{"id":65886,"date":"2016-03-09T11:31:39","date_gmt":"2016-03-09T09:31:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65886"},"modified":"2016-03-09T11:31:39","modified_gmt":"2016-03-09T09:31:39","slug":"ix-b-106-15-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-106-15-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;106\/15 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.1.2016, IX B 106\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 29. Juni 2015&nbsp;&nbsp;3 K 1829\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) sind nicht gegeben. Weder die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) vorgebrachte grunds&auml;tzliche Bedeutung der Sache (&sect;&nbsp;115&nbsp;Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, dazu unter&nbsp;1.) noch der ger&uuml;gte Verfahrensfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO, dazu unter&nbsp;2.) liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115&nbsp;Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran fehlt es hier. Die im Zusammenhang mit der Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen bedeutsamen Rechtsfragen sind in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung gekl&auml;rt. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist bei einer Ferienwohnung grunds&auml;tzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, wenn sie ausschlie&szlig;lich an Ferieng&auml;ste vermietet und in der &uuml;brigen Zeit hierf&uuml;r bereitgehalten wird und das Vermieten die orts&uuml;bliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen &#8211;abgesehen von Vermietungshindernissen&#8211; nicht erheblich (d.h. um mindestens 25&nbsp;%) unterschreitet (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;August 2006 IX&nbsp;R&nbsp;15\/06, BFHE 215, 112, BStBl II 2007, 256; vom 19.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;R&nbsp;39\/07, BFHE 222, 478, BStBl II 2009, 138). Liegen die genannten Voraussetzungen bei einer Ferienimmobilie nicht vor, ist die Vermietung mit einer auf Dauer ausgerichteten Vermietungst&auml;tigkeit nicht vergleichbar; die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht muss dann durch eine Prognose &uuml;berpr&uuml;ft werden (s. die Rechtsprechung zusammenfassend BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Januar 2010 IX&nbsp;B&nbsp;146\/09, BFH\/NV 2010, 869, m.w.N., sowie BFH-Urteile vom 16.&nbsp;April 2013 IX&nbsp;R&nbsp;22\/12, BFH\/NV 2013, 1552, und IX&nbsp;R&nbsp;26\/11, BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613). Auf der Grundlage dieser Rechtsprechung ist die Frage der &Uuml;berschusserzielungsabsicht vom Finanzgericht (FG) unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Einzelfalles beantwortet worden. Hat das FG &#8211;wie im Streitfall&#8211; die ma&szlig;geblichen Einzelfallumst&auml;nde in seiner Entscheidung ber&uuml;cksichtigt, kommt der Entscheidung keine Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit mehr zu. Dies gilt auch f&uuml;r die Frage, ob die Rechtsprechung des BFH zur Annahme einer ertragsteuerlich unbeachtlichen Liebhaberei bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung mit dem Grundgesetz vereinbar ist (vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts vom 28.&nbsp;Oktober 1986&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;325\/86, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht, juris; vom 18.&nbsp;November 1986&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;330\/86, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1988, 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch der von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Verfahrensmangel einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) wegen der unterbliebenen Vernehmung einer Zeugin ist nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung), zu denen auch die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht geh&ouml;rt, geht das R&uuml;gerecht schon durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren. Anders kann dies bei einem fachkundig vertretenen Verfahrensbeteiligten nur dann sein, wenn er aufgrund des Verhaltens des FG die R&uuml;ge f&uuml;r entbehrlich halten durfte (vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Oktober 2015 IX&nbsp;B&nbsp;92\/15, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht, juris, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die durch einen Rechtsanwalt fachkundig vertretenen Kl&auml;ger haben in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG weder einen Beweisantrag auf Vernehmung der Zeugin gestellt noch die Verletzung einer von Amts wegen &#8211;auch ohne entsprechenden Beweisantrag&#8211; gebotenen Sachaufkl&auml;rung ger&uuml;gt. Dabei war die Frage der Selbstnutzung der Ferienwohnung im Klageverfahren bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung streitig. Zu dem in den Steuerakten enthaltenen Aktenvermerk der zust&auml;ndigen Sachbearbeiterin des Finanzamts hatten die Kl&auml;ger in ihrem Schriftsatz vom 22.&nbsp;Juni 2015 ausdr&uuml;cklich vorgetragen und in Gestalt einer Anh&ouml;rung des Kl&auml;gers bereits Beweis angeboten. Noch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung haben die Kl&auml;ger die inhaltliche Richtigkeit dieses Aktenvermerks ausdr&uuml;cklich bestritten. Als fachkundig vertretene Beteiligte mussten die Kl&auml;ger daher in Betracht ziehen, dass das FG diesen Aktenvermerk w&uuml;rdigen und in seine Entscheidung einbeziehen wird und ihren Vortrag &#8211;z.B. durch das Stellen eines Beweisantrags zwecks Vernehmung der Zeugin&#8211; darauf einrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.1.2016, IX B 106\/15 Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 29. Juni 2015&nbsp;&nbsp;3 K 1829\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. 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