{"id":65938,"date":"2016-03-09T11:28:43","date_gmt":"2016-03-09T09:28:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65938"},"modified":"2016-03-09T11:28:43","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:43","slug":"vi-r-74-14-kein-lohn-durch-eigene-berufshaftpflichtversicherung-einer-rechtsanwalts-gmbh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-74-14-kein-lohn-durch-eigene-berufshaftpflichtversicherung-einer-rechtsanwalts-gmbh\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;74\/14 &#8211; Kein Lohn durch eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2015, VI R 74\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Lohn durch eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH nach &sect; 59j BRAO f&uuml;hrt nicht zu Lohn bei den angestellten Anw&auml;lten. Die Rechtsanwalts-GmbH wendet dadurch weder Geld noch einen geldwerten Vorteil in Form des Versicherungsschutzes zu.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 4. November 2014&nbsp;&nbsp;2 K 95\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Beitragszahlungen einer Rechtsanwalts-GmbH zu deren eigener Berufshaftpflichtversicherung als Arbeitslohn ihrer angestellten Rechtsanw&auml;lte zu behandeln sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine Rechtsanwaltsgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH; sie ber&auml;t insbesondere bei grenz&uuml;berschreitenden Sachverhalten mit internationalem Bezug. Ausschlie&szlig;lich die Kl&auml;gerin tritt gegen&uuml;ber Mandanten als Vertragspartei auf, schlie&szlig;t die Mandatsvertr&auml;ge und ist in der Prozessvollmacht genannt. Den zur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin berechtigten Personen ist arbeitsvertraglich eine eigene anwaltliche T&auml;tigkeit untersagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schloss als alleinige Versicherungsnehmerin eine eigene Berufshaftpflichtversicherung ab. Die Versicherungssummen beliefen sich zun&auml;chst entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des &sect;&nbsp;59j Abs.&nbsp;2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) zur Mindestversicherungssumme einer Rechtsanwalts-GmbH auf 2,5&nbsp;Mio.&nbsp;EUR je Versicherungsfall und einer H&ouml;chstleistung von 10&nbsp;Mio.&nbsp;EUR je Versicherungsjahr. Diese Versicherungssummen wurden zum 1.&nbsp;Januar 2009 auf 10 bzw. 20&nbsp;Mio.&nbsp;EUR erh&ouml;ht und eine bisher zus&auml;tzlich bestehende Exzedentenversicherung mit der allgemeinen Haftpflichtversicherung zusammengelegt. Versichert war das Risiko der weltweiten T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als selbst&auml;ndig zugelassene Rechtsanwalts-GmbH. Die Versicherung umfasste Sch&auml;den, die durch die Kl&auml;gerin selbst oder durch eine Person verursacht wurden, f&uuml;r die sie nach &sect;&nbsp;278 oder &sect;&nbsp;831 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) einzustehen hatte. Die H&ouml;he der Versicherungspr&auml;mien war an Anzahl, Funktion und zeitlichem Umfang der T&auml;tigkeit der von der Kl&auml;gerin besch&auml;ftigten Rechtsanw&auml;lte unter Ber&uuml;cksichtigung deren Stellung als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Prokurist oder einfacher angestellter Anwalt ausgerichtet. Der Versicherungsschein nannte die einzelnen Rechtsanw&auml;lte unter der Rubrik &quot;Versichertes Risiko und Beitragsberechnung&quot; namentlich mit einem anhand dieser Kriterien ermittelten, auf sie rechnerisch entfallenden Versicherungsbeitrag. Die Summe dieser Beitr&auml;ge entsprach der von der Kl&auml;gerin zu zahlenden Gesamtpr&auml;mie. Jeder angestellte Anwalt der Kl&auml;gerin unterhielt zudem die nach &sect;&nbsp;51 BRAO f&uuml;r die Zulassung als Rechtsanwalt notwendige pers&ouml;nliche Berufshaftpflichtversicherung mit den Mindestversicherungssummen des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;4 BRAO. Die Kl&auml;gerin hatte die Versicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r diese pers&ouml;nlichen Berufshaftpflichtversicherungen &uuml;bernommen und vollst&auml;ndig der Lohnsteuer unterworfen. Die Beitr&auml;ge f&uuml;r ihre eigene Haftpflichtversicherung hatte die Kl&auml;gerin allerdings nicht lohnversteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, dass nicht nur die &uuml;bernommenen und lohnversteuerten Beitr&auml;ge f&uuml;r die pers&ouml;nliche Haftpflichtversicherung eines jeden einzelnen angestellten Anwalts, sondern auch die Beitr&auml;ge der Kl&auml;gerin zu ihrer eigenen Haftpflichtversicherung als Rechtsanwalts-GmbH der Lohnsteuer zumindest im Umfang einer &quot;Grunddeckung&quot; zu unterwerfen seien. Dementsprechend erlie&szlig; das FA einen Haftungsbescheid &uuml;ber Lohnsteuer nebst Annexsteuern &uuml;ber insgesamt 34.419,20&nbsp;EUR, ermittelt nach den Beitr&auml;gen, die f&uuml;r die Mindestversicherungssummen einer Rechtsanwalts-GmbH galten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der dagegen erhobenen Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 393 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden entsprochen. Der Haftungstatbestand sei schon nicht erf&uuml;llt, weil es sich bei den von der Kl&auml;gerin gezahlten Versicherungsbeitr&auml;gen f&uuml;r ihre eigene Berufshaftpflichtversicherung nicht um steuerpflichtigen Arbeitslohn handele. Im Streitfall bestehe ein ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse der Kl&auml;gerin an der Zahlung der Beitr&auml;ge f&uuml;r ihre eigene Haftpflichtversicherung. Ein nicht unerhebliches Interesse ihrer Arbeitnehmer, welches das Interesse der Kl&auml;gerin &uuml;berlagere, liege nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>die Klage unter Aufhebung des Urteils des FG Hamburg vom 4.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;95\/14 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin durch den Abschluss ihrer eigenen Berufshaftpflichtversicherung ihren Arbeitnehmern keinen lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil zugewandt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &#8211;neben Geh&auml;ltern und L&ouml;hnen&#8211; auch andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden, unabh&auml;ngig davon, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht und ob es sich um laufende oder um einmalige Bez&uuml;ge handelt (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Diese Bez&uuml;ge oder Vorteile gelten dann als f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst sind, ohne dass ihnen eine Gegenleistung f&uuml;r eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers zugrunde liegen muss. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf&auml;nger mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis zuflie&szlig;en und sich als Ertrag der nichtselbst&auml;ndigen Arbeit darstellen, wenn sich die Leistung des Arbeitgebers also im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, vgl. zuletzt Urteil vom 7.&nbsp;Mai 2014 VI&nbsp;R&nbsp;73\/12, BFHE 245, 230, BStBl II 2014, 904).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vorteile, die sich bei objektiver W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde nicht als Entlohnung, sondern lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen erweisen, sind dagegen nicht als Arbeitslohn anzusehen. Vorteile besitzen danach keinen Arbeitslohncharakter, wenn sie im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers gew&auml;hrt werden. Das ist der Fall, wenn sich aus den Begleitumst&auml;nden wie Anlass, Art und H&ouml;he des Vorteils, Auswahl der Beg&uuml;nstigten, freie oder nur gebundene Verf&uuml;gbarkeit, Freiwilligkeit oder Zwang zur Annahme des Vorteils und seiner besonderen Geeignetheit f&uuml;r den jeweils verfolgten betrieblichen Zweck ergibt, dass diese Zielsetzung ganz im Vordergrund steht und ein damit einhergehendes eigenes Interesse des Arbeitnehmers, den betreffenden Vorteil zu erlangen, vernachl&auml;ssigt werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt Senatsurteil vom 14.&nbsp;November 2013 VI&nbsp;R&nbsp;36\/12, BFHE 243, 520, BStBl II 2014, 278).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasste, zu Lohn f&uuml;hrende Zuwendungen erbringt der Arbeitgeber gegen&uuml;ber seinen Arbeitnehmern erst recht nicht, wenn er ausschlie&szlig;lich gegen&uuml;ber Dritten t&auml;tig wird, nur ihnen gegen&uuml;ber eigene Verpflichtungen eingeht und eigene Anspr&uuml;che erwirbt, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zu seinen Arbeitnehmern und den mit ihnen begr&uuml;ndeten Dienstverh&auml;ltnissen aufweisen. Daraus f&uuml;r die Arbeitnehmer folgende etwaige Annehmlichkeiten sind blo&szlig;e Reflexwirkungen einer origin&auml;r ausschlie&szlig;lich eigenbetrieblichen Bet&auml;tigung des Arbeitgebers, mit der er andere betriebsfunktionale Zielsetzungen als die Entlohnung seiner Arbeitnehmer verfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach Ma&szlig;gabe dieser vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze f&uuml;hrte der Erwerb eines eigenen Haftpflichtversicherungsschutzes i.S. des &sect;&nbsp;59j BRAO durch die Kl&auml;gerin als Arbeitgeberin zu keinem lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil bei ihren Arbeitnehmern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der von der Kl&auml;gerin erworbene Versicherungsschutz zur Deckung der sich aus ihrer Berufst&auml;tigkeit ergebenden Haftpflichtgefahren f&uuml;r Verm&ouml;genssch&auml;den i.S. der &sect;&sect;&nbsp;59j, 51 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BRAO diente ihrem eigenen Versicherungsschutz. Denn nach den Feststellungen des FG war damit das Risiko der weltweiten T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als selbst&auml;ndig zugelassene Rechtsanwalts-GmbH versichert; die Versicherung umfasste Sch&auml;den, die durch die Kl&auml;gerin selbst oder durch eine Person verursacht wurden, f&uuml;r die sie nach &sect;&nbsp;278 oder &sect;&nbsp;831 BGB einzustehen hatte. Diese Berufshaftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und notwendige Voraussetzung f&uuml;r die gewerbliche rechtsberatende T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin selbst als Rechtsanwaltsgesellschaft (&sect;&nbsp;59c Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;59j Abs.&nbsp;1 BRAO), die nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung den Mandanten gegen&uuml;ber mit ihrem Gesellschaftsverm&ouml;gen haftet. Angesichts dessen erfasst diese Versicherung keine Haftpflichtanspr&uuml;che, die sich gegen die bei der Kl&auml;gerin nichtselbst&auml;ndig t&auml;tigen Rechtsanw&auml;lte selbst richten; deshalb versicherte die Kl&auml;gerin durch den Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung ihre eigene Berufst&auml;tigkeit und wandte ihren Arbeitnehmern dadurch weder Geld noch einen geldwerten Vorteil in Form des Versicherungsschutzes zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nichts anderes folgt entgegen der Auffassung der Revision aus &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 BRAO. Denn danach ist zwar der angestellte Rechtsanwalt ebenso wie der selbst&auml;ndig t&auml;tige Rechtsanwalt verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zur Deckung der sich aus seiner Berufst&auml;tigkeit ergebenden Haftpflichtgefahren f&uuml;r Verm&ouml;genssch&auml;den abzuschlie&szlig;en. Diese Verpflichtung wird aber nicht dadurch erf&uuml;llt, dass der Arbeitgeber seine eigene Berufshaftpflichtversicherung nach &sect;&nbsp;59j BRAO abschlie&szlig;t. Die Haftpflichtversicherung nach &sect;&nbsp;59j BRAO l&auml;sst die Versicherungspflicht nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 BRAO nicht entfallen. Denn die Berufshaftpflichtversicherung der angestellten Rechtsanw&auml;lte nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 BRAO besteht unabh&auml;ngig davon und selbst&auml;ndig neben der Berufshaftpflichtversicherung i.S. des &sect;&nbsp;59j BRAO (Grams, Anwaltsblatt 2001, 233, 295; Beck Online-Kommentar BORA\/R&ouml;mermann, BRAO &sect;&nbsp;59j Rz&nbsp;5, Rz&nbsp;2; Henssler\/Pr&uuml;tting, BRAO, 4.&nbsp;Aufl. 2014, &sect;&nbsp;59j Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dementsprechend wandte die Kl&auml;gerin dadurch, dass sie die Aufwendungen ihrer angestellten Rechtsanw&auml;lte f&uuml;r deren eigene Berufshaftpflichtversicherung nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 BRAO &uuml;bernahm, ihren Arbeitnehmern zwar lohnsteuerrechtlich erhebliche Vorteile zu. Aber diese Vorteile unterwarf die Kl&auml;gerin &#8211;was zwischen den Beteiligten nicht streitig ist&#8211; der Lohnsteuer. Dies entspricht der Senatsrechtsprechung, nach der die &Uuml;bernahme der Beitr&auml;ge zur Berufshaftpflichtversicherung eines angestellten Rechtsanwalts durch den Arbeitgeber zu Arbeitslohn f&uuml;hrt, weil der angestellte Rechtsanwalt nach &sect;&nbsp;51 BRAO zum Abschluss der Versicherung verpflichtet ist (vgl. dazu im Einzelnen Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juli 2007 VI&nbsp;R&nbsp;64\/06, BFHE 218, 370, BStBl II 2007, 892; Senatsbeschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;Mai 2009 VI&nbsp;B&nbsp;4\/09, BFH\/NV 2009, 1431; vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2011 VI&nbsp;B&nbsp;31\/11, BFH\/NV 2011, 1322).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein lohnsteuerrechtlich erheblicher Vorteil folgt auch nicht daraus, dass die f&uuml;r die Kl&auml;gerin nichtselbst&auml;ndig t&auml;tigen Rechtsanw&auml;lte ihre eigene Haftpflichtversicherung nach &sect;&nbsp;51 BRAO mit den Mindestversicherungssummen abschlossen. Denn damit haben die angestellten Rechtsanw&auml;lte den Anforderungen und Verpflichtungen aus &sect;&nbsp;51 BRAO entsprochen. Die davon abweichende H&ouml;he des Mindestversicherungsschutzes bei deren Arbeitgeberin, der Kl&auml;gerin selbst, begr&uuml;ndet keinen solchen Vorteil. Er l&auml;sst sich entgegen der Revision insbesondere auch nicht daraus entnehmen, dass im Fall einer als GbR t&auml;tigen Rechtsanwaltssoziet&auml;t mit entsprechender internationaler Beratungst&auml;tigkeit ein vergleichbarer Versicherungsschutz nur zu erheblich h&ouml;heren Versicherungsbeitr&auml;gen zu erhalten w&auml;re. Denn zutreffend hat dazu schon das FG ausgef&uuml;hrt, dass das FA damit ungleichartige Sachverhalte miteinander vergleiche, weil den h&ouml;heren Versicherungsbeitr&auml;gen eines angestellten Briefkopfanwalts einer Soziet&auml;t auch der eigene Versicherungsschutz wegen pers&ouml;nlicher Haftungsrisiken als Sozius gegen&uuml;berst&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2015, VI R 74\/14 Kein Lohn durch eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH Leits&auml;tze Die eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH nach &sect; 59j BRAO f&uuml;hrt nicht zu Lohn bei den angestellten Anw&auml;lten. Die Rechtsanwalts-GmbH wendet dadurch weder Geld noch einen geldwerten Vorteil in Form des Versicherungsschutzes zu. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-74-14-kein-lohn-durch-eigene-berufshaftpflichtversicherung-einer-rechtsanwalts-gmbh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;74\/14 &#8211; Kein Lohn durch eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65938","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65938","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65938"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65938\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}