{"id":65930,"date":"2016-03-09T11:28:35","date_gmt":"2016-03-09T09:28:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65930"},"modified":"2016-03-09T11:28:35","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:35","slug":"viii-r-68-13-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung-verfahrensmangel-is-von-par-119-nr-6-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-68-13-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung-verfahrensmangel-is-von-par-119-nr-6-fgo\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;68\/13 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung &#8211; Verfahrensmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2015, VIII R 68\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung &#8211; Verfahrensmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 9 AO schlie&szlig;t den Eintritt der Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO nicht generell aus, wenn die Ermittlungen der Steuerfahndung vor dem Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist beginnen und die Steuerfestsetzung auf den Ermittlungen der Steuerfahndung beruht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Im Falle der Zusammenveranlagung von Ehegatten ist die Frage, ob Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten ist, f&uuml;r jeden Ehegatten gesondert zu pr&uuml;fen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 22. Mai 2013&nbsp;&nbsp;8 K 3796\/11, der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom 4. Juli 2011 nebst Zinsbescheid sowie die Einspruchsentscheidung vom 14. November 2011 insoweit aufgehoben, als sie die Kl&auml;gerin betreffen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Revision des Kl&auml;gers hat der Kl&auml;ger die Kosten zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Revision der Kl&auml;gerin hat der Beklagte die Kosten des gesamten Verfahrens zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Sie haben im Jahr 2000 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (1999) abgegeben. Am 5.&nbsp;M&auml;rz 2010 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger beim FA Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2008 nach, die er f&uuml;r das Streitjahr sch&auml;tzte, da ihm keine Bankunterlagen vorlagen. Er k&uuml;ndigte an, die genauen Angaben zu den hinterzogenen Kapitaleink&uuml;nften nachzureichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2010 teilte die Straf- und Bu&szlig;geldsachenstelle des Finanzamts f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung dem Kl&auml;ger die Einleitung des Strafverfahrens wegen des Verdachts der Einkommensteuerhinterziehung in den Jahren 2004 bis 2008 mit. Die Steuerfahndungsstelle des Finanzamts f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung teilte dem Kl&auml;ger mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 unter Hinweis auf die Selbstanzeige und das steuerstrafrechtliche Ermittlungsverfahren mit, dass sie mit der &Uuml;berpr&uuml;fung der Selbstanzeige f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2008 beauftragt worden sei. Sie forderte ihn auf, u.a. Depotausz&uuml;ge, Unterlagen &uuml;ber unterj&auml;hrige Aktien- und Fondsverk&auml;ufe sowie Einzelbelege f&uuml;r die auf dem Bankkonto gutgeschriebenen Verg&uuml;tungen vorzulegen. Das Ergebnis der Auswertung der vom Kl&auml;ger nachgereichten Unterlagen, das betragsm&auml;&szlig;ig nicht mit den Angaben in der Selbstanzeige &uuml;bereinstimmte, teilte die Steuerfahndungsstelle dem Kl&auml;ger mit Schreiben vom 19.&nbsp;April 2011 mit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom 4.&nbsp;Juli 2011 erh&ouml;hte das FA die bisher angesetzten Kapitaleink&uuml;nfte. Der von den Kl&auml;gern hiergegen erhobene Einspruch hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit Urteil vom 22.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;3796\/11 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung von materiellem Recht und von Verfahrensrecht. Das FG habe weder festgestellt, welche Ermittlungen die Steuerfahndung angestellt habe, noch dass der ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid auf diesen beruhe. Dies sei jedoch Voraussetzung f&uuml;r die Hemmung der Festsetzungsverj&auml;hrung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO. Die Entscheidung des FG sei danach nicht mit Gr&uuml;nden versehen, so dass ein absoluter Revisionsgrund i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung (FGO) vorliege. Das FG habe zudem verkannt, dass die Hemmung der Verj&auml;hrung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO eine Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO ausschlie&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG vom 22.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;3796\/11 und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom 4.&nbsp;Juli 2011 nebst Zinsbescheid sowie die Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;November 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil beruht nicht auf einer Verletzung von Bundesrecht. Es liegt weder der von dem Kl&auml;ger geltend gemachte absolute Revisionsgrund des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO vor, noch verletzt die Entscheidung &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt zu Unrecht, die Entscheidung des FG sei nicht mit Gr&uuml;nden versehen (&sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein solcher Verfahrensmangel liegt nur dann vor, wenn die Urteilsgr&uuml;nde ganz oder zum Teil fehlen und sie den Prozessbeteiligten keine Kenntnis dar&uuml;ber vermitteln, auf welchen Feststellungen, Erkenntnissen und rechtlichen &Uuml;berlegungen das Urteil beruht. Dies erfordert nicht, dass jedes Vorbringen der Beteiligten im Einzelnen er&ouml;rtert werden m&uuml;sste; vielmehr liegt ein Verfahrensmangel i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO erst dann vor, wenn den Beteiligten die M&ouml;glichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dagegen ist ein dahingehender Verfahrensmangel nicht gegeben, wenn noch zu erkennen ist, welche &Uuml;berlegungen f&uuml;r das Gericht ma&szlig;geblich waren (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;August 2012 IX&nbsp;B&nbsp;51\/12, BFH\/NV 2012, 1823, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ist im vorliegenden Fall ein Revisionsgrund nach &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO nicht gegeben. Das FG hat in den Gr&uuml;nden seiner Entscheidung ausgef&uuml;hrt, dass der Ablauf der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO gehemmt gewesen sei, so dass der angefochtene Einkommensteuerbescheid noch vor Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ergangen sei. Das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO hat es bejaht, da die Steuerfahndungsstelle vor Ablauf der regul&auml;ren Festsetzungsfrist mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 mit f&uuml;r den Kl&auml;ger erkennbaren Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr begonnen habe. Das FG hat auch ausreichend deutlich zu erkennen gegeben, dass nach seiner Auffassung der angefochtene Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid auf den Ermittlungen der Steuerfahndung beruhte. Denn es hat festgestellt, dass der Kl&auml;ger erst aufgrund des Schreibens der Steuerfahndungsstelle vom 6.&nbsp;Dezember 2010 die f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung der Selbstanzeige erforderlichen Unterlagen vorgelegt habe und auf das Ergebnis der Ermittlungen der Steuerfahndung in seinem Urteil verwiesen. Aus diesen Ausf&uuml;hrungen wird hinreichend deutlich, aus welchen Gr&uuml;nden das FG die Klage abgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass zum Zeitpunkt der ge&auml;nderten Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 1999 gegen den Kl&auml;ger Festsetzungsverj&auml;hrung noch nicht eingetreten war, da diese nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO gehemmt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Beginnen die mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen einer Landesfinanzbeh&ouml;rde vor Ablauf der Festsetzungsfrist beim Steuerpflichtigen mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen, l&auml;uft die Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO insoweit nicht ab, bevor die aufgrund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind. Voraussetzung f&uuml;r die verj&auml;hrungshemmende Wirkung der Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen ist, dass f&uuml;r den Steuerpflichtigen erkennbar ist, dass in seinen Steuerangelegenheiten ermittelt wird (Senatsurteil vom 8.&nbsp;Juli 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/07, BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583, m.w.N.). Dagegen setzt der Eintritt der Hemmungswirkung nach dem Wortlaut der Vorschrift nicht voraus, dass die Abgabe des Falls an die Steuerfahndung in den Akten des FA ausreichend dokumentiert wird, so dass die diesbez&uuml;glichen Einwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls nicht erheblich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umfang der Ablaufhemmung h&auml;ngt davon ab, auf welche Steueranspr&uuml;che sich die Pr&uuml;fung w&auml;hrend ihres Verlaufs tats&auml;chlich erstreckt hat. Steht fest, dass sich Ermittlungshandlungen auf bestimmte Veranlagungszeitr&auml;ume erstrecken, ist der Umfang der Ablaufhemmung noch nicht abschlie&szlig;end bestimmt, da nicht die Festsetzungsfrist f&uuml;r den gesamten Steueranspruch gehemmt wird, sondern Ablaufhemmung nur hinsichtlich der Steuern eintritt, die sich aus Sachverhalten ergeben, die Gegenstand der Ermittlungen waren. Die Ablaufhemmung endet, wenn aufgrund der Pr&uuml;fung Steuerbescheide ergangen und diese unanfechtbar sind (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Februar 2003 X&nbsp;R&nbsp;62\/00, BFH\/NV 2003, 740; vom 14.&nbsp;April 2005 XI&nbsp;R&nbsp;83\/03, BFH\/NV 2005, 1961; vom 8.&nbsp;Juli 2009 XI&nbsp;R&nbsp;41\/08, BFH\/NV 2010, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ist die Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO bereits vor dem Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1999 wurde im Jahr 2000 abgegeben. Damit fiel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO der Beginn der Festsetzungsfrist auf das Jahresende 2000. Nach den von den Beteiligten nicht in Zweifel gezogenen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG verl&auml;ngerte sich die Festsetzungsfrist aufgrund der Steuerhinterziehung des Kl&auml;gers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO von vier auf zehn Jahre und endete am 31.&nbsp;Dezember 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach den Feststellungen des FG hat die Steuerfahndungsstelle mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 &#8211;also vor Ablauf der Festsetzungsfrist am 31.&nbsp;Dezember 2010&#8211; mit der Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen begonnen, indem sie den Kl&auml;ger aufforderte, Unterlagen der Banken in Bezug auf die nacherkl&auml;rten Kapitaleink&uuml;nfte f&uuml;r das Streitjahr vorzulegen. Hierbei handelte es sich &#8211;entgegen dem Wortlaut des Schreibens&#8211; nicht nur um eine &Uuml;berpr&uuml;fung der dem FA bereits bekannten Tatsachen, sondern um f&uuml;r den Kl&auml;ger erkennbare gewichtige eigene Ermittlungsma&szlig;nahmen der Steuerfahndung i.S. des &sect;&nbsp;208 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO. F&uuml;r die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen durch die Steuerfahndung bestand auch ein hinreichender Anlass, da der Kl&auml;ger die hinterzogenen Kapitaleink&uuml;nfte f&uuml;r das Jahr 1999 in der Selbstanzeige vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2010 lediglich gesch&auml;tzt hatte. F&uuml;r den Kl&auml;ger war danach erkennbar, auf welche Besteuerungsgrundlagen sich die Ermittlungen der Steuerfahndung bezogen. Das Ergebnis der Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen wurde dem Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG mit Schreiben der Steuerfahndungsstelle vom 19.&nbsp;April 2011 mitgeteilt. Dieses wich von den Angaben in der Selbstanzeige ab, so dass f&uuml;r den Kl&auml;ger auch erkennbar war, dass der ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid auf den Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen durch die Steuerfahndung beruhte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers ist die Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO nicht deshalb entfallen, weil das Ermittlungsverfahren der Steuerfahndung f&uuml;r mehr als sechs Monate unterbrochen wurde (&sect;&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz, 171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO). Die Steuerfahndungsstelle hat dem Kl&auml;ger den Stand der Ermittlungen mit Schreiben vom 19.&nbsp;April 2011 mitgeteilt. Danach haben die Ermittlungen der Steuerfahndung nicht unmittelbar nach ihrem Beginn mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 mehr als sechs Monate geruht. Sollte der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen darauf abstellen, dass bereits vor dem Schreiben der Steuerfahndungsstelle vom 6.&nbsp;Dezember 2010 Ermittlungsma&szlig;nahmen aufgenommen und unmittelbar nach ihrem Beginn unterbrochen wurden, kann auch dies der Revision nicht zum Erfolg verhelfen. In diesem Fall gilt die Wiederaufnahme der Pr&uuml;fung mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 als neue Pr&uuml;fung i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO, die erneut eine Hemmungswirkung entfaltet, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten war (vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;Juli 1998 IV&nbsp;R&nbsp;39\/97, BFHE 186, 299, BStBl II 1999, 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO steht nicht entgegen, dass aufgrund der Selbstanzeige (zeitweise) auch der Hemmungstatbestand des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO erf&uuml;llt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Ablauf der Festsetzungsfrist am 31.&nbsp;Dezember 2010 wurde durch den Eingang der Selbstanzeige des Kl&auml;gers am 5.&nbsp;M&auml;rz 2010 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO f&uuml;r die Dauer eines Jahres gehemmt. Nach der Rechtsprechung des BFH schlie&szlig;t eine Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO eine weitere Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO nicht aus, sofern deren Voraussetzungen vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist verwirklicht wurden (Senatsurteil in BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583; so auch Paetsch in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;171 Rz&nbsp;155; Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;171 AO Rz&nbsp;84; a.A. Klein\/ R&uuml;sken, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;171 Rz&nbsp;93; Banniza in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;171 AO Rz&nbsp;188). Dies ist vorliegend der Fall, da die Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO aufgrund der Ermittlungen der Steuerfahndung mit Schreiben vom 6.&nbsp;Dezember 2010 vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist eingetreten war. Es lag danach keine unzul&auml;ssige Kombination der Festsetzungshemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO mit der Auswertungsfrist des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) W&uuml;rde man der Rechtsauffassung des Kl&auml;gers folgen und h&auml;tte der Eintritt der Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO generell den Ausschluss der Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO zur Folge, h&auml;tte es der Steuerpflichtige in der Hand, durch eine Selbstanzeige die Zeit f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung und Ermittlung der hinterzogenen Steuern durch das Finanzamt auf ein Jahr zu begrenzen. Zwar hat der Senat in seiner Entscheidung in BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583 ausgef&uuml;hrt, dass der Gesetzgeber mit der Regelung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO dem Fiskus zur Auswertung einer Selbstanzeige bewusst eine Auswertungsfrist von einem Jahr gew&auml;hrt und eine zeitlich unbegrenzte Ablaufhemmung nicht geschaffen habe. Er ist dabei jedoch davon ausgegangen, dass die Bew&auml;ltigung der Auswertungsarbeiten innerhalb eines Jahres objektiv auch ohne weiteres m&ouml;glich ist, da eine Selbstanzeige i.S. des &sect;&nbsp;371 Abs.&nbsp;1 AO nur dann vorliegt, wenn das Finanzamt durch die Angaben in der Berichtigungserkl&auml;rung in die Lage versetzt wird, ohne langwierige gro&szlig;e Nachforschungen die zutreffende Steuer &#8211;gegebenenfalls im Sch&auml;tzungswege&#8211; festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischenzeitlich hat der BFH jedoch in seinem Urteil vom 21.&nbsp;April 2010 X&nbsp;R&nbsp;1\/08 (BFHE 229, 49, BStBl II 2010, 771) entschieden, dass an eine zur Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO f&uuml;hrende Selbstanzeige geringere Anforderungen zu stellen sind, als an eine die Straffreiheit bewirkende Selbstanzeige i.S. des &sect;&nbsp;371 AO. Ausreichend f&uuml;r den Beginn der Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO ist, dass die angezeigte Steuerverk&uuml;rzung dem Grunde nach individualisiert werden kann. Das FA wird danach nicht in jedem Fall durch die Selbstanzeige in die Lage versetzt, ohne langwierige eigene Ermittlungen die zutreffende Steuer festzusetzen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Steuerpflichtige &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; die hinterzogenen Eink&uuml;nfte sch&auml;tzt und die einj&auml;hrige Frist des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO zur &Uuml;berpr&uuml;fung und Auswertung der Selbstanzeige nicht ausreichend ist. In diesem Fall kann das FA nicht darauf verwiesen werden, auf die noch fehlenden Angaben des Steuerpflichtigen bis zum Ablauf der einj&auml;hrigen Hemmungsfrist des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO zu warten, sondern muss die M&ouml;glichkeit haben, &#8211;vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist&#8211; eigene Ermittlungen durch die Steuerfahndung anzustellen, die zur Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO f&uuml;hren (Paetsch in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;171 Rz&nbsp;155). Voraussetzung f&uuml;r eine Hemmung ist jedoch auch in diesem Fall, dass die Steuerfestsetzung auf den Ermittlungen der Steuerfahndung beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dagegen bestehen keine rechtsstaatlichen Bedenken, da dem Interesse des Steuerpflichtigen, nach einer Selbstanzeige nicht durch weitere Ermittlungsma&szlig;nahmen belastet zu werden, die Pflicht des Staates entgegensteht, eine gesetzm&auml;&szlig;ige und gleichm&auml;&szlig;ige Steuerfestsetzung zu gew&auml;hrleisten (vgl. Senatsurteil vom 4.&nbsp;Oktober 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/04, BFHE 215, 12, BStBl II 2007, 227).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet und deren Klage ist stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Das angefochtene Urteil und der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1999 vom 4.&nbsp;Juli 2011 nebst Zinsbescheid sowie die Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;November 2011 sind insoweit rechtswidrig und aufzuheben, als sie die Kl&auml;gerin betreffen. Die &Auml;nderung der Steuerfestsetzung gegen die Kl&auml;gerin war unzul&auml;ssig, da die Festsetzungsfrist abgelaufen war (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1999 wurde von der Kl&auml;gerin gemeinsam mit dem Kl&auml;ger im Jahr 2000 abgegeben, so dass der Beginn der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO auf das Jahresende 2000 fiel. Selbst wenn auch in Bezug auf die Kl&auml;gerin eine Anwendung der zehnj&auml;hrigen Festsetzungsfrist wegen des Vorliegens einer Steuerhinterziehung nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO in Betracht k&auml;me, war im Zeitpunkt des Ergehens des ge&auml;nderten Bescheids vom 4.&nbsp;Juli 2011 die Festsetzungsfrist am 31.&nbsp;Dezember 2010 bereits abgelaufen. Die Ermittlungen der Steuerfahndung vom 6.&nbsp;Dezember 2010 richteten sich allein gegen den Kl&auml;ger, so dass in Bezug auf die Kl&auml;gerin keine Hemmung des Ablaufs der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO eingetreten war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem steht nicht entgegen, dass gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger zum Zeitpunkt des Erlasses des ge&auml;nderten Zusammenveranlagungsbescheids vom 4.&nbsp;Juli 2011 noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten war. Auch im Falle der Zusammenveranlagung von Ehegatten ist die Frage, ob Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten ist, f&uuml;r jeden Ehegatten gesondert zu pr&uuml;fen (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2006 X&nbsp;R&nbsp;42\/05, BFHE 212, 421, BStBl II 2007, 220).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung folgt f&uuml;r den Kl&auml;ger aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO und f&uuml;r die Kl&auml;gerin aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.11.2015, VIII R 68\/13 Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung &#8211; Verfahrensmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO Leits&auml;tze 1. Die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 9 AO schlie&szlig;t den Eintritt der Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO nicht generell aus, wenn die Ermittlungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-68-13-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige-verjaehrungshemmende-wirkung-einer-fahndungspruefung-verfahrensmangel-is-von-par-119-nr-6-fgo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;68\/13 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige &#8211; verj&auml;hrungshemmende Wirkung einer Fahndungspr&uuml;fung &#8211; Verfahrensmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65930","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65930\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}