{"id":65917,"date":"2016-03-09T11:27:25","date_gmt":"2016-03-09T09:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65917"},"modified":"2016-03-09T11:27:25","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:25","slug":"i-r-74-13-aufwendungen-fuer-eine-golfturnierreihe-als-abziehbare-betriebsausgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-74-13-aufwendungen-fuer-eine-golfturnierreihe-als-abziehbare-betriebsausgaben\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;74\/13 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r eine Golfturnierreihe als abziehbare Betriebsausgaben"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.10.2015, I R 74\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r eine Golfturnierreihe als abziehbare Betriebsausgaben<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Zwar k&ouml;nnen durch das Veranstalten eines Golfturniers veranlasste Aufwendungen einen den Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten &quot;&auml;hnlichen Zweck&quot; erf&uuml;llen und dadurch den Betriebsausgabenabzugsausschluss nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG 2002 ausl&ouml;sen. Dies gilt aber nicht f&uuml;r Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Golfturnierreihe (20 Veranstaltungen) mit freier Teilnahmem&ouml;glichkeit f&uuml;r jeden Interessenten, zu deren Finanzierung sich ein Brauereibetrieb gegen&uuml;ber seinen Gesch&auml;ftspartnern (hier: Vereine bzw. Gastronomiebetriebe) im Rahmen von Bierliefervereinbarungen vertraglich verpflichtet.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 19. September 2013&nbsp;&nbsp;6 K 38\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die K&ouml;rperschaftsteuer 2005 bis 2007 und die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2004 bis 2007 werden unter Ab&auml;nderung der angefochtenen Bescheide auf jeweils den Betrag festgesetzt, der sich ergibt, wenn Aufwendungen in H&ouml;he von 32.782 EUR (2004), 43.599 EUR (2005), 35.649 EUR (2006) und 44.580 EUR (2007) als abziehbare Betriebsausgaben angesetzt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen im Zusammenhang mit Golfturnieren als nicht abziehbare Betriebsausgaben (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG 2002&#8211;) anzusehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, betrieb in den Streitjahren 2004 bis 2007 eine Brauerei; sie hatte in jenen Jahren ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1.&nbsp;Oktober bis 30.&nbsp;September des Folgejahres (&sect;&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1, 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG 2002&#8211;). Im Rahmen ihrer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit schloss sie u.a. mit Betreibern von Golfpl&auml;tzen (Vereinen) und den Betreibern der angeschlossenen Gastronomiebetriebe Vertr&auml;ge &uuml;ber die Lieferung von Getr&auml;nken (insbesondere Bier). Dabei hatte sie sich (grunds&auml;tzlich bereits bei Abschluss der Liefervereinbarungen) verpflichtet, Golfturniere durchzuf&uuml;hren und die Durchf&uuml;hrung solcher Turniere durch die Golfvereine finanziell zu unterst&uuml;tzen (in der Regel ein Turnier pro Jahr). Dies erfolgte im Rahmen einer Golfturnierreihe (&quot;X Cup&quot;) mit in den Streitjahren durchschnittlich 20&nbsp;Turnieren pro Jahr. Die Vereine &uuml;bernahmen die Organisation, die Ausschreibung sowie die Turnierausrichtung und luden zur Teilnahme ein. Einzelheiten zu den Preisen und der Verpflegung sprach ein Au&szlig;endienstmitarbeiter der Kl&auml;gerin mit dem Spielf&uuml;hrer bzw. Pr&auml;sidenten sowie mit der Gastronomie des jeweiligen Klubs ab. Nach eigenen Angaben der Kl&auml;gerin hatte sie keinen Einfluss auf die Teilnehmerliste. Die Teilnehmer der Turniere meldeten sich auf die Ausschreibungen der Vereine zur Teilnahme an. Es nahmen sowohl Mitglieder der ausschreibenden Klubs als auch G&auml;ste aus anderen Vereinen teil. Die Siegerehrung erfolgte in der Regel durch einen Vertreter der Kl&auml;gerin. Jene &uuml;bernahm die Kosten f&uuml;r die Platzmiete, die Verpflegung und die Preise nach jeweiliger Rechnungstellung durch die Vereine (jeweils etwa 2.000&nbsp;EUR bis 3.000&nbsp;EUR pro Turnier; Gesamtbetr&auml;ge: 32.782&nbsp;EUR [2004]; 43.599&nbsp;EUR [2005]; 35.649&nbsp;EUR [2006]; 44.580&nbsp;EUR [2007]). Gem&auml;&szlig; den Bierliefervereinbarungen brachten die Golfvereine im Gegenzug beim &quot;X Cup&quot;, w&auml;hrend der anderen Golfturniere sowie in der angeschlossenen Gastronomie das gesamte Jahr &uuml;ber das Bier und weitere Getr&auml;nke der Kl&auml;gerin zum Ausschank.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen ge&auml;nderte Festsetzungen zur K&ouml;rperschaftsteuer (2005 bis 2007) und den Gewerbesteuermessbetr&auml;gen (2004 bis 2007) unter Ansatz von nicht abziehbaren Betriebsausgaben (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002, &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes 2002) blieb erfolglos (Nieders&auml;chsisches Finanzgericht &#8211;FG&#8211;, Urteil vom 19.&nbsp;September 2013&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;38\/12, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die K&ouml;rperschaftsteuer bzw. die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge der Streitjahre ohne den Ansatz nichtabziehbarer Betriebsausgaben (Aufwendungen &quot;X Cup&quot;) festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; das FG hat im angefochtenen Urteil die streitigen Betriebsausgaben zu Unrecht als nicht abziehbare Betriebsausgaben i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 angesehen. Die Revision f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Aufwendungen f&uuml;r die Golfturniere sind keine gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 nichtabzugsf&auml;higen Betriebsausgaben, die bei der Einkommens- bzw. Gewerbeertragsermittlung wieder hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 d&uuml;rfen Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten sowie f&uuml;r &auml;hnliche Zwecke und f&uuml;r die hiermit zusammenh&auml;ngenden Bewirtungen den Gewinn nicht mindern. Unter den Begriff der Aufwendungen f&uuml;r &quot;&auml;hnliche Zwecke&quot; im Sinne dieser Vorschrift fallen Aufwendungen, die der sportlichen Bet&auml;tigung, der Unterhaltung von Gesch&auml;ftsfreunden, der Freizeitgestaltung oder der Repr&auml;sentation dienen (Senatsurteile vom 3.&nbsp;Februar 1993 I&nbsp;R&nbsp;18\/92, BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367; vom 7.&nbsp;Februar 2007 I&nbsp;R&nbsp;27-29\/05, BFHE 216, 536). Jene Aufwendungen k&ouml;nnen durch eine entsprechende Einrichtung, die Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeiten oder die Benutzung der Einrichtungen entstehen. Es ist ohne Bedeutung, ob es sich um eigene oder gepachtete Einrichtungen handelt. Auch Aufwendungen f&uuml;r die Nutzung fremder Anlagen oder Wirtschaftsg&uuml;ter fallen unter das Abzugsverbot (Senatsurteil in BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367; s.a. Bode in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;210; Schmidt\/ Heinicke, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;567; S&ouml;hn in Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;J&nbsp;18; Stapperfend in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;1320; Bl&uuml;mich\/Wied, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;753).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Abzugsverbot wurde geschaffen, weil der Gesetzgeber die genannten Ausgaben &quot;ihrer Art nach als &uuml;berfl&uuml;ssige und unangemessene Repr&auml;sentation&quot; ansah und &quot;im Interesse der Steuergerechtigkeit und des sozialen Friedens&quot; den Aufwand &quot;nicht l&auml;nger durch den Abzug &#8230; vom steuerpflichtigen Gewinn auf die Allgemeinheit abgew&auml;lzt&quot; wissen wollte (Begr&uuml;ndung zum Regierungsentwurf des Steuer&auml;nderungsgesetzes 1960, BTDrucks III\/1811, S.&nbsp;8; in Bezug auf den damaligen &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 [heute Nr.&nbsp;4] EStG best&auml;tigt durch die Stellungnahme des Finanzausschusses, BTDrucks III\/1941, S.&nbsp;3). Ungeachtet ihrer betrieblichen Veranlassung d&uuml;rfen die Ausgaben danach bei der Ermittlung des Gewinns nicht abgezogen werden. Eines konkret feststellbaren Zusammenhangs mit der Lebensf&uuml;hrung des Steuer-pflichtigen bedarf es daf&uuml;r nicht. Vielmehr stellt das Gesetz auf den Zusammenhang der Aufwendungen mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung der Gesch&auml;ftsfreunde des Steuerpflichtigen ab und unterstellt diesen Zusammenhang bei Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002. Insoweit wird der (m&ouml;gliche) Streit um die private Veranlassung der Aufwendungen typisierend &quot;erledigt&quot; (Hey in Tipke\/Lang, Steuerrecht, 22.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;291). Deshalb gilt das Abzugsverbot auch f&uuml;r K&ouml;rperschaftsteuersubjekte, die nach der Rechtsprechung des Senats keine au&szlig;erbetriebliche Sph&auml;re haben k&ouml;nnen (vgl. etwa Senatsurteile in BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367, und in BFHE 216, 536, jeweils betreffend eine GmbH). Soweit in der Versagung des Abzugs der Ausgaben ein Versto&szlig; gegen das sog. objektive Nettoprinzip liegt, ist dieser jedenfalls durch den typisiert angenommenen Zusammenhang mit der Lebensf&uuml;hrung des Steuerpflichtigen oder seiner Gesch&auml;ftsfreunde gerechtfertigt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.&nbsp;August 2012 IV&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 238, 132, BStBl II 2012, 824; zustimmend z.B. Bode in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;209; Hey, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;291; Stapperfend in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;1301).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vor diesem Hintergrund hat die Rechtsprechung &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 allerdings einschr&auml;nkend dahingehend ausgelegt, dass das Abzugsverbot nur f&uuml;r solche Aufwendungen gelten soll, die eine Ber&uuml;hrung zur Lebensf&uuml;hrung und zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung der durch sie beg&uuml;nstigten Gesch&auml;ftsfreunde des Steuerpflichtigen haben (Senatsurteil in BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367, unter II.2.; s.a. Bl&uuml;mich\/Wied, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;754). Der den Eingriff in das sog. objektive Nettoprinzip rechtfertigende Typisierungsspielraum des Gesetzgebers ist &uuml;berschritten, wenn und soweit eine private Mitveranlassung nicht typisierend angenommen werden kann (Hey, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;292). Scheidet danach etwa die Verwendung eines Schiffs zu Unterhaltungs- oder sportlichen Zwecken oder zur unangemessenen Repr&auml;sentation aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden aus, weil das Schiff als &quot;schwimmender Besprechungsraum&quot; oder reines Transportmittel genutzt wird, werden die betreffenden Aufwendungen nicht von dem Abzugsverbot erfasst (Senatsurteil in BFHE 170, 537, BStBl II 1993, 367). Auch Kosten f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsst&auml;tte mit einem Schiff sind nicht nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 insgesamt vom Abzug ausgeschlossen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2001 IV&nbsp;R&nbsp;6\/00, BFHE 195, 323, BStBl II 2001, 575). Kann hingegen nicht ausgeschlossen werden, dass ein Schiff zu Unterhaltung, Sport oder Repr&auml;sentation eingesetzt wird, greift das Abzugsverbot ein (BFH-Urteil in BFHE 238, 132, BStBl II 2012, 824; s.a. Bl&uuml;mich\/Wied, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;754; Nacke in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, &sect;&sect;&nbsp;4, 5, Rz&nbsp;1707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die der Kl&auml;gerin entstandenen Aufwendungen f&uuml;r die Golfturniere unterliegen danach nicht dem Abzugsverbot.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat im angefochtenen Urteil allerdings ma&szlig;geblich auf den Vereinfachungszweck der Regelung abgestellt (s. insoweit auch Senatsurteil in BFHE 216, 536; Hessisches FG, Urteil vom 22.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;1165\/12, EFG 2013, 1477): Es widerspr&auml;che diesem Zweck, wenn f&uuml;r die Frage des Abzugs der im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Golfturniere anfallenden Kosten zu pr&uuml;fen w&auml;re, ob die Anbahnung und F&ouml;rderung von Gesch&auml;ftsabschl&uuml;ssen im Vordergrund gestanden habe oder ob diese der Unterhaltung von Gesch&auml;ftsfreunden oder der Befriedigung einer Neigung des Unternehmers gedient habe. Die auf Kosten der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Golfturniere dienten jedenfalls auch der sportlichen Bet&auml;tigung der Teilnehmer und der Repr&auml;sentation des kl&auml;gerischen Unternehmens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung des FG reicht ein mittelbarer Zusammenhang der Aufwendungen mit einer sportlichen Bet&auml;tigung der Teilnehmer oder die W&uuml;rdigung der Turnierreihe als Repr&auml;sentation des kl&auml;gerischen Unternehmens f&uuml;r den Tatbestand des Abzugsausschlusses indessen nicht aus. Denn es fehlt im Streitfall ein m&ouml;glicher (sportlicher\/gesellschaftlicher) Nutzen f&uuml;r Gesellschafter oder Gesch&auml;ftsfreunde der Kl&auml;gerin (s. insoweit auch BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Dezember 2008 X&nbsp;B&nbsp;123\/08, BFH\/NV 2009, 752, zu 2. der Gr&uuml;nde a.E.; Hessisches FG, Urteil in EFG 2013, 1477). Zwar k&ouml;nnen auch durch das Veranstalten eines Golfturniers veranlasste Aufwendungen entsprechend der vom Rechtsanwender anzustellenden &quot;&Auml;hnlichkeitswertung&quot; (Crezelius, Finanz-Rundschau 2008, 889, 895) einen den Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten &quot;&auml;hnlichen Zweck&quot; erf&uuml;llen. Dies gilt aber nicht f&uuml;r die Ausrichtung einer Golfturnierreihe (20&nbsp;Veranstaltungen), zu der sich ein Unternehmen (hier eine Brauerei) gegen&uuml;ber den Gesch&auml;ftspartnern (hier: Vereine bzw. Gastronomiebetriebe) im Zusammenhang mit laufenden Gesch&auml;ftskontrakten &#8211;wie hier den Bierliefervereinbarungen&#8211; vertraglich verpflichtet hat. Die Durchf&uuml;hrung der Turniere ist in einer solchen Situation als eine Art Preisbestandteil anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG sind die einzelnen Turniere zwar Teil eines einheitlichen und aus der Au&szlig;ensicht dem Unternehmen der Kl&auml;gerin zuzuordnenden Wettbewerbs (&quot;X Cup&quot;), was nicht zuletzt auch durch die von einem Vertreter der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Siegerehrung zum Ausdruck kommt. Die organisatorische Verantwortung obliegt allerdings den einzelnen Klubs, die insbesondere durch eine offene Ausschreibung zur Teilnahme an einen nicht eingeschr&auml;nkten Interessentenkreis einen von dem unternehmerischen Bereich der Kl&auml;gerin (Gesellschafter, Gesch&auml;ftspartner, Gesch&auml;ftsfreunde) unabh&auml;ngigen Teilnehmerkreis jedes einzelnen Turniers gew&auml;hrleisten. Auf dieser Grundlage &#8211;und damit abweichend insbesondere zu den Sachumst&auml;nden zum Urteil des Hessischen FG in EFG 2013, 1477&#8211; ist der sportliche\/gesellschaftliche Nutzen der Turnierteilnahme von diesem unternehmerischen Bereich der Kl&auml;gerin gel&ouml;st: Ein Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Stellung von z.B. Gesch&auml;ftsfreunden der Kl&auml;gerin ist rein zuf&auml;llig und f&auml;llt zahlenm&auml;&szlig;ig (gerade mit Blick auf die Anzahl der dem Wettbewerb zuzuordnenden Turniere) nicht ins Gewicht. Die Turniere dienen angesichts der freien Teilnahmem&ouml;glichkeit f&uuml;r jeden Interessenten nicht &#8211;&uuml;ber die betriebliche Veranlassung (Bierliefervereinbarungen; Werbeeffekt) hinausgehend&#8211; zus&auml;tzlich einem besonderen Repr&auml;sentationszweck gegen&uuml;ber dem Personenkreis, der Zielpunkt des Abzugsausschlusses ist. Vielmehr dienen die Turniere ausschlie&szlig;lich dazu, die Verpflichtung der Kl&auml;gerin aus den Bierliefervereinbarungen zu erf&uuml;llen und im Zusammenhang mit den Veranstaltungen den Fortbestand der Lieferm&ouml;glichkeiten auch f&uuml;r die Zukunft zu sichern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Berechnung der K&ouml;rperschaftsteuer bzw. der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge der Streitjahre nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde wird dem FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.10.2015, I R 74\/13 Aufwendungen f&uuml;r eine Golfturnierreihe als abziehbare Betriebsausgaben Leits&auml;tze Zwar k&ouml;nnen durch das Veranstalten eines Golfturniers veranlasste Aufwendungen einen den Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten &quot;&auml;hnlichen Zweck&quot; erf&uuml;llen und dadurch den Betriebsausgabenabzugsausschluss nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG 2002 ausl&ouml;sen. 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