{"id":65924,"date":"2016-03-09T11:27:50","date_gmt":"2016-03-09T09:27:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65924"},"modified":"2016-03-09T11:27:50","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:50","slug":"i-r-41-14-gleichzeitige-beschliessung-eines-abweisenden-zwischenurteils-und-einer-verfahrensaussetzung-ist-nicht-statthaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-14-gleichzeitige-beschliessung-eines-abweisenden-zwischenurteils-und-einer-verfahrensaussetzung-ist-nicht-statthaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;41\/14 &#8211; Gleichzeitige Beschlie&szlig;ung eines abweisenden Zwischenurteils und einer Verfahrensaussetzung ist nicht statthaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.10.2015, I R 41\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Gleichzeitige Beschlie&szlig;ung eines abweisenden Zwischenurteils und einer Verfahrensaussetzung ist nicht statthaft<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Zwischenurteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. April 2014&nbsp;&nbsp;3 K 3227\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits wird dem Finanzgericht &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), der in den Streitjahren 2007 bis 2009 im Inland wohnte, war vom 1.&nbsp;Dezember 2006 an als Flugzeugf&uuml;hrer (&quot;Senior First Officer&quot;) bei einer britischen Fluggesellschaft angestellt. Von Dezember 2006 bis Mai 2007 absolvierte er bei dieser Gesellschaft in Gro&szlig;britannien ein Flugtraining, danach war er f&uuml;r die Gesellschaft auf Fl&uuml;gen inner- und au&szlig;erhalb von Gro&szlig;britannien eingesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sein Jahresgehalt betrug 44.740&nbsp;&pound;. Es war in gleichen monatlichen Raten am Monatsende zahlbar und wurde entsprechend abgerechnet und bescheinigt. Es wurde in Gro&szlig;britannien in den jeweiligen Steuerjahren (vom 6.&nbsp;April eines jeden Jahres bis zum 5.&nbsp;April eines jeden Folgejahres) &uuml;berwiegend einer Lohnsteuer unterworfen; lediglich eine bestimmte Zulage (&quot;Sector Pay Non Taxable&quot;) blieb lohnsteuerfrei. In die Bemessungsgrundlage einbezogen wurde allerdings nur ein Teil der ausbezahlten Geh&auml;lter. Grund daf&uuml;r war &#8211;so das Finanzgericht (FG) im angefochtenen Urteil&#8211; eine britische &quot;Regelung oder zumindest gefestigte Rechtspraxis der dortigen Steuerbeh&ouml;rde&quot; f&uuml;r die Besteuerung von Flugpersonal. Nicht in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssiges Flugpersonal wurde danach im internationalen Luftverkehr nur mit denjenigen Einkommensbestandteilen besteuert, die auf Strecken entfallen, bei denen Start oder Landung in Gro&szlig;britannien liegen. Unabh&auml;ngig davon wurden die einbehaltenen Abzugsteuern dem Kl&auml;ger nachfolgend aber jedenfalls f&uuml;r die beiden Streitjahre 2007 und 2008 vollen Umfangs, f&uuml;r das Streitjahr 2009 gegebenenfalls &#8211;so der Kl&auml;ger entgegen den tatrichterlichen Feststellungen der Vorinstanz&#8211; blo&szlig; teilweise, erstattet, da der jeweils steuerbare Teil seines Gehalts unter dem allgemeinen Freibetrag lag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unterwarf den Arbeitslohn der deutschen Besteuerung und erlie&szlig; mangels eingereichter Steuererkl&auml;rungen entsprechende Sch&auml;tzungsbescheide zur Einkommensteuer. Die Eink&uuml;nfte seien wegen &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878, BStBl I 2007, 28) &#8211;EStG 2002\/2007&#8211; bzw. des Einkommensteuergesetzes 2009 (EStG 2009) und in Einklang mit dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 12.&nbsp;November 2008 (BStBl I 2008, 988) nicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 i.V.m. Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 26.&nbsp;November 1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23. M&auml;rz 1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) von der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Steuer in der Bundesrepublik Deutschland auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die dagegen gerichtete Klage erlie&szlig; das FG Berlin-Brandenburg sein in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1278 abgedrucktes, auf &sect;&nbsp;99 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gest&uuml;tztes Zwischenurteil vom 29.&nbsp;April 2014&nbsp; 3&nbsp;K&nbsp;3227\/13, das wie folgt tenoriert ist:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Es wird festgestellt, dass die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2007 bis 2009, jeweils vom 07.10.2011 und in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 22.07.2013, nicht zum Nachteil des Kl&auml;gers von einfachem Gesetzesrecht abweichen.<br \/>Es wird weiter festgestellt, dass die vorgenannten Bescheide nicht deswegen rechtswidrig sind, weil die in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9 EStG angeordnete R&uuml;ckwirkung der &Auml;nderung von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG verfassungswidrig ist.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berdies wurde &quot;beschlossen und verk&uuml;ndet&quot;: &quot;Das weitere Verfahren wird ausgesetzt bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in den Verfahren 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/12 und 2&nbsp;BvL&nbsp;15\/14.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beidem &#8211;sowohl dem Zwischenurteil als auch dem Beschluss&#8211; wurde jeweils eine eigenst&auml;ndige Rechtsbehelfsbelehrung beigef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Aussetzungsbeschluss wurde nicht mit einer Beschwerde angefochten. Seine gegen das Zwischenurteil gerichtete (und vom FG zugelassene) Revision st&uuml;tzt der Kl&auml;ger auf den Senatsbeschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;B&nbsp;109\/13 (BFHE 244, 40) sowie die Senatsurteile vom 20.&nbsp;Mai 2015 I&nbsp;R&nbsp;68\/14 (BFHE 250, 96) und I&nbsp;R&nbsp;69\/14 (BFH\/NV 2015, 1395). Er beanstandet zudem die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002\/2007\/2009 und bezieht sich daf&uuml;r (zuletzt) auf den Vorlagebeschluss des Senats vom 20.&nbsp;August 2014 I&nbsp;R&nbsp;86\/13 (BFHE 246, 486, BStBl II 2015, 18). Er h&auml;lt &#8211;nach entsprechendem Hinweis des Senatsvorsitzenden&#8211; zudem die verfahrensrechtliche Vorgehensweise &#8211;gleichzeitiges Ergehen eines Zwischenurteils und eines Aussetzungsbeschlusses&#8211; f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Zwischenurteil des FG aufzuheben und die angefochtenen Einkommensteuerbescheide dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit mit jeweils null&nbsp;EUR zugrunde gelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BMF ist dem Revisionsverfahren beigetreten. Es hat sich dem FA in der Sache angeschlossen, ohne einen eigenen Antrag zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, weil das FG in verfahrensrechtswidriger Weise einerseits &uuml;ber eine streitgegenst&auml;ndliche Rechtsfrage durch ein Zwischenurteil nach &sect;&nbsp;99 Abs.&nbsp;2 FGO entschieden und andererseits zugleich das Klageverfahren nach &sect;&nbsp;74 FGO ausgesetzt hat. In dieser Verfahrenskonstellation ist es dem Senat verwehrt, &uuml;ber die Revision gegen das Zwischenurteil in der Sache zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorinstanz hat durch Zwischenurteil (&sect;&nbsp;99 Abs.&nbsp;2 FGO) dar&uuml;ber entschieden, ob die angefochtenen Einkommensteuerbescheide &quot;einfach-rechtlich&quot; den tatbestandlichen Erfordernissen des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002\/2007\/2009 entsprechen und die betreffenden Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus seiner T&auml;tigkeit als Flugzeugf&uuml;hrer f&uuml;r die britische Fluggesellschaft deswegen im Rahmen seiner unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht zu erfassen sind. Sie hat das im Ergebnis &#8211;und entgegen dem Senatsbeschluss in BFHE 244, 40 (dort zu dem vergleichbaren Fall des Flugzeugf&uuml;hrers einer irischen Fluggesellschaft) sowie auch entgegen den zwischenzeitlich ergangenen Senatsurteilen in BFHE 250, 96 und in BFH\/NV 2015, 1395&#8211; bejaht. Sie hat es zugleich &quot;als angemessen angesehen&quot;, durch Zwischenurteil auch die Frage ebenfalls &quot;mit zu entscheiden, ob die R&uuml;ckwirkung der &Auml;nderung von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG&quot; (2009 i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften vom 26.&nbsp;Juni 2013 [BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 802] &#8211;Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz&#8211; [EStG 2009\/2013] &quot;durch &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9&quot; (EStG 2009\/2013) &quot;verfassungsgem&auml;&szlig; ist&quot; &#8211;gemeint ist die in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG 2009\/2013 geschaffene und nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9 EStG 2009\/2013 r&uuml;ckwirkende Gesetzesneufassung&#8211;, und auch das wurde bejaht. Sodann wurde vom FG &quot;das weitere Verfahren (&#8230;) ausgesetzt bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in den Verfahren 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/12 und 2&nbsp;BvL&nbsp;15\/14&quot; wegen der dort anh&auml;ngigen Normenkontrollverfahren &quot;zur verfassungsrechtlichen Zul&auml;ssigkeit eines Treaty override&quot;. Grund f&uuml;r diese Vorgehensweise waren dem FG ausweislich der Gr&uuml;nde seiner Entscheidung (vgl. erl&auml;uternd auch Weinsch&uuml;tz, Internationales Steuerrecht 2014, 534) vorzugsweise prozess&ouml;konomische Erw&auml;gungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von der Vorinstanz gew&auml;hlte zweispurige Vorgehensweise ist unter den Gegebenheiten des Streitfalls indessen nicht statthaft, und das schon deshalb nicht, weil es f&uuml;r die zu Lasten des Kl&auml;gers getroffene Entscheidung &uuml;ber die in Rede stehenden Rechtsfragen nur dann ankommt, wenn &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002\/2007\/2009 verfassungskonform w&auml;re. Das aber wird von der Vorinstanz, wie der Aussetzungsbeschluss zeigt, als offen angesehen. Ist das aus der insoweit ma&szlig;gebenden Sicht des FG der Fall, kommt es auf die Beantwortung der &quot;einfach-rechtlichen&quot; Rechtsfragen zur Auslegung von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002\/2007\/2009 nicht an. Diese Fragen w&auml;ren dann vielmehr schlechterdings nicht entscheidungserheblich. Fehlt es wiederum an der Entscheidungserheblichkeit, konnte das FG &uuml;ber diese Fragen auch nicht vorgreiflich vermittels eines Zwischenurteils entscheiden (ebenso Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;99 FGO Rz&nbsp;8 a.E.). Ob es &uuml;berhaupt statthaft sein kann, &uuml;ber einen Teil des Rechtsstreits vermittels &#8211;anfechtbaren&#8211; Zwischenurteils zu entscheiden und das Klageverfahren sodann insgesamt auszusetzen, kann angesichts dessen unbeantwortet bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die fehlende Entscheidungserheblichkeit und die deswegen unstatthafte Entscheidung durch das Zwischenurteil sind im Rahmen des Revisionsverfahrens vom Senat von Gerichts wegen durch Aufhebung der angefochtenen Entscheidung zu ber&uuml;cksichtigen. Auf die vor allem auf Bewirken des verfahrensbeigetretenen BMF und trotz der Senatsurteile in BFHE 250, 96 und in BFH\/NV 2015, 1395 nach wie vor streitgegenst&auml;ndlichen Rechtsfragen nach der Auslegung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002\/2007\/2009 kommt es nicht mehr an. Sie m&uuml;ssen nicht ausdr&uuml;cklich abermals best&auml;tigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mit der Aufhebung des Zwischenurteils befindet sich das Klageverfahren wieder in dem Stadium, das vor Erlass des Zwischenurteils bestanden hat, ohne dass es einer f&ouml;rmlichen Zur&uuml;ckverweisung bedarf (vgl. Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;R&nbsp;22\/06, BFH\/NV 2009, 1087). Das FG wird nunmehr dar&uuml;ber zu entscheiden haben, ob die Verfahrensaussetzung weiterhin aufrechterhalten bleibt. Dabei ist einerseits auf das beim Bundesverfassungsgericht anh&auml;ngige Normenkontrollverfahren 2&nbsp;BvL&nbsp;21\/14 zu verweisen, andererseits auf die zitierten Senatsurteile in BFHE 250, 96 und in BFH\/NV 2015, 1395 (zur Konsequenz dieser Urteile auf die Aussetzung des Klageverfahrens s. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;August 2015 I&nbsp;B&nbsp;113\/14, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.10.2015, I R 41\/14 Gleichzeitige Beschlie&szlig;ung eines abweisenden Zwischenurteils und einer Verfahrensaussetzung ist nicht statthaft Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Zwischenurteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. April 2014&nbsp;&nbsp;3 K 3227\/13 aufgehoben. Die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits wird dem Finanzgericht &uuml;bertragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-14-gleichzeitige-beschliessung-eines-abweisenden-zwischenurteils-und-einer-verfahrensaussetzung-ist-nicht-statthaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;41\/14 &#8211; Gleichzeitige Beschlie&szlig;ung eines abweisenden Zwischenurteils und einer Verfahrensaussetzung ist nicht statthaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65924","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65924"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65924\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}