{"id":65911,"date":"2016-03-09T11:27:15","date_gmt":"2016-03-09T09:27:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65911"},"modified":"2016-03-09T11:27:15","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:15","slug":"iii-r-36-14-einkommensbesteuerung-alleinerziehender-wenn-der-andere-elternteil-keinen-barunterhalt-leistet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-36-14-einkommensbesteuerung-alleinerziehender-wenn-der-andere-elternteil-keinen-barunterhalt-leistet\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;36\/14 &#8211; Einkommensbesteuerung Alleinerziehender, wenn der andere Elternteil keinen Barunterhalt leistet"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.9.2015, III R 36\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Einkommensbesteuerung Alleinerziehender, wenn der andere Elternteil keinen Barunterhalt leistet<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;4 K 81\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Einkommensbesteuerung Alleinerziehender.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die alleinstehende Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter zweier in den Jahren 2001 und 2002 geborener Kinder, die in ihrem Haushalt leben. Der Kindsvater leistet keinen Unterhalt. Die ihm f&uuml;r die Kinder zustehenden Freibetr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr 2011 geltenden Fassung (EStG) wurden auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen. Die Kl&auml;gerin erzielt Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Durch Einkommensteuerbescheid vom 12.&nbsp;November 2013 wurde sie vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r das Streitjahr zur Einkommensteuer veranlagt. Die Steuer wurde unter Anwendung des Grundtarifs und unter Gew&auml;hrung des Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem dagegen eingelegten Einspruch begehrte die Kl&auml;gerin die Anwendung des Splittingtarifs. Nachdem das FA die Steuerfestsetzung durch Bescheid vom 10.&nbsp;Februar 2014 aus nicht streitbefangenen Gr&uuml;nden ge&auml;ndert hatte, setzte es die Steuer durch Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2014 aus ebenfalls nicht streitbefangenen Gr&uuml;nden herab. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die daraufhin erhobene Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) entschied, die Besteuerung alleinerziehender Elternteile nach dem Grundtarif entspreche dem Gesetz und sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Kl&auml;gerin habe keinen Anspruch auf einen zus&auml;tzlichen Freibetrag. Dass der Kindsvater keinen Barunterhalt leiste, f&uuml;hre zu keiner anderen Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, das angefochtene Urteil versto&szlig;e gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) und den Schutz der Familie (Art.&nbsp;6 GG), der auch alleinerziehende Eltern und ihre Kinder erfasse. Zwar k&ouml;nne sie keine Besteuerung nach dem Splittingtarif verlangen. Zur Vermeidung einer unzul&auml;ssigen Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber Alleinerziehenden, deren Kinder vom anderen Elternteil vollen Barunterhalt bez&ouml;gen, m&uuml;sse ihr aber entweder ein zus&auml;tzlicher bzw. h&ouml;herer Entlastungsbetrag nach &sect;&nbsp;24b EStG oder ein Sonderausgabenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 bzw. &sect;&nbsp;33a EStG in H&ouml;he des Differenzbetrags zwischen dem tats&auml;chlich erhaltenen Barunterhalt und dem Mindestunterhalt gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 14.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;81\/14 aufzuheben und unter &Auml;nderung des Bescheids vom 10.&nbsp;Februar 2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2014 die Einkommensteuer 2011 auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise, sie als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des FA ist die Revision bereits unzul&auml;ssig, da sich die Revisionsbegr&uuml;ndung nicht substantiiert mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des Bundesfinanzhofs (BFH) auseinandersetze. Jedenfalls habe das FG das einfachgesetzliche Recht zutreffend angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig, insbesondere auch ordnungsgem&auml;&szlig; begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Revisionsbegr&uuml;ndung muss die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde enthalten, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO). Dies erfordert, dass die erhobene R&uuml;ge eindeutig erkennen l&auml;sst, welche Norm des Bundesrechts der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Ferner muss der Revisionskl&auml;ger die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art angeben, die nach seiner Auffassung das erstinstanzliche Urteil als unrichtig erscheinen lassen. Denn er ist gehalten, Inhalt, Umfang und Zweck des Revisionsangriffs von vornherein klarzustellen. Demgem&auml;&szlig; muss sich der Revisionskl&auml;ger mit den tragenden Gr&uuml;nden des finanzgerichtlichen Urteils auseinandersetzen und darlegen, weshalb er diese f&uuml;r unrichtig h&auml;lt (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt etwa BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2014 IV&nbsp;R&nbsp;29\/14, BFHE 247, 449, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen wird die Revisionsbegr&uuml;ndung gerecht. Sie l&auml;sst erkennen, dass die Kl&auml;gerin sich mit den Erw&auml;gungen des angefochtenen Urteils und der dort zitierten Rechtsprechung des BVerfG und des BFH auseinandergesetzt hat und aus welchen Gr&uuml;nden sie eine Herabsetzung der Einkommensteuer begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hat keinen Anspruch auf einen h&ouml;heren Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FA hat den Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende (&sect;&nbsp;24b EStG) zutreffend angesetzt. Im Streitjahr 2011 sah &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG einen Betrag in H&ouml;he von 1.308&nbsp;EUR vor. Dieser wurde der Kl&auml;gerin in vollem Umfang gew&auml;hrt, wie sich aus der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2014 ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die H&ouml;he des Entlastungsbetrags begegnet auch keinen verfassungsrechtlichen Zweifeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des Senats ist &sect;&nbsp;24b EStG eine verfassungsrechtlich nicht gebotene Beg&uuml;nstigung und damit eine Sozialzwecknorm (Senatsurteile vom 19.&nbsp;Oktober 2006 III&nbsp;R&nbsp;4\/05, BFHE 215, 217, BStBl II 2007, 637, unter II.2.c&nbsp;cc; vom 25.&nbsp;Oktober 2007 III&nbsp;R&nbsp;104\/06, BFH\/NV 2008, 545, unter II.2.). Das BVerfG hat diese Rechtsprechung nicht beanstandet. Es hat offen gelassen, ob &sect;&nbsp;24b EStG einer tats&auml;chlichen Mehrbelastung Rechnung tr&auml;gt oder allein der sozialen F&ouml;rderung dient. Selbst f&uuml;r den Fall, dass eine solche die wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit mindernde Mehrbelastung tats&auml;chlich bestehen sollte, r&auml;umt es dem Gesetzgeber bei der Festlegung der H&ouml;he dieses Entlastungsbetrags einen Einsch&auml;tzungsspielraum ein (BVerfG-Beschluss vom 22.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;310\/07, BStBl II 2009, 884, unter II.2.a&nbsp;bb; s. auch Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Oktober 2012 III&nbsp;B&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2013, 362, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Anspruch auf einen h&ouml;heren Entlastungsbetrag kann insbesondere nicht daraus abgeleitet werden, dass der andere Elternteil seiner Barunterhaltsverpflichtung nicht nachkommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das GG gebietet, das Existenzminimum des Steuerpflichtigen und seiner unterhaltsberechtigten Familie steuerlich zu verschonen (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;Mai 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;20\/84,&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;26\/84, 1&nbsp;BvL&nbsp;4\/86, BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653, unter C.III.2. und 3.a; vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;7\/00, BVerfGE 112, 268, unter C.I.3.; vom 27.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2122\/09, BFH\/NV 2010, 1994, unter II.1.; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2013, 362, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Grundkonzeption f&uuml;r die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der dem Steuerpflichtigen durch seine Kinder entstehenden finanziellen Belastung ergibt sich aus &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;1 EStG. Danach wird die steuerliche Freistellung eines Einkommensbetrags in H&ouml;he des Existenzminimums eines Kindes einschlie&szlig;lich der Bedarfe f&uuml;r Betreuung und Erziehung oder Ausbildung entweder durch die Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG oder durch Kindergeld nach Abschnitt&nbsp;X des EStG bewirkt. Soweit das Kindergeld daf&uuml;r nicht erforderlich ist, dient es der F&ouml;rderung der Familie (&sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;2 EStG). Das Gesetz unterscheidet dabei nicht danach, ob die Eltern des Kindes in einem gemeinsamen Haushalt leben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ber&uuml;cksichtigt hat der Gesetzgeber dabei auch die Fallkonstellation, dass bei Elternpaaren, welche die Voraussetzungen f&uuml;r die Wahl der Zusammenveranlagung (&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) nicht erf&uuml;llen, einer der Elternteile seiner Unterhaltspflicht nicht im Wesentlichen nachkommt. Insoweit sieht &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;6 Halbsatz&nbsp;1 EStG vor, dass auf entsprechenden Antrag der dem anderen Elternteil zustehende Kinderfreibetrag auf den Elternteil &uuml;bertragen wird, der seiner Unterhaltspflicht im Wesentlichen nachkommt. Unabh&auml;ngig von der Erf&uuml;llung der Unterhaltspflicht kann zudem bei minderj&auml;hrigen Kindern der dem anderen Elternteil zustehende Freibetrag f&uuml;r den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf den alleinerziehenden Elternteil &uuml;bertragen werden (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;6 Halbsatz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Die Gew&auml;hrung des Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende steht demgegen&uuml;ber nicht im Zusammenhang mit der Erf&uuml;llung von Unterhaltspflichten, sondern soll eine Kompensation daf&uuml;r schaffen, dass Alleinerziehende keine Synergieeffekte aus der gemeinsamen Haushaltsf&uuml;hrung mit einer anderen erwachsenen Person erzielen k&ouml;nnen (Senatsurteil in BFH\/NV 2008, 545, unter II.2.; vgl. BTDrucks 15\/1751, S.&nbsp;6; Bl&uuml;mich\/Selder, &sect;&nbsp;24b EStG Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Im Streitfall wurden bei der Besteuerung der Kl&auml;gerin sowohl die auf sie entfallenden Kinderfreibetr&auml;ge und Freibetr&auml;ge f&uuml;r den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf als auch die vom Kindsvater &uuml;bertragenen Kinderfreibetr&auml;ge und Freibetr&auml;ge f&uuml;r den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf ber&uuml;cksichtigt. Der Grundfreibetrag f&uuml;r die Kl&auml;gerin und die Freibetr&auml;ge f&uuml;r die Kinder sind zusammen h&ouml;her als die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin. Dadurch w&auml;re das Einkommen der Kl&auml;gerin vollumf&auml;nglich von Einkommensteuer freigestellt, also insbesondere auch, soweit es der Deckung ihres eigenen Existenzminimums und des von ihr bestrittenen Existenzminimums ihrer Kinder diente.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einkommensteuer entstand im Streitfall nur, weil die Zahlung von Kindergeld f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstiger war als der Ansatz der f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung der Kinder vorgesehenen Freibetr&auml;ge (vgl. &sect;&nbsp;31 S&auml;tze&nbsp;2 und 4 EStG). Die Kl&auml;gerin hat insofern mehr und nicht weniger als das verfassungsrechtlich gebotene Minimum an einkommensteuerrechtlicher Entlastung erhalten. Die Zahlung von Kindergeld bei gleichzeitigem Ansatz von Freibetr&auml;gen f&uuml;r das gleiche Kind kann nicht verlangt werden. Eine mehrfache Freistellung des Existenzminimums ist nicht geboten (BVerfG-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1994, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Unterhaltsleistungen der Kl&auml;gerin an ihre Kinder k&ouml;nnen nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33a EStG abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG k&ouml;nnen zwar Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person bis zu einer bestimmten H&ouml;he vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. Voraussetzung hierf&uuml;r ist aber unter anderem, dass weder der Steuerpflichtige noch eine andere Person Anspruch auf einen Freibetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG oder auf Kindergeld f&uuml;r die unterhaltene Person hat (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG). Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt eines Kindes des Steuerpflichtigen sind daher insbesondere dann nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG abzugsf&auml;hig, wenn das Kind wegen &Uuml;berschreitens der Altersgrenze nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG nicht mehr f&uuml;r einen Kinderfreibetrag oder f&uuml;r das Kindergeld ber&uuml;cksichtigt wird, sich aber weiterhin in Ausbildung befindet (vgl. Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;R&nbsp;35\/09, BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wurde der Abzug demnach zu Recht versagt, da die Kl&auml;gerin Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ihre Kinder hatte. Dies ist auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, da eine mehrfache Freistellung des Existenzminimums nicht geboten ist (BVerfG-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1994, unter II.1.) und verfassungsrechtlich keine Verpflichtung besteht, Unterhaltsleistungen &uuml;ber das Existenzminimum hinaus steuerrechtlich in voller H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653, unter C.III.3.d; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2013, 362, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein zus&auml;tzlicher Ausbildungsfreibetrag nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;2 EStG scheidet bereits mangels Vollj&auml;hrigkeit und mangels ausw&auml;rtiger Unterbringung der Kinder aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kl&auml;gerin hat auch weder im Hinblick auf die Unterhaltsleistungen an ihre Kinder noch im Hinblick auf ihre Stellung als Alleinerziehende Anspruch auf einen Abzug au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung), so wird nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG auf Antrag die Einkommensteuer dadurch erm&auml;&szlig;igt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung &uuml;bersteigt, vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschrift will F&auml;llen Rechnung tragen, in denen das Existenzminimum h&ouml;her liegt als im Normalfall (Senatsurteile vom 19.&nbsp;Mai 1995 III&nbsp;R&nbsp;12\/92, BFHE 178, 207, BStBl II 1995, 774, unter 2.a; vom 21.&nbsp;Juni 2007 III&nbsp;R&nbsp;48\/04, BFHE 218, 270, BStBl II 2007, 880, unter II.1.a). Aufwendungen im Sinne der Vorschrift sind bewusste und gewollte Verm&ouml;gensverwendungen (Senatsurteil in BFHE 178, 207, BStBl II 1995, 774, unter 1.; Senatsbeschluss vom 19.&nbsp;Juni 2006 III&nbsp;B&nbsp;37\/05, BFH\/NV 2006, 2057, unter II.2.b). Die Aufwendungen sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH au&szlig;ergew&ouml;hnlich, wenn sie nicht nur ihrer H&ouml;he, sondern auch ihrer Art und dem Grunde nach au&szlig;erhalb des &Uuml;blichen liegen. Die typischen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung sind dagegen ungeachtet ihrer H&ouml;he im Einzelfall aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen. Sie werden durch den Grundfreibetrag (&sect;&nbsp;32a EStG) ber&uuml;cksichtigt. Familienbedingte Aufwendungen sind ab 1996 durch die Regelungen des Familienleistungsausgleichs (Kinderfreibetrag oder Kindergeld) abgegolten (Senatsurteil vom 27.&nbsp;September 2007 III&nbsp;R&nbsp;28\/05, BFHE 219, 119, BStBl II 2008, 287, unter B.II.1.b; BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Mai 2012 VI&nbsp;B&nbsp;111\/11, BFH\/NV 2012, 1434, Rz&nbsp;4, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach kann die Kl&auml;gerin weder wegen der Unterhaltsleistungen an ihre Kinder noch wegen ihrer besonderen Belastungssituation als Alleinerziehende einen Anspruch auf Abzug au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG herleiten. Bei den Unterhaltsleistungen handelt es sich schon nicht um au&szlig;ergew&ouml;hnliche Aufwendungen, zudem sind sie bereits durch das der Kl&auml;gerin gew&auml;hrte Kindergeld ber&uuml;cksichtigt. Die besondere Belastungssituation Alleinerziehender wird durch den Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende (&sect;&nbsp;24b EStG) abgegolten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch im &Uuml;brigen l&auml;sst sich eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung der Kl&auml;gerin nicht erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG gebietet, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Er gilt f&uuml;r ungleiche Belastungen und ungleiche Beg&uuml;nstigungen (BVerfG-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;21\/12, BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;121; BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2014 II&nbsp;R&nbsp;25\/14, BFHE 248, 207, BStBl II 2015, 343, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Insoweit verst&ouml;&szlig;t es nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG, dass eigenes Einkommen eines alleinerziehenden Elternteils auch insoweit steuerpflichtig ist, als es f&uuml;r den Unterhalt der Kinder eingesetzt wird, Unterhaltsleistungen des anderen Elternteils an die Kinder hingegen nicht steuerbar sind. Nach der einfachgesetzlichen Systematik des Einkommensteuerrechts muss n&auml;mlich unterschieden werden zwischen der Besteuerung desjenigen, der Erwerbseinkommen erwirtschaftet, um daraus Unterhaltsleistungen zu erbringen, und der Besteuerung desjenigen, der die Unterhaltsleistungen erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Da das Erzielen von Eink&uuml;nften nach &sect;&nbsp;2 EStG ein erwerbswirtschaftliches Verhalten voraussetzt (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFHE 237, 197, BStBl II 2012, 581, Rz&nbsp;29; Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., Einleitung Rz&nbsp;12), kn&uuml;pft die Steuerpflicht an die Person an, die den Tatbestand der jeweiligen Einkunftsart verwirklicht. Erwirtschaftet der Kindsvater die Eink&uuml;nfte, aus denen der Unterhalt bestritten wird, setzt die Einkommensbesteuerung bei dessen Eink&uuml;nften an, erwirtschaftet die Kindsmutter diese Eink&uuml;nfte, setzt die Einkommensbesteuerung bei deren Eink&uuml;nften an. Die Unterhaltszahlungen stellen einen Vorgang im Bereich der Einkommensverwendung dar. Insofern bestimmt &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;2 EStG, dass der Unterhaltsleistende diese Zuwendungen nicht abziehen darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Demgegen&uuml;ber sind die Unterhaltsleistungen beim Zuwendungsempf&auml;nger nicht steuerbar (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 EStG; vgl. auch BVerfG-Beschluss in BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653, unter C.III.3.d). Hierdurch soll eine doppelte steuerliche Belastung im Inland vermieden werden, die dann eintreten k&ouml;nnte, wenn die im allgemeinen aus dem steuerpflichtigen Einkommen zu entrichtenden Zuwendungen (Unterhaltsleistungen) beim Geber nicht abzugsf&auml;hig w&auml;ren, vom Empf&auml;nger hingegen voll versteuert werden m&uuml;ssten (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 1978 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/77, BFHE 126, 405, BStBl II 1979, 133, unter 2.b; Killat-Risthaus in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;22 EStG Rz&nbsp;232). Die erbrachten Unterhaltsleistungen unterfallen deshalb unabh&auml;ngig davon, ob sie vom Kindsvater oder der Kindsmutter erbracht werden, bei den Kindern nicht der Einkommensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.9.2015, III R 36\/14 Einkommensbesteuerung Alleinerziehender, wenn der andere Elternteil keinen Barunterhalt leistet Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;4 K 81\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Einkommensbesteuerung Alleinerziehender. 2&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-36-14-einkommensbesteuerung-alleinerziehender-wenn-der-andere-elternteil-keinen-barunterhalt-leistet\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;36\/14 &#8211; Einkommensbesteuerung Alleinerziehender, wenn der andere Elternteil keinen Barunterhalt leistet<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65911","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65911"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65911\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}