{"id":65912,"date":"2016-03-09T11:24:49","date_gmt":"2016-03-09T09:24:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65912"},"modified":"2016-03-09T11:24:49","modified_gmt":"2016-03-09T09:24:49","slug":"xi-r-21-13-zum-begriff-lieferung-im-umsatzsteuerrechtlichen-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-21-13-zum-begriff-lieferung-im-umsatzsteuerrechtlichen-sinne\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;21\/13 &#8211; Zum Begriff &quot;Lieferung&quot; im umsatzsteuerrechtlichen Sinne"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.9.2015, XI R 21\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Begriff &quot;Lieferung&quot; im umsatzsteuerrechtlichen Sinne<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26. Januar 2012&nbsp;&nbsp;14 K 2222\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) begehrt den Vorsteuerabzug aus dem Erwerb einer Photovoltaikanlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie war im Besteuerungszeitraum 2010 (Streitjahr) selbst&auml;ndig im Bereich Partyservice, Organisation und Dekoration von Festen t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;November 2010 bestellte die Kl&auml;gerin bei der &#8230; GmbH &#038; Co. KG (G) eine Photovoltaikanlage &#8211;bestehend aus Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion und erforderlichem Systemzubeh&ouml;r&#8211; zum Preis von 50.000&nbsp;EUR (netto). Die G hatte die Anlage zuvor in Bauteilen von der &#8230; AG mit Sitz in &#8230; (C) erworben. Nach Nr.&nbsp;1.4 der Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen (AGB) von G war dieser bekannt, dass die Kl&auml;gerin die Photovoltaikanlage an die C zu verpachten beabsichtigte. Au&szlig;erdem wies die Kl&auml;gerin die G an, die Anlage direkt an die C zu &uuml;bergeben (Nr.&nbsp;2.2 der AGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am 8.&nbsp;November 2010 bot die Kl&auml;gerin der C den Abschluss eines Pachtvertrags an, der durch Annahme seitens der C am 20.&nbsp;Dezember 2010 zu Stande kam. Als Gegenstand des Pachtvertrags wurde dabei nicht die &Uuml;berlassung der Photovoltaikanlage in betriebsbereitem Zustand, sondern die &Uuml;berlassung der Einzelteile vereinbart. Die C schuldete &#8211;beginnend ab Januar 2011&#8211; f&uuml;r die Dauer von 215 Monaten einen monatlichen Pachtzins in H&ouml;he von jeweils 541,67&nbsp;EUR (netto). Zudem war sie, die C, verpflichtet, die Anlage an einem geeigneten Standort in Deutschland, insbesondere auf einem Dach oder in einem Solarpark, zu errichten und w&auml;hrend der gesamten Dauer des Pachtverh&auml;ltnisses die Funktionsf&auml;higkeit der Photovoltaikanlage zu gew&auml;hrleisten, wozu insbesondere die Wartung, Reparatur und ggf. Erneuerung der Anlage z&auml;hlten. Die C war auch befugt, den Aufstellungsort der Anlage zu wechseln. Die Kl&auml;gerin musste die Photovoltaikanlage nach Ablauf der vereinbarten Pachtdauer der C oder einem von dieser benannten Dritten zu einem Kaufpreis von 10.833,40&nbsp;EUR (netto) anbieten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zur Installation lagerten die von der G an die Kl&auml;gerin verkauften Teile in einer von der C angemieteten Lagerhalle. Die Photovoltaikanlage wurde im Dezember 2010 von C auf einem Geb&auml;ude in &#8230; installiert, aber bis Januar 2012 nicht zur Stromerzeugung genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Dezember 2010 reichte die Kl&auml;gerin beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Umsatzsteuervoranmeldung f&uuml;r Dezember 2010 ein, in der sie Vorsteuern in H&ouml;he von 9.500&nbsp;EUR im Zusammenhang mit dem Erwerb der Photovoltaikanlage geltend machte. Da die Kl&auml;gerin zwar zwei Rechnungen der G vorlegte, nicht jedoch die vom FA angeforderten Nachweise &uuml;ber die Lieferung, insbesondere das Lieferdatum und den Standort, sowie zur Existenz bzw. Funktionst&uuml;chtigkeit der Photovoltaikanlage, lehnte das FA den Vorsteuerabzug mit Bescheid vom 3.&nbsp;Mai 2011 mit der Begr&uuml;ndung ab, dass bez&uuml;glich der Verpachtung der Photovoltaikanlage keine selbst&auml;ndige unternehmerische T&auml;tigkeit i.S. von &sect;&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) der Kl&auml;gerin vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit der Begr&uuml;ndung ab, es sei keine Lieferung an die Kl&auml;gerin erfolgt. Selbst wenn man &#8211;trotz vorhandener Zweifel&#8211; davon ausgehe, dass die G die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Photovoltaikanlage gehabt habe, sei der Kl&auml;gerin selbst jedenfalls keine Verf&uuml;gungsmacht an dieser Anlage einger&auml;umt worden. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1702 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA sch&auml;tzte mit unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehendem Bescheid vom 11.&nbsp;Dezember 2012 die Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr 2010 und setzte die Umsatzsteuer ohne Ber&uuml;cksichtigung des von der Kl&auml;gerin begehrten Vorsteuerabzugs auf 0&nbsp;EUR fest. Mit Bescheid vom 28.&nbsp;Oktober 2013 hob es den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die G habe die Photovoltaikanlage an sie geliefert. Sie, die Kl&auml;gerin, habe sowohl das zivilrechtliche Eigentum als auch das wirtschaftliche Eigentum an der tats&auml;chlich existenten Photovoltaikanlage erlangt. Ihrem Herausgabeanspruch komme auch wirtschaftliche Bedeutung zu, denn entweder werde ihr Eigentum &uuml;ber den Kaufpreis angemessen verg&uuml;tet oder sie erhalte die Photovoltaikanlage zur freien Verf&uuml;gung, falls die C das ihr zustehende Andienungsrecht nicht aus&uuml;be. Sie sei in ihrer Verf&uuml;gungsbefugnis nur aufgrund des von ihr freiwillig abgeschlossenen Pachtvertrags beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG darauf abstelle, eine Lieferung setze voraus, dass sie, die Kl&auml;gerin, in die Lage versetzt werden m&uuml;sse, unmittelbar auf die Anlage zuzugreifen, f&uuml;hre dies dazu, dass es in vielen F&auml;llen keine Reihengesch&auml;fte mehr gebe. Bei Reihengesch&auml;ften sei es h&auml;ufig so, dass die physische Lieferung erst erfolge, nachdem die Ware weiterverkauft oder &quot;verleast&quot; sei. Die Auffassung des FG f&uuml;hre dazu, dass in diesen F&auml;llen keine Lieferung vorliege. Im Gegensatz dazu ergebe sich insbesondere aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zu Reihengesch&auml;ften, dass ein unmittelbarer Zugriff auf den Gegenstand der Lieferung nicht erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid vom 28.&nbsp;Oktober 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2010 auf einen &quot;Negativbetrag&quot; von 9.500&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verweist auf die aus seiner Sicht zutreffenden Gr&uuml;nde des FG-Urteils. Trotz Eigentums&uuml;bertragung im zivilrechtlichen Sinne fehle es an der Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht, wenn die Herrschaftsmacht an der Sache nicht mit dem Willen &uuml;bertragen werde, die Sachsubstanz als solche endg&uuml;ltig dem Abnehmer zuzuwenden. Die zeitliche und sachliche Verkn&uuml;pfung zwischen Kaufvertrag und Pachtvertrag lasse darauf schlie&szlig;en, dass die Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht an die Kl&auml;gerin nicht ernsthaft gewollt gewesen sei. Die Anlagekomponenten h&auml;tten den tats&auml;chlichen Herrschaftsbereich der P&auml;chterin (C) nie verlassen. Einziger Zweck der zivilrechtlichen Eigentums&uuml;bertragung sei es gewesen, der Kl&auml;gerin eine Sicherheit f&uuml;r ihre Pachtanspr&uuml;che einzur&auml;umen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass eine Lieferung im umsatzsteuerrechtlichen Sinne eine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit des Erwerbers auf den Liefergegenstand voraussetzt. Die tats&auml;chlichen Feststellungen tragen nicht die vom FG vorgenommene W&uuml;rdigung, der wirtschaftliche Gehalt der Vereinbarungen in Kauf- und Pachtvertrag habe in der Finanzierung des Erwerbs der Photovoltaikanlage und in der Sicherung der Kl&auml;gerin durch die &Uuml;bertragung des zivilrechtlichen Eigentums bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, weil ihr ein nicht mehr wirksamer Verwaltungsakt zugrunde liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangene Bescheid &uuml;ber die Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung vom 28.&nbsp;Oktober 2013, der einer Steuerfestsetzung ohne Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichsteht (&sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;), ist zum Gegenstand des Verfahrens geworden, denn er ersetzt nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO den zuvor ergangenen Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2010 vom 11.&nbsp;Dezember 2012, der seinerseits an die Stelle des angefochtenen Vorauszahlungsbescheides f&uuml;r Dezember 2010 vom 3.&nbsp;Mai 2011 getreten ist und &uuml;ber den das FG entschieden hat (vgl. dazu z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;November 2005 V&nbsp;R&nbsp;63\/02, BFHE 212, 161, BStBl II 2006, 337, unter II.1., Rz&nbsp;17; vom 5.&nbsp;Juni 2014 XI&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFHE 245, 465, BFH\/NV 2014, 1692, Rz&nbsp;27). Damit liegt dem FG-Urteil ein in seiner Wirkung suspendierter Bescheid zugrunde mit der Folge, dass auch das FG-Urteil insoweit keinen Bestand haben kann (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2014 XI&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 248, 367, BFH\/NV 2015, 451, Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Lieferungen sind nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG Leistungen, durch die ein Unternehmer oder in seinem Auftrag ein Dritter den Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef&auml;higt, im eigenen Namen &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen (Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht). Diese Bestimmung setzt Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (vormals Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern) in nationales Recht um.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der unionsrechtliche Begriff &quot;Lieferung von Gegenst&auml;nden&quot; bezieht sich nicht auf die Eigentums&uuml;bertragung in den durch das anwendbare nationale Recht vorgesehenen Formen. Er umfasst vielmehr jede &Uuml;bertragung eines k&ouml;rperlichen Gegenstands durch eine Partei, die die andere Partei erm&auml;chtigt, &uuml;ber diesen Gegenstand faktisch so zu verf&uuml;gen, als w&auml;re sie sein Eigent&uuml;mer (st&auml;ndige Rechtsprechung des EuGH, vgl. z.B. EuGH-Urteile Shipping and Forwarding Enterprise Safe vom 8.&nbsp;Februar 1990 C-320\/88, EU:C:1990:61, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 1991, 289, Rz&nbsp;7&nbsp;f.; Auto Lease Holland vom 6.&nbsp;Februar 2003 C-185\/01, EU:C:2003:73, UR 2003, 137, Rz&nbsp;32; Eon Aset Menidjmunt vom 16.&nbsp;Februar 2012 C-118\/11, EU:C:2012:97, UR 2012, 230, Rz&nbsp;39; NLB Leasing vom 2.&nbsp;Juli 2015 C-209\/14, EU:C:2015:440, Mehrwertsteuerrecht &#8211;MwStR&#8211; 2015, 636, Rz&nbsp;29, m.w.N.). Der BFH umschreibt diesen Vorgang seit jeher und ebenfalls in st&auml;ndiger Rechtsprechung als &Uuml;bertragung von Substanz, Wert und Ertrag, ohne damit inhaltlich von der Rechtsprechung des EuGH abzuweichen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/14, BFHE 249, 343, BFH\/NV 2015, 772, Rz&nbsp;66, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine &Uuml;bertragung der Befugnis, wie ein Eigent&uuml;mer &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen, kann z.B. dann vorliegen, wenn der dem zivilrechtlichen Eigent&uuml;mer zustehende Herausgabeanspruch wertlos ist oder der Eigent&uuml;mer den wirtschaftlichen Gehalt des Gegenstands dem Abnehmer auf sonstige Weise zuwendet. Dem Herausgabeanspruch des Eigent&uuml;mers kommt dabei z.B. dann keine wirtschaftliche Bedeutung mehr zu, wenn der Nutzungsberechtigte nach dem Nutzungsvertrag verlangen kann, dass ihm das zur Nutzung &uuml;berlassene Wirtschaftsgut unentgeltlich oder zu einem geringen Entgelt &uuml;bertragen wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;April 2008 XI&nbsp;R&nbsp;56\/06, BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909, unter II.2.a, Rz&nbsp;26, m.w.N.; vom 24.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;R&nbsp;17\/13, BFHE 243, 456, BStBl II 2015, 513, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob die Verf&uuml;gungsmacht in diesem Sinne &uuml;bertragen wird, richtet sich nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse des Einzelfalls, d.h. den konkreten vertraglichen Vereinbarungen und deren tats&auml;chlicher Durchf&uuml;hrung unter Ber&uuml;cksichtigung der Interessenlage der Beteiligten (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Februar 2006 V&nbsp;R&nbsp;22\/03, BFHE 213, 83, BStBl II 2006, 727, unter II.1.b&nbsp;aa, Rz&nbsp;20; in BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909, unter II.2.a, Rz&nbsp;27). Dies ist vom nationalen Gericht festzustellen (vgl. z.B. EuGH-Urteile Shipping and Forwarding Enterprise Safe, EU:C:1990:61, UR 1991, 289, Rz&nbsp;13; Centralan Property vom 15.&nbsp;Dezember 2005 C-63\/04, EU:C:2005:773, UR 2006, 418, Rz&nbsp;63; Evita-K vom 18.&nbsp;Juli 2013 C-78\/12, EU:C:2013:486, UR 2014, 475, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Rechtsansicht des FG ergibt sich aus diesen Grunds&auml;tzen nicht, dass eine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit notwendige Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen einer Lieferung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bereits der Gesetzeswortlaut von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG sieht vor, das der liefernde Unternehmer &quot;den Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef&auml;higt, im eigenen Namen &uuml;ber einen Gegenstand zu verf&uuml;gen&quot;. Diese Bestimmung sieht damit vor, dass eine Lieferung durch eine direkte Auslieferung an einen Dritten (z.B. Zweiterwerber) bewirkt werden kann (vgl. Martin in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;3 UStG Rz&nbsp;158). In diesem Fall hat der Abnehmer selbst keine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit auf den Liefergegenstand. Aus der Aussage, dass es f&uuml;r eine umsatzsteuerrechtliche Verf&uuml;gung &quot;gen&uuml;gt&quot;, tats&auml;chlich auf den Liefergegenstand einzuwirken (vgl. Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;653), ergibt sich &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nicht, dass ein &quot;tats&auml;chliches Einwirken auf den Gegenstand&quot; notwendige Voraussetzung f&uuml;r eine Lieferung w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass eine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit des Erwerbers bestehen m&uuml;sste, ergibt sich auch nicht aus der Rechtsprechung von EuGH oder BFH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Gegenteil geht der EuGH z.B. im Urteil VSTR vom 27.&nbsp;September 2012 C-587\/10 (EU:C:2012:592, UR 2012, 832) zur Zuordnung der steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung davon aus, dass es Vorg&auml;nge gibt, bei denen in Bezug auf denselben Liefergegenstand zwei aufeinanderfolgende Lieferungen, aber nur eine innergemeinschaftliche Bef&ouml;rderung durchgef&uuml;hrt wurden (Rz&nbsp;31, sog. Reihengesch&auml;ft). Gelangt der Liefergegenstand bei einem Reihengesch&auml;ft unmittelbar vom ersten Lieferer an den letzten Abnehmer und holt der letzte Abnehmer die Ware beim ersten Lieferer ab, so erlangt der erste Abnehmer grunds&auml;tzlich zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit auf den Liefergegenstand, obwohl zwei Lieferungen vorliegen (vgl. zu einem solchen Sachverhalt z.B. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;30\/13, BFHE 249, 336, BFH\/NV 2015, 769).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Lieferung kann auch dadurch bewirkt werden, dass der Liefergegenstand in Vollzug einer auf Eigentums&uuml;bertragung gerichteten Vereinbarung durch Einr&auml;umung mittelbaren Besitzes &uuml;bergeben wird (vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2011 V&nbsp;R&nbsp;43\/10, BFHE 235, 501, BStBl II 2014, 203, Rz&nbsp;18). Auch in diesem Fall hat der Erwerber keine unmittelbare Zugriffsm&ouml;glichkeit auf den gelieferten Gegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem EuGH-Urteil Fast Bunkering Klaip&egrave;da vom 3.&nbsp;September 2015 C-526\/13 (EU:C:2015:536, UR 2015, 785).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Die vom FG bislang getroffenen Feststellungen tragen dessen W&uuml;rdigung nicht, dass der wirtschaftliche Gehalt der getroffenen Vereinbarungen in Kauf- und Pachtvertrag in der Finanzierung des Erwerbs der Photovoltaikanlage und dar&uuml;ber hinaus in der Sicherung der Kl&auml;gerin durch das zivilrechtliche Eigentum an dieser Anlage bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Um die Leistung der Kl&auml;gerin als reine Finanzierungsleistung mit Sicherung durch das zivilrechtliche Eigentum anzusehen, h&auml;tte das FG feststellen m&uuml;ssen, ob die C ihre Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Photovoltaikanlage &#8211;trotz der zwischenzeitlichen Ver&auml;u&szlig;erung nacheinander an die G und die Kl&auml;gerin sowie die anschlie&szlig;ende (R&uuml;ck-)Verpachtung an die C&#8211; zu keinem Zeitpunkt verloren hat. Dies hat das FG jedoch (ausdr&uuml;cklich) offengelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sofern die G die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Photovoltaikanlage erlangt hat, so ist die vom FG vorgenommene umsatzsteuerrechtliche W&uuml;rdigung der Leistung der Kl&auml;gerin als Finanzierungsleistung mit Sicherung durch das zivilrechtliche Eigentum nur m&ouml;glich, wenn &#8211;was das FG nicht (positiv) festgestellt hat&#8211; die G entgegen der vertraglichen Vereinbarungen die Verf&uuml;gungsmacht wieder an die C (zur&uuml;ck) &uuml;bertragen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ergibt sich regelm&auml;&szlig;ig aus den abgeschlossenen zivilrechtlichen Vereinbarungen, wer bei einem Umsatz als Leistender bzw. als Leistungsempf&auml;nger anzusehen ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;April 2013 XI&nbsp;R&nbsp;7\/11, BFHE 241, 459, BStBl II 2013, 648, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Dem entspricht die Rechtsprechung des EuGH, wonach die einschl&auml;gigen Vertragsbedingungen bei der Feststellung der Leistungsbeziehungen zu ber&uuml;cksichtigen sind, da die vertragliche Situation normalerweise die wirtschaftliche und gesch&auml;ftliche Realit&auml;t der Transaktionen widerspiegelt (EuGH-Urteil Newey vom 20.&nbsp;Juni 2013 C-653\/11, EU:C:2013:409, MwStR 2013, 373, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine von den &quot;vertraglichen Vereinbarungen&quot; abweichende Bestimmung des Leistenden kommt lediglich bei Vorliegen besonderer Umst&auml;nde in Betracht (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2006 V&nbsp;R&nbsp;9\/03, BFHE 213, 144, BStBl II 2006, 933, unter II.2.a, Rz&nbsp;16). Der EuGH hat hierzu entschieden, dass sich herausstellen kann, &quot;dass einige Vertragsbestimmungen gelegentlich die wirtschaftliche und gesch&auml;ftliche Realit&auml;t der Transaktionen nicht vollst&auml;ndig widerspiegeln&quot;, was insbesondere der Fall sein kann, wenn die betreffenden Vertragsbestimmungen eine missbr&auml;uchliche Gestaltung darstellen (EuGH-Urteil Newey, EU:C:2013:409, MwStR 2013, 373, Rz&nbsp;44&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wann eine missbr&auml;uchliche Gestaltung vorliegt, regelt im nationalen Recht &sect;&nbsp;42 AO. Diese Bestimmung ist im Umsatzsteuerrecht anwendbar. Unionsrechtlich sind nach dem Grundsatz des Verbots des Rechtsmissbrauchs rein k&uuml;nstliche, jeder wirtschaftlichen Realit&auml;t bare Gestaltungen, die allein zu dem Zweck erfolgen, einen Steuervorteil zu erlangen, verboten. Davon kann ausgegangen werden, wenn zum einen die fraglichen Ums&auml;tze trotz formaler Anwendung der Voraussetzungen der einschl&auml;gigen Bestimmungen des Unionsrechts und des zu ihrer Umsetzung ergangenen nationalen Rechts zur Erlangung eines Steuervorteils f&uuml;hren, dessen Gew&auml;hrung dem mit diesen Bestimmungen verfolgten Ziel zuwiderliefe, und zum anderen aufgrund einer Reihe objektiver Anhaltspunkte ersichtlich ist, dass mit den fraglichen Ums&auml;tzen im Wesentlichen ein Steuervorteil bezweckt wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;April 2013 V&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFH\/NV 2013, 1638, Rz&nbsp;28; vom 16.&nbsp;Juni 2015 XI&nbsp;R&nbsp;17\/13, BFHE 250, 470, BFH\/NV 2015, 1655, Rz&nbsp;36, m.w.N. aus der Rechtsprechung des EuGH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegt eine solche missbr&auml;uchliche Praxis vor, so sind die Vertragsbestimmungen in der Weise neu zu definieren, dass auf die Lage abgestellt wird, die ohne die diese missbr&auml;uchliche Praxis darstellenden Transaktionen bestanden h&auml;tte (EuGH-Urteil Newey, EU:C:2013:409, MwStR 2013, 373, Rz&nbsp;50, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat, ausgehend von seiner Rechtauffassung, hierzu bislang keine Feststellungen getroffen. Es wird diese im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG wird auch zu pr&uuml;fen haben, ob die Leistung der Kl&auml;gerin ein sog. Finanzierungsleasing darstellt (vgl. EuGH-Urteile NLB Leasing, EU:C:2015:440, MwStR 2015, 636, Rz&nbsp;28, 30; Eon Aset Menidjmunt, EU:C:2012:97, UR 2012, 230, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.9.2015, XI R 21\/13 Zum Begriff &quot;Lieferung&quot; im umsatzsteuerrechtlichen Sinne Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26. Januar 2012&nbsp;&nbsp;14 K 2222\/11 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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