{"id":65801,"date":"2016-02-03T17:49:02","date_gmt":"2016-02-03T15:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65801"},"modified":"2016-02-03T17:49:02","modified_gmt":"2016-02-03T15:49:02","slug":"x-b-29-15-untauglicher-zeugenbeweis-fuer-die-private-nutzung-eines-pkws","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-29-15-untauglicher-zeugenbeweis-fuer-die-private-nutzung-eines-pkws\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;29\/15 &#8211; Untauglicher Zeugenbeweis f&uuml;r die private Nutzung eines Pkws"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.12.2015, X B 29\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Untauglicher Zeugenbeweis f&uuml;r die private Nutzung eines Pkws<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 4. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1 K 116\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betreibt ein Einzelunternehmen, dessen Gesch&auml;ftsbetrieb die Lieferung und Montage von Duschanlagen ist. Der einzige Arbeitnehmer ist ihr Lebensgef&auml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin befand sich in den Streitjahren zun&auml;chst ein Mercedes&nbsp;Benz&nbsp;Vito und danach jeweils ein VW&nbsp;T5. Die Fahrzeuge wurden zwar als Acht-Sitzer oder Neun-Sitzer ausgeliefert, die Sitze im Innenraum waren jedoch nicht montiert worden, um den Transport der einzubauenden Teile zu erm&ouml;glichen. Am 6.&nbsp;Dezember 2007 schaffte die Kl&auml;gerin daneben einen Citroen&nbsp;C3&nbsp;Picasso f&uuml;r ihren Betrieb an. Die private Nutzung dieses PKW ermittelte sie durch die 1&nbsp;%-Methode. Weitere Fahrzeuge waren weder auf die Kl&auml;gerin noch auf ihren Lebensgef&auml;hrten zugelassen. Die Kl&auml;gerin behauptet allerdings, ein PKW KIA&nbsp;Sephia, der auf ihre Mutter zugelassen gewesen sei, habe auch ihr zur privaten Nutzung zur Verf&uuml;gung gestanden. Ihre Mutter habe diesen PKW nicht selbst nutzen k&ouml;nnen, da sie in den Streitjahren schwer erkrankt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte w&auml;hrend der steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Streitjahre Aufzeichnungen vor, wonach s&auml;mtliche Fahrten der Transporter als betrieblich ausgewiesen worden waren. Diese Aufzeichnungen waren mit Hilfe von Vordrucken gefertigt worden, die &uuml;blicherweise als Fahrtenbuch verwendet werden. Da jedoch deren Abgleich mit Werkstattrechnungen und Kraftstoffbelegen zahlreiche Unstimmigkeiten ergaben, ging die Pr&uuml;ferin des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) von einer privaten Mitbenutzung der Transporter aus. Die Pr&uuml;ferin ermittelte deshalb jeweils eine Nutzungsentnahme nach der 1&nbsp;%-Methode.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che gegen die entsprechenden &Auml;nderungsbescheide blieben erfolglos. Die Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es handele sich bei den jeweiligen Transportern nicht um sog. Werkstattwagen. Selbst wenn die hinteren Sitzreihen bei den Fahrzeugen jeweils ausgebaut gewesen sein sollten, um den Transport von langen Gegenst&auml;nden zu erm&ouml;glichen, h&auml;tten diese jederzeit wieder montiert werden k&ouml;nnen. Auch seien die Fahrzeuge jedenfalls zur Bef&ouml;rderung von mindestens zwei Personen auf den vorderen Sitzen geeignet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Keinen Einfluss auf dieses Ergebnis habe die unter Beweis gestellte Tatsache, die Pr&uuml;ferin habe Pr&uuml;fungshandlungen w&auml;hrend des laufenden Klageverfahrens vorgenommen. Dies k&ouml;nne als wahr unterstellt werden, weil das FA nicht an die Feststellungen der Betriebspr&uuml;fung gebunden sei und deshalb die Klage aufrechterhalten konnte. Soweit die Kl&auml;gerin zum Beweis der fehlenden Privatnutzung die Zeugeneinvernahme ihres Lebensgef&auml;hrten beantragt habe, sei dieses Beweismittel untauglich. Der Lebensgef&auml;hrte w&auml;re nur dann zu einer solchen Aussage in der Lage, wenn er sich im gesamten Streitzeitraum ohne jegliche Unterbrechung in unmittelbarer N&auml;he entweder zum jeweiligen Transporter oder zur Kl&auml;gerin aufgehalten habe. Dies entspreche nicht der (allgemeinen) Lebenserfahrung und sei deshalb ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begehrt mit ihrer Beschwerde die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und wegen Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen. Ein Verfahrensmangel liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r die Darlegung der Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) muss der Beschwerdef&uuml;hrer konkret auf eine Rechtsfrage und ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen. Er muss zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Erforderlich ist ferner ein konkreter und substantiierter Vortrag, warum im Einzelnen die Kl&auml;rung der Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt, also ein Vortrag zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit und Kl&auml;rungsf&auml;higkeit (vgl. Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;Juni 2010 X&nbsp;B&nbsp;91\/09, BFH\/NV 2010, 1844). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die in Rede stehende Rechtsfrage &#8211;wie hier&#8211; bereits durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den BFH geboten erscheinen lassen (BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;August 2007 XI&nbsp;B&nbsp;1\/07, BFH\/NV 2007, 2280).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 13.&nbsp;Februar 2003 X&nbsp;R&nbsp;23\/01 (BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472, dort unter II.1.d) ausgef&uuml;hrt, dass bestimmte Arten von Kfz, namentlich PKW und Kraftr&auml;der, typischerweise nicht nur vereinzelt und gelegentlich f&uuml;r private Zwecke genutzt werden, w&auml;hrend dieser Erfahrungssatz sich auf LKW und Zugmaschinen grunds&auml;tzlich nicht anwenden lasse. Damit hat er eine allgemeine Aussage dahin getroffen, dass atypische Sachverhalte aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes herauszunehmen sind (so bereits Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;April 2013 X&nbsp;B&nbsp;18\/12, BFH\/NV 2013, 1401, unter II.1.a). Es ist nicht erkennbar, warum es im Streitfall einer neuerlichen Entscheidung bedarf, weil das FG von dem Vorliegen eines derartigen atypischen Sachverhalts eben nicht ausgegangen ist. Es hat vielmehr dargelegt, dass die betroffenen Fahrzeuge der Kl&auml;gerin nicht so gut wie ausschlie&szlig;lich zur Bef&ouml;rderung von G&uuml;tern bestimmt gewesen seien. Diese Einsch&auml;tzung hat es &#8211;nachvollziehbar&#8211; damit begr&uuml;ndet, dass es zum einen m&ouml;glich gewesen sei, die hinteren Sitzreihen wieder zu montieren. Zum anderen seien die Fahrzeuge auch sonst zur Bef&ouml;rderung von mindestens zwei Personen geeignet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Letztlich begehrt die Kl&auml;gerin mit ihrer als abstrakt bezeichneten Rechtsfrage die Kl&auml;rung einer auf ihren Einzelfall zugeschnittenen Problematik und damit die &Uuml;berpr&uuml;fung, ob das FG-Urteil materiell rechtm&auml;&szlig;ig ist. Die Zulassung der Revision kann hiermit jedoch grunds&auml;tzlich nicht begr&uuml;ndet werden (z.B. Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;April 2015 X&nbsp;B&nbsp;47\/15, BFH\/NV 2015, 1356, unter&nbsp;5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) liegt nicht vor. Das FG hat seine Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin das &Uuml;bergehen ihrer Antr&auml;ge auf Zeugeneinvernahme r&uuml;gt, macht sie geltend, das FG habe seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO verletzt. Ihr Vortrag gen&uuml;gt zwar den Anforderungen an die Darlegung eines Verfahrensmangels, weil das FG in seinem Urteil auf Seite&nbsp;5 selbst erl&auml;utert, weshalb es die Beweise nicht erhoben habe (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;November 2012 I&nbsp;B&nbsp;172\/11, BFH\/NV 2013, 561; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;70; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;120 FGO Rz&nbsp;206, jeweils m.w.N.). Begr&uuml;ndet ist diese R&uuml;ge allerdings nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Das Gericht ist dabei an das Vorbringen und an die Beweisantr&auml;ge der Beteiligten nicht gebunden (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 FGO). Das gilt aber nur in dem Sinne, dass das FG von sich aus auch Beweise erheben kann, die von den Parteien nicht angeboten sind (u.a. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2013, 561, und vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;B&nbsp;118\/04, BFHE 216, 409, BStBl II 2007, 538). Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will (vgl. auch BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 2005 I&nbsp;B&nbsp;249\/04, BFH\/NV 2006, 780). Auf die beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann, wenn das Beweismittel unerreichbar ist oder wenn das Beweismittel unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung; z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;November 2005 VI&nbsp;R&nbsp;71\/99, BFH\/NV 2006, 753, m.w.N.). Ferner ist das FG nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nachzugehen (z.B. Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;Mai 2013 X&nbsp;B&nbsp;131\/12, BFH\/NV 2013, 1260, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In welchem Ma&szlig;e eine solche Substantiierung zu fordern ist, h&auml;ngt von der im Einzelfall bestehenden Mitwirkungspflicht des Beteiligten ab. Dabei stehen der zumutbare Inhalt und die Intensit&auml;t der richterlichen Ermittlungen notwendigerweise im Zusammenhang mit dem Vorbringen der Beteiligten, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und&nbsp;3 FGO eine Pflicht zur F&ouml;rderung des finanzgerichtlichen Verfahrens haben. Zu ber&uuml;cksichtigen ist deshalb auch, ob die Tatsachen, &uuml;ber die Beweis erhoben werden soll, dem Wissens- und Einflussbereich des Beteiligten (Beweisf&uuml;hrers) zuzurechnen sind, der die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht r&uuml;gt (vgl. zu allem BFH-Beschluss in BFH\/NV 2013, 561, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch Nichterhebung angebotener Beweise w&uuml;rde u.a. voraussetzen, dass das FG die beantragte Beweiserhebung auch auf der Grundlage seiner eigenen materiell-rechtlichen Auffassung h&auml;tte durchf&uuml;hren m&uuml;ssen. Ob die materiell-rechtliche Auffassung des FG zutreffend ist, ist im Rahmen der Pr&uuml;fung entsprechender Verfahrensr&uuml;gen ohne Belang (Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Januar 2011 X&nbsp;B&nbsp;34\/10, BFH\/NV 2011, 813, unter&nbsp;1.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im vorliegenden Fall war die Beweiserhebung, soweit diese die Vernehmung der Pr&uuml;ferin als Zeugin betraf, nach der materiell-rechtlichen Auffassung des FG schon deshalb nicht durchzuf&uuml;hren, weil die unter Beweis gestellte Tatsache, diese habe nachtr&auml;glich Pr&uuml;fungshandlungen vorgenommen, als wahr unterstellt werden konnte, da sie keinen Einfluss auf die zu treffende Entscheidung hatte. Denn das FG geht &#8211;zu Recht&#8211; davon aus, dass das FA an deren Feststellungen rechtlich nicht gebunden ist und (deshalb) der Klage weiterhin entgegentreten konnte. Eine verbindliche Zusage, etwa gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;204 der Abgabenordnung, wird von der Kl&auml;gerin nicht unter Beweis gestellt, so dass eine rechtliche Verpflichtung aus dem (vermeintlichen) Handeln der Pr&uuml;ferin nicht hergeleitet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch soweit die Kl&auml;gerin die Zeugenvernehmung ihres Lebensgef&auml;hrten begehrte, musste das FG dem nicht folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr hat es &#8211;aus Sicht des Senats zutreffend&#8211; nach seiner Ansicht das Beweismittel als absolut untauglich angesehen. Schlie&szlig;lich kann ein Zeuge nicht zum Nachweis der (vollst&auml;ndigen) Privatnutzung eines PKW&#8217;s benannt werden. Es ist n&auml;mlich nicht sichergestellt, dass er stets und immer Kenntnis &uuml;ber die Art der Nutzung dieses PKW&#8217;s hat. Er kann (lediglich) bezeugen, dass ein PKW nach seiner Einsch&auml;tzung und seinem Kenntnisstand (eigentlich) privat nicht genutzt worden ist &#8212; mehr nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Letztlich r&uuml;gt die Kl&auml;gerin auch insoweit die aus ihrer Sicht materielle Unrichtigkeit des FG-Urteils, die &#8211;wie unter&nbsp;II.1. bereits dargelegt&#8211; nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.12.2015, X B 29\/15 Untauglicher Zeugenbeweis f&uuml;r die private Nutzung eines Pkws Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 4. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1 K 116\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-29-15-untauglicher-zeugenbeweis-fuer-die-private-nutzung-eines-pkws\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;29\/15 &#8211; Untauglicher Zeugenbeweis f&uuml;r die private Nutzung eines Pkws<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65801"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65801\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}