{"id":65914,"date":"2016-03-09T11:27:35","date_gmt":"2016-03-09T09:27:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65914"},"modified":"2016-03-09T11:27:35","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:35","slug":"viii-r-59-13-zur-inhaltlichen-bestimmtheit-eines-steuerbescheides-im-erbfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-59-13-zur-inhaltlichen-bestimmtheit-eines-steuerbescheides-im-erbfall\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;59\/13 &#8211; Zur inhaltlichen Bestimmtheit eines Steuerbescheides im Erbfall"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, VIII R 59\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur inhaltlichen Bestimmtheit eines Steuerbescheides im Erbfall<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 19. April 2013&nbsp;&nbsp;14 K 3020\/10 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erfolgte Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2005 nichtig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Steuerberater und Erbe des am 6.&nbsp;April 2006 verstorbenen J.H. Ausweislich des Erbscheins vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2007 wurde J.H. von G.P., B.S. und N.P. zu jeweils 1\/9 sowie von F.T. und dem Kl&auml;ger zu jeweils 1\/3 beerbt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; am 27.&nbsp;M&auml;rz 2007 einen auf einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen beruhenden, unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid 2005, den er an &quot;Herrn RA C. &#8230; als Nachlasspfleger f&uuml;r Herrn J.H.&quot; bekannt gab. Der hiergegen gerichtete Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 27.&nbsp;Oktober 2008 reichte die Wirtschaftspr&uuml;fer- und Steuerberatersoziet&auml;t K GbR (nachfolgend: Soziet&auml;t K) eine Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr ein, in der die von dem verstorbenen J.H. erzielten Eink&uuml;nfte erkl&auml;rt wurden. Die Erkl&auml;rung ist lediglich mit einer Unterschrift versehen und enth&auml;lt die Anweisung, den zu erlassenden Steuerbescheid an die Soziet&auml;t K zu senden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Kl&auml;ger von der Einreichung der Steuererkl&auml;rungen erfahren hatte, wandte er sich mit Schreiben vom 17.&nbsp;November 2008 an das FA. Er erkl&auml;rte, erst nachtr&auml;glich erfahren zu haben, dass Einkommensteuererkl&auml;rungen eingereicht worden seien. Diese seien seines Erachtens mangels Unterschrift nichtig und zudem nicht vollst&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sodann setzte das FA die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr mit Bescheid vom 6.&nbsp;April 2009 auf 64.011&nbsp;EUR herab und hob den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf. Diesen Bescheid gab das FA an die Soziet&auml;t K bekannt. In dem an den Kl&auml;ger gerichteten Bescheid ist der Zusatz &quot;als Rechtsnachfolger f&uuml;r Herrn J.H., N-stra&szlig;e in H&quot; enthalten. Die einzelnen Mitglieder der Erbengemeinschaft sind nicht namentlich bezeichnet. Ein Hinweis auf eine Gesamtschuldnerschaft der Miterben sowie darauf, dass ein Bescheid gleichen Inhalts auch anderen Personen zugesandt wurde, ist ebenfalls nicht enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11.&nbsp;Mai 2009 ging beim FA ein Schreiben der Soziet&auml;t K ein, mit dem diese &quot;namens und im Auftrage der Rechtsnachfolger des verstorbenen Herrn J.H.&quot; Einspruch gegen den f&uuml;r das Streitjahr ergangenen Einkommensteuerbescheid einlegte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wandte sich mit Schreiben vom 7.&nbsp;Juli 2009 (Eingang 9.&nbsp;Juli 2009), dem er u.a. eine vom ihm unterzeichnete Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr beigef&uuml;gt hatte, an das FA und beanstandete, keine Antwort auf sein Schreiben vom 17.&nbsp;November 2008 erhalten zu haben. Hierauf teilte das FA dem Kl&auml;ger mit, dass am 6.&nbsp;April 2009 f&uuml;r das Streitjahr ein Einkommensteuerbescheid an ihn bekannt gegeben worden sei. Dem trat der Kl&auml;ger in seinem Schreiben vom 3.&nbsp;November 2009 entgegen. Er erkl&auml;rte, nicht durch das FA, sondern durch den Steuerberater der &uuml;brigen Erben am 29.&nbsp;Juni 2009 eine Fotokopie des an diese gerichteten Bescheides erhalten zu haben. Vom FA liege ihm lediglich eine Umbuchungsmitteilung vom 27.&nbsp;Mai 2009 vor. Er bat um erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;e Veranlagung und f&ouml;rmliche Zustellung des Bescheides.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 1.&nbsp;Februar 2010 erlie&szlig; das FA erneut einen &Auml;nderungsbescheid, in dem es die Einkommensteuer f&uuml;r 2005 auf 39.507&nbsp;EUR herabsetzte. Diesen Bescheid gab das FA an die Soziet&auml;t K und den Kl&auml;ger bekannt. In dem an den Kl&auml;ger bekannt gegebenen Bescheid ist dieser &quot;als Rechtsnachfolger des verstorbenen J.H., N-stra&szlig;e in H&quot; bezeichnet. Der Bescheid enth&auml;lt keinen Hinweis auf eine gesamtschuldnerische Haftung der Erben des J.H. sowie darauf, dass ein Bescheid gleichen Inhalts auch noch anderen Personen zugesandt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 legte der Kl&auml;ger am 16.&nbsp;Februar 2010 Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einer an s&auml;mtliche, namentlich benannte, Mitglieder der Erbengemeinschaft &quot;als Rechtsnachfolger f&uuml;r den verstorbenen J.H., N-stra&szlig;e in H&quot; gerichteten Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 setzte das FA die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr 2005 auf 31.810&nbsp;EUR herab, im &Uuml;brigen wies es den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Einspruchsentscheidung wurde sowohl an die Soziet&auml;t K als auch den Kl&auml;ger bekannt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob der Kl&auml;ger Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragte er auf Hinweis des Gerichtes, den an ihn bekannt gegebenen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 und die Einspruchsentscheidung aufzuheben, hilfsweise, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 vom 1.&nbsp;Februar 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 aufzuheben und die Steuer &#8211;nach Minderung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um 3.017&nbsp;EUR sowie Ber&uuml;cksichtigung im Einzelnen n&auml;her bezeichneter Aufwendungen&#8211; niedriger festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 238 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 19.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;3020\/10&nbsp;E dem Hauptantrag des Kl&auml;gers entsprechend den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 vom 1.&nbsp;Februar 2010 und die Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010, soweit sie an den Kl&auml;ger bekannt gegeben worden war, auf. Es war der Auffassung, der Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 sei nichtig, da die Bezeichnung des Kl&auml;gers als &quot;Rechtsnachfolger des verstorbenen J.H.&quot; eindeutig falsch sei. Der Kl&auml;ger sei weder Einzel- noch alleiniger Gesamtrechtsnachfolger gewesen. Zudem habe ein Hinweis auf die Haftung als Gesamtschuldner gefehlt. Der Kl&auml;ger sei daher unrichtigerweise als alleiniger Schuldner der festgesetzten Steuer bezeichnet worden. Das FG sah auch die Einspruchsentscheidung als rechtsfehlerhaft an. Diese habe den Mangel des Bescheides vom 1.&nbsp;Februar 2010 nicht heilen k&ouml;nnen. Zudem habe das FA das Schreiben des Kl&auml;gers vom 9.&nbsp;Juli 2009 f&auml;lschlicherweise als Einspruch gewertet und so &uuml;ber einen nicht eingelegten Einspruch des Kl&auml;gers entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts sowie die Verletzung von Verfahrensrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend auf die Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Entscheidung des FG, die an den Kl&auml;ger bekannt gegebene Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 und den an ihn bekannt gegebenen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 aufzuheben, ist rechtsfehlerhaft. Weder der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 noch die an den Kl&auml;ger bekannt gegebene Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 waren nichtig und aus diesem Grunde (isoliert) aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 war nicht wegen mangelnder Bestimmtheit des Inhaltsadressaten nichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Steuerbescheid muss inhaltlich hinreichend bestimmt sein (&sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Dazu muss er angeben, wer die Steuer schuldet (&sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO). L&auml;sst ein Bescheid den Schuldner nicht erkennen oder bezeichnet er ihn so ungenau, dass Verwechslungen nicht ausgeschlossen sind, kann er wegen inhaltlicher Unbestimmtheit nicht befolgt werden und ist unwirksam (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2005 III&nbsp;R&nbsp;8\/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287; vom 23.&nbsp;Februar 1995 VII&nbsp;R&nbsp;51\/94, BFH\/NV 1995, 862).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch ein Steuerbescheid, mit dem ein Erbe als Gesamtrechtsnachfolger f&uuml;r die Steuerschuld des vor Durchf&uuml;hrung der Einkommensteuerveranlagung verstorbenen Steuerpflichtigen in Anspruch genommen werden soll, muss angeben, wer die Steuer schuldet. Steuerschuldner in diesem Sinne ist in solchen F&auml;llen der Gesamtrechtsnachfolger (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 1984 IV&nbsp;R&nbsp;204-205\/82, BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784). Dieser ist (noch) hinreichend bezeichnet, wenn der Bescheid als Adressaten der Steuerfestsetzung den Rechtsvorg&auml;nger zu H&auml;nden des Rechtsnachfolgers als Erben ausweist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;M&auml;rz 1973 I&nbsp;R&nbsp;100\/71, BFHE 109, 123, BStBl II 1973, 544, und in BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wurde der Erblasser von mehreren Personen beerbt und sind diese deshalb Gesamtschuldner, so steht es dem FA frei, ob es s&auml;mtliche Miterben in einem nach &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;3 AO zusammengefassten Bescheid heranziehen will (vgl. BFH-Urteile in BFHE 109, 123, BStBl II 1973, 544, und in BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784). Gibt das FA einen Steuerbescheid im Wege der Einzelbekanntgabe bekannt, so ist nur der betreffende Erbe in der geschilderten Weise als Steuerschuldner zu bezeichnen. Denn nur ihm gegen&uuml;ber dient dieser Bescheid als Grundlage der Steuererhebung (&sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;1 AO). Ein Hinweis auf die Inanspruchnahme anderer Gesamtschuldner ist nicht erforderlich (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;November 1980 II&nbsp;R&nbsp;25\/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176, und in BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welchen Regelungsgehalt ein Verwaltungsakt hat, ist &uuml;ber den blo&szlig;en Wortlaut hinaus im Wege der Auslegung zu ermitteln (z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/05, BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Auslegung eines Verwaltungsakts ist der objektive Erkl&auml;rungsinhalt der Regelung, wie ihn der Empf&auml;nger nach den ihm bekannten Umst&auml;nden unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (z.B. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Juli 2011 II&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFHE 234, 474, BStBl II 2011, 906, sowie vom 15.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2010, 1830). Es kommt grunds&auml;tzlich nicht darauf an, was die Finanzbeh&ouml;rde erkl&auml;ren wollte oder wie ein au&szlig;enstehender Dritter den Verwaltungsakt auffassen konnte. Im Zweifel ist das den Betroffenen weniger belastende Auslegungsergebnis vorzuziehen, da er als Empf&auml;nger einer auslegungsbed&uuml;rftigen Willenserkl&auml;rung der Verwaltung durch etwaige Unklarheiten aus deren Sph&auml;re nicht benachteiligt werden darf (z.B. BFH-Urteil in BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Auslegung ist auch das Revisionsgericht befugt, wenn die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG hierzu ausreichen (z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;August 2005 II&nbsp;R&nbsp;16\/02, BFHE 210, 515, BStBl II 2006, 36). Eine Bindung an die Auslegung eines Bescheides durch das FG besteht nicht (z.B. BFH-Urteil in BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96). Vielmehr ist die Frage, welchen Inhalt ein Verwaltungsakt hat, vom Revisionsgericht in eigener Zust&auml;ndigkeit zu beantworten und ggf. zu korrigieren (BFH-Urteil in BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nicht nichtig, denn wer Inhaltsadressat und Schuldner der Steuer ist, ergibt sich mit hinreichender Deutlichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in dem Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 verwendete Bezeichnung des Kl&auml;gers als &quot;Rechtsnachfolger des verstorbenen J.H.&quot; ist nicht &#8211;wie das FG meint&#8211; eindeutig falsch, sondern zutreffend. Der Kl&auml;ger ist Rechtsnachfolger des verstorbenen J.H. Dass er als Erbe Gesamtrechtsnachfolger des J.H. geworden ist (vgl. &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs), &auml;ndert an der Richtigkeit der Bezeichnung &quot;Rechtsnachfolger&quot; nichts. Als Oberbegriff ist diese Bezeichnung m&ouml;glicherweise weniger pr&auml;zise als die Bezeichnung &quot;Gesamtrechtsnachfolger&quot;, sie ist jedoch nicht falsch, und zwar auch nicht unter Ber&uuml;cksichtigung des Umstandes, dass der Kl&auml;ger einer von mehreren Gesamtrechtsnachfolgern nach dem verstorbenen J.H. war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger konnte aus der Bezeichnung &quot;Rechtsnachfolger&quot; nach dem verstorbenen J.H. mit hinreichender Deutlichkeit entnehmen, dass er als Erbe f&uuml;r die Steuerverbindlichkeiten des J.H. herangezogen werden sollte (vgl. &sect;&nbsp;45 AO). Ein Hinweis auf die Inanspruchnahme der weiteren Erben &#8211;d.h. anderer Gesamtschuldner&#8211; war nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der an den Kl&auml;ger gerichtete Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 ist auch nicht deshalb unbestimmt, weil die &uuml;brigen Miterben nicht namentlich benannt waren. Denn ungeachtet dieses Umstandes ergab sich f&uuml;r den Kl&auml;ger &#8211;wie dargelegt&#8211; seine Steuerschuldnerschaft als Rechtsnachfolger des J.H. mit hinreichender Deutlichkeit aus dem Inhalt des Bescheides. Aus der vom FG zur Begr&uuml;ndung seiner Auffassung herangezogenen Entscheidung des BFH in BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287 folgt nichts anderes. Im Einzelfall kann ein an eine &#8211;namentlich nicht konkret bezeichnete&#8211; Erbengemeinschaft gerichteter Bescheid, der weder selbst noch durch Verweis auf den Beteiligten bekannte Unterlagen die Mitglieder der Erbengemeinschaft als Inhaltsadressaten erkennen l&auml;sst, inhaltlich nicht hinreichend bestimmt sein. Hieraus folgt indes nicht, dass der an den namentlich zutreffend benannten und als Rechtsnachfolger &#8211;des ebenfalls namentlich benannten J.H.&#8211; bezeichneten Kl&auml;ger gerichtete Bescheid nicht deshalb hinreichend bestimmt ist, weil er die Namen der Miterben nicht enthalten hat. Trotz dieses Umstandes war f&uuml;r den Kl&auml;ger ersichtlich, dass er als Rechtsnachfolger nach J.H. f&uuml;r dessen Steuern in Anspruch genommen werden sollte. Ihm waren zudem die &uuml;brigen Erben bekannt. Ebenso wusste er, dass die &uuml;brigen Miterben bez&uuml;glich der Veranlagung f&uuml;r das Streitjahr (ebenfalls) mit dem FA in Kontakt standen. Durch die ihm seit Juni 2009 vorliegende Kopie des an die Miterben gerichteten Bescheides vom 6.&nbsp;April 2009 war der Kl&auml;ger ebenfalls dar&uuml;ber unterrichtet, dass das FA die weiteren Miterben &#8211;neben ihm selbst&#8211; als Rechtsnachfolger nach J.H. in Anspruch genommen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der Umstand, dass das FA am 1.&nbsp;Februar 2010 gegen&uuml;ber den Miterben einen inhaltsgleichen Bescheid erlassen hat, ohne dessen Verh&auml;ltnis zu dem an den Kl&auml;ger gerichteten Bescheid klarzustellen, f&uuml;hrt nicht zur Nichtigkeit. Es liegen nicht zwei verschiedene Versionen einer Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr vor, deren Verh&auml;ltnis zueinander unklar oder widerspr&uuml;chlich ist. Vielmehr existiert eine Steuerfestsetzung vom 1.&nbsp;Februar 2010, die im Wege der Einzelbekanntgabe einerseits an den Kl&auml;ger und andererseits an die &uuml;brigen Miterben &uuml;bermittelt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>War danach der Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 nicht nichtig, so ist die zur Beseitigung des von einem nichtigen Bescheid ausgehenden Rechtsscheins dienende Aufhebung (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteile vom 7.&nbsp;August 1985 I&nbsp;R&nbsp;309\/82, BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42, und vom 27.&nbsp;Februar 1997 IV&nbsp;R&nbsp;38\/96, BFH\/NV 1997, 388) durch das FG rechtsfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zu Unrecht auch die Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die mit der (auch) an den Kl&auml;ger bekannt gegebenen Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Juli 2010 erfolgte Steuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr ist in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspruchsentscheidung, die verfahrensrechtlich mit dem urspr&uuml;nglichen Verwaltungsakt einen Rechtsverbund bzw. eine Verfahrenseinheit in der Weise bildet, dass der urspr&uuml;ngliche Verwaltungsakt &quot;in der Gestalt&quot; (mit dem Inhalt) zu beurteilen ist, die er durch die Entscheidung &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf gefunden hat (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;2 FGO, vgl. auch BFH-Urteil vom 18.&nbsp;September 2014 VI&nbsp;R&nbsp;80\/13, BFHE 247, 111, BStBl II 2015, 115, m.w.N.), l&auml;sst ebenfalls mit hinreichender Deutlichkeit erkennen, wer Inhaltsadressat der Steuerfestsetzung ist. Sie benennt alle Erben nach dem verstorbenen J.H. namentlich und bezeichnet sie als &quot;Rechtsnachfolger&quot; des verstorbenen J.H. Dies ist zutreffend. Einer Spezifizierung dahin, dass es sich um Gesamtrechtsnachfolger handelt, bedurfte es nicht (s. oben unter II.1.a&nbsp;bb). Auch bestehen an der Wirksamkeit der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung an den Kl&auml;ger keine Zweifel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung des FG war die (isolierte) Aufhebung der Einspruchsentscheidung auch nicht deshalb geboten, weil das FA &uuml;ber einen vom Kl&auml;ger nicht eingelegten Einspruch entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist eine Rechtsbehelfsentscheidung aufzuheben, wenn der Kl&auml;ger keinen Einspruch eingelegt hat (z.B. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Dezember 1995 III&nbsp;R&nbsp;100\/90, Neue Juristische Wochenschrift 1996, 1560; III&nbsp;R&nbsp;64\/90, BFH\/NV 1996, 729). Im Streitfall hat das FA jedoch mit der Einspruchsentscheidung &uuml;ber einen vom Kl&auml;ger tats&auml;chlich eingelegten Einspruch entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auslegung der Einspruchsentscheidung durch das FG ergibt, dass das FA &uuml;ber den fristgerecht eingelegten Einspruch des Kl&auml;gers gegen den Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand der Entscheidung des FA auch in Bezug auf den Kl&auml;ger war der Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010. Dies ergibt sich &#8211;wie die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Einwendungen des Kl&auml;gers gegen die Steuerfestsetzung unterstreicht&#8211; unmittelbar aus der Einspruchsentscheidung. Dass das FA in der Einspruchsentscheidung nicht ausdr&uuml;cklich auf den Einspruch des Kl&auml;gers vom 16.&nbsp;Februar 2010 Bezug genommen hat, sondern im Rubrum der Entscheidung lediglich den 11.&nbsp;Mai 2009 &#8211;den Tag, an dem die Soziet&auml;t K im Namen der weiteren Erben Einspruch gegen den Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 eingelegt hatte&#8211; als Einspruchsdatum nennt, &auml;ndert hieran nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom FA beschiedene Einspruch des Kl&auml;gers gegen den Bescheid vom 1.&nbsp;Februar 2010 war auch zul&auml;ssig. Er war &#8211;wie das FG festgestellt hat&#8211; fristgerecht erhoben worden. Zudem handelte es sich nicht um einen unzul&auml;ssigen Zweiteinspruch des Kl&auml;gers, denn der vorhergehende Bescheid vom 6.&nbsp;April 2009 war ihm nicht bekannt gegeben worden. Der Kl&auml;ger bestreitet, den an ihn als Rechtsnachfolger des verstorbenen J.H. gerichteten Bescheid erhalten zu haben. Nach den bindenden Feststellungen des FG hatte der Kl&auml;ger zwar eine Kopie des Bescheides vom 6.&nbsp;April 2009 von der Soziet&auml;t K erhalten. Hierbei handelte es sich aber um eine Kopie des an die &uuml;brigen Miterben gerichteten Einkommensteuerbescheides vom 6.&nbsp;April 2009, die ihn nicht als Inhaltsadressaten auswies. Die Weiterleitung einer an andere Gesamtschuldner gerichteten Bescheidkopie kann jedoch die Bekanntgabe der Steuerfestsetzung durch einen an den Kl&auml;ger adressierten Bescheid nicht ersetzen. Das FG hat demgegen&uuml;ber nicht festgestellt, dass der Kl&auml;ger den an ihn als Adressaten gerichteten Bescheid vom 6.&nbsp;April 2009 bzw. eine Kopie hiervon erhalten hat. Eine wirksame Bekanntgabe des Bescheides vom 6.&nbsp;April 2009 ergibt sich auch nicht nach den Grunds&auml;tzen der Anscheins- und Duldungsmacht, denn es fehlen bereits Feststellungen des FG dazu, dass ein an den Kl&auml;ger adressierter Bescheid (versehentlich) der Soziet&auml;t K bekannt gegeben worden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Urteil des FG war mithin aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif und daher zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat entscheidet mit Bindungswirkung &uuml;ber die Entscheidung des FG zum Hauptantrag des Kl&auml;gers (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO). Das FG hat sich mit dem vom Kl&auml;ger gestellten Hilfsantrag, da es dem Hauptantrag entsprochen hat, nicht befasst. Es hat &#8211;aus seiner Sicht folgerichtig&#8211; &uuml;ber die materiell-rechtlichen Einwendungen des Kl&auml;gers gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung vom 15.&nbsp;Juli 2010 nicht entschieden. Dies wird im zweiten Rechtsgang nachzuholen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung wird dem FG &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, VIII R 59\/13 Zur inhaltlichen Bestimmtheit eines Steuerbescheides im Erbfall Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 19. April 2013&nbsp;&nbsp;14 K 3020\/10 E aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-59-13-zur-inhaltlichen-bestimmtheit-eines-steuerbescheides-im-erbfall\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;59\/13 &#8211; Zur inhaltlichen Bestimmtheit eines Steuerbescheides im Erbfall<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65914","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65914\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}