bei denen Gesellschafter der Personengesellschaft neben dem Organtr&auml;ger nur Personen sind, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG in das Unternehmen des Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert sind. Etwas anderes ergibt sich nicht aus dem Unionsrecht. Im zweiten Rechtsgang sind weitere Feststellungen zum Gesellschafterkreis der Personengesellschaften zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Organschaft setzt nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG die Eingliederung einer juristischen Person voraus und schlie&szlig;t damit die Personengesellschaft aus dem Kreis der eingliederbaren Personen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Organschaft dient der&nbsp;&nbsp;Verwaltungsvereinfachung&nbsp;&nbsp;(BTDrucks V\/48 &sect;&nbsp;2; BTDrucks IV\/1590, S. 36; zum gesetzlichen Festhalten an der vorkonstitutionellen Organschaft des UStG 1934, RStBl 1934, 1549&nbsp;ff.; zum Vereinfachungszweck vgl. Stadie, in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;784, und zum Unionsrecht EuGH-Urteil Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, Rz&nbsp;41). Da anhand der Organschaft &uuml;ber die Person des Steuerschuldners zu entscheiden ist, m&uuml;ssen die Voraussetzungen hierf&uuml;r rechtssicher ausgestaltet sein (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, unter II.3.b&nbsp;bb, und zum Unionsrecht EuGH-Urteil Tomoiag&#259; vom 9.&nbsp;Juli 2015, C-144\/14, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;34&nbsp;f.). Das verhindert rechtliche Irrt&uuml;mer und damit verbundene Steuerumgehungen (vgl. allgemein EuGH-Urteil Larentia + Minerva, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG definiert den Begriff der juristischen Person nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mangels eigenst&auml;ndiger steuerrechtlicher Begriffsbildung ist das zivil- und gesellschaftsrechtliche Verst&auml;ndnis der juristischen Person ma&szlig;geblich. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG verwendet mit der &quot;juristischen Person&quot; eine im Zivilrecht gel&auml;ufige Terminologie und nimmt den darin ausgedr&uuml;ckten Tatbestand auf (vgl. BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Dezember 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;72\/90, BStBl II 1992, 212, unter 1.a&nbsp;cc)). Juristische Person ist daher eine K&ouml;rperschaft mit eigener Rechtspers&ouml;nlichkeit, wie etwa eine GmbH (vgl. &sect;&nbsp;13 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) oder eine Aktiengesellschaft (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Aktiengesetzes &#8211;AktG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nicht zu den juristischen Personen geh&ouml;ren Personenhandelsgesellschaften wie OHG oder KG. Diese k&ouml;nnen zwar unter ihrer Firma Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen (&sect;&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1, 161 Abs.&nbsp;2 des Handelsgesetzbuchs &#8211;HGB&#8211;), begr&uuml;nden diese aber nicht aufgrund einer eigenen Rechtspers&ouml;nlichkeit (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AktG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieran hat sich durch das gewandelte Verst&auml;ndnis zur Rechtsf&auml;higkeit der Personengesellschaft nichts ge&auml;ndert. Zwar hat der Bundesgerichtshof (BGH) seine fr&uuml;here Rechtsprechung aufgegeben, nach der die Personenhandelsgesellschaft kein gegen&uuml;ber ihren Gesellschaftern verschiedenes Rechtssubjekt war, so dass &quot;Tr&auml;ger der im Namen der Gesellschaft begr&uuml;ndeten Rechte und Pflichten&quot; die &quot;gesamth&auml;nderisch verbundenen Gesellschafter&quot; waren (so z.B. noch BGH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 1990 IV&nbsp;ZR&nbsp;270\/88, BGHZ 110, 127). Demgegen&uuml;ber erkennt der BGH nunmehr die Rechtsf&auml;higkeit der (Au&szlig;en-)Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts an, soweit sie durch Teilnahme am Rechtsverkehr eigene Rechte und Pflichten begr&uuml;ndet (BGH-Urteil vom 29.&nbsp;Januar 2001 II&nbsp;ZR&nbsp;331\/00, BGHZ 146, 341, Leitsatz; vgl. zur Personenhandelsgesellschaft BGH-Urteil vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2008 IV&nbsp;ZR&nbsp;89\/07, BGHZ 175, 374, unter II.2.a(3)). Wie der BGH aber zugleich ausdr&uuml;cklich klargestellt hat, wird die Personengesellschaft durch die Anerkennung dieser Rechtsf&auml;higkeit nicht zur juristischen Person (BGH-Urteil in BGHZ 146, 341, unter A.I.4., Rz&nbsp;13; vgl. auch EuGH-Urteil Larentia + Minerva, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Eingliederung einer Personengesellschaft kommt nicht entsprechend fr&uuml;herer BFH-Rechtsprechung aufgrund eines organschafts&auml;hnlichen Verh&auml;ltnisses in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH ist in seiner Rechtsprechung zun&auml;chst davon ausgegangen, dass zwischen einem Gesellschafter und seiner Personenhandelsgesellschaft ein sog. organschafts&auml;hnliches Verh&auml;ltnis bestehen k&ouml;nne. Die sich hieraus ergebende Unselbst&auml;ndigkeit beruhte auf &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG, wobei sich der BFH f&uuml;r die Bestimmung der Unselbst&auml;ndigkeit an &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG und damit an den Voraussetzungen der finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Eingliederung orientierte (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;November 1964 V&nbsp;245\/61&nbsp;S, BFHE 81, 506, BStBl III 1965, 182).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Rechtsprechung hat der erkennende Senat sp&auml;ter aufgegeben und entschieden, dass eine Personengesellschaft des Handelsrechts nicht i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 UStG unselbst&auml;ndig sein kann (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Februar 1979 V&nbsp;R&nbsp;101\/78, BFHE 127, 267, BStBl II 1979, 362). Unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf die Erw&auml;gungsgr&uuml;nde des historischen Gesetzgebers, nach denen der &quot;Begriff der Organschaft &#8230; nur noch bei juristischen Personen anwendbar&quot; ist, entschied der Senat, dass eine Ausdehnung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG auf &quot;nichtrechtsf&auml;hige Personenvereinigungen&quot; dem Wortlaut des Gesetzes und dem Willen des Gesetzgebers widerspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat h&auml;lt an seinem Urteil in BFHE 127, 267, BStBl II 1979, 362 im Interesse einer einfachen und rechtssicheren Bestimmung des Steuerschuldners f&uuml;r den Organtr&auml;ger im Grundsatz weiter fest (vgl. auch zu &sect;&nbsp;13b UStG BFH-Urteil vom 22.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;37\/10, BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128, unter II.3.a):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Einfach und rechtssicher kann &uuml;ber die finanzielle Eingliederung als Voraussetzung f&uuml;r die Organschaft entschieden werden, wenn der Organtr&auml;ger in der Weise an der Organgesellschaft beteiligt ist, dass er seinen Willen durch Mehrheitsbeschluss in der Gesellschafterversammlung durchsetzen kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. zuletzt BFH-Urteil vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;18\/13, BFHE 242, 433, unter II.2.a, m.w.N. zur BFH-Rechtsprechung). Ma&szlig;geblich ist im Regelfall die einfache Stimmenmehrheit bei der Beschlussfassung der Gesellschafter, so dass eine Beteiligung von mehr als 50&nbsp;v.H. der Stimmrechte in der Organgesellschaft ausreicht, sofern keine h&ouml;here qualifizierte Mehrheit f&uuml;r die allgemeine Beschlussfassung in der Organgesellschaft erforderlich ist (BFH-Urteil in BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, unter II.2., m.w.N. zur BFH-Rechtsprechung). Weicht die kapitalm&auml;&szlig;ige Beteiligung von den Stimmrechten ab (z.B. aufgrund &quot;stimmrechtsloser Gesch&auml;ftsanteile&quot; bei der GmbH oder aufgrund von &quot;Vorzugsaktien&quot; ohne Stimmrecht bei der Aktiengesellschaft), ist auf das Verh&auml;ltnis der gesellschaftsrechtlichen Stimmrechte abzustellen. Im Interesse der Rechtsklarheit sind Stimmbindungsvereinbarungen oder Stimmrechtsvollmachten dabei grunds&auml;tzlich ohne Bedeutung. Dementsprechend hat der BFH eine finanzielle Eingliederung auf der Grundlage derartiger Rechtsgesch&auml;fte in der Vergangenheit nicht bejaht (vgl. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;November 2001 V&nbsp;R&nbsp;50\/00, BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.b, und vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;3\/08, BFHE 226, 144, BStBl II 2013, 873, unter II.2.b&nbsp;cc). &quot;Stimmbindungsvereinbarungen&quot; und &quot;Stimmrechtsvollmachten&quot; k&ouml;nnen bei der Pr&uuml;fung der finanziellen Eingliederung somit nur zu ber&uuml;cksichtigen sein, wenn sie sich ausschlie&szlig;lich aus Regelungen der Satzung wie etwa bei einer Einr&auml;umung von Mehrfachstimmrechten (&quot;Gesch&auml;ftsanteil mit Mehrstimmrecht&quot;) ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) W&auml;hrend &uuml;ber die finanzielle Eingliederung einer juristischen Person rechtssicher, einfach und ohne Nachweisschwierigkeiten entschieden werden kann, trifft dies auf die Personengesellschaft nicht zu:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Das gesellschaftsrechtliche Stimmrecht beruht bei juristischen Personen auf den Regelungen der notariell zu beurkundenden Satzung (vgl. zur GmbH &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 GmbHG und zur Aktiengesellschaft &sect;&nbsp;23 und &sect;&sect;&nbsp;8 ff., insbesondere &sect;&nbsp;12 AktG). Die den Gesellschaftern obliegenden Entscheidungen sind bei den juristischen Personen nach dem Mehrheitsprinzip zu treffen (&sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 GmbHG und &sect;&nbsp;133 Abs.&nbsp;1 AktG). Daher ist es dem Gesellschafter, der &uuml;ber die Mehrheit der Stimmrechte verf&uuml;gt, m&ouml;glich, seinen Willen in der Gesellschaft durchzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;bertragung von Gesch&auml;ftsanteil und Aktie und des mit ihnen verbundenen Stimmrechts ist zudem rechtssicher nachvollziehbar (vgl. bei der GmbH &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 GmbHG und bei der Aktiengesellschaft &sect;&nbsp;67 AktG und die Inhaberschaft am Wertpapier). Zudem bestehen f&uuml;r Mehrheitsbeteiligungen Meldepflichten (vgl. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 AktG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Demgegen&uuml;ber gilt bei den Personengesellschaften das Einstimmigkeitsprinzip (vgl. &sect;&nbsp;709 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211; zur GbR, &sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1 HGB zur OHG und &sect;&nbsp;161 Abs.&nbsp;2 HGB zur KG). Ein hiervon abweichendes Mehrheitsprinzip steht einer Mehrheitsentscheidung durch nur einen Gesellschafter entgegen, da dann im Zweifel nach der Zahl der Gesellschafter zu entscheiden sein soll (vgl. &sect;&nbsp;709 Abs.&nbsp;2 BGB, &sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;2 HGB). Selbst wenn aufgrund dar&uuml;ber hinaus abweichender Regelungen ein Gesellschafter Mehrheitsentscheidungen durchsetzen kann, bestehen zumindest Nachweisschwierigkeiten. Denn abgesehen von Sonderf&auml;llen wie etwa der Einbringung von Grundst&uuml;cken in eine Gesamthand (vgl. &sect;&nbsp;311b BGB) besteht f&uuml;r den Abschluss und die &Auml;nderung von Gesellschaftsvertr&auml;gen bei Personengesellschaften keinerlei Formzwang. Gesellschaftsvertragliche Stimmrechtsvereinbarungen, die von den &sect;&sect;&nbsp;709 BGB und 119 HGB abweichen, k&ouml;nnen daher auch m&uuml;ndlich getroffen und ge&auml;ndert werden (zur formlosen &Auml;nderung trotz Schriftformklausel vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Juli 1996 I&nbsp;R&nbsp;115\/95, BFHE 181, 281, BStBl II 1997, 138, Leits&auml;tze 1 und 2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im&nbsp;&nbsp;Kontext des nationalen Rechts,&nbsp;&nbsp;in dem &uuml;ber die Organschaft ohne besonderes Feststellungsverfahren mit R&uuml;ckwirkung f&uuml;r alle unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;164 der Abgabenordnung) stehenden Besteuerungszeitr&auml;ume der Vergangenheit in jedem Stadium des Besteuerungs- oder Rechtsbehelfsverfahrens neu entschieden werden kann, besteht damit bei Personengesellschaften im Allgemeinen keine hinreichende Grundlage, um die Person des Steuerschuldners einfach und rechtssicher bestimmen zu k&ouml;nnen (vgl. auch die Grundsatzentscheidung des Senats vom 2.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;15\/14, von der ein anonymisierter Abdruck beiliegt). &Uuml;ber die Organschaft und die mit ihr &#8211;wie im Streitfall&#8211; erstrebten g&uuml;nstigen Rechtsfolgen kann auch aus Gr&uuml;nden der allgemeinen Missbrauchspr&auml;vention nicht mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit nach Ma&szlig;gabe von Vereinbarungen entschieden werden, die nahestehende Personen z.B. m&uuml;ndlich getroffen haben (wollen). Unbeschadet ihrer zivilrechtlichen Wirksamkeit folgt daraus nicht, dass sie auch Grundlage f&uuml;r die Besteuerung sein m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass an die &#8211;aufgrund der Organschaft vom Zivilrecht abweichende&#8211; Feststellung des Steuerschuldners h&ouml;here Anforderungen zu stellen sind, als bei der blo&szlig;en Pr&uuml;fung, ob z.B. Leistungen gegen Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ausgef&uuml;hrt werden. Denn das nationale Recht (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG) und das Unionsrecht (Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG; Art.&nbsp;11 MwStSystRL) behandeln die verbundenen Personen&nbsp;&nbsp;zusammen als einen Steuerpflichtigen,&nbsp;&nbsp;wobei &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG die Steuerpflicht ausschlie&szlig;lich auf den Organtr&auml;ger verlagert, indem die juristische Person gegen&uuml;ber dem Organtr&auml;ger als unselbst&auml;ndig angesehen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Trotz des vom nationalen Gesetzgeber grunds&auml;tzlich vorgesehenen Ausschlusses der Personengesellschaft aus dem Kreis der eingliederungsf&auml;higen Personen, kann die Personengesellschaft ausnahmsweise auf der Grundlage einer teleologischen Erweiterung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG&nbsp;&nbsp;wie eine juristische Person&nbsp;&nbsp;als eingegliedert angesehen werden. Erforderlich ist, dass die finanzielle Eingliederung wie bei einer juristischen Person zu bejahen ist. Dies setzt voraus, dass Gesellschafter der Personengesellschaft neben dem Organtr&auml;ger nur Personen sind, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG in das Unternehmen des Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert sind, so dass die erforderliche Durchgriffsm&ouml;glichkeit selbst bei &#8211;der stets m&ouml;glichen&#8211; Anwendung des Einstimmigkeitsprinzips gew&auml;hrleistet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &quot;Teleologische Extension&quot; (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Februar 2010 V&nbsp;R&nbsp;38\/08, BFHE 229, 385, BStBl II 2010, 873, unter II.) setzt eine Regelungsl&uuml;cke voraus. Die Norm muss gemessen an ihrem Zweck unvollst&auml;ndig, d.h. erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig sein. Ihre Erg&auml;nzung darf nicht einer vom Gesetzgeber beabsichtigten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widersprechen. Dass eine gesetzliche Regelung rechtspolitisch als verbesserungsbed&uuml;rftig anzusehen ist (&quot;rechtspolitische Fehler&quot;), reicht nicht aus. Ihre Unvollst&auml;ndigkeit erschlie&szlig;t sich vielmehr aus dem gesetzesimmanenten Zweck und kann auch bei einem eindeutigen Wortlaut vorliegen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 229, 385, BStBl II 2010, 873, unter II.5.a, und vom 21.&nbsp;Februar 2013 V&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFHE 240, 487, BStBl II 2013, 529, unter II.4.b&nbsp;bb, m.w.N. zur BFH-Rechtsprechung). Die Gesetzesl&uuml;cke ist in einer dem Gesetzeszweck, der Entstehungsgeschichte und der Gesetzessystematik entsprechenden Weise durch Analogie, teleologische Extension oder Reduktion zu schlie&szlig;en (BFH-Urteil in BFHE 229, 385, BStBl II 2010, 873, unter II.5.a). Dies ist Aufgabe der Fachgerichte (vgl. z.B. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3.&nbsp;April 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1186\/89, BVerfGE 82, 6, Neue Juristische Wochenschrift 1990, 1593, unter C.I.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die teleologische Extension einer umsatzsteuerrechtlichen Norm kann auch aus Gr&uuml;nden des Verfassungsrechts notwendig sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BVerfG wie auch des erkennenden Senats ist die Bindung an die Grundrechte des Grundgesetzes (GG) auch im Bereich der unionsrechtlich harmonisierten Umsatzbesteuerung zu beachten, soweit das Unionsrecht &quot;den Mitgliedstaaten einen Umsetzungsspielraum einr&auml;umt&quot; (BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;3063\/10, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 468, unter III.1.; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 2010 V&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFHE 231, 260, BStBl II 2013, 590, unter II.4.e).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher sind im Bereich der Organschaft auch verfassungsrechtliche Vorgaben zu beachten. Zwar beruht die Organschaft unionsrechtlich auf Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Danach steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. Nach der Rechtsprechung des EuGH bedarf die sich aus der Richtlinie ergebende Voraussetzung der engen Verbindungen aber einer Pr&auml;zisierung auf nationaler Ebene durch nationale Rechtsvorschriften, die den konkreten Umfang solcher Verbindungen bestimmen (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;bt der nationale Gesetzgeber daher die sich aus Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG ergebende Regelungserm&auml;chtigung aus, hat er somit im Rahmen der zu seinen Gunsten bestehenden Regelungs- und Pr&auml;zisierungsbefugnisse die allgemeinen verfassungsrechtlichen Bindungen zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zielt der &quot;umsatzsteuerrechtliche Belastungsgrund &#8230; auf die umsatzsteuerliche Erfassung jedes Unternehmers, mag dieser in der Rechtsform einer juristischen Person, in der Rechtsform einer gewerblichen Personengesellschaft oder als freiberuflich T&auml;tiger Ums&auml;tze erbringen (&#8230;)&quot; (BVerfG-Beschluss in UR 2013, 468, unter III.2.a&nbsp;aa), so ist es gleichwohl mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG vereinbar, wenn z.B. nur Freiberufler-Personenunternehmen, die weder buchf&uuml;hrungspflichtig sind noch freiwillig B&uuml;cher f&uuml;hren, nicht aber auch buchf&uuml;hrungspflichtige Freiberufler-Kapitalgesellschaften die Vorteile der Ist-Besteuerung in Anspruch nehmen k&ouml;nnen. Denn deren Anwendungsbereich beruht nicht auf &quot;einer allein rechtsformbezogenen Differenzierung&quot;, sondern h&auml;ngt nach &sect;&nbsp;20 Satz&nbsp;1 UStG ma&szlig;gebend davon ab, ob die Unternehmen B&uuml;cher f&uuml;hren (BVerfG-Beschluss in UR 2013, 468, unter III.3. zum Senatsurteil in BFHE 231, 260, BStBl II 2013, 590, unter II.3.b&nbsp;cc&nbsp;4., in Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 1999 V&nbsp;R&nbsp;51\/98, BFHE 189, 211, BStBl II 1999, 630).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So wie das Gebot einer rechtsformneutralen Besteuerung unter gleichzeitiger Ber&uuml;cksichtigung des Gesetzeszwecks den Anwendungsbereich einer gesetzlichen Vorschrift einzuschr&auml;nken vermag (vgl. das Senatsurteil in BFHE 231, 260, BStBl II 2013, 590, unter II.3.b&nbsp;cc&nbsp;(4), zur Einschr&auml;nkung von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG a.F. auf die Unternehmer, die auch freiwillig keine B&uuml;cher f&uuml;hren), kann es &#8211;umgekehrt&#8211; den Regelungsbereich einer nach ihrem Gesetzeswortlaut zu eng gefassten Norm erweitern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach ist &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG teleologisch erweiternd auszulegen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG stellt mit dem Erfordernis der Eingliederung einer juristischen Person nur vordergr&uuml;ndig auf ein rechtsformbezogenes Merkmal ab, das aber nach dem Normzweck dieser Regelung dazu dient, die Voraussetzungen der Organschaft leicht und einfach festzustellen und damit zu der mit der Organschaft angestrebten Verwaltungsvereinfachung und Missbrauchsvermeidung (s. oben unter II.1.c&nbsp;cc&nbsp;(2)&nbsp;(b)) beitr&auml;gt. Dementsprechend trifft das Gesetz in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG grunds&auml;tzlich eine sachlich vertretbare Unterscheidung danach, ob die einzugliedernde Gesellschaft eine juristische Person ist und verst&ouml;&szlig;t deshalb nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erlauben die mit &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG verfolgten Regelungsziele unter Ber&uuml;cksichtigung der Besonderheiten des nationalen Gesellschaftsrechts im Allgemeinen die Begrenzung auf eingegliederte juristische Personen und damit einen Ausschluss der Personengesellschaft (s. oben II.1.c&nbsp;cc&nbsp;(2)&nbsp;(b)), rechtfertigt dies nicht den Ausschluss der Personengesellschaften, bei denen das dort grunds&auml;tzlich bestehende Einstimmungsprinzip (s. oben II.1.c&nbsp;cc&nbsp;(2)&nbsp;(b)) von vornherein ohne Bedeutung ist und daher bereits abstrakt einer finanziellen Eingliederung nicht entgegenstehen kann. Ein Ausschluss auch derartiger Personengesellschaften ist mit dem &#8211;auf die Beschr&auml;nkung juristischer Personen verfolgten&#8211; Regelungsziel des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG nicht zu vereinbaren. Damit liegt eine Regelungsl&uuml;cke vor, da ein bestimmter Sachbereich zwar gesetzlich geregelt ist, aber keine Vorschrift f&uuml;r die F&auml;lle enth&auml;lt, die nach dem Grundgedanken und dem System des Gesetzes h&auml;tten mitgeregelt werden m&uuml;ssen. Es handelt sich daher um eine Regelung, die gemessen an ihrem Zweck unvollst&auml;ndig und erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die bei &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG bestehende Gesetzesl&uuml;cke ist entsprechend dem Gesetzeszweck in der Weise zu schlie&szlig;en, dass &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG erweiternd auch auf die Personengesellschaft anzuwenden ist, bei der neben dem Organtr&auml;ger Gesellschafter nur Personen sind, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG in das Unternehmen des Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert sind (&Auml;nderung der Rechtsprechung). Trifft dies auf alle Gesellschafter der Personengesellschaft zu, kann der Organtr&auml;ger seinen Willen durchsetzen, so dass dem allgemeinen Einstimmigkeitsprinzip bei der Personengesellschaft (s. oben II.1.c&nbsp;cc&nbsp;(2)&nbsp;(b)) von vornherein keine Bedeutung zukommt. Denn sind die Mitgesellschafter bei der Personengesellschaft finanziell in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert, ist das bei der Personengesellschaft grunds&auml;tzlich bestehende Einstimmigkeitserfordernis allgemein ungeeignet, einer Willensdurchsetzung des Organtr&auml;gers bei der Organgesellschaft entgegenzustehen. Ist neben dem Organtr&auml;ger z.B. eine Personengesellschaft Mitgesellschafter, kommt es dementsprechend darauf an, dass auch in Bezug auf deren Gesellschafter eine finanzielle Eingliederung ausnahmslos &#8211;in einer bis zum Organtr&auml;ger reichenden Organkette&#8211; zu bejahen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies steht nicht im Widerspruch zu der vom Gesetzgeber beabsichtigten Beschr&auml;nkung der Organschaft auf bestimmte Tatbest&auml;nde, sondern erweitert den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG nur unter strikter Beachtung der dieser Vorschrift zugrunde liegenden Wertungen der Rechtssicherheit, Verwaltungsvereinfachung und Missbrauchsvermeidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat weicht damit nicht von der Rechtsprechung des XI. Senats des BFH ab. Soweit dieser in seinen Vorlagebeschl&uuml;ssen in BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417, und in BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428 davon ausgegangen ist, dass eine Personengesellschaft nicht Organgesellschaft sein kann, haben diese Entscheidungen, denen kein abschlie&szlig;ender Charakter zukommt, keine Bindungswirkung (vgl. z.B. Sunder-Plassmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;11 FGO Rz&nbsp;28a; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;11 FGO Rz&nbsp;4). Dies gilt jedenfalls dann, wenn es um die Beurteilung im Anschluss an das auf die BFH-Vorlage ergangene EuGH-Urteil geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine weitergehende Organschaft, die allgemein eine Eingliederung von Personengesellschaften erm&ouml;glichen w&uuml;rde, ergibt sich auch nicht aus dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. Diese Regelung dient der &quot;Verwaltungsvereinfachung&quot; und der &quot;Verhinderung bestimmter Missbr&auml;uche&quot; (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Steuerpflichtige kann sich gegen&uuml;ber dem nationalen Recht nicht auf Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG erf&uuml;llt &quot;nicht die Voraussetzungen, um unmittelbare Wirkung zu entfalten&quot;, sondern hat nur &quot;bedingten Charakter&quot;. Dies beruht darauf, dass die in dieser Bestimmung vorgesehene enge Verbindung in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht einer &quot;Pr&auml;zisierung auf nationaler Ebene&quot; bedarf und die &quot;Anwendung nationaler Rechtsvorschriften voraussetzt, die den konkreten Umfang dieser Verbindungen bestimmen&quot; (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;50&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entscheiden sich Mitgliedstaaten auf der Grundlage von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG daf&uuml;r, Regelungen zur Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen zu schaffen, haben sie bei der Aus&uuml;bung der ihnen zustehenden Pr&auml;zisierungsbefugnis die hierf&uuml;r unionsrechtlich bestehenden Anforderungen zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Mitgliedstaaten haben zu beachten, dass sie die nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG m&ouml;gliche Zusammenfassung zu einem Steuerpflichten nicht von weiteren als den in dieser Bestimmung genannten Bedingungen abh&auml;ngig machen d&uuml;rfen (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;38) und dass das Unionsrecht die Regelung zur Mehrwertsteuergruppe nicht allein den Einheiten vorbeh&auml;lt, die juristische Person sind (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Leitsatz&nbsp;2). Auf eine Unterordnung darf nur ausnahmsweise abgestellt werden, etwa wenn dies zur z.B. &quot;Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen&quot; erforderlich und geeignet ist (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;39&nbsp;ff.). Hier&uuml;ber hat das nationale Gericht zu entscheiden (EuGH-Urteil Larentia + Minerva und Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die auf der Grundlage von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG getroffenen Regelungen haben &#8211;wie stets&#8211; den Grundsatz der Rechtssicherheit zu beachten. Danach m&uuml;ssen &quot;die Vorschriften des Unionsrechts eindeutig sein&quot; und ihre Anwendung muss f&uuml;r die Betroffenen vorhersehbar sein, &quot;wobei dieses Gebot der Rechtssicherheit in besonderem Ma&szlig; gilt, wenn es sich um Vorschriften handelt, die finanzielle Konsequenzen haben k&ouml;nnen, denn die Betroffenen m&uuml;ssen in der Lage sein, den Umfang der ihnen durch diese Vorschriften auferlegten Verpflichtungen genau zu erkennen&quot;. Zudem &quot;m&uuml;ssen die Rechtsnormen der Mitgliedstaaten auf den vom Unionsrecht erfassten Gebieten eindeutig formuliert sein, so dass den betroffenen Personen die klare und genaue Kenntnis ihrer Rechte und Pflichten erm&ouml;glicht wird, und die innerstaatlichen Gerichte in die Lage versetzt werden, deren Einhaltung sicherzustellen&quot; (EuGH-Urteil Tomoiag&#259;, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;35, m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung). Bei der Regelung zur Organschaft als Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen handelt es sich aufgrund der damit verbundenen Verlagerung der Steuerschuld von der Organgesellschaft auf den Organtr&auml;ger &quot;um Vorschriften &#8230;, die finanzielle Konsequenzen haben k&ouml;nnen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Erfordernisse besteht f&uuml;r den nationalen Gesetzgeber eine hinreichende unionsrechtliche Grundlage, die Regelung zur Organschaft im Grundsatz auf die Eingliederung juristischer Personen zu beschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Einschr&auml;nkung der Organschaft auf die Eingliederung juristischer Personen dient nicht dazu, die Umsatzbesteuerung rechtsformabh&auml;ngig auszugestalten, sondern soll den unionsrechtlich auch vom EuGH anerkannten Pr&auml;zisierungsvorbehalt rechtssicher ausf&uuml;llen (s. oben unter II.1.c&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Kann aufgrund der Besonderheiten des nationalen Gesellschaftsrechts im Regelfall nur bei juristischen Personen mit der erforderlichen Klarheit und damit rechtssicher &uuml;ber die Eingliederungsvoraussetzungen entschieden werden (s. oben II.1.c&nbsp;cc), rechtfertigt dies die grunds&auml;tzliche Einschr&auml;nkung auf eine Eingliederung juristischer Personen. Zudem tr&auml;gt der erkennende Senat den Erfordernissen des Unionsrechts, insbesondere dem Ziel einer im Grundsatz rechtsformneutralen Besteuerung (s. oben II.2.c), dadurch Rechnung, dass er in Sonderf&auml;llen, in denen die Eingliederungsvoraussetzungen auch in Bezug auf Tochterpersonengesellschaften zweifelsfrei vorliegen, &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG teleologisch erweiternd auslegt (s. oben II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Danach hat das FG im Streitfall die Eingliederung der beiden KGs zu Unrecht aufgrund einer allgemeinen Gleichstellung von juristischen Personen und Personengesellschaften bejaht. Beide KGs sind indes nur dann Organgesellschaften der Kl&auml;gerin, wenn z.B. neben der Kl&auml;gerin als m&ouml;gliche Organtr&auml;gerin nur die B-GmbH als Gesellschafterin an den beiden KGs beteiligt gewesen w&auml;re und in Bezug auf die B-GmbH eine finanzielle Eingliederung in das Unternehmen der Kl&auml;gerin besteht. Zwar erscheint dies nach Aktenlage m&ouml;glich, jedoch bestehen noch Unklarheiten in Bezug auf die zahlreichen Umwandlungsvorg&auml;nge. Daher sind ausdr&uuml;ckliche Feststellungen zum Gesellschafterkreis der beiden KGs und der finanziellen Eingliederung dieser Gesellschafter in das Unternehmen der Kl&auml;gerin nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.12.2015, V R 25\/13 Organschaft mit Tochterpersonengesellschaft &#8211; teleologische Extension Leits&auml;tze Neben einer juristischen Person kann auch eine Personengesellschaft in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert sein, wenn Gesellschafter der Personengesellschaft neben dem Organtr&auml;ger nur Personen sind, die nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG in das Unternehmen des Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-25-13-organschaft-mit-tochterpersonengesellschaft-teleologische-extension\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;25\/13 &#8211; Organschaft mit Tochterpersonengesellschaft &#8211; teleologische Extension<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-65798","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65798"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65798\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}