{"id":65928,"date":"2016-03-09T11:27:52","date_gmt":"2016-03-09T09:27:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65928"},"modified":"2016-03-09T11:27:52","modified_gmt":"2016-03-09T09:27:52","slug":"viii-r-37-13-verrechnung-von-dem-halbeinkuenfteverfahren-unterliegenden-veraeusserungsverlusten-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-13-verrechnung-von-dem-halbeinkuenfteverfahren-unterliegenden-veraeusserungsverlusten-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;37\/13 &#8211; Verrechnung von dem Halbeink&uuml;nfteverfahren unterliegenden Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.11.2015, VIII R 37\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Verrechnung von dem Halbeink&uuml;nfteverfahren unterliegenden Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Verluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1. Januar 2009 angeschafft wurden (sog. Altverluste), unterliegen auch nach dem Inkrafttreten der Abgeltungsteuer dem Halbeink&uuml;nfteverfahren.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die &Uuml;bergangsregelung zur Verrechnung von sog. Altverlusten mit Aktiengewinnen, die der Abgeltungsteuer unterliegen, ist verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 25. April 2013&nbsp;&nbsp;3 K 3273\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Im Streitjahr (2009) erzielte der Kl&auml;ger Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer K&ouml;rperschaft i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes (UntStRefG) 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) in H&ouml;he von 59.038&nbsp;EUR. Aus dem Verkauf von Wertpapieren, die er vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft und innerhalb von zw&ouml;lf Monaten ver&auml;u&szlig;ert hatte, entstand ein Verlust in H&ouml;he von 26.244&nbsp;EUR. Diesen legte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bei der Festsetzung der Einkommensteuer f&uuml;r 2009 unter Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens nur zur H&auml;lfte der Besteuerung zugrunde. Der von den Kl&auml;gern hiergegen erhobene Einspruch hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit Urteil vom 25.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3273\/11, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1219, als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision tragen die Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, das Urteil des FG verletze &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;9 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 und Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG). Das EStG enthalte keine Regelung, dass sog. Altverluste nach der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer lediglich zur H&auml;lfte mit positiven Eink&uuml;nften aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien zu verrechnen seien. Eine solche Beschr&auml;nkung der Verlustverrechnung versto&szlig;e gegen den Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit und das objektive Nettoprinzip des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Der endg&uuml;ltig aberkannte Verlust f&uuml;hre zudem zu einem Eingriff in Art.&nbsp;14 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz und die Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Oktober 2011 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 vom 3.&nbsp;Juni 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei der Berechnung der Eink&uuml;nfte, die nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 besteuert werden, Verluste aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. von &sect;&nbsp;23 EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung in H&ouml;he von 26.244&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung der vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafften Wertpapiere nur zur H&auml;lfte in H&ouml;he von 13.122&nbsp;EUR bei der Ermittlung der der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigen ist. Dies verletzt weder Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG noch Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Altverluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, k&ouml;nnen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;11 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG in der am 1.&nbsp;Januar 1999 geltenden Fassung, &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 i.V.m. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung, &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 i.V.m. &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;9 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 nur zur H&auml;lfte mit Kapitaleink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 verrechnet werden. Dies ist eindeutig gesetzlich geregelt, so dass die Regelung nicht gegen den Bestimmtheitsgrundsatz verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;11 Satz 4 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 ist &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG in der am 1.&nbsp;Januar 1999 geltenden Fassung letztmals auf Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte anzuwenden, bei denen die Wirtschaftsg&uuml;ter vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworben wurden. Nach dieser Regelung unterliegen private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte in Bezug auf Wertpapiere der Besteuerung nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als ein Jahr betr&auml;gt. Danach ist der Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Wertpapiere, die der Kl&auml;ger vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworben und im Streitjahr innerhalb der Jahresfrist wieder ver&auml;u&szlig;ert hat, steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Ver&auml;u&szlig;erungsverlust ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;3 Satz 2 und Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 nur zur H&auml;lfte bei der Einkommensbesteuerung zu ber&uuml;cksichtigen, da nach diesen &Uuml;bergangsregelungen das Halbeink&uuml;nfteverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EStG und das Halbabzugsverbot gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG, jeweils in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung, bei Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften, bei denen &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG in der am 1.&nbsp;Januar 1999 geltenden Fassung auch noch nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 Anwendung findet, weiterhin anzuwenden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz 1 Buchst.&nbsp;j EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung ist steuerfrei die H&auml;lfte des &quot;Ver&auml;u&szlig;erungspreises&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 EStG. Gemeint sind damit die Einnahmen und nicht der Gewinn bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an K&ouml;rperschaften (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;Oktober 2005 IX&nbsp;R&nbsp;15\/05, BFHE 211, 273, BStBl II 2006, 171; BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2010 IX&nbsp;B&nbsp;227\/09, BFHE 229, 177, BStBl II 2010, 627).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem entsprechend d&uuml;rfen nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz 1 EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung Ver&auml;u&szlig;erungskosten, die mit den dem &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung zugrunde liegenden Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, unabh&auml;ngig davon, in welchem Veranlagungszeitraum die Einnahmen anfallen, bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte nur zur H&auml;lfte abgezogen werden. Entsprechendes gilt, wenn bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte die Anschaffungskosten mindernd zu ber&uuml;cksichtigen sind. Aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich danach eindeutig, dass bei der Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens nicht der nach der Verrechnung mit dem Ver&auml;u&szlig;erungsverlust verbleibende Gewinn zu halbieren ist, sondern bereits bei der Berechnung des Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts der Ver&auml;u&szlig;erungspreis und die mit dem Erwerb der Wertpapiere zusammenh&auml;ngenden Anschaffungs- und Werbungskosten zu halbieren sind (BFH-Urteil in BFHE 211, 273, BStBl II 2006, 171). Die Regelung verst&ouml;&szlig;t somit nicht gegen den Bestimmtheitsgrundsatz, der vom Normgeber verlangt, dass die Rechtsvorschriften so genau zu fassen sind, dass die Betroffenen die Rechtslage erkennen und ihr Verhalten danach einrichten k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 2011 II&nbsp;R&nbsp;51\/10, BFH\/NV 2012, 790, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der BFH hat bereits entschieden, dass er das Halbeink&uuml;nfteverfahren (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG) und dessen typisierende Verkn&uuml;pfung mit dem Halbabzugsverbot (&sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG) f&uuml;r verfassungsgem&auml;&szlig; erachtet (BFH-Urteil in BFHE 211, 273, BStBl II 2006, 171; Senatsurteil vom 19.&nbsp;Juni 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;69\/05, BFHE 218, 251, BStBl II 2008, 551; Verfassungsbeschwerde wurde gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;93a, 93b des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes nicht zur Entscheidung angenommen, Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 9.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2221\/07). Es verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das objektive Nettoprinzip, wenn nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung dem halben Ver&auml;u&szlig;erungspreis die Anschaffungskosten nur zur H&auml;lfte gegen&uuml;bergestellt werden. Dadurch soll gew&auml;hrleistet werden, dass bei steuerfreien Einnahmen kein doppelter steuerlicher Vorteil durch den zus&auml;tzlichen Abzug von unmittelbar mit diesen zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen erzielt wird. Wird der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nur zur H&auml;lfte steuerrechtlich ber&uuml;cksichtigt, kann ihm auch nur die H&auml;lfte der korrespondierenden Anschaffungskosten gegen&uuml;ber gestellt werden. Bei einem Abzug in vollem Umfang k&ouml;nnten realisierte Wertsteigerungen entgegen dem Normzweck nicht vollst&auml;ndig, sondern nur erfasst werden, soweit sie die Anschaffungskosten &uuml;bersteigen (BFH-Urteil in BFHE 211, 273, BStBl II 2006, 171).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach der Rechtsprechung des BFH ist das Halbabzugsverbot auch im Verlustfall anzuwenden (BFH-Urteile vom 6.&nbsp;April 2011 IX&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 233, 442, BStBl II 2011, 785; vom 7.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;1\/11, BFH\/NV 2012, 937). Der Umstand, dass der Steuerpflichtige die zum Verlust f&uuml;hrenden Aufwendungen in voller H&ouml;he getragen hat, rechtfertigt keine volle Ber&uuml;cksichtigung der tats&auml;chlichen Aufwendungen, da diese nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG lediglich in typisierender Weise &#8211;h&auml;lftig&#8211; anzusetzen sind. Dass dies einen &quot;Fallbeileffekt&quot; bei auch nur geringen Einnahmen nach sich zieht, ist von der vom BFH als verfassungsgem&auml;&szlig; erachteten gesetzlichen Typisierung umfasst. Eine &#8211;teleologische oder ggf. verfassungskonforme&#8211; Einschr&auml;nkung des Halbabzugsverbots bei Verlusten in der Weise, dass die Anschaffungs- und Ver&auml;u&szlig;erungskosten der jeweiligen Anteile voll ber&uuml;cksichtigt werden, soweit sie den Ver&auml;u&szlig;erungs-\/Aufl&ouml;sungserl&ouml;s &uuml;bersteigen, kommt nicht in Betracht (vgl. BFH-Urteile in BFHE 233, 442, BStBl II 2011, 785, und in BFH\/NV 2012, 937).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der danach nur zur H&auml;lfte in H&ouml;he von 13.122&nbsp;EUR zu ber&uuml;cksichtigende Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung von vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafften Wertpapiere kann nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;9 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 abweichend von Satz&nbsp;7 der Vorschrift auch mit Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 verrechnet werden. Diese vom Gesetzgeber bei dem &Uuml;bergang vom Halbeink&uuml;nfteverfahren zur Abgeltungsteuer er&ouml;ffnete Optionsm&ouml;glichkeit bringt es mit sich, dass sich Altverluste bei der Verrechnung mit Kapitaleink&uuml;nften, die dem Besteuerungssystem der Abgeltungsteuer unterliegen, nur zur H&auml;lfte auswirken. Grund hierf&uuml;r ist, dass nach der Abschaffung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens f&uuml;r private Kapitalanleger ab dem Veranlagungszeitraum 2009 (&sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008) Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an K&ouml;rperschaften in voller H&ouml;he der Besteuerung zugrunde zu legen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die &Uuml;bergangsregelung verletzt nicht Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aus dem verfassungsrechtlichen Gebot der Gleichbehandlung nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG ergibt sich kein Anspruch des Kl&auml;gers, dass seine Verluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, bei der Verrechnung mit Gewinnen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 angeschafft wurden und dem Besteuerungsregime der Abgeltungsteuer unterliegen (&sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008), in voller H&ouml;he ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz gebietet, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Er gilt f&uuml;r ungleiche Belastungen wie auch f&uuml;r ungleiche Beg&uuml;nstigungen. Aus ihm ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber, die vom blo&szlig;en Willk&uuml;rverbot bis zu einer strengen Bindung an Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitserfordernisse reichen. Dem verfassungsrechtlichen Gebot der einkommensteuerlichen Lastengleichheit Rechnung tragend, bemisst der Einkommensteuergesetzgeber die im Einkommen einer bestimmten Person dokumentierte finanzielle Leistungsf&auml;higkeit nach dem objektiven und subjektiven Nettoprinzip. Dabei entfaltet das einfachrechtliche objektive Nettoprinzip insbesondere Bedeutung im Zusammenhang mit den Anforderungen an eine hinreichende Folgerichtigkeit bei der n&auml;heren Ausgestaltung der gesetzgeberischen Grundentscheidungen. Ausnahmen von dem Gebot gleicher Besteuerung bei gleicher Ertragskraft bed&uuml;rfen eines besonderen sachlichen Grundes (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;November 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2192\/05, BVerfGE 125, 1; vom 9.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/08, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/08, BVerfGE 122, 210, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen verletzt die nur h&auml;lftige Ber&uuml;cksichtigung der Altverluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, bei der Verrechnung mit Gewinnen aus Wertpapiergesch&auml;ften, die unter die Abgeltungsteuer fallen, nicht den Gleichbehandlungsgrundsatz gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Auch die Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, unterliegen nach der &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;3 Satz 2, Abs.&nbsp;4 Satz 2, Abs.&nbsp;11 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 dem Halbeink&uuml;nfteverfahren und werden lediglich zur H&auml;lfte und nach Ablauf der einj&auml;hrigen Haltefrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG in der am 1.&nbsp;Januar 1999 geltenden Fassung &uuml;berhaupt nicht besteuert. Insofern ist es folgerichtig und willk&uuml;rfrei, wenn der Gesetzgeber anordnet, dass auch bei der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung der Verluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, das Halbeink&uuml;nfteverfahren weiter Anwendung findet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworben wurden, werden durch die weitere Anwendung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG in der am 1.&nbsp;Januar 1999 geltenden Fassung gegen&uuml;ber Gewinnen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 erworben wurden, privilegiert. Zwar werden letztere nach dem Systemwechsel lediglich mit dem besonderen Steuersatz f&uuml;r Kapitaleink&uuml;nfte in H&ouml;he von 25&nbsp;% (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008), daf&uuml;r aber unabh&auml;ngig von einer Haltefrist stets besteuert (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008). Es kann danach nicht davon ausgegangen werden, dass die &Uuml;bergangsregelung zu einer erheblichen Ungleichbehandlung und Benachteiligung der Besteuerung der vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworbenen Wertpapiere gegen&uuml;ber der neuen Rechtslage f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Der h&auml;lftigen Abzugsbeschr&auml;nkung von Altverlusten steht auch nicht die Entscheidung des BVerfG vom 30.&nbsp;September 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1818\/91 (BVerfGE 99, 88) entgegen, nach der lediglich der v&ouml;llige Ausschluss einer Verlustverrechnung gegen das Gleichbehandlungsgebot verst&ouml;&szlig;t. Der Gesetzgeber hat durch die Verlustverrechnungsm&ouml;glichkeit des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;9 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 der Gefahr entgegengewirkt, dass aus Gesch&auml;ften mit Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, Totalverluste entstehen (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;59; Musil in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;323). Altverluste aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften k&ouml;nnen danach f&uuml;r eine &Uuml;bergangszeit von f&uuml;nf Jahren (&sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;11 Satz&nbsp;11 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008) sowohl mit Gewinnen aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 als auch mit Ertr&auml;gen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalanlagen verrechnet werden, die nach der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht mehr von &sect;&nbsp;23 EStG erfasst werden, sondern der Besteuerung nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 unterliegen. Dies wahrt &#8211;auch im Hinblick auf die Halbierung der Altverluste&#8211; die Grenze der Zumutbarkeit, zumal der nach der Verrechnung verbleibende Gewinn nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 lediglich mit dem Abgeltungsteuersatz in H&ouml;he von 25&nbsp;% besteuert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Zudem besteht weiterhin die M&ouml;glichkeit, Altverluste aus Wertpapiergesch&auml;ften mit Gewinnen aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 zu verrechnen. Insoweit hat der Gesetzgeber die Altverluste gegen&uuml;ber Verlusten aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 angeschafft wurden, privilegiert. Da diese Verluste nach &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 nicht mehr als private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG, sondern als negative Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz 1 Nr.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 zu qualifizieren sind, k&ouml;nnen sie aufgrund des Verlustverrechnungsverbots des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 nicht mehr mit Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten, somit auch nicht mit Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;23 EStG, verrechnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Selbst wenn man der Auffassung der Kl&auml;ger folgen w&uuml;rde, dass der Verlust des Einkunftsminderungspotentials bei dem &Uuml;bergang vom Halbeink&uuml;nfteverfahren zur Abgeltungsteuer zu einer Ungleichbehandlung f&uuml;hrt, liegen sachliche Gr&uuml;nde vor, die diese Ungleichbehandlung rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Bei der Bindung des Gesetzgebers an den Gleichheitssatz ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass das BVerfG dem Gesetzgeber bei der Umstrukturierung komplexer Regelungssysteme einen besonders weiten Spielraum bei der Ausgestaltung von &Uuml;bergangsvorschriften einr&auml;umt (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1, 18, m.w.N.). Diesbez&uuml;glich hat das BVerfG mit Urteil in BVerfGE 122, 210, 241&nbsp;f. betont, dass die dem Steuergesetzgeber zustehende Gestaltungsfreiheit von Verfassungs wegen die Befugnis umfasst, neue Regeln einzuf&uuml;hren, ohne durch Grunds&auml;tze der Folgerichtigkeit an fr&uuml;here Grundentscheidungen gebunden zu sein. Dies setzt allerdings voraus, dass wirklich ein neues Regelwerk geschaffen wird; anderenfalls lie&szlig;e sich jedwede Ausnahmeregelung als (Anfang einer) Neukonzeption deklarieren. Eine erhebliche Ungleichbehandlung, die jeglichen sachlichen Grundes entbehrt, weil alle vom Gesetzgeber angestrebten Regelungsziele auch unter Vermeidung der ungleichen Behandlung und ohne Inkaufnahme anderer Nachteile erreicht werden k&ouml;nnen, braucht von den Betroffenen nicht hingenommen zu werden (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1, 23). Jedoch darf der Gesetzgeber bei einem grundlegenden Systemwechsel f&uuml;r die &Uuml;bergangszeit die Notwendigkeit einfacher, praktikabler und gesamtwirtschaftlich tragf&auml;higer L&ouml;sungen in die Abw&auml;gung mit den Erfordernissen einer folgerichtigen Ausrichtung der Einkommensbesteuerung an der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit der Steuerpflichtigen einstellen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 29.&nbsp;September 2015&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2683\/11, juris Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Gemessen an diesen Grunds&auml;tzen verst&ouml;&szlig;t die Halbierung des Einkunftsminderungspotentials der Altverluste bei der Verrechnung mit Gewinnen aus Wertpapiergesch&auml;ften, die der Abgeltungsteuer unterliegen, nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Gesetzgeber hat mit der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht nur eine punktuelle &Auml;nderung einzelner Besteuerungsgrundlagen, sondern einen grundlegenden Systemwechsel hinsichtlich der Besteuerung von Kapitaleink&uuml;nften ins Werk gesetzt. Er hat die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen, die nicht vorrangig anderen Einkunftsarten zuzuordnen sind, durch die Einf&uuml;hrung einer Schedule von der nach &sect;&nbsp;2 EStG zu berechnenden synthetischen Einkommensteuer ausgenommen. Dabei weist die Neuregelung der Besteuerung von Kapitaleink&uuml;nften angesichts der Eckpunkte des Paradigmenwechsels das f&uuml;r einen Prinzipien- und Systemwechsel erforderliche Mindestma&szlig; aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen im privaten Bereich unterliegen nicht mehr dem progressiven Steuersatz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32a EStG, sondern werden mit einem Steuerabzug in H&ouml;he von 25&nbsp;% (zuz&uuml;gl. Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchensteuer) pauschal abgeltend besteuert (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008). Das Halbeink&uuml;nfteverfahren findet keine Anwendung mehr. Der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 angeschafft wurden, unterliegt nicht mehr der Besteuerung nach &sect;&nbsp;23 EStG, sondern unabh&auml;ngig von einer Haltefrist der Besteuerung nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008. Der Sparer-Freibetrag und Werbungskosten-Pauschbetrag wurden zu einem Sparer-Pauschbetrag in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR zusammengefasst. Der Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten ist &#8211;im Unterschied zu der alten Regelung&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 ausgeschlossen. Dies gilt nach der gesetzlichen Regelung auch dann, wenn der Steuerpflichtige im Rahmen der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung die Anwendung des progressiven Steuersatzes w&auml;hlt (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9, &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008). Schlie&szlig;lich sind Verluste aus Kapitaleink&uuml;nften aufgrund der Einf&uuml;hrung der Schedule nur noch beschr&auml;nkt verrechenbar (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Den danach bestehenden weiten Gestaltungsspielraum hat der Gesetzgeber bei der gesetzlichen Ausgestaltung des &Uuml;bergangs vom Halbeink&uuml;nfteverfahren zur Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte nach der Abgeltungsteuer nicht &uuml;berschritten. Er verfolgte mit den &Uuml;bergangsvorschriften das legitime Ziel, &Auml;nderungen im Bereich der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften und damit insgesamt den Systemwechsel zur Abgeltungsteuer erst zum 1.&nbsp;Januar 2009 in Kraft treten zu lassen. Im Ergebnis sollten alle Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte, bei denen die Anschaffung vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erfolgt war, noch nach der alten Rechtslage, also nach dem Halbeink&uuml;nfteverfahren, besteuert werden (vgl. BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;33, 72&nbsp;f.). Dieses Vereinfachungsziel liefert einen tragf&auml;higen Sachgrund f&uuml;r die ungleiche Steuerbelastung bei der Verrechnung von Altverlusten mit Gewinnen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalanlagen, die der Abgeltungsteuer unterliegen, im Vergleich zur Verrechnung von Altverlusten mit Gewinnen, die nach dem System des Halbeink&uuml;nfteverfahrens nur zur H&auml;lfte der Besteuerung zugrunde zu legen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch in zeitlicher Hinsicht f&uuml;hrt die &Uuml;bergangsregelung nicht zu einem Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Die &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers wird zwar durch rechtsstaatlich und grundrechtlich begr&uuml;ndete R&uuml;ckwirkungsverbote und Gebote abgewogenen Vertrauensschutzes begrenzt (s. nachfolgend unter 3.). Dem Gesetzgeber ist es jedoch durch Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG grunds&auml;tzlich nicht verwehrt, zur Regelung bestimmter Sachverhalte Stichtage einzuf&uuml;hren, obwohl jeder Stichtag unvermeidliche H&auml;rten mit sich bringt. Deren Einf&uuml;hrung und die Wahl des Zeitpunkts m&uuml;ssen sich jedoch am gegebenen Sachverhalt orientieren und damit sachlich vertretbar sein (BVerfG-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/00, BVerfGE 123, 111, 128).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist vorliegend der Fall. Die Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer zum 1.&nbsp;Januar 2009 erfolgte mit dem Ziel, hinsichtlich der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen die Standortattraktivit&auml;t der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Wettbewerb f&uuml;r private Anleger, die ihr Kapital ohne gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten auch im Ausland anlegen k&ouml;nnten, durch eine leicht erkennbare Belastungsminderung zu erh&ouml;hen (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;1). Dieses verfassungsrechtlich zu billigende gesetzgeberische Ziel (vgl. BVerfG-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1493\/89, BVerfGE 84, 239, 282) liefert hinreichende sachliche Gr&uuml;nde f&uuml;r die damit verbundene Ungleichbehandlung des Kl&auml;gers in der Zeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bergangsregelung verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten abgeleitete R&uuml;ckwirkungsverbot (BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1, 16&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Voraussetzungen f&uuml;r eine echte R&uuml;ckwirkung, bei der die Rechtsfolge einer Rechtsnorm mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen), liegen nicht vor. Aufgrund der &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;10 und Abs.&nbsp;11 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 gilt hinsichtlich der Besteuerung von Gewinnen und Verlusten aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 angeschafft wurden, die alte Rechtslage auch nach der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer fort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine nachtr&auml;gliche, belastende &Auml;nderung der Rechtsfolge eines in der Vergangenheit liegenden Verhaltens erfolgt jedoch dadurch, dass Altverluste sich nach dem Systemwechsel bei der Verlustverrechnung mit Gewinnen, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 der Abgeltungsteuer unterliegen, nur noch zur H&auml;lfte auswirken. Selbst wenn man davon ausginge, dass es sich insoweit um eine unechte R&uuml;ckwirkung handelt, da die belastende Rechtsfolge der Halbierung des Einkunftsminderungspotentials erst nach der Verk&uuml;ndung der &Uuml;bergangsregelungen der Abgeltungsteuer eingetreten ist, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt, dem Erwerb der Wertpapiere vor dem 1.&nbsp;Januar 2009, ausgel&ouml;st wurde (tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung), begegnet dies keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar kommt dem Verlustverrechnungsanspruch ein wirtschaftlicher Verm&ouml;genswert zu, der durch die &Uuml;bergangsregelung bei der Verrechnung mit Gewinnen, die der Abgeltungsteuer unterliegen, zur H&auml;lfte entwertet wird. Jedoch ist dieser Einkommensteuerminderungsanspruch von der Entstehung positiver Gesamtbetr&auml;ge der Eink&uuml;nfte abh&auml;ngig und somit aufschiebend bedingt (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17.&nbsp;Dezember 2007 GrS&nbsp;2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.II.2.). Danach konnte mit einer vollen Verlustverrechnung im Zeitpunkt des Erwerbs der Wertpapiere nicht sicher gerechnet werden. Die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, Gewinne aufgrund einer Verlustverrechnung sp&auml;ter steuerfrei vereinnahmen zu k&ouml;nnen, begr&uuml;ndet keine vertrauensrechtlich gesch&uuml;tzte Position (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 1, 20&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die &Uuml;bergangsregelung ist zudem im Hinblick auf eine ggf. bestehende unechte R&uuml;ckwirkung verfassungsrechtlich gerechtfertigt. Sie ist zur F&ouml;rderung des Gesetzeszweckes geeignet und erforderlich. Bei einer Gesamtabw&auml;gung zwischen dem Gewicht des entt&auml;uschten Vertrauens und dem Gewicht der Dringlichkeit der die Rechts&auml;nderung rechtfertigenden Gr&uuml;nde wird die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt, zumal der nach der Verrechnung mit den Altverlusten verbleibende Gewinn nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 lediglich dem Abgeltungsteuersatz in H&ouml;he von 25&nbsp;% unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schlie&szlig;lich liegt auch kein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG vor. Eine Beeintr&auml;chtigung des Eigentums durch die angefochtene Regelung ist weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.11.2015, VIII R 37\/13 Verrechnung von dem Halbeink&uuml;nfteverfahren unterliegenden Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer Leits&auml;tze 1. Verluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Wertpapieren, die vor dem 1. Januar 2009 angeschafft wurden (sog. Altverluste), unterliegen auch nach dem Inkrafttreten der Abgeltungsteuer dem Halbeink&uuml;nfteverfahren. 2. Die &Uuml;bergangsregelung zur Verrechnung von sog. Altverlusten mit Aktiengewinnen, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-13-verrechnung-von-dem-halbeinkuenfteverfahren-unterliegenden-veraeusserungsverlusten-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;37\/13 &#8211; Verrechnung von dem Halbeink&uuml;nfteverfahren unterliegenden Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65928\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}