{"id":65925,"date":"2016-03-09T11:27:21","date_gmt":"2016-03-09T09:27:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65925"},"modified":"2016-03-09T11:27:21","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:21","slug":"vii-r-16-14-entlastungsantrag-nach-par-51-abs-1-energiestg-beinhaltet-nicht-zugleich-einen-entlastungsantrag-nach-par-54-abs-1-energiestg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-16-14-entlastungsantrag-nach-par-51-abs-1-energiestg-beinhaltet-nicht-zugleich-einen-entlastungsantrag-nach-par-54-abs-1-energiestg\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;16\/14 &#8211; Entlastungsantrag nach &sect; 51 Abs. 1 EnergieStG beinhaltet nicht zugleich einen Entlastungsantrag nach &sect; 54 Abs. 1 EnergieStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.10.2015, VII R 16\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Entlastungsantrag nach &sect; 51 Abs. 1 EnergieStG beinhaltet nicht zugleich einen Entlastungsantrag nach &sect; 54 Abs. 1 EnergieStG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 30. Januar 2014&nbsp;&nbsp;14 K 1414\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und betreibt zur Herstellung von PVC-Produkten Werke an den Standorten X, Y, Z und A. Am Standort X setzt sie eine Anlage ein, in der die durch Verbrennung von Erdgas erzeugte W&auml;rme zur Spaltung von Dichlorethan in Vinylchlorid und Chlorwasserstoff verwendet wird. Mit insgesamt neun Antr&auml;gen beantragte die Kl&auml;gerin f&uuml;r den Zeitraum von August 2006 bis September 2008 f&uuml;r diesen Standort eine Entlastung von der Energiesteuer f&uuml;r bestimmte Prozesse und Verfahren nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d des Energiesteuergesetzes (EnergieStG, hier und im Folgenden in der in den Streitjahren geltenden Fassung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Begr&uuml;ndung, die Energieerzeugnisse w&uuml;rden von der Kl&auml;gerin nicht gleichzeitig zu Heizzwecken und zu anderen Zwecken denn als Heiz- oder Kraftstoffe verwendet, lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Antr&auml;ge mit zwei zusammengefassten Bescheiden vom 17.&nbsp;Dezember 2009 und einem weiteren Bescheid vom 20.&nbsp;April 2010 ab. Daraufhin beantragte die Kl&auml;gerin mit zwei getrennten Antr&auml;gen vom 26.&nbsp;Februar und 11.&nbsp;Mai 2010 die Ber&uuml;cksichtigung der f&uuml;r den genannten Zeitraum und das Werk X beantragten Mengen nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EnergieStG. Mit Bescheiden vom 9. und 28.&nbsp;Juli 2010 lehnte das HZA auch diese Antr&auml;ge ab, weil nach seiner Auffassung die Antragsfrist abgelaufen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, die angefochtenen Bescheide seien rechtm&auml;&szlig;ig, weil die Kl&auml;gerin innerhalb der Antragsfrist des &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 der Energiesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EnergieStV) keinen ausdr&uuml;cklichen Entlastungsantrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt habe. F&uuml;r die Kalenderjahre 2006, 2007 und 2008 h&auml;tten die Antr&auml;ge bis zum 31.&nbsp;Dezember des jeweiligen Folgejahres gestellt werden m&uuml;ssen. Dies habe die Kl&auml;gerin jedoch unterlassen. Die Antr&auml;ge vom 26.&nbsp;Februar und 11.&nbsp;Mai 2010 h&auml;tten dar&uuml;ber hinaus nicht den Formerfordernissen entsprochen, denn die Kl&auml;gerin habe die Steuerentlastung nicht auf dem hierf&uuml;r vorgeschriebenen Vordruck beantragt. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 der Abgabenordnung (AO) komme nicht in Betracht. Die fristgerecht gestellten Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG k&ouml;nnten nicht in Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG umgedeutet werden. Gegen die M&ouml;glichkeit einer Umdeutung spreche der Umstand, dass f&uuml;r die verschiedenen Entlastungsantr&auml;ge unterschiedliche amtliche Vordrucke zu verwenden seien. Bei einem Antrag nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG habe der Antragsteller zus&auml;tzlich eine Beschreibung seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit sowie gegebenenfalls eine Betriebserkl&auml;rung vorzulegen. Die Formulare seien zudem nicht austauschbar. Bei einem w&ouml;rtlichen Verst&auml;ndnis der Antragsformulare sei ein Antrag nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG kein Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG. Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), nach der ein Antrag nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 des Mineral&ouml;lsteuergesetzes (Min&ouml;StG 1993) grunds&auml;tzlich von Rechts wegen einen Antrag nach &sect;&nbsp;25a Min&ouml;StG 1993 einschlie&szlig;e (Senatsurteil vom 8.&nbsp;Juni 2010 VII&nbsp;R&nbsp;37\/09, BFH\/NV 2010, 2122), k&ouml;nne auf den Streitfall ebensowenig &uuml;bertragen werden wie die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung zu den zollrechtlichen Entlastungstatbest&auml;nden der Art.&nbsp;236 bis 239 des Zollkodex (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union S&ouml;hl &#038; S&ouml;hlke vom 11.&nbsp;November 1999 C-48\/98, EU:C:1999:548, und BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2004 VII&nbsp;R&nbsp;99\/00, BFHE 206, 495, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2005, 15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl habe der Senat Bedenken, ob dieses Ergebnis &#8211;insbesondere unter Ber&uuml;cksichtigung der in den Streitjahren bestehenden Unsicherheiten in der mineral&ouml;l- und energiesteuerrechtlichen Bewertung der Vorg&auml;nge in der Vinylchloridanlage&#8211; sachgerecht und verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sei und dem Sinn und Zweck des Gesetzes tats&auml;chlich gerecht werde. Dabei sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass sich die Kl&auml;gerin bei einer wohl gebotenen parallelen Antragstellung widerspr&uuml;chlich h&auml;tte verhalten m&uuml;ssen, denn die Entlastungen nach &sect;&nbsp;51 und &sect;&nbsp;54 EnergieStG k&ouml;nnten nur alternativ in Anspruch genommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine rechtsfehlerhafte Auslegung ihrer Entlastungsantr&auml;ge. Tats&auml;chlich seien die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;100 EnergieStV erf&uuml;llt worden. Dem Formzwang sei lediglich die Steueranmeldung, nicht jedoch der Antrag unterworfen. Zumindest konkludent habe sie fristgerecht Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt, denn &sect;&nbsp;51 EnergieStG sei ein speziellerer Entlastungstatbestand f&uuml;r das Produzierende Gewerbe. Konkludent werde mit einem solchen Antrag zum Ausdruck gebracht, dass hilfsweise die Grundentlastung f&uuml;r das Produzierende Gewerbe begehrt werde. Der mit dem HZA gef&uuml;hrte Schriftverkehr, nach dem das HZA ihren entsprechenden Willen erkannt habe, belege diese Auffassung. Dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2122 sei zu entnehmen, dass antragstellende Wirtschaftsunternehmen schutzbed&uuml;rftig seien, wenn wie im Streitfall erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf die konkrete Vorgehensweise zur Erlangung des gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Steuervorteils best&uuml;nden. Nicht hinreichend gew&uuml;rdigt habe das FG den Umstand, dass sie f&uuml;r ihre Standorte Z und A die Steuerentlastung auf dem hierf&uuml;r vorgeschriebenen Formular beantragt habe. Es m&uuml;sse ausreichen, wenn zumindest f&uuml;r einen Standort die Pflicht zur Verwendung eines solchen Vordrucks erf&uuml;llt werde, weshalb f&uuml;r den Standort X eine erg&auml;nzende Steueranmeldung formlos h&auml;tte abgegeben werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt die Aufhebung des Urteils des FG sowie das HZA zu verpflichten, ihr unter Aufhebung der angefochtenen Verwaltungsentscheidungen f&uuml;r den Zeitraum von August 2006 bis September 2008 f&uuml;r den Standort X eine Energiesteuerentlastung nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EnergieStG in H&ouml;he von insgesamt 633.922,06&nbsp;EUR zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es weist darauf hin, dass die Kl&auml;gerin form- und fristgerechte Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG und hilfsweise nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG f&uuml;r die Standorte A und Z gestellt habe. Nur f&uuml;r den Betriebsteil X sei zun&auml;chst kein ausdr&uuml;cklicher Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt worden. Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG k&ouml;nnten nicht in solche nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG umgedeutet werden, denn wesentliche Unterschiede best&uuml;nden hinsichtlich der rechtlichen und formellen Voraussetzungen &#8211;insbesondere hinsichtlich des berechtigten Personenkreises, der konkreten Verwendungszwecke und der Berechnung&#8211; sowie in Bezug auf die Entlastungss&auml;tze. Die Formvorschriften g&ouml;lten sowohl f&uuml;r den Antrag als auch f&uuml;r die Steueranmeldung. Eine Trennung von Wissens- und Willenserkl&auml;rung solle faktisch ausgeschlossen werden. Die BFH-Entscheidung in BFH\/NV 2010, 2122 k&ouml;nne auf den Streitfall, in dem die Entlastung nicht ausschlie&szlig;lich an das Verheizen eines Energieerzeugnisses ankn&uuml;pfe, nicht &uuml;bertragen werden. Zu ber&uuml;cksichtigen sei, dass es sich bei &sect;&nbsp;51 EnergieStG um eine mit dem Energiesteuerrecht neu geschaffene Vorschrift handele, die Verg&uuml;tungsf&auml;lle des Mineral&ouml;lsteuerrechts nur teilweise erfasse. Die in den Antr&auml;gen f&uuml;r die Standorte A und Z gestellten Antr&auml;ge enthielten keine Verbrauchsmengen des Betriebsteils X. Einen formlosen Antrag auf &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3 AO habe die Kl&auml;gerin nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen. Das angefochtene Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die Kl&auml;gerin hat keinen Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG, weil sie entsprechende Antr&auml;ge nicht innerhalb der in &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EnergieStV festgelegten Frist gestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EnergieStG wird eine Steuerentlastung auf Antrag f&uuml;r die n&auml;her bezeichneten Energieerzeugnisse (einschlie&szlig;lich Erdgas) gew&auml;hrt, die nachweislich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStG versteuert worden sind und von einem Unternehmen des Produzierenden Gewerbes i.S. des &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 des Stromsteuergesetzes (StromStG) oder von einem Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft i.S. des &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 StromStG zu betrieblichen Zwecken verheizt oder in beg&uuml;nstigten Anlagen nach &sect;&nbsp;3 EnergieStG verwendet worden sind. Entlastungsberechtigt ist nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;4 EnergieStG derjenige, der die Energieerzeugnisse verwendet hat. Hinsichtlich des Entlastungsverfahrens enth&auml;lt &sect;&nbsp;100 EnergieStV n&auml;here Vorgaben. Danach ist die Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG bei dem Hauptzollamt, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Gesch&auml;ftssitz hat, mit einer Anmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck f&uuml;r alle Energieerzeugnisse zu beantragen, die innerhalb eines Entlastungsabschnitts verwendet worden sind, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 EnergieStV nach Wahl des Antragstellers einen Zeitraum von einem Kalenderjahr, einem Kalendervierteljahr oder einem Kalenderhalbjahr betragen kann. Die Steuerentlastung wird nur gew&auml;hrt, wenn der Antrag sp&auml;testens bis zum 31.&nbsp;Dezember des Jahres, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem der Steuerentlastungsanspruch entstanden ist, beim Hauptzollamt gestellt wird (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EnergieStV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG, gegen die die Revision keine Verfahrensr&uuml;gen erhoben hat und die deshalb f&uuml;r den erkennenden Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind, hat die Kl&auml;gerin f&uuml;r den streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum vor dem jeweiligen Ablauf der in &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EnergieStV bezeichneten Frist keinen Antrag unter Verwendung des vorgeschriebenen Vordrucks Nr.&nbsp;1118 (Antrag auf Steuerentlastung f&uuml;r Unternehmen &#8211;&sect;&nbsp;54 EnergieStG&#8211;) gestellt. Vielmehr hat sie fristgerecht nur Antr&auml;ge unter Verwendung des amtlichen Vordrucks Nr.&nbsp;1115 (Antrag auf Steuerentlastung f&uuml;r bestimmte Prozesse und Verfahren &#8211;&sect;&nbsp;51 EnergieStG&#8211;) eingereicht. Sofern sie mit Schreiben vom 26.&nbsp;Februar und 11.&nbsp;Mai 2010 ohne Verwendung des amtlichen Vordrucks Nr.&nbsp;1118 Antr&auml;ge auf eine Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt hat, sind diese au&szlig;erhalb der genannten Antragsfrist beim HZA eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin schlie&szlig;t ein Antrag nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG nicht von Rechts wegen einen Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG ein. Auch eine entsprechende Umdeutung kommt im Streitfall nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG wird eine Steuerentlastung auf Antrag gew&auml;hrt f&uuml;r Energieerzeugnisse, die nachweislich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9, Nr.&nbsp;10 oder Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStG versteuert worden sind und von einem Unternehmen des Produzierenden Gewerbes i.S. des &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 StromStG in der n&auml;her bezeichneten Fassung gleichzeitig zu Heizzwecken und zu anderen Zwecken als als Heiz- oder Kraftstoff verwendet worden sind. Entlastungsberechtigt ist nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;2 EnergieStG derjenige, der die Energieerzeugnisse verwendet hat. Hinsichtlich des Entlastungsverfahrens enth&auml;lt &sect;&nbsp;95 EnergieStV n&auml;here Vorgaben. Danach ist die Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG beim zust&auml;ndigen Hauptzollamt mit einer Anmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck f&uuml;r alle Energieerzeugnisse zu beantragen, die innerhalb eines Entlastungsabschnitts verwendet worden sind, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;95 Abs.&nbsp;2 EnergieStV nach Wahl des Antragstellers einen Zeitraum von einem Kalenderjahr, einem Kalenderhalbjahr oder einem Kalendervierteljahr betragen kann. Die Steuerentlastung wird nur gew&auml;hrt, wenn der Antrag sp&auml;testens bis zum 31.&nbsp;Dezember des Jahres, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem der Steuerentlastungsanspruch entstanden ist, beim Hauptzollamt gestellt wird (&sect;&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EnergieStV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Beantragt ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes wie im Streitfall eine Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG, macht es damit geltend, die in der Anmeldung angegebenen Energieerzeugnisse nicht ausschlie&szlig;lich zu Heizzwecken, sondern auch zu anderen Zwecken als als Heiz- oder Kraftstoff verwendet zu haben. Dagegen enth&auml;lt ein Antrag auf Energiesteuerentlastung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG konkludent die Erkl&auml;rung, dass die in der Anmeldung aufgef&uuml;hrten Energieerzeugnisse ausnahmslos zu betrieblichen Zwecken verheizt worden sind. Bereits aufgrund dieser Unterschiede haben die Antr&auml;ge keinen identischen Erkl&auml;rungsinhalt. Vielmehr schlie&szlig;en sich die Antr&auml;ge aus. Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r beide Antr&auml;ge unterschiedliche amtliche Vordrucke vorgesehen sind, die keinen identischen Inhalt aufweisen. Zudem ist bei der Berechnung einer nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG begehrten Steuerentlastung der nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;3 EnergieStG vorgeschriebene Selbstbehalt abzuziehen, der im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum pro Kalenderjahr 205&nbsp;EUR betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht der aufgezeigten Unterschiede l&auml;sst sich das Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 2122 nicht auf den Streitfall &uuml;bertragen, weil ein amtlicher Vordruck f&uuml;r einen Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;25a Min&ouml;StG 1993 in jenem Streitjahr noch nicht existierte und die Entlastungstatbest&auml;nde des &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 und des &sect;&nbsp;25a Min&ouml;StG 1993 in Bezug auf die konkrete Verwendung des Mineral&ouml;ls deckungsgleich waren. In beiden F&auml;llen wurde die Verwendung der Mineral&ouml;le zu identischen Zwecken vorausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Mit ihren frist- und formgerecht gestellten Antr&auml;gen nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG hat die Kl&auml;gerin unter Ber&uuml;cksichtigung der dargestellten Grunds&auml;tze nicht zugleich auch Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass sie &#8211;wie sie in der Revisionsbegr&uuml;ndung unstreitig gestellt hat&#8211; f&uuml;r ihre Standorte A und Z einen Antrag nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG und hilfsweise frist- und formgerecht auch einen Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG gestellt hat. Nur f&uuml;r die am Standort X betriebene Vinylchloridanlage hat sie eine Antragstellung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG unterlassen. Dass ihr die Stellung eines solchen Hilfsantrags nicht m&ouml;glich gewesen sein soll, ist weder vorgetragen worden noch ersichtlich. Zudem nimmt die Kl&auml;gerin in ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung ausdr&uuml;cklich auf die Beantwortung einer an das HZA gerichteten Sachstands-Anfrage vom 11.&nbsp;Mai 2007 Bezug, in der das HZA u.a. darauf hinweist, dass der Antrag nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG nach der derzeitigen Rechtslage bis zur Entscheidung im Klageverfahren nicht bearbeitet werden k&ouml;nne und dass um einen entsprechenden Antrag gebeten werde, sofern eine den bisherigen Verfahren entsprechende Bearbeitung gew&uuml;nscht werde. Trotz dieses Hinweises ist die Kl&auml;gerin unt&auml;tig geblieben und hat einen Entlastungsantrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG nicht gestellt. Bei diesem Befund scheidet eine Umdeutung des nach &sect;&nbsp;51 EnergieStG gestellten Entlastungsantrags aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ein Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG f&uuml;r den Standort X war im Streitfall nicht deshalb entbehrlich, weil die Kl&auml;gerin bereits solche Antr&auml;ge f&uuml;r andere Standorte gestellt hatte. Nach &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;4 EnergieStG ist derjenige entlastungsberechtigt, der die Energieerzeugnisse verwendet hat. Der Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG ist daher vom Verwender, d.h. vom beg&uuml;nstigten Unternehmen zu stellen. Dabei kann das beg&uuml;nstigte Unternehmen in seinen Antrag mehrere Anlagen &#8211;auch an verschiedenen Standorten&#8211; einbeziehen. Ein Erfordernis, f&uuml;r jede Anlage einen gesonderten Antrag stellen zu m&uuml;ssen, l&auml;sst sich den gesetzlichen Bestimmungen nicht entnehmen, auch wenn in der Praxis &#8211;wie der Streitfall belegt&#8211; beg&uuml;nstigte Unternehmen anlagenbezogene Antr&auml;ge stellen. Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;54 EnergieStG wird jedoch nicht das antragstellende Unternehmen als Ganzes entlastet, sondern die Entlastung wird f&uuml;r bestimmte Energieerzeugnisse gew&auml;hrt, deren konkrete Verwendung der Antragsteller nachzuweisen hat. Daher reicht es nicht aus, dass f&uuml;r das Unternehmen als solches ein Entlastungsantrag &quot;auf Vorrat&quot; ohne konkrete Angaben &uuml;ber die Art und Menge sowie den Verwendungszweck der eingesetzten Energieerzeugnisse und &uuml;ber die Verwendungsorte gestellt wird. Vielmehr ergibt sich das Erfordernis, in den Entlastungsantr&auml;gen bereits grundlegende Angaben zu machen, die den Gegenstand des Begehrens im Kern bezeichnen und den Finanzbeh&ouml;rden eine Pr&uuml;fung der Entlastungsvoraussetzungen erm&ouml;glichen. Daher ist in den Antr&auml;gen nach den &sect;&sect;&nbsp;51 und 54 EnergieStG regelm&auml;&szlig;ig neben der Art und der Menge der eingesetzten Energieerzeugnisse sowohl der Entlastungszeitraum als auch ein bestimmter Ort anzugeben, auf den sich die beantragte Entlastung bezieht, wobei die Vollst&auml;ndigkeit dieser Angaben auch durch den Inhalt der zu verwendenden Vordrucke Nr.&nbsp;1115 und 1118 gew&auml;hrleistet werden soll. Daher kann ein Antrag nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG, der f&uuml;r einen bestimmten Standort unter Angabe der an diesem Standort eingesetzten Art und Menge an Energieerzeugnissen gestellt worden ist, nach Ablauf der Antragsfrist nicht nachtr&auml;glich um eine weitere Anlage an einem anderen Standort erg&auml;nzt werden. Dabei kann unter Ber&uuml;cksichtigung der besonderen Umst&auml;nde des Streitfalls offenbleiben, ob ein fristgerechter Antrag hinsichtlich anderer Umst&auml;nde, wie z.B. nachtr&auml;glich erkannter Fehler bei der Mengenermittlung der verwendeten Energieerzeugnisse, korrekturf&auml;hig w&auml;re und ob hierf&uuml;r die vorgeschriebenen amtlichen Vordrucke zu verwenden w&auml;ren. Auch bedarf es keiner Entscheidung dar&uuml;ber, ob im Streitfall einer &Auml;nderung bzw. Erg&auml;nzung der nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG fristgerecht gestellten Antr&auml;ge der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegenst&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin h&auml;tte das HZA bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung ihres Begehrens die nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG gestellten Antr&auml;ge nicht zugleich als zumindest hilfsweise gestellte Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG deuten m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich des Pr&uuml;fberichts vom 3.&nbsp;August 2005 war dem HZA bekannt, dass die Kl&auml;gerin an dem Standort X eine Anlage betrieb, in der sie die durch das Verbrennen von Erdgas in einem Spaltofen erzeugte W&auml;rme zur Herstellung von Vinylchlorid durch endotherme Spaltung von Dichlorethan verwendete. Damit ist davon auszugehen, dass dem HZA sowohl die genauen Betriebsverh&auml;ltnisse als auch die Erf&uuml;llung der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 Satz 1 EnergieStG (Verheizen von genau bezeichneten Erdgasmengen zu betrieblichen Zwecken durch ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes) bekannt gewesen sind. Unsicherheiten in der energiesteuerrechtlichen Beurteilung bestanden lediglich hinsichtlich der Frage, ob ein ausschlie&szlig;liches Verheizen vorlag oder ob das von der Kl&auml;gerin in der Vinylchloridanlage eingesetzte Erdgas in einem sog. &quot;dual-use-Prozess&quot; Verwendung fand, so dass zugleich die Voraussetzungen f&uuml;r eine vollst&auml;ndige Steuerentlastung erf&uuml;llt gewesen sind. Zur Kl&auml;rung dieser Frage war eine Klage beim FG D&uuml;sseldorf anh&auml;ngig. Gleichwohl konnte das HZA aufgrund des bisherigen Verhaltens der Kl&auml;gerin davon ausgehen, dass ihr die M&ouml;glichkeit einer Antragstellung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG bewusst gewesen ist, wie die f&uuml;r die anderen Standorte gestellten Antr&auml;ge belegen. Auch konnte das HZA daraus schlie&szlig;en, dass es sich bei der unterlassenen Antragstellung nicht etwa um ein Versehen, sondern um eine unternehmerische Entscheidung gehandelt hat, zumal die Kl&auml;gerin in Bezug auf die Erlangung einer Grundentlastung auf eine andere Bearbeitungsm&ouml;glichkeit ausdr&uuml;cklich hingewiesen worden ist. Es bestand f&uuml;r das HZA somit keine Veranlassung, die Bearbeitung der ausdr&uuml;cklich nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG gestellten Antr&auml;ge unter dem Gesichtspunkt einer Entlastung nach &sect;&nbsp;54 EnergieStG fortzusetzen. Im &Uuml;brigen kann vom jeweils zust&auml;ndigen Hauptzollamt grunds&auml;tzlich nicht verlangt werden, dass es ohne bestimmte Antr&auml;ge des Entlastungsberechtigten die vorliegenden Unterlagen daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft, ob von diesem noch weitere energiesteuerrechtliche Entlastungsanspr&uuml;che geltend gemacht werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.10.2015, VII R 16\/14 Entlastungsantrag nach &sect; 51 Abs. 1 EnergieStG beinhaltet nicht zugleich einen Entlastungsantrag nach &sect; 54 Abs. 1 EnergieStG Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 30. Januar 2014&nbsp;&nbsp;14 K 1414\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-16-14-entlastungsantrag-nach-par-51-abs-1-energiestg-beinhaltet-nicht-zugleich-einen-entlastungsantrag-nach-par-54-abs-1-energiestg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;16\/14 &#8211; Entlastungsantrag nach &sect; 51 Abs. 1 EnergieStG beinhaltet nicht zugleich einen Entlastungsantrag nach &sect; 54 Abs. 1 EnergieStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65925\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}